Umleitung: Sieben vor Acht

Das schlechte Wetter ausgenutzt: Stippvisite an der Ostsee. (foto: zoom)

Ist das Urlaub? Seit Mitte Mai, und erst recht seit Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern, sind sie also zurück, die Touristen an den Küsten, auch in der Lübecker Bucht an der Ostsee … fr

Bedrohlicher Rechtsextremismus: Der Bundesverfassungsschutz sieht eine wachsende Gewaltbereitschaft der rechten Szene. Dem aktuellen Jahresbericht zufolge ist auch das militante Personenpotenzial angestiegen … bnr

Der Bundestag macht sich lächerlich: Der Bundestag hat sich zum größten Parlament der Erde aufgeblasen. Stört es die Deutschen? Bisher ließ es sie kalt … postvonhorn

Verschwörungsfragen erklärt von Michael Blume: Nazis in Reichsflugscheiben, UFO-Antisemitismus … scilogs

Lehramt, Fürsorge, Sozialpolitik – Drei Harburger Frauenleben: Diese Website redet (…und redet…) fast nur über Männer. Weil die Vergangenheit männerdominiert war? Ja klar, aber trotzdem blöde Ausrede: Frauen gabs ja wohl immer, die Version der Bibel mal ausgenommen. Frauen-Existenz aufzufinden, das ist die Aufgabe … harbuch

Immerhin: Dortmunder Karstadt-Haus bleibt wohl doch geöffnet … revierpassagen

Polizeimeldungen – Motorradfahrer schwer verletzt: Am Mittwoch, den 08.07.2020 kam es gegen 17:45 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der K46 zwischen Elpe und Brunskappel … presseportal

Umleitung: von der Talbrücke Nuttlar über die Bildzeitung, Feyerabend, @die_reklame, RWE, Sojabohnen, eine Stadtführung für Geflüchtete in Hagen zu Haus Hövener in Brilon und mehr …

Die Talbrücke der A46 bei Nuttlar ist nahezu fertiggestellt. (foto: zoom)

In den letzten Wochen habe ich die Verlinkung zu anderen Blogs und Websites vernachlässigt. Dabei war der Vernetzungsgedanke gerade ein Grundpfeiler der Blog-Szene. Lang, lang scheint es her.

Viele Blogs frönen inzwischen ein solitäres Dasein und die Diskussionen sind zu Facebook abgewandert. Dort ist es ja auch leichter, mal eben seine Meinung zu hinterlassen, ohne die vielen Extra-Eingaben auf einem Blog. Name? E-Mail? Einverstanden mit xy? Hat man dann den ganzen Prozess durchlaufen, muss irgendein Admin den Kommentar auch noch freischalten oder gar löschen, denn die Herausgeberin des Blogs haftet nicht nur für die Artikel, sondern auch für die Kommentare. Übel wollende Mitmenschen werden eher den kleinen Blogger/die kleine Bloggerin um die Ecke anpissen, als sich mit den Rechtsabteilungen von Facebook & Co anzulegen.

Sei’s drum. Hier ein Blick in benachbarte Blogs, wobei Nachbarschaft nicht nur geografisch gemeint ist.

Ein Letztes noch. Die Talbrücke Nuttlar (Bild oben) habe ich heute Abend auf einem kleinen Spaziergang fotografiert:

Die im Grundriss gekrümmte Brücke ist insgesamt 660 Meter lang. Sie hat sieben Felder mit Stützweiten von 77,00 m + 95,00 m + 95,00 m + 115,00 m + 97,50 m + 97,50 m + 83,00 m. Die Breite beträgt 28,60 Meter.[3] Der Überbau ist eine Stahlverbundkonstruktion.

Es wurden sechs Pfeilerpaare errichtet. Die Pfeiler sind maximal 108 Meter hoch. Sie sind paarweise leicht zueinander geneigt und durch Querriegel verbunden.

Der Schlebornbach wird an der höchsten Stelle bei 115 Metern überbrückt. Dies ist die höchste Überbrückung in Nordrhein-Westfalen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Talbr%C3%BCcke_Nuttlar

Sechs Wochen als Gehbehinderter – oder: Von der Zerrissenheit der Gesellschaft … welchering

BILD – Vorfeldorganisation der AfD: Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Bild-Zeitung nicht versucht, die Institutionen und Repräsentanten des Staates verächtlich zu machen und ihre Leser gegen sie aufzuhetzen … sprengsatz

Aguma, Harburg und die Sojabohne: “Lebensmittel” aus Harburg …harbuch

Now we’re done! (It’s time for Feyerabend) / Jetzt aber Feyerabend: Paul Feyerabends Essay “Against Method” von 1975 taucht selten auf, wenn Wissenschaftler*innen versuchen, ihr jeweiliges spezifisches Forschungsprojekt zu kontextualisieren und zu begründen. Ich meine, es als positiven Bezug in einem zu begutachtenden Antrag noch nicht gelesen, in einem Vortrag noch nie gehört zu haben … publicHistory

Ein paar Gedanken zur @die_reklame: Nach einigen Monaten @die_reklame und tausenden Werbeanzeigen haben sich ein paar Erkenntnisse angesammelt. Zuerst die wichtigste: Das Projekt entwickelt sich durchaus erfolgreich und steht momentan bei ca. 1300 Followern auf Twitter. Das sind mehr als wir gedacht haben und es macht auch immer noch richtig Spaß … schmalenstroer

RWE gegen den Rest der Welt: der Hambacher Forst und die Braunkohle-Debatte … demokratiefsinn

Lachen und lernen vom Weinberg bis in den Weltraum: ein kleines Loblied auf die unverwüstliche „Sendung mit der Maus” … revierpassagen

Hagen kennenlernen – Stadttour für Geflüchtete: Zu einer Stadttour, um Hagen kennenzulernen und sich besser zu orientieren, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) geflüchtete Menschen am Donnerstag, 11. Oktober, von 16 bis 18 Uhr ein. Der Treffpunkt ist vor dem Eingang des Ratskellers und die Teilnahme kostenfrei … doppelwacholder

SBL/FW besucht das Museum Haus Hövener: Wer ein Faible für Altes hat … sollte sich einen Besuch im Museum Haus Hövener in Brilon auf keinen Fall entgehen lassen, und auch nicht die Führung durch Carsten Schlömer, den jungen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Hauses! Klasse! … sbl

Umleitung: Nö!

Gestern in Dortmund, heute mein Lebensgefühl. (foto: zoom)
Gestern in Dortmund, heute mein Lebensgefühl. (foto: zoom)

Tsipras Tragödie: Nikos Chilas und Winfried Wolf beschreiben klug und luzide die vergangenen sechs Jahre des griechischen Dramas. Falter, September 2016 … misik

“Freitag”-Vize Michael Angele über Zeitungssterben: In seinem essayistischen Band “Der letzte Zeitungsleser” nimmt Michael Angele Abschied von der Tageszeitung. Er sagt ihr Aussterben voraus … kress

Gabriel-Satire: Durchzug – “Haben Sie noch im Ohr, was der Dicke damals auf dem Parteitag der Putzfrau erzählt hat? Das ist das ganze Problem der Partei: dass sie sich nur noch mit den Gewinnern abgeben will und deshalb zur großen Verliererin wird” … zynaesthesie

SPD-Chef ohne Kompass: Gabriel mitten im Nebel … postvonhorn

Eine Art Wohnschiff für Werftarbeiter: Ernst Riggerts literarischer Tupfen über den Ortsteil Neuhof aus dem Jahr 1929 … harbuch

“Reenactment” – Dangerous Fun? Reenactment – also die Neuinszenierung geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise[1] – fasziniert! Veranstalter melden regelmäßig Rekord-BesucherInnenzahlen … publicHistory

Die Mär, dass Verschlüsselung den Staat blind machen wird: In den letzten Jahren fingen immer mehr Menschen an, Verschlüsselungstechnologien zu nutzen. In Deutschland und vielen anderen Ländern warnen Behörden davor, dass sie technisch nicht mehr in der Lage seien, ihre rechtlichen Pflichten auszuüben … netzpolitik

Ein Tag der Rekorde: Nazis und Asylkritiker, Linksbürgerliche und Chlorhühnchen … jurga

Hagener Phoenix in der Asche: Jedem Stromkunden, der mit der Begleichung seiner Rechnung in Verzug gerät, wird innerhalb kurzer Frist der Saft abgedreht. Anders verhält es sich, wenn eine Eventfirma – vor allem wenn sie sich im Sportbereich tummelt – in Schwierigkeiten gerät … doppelwacholder

Wahnwitz bei der Telekom: Was der simple Transfer von Telefonnummern kostet … revierpassagen

Umleitung: Von Hassmails bis zur Müllentsorgung.

Zur Zeit lohnt es sich im Sauerland die Abendstimmung zu genießen. (foto: zoom)
Zur Zeit lohnt es sich, im Sauerland die Abendstimmung zu genießen. (foto: zoom)

“Sehr hässliche Hassmails”: Für ein Internet-Video seiner Sendung “Terra X” hat sich Physiker Harald Lesch die Aussagen der AfD zum Klimawandel vorgenommen … sueddeutsche

Krieg gegen die Wissenschaft: Die Antiaufklärung formiert sich und bedroht auch die Demokratie, warnt der Wissenschaftsjournalist Shawn Otto in den USA … taz

Sprache: Rechte Slogans sickern in den Alltag … augsburgerallgemeine

Verschwörungsglauben: Eine türkische Verschwörungspyramide … scilogs

Schon wieder so eine Burkadiskussion: Man weiß ja nicht, wo die immer herkommen, aber die Burkadiskussionen scheinen sich ja schon abwechselnd gegenseitig die Klinke in die Hand zu geben … fisch+fleisch

Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dagdelen: Was ist bloß in der Regierung los?! … jurga

“Denmark has advice for American parents: Give children more freedom” … washingtonpost

Kaum zu fassen: In einer Auseinandersetzung um einen ARD-Beitrag erweist sich die Bild-Zeitung als Stimme der Vernunft … altpapier

Investigativer Sofakissenjournalismus: Als letzte Bastion vor den Horden der Finsternis prüfen wir natürlich sämtliche neue Ansätze zur Rettung des Journalismus … prinzesssinnenreporter

Auf dem Olymp der Reichen und Mächtigen: Zur Sozialtopographie des Eißendorfer Pferdewegs und seiner Umgebung 1942 … harbuch

Skepsis und Erstarrung: Johan Simons deutet zum Triennale-Auftakt Glucks Oper „Alceste“ … revierpassagen

Müllentgelte werden auch vom HSK geheim gehalten: Neun Kreise und Kommunen verweigern Transparenz für die Abfallgebührenzahler … sbl

Das liberale Bürgertum lässt schießen. Die Harburger Reichstags-Stichwahl am 17. August 1878 und ihr blutiges Ende

(1) August Grumbrecht 1811 – 1883: Nationalliberaler Frontmann der industriellen Interessen des Harburger Bürgertums


Verlust der politischen Macht – das ist die Kulisse, in der die herrschenden Eliten in Deutschland die Nerven verlieren und zur Gewalt greifen. Es folgen dann aufeinander parlamentarische und exekutive Rechtsentwicklung, Straßengewalt, Verfassungsbruch, Polizeiwillkür und juristische Verfolgung in unvorhergesehenem Ausmaß und atemberaubender Geschwindigkeit. So geschehen 1878 und 1932/33. Dass heute eine ähnliche Entwicklung möglich ist, wollen erst wenige erkennen.

(Der Gastbeitrag von Dr. Christian Gotthardt ist zuerst auf der Lokalgeschichts-Website “harbuch” erschienen.)

Vorgeschichte

Ein nach demokratischen Grundsätzen gewähltes Parlament gab es in Deutschland erst seit der Bismarckschen Reichseinigung, als Norddeutscher Reichstag seit 1867 und als Deutscher Reichstag seit 1871. Wie demokratisch das damalige allgemeine, gleiche und direkte Männerwahlrecht und seine Handhabung wirklich waren, ist ein Thema für sich und soll hier nicht weiter beleuchtet werden.[1] Nur soviel: Bismarck konnte in seiner Zeit als Gesandter des preußischen Königs in Paris lernen, wie virtuos der französische Wahlkaiser Louis Bonaparte III. das allgemeine Wahlrecht nutzte, um sein Regime und die Macht der alten Eliten zu erhalten. Bismarck tat es ihm nach: Der deutsche Reichstag Baujahr 1871 wurde zum Instrument der deutschen Kaisermacht des preußischen Hofes. Vor allem diente er der politischen Verzwergung dessen notwendigen Bündnispartners, des wirtschaftlichen Riesens Bürgertum. Bismarcks Kalkül dabei: Wenn Volkes Stimme zählt, wird die traditionalistische und nationalistische Massenmobilisierung der Landbevölkerung durch Regierung und Adel dem bürgerlichen Liberalismus als der unsympathischen politischen Vertretung des egoistischen Unternehmertums stets den Rang ablaufen.

Die Arbeiterbewegung (deren universale historische Bedeutung der geniale Taktiker Bismarck eigenartigerweise nie begriffen hat) durchkreuzte dieses Kalkül. Nach der Vereinigung der lassalleanischen und marxistischen Gruppierungen auf dem Gothaer Parteitag 1875 erfuhr die dort aus der Taufe gehobene „Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands“ (SAPD) einen unaufhaltsamen Aufstieg. Die Versuche des mit Bismarck verbündeten nationalliberalen Besitzbürgertums, „kleine Leute“ als politisches Fußvolk an sich zu binden, mussten nun endgültig als gescheitert gelten: Die in den 1860er Jahren gegründeten Bildungs- und Konsumvereine, die „gelben“, also unternehmerfreundlichen Gewerkschaften, die nach dem Krieg 1870/71 herangezüchteten nationalistischen Kriegervereine hielten die wachsende Proletariermasse nicht mehr von der Partei und den Gewerkschaften der Sozialdemokratie fern.

 

Die Nationalliberalen verloren den Massenanhang, die Sozialdemokraten gewannen ihn. Wenn auch die Stimmen für die SAPD nur in einem beschränkten Umfang in Parlamentssitze mündeten – viele gingen bei der herrschenden Mehrheitswahl „verloren“, wenn Industriestädte geschickt mit ländlichen Regionen „verschnitten“ waren – so war doch der Trend deutlich und offenbar unumkehrbar.

Diese Entwicklung bedrohte Bismarck ebenso wie die Liberalen. Die Möglichkeit einer Addition der anwachsenden unabhängigen Volksstimme mit den traditionellen Bismarckgegnern (Partikularisten, Katholiken, Linksliberale) bei gleichzeitigem Abschmelzen der Nationalliberalen nagte an der Mehrheit des Regierungslagers. Für die mit Bismarck verbündeten Nationalliberalen ging es um das politische Überleben an sich. Zwar konnten sie im Schonraum des preußischen 3-Klassen-Wahlrechts ihre Vorherrschaft in den Städten und Landesparlamenten noch bewahren. Aber gegnerische Wahlbündnisse auf Wahlkreisebene könnten bei Reichstagswahlen schnell die gesamte Fraktion liquidieren.

 

 

Nun zu Harburg. Die Stadt war eine der Keimzellen der deutschen Arbeiterbewegung, mit dem Tischler Theodor York stellte sie einen ihrer damals bekanntesten und wirkungsmächtigsten Funktionäre. Die SAPD konnte im 17. Reichstagswahlkreis (Harburg Stadt und Land) ihren Stimmanteil auf lange Sicht ausweiten. Zwar waren Rückschläge dabei nicht zu vermeiden gewesen, die 1871er Wahl fand im Taumel des Sieges über Frankreich statt, und bei der 1874er Wahl wurden die Sozialisten durch Wahlfälschung vermutlich um rund 1000 Stimmen betrogen.[2]

 

(2) Theodor York 1830 – 1875: ADAV-Gründer 1863, SDAP-Gründer 1869, SAPD-Gründer 1875, Theoretiker und Praktiker der ersten deutschen Gewerkschaften

 

Der dennoch realisierte Vormarsch der Sozialisten hatte bis 1877 den Vorsprung des bürgerlichen Kandidaten, des nationalliberalen Harburger Oberbürgermeisters August Grumbrecht, deutlich geschmälert, wenn auch noch nicht bedroht. Dieser war ein erfahrener liberaler Parlamentarier und strategischer Interessenvertreter des Besitzbürgertums. Er war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, der Hannoverschen Ständeversammlung 1850 – 1852 und 1864 – 1879, des Hannoverschen Provinziallandtags 1867 – 1882, des Preußischen Landtags 1867 – 1882 und des Norddeutschen/ Deutschen Reichstags 1967 – 1878.[3]

Grumbrecht sah sich nach der Reichstagswahl 1877 veranlasst, selbstbewusst und selbstzufrieden festzustellen: „Die Tage der Welfenpartei sind jedenfalls gezählt. Wir wünschten sehr, das wir dasselbe auch von der social-demokratischen behaupten könnten.“

Im Laufe des Jahres 1878 aber wendete sich das Blatt. Bismarck, seit längerem entschlossen, die Sozialdemokratie durch schärfste Repression schlichtweg auszulöschen, nutzte die beiden Attentate auf den deutschen Kaiser und preußischen König Friedrich Wilhelm I (durch Hödel im Mai und Nobiling im Juni). Er ließ kurzerhand den 1877 gewählten Reichstag auflösen und sorgte für die programmatische Durchsetzung eines „Sozialistengesetzes“ im vermuteten künftigen Regierungslager. Dem sprangen wieder die Nationalliberalen bei, zumal sie eine Schwächung ihrer Position infolge der Neuwahlen befürchteten; sie neigten nun auch zu einem Verbotsgesetz. Eindeutig dagegen erklärten sich die Kandidaten der oppositionellen hannoverschen Welfenpartei, die aufgrund ihrer Preußenfeindschaft und ihrer Anhänglichkeit an das (1866 durch Eroberungskrieg von Preußen entmachtete) hannoversche Königshaus gerade in den ländlichen Regionen des Harburger Wahlkreises viele Anhänger hatte. Tatsächlich lag der Welfenkandidat Graf Grote[4] im ersten Wahlgang am 30. Juli 1878 so dicht hinter Grumbrecht, dass dieser die absolute Mehrheit und damit das Mandat verfehlte. Als nun die SAPD ihre Anhänger dazu aufrief, in der Stichwahl am 17.8.1878 den Sozialistengesetz-Gegner der Welfenpartei zu wählen, wurde es für Grumbrecht richtig eng.

 

(3) Adolf von Grote 1830 – 1898

 

Der Wahltag

Unter dem verharmlosenden Titel „Die Ruhestörungen in Harburg“ berichtete die preußische Provinzial Correspondenz, ein Sprachrohr Bismarcks, vom Wahltag:

„Die am 17. d. Mts. in Harburg vollzogene Stichwahl zwischen dem Kandidaten der nationalliberalen Partei Ober-Bürgermeister Grumbrecht und dem Kandidaten der partikularistischen Partei Grafen Grote hat bedauerliche Ausschreitungen im Gefolge gehabt. Wie der »Reichs- und Staats-Anzeiger« meldet, sammelte sich am Abend des Wahltages, nachdem bekannt geworden war, daß der Kandidat der partikularistischen Partei, mit welcher sich hierbei die sozialdemokratischen Elemente vereinigt hatten, eine erhebliche Majorität erzielt habe, eine Volksmenge vor dem Lokal, in welchem das Blatt der partikularistischen Partei verlegt wird,[5] unter Hochrufen auf den Prinzen Ernst August, sowie auf den erwählten Abgeordneten und das Blatt der Partei.

Die anwachsende Menschenmenge zog dann nach dem Sande – einem freien Platze im Mittelpunkte der Stadt – wo vor der Wohnung des Gegenkandidaten [Grumbrecht, Sand 2], sowie vor dem auf demselben Platze belegenen Hause des Herausgebers der nationalliberalen »Harburger Anzeigen und Nachrichten« [Lühmann, Sand 25] tumultuarische Auftritte stattfanden. Die Fenster des letztgenannten Hauses wurden durch Steinwürfe zertrümmert und gegen die Polizeibeamten, welche Ruhe zu stiften suchten, Steine geschleudert. Die Versuche einer gütlichen Einwirkung auf die Menge von Seiten des Chefs der Polizeibehörde blieben ohne Erfolg.

(4) Der Sand um 1902. Das Rathaus mit der Wohnung des Oberbürgermeisters im 1. Stock stand links unten außerhalb des Bildes etwa auf der Höhe des Betrachters. Die Redaktion der Hamburger Anzeigen und Nachrichten befand sich schräg gegenüber, links oben halb verdeckt durch den ersten Baum rechts

 

Dieser requirirte daher das von der zum Manöver ausgerückten Garnison zurückgelassene nur 10 Mann starke Militärkommando und ließ die Feuerwehr alarmiren, welche gegen 11 Uhr Abends versammelt war und am oberen Theile des Sandes neben den Polizei- und Militärmannschaften Aufstellung nahm. Der Versuch, die Volksmenge durch die Wasserstrahlen einer Feuerspritze auseinander zu treiben, blieb ohne Wirkung. Nachdem die tumultuirende Menge wiederholt vergeblich zum Auseinandergehen aufgefordert worden war, rückten Feuerwehr, Polizeimannschaft und Militär mit blanker Waffe und gefälltem Gewehr gegen die Menge vor, welche zurückgedrängt wurde, bis aus einer vom Platze sich abzweigenden Querstraße, an deren Eingange neben einem Neubau ein großer Haufe von Mauersteinen lag, Militär und Feuerwehr mit Steinwürfen empfangen wurden. Auf diese Weise angegriffen, gab das Militär zunächst hoch, dann scharf Feuer. Es gelang darauf, den Platz vollständig zu säubern und die in angrenzenden Straßen gemachten Versuche zu neuen Ansammlungen zu verhindern. Noch vor Tagesanbruch war die Ruhe wieder hergestellt und ist seitdem nicht wieder gestört worden.

Um 8 Uhr früh rückte das in Harburg garnisonirende Bataillon, welches zur Herbstübung nach der Umgegend von Buxtehude ausmarschirt und dort in der Nacht alarmirt worden war, in die Stadt ein. Einige Mitglieder der Feuerwehr, einige Polizeibeamte und ein Gensdarm sind durch Steinwürfe kontusionirt. Von den Tumultuanten ist ein Arbeiter getödtet, zwei andere sind in Folge der erhaltenen Verletzungen am folgenden Tage gestorben, während 19 mehr oder weniger schwer Verwundete sich in ärztlicher Behandlung befinden. Es haben zahlreiche Verhaftungen stattgefunden und die strafgerichtliche Untersuchung ist im Gange.“[6]

 

Interessenkonflikte im Regierungslager

Die Harburger Nationalliberalen hatten sich mit dieser brutalen Reaktion auf eine mehr oder weniger harmlose Volksdemonstration selbst ein politisches Armutszeugnis ausgestellt. Ihre Möglichkeiten, das Ereignis im Nachhinein noch weiter zu dramatisieren und zu skandalisieren, waren angesichts der Faktenlage und der tragischen Menschenopfer sehr gering. Daher strebten sie danach, das Ganze möglichst schnell dem Vergessen zu überantworten.

Bismarck sah dies anders. Der „Harburger Aufruhr“, wozu der Vorgang in seiner Darstellung wurde, gab ihm die Gelegenheit, die staatspolitische Gefährlichkeit der hannoverschen Partikularisten (hinter denen England stehe) und der umstürzlerischen Sozialisten auf einen Schlag und am gleichen Beispiel zu belegen. Daher auch die reichsweite Erwähnung dieser lokalen Vorgänge in einer seiner Hauspostillen. Möglicherweise hatte das Thema für ihn auch eine militärische Dimension, da er es zur Desavouierung der zahlreichen in der sächsischen Landesarmee dienenden ehemals hannoverschen Offiziere nutzen konnte.[7]

 

Das politische Ergebnis

Der Welfe Graf Grote gewann die Wahl mit 51,5 %. Er behielt seinen Sitz nur für eine Legislaturperiode, als (lutherischer) Hospitant in der Fraktion des katholischen Zentrums – ob zum Nutzen der Sozialdemokratie, sei dahingestellt. Grumbrecht verlor seinen Sitz im Reichstag, und zwar endgültig – er starb 1883. Bismarck konnte im neugewählten Reichstag schon im Oktober 1878 das Sozialistengesetz mit 221 gegen 149 Stimmen durchbringen.[8]

Die Harburger SAPD wurde in der Folge als Parteiorganisation zerschlagen bzw. gezwungen, sich illegal neu zu formieren. Ihr Leiter blieb zunächst der um 1850 geborene Maschinenbauer, später Zigarrenarbeiter und Gastwirt David Steffens (Lange Straße Nr. 9), der in dieser Funktion seit Theodor Yorks Tod 1875 amtierte. 1880 war Steffens unter den Delegierten des konspirativen SAPD-Parteitags im schweizerischen Wyden. Unter steter Polizeiüberwachung stehend,[9] sah er sich bald zur Auswanderung gezwungen. Anfang Februar 1881 bestieg er mit Ehefrau Caroline und den beiden Kindern August und Anna die „Frisia“ in Richtung New York.[10] Das weitere Schicksal der Familie ist unbekannt.

Die Leitung der örtlichen Partei übernahm – vermutlich unmittelbar nach der Abreise Steffens – der Schuhmacher Heinrich Baerer. Er wurde auch Delegierter auf dem nächsten konspirativen Parteitag 1883 in Kopenhagen. Als bekannte Harburger Persönlichkeit wurde er bereits Anfang Januar 1885 aus der Stadt verbannt und lebte bis zum Fall des Sozialistengesetzes mit seiner Familie in Hannover.[11] Der Nachfolger Grumbrechts im Amt des Harburger Oberbürgermeisters, Wilhelm Schorcht, ein Anhänger der Welfenpartei,[12] unterstützte die Familie finanziell, bis der Vater eine wirtschaftliche Basis gefunden hatte.[13] Er soll Baerer bei der Abreise gesagt haben,: „Ich kann nichts dafür. Wenn ich etwas zu sagen hätte, wären Sie nicht ausgewiesen, da ich nur Gutes von Ihnen weiß.“ Gemeinsam mit Baerer war auch der Harburger Korbmachergeselle Friedrich Wilhelm Schellenberg verbannt worden.[14] Schellenberg wurde am 19.9.1856 in Bitterfeld geboren. Er zog mit Ehefrau und Kind von Wilstorf nach Buchau bei Magdeburg.[15]

 

(5) Heinrich Baerer 1842 – 1913: der Bebel Harburgs

 

Die Führung der Harburger Sozialisten ging im Anschluss an diese Ausweisungen an den Harburger Klempner und Gastwirt Friedrich Louis August Renz (geboren 1855) über, der die Ortsgruppe dann auf dem nächsten Parteitag 1888 in St. Gallen vertrat.[16]

In diesen Jahren war die Struktur der Partei grundlegend verändert und auf die Besonderheiten des Sozialistengesetzes ausgerichtet worden. Da dies die Parteiarbeit generell unter Strafe stellte, die Kandidatur sozialistischer Persönlichkeiten aber nicht automatisch untersagte, gab sich die Partei die Form unabhängiger, miteinander nicht verbundener Wahlkomitees. Eine Spitzelmeldung aus Harburg an die Politische Polizei in Hamburg berichtete 1885, an der Spitze des Harburger Komitees stehe nun der Former Friedrich Seitz, die Kassierung versehe der Korbmacher Johannes Hinze. Weitere Mitglieder des Führungskreises seien der Schneider Heinrich Dubber, der Arbeiter Johann Zobel, der Korbmacher Daustein sowie ein nicht näher benannter Peters. Die Anleitung erfolge von Hamburg aus durch den „Bezirksführer“ im Wahlkreis Hamburg Petersen.[17]

Diese Angaben des Spitzels sind nicht näher belegbar, aber zumindest nicht unglaubwürdig. Eine Anleitung der Harburger Wahlagitationen von Hamburg aus, also aus einem anderen Wahlkreis, erscheint insofern plausibel, weil Harburg die einzige sozialistische Hochburg im ländlichen 17. hannoverschen Wahlkreis war und nur Hamburg eine noch größere politische Autorität hatte. Von den genannten Personen sind mindestens Dubber und Hinze nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes im Jahr 1890 als führende Parteimitglieder in Erscheinung getreten.

 

Ein Nachspiel

Grumbrecht und seine Parteifreunde erwiesen sich auch lange nach ihrer politischen Niederlage als sehr schlechte Verlierer. Sie legten unter Verweis auf mehrere angeblich vorgefallene Wahlmanipulationen von Amtsträgern zu Gunsten Grotes einen Protest gegen das Wahlergebnis ein, der die Wahlprüfungskommission des Reichstags bis 1880 beschäftigte. Aus diesem Vorgang geht allerdings hervor, dass auch den Nationalliberalen selbst Manipulationen vorgeworfen wurden. So habe die gerichtliche Feststellung der Ereignisse am Wahlabend ergeben, dass die Unruhen keineswegs von den örtlichen Vertretern der Welfenpartei, sondern von Fabrik- und Eisenbahnarbeitern ausgelöst worden waren, die unter Aufsicht ihrer Vorgesetzten für Grumbrecht stimmen sollten.[18] Der Wahltag war ein Sonnabend und selbstverständlich nicht arbeitsfrei.

 

Anmerkungen

[1] Gotthardt, Christian: Demokratie nach Gutsherrenart, in: Praxis Geschichte 5/95, S. 17 – 22.

[2] Gotthardt, Christian: Pyrrhussiege und glänzende Niederlagen. Die Kämpfe zwischen Liberalen und Sozialisten in den ersten Reichstagswahlen 1867 bis 1878 in Harburg, in: Ellermeyer/ Richter/ Stegmann: Harburg. Von der Burg zur Industriestadt, Harburg 1988, S. 206 – 218.

[3] Vgl. http://zhsf.gesis.org/ParlamentarierPortal/biorabkr_db/biorabkr_db.php?id=854, 26.5.2016.

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Grote, 18.6.2016.

[5] Der „Courier an der Unterelbe“ des Buchdruckers Heinrich Wendt in der Mühlenstraße 27, heute Schlossmühlendamm.

[6] Provinzial-Correspondenz v. 28. August 1878. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf vier, als einer der verhafteten Arbeiter sich in der Zelle erhängte; Truels, Max: Geschriebene Harburgensien, Harburg 1986, S. 89.

[7] Maatz, Helmut: Bismarck und Hannover, Hildesheim 1970.

[8] http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt3_k4_bsb00018398_00000.html, 16.6.2016

[9] Staatsarchiv Hamburg (StAH) S 200 David Steffens.

[10] StAH 331-3 Nr. 5200.

[11] Groschek, Iris: „Dem Kämpfer für des Volkes Rechte.“ Heinrich Baerer und die Harburger SPD, Harburg 2013.

[12] Truels 1986, S. 89.

[13] Groschek 2013.

[14] Thümmler, Heinzpeter: Sozialistengesetz § 28, Berlin 1979, S. 66.

[15] Staatsarchiv Stade Rep. 74 Harsefeld Nr. 1789.

[16] Henze, Willibald: Die Delegierten der Parteikongresse der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands unter dem Sozialistengesetz, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 8/1980, S. 365 ff.

[17] StAH 331-3 Nr. 5149/ 294.

[18] http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt3_k4_bsb00018408_00568.html, 16.6.2016.

 

Bildnachweis

(1) Hof-Photograf Hermann Günther, Berlin; Helms-Museum

(2) Gedenkkarte, um 1875; Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam

(3) Photographie von Leopold Haase & Comp., Berlin, um 1878; Privates Photoalbum Ludwig Freiherr von Aretin (1845-1882); Artikel Adolf Graf v. Grote, https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Grote, 16.6.2016

(4) Zeitgenössische Ansichtskarte “Harburg Sand”, 1902; Helms- Museum

(5) Gedenkkarte, um 1900; 100 Jahre SPD Harburg

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Neuer Landesbischof in Sachsen: “Homosexualität ist nicht Wille Gottes” … lvz

Rubinowitz Roadkill: Erinnert es nicht an Guttenberg und Hegemann, wenn Dirk Wesenberg, der sich als Zeichner und Autor Tex Rubinowitz nennt, von den “Der Umblätterer”-Machern Frank Fischer und Josef Wälzholz nun der buchweisen Plagiatscollage beschuldigt wird? … erbloggtes

Berlin lässt Millionen verfallen: Das Geld für Radwege ist da – und doch weg … tagesspiegel

Womöglich braucht man Journalismus schon gar nicht mehr: Wenn’s um das Netz und Netz-Politik, aber auch um Medien und Online-Journalismus oder auch Datenschutz und Bürgerrechte geht, dann kennt “man” sie ganz einfach: Vera Bunse … charly&friends

Das Jahrhundert-Problem: Das 21. Jahrhundert wird einmal daran gemessen werden, wie es mit den Flüchtlingen umgegangen ist … sueddeutsche


Hetze gegen Flüchtlinge: Facebook, mach was! … mobilegeeks

Heidenau I: Dem Mob entgegenzutreten, heißt ein Pogrom zu verhindern … ruhrbarone

Heidenau II: Der rassistische Mob darf nicht die Oberhand gewinnen … publikative

Sind die Griechen noch zu retten? Tsipras kommt Griechenland und Europa teuer zu stehen. Er brauchte ein halbes Jahr, um zu begreifen, dass die meisten Griechen im Euro bleiben wollen und er das Land reformieren muss, um diesen Wunsch zu erfüllen … postvonhorn

Stephan Lamby im Gespräch mit Yanis Varoufakis: Im Interview gibt der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis über die langwierigen Verhandlungen mit den Geldgebern und sein politisches Verhältnis zum deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Auskunft … phoenix

Egon Bahr ist gestorben: Er war zu Beginn der Entspannungspolitik bei seinen rechten und konservativen Kritikern verhasst gewesen. Er galt damals als die graue Eminenz im Hintergrund, der böse Geist der sozialliberalen Koalition, der zuerst die Ostgebiete und schließlich sogar die Wiedervereinigung an die Sowjetunion verkauft hätte … wiesaussieht

Als Werbeberater in der Harburger Industrie Teil 2: Schon vor der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Jute Spinnereien und Webereien Harburg um 1957 hatte mein Chef, der Hamburger Werbe- und Verkaufsberater Carl-Heinz Griese, einen Werbeberatungsvertrag mit HOBUM, Harburger Oelwerke Brinkmann & Mergell … harbuch

Ja zu Millionen-Darlehen in Hagen: Während der öffentliche Teil der Ratssitzung überwiegend aus Füllmaterial bestand, wurde die wichtigste Entscheidung wieder einmal hinter verschlossenen Türen verhandelt. Dabei könnte in der Causa Enervie noch einiges auf die Hagener zukommen … doppelwacholder

Industriekultur an der Ruhr: die Henrichshütte in Hattingen … scilogs

Nachbarschaft: Stadtbüro Neheim wechselt an neuen Standort … neheimsnetz

Demografischer Wandel: Junge Sauerländer(innen) zieht es in die weite Welt … sbl

Genehmigung für drei Windräder in Altenfeld beantragt: Eine Investorenfirma aus Bremen hat die Genehmigung für drei Windkraftanlangen bei Altenfeld beantragt – das geht der Stadt Winterberg zu schnell … derwesten

Sie sind jung und schön und hören gerne Zaz oder Milky Chance: Ihr Sternzeichen ist der Smoothie aus Bio-Früchten und fettarmem Bio-Joghurt oder der Veggie-Burger mit biologischen Süßkartoffelpommes für 14,95 (Getränke extra) … revierpassagen

Umleitung: Sensburgs Verlobte, Journalistenfragebogen, Blogger*innen, Flucht und Asyl, Klimawandel, Jerry Garcia und mehr.

Der Möhnetalradweg Brilon-Neheim. Hier der Blick kurz hinter Rüthen. (foto: zoom)
Der Möhnetalradweg Brilon-Neheim. Hier der Blick kurz hinter Rüthen. (foto: zoom)

Ermittlungen gegen Sensburgs Verlobte eingeleitet: Die Akte Sensburg hat die Staatsanwaltschaft Berlin geschlossen. Doch der Fall begleitet den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten weiter … westfalenpost

Der royale Journalistenfragebogen: Wenn Gott Journalist wäre, für welche Zeitung tät sie schreiben? Er würde seinen eigenen Blog betreiben. Überall sonst würde er die Krise kriegen … Prinzessinenreporter

Wie ein tolles Angebot von MediaMarkt für mich, auch durch die DHL, zu einem echten Ärgernis wurde: Ich musste ein paar Tage verstreichen lassen, um ein wenig runter zu kommen, damit ich die Fortsetzung dieser „Einkaufs-Komödie“ emotional neutraler und mit ein wenig Abstand zu meinem Ärger über so viel empfundene Kundenfeindlichkeit, schreiben konnte (TEIL 1 , TEIL 2 ) … little-devil

Blogger in Deutschland: Publizistisch meist kaum relevant … deutschlandfunk

#Landesverrat ist der Ritterschlag für alle Blogger: Uups, was ist denn da passiert. Plötzlich bezeichnen Journalisten Blogger als Journalisten. Danke, Herr Generalbundesanwalt a.D. Range … lousypennies

Flüchtlinge und teure Smartphones: Hetze ohne Fakten … DerStandard

Historischer Normalfall Migration: tolle Visualisierung, die zeigt, wie normal Migration im Laufe der Weltgeschichte war und immer noch ist … schmalenstroer

Das Idyll sieht sich bedroht: Mit der Zuwanderung erreichen die Krisen Europa … postvonhorn

Kurze Geschichte eines Unworts: Asylkritiker … sprachlog

Das Protestcamp von Refugees in Dortmund: Es ist Geschichte. Das Protestcamp der Geflüchteten aus Syrien. Fast neun Wochen dauerte es an und ich bin fast ohne Unterbrechung als Unterstützer*in im Einsatz gewesen … gedankensplitter

Flüchtlinge und Arbeit: Gesetzlich wurde der Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge und Asylbewerber neu geregelt. Praktisch weiß darüber anscheinend bei der Ausländerbehörde des Hochsauerlandkreises niemand was Genaues … sbl

Klimawandel: Keine Verlangsamung der globalen Erwärmung … scilogs

Urheberrecht: WAZ muss Afghanistan-Papiere depublizieren … netzpolitik

Die politische Geschichte der Phoenix in Hamburg-Harburg Teil 2: Höhepunkt und Niedergang einer „politischen Fabrik“ (1949 – 2004) … harbuch

Die Typen mit den bauchigen Taschen: So stehen sie dann vor dir am Rückgabeautomaten und legen Flasche um Flasche ein, all der Wartenden nicht achtend. Nicht nur einer steht da vor uns, sondern einer nach dem anderen … revierpassagen

Das Bildnis des Dorian Gray: Ein Buch wie — Das Bild­nis des Dorian Gray von Oscar Wild — sollte erst ab einem gewis­sen Alter gele­sen wer­den, meint … rebrob

PR-Artikel in der Hagener Lokalzeitung? Brandt sucht im Internet ein neues Zwieback-Gesicht … doppelwacholder

In Memoriam: Jerry Garcia – *01.08.1942 · †09.08.1995 … neheimsnetz

Umleitung: Industrie 4.0, Irrheberrecht, SPD-Kanzlerkandidat, Homöopathie, digitale Folklore, Flüchtlinge und mehr.

An der Graffiti-Mauer im Dortmunder Osten. (foto: zoom)
An der Graffiti-Mauer im Dortmunder Osten. (foto: zoom)

Entscheidungsträger und Teenager: Es geht um Industrie 4.0. Der IG-Metall Vorsitzende Detlef Wetzel hat dazu in den vergangenen Tagen ein Buch mit dem Titel “Arbeit 4.0” veröffentlicht … wiesaussieht

Irrheberrecht: Die Mannheimer rem haben sich in der letzten Zeit völlig zurecht den Ruf als Buhmann zugelegt: Sie führen gerade den gefährlichsten Rechtsstreit im Kulturbereich … schmalenstroer

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Albig hält SPD-Kanzlerkandidaten für entbehrlich … jurga

Als Werbeberater in der Harburger Industrie: An einem frostig kalten Dienstag im Februar 1952 fuhren 30 junge Männer um die Mittagsstunde mit dem schwarzen Dampfzug vom Hamburger Hauptbahnhof nach Harburg … harbuch

Hahnemanns Arzneimittellehre: Homöopathin will Patienten nicht betrügen … DeutscheApothekerZeitung

Ausstellung “Digitale Folklore” im Dortmunder “U”: Damals, als das Internet noch eine freie Spielwiese war … revierpassagen

Merkel und Tsipras im selben Boot: Die Rettungspolitik spaltet Syriza und die Union … postvonhorn

Ahmads Garten in Altenessen: Eine tolle bürgerschaftliche Aktion, ganz ohne den Wunsch nach Anerkennung oder Publizität. Ohne viel Aufhebens … charly&friends

Flüchtlinge: Benefizkonzert für Flüchtlingshilfe Arnsberg … neheimsnetz

“Gesundheitsgutachten” für die Kreisausländerbehörde: Die Antwort war dürftig. Die SBL fragt noch einmal … sbl