Pausenbild: Windrad bei Einhaus

Eines von vier Windrädern auf der Anhöhe bei Einhaus (foto: zoom)
Wenn ich nachdenkem will, setze ich mich häufig auf die Bank an den vier Windrädern bei Einhaus in der Nähe von Remblinghausen.

Mich beruhigt die Bewegung und das “Swusch, Schwusch” der riesigen Rotoren, auch wenn es selten ist, dass sich alle gemeinsam drehen. Je nach Windaufkommen machen ein, zwei, drei oder sogar alle vier Räder Pause.

Die Sauerlandtouristiker haben die sogenannten “ 43 Seelenorte” erfunden.

Für mich ist die Fläche mit den vier Windrädern auf der Höhe bei Einhaus mein persönlicher 44. Seelenort: “Die Ruhe genießen. Inspiriert werden. Neue Einsichten gewinnen. Auch wenn jeder Seelenort seine eigene Geschichte erzählt, gibt es eine Qualität,die alle verbindet: Lebendige Stille.”

Krach, Lärm und kein Windrad nirgendwo …

Auf einer Radtour rund um Weimar fiel mir auf: Lärm und kein einziges Windrad. (foto: zoom)
In den letzten Tagen bin ich durch eine “windradfreie” Zone geradelt, und es herrschte Lärm ohne Ende.

Lärm, den ich weder zwischen den Windrädern in Paderborn noch unter Norddeutschlands Windparks gehört hatte. Eine romantische Landschaft, aber wohin wir auch fuhren herrschte Krach und Lärm, und des Rätsels Lösung hieß Autobahn, A4.

Autobahnbeton, Lastwagen, Verkehr … warum stehen dort keine Windkraftgegner und zertrümmern die gewaltigen Asphaltbahnen und protestieren gegen den unmenschlichen Lärm?

Ich denke, dass es sich bei den Gegnern der Windkraft vielfach um irrational wütende Anti-Modernisten handelt.

Wie die Lämmer nehmen sie alles hin: Autobahnen, im Sauerland eine durch den Ski-Kapitalismus zernarbte Landschaft, Steinbrüche, giftige Weihnachtsbaumplantagen …

Kapitalistische AKWs, kapitalistische Stein- und Braunkohlebetriebe, Versiegelung der Landschaft durch Straßenbau … aber mimimi, wenn Windkraftanlagen in den Fichtenforst gesetzt werden.

Ich verstehe das einfach nicht.

“Besorgte Bürger Velmede” gegen Windräder – Argumente nicht aus der Luft gegriffen?

In der Westfalenpost Meschede ist gestern eine Artikel mit der Überschrift

Windkraft
„Argumente sind nicht aus der Luft gegriffen“

erschienen.

Es habe sich, so heißt es im Artikel, eine Interessengemeinschaft “Besorgte Bürger Velmede”, die sich gegen den geplanten Bau von fünf Windrädern auf dem “Kahlen Kopf” wehre, gegründet. Die Gemeinschaft habe Listen mit 1200 Unterschriften Bürgermeister Ralf Péus übergeben und die Bitte geäußert, diese an die zuständigen Behörden weiterzuleiten.

Die Interessengemeinschaft wolle “in erster Linie auf die Gesundheitsgefahren hinweisen”, die ihrer Ansicht nach vom Windpark oberhalb Velmedes ausginge.

Wie nun belegt die Interessengemeinschaft diese Gesundheitsgefahren?

Im Verlauf des Artikels werden die Äußerungen des mutmaßlichen Sprechers der Bürgerinitiative ausgiebig und ohne Nachfrage zitiert.

  • “Windräder, die einen geringeren Sicherheitsabstand [als 2000m] haben, können zu chronischen und lebensbedrohenden Erkrankungen führen.”
  • „Mediziner gehen davon aus, dass durch den niederfrequenten Infraschall bestimmte Krebsformen, besonders im Schleimhautbereich, entstehen können.“
  • Es seien das Auftreten von Tinnitus, Gleichgewichtsstörungen, schweren Schlafstörungen, Herz- Rhythmusstörungen, Bluthochdruck, Übelkeit und Konzentrationsstörungen gesichert.
  • „Darauf, dass Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen sind weisen regelmäßig das Robert-Koch-Institut, viele Studien, sowie zahlreiche Mediziner und Experten hin“

Als Leser möchte ich in der Lage sein, derartige Behauptungen nachzuvollziehen. Leider liefert mir der Artikel keinerlei Belege, sondern nur diffuse Hinweise:

“Mediziner gehen davon aus” – welche Mediziner, in welcher Studie?

“zahlreiche Mediziner und Experten” – welche Experten?

“viele Studien” – welche Studien?

Am interessantesten fand ich dann noch den Hinweis auf das Robert-Koch-Institut: “weisen regelmäßig das Robert-Koch-Institut … ”

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist eine sehr renommierte wissenschaftliche Einrichtung, die ich selber auch sehr häufig zu Rate ziehe.

Im Westfalenpost-Artikel ist das RKI der einzig greifbare Beleg. Und da habe ich dann mal nachgeschaut.

Ich habe exakt eine Studie von 2007 gefunden, die sich mit dem Thema Infraschall beschäftigt. Nein, eigentlich nicht mit dem Thema selbst, sondern mit der nötigen Voraussetzung für das Erforschen des Themas:

“Infraschall und tieffrequenter Schall – ein Thema für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Deutschland? Mitteilung der Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“

Nichts in diesem 8-seitigen Papier rechtfertigt meiner Meinung nach die Aussage “dass Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen sind weisen regelmäßig das Robert-Koch-Institut”.

Vielleicht habe ich irgendetwas übersehen. Kann sein. Aber ich bitte um belastbare Belege!

Umleitung: Homophobie, Plagiate, Journalismus überflüssig, Radwege, Rassismus, Griechenland, kein roter Teppich für Windräder in Winterberg und mehr.

Die Beobachtung beobachten. Berlin Hbf. (foto: zoom)
Die Beobachtung beobachten. Berlin Hbf. (foto: zoom)
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