Mitwelt: Drei Grafiken zur aktuellen Lage

Lesetipps zu Mini AKWs, Tschernobyl, Energiepreisen und den Profiten der Öl- & Gaskonzerne

(Gastbeitrag Axel Mayer, Mitwelt-Stiftung-Oberrhein)

Grafik: Mitwelt

Wie funktioniert ein Mini-AKW / Small Modular Reactor? Kosten, Risiken, Gefahren der neuen, kleinen Atomkraftwerke – Atomwaffen & mehr Atommüll:
https://www.mitwelt.org/mini-akw-atomkraftwerk-kosten-risiken-gefahren-atomwaffen

40 Jahre Tschernobyl & neue AKW: Radioaktivität in Pilzen & Wildschweinen / Pilze haben ein längeres Gedächtnis als Politiker:
https://www.mitwelt.org/tschernobyl.html

Sehenswert & wichtig im ZDF: https://www.zdf.de/dokus/tschernobyl-die-katastrophe-100

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Mit schwarzen Pellets in die Insolvenz

Umweltorganisationen warnen: Cemex könnte ähnlich scheitern wie finnischer Pellet-Hersteller

Ein großer Stapel alter hölzerner Obstkisten
Altholz sollte am besten recycelt werden – es zu verheizen, ist die schlechteste Option für Klima und Wälder (Pressefoto)

Das einzige Pelletwerk Europas, das angekohlte, schwarze Holzpellets produzieren sollte, hat Insolvenz angemeldet. Diese Meldung kommt aus Finnland, während beim Zementhersteller Cemex in Rüdersdorf bei Berlin ein Genehmigungsantrag für eine Anlage zur Produktion schwarzer Pellets erwartet wird.

(Gemeinsame Pressemitteilung von NABU, ROBIN WOOD und Biofuelwatch)

Die Umweltorganisationen NABU, ROBIN WOOD und Biofuelwatch warnen davor, aus stofflich nutzbarem Altholz durch Verkohlen sogenannte torrefizierte Pellets herzustellen, weil dies indirekt zu mehr Holzeinschlag auf Kosten von Wäldern und Klima führt. Zudem sei die Technologie bislang noch in keiner vergleichbar großen Anlage demonstriert worden und berge beträchtliche Sicherheitsrisiken. Ihre Argumente haben die Umwelt-NGOs kürzlich in einem Faktenpapier veröffentlicht.

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NRW: Holzeinschlag sinkt 2025 erneut – Schadholz nicht mehr mit größtem Anteil

  • Holzeinschlag in NRW 2025 bei 2,6 Millionen Kubikmetern.
  • Anteil des Schadholzes innerhalb eines Jahres fast halbiert.
  • Insektenbefall mit einem Anteil von 49,7 % weiterhin häufigste Ursache für Schadholz.
Grafik: IT.NRW

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 2,6 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, entsprach dies einem Rückgang von 16,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Erstmals seit 2017 stellte Schadholz nicht mehr den größten Anteil am Holzeinschlag. Sein Anteil lag 2025 bei 28,4 % beziehungsweise 0,7 Millionen Kubikmetern. Im Vorjahr hatte er noch 59,5 % betragen.

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Strafanzeige gegen Windpark-Betreiber: Massive Umweltschäden im Naturschutzgebiet „Aupketal“

Zum Beispiel fehlender Gewässerschutz: Es gibt großräumigen Sedimenteintrag in die Bäche. Wirksame Sperren zum Schutz der Wasserläufe fehlen völlig. (Pressefoto: SBL)

Die Kreistagsfraktion Sauerländer Bürgerliste / Freie Wähler Hochsauerland (SBL/FWG) hat bei der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK NRW) Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Windpark Aupke GmbH erstattet.

(Pressemitteilung SBL/FWG)

Der Vorwurf lautet auf Verdacht von Verstößen gegen das Strafgesetzbuch (§§ 324, 324a StGB) in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz.  

Illegale Baumaßnahmen ohne gültige Befreiung 

Hintergrund ist der Ausbau einer knapp zwei Kilometer langen Entwicklung für den Bau von Windenergieanlagen, die durch das ökologisch sinnvolle Naturschutzgebiet (NSG) „Waldreservat, Moosfelde mit Talsystemen der Kleinen und Großen Aupke“ führt. Für diesen Ausbau wäre eine rechtsgültige Befreiung von den Festsetzungen des Landschaftsplans Arnsberg erforderlich gewesen. Der zuständige Naturschutzbeirat des Hochsauerlandkreises (HSK) hatte diese Befreiung jedoch am 05.02.2026 mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. 

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Kurz in Kassel

Ich bin ein unbedingter Freund von Straßenbahnen. Die Tram Nr. 4 fährt gerade zum Bebelplatz und weiter nach Helsa. (foto: zoom)

Am 31. März eines Jahres versuche ich „rain or shine“ in Kassel zu sein. Heute war ein kalter Tag mit minimalem Regen. Mal war es trüb, mal schien die Sonne.

Oben am Herkules wehte ein unangenehm kalter und scharfer Wind. Der nackte Held war untenrum erneut eingerüstet. Irgendein Bauwerk wird im Bergpark immer restauriert.

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Gelbe Blüten, Kanadagänse und ein Entenpaar

Ein kleiner Spaziergang entlang der Namenlose

Flache grün-gelbe Blüten sitzen auf runden, gekerbten Blättern.
Das wechselblättrige Milzkraut an der Namenlose (foto: zoom)

Das wechselblättrige Milzkraut blüht jedes Jahr gemeinsam mit den Hohen Primeln und den Buschwindröschen entlang der Namenlose zwischen Bahn-Viadukt und Silbacher Hundetrainingsverein.

Die Tage sind kalt, aber die ersten Frühblüher haben es im feuchten, schattigen Wald auch in diesem Jahr wieder geschafft. Am späten Nachmittag hatten die Buschwindröschen allerdings ihre weißen Blüten schon wieder zusammengefaltet. Die Primeln gedeihen auf der sonnigen Seite des Weges.

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Hochsauerländer*innen radeln für ein gutes Klima

Stadtradeln startet kreisweit in allen Kommunen. Anmeldungen ab sofort möglich

Auch in diesem Jahr wird beim STADTRADELN drei Wochen lang bewusster und intensiver pedaliert. (Pressefoto 2025)

Hochsauerlandkreis. Ab sofort können sich Bürgerinnen und Bürger wieder in Teams für ihre jeweilige Kommune beim STADTRADELN registrieren. Im Aktionszeitraum vom 01.06. bis 21.06 sind alle aufgerufen, möglichst viele Wege klimafreundlich mit dem Rad zu erledigen und dabei Kilometer für ihr Team, ihre Kommune und mehr Radförderung zu sammeln. Die einzelnen Gemeinden bieten in dieser Zeit verschiedene Fahrradaktionen an.

(Pressemitteilung HSK)

Auch in diesem Jahr beteiligen sich sämtliche zwölf Kommunen des Hochsauerlandkreises am STADTRADELN. Elf Städte und Gemeinden nehmen im gemeinsamen Aktionszeitraum teil.

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Selbst bei 2 Grad Erwärmung sind extreme globale Klimafolgen möglich

Studie unter UFZ-Federführung verdeutlicht Notwendigkeit ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen

Ernteausfälle durch Dürre (Foto: André Künzelmann / UFZ)

Extreme klimatische Auswirkungen auf Menschen und Umwelt werden häufig mit sehr hohen globalen Erwärmungsniveaus von drei oder vier Grad Celsius in Verbindung gebracht. Eine neue Studie unter Federführung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt, dass diese Annahme zu kurz greift. Denn auch eine moderate Erwärmung von 2 Grad Celsius könnte erhebliche Klimarisiken für Sektoren mit besonderer gesellschaftlicher und ökologischer Bedeutung mit sich bringen, etwa Starkniederschläge in dicht besiedelten Regionen, Dürren in wichtigen Agrargebieten und extreme Feuerwetterbedingungen in Wäldern. Dies unterstreicht, wie dringlich schnelle Klimaschutzmaßnahmen sind, um die Risiken zu begrenzen. Die Studie ist im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

(Pressemitteilung UFZ)

Weil Klimamodelle immer noch erhebliche Unsicherheiten aufweisen, lässt sich nicht ausschließen, dass sich das Klima dramatischer entwickelt als erwartet. „Im Sinne einer verantwortungsvollen Risikobewertung sollten wir deshalb über die wahrscheinlichsten Entwicklungen hinausblicken und auch extreme Szenarien berücksichtigen, die schwerwiegende gesellschaftliche oder ökologische Folgen haben könnten“, sagt Erstautor und UFZ-Klimaforscher Dr. Emanuele Bevacqua.

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Kalendarischer Frühlingsbeginn – heute 15:45 MEZ

Spaziergang in der Ruhraue (foto: zoom)

Seit heute dürfen wir auch offiziell in den Frühling starten, denn der kalendarische Frühlingsanfang ist der Moment, an dem Tag und Nacht genau gleich lang sind.

Dieses Phänomen wird als Tagundnachtgleiche bezeichnet: die Sonne steht senkrecht über dem Äquator.

Der so bestimmte Zeitpunkt wird auch astronomischer Frühlingsbeginn genannt und fällt in der Regel auf den 19., 20. oder 21. März.

Im Jahr 2026 hat der kalendarische Frühling am 20. März um 15:45 Uhr MEZ begonnen.

Auch wenn sich das Wetter schon seit Wochen frühlingshaft anfühlt, hält sich die Blütenpracht in der Ruhraue bei Olsberg/Bigge noch in Grenzen.

Neben der Temperatur ist auch die Länge des Tages ein Faktor, der den Beginn der Blüte in der Pflanzenwelt bestimmt.

Beim Spaziergang waren heute die üblichen Verdächtigen zu sehen: Buschwindröschen, Scharbockskraut und Kirschpflaume.

Frühlingsbeginn: Blüten in der Ruhraue (foto: zoom)

Paradox: morgen und übermorgen findet am Poppenberg in Winterberg der Snowboard Weltcup statt. Viele Grüße vom Klimawandel.

Vor 50 Jahren in Sasbach: Der hoffnungsvolle Aufbruch der Erneuerbaren Energien

Ein regionaler Traum wird zum weltweiten Erfolg

Ein alternatives kleines Messegelände auf grauem Schotter. Kleine Stände mit Anlagen der erneuerbaren Energien. Details sind nicht zu erkennen. Kinder und Erwachsene verteilt auf dem Gelände. Links eine große Halle, rechts und im Hintergrund Wiesen, Häuser und Wald. Im Vordergrund gehen zwei Frauen an PKW (VW-Käfer, und ein anderes) vorbei.
Sonnentage Sasbach 1976 (Foto Erhard Schulz)

Ende Mai 1976 veranstalteten einige Aktive des damals frisch gegründeten Bund für Umwelt und Naturschutz und die badisch-elsässischen Bürgerinitiativen die weltweit erste und größte Ausstellung zu alternativen Energien in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Widerstand gegen das im Nachbardorf Wyhl geplante AKW, das berühmte „Nai hämmer gsait“ war den Aktiven nicht genug. Es galt nicht nur „dagegen zu sein“, sondern auch die Alternativen zur Atomenergie aufzuzeigen. Die Ausstellung fand 3 Jahre nach der großen Ölkrise 1973 mit ihren vier Sonntagsfahrverboten statt, ein Ölpreisschock der heute wieder Erinnerungen weckt.

(Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein)

Aus heutiger Sicht waren die Sasbacher Sonnentage eine kleine, ja geradezu winzige Ausstellung alternativer Energien, doch wir sagten selbstbewusst und durchaus auch verwegen: „Das ist die Zukunft! Das sind die Alternativen zur Atomenergie“. Aber gerade dieses „aus heutiger Sicht“ zeigt den unglaublichen Erfolg der damaligen Idee und der umgesetzten Vision. 

Aus den Hoffnungen und Visionen von 1976 ist Realität geworden
Der Preis für Solarmodule ist seit 1976 um 99 % gesunken. Der immer noch aggressiv bekämpfte Strom aus Wind & Sonne ist schon lange viel kostengünstiger als Gefahrstrom aus Kohle, Öl, Gas und Atom.

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