„Argentinien und Chile werden den Golf als Rohstoff-Großmacht ablösen“
Symbolbild für Wissen und Wissenschaft: Hauptstandort der Universitätsbibliothek Kassel am HoPla (archivfoto: zoom)
Ich empfehle ein kurzes und prägnantes Interview mit dem Kasseler Wissenschaftler Hans-Jürgen Burchardt.
Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt ist Co-Leiter des Käte-Hamburger-Kollegs „Rohstoffwelten“ in Kassel.
Er erklärt, warum die Dekarbonisierung der Welt das globale Mächteverhältnis fundamental verändern wird – und welche Rolle der Wissenschaftsstandort Kassel bei der Erforschung dieser Veränderung spielt.
Einige sagen, sie lieben Deutschland, und wettern dann gegen E-Autos, Wärmepumpen und Windkraft.
So bleiben wir aber abhängig von Öl-, Gas- und Kohleimporten und überweisen Milliarden ins Ausland. Wer Zukunftstechnologien bekämpft und damit seinem Land schadet, sollte die Deutschlandfahne wegpacken.
„Ja zur Energiewende, aber mit Augenmaß, Transparenz und strikter Einhaltung des Naturschutzes“
Symbolbild: Windenergieanlagen auf dem Olsberger Mannstein. Die SBL/FWG-Fraktion fordert beim Ausbau der Windenergie im Sauerland konsequenten Klimaschutz mit dem Naturschutz und nicht dagegen. (archiv: zoom)
Die SBL/FWG-Fraktion fordert beim Ausbau der Windenergie im Sauerland„konsequenten Klimaschutz mit dem Naturschutz und nicht dagegen.“Allerdings zeige die Antwort des Landrats auf ihre jüngste Anfrage, dass die Kreisverwaltung zu beschönigenden Ausflüchten zu neigen scheine, während vor Ort vollendete Tatsachen geschaffen würden und Gerichte die Genehmigungspraxis des Hochsauerlandkreises (HSK) reihenweise kassierten.
Die SBL-Kreistagsabgeordnete Annette Loos hatte am 19. April 2026 eine detaillierte Anfrage zu den massiven Naturschutzverstößen beim Bau von Windkraftanlagen – insbesondere im Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde – sowie zu den juristischen Niederlagen des Kreises vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster eingereicht.
Die nun vorliegende Antwort der Kreisverwaltung lasse, so die SBL/FWG, tief blicken.
Skandal im Aupketal: „Genehmigt“, aber rechtswidrig umgesetzt? Bezüglich der rücksichtslosen Baumaßnahmen im Aupketal stelle der Landrat zwar klar, dass die Maßnahmen „zum Zeitpunkt der jeweiligen Durchführung genehmigt waren“, aber diese formale Absicherung kaschiere ein, so die SBL/FWG, massives Vollzugsdefizit.
Die Auswirkungen des menschen- und konzerngemachten Klimawandels werden immer deutlicher. Menschen sterben in Hitzesommern, Flüsse trocknen aus, Extremwetterlagen nehmen zu.Eine der Folgen der Klimakatastrophe sind Feuer und extreme Waldbrände
Waldbrände im Klimawandel Waldbrände gab es immer schon. Doch im Klimawandel sind sie länger andauernd und vielerorts extremer. Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen, Dürren und ausgetrocknete Böden entziehen der Vegetation Feuchtigkeit und schaffen ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Mega-Feuern. Der IPCC stellt fest, dass der Klimawandel bereits die Feuerwettersaison verlängert hat und für zahlreiche Regionen eine weitere Zunahme des Feuerrisikos erwartet wird. Besonders gefährdet sind unter anderem der Mittelmeerraum, Australien, der Westen Nordamerikas, der Amazonas und boreale Wälder, aber auch Europa und Deutschland werden nicht verschont.
Berichte über Brandstifter und Brandstiftung füllen die Medien. Es gibt tatsächlich Brandstiftung aus Dummheit und Brandlegung aus Bosheit. Doch auch ein gelegtes Feuer braucht geeignete Bedingungen für Ausbreitung und Intensität. Der Klimawandel selbst ist kein Zünder, sondern ein massiver Risiko- und Brandverstärker. Doch die intensive Berichterstattung über die Brandstifter lenkt vom Grundproblem des Klimawandels und von der Verantwortung der Fossil-Industrie ab. Hier spielen auch Fake-News von konzernnahen fossilen Klimawandelleugnern eine zunehmende Rolle.
Über die Verantwortlichen für die zunehmend heftigeren Brände wird selten berichtet. Die fossile Industrie (Öl-, Gas, Kohle …) und ihre Lobbyisten in Politik und Medien tragen die zentrale Verantwortung für den konzern- und menschengemachten Klimawandel und damit auch für die Waldbrände. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Folgen der Erderhitzung waren in Teilen der Branche früh bekannt. Dennoch wurden Risiken aggressiv heruntergespielt, Zweifel an der Klimawissenschaft gefördert und politische Maßnahmen gegen steigende Emissionen behindert. Bis heute investiert die Branche weltweit in neue Öl-, Gas- und Kohleprojekte und in die Kampagnen der Klimawandelleugner und Energiewendegegner. Sie unterstützt rechtslibertäre Fossil-Lobbyisten in der Politik und sie lässt von Lobby-Bürgerinitiativen die Energiewende bekämpfen. Damit trägt sie wesentlich dazu bei, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien fortbesteht. Ihre Verantwortung betrifft daher nicht nur vergangene Emissionen, sondern auch heutige Geschäftsentscheidungen. Eine Begrenzung der Klimakrise erfordert den schnellen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Während Wälder brennen und Menschen an den Folgen des konzern- und menschengemachten Klimawandels sterben, macht die Fossil-Industrie unvorstellbare Übergewinne. Diese Summen müssen, auch zur Schadensregulierung, endlich abgeschöpft werden.
Max Frischs Parabel „Biedermann und die Brandstifter“ zeigt, wie ein wohlhabender Bürger Brandstifter in sein Haus aufnimmt, obwohl er deren Absichten erkennt. Aus Bequemlichkeit, Angst und Selbsttäuschung verdrängt Biedermann die Wahrheit – und ermöglicht so seine eigene Katastrophe. Wir haben die fossilen Brandstifter nicht nur ins Haus geholt, wir haben sie auch unendlich reich gemacht und verharren im Zustand der Apokalypse-Blindheit. Die Umweltbewegung muss endlich anfangen, die Brandstifter, Klimatäter und Klimawandel-Verantwortlichen laut und öffentlich zu benennen.
Die erste Station des „Goldenen Pfads“ (foto: zoom)
Der Goldenen Pfad ist eine esoterische Installation auf der Niedersfelder Hochheide und wird von der Winterberger Touristik als Landschaftstherapiepfad sehr stark beworben. Die aufwändig gestaltete Station 10 (Windharfe) ist seit Jahren kaputt.
Die losen Drähte der Windharfe sollen eigentlich (gestrafft) als Saiten dienen und mit Hilfe des Windes Töne erzeugen (foto: zoom)
Anfang diesen Jahres dokumentierte ich den Zustand hier im Blog. Außerdem hatte ich bei der Stadt Winterberg (Pressestelle) nachgefragt, die mich wiederum auf die Winterberg Touristik verwies. Bei der Tourist-Info gab ich daraufhin ebenfalls am Counter persönlich Bescheid.
Gestern: Blick auf den Rhein bei Götterswickerham. Hier werden viele fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Gas transportiert (foto: zoom)
Atomstrom auf dem Trockenen: Atomkraftwerke und auch fossile Kraftwerke benötigen Kühlung. Die kommt oft von Flüssen und Seen. Mit den klimawandelbedingt steigenden Temperaturen im Sommer steht diese Kühlung immer häufiger nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung. Auch Lieferprobleme bei der Kohle für Kohlekraftwerke entstehen durch niedrige Fluss-Pegelstände … klimareporter
Kapitulation ist kein Konzept: Auf die Phase der Verharmlosung folgt jetzt die nächste Stufe der Normalisierung der AfD. Die Forderung nach Dialog suggeriert politische Vernunft, ist aber ein Akt der Selbstaufgabe und bereitet den Rechtsextremen den Weg zur Macht … belltower
„After careful consideration“ – RWE raus aus erneuerbarer, rein in fossile Energie: Die Trump-Regierung wird dem deutschen Energiekonzern RWE 1,22 Milliarden US-Dollar zahlen, damit dieser seine Pläne zum Bau von Windparks vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana aufgibt … robertsblog
Pedro Sánchez, Anführer der freien Welt: Der spanische Premier knickt vor mächtigen Schulhofschlägern nicht ein. Kein Wunder, dass er viele Feinde hat … misik
Karussellbetrug (Satire): Und weil’s so schön war, noch eine Runde. Diesmal aber nicht mit Cum-Ex, sondern international … zynaesthesie
Ein (un)komplizierter Held: Christopher Nolan saniert die Antike … GeschichteDerGegenwart
Kernprobleme oder warum man nicht nur Symptome bekämpfen sollte: Es ist aktuell heiß in Deutschland und das bedeutet, dass Millionen Menschen in völlig überhitzten Dachgeschosswohnungen leiden. Das Internet ist voll mit Beschwerden von Menschen, die eine Klimaanlage möchten, bei denen aber der Vermieter blockiert … schmalenstroer
Strompreise, Kraftwerke, Klima: Unsere Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) ist aktuell in der Presse mit der Aussage, dass sich sinkende Strompreise leider ein paar Jahre verzögern … unkreativ
Nichts mehr zu retten: T. C. Boyles dystopische Storys „Das Ende ist nur ein Anfang“ … revierpassagen
Die Hitze- und Trockensommer 2003, 2018, 2022, 2023, 2024 und aktuell 2026 zeigen Folgen: Flüsse wie Rhein und Donau, Seen und Quellen führen deutlich weniger Wasser, viele Bäche wie z. Bsp. die Dreisam trocknen aus.
Gewässer erwärmen sich, Sauerstoffmangel und Fischsterben nehmen zu. Die Grundwasserstände sinken und die Trinkwasserversorgung gerät regional unter Druck. Landwirtschaft, Schifffahrt und Kraftwerke leiden unter Wassermangel. Atomkraftwerke werden abgestellt. Gleichzeitig steigen Waldbrandgefahr, Ernteausfälle und der Stress für Natur und Ökosysteme deutlich an. Der von Fossil-Lobbyisten geleugnete und von der Wissenschaft und der Umweltbewegung angekündigte menschengemachte Klimawandel ist (nicht erst) im Hitzesommer 2026 in Deutschland angekommen.
6.335 Gestorbene in der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026
Neues Maximum der Sterbefälle pro Tag am 28. Juni 2026
Sterbefallkalender NRW veranschaulicht den Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität
Düsseldorf (IT.NRW). In der zweiten Junihälfte des Jahres 2026 lagen in Nordrhein-Westfalen an 11 aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor, darunter 8 Tage mit der höchsten Warnstufe. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Daten mitteilt, erreichte die Zahl der Sterbefälle in der zweiten Woche dieser langanhaltenden Hitzephase den zweithöchsten Wert seit Januar 2000. In der betreffenden Kalenderwoche starben vom 22. Juni 2026 bis zum 28. Juni 2026 insgesamt 6.335 Menschen aus NRW.
Bisheriger Höchstwert der Sommermonate Juni bis August wird um gut 1.400 Sterbefälle überschritten
Die Zahl der Sterbefälle überschritt damit deutlich den bisherigen saisonalen Höchstwert für die Sommermonate seit Januar 2000. In den Monaten Juni bis August der Jahre 2000 bis 2025 lag die höchste wöchentliche Sterbefallzahl bei 4.883.
Doch nicht nur im Vergleich zu bisherigen Sommermonaten, in denen das Niveau der Sterbefälle typsicherweise niedriger liegt, war die Zahl der Todesfälle in der 26. Kalenderwoche dieses Jahres außergewöhnlich hoch. Selbst in den Wintermonaten während Grippe- und COVID-19-Wellen wurden derartig hohe Sterbefallzahlen historisch nur vereinzelt erreicht. Der wöchentliche Höchstwert in diesem Jahrhundert wurde in der 51. Kalenderwoche des Jahres 2022 mit 6.349 Gestorbenen gemessen. Der aktuelle Wert unterschreitet diesen lediglich um 14 Fälle. Eine ähnlich hohe wöchentliche Sterbefallzahl wurde zuletzt während der Grippewelle im Februar 2018 in der 10. Kalenderwoche mit 6.179 Gestorbenen registriert.
Angesichts zunehmender Hitzeperioden wächst der Handlungsdruck auf die Kommunen. Fachleute fordern mehr Grünflächen, weniger Versiegelungen sowie verbindliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Dafür müssen die Kommunen auch mit ausreichenden Finanzmitteln versehen werden und wir alle müssen uns der Hitze anpassen, betont die Landessenior*innenvertretung NRW (LSV NRW).
(Pressemitteilung LSV NRW)
Seit dem Jahr 2003 hat sich die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzetage verzehnfacht. Karl-Josef Büscher, der Vorsitzende der LSV: „Immer wieder hören wir dennoch den Satz ‚Früher war es auch heiß‘. Aber Temperaturen über 40 Grad, so oft und langanhaltend – das gab es in der Vergangenheit nicht.“ (siehe Grafik)
Wie gehen wir nun damit um? Sicher müssen die Menschen sich an die Hitze anpassen. Maßnahmen dazu sind bekannt, nicht zuletzt auch, weil viele Senior*innenvertretungen vor Ort dazu vorbildlich und präventiv informieren. „Machen Sie bitte so weiter!“, unterstützt der Vorstand der LSV NRW seine Mitglieder auf diesem guten Weg, die Menschen mit den notwendigen Maßnahmen wie etwa Hitzetelefone und vieles mehr zu erreichen. Wichtig ist und bleibt, so banal es klingen mag, ausreichend zu trinken und möglichst kühle Orte aufzusuchen. Konkrete Handlungshinweise und umfassende Informationen auch für Multiplikatoren, wie es die kommunalen Seniorenvertretungen sind, finden sich auf der Website des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz.
Die Ziegen weiden wieder am Krähenstein (foto: zoom)
Gestern Abend bin ich zu einer Mini-Radtour aufgebrochen. Bis zum Krähenstein waren es trotz Umwegs durch die Schlade 3,95 km.
Nachdem mich die Ziegen neugierig angeschaut hatten, biss mir eine von ihnen in die Hosentasche. Weder mein Portemonnaie noch der Objektivdeckel waren essbar und so ließen sie mich in Ruhe zum Kreuz hinauf und wieder hinunter klettern. Grass und Blätter rupfen war interessanter und leckerer.
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