Moin! Gegenteilbild…

So wie auf diesem Wandbild im HoPla-Tunnel Kassel wird mein Tag keinesfalls beginnen! (foto: zoom)

Heute bitte keinen Stress! Der Morgen ist herbstlich grau. Es nieselt. Ein perfekter Lesetag.

Zwei Bücher habe ich vor mir liegen: Lewis Carroll, Alice in Wonderland und Carlo Masala, Weltunordnung. Gegensatz oder Komplement?

Alice habe ich schon zu lesen begonnen, die Weltunordnung muss noch ein wenig warten.

Kein Stress ist leicht gesagt, denn ich befinde mich zur Zeit auf dem königlichen Croquetfeld. „Er da, ab mit dem Kopf!“

Bis bald, falls ich den Kopf aufbehalte.

Fridays for Future Kassel

Muss mal gesagt werden (foto: zoom)

Ich habe gestern in der „Umleitung“ keinen hohlen Spruch gemacht und war heute tatsächlich auf der Fridays for Future Demo in Kassel. Es waren nach meinem Eindruck weniger Teilnehmer*innen als im letzten Jahr, als noch komplette Schulklassen auf den Bahnhofsvorplatz geströmt waren, aber am Ende bewegte sich doch ein ansehnlicher Zug durch die Kasseler Innenstadt.

2000 Demonstrant*innen habe ich geschätzt, die Polizei spricht laut Hessenschau von 1500 Menschen.

Der Demonstrationszug in der Königstraße (foto: zoom)

Die gesamte Atmosphäre war friedlich, freundlich und eher ruhig. Einzig die beknackte Politsekte MLPD hielt sich nicht an die Vereinbarung, keine Parteifahnen und Banner zu zeigen.

Die Reden bei der Auftaktkundgebung waren sachlich und auf den Punkt. Eingeleitet übrigens von einer Person vom Queeren Forum/Zentrum (?) Kassel die an den Tod von Malte C. infolge eines körperlichen Angriffs auf dem Christopher-Street Day (CSD) in Münster erinnerte und auf die Bedrohung von queeren Menschen gerade in Krisenzeiten hinwies.

Queere Person links, Dolmetscherin rechts auf der Bühne. (foto: zoom)

Jetzt, wo ich diese dürren Zeilen tippe, hätte ich doch gerne den Wortlaut der Reden vor mir liegen. Ich kann schlecht fotografieren und gleichzeitig Statements verarbeiten.

Sehr positiv fand ich die Gebärdendolmetscherin auf der Bühne, die alle Reden simultan in Gebärdensprache übersetzte.

Behandle jede Krise wie eine Krise (foto: zoom)

Der Kern aller nachfolgenden Reden unterschied sich nicht von dem, was auch an vielen Stellen im Blog zu lesen ist: wir befinden uns in der Klimakrise/Klimakatastrophe. Die Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen seien schon Teil der Krise. Es bestehe die Gefahr, dass sehr bald so viele Kipppunkte gerissen werden, dass die Krise/Katastrophe unumkehrbar werde. Der einzige Weg heiße: raus aus der fossilen Wirtschaft/Gesellschaft.

Gleichzeitig werde unsere Gesellschaft von vielen weiteren ökonomischen bzw. politischen Krisen getroffen, sodass sich die Menschen entscheiden müssten, wo und wofür sie stehen.

Das Vertrauen in die politische Klasse ist gebrochen (foto: zoom)

Die Politik trage zur Zeit nichts zur Lösung der Klimakrise bei. Im Gegenteil. Der Bau von neuen LNG-Terminals und die geplante Aufnahme von Gas- und Kernenergie in die Taxonomie der nachhaltigen Energieformen durch die EU werde die Klimakatastrophe verschärfen.

Soweit erst einmal meine Gedanken nach der Heimfahrt ins Sauerland. Die Klimakrise wird uns auf jeden Fall noch lange begleiten.

Das Schlusswort bekommt diese Teilnehmerin der Fridays for Future Demo in Kassel vom 23. September 2022:

Du musst kein Klima-Heiliger sein – und ich denke das gilt auch für Heilige (foto: zoom)

Fridays For Future: Demo am kommenden Freitag

Nach Christiansborg werde ich es am 23. September nicht schaffen, aber Kassel ist in Reichweite. (foto: zoom)

Im letzten Jahr bin ich bei der Fridays for Future Demonstration in Kassel dabei gewesen, eine meiner wenigen öffentlichen Aktivitäten in der Pandemie, am 23. September 2022 werde ich ebenfalls demonstrieren.

Ich denke, dass es langsam aber sicher auch ins allgemeine Bewusstsein durchdringt, dass die Klimakrise eine gewaltige Bedrohung für das Überleben der Menscheit ist.

Theoretisch ist es ganz einfach: Klimaschädliche Gase wie CO2 und Methan nicht weiter in die Atmosphäre pusten. Fertig.

Dazu müssten wir endlich aus der fossilen Wirtschaft aussteigen. Hätten die vorhergehenden Regierungen die Enegiewende nicht aktiv hintertrieben (Danke Herr Altmaier, nicht), würden wir heute auch weniger vom russischen Erdgas (Danke Herr Schröder, nicht) abhängig.

Die Energiewende ist kein Pappenstiel und erfordert gewaltige Investitionen, die den Umbau der Wirtschaftsweise beschleunigen. Jeder Cent, der in die fossilfreie Energie geht, steuert zum Erhalt unserer Gesellschaft bei.

Die Kasseler Fridays for Future Demonstration geht auch dieses Jahr vom Hauptbahnhof los. (archivfoto: zoom)


Insofern unterstütze ich die Forderung von Fridays for Future:

  1. Die Verabschiedung eines 1,5°C-konformen CO2-Budgets: Verbindlich als Grundlage eines Reduktionspfades 
    1. Unabhängige Kontrolle: Einführung eines Mechanismus zur Prüfung aller Gesetze und Infrastrukturprojekte auf Kompatibilität mit dem CO2-Budget
  2. Die sofortige Beendigung neuer Erdgasinfrastrukturprojekte und Beschluss des Erdgasausstiegs bis spätestens 2035
  3. Einen sozialverträglichen Ausstieg aus allen fossilen Energien in Deutschland 
    1. Alle Dörfer Bleiben: Keine weiteren Flächen für Kohle abbaggern und verbindlicher Kohleausstieg bis spätestens 2030
    2. Ende aller Subventionen für fossile Energieträger
  4. Die Beseitigung aller (politischen) Ausbaubremsen für Sonnen- und Windenergie und die Versiebenfachung des Ausbaus 
  5. Das Einleiten einer radikalen, sozial gerechten Mobilitätswende
    1. Einen Einbaustopp für fossile Verbrennungsmotoren ab 2025
    2. Einen sofortigen Neu- und Ausbaustopp für Autobahnen und Bundesstraßen
  6. Das Übernehmen globaler Verantwortung: Deutschland verpflichtet sich, für seine historischen Verantwortungen einzustehen
    1. Festlegung von mindestens 14 Milliarden Euro jährlich für internationale Klimafinanzierung 
    2. Ausschluss der Ratifizierung klima- und umweltschädlicher sowie menschenrechtsgefährdender Handelsverträge (wie bspw. das Mercosur-Abkommen)

#LastSeen-Ausstellung in Kassel eröffnet: Ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus setzen

#LastSeen-Ausstellung auf dem Opernplatz in Kassel: Juli bis 14. September 2022; täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet (Foto: Arolsen Archives)

Auf dem Opernplatz in Kassel öffnete heute die Ausstellung #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen der Arolsen Archives und Partner. Die Wanderausstellung auf der Ladefläche eines historischen LKWs informiert über die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und zeigt, wozu Antisemitismus im Holocaust geführt hat.

(Pressemitteilung der Arolsen Archives)

Aus Anlass des antisemitistischen Eklats rund um die documenta fifteen hat der #LastSeen-LKW, der zurzeit durch Deutschland tourt, seine Route kurzfristig geändert, um in Kassel ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Die Ausstellung ist bis zum 14. September täglich von 10 bis 21 Uhr dort zu sehen.

Im Zentrum von #LastSeen stehen die Fotos von Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945. Die meisten der Männer, Frauen und Kinder auf den Bildern sind ein letztes Mal zu sehen – bevor die Nationalsozialisten sie in die Vernichtungslager brachten und ermordeten. Der #LastSeen-LKW stammt aus den 1950er Jahren, ähnliche Fahrzeuge wurden aber auch für den Transport von Verfolgten zu Sammellagern und Bahnhöfen genutzt.

Floriane Azoulay: „Antisemitismus geht uns alle an“

Bei der Eröffnung von #LastSeen warnte Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, vor der Kontinuität antisemitischer Verschwörungsmythen und appellierte: „Antisemitismus ist keine Befindlichkeit von Jüdinnen und Juden, sondern eine alltägliche Realität, eine zentrale Frage der Demokratie und geht uns alle an.“

Floriane Azoulay im Gespräch mit einer TV-Journalistin bei der Eröffnung der #LastSeen-Ausstellung in Kassel
(Foto: Arolsen Archives)

Antisemitische Vorfälle seien erschreckenderweise auf dem Vormarsch und stiegen seit Jahren überall auf der Welt an, so Azoulay weiter. Antisemitische Bildsprache und Kommunikationsformen, wie sie bei der documenta zu sehen gewesen seien, trügen dazu bei, antisemitische Positionen als normal anzuerkennen. Daran zeige sich: „Antisemitismus ist kein vergangenes Thema“. Sie forderte dazu auf, auch die Frage des strukturellen Antisemitismus und seiner Verharmlosung in kulturellen Institutionen in den Blick zu rücken und dieses Problem aktiv anzugehen.

Die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance, die sowohl die Bundesregierung als auch das Land Hessen zum Schutz jüdischen Lebens und dem Kampf gegen Antisemitismus übernommen haben, sei eine wichtige Grundlage zum Erkennen von Antisemitismus und solle dazu als Wegweiser dienen, erklärte Floriane Azoulay.

Claudia Roth: „#LastSeen führt die Folgen von Diskriminierung und Antisemitismus drastisch vor Augen“

Unterstützt wird die Ausstellung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die aus terminlichen Gründen nicht vor Ort sein konnte. In ihrem Grußwort bedankte sie sich bei den Arolsen Archives für die Intervention durch die Präsentation von #LastSeen während der documenta, da so in Kassel die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werde, zu welchen Bildern eine antisemitische Bildersprache führen könne. „Es ist eine Verantwortung für unser Land und für uns alle, dass Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung keinen Platz in Kunst, Kultur und unserer gesamten Gesellschaft bekommen.“

Mehr Bilder finden, entschlüsseln und verstehen

Die Ausstellung ist Teil einer Initiative der Arolsen Archives zusammen mit vier Partnern, bei der es um die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und ein tieferes Verständnis der Bilder geht. Bisher sind rund 550 Fotos von NS-Deportationen aus knapp 60 Orten bekannt. Ziel von #LastSeen ist es, diese Bilder virtuell zusammenzuführen, weitere Fotos zu finden und Hintergründe zu recherchieren, um den Verfolgten ihre Namen und Geschichten zurückzugeben. Der #LastSeen-LKW macht auf die Initiative aufmerksam und bittet Freiwillige, sich an der Suche vor Ort zu beteiligen. Erste Ergebnisse von #LastSeen werden Ende 2022 in einem digitalen Bildatlas veröffentlicht. Ergänzend dazu wird für Schülerinnen und Schüler ein interaktives Lernspiel angeboten.

#LastSeen auf dem Opernplatz:
26. Juli bis 14. September 2022
Täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet

Die Arolsen Archives sind das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. #LastSeen ist eine Initiative der Arolsen Archives & Partner:

  • Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
  • Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • USC Dornsife Center for Advanced Genocide Research, Los Angeles
  • Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht gefördert.

Streifzug durch Kassel

Stadtpanorama (foto: zoom)

Die wichtigsten Dinge, die ich in Kassel tue, tauchen auf meine Bildern nicht auf. Erstens nette Menschen treffen, zweitens im Freibad Wilhelmshöhe ein paar Bahnen schwimmen, drittens mit der Tram fahren, viertens die Murhardsche Bibliothek besuchen und fünftens im Café sitzen, konsumieren und kommunizieren.

Wenn sich sechstens Spaziergänge anschließen, mache ich einige Fotos, wobei die Documenta lediglich en passant auftaucht. Sie ist zur Zeit kein Ziel und drängt sich mir auch nicht auf.

Was haben die Wandalen mit dem Vandalismus zu tun? (foto: zoom)

Häufig bleibe ich vor Wänden stehen und überlege, ob irgendwann Zeiten kommen werden, in denen die Graffiti verschwunden sein wird. Alles sauber, nackte Fassaden, leere Mauern, niemand mehr da, der oder die sich ausdrücken will, wenigstens nicht durch Urban Art oder deren Vorstufe. BTW: wo ist die Grenze?

Documenta? Bauwagen? Toi toi! (foto: zoom)

Der Ritt auf dem Tiger ist vielleicht Teil der öffentlichen Documenta, aber mit Bestimmtheit weiß ich es nicht. Genügend Metaphorik ist jedenfalls auf dem Bauwagen vorhanden.

Ist das ein Gewaltaufruf? (No 1) (foto: zoom)

Macht Olaf Scholz den Eindruck, dass man ihn schubsen könne? Beim G20-Gipfel in Hamburg ging die Gewalt sprichwörtlich vom Staate aus. Bei Aussagen von Scholz zum CumEx-Skandal führten Versuche ihn zur Aussage zu schubsen zu Gedächtnisverlusten. Schubsen scheint mir ein frommer Wunsch und keine realistische Handlungsalternative (zu was eigentlich?) zu sein.

Absturz, Angriff oder Gewalt? (foto: zoom)

Rug Bombs ist nun aber wirklich ein Kunstprojekt an der Brüderkirche. „Tanks, fighter jets, bombed-out cities, people fleeing. The subjects in RUG BOMBS are a savage depiction of the world’s current situation.“

Hier kann man sich weiter informieren: https://www.rug-bombs.com/

Ist das ein Gewaltaufruf? (No 2) (foto: zoom)

Das Antifa-Mural scheint mir kein Teil der Documenta zu sein. Es ist auch von der gegenüberliegenden Seite der Fulda weithin sichtbar. Sehr plakativ, keine tiefere Bedeutung.

Wir finden dich! Polizeihubschrauber über der Fulda (foto: zoom)

Während ich das Antifa-Graffito auf der anderen Seite der Fulda betrachtete, kreiste sehr lange ein Polizeihubschrauber über uns. Um mich herum taten alle das Gleiche wie ich, nämlich den Hubschrauber fotografieren und filmen.

Noch in Echtzeit tauchte bei Kassel-Memes die Vermutung – natürlich als Meme – auf, dass der „Gott-kommt-Mann“ gesucht würde. Verblüffend schnell, noch bevor die Polizei schlussendlich abzog.

Wer in den letzten Monaten in Kassel am Königsplatz einkaufen war, ist ihm bestimmt schon begegnet, dem „Gott-kommt-Mann“. Unermüdlich geht er die Straße auf und ab und ruft dabei in regelmäßigen Abständen:

Beim letzten Mal habe ich ihn nicht mehr gehört oder gesehen.

Bei meinen letzten Besuchen habe ich ihn nicht mehr gehört oder gesehen. War ich zur falschen Zeit am falschen Ort? Vielleicht enthält das Meme ein Körnchen Wahrheit.

Wer weiß mehr?



Kleiner Dörnberg und Kassel: mein Tag in Bildern

Blick vom „Alpenpfad“ im Naturschutzgebiet Dörnberg. (alle Fotos: zoom)

Wieder einmal ein Durcheinander-Tag mit Streifzügen durch ein Naturschutzgebiet und eine Stadt. Kleiner Dörnberg und Kassel. Halbtrockenrasen und Asphalt.

Im Nordwesten von Kassel liegt der kleine Dörnberg mit einem geschützen Halbtrockenrasenbestand. An einem solchen Standort gibt es viele unterschiedliche Pflanzengesellschaften, mehr als auf den überdüngten Fettwiesen des Hochsauerlandes – und vor allen Dingen Orchideen.

Schon vom Wanderparkplatz aus konnte man die rosa-rötlichen Teppiche des „Männlichen Knabenkrauts“ (Orchidee) sehen, dazwischen die verblühende Wiesen-Schüsselblume (keine Orchidee).

Für den drei Kilometer langen Alpenpfad um den kleinen Dörnberg habe ich drei geschlagene Stunden benötigt. Am Ende hatte ich fast dreißig verschiedene Blütenpflanzen beobachtet, bestimmt und fotografiert.

Vom Parkplatz immer die Nr. 2 um das NSG herum gehen.

Leider blieb mir bei der ganzen Blüteneuphorie nicht mehr genügend Zeit, um auf den Großen Dörnberg und die Helfensteine zu klettern. Merkzettel: unbedingt nachholen!

Licht und Schatten: Österreichischer Lein?

Manche Angaben der Bestimmungsbücher und Apps konnte ich nicht immer 100% nachvollziehen, deshalb sind die Artnamen bei den Bildern mit Vorsicht zu genießen. Solltet ihr es besser wissen, immer her mit der Antwort.

Der rot-orangene Saum sieht sehr chic aus: die Dichter-Narzisse

Die Dichter-Narzisse ist eigentlich seit dem Altertum eine Zierpflanze, auf dem Dörnberg schient sie ausgewildert und eingebürgert zu sein, ein Neophyt.

Ich tippe auf den kleinen Wiesenknopf, auch Kleine Bibernelle oder Pimpinelle.

Als ich bei der Pimpinelle angekommen war, merkte ich doch, dass ich zuwenig zu essen und zu trinken dabei hatte. Der große Dörnberg rückte in immer weitere Ferne. Merken: ein Objektiv weniger, dafür ein Butterbrot mehr. Wasser nicht vergessen.

Der Smaragd-Fallkäfer

Zu den Blüten gesellten sich in der Mittagshitze die Insekten, aber der Smaragd-Fallkäfer wuselte eher zufällig auf dem Blütenstand des Löwenzahns herum. Wisst ihr, dass acht Blüten (eigentlich Blütenstände aus Zungenblüten) des Löwenzahns den Tagesbedarf an Nektar einer Hummel decken?

Am frühen Nachmittag wurde das Licht schon fahl und dunstig.

Am frühen Nachmittag war ich endgültig dehydriert und unterzuckert. Also ab in die Stadt nach Kassel. Wasser, Kaffee, ein belegtes Brötchen und die Energie kehrte für einen Stadtspaziergang zurück.

Das „Wappentier“ von Kassel

Unterhalb des Kasseler Klinikums befindet sich eine „Hall of Fame“ mit viel Graffiti.

Der heimliche Herrscher Kassels ist der Waschbär. Er hat inzwischen die ganze Stadt erobert und fühlt sich dort pudelwohl – das finden nicht alle Bewohner:innen gut. Die kleinen Raubtiere fressen alles, was ihnen zwischen die Tatzen kommt, selbst Wärmedämmungen von Häusern sind vor ihnen nicht sicher.

Graffiti in Nordholland

Wenn sich der Dörnberg für botanische Exkursionen eignet, so findet man in Kassel jede Menge Graffiti. Bei jedem Besuch sehe ich neue Motive und Bilder. Es macht Spass. Outdoor-Kunst für umsonst. Woanders gilt das als Schmiererei.

Schluss jetzt. Ich kann nicht mehr. An einer Garage wird mir der Abschiedsgruß geblasen. Ich komme wieder.

Sieht sehr jazzig aus: der Garagentrompeter




Guten Morgen! Sind Gartenzwerge nicht mehr en vogue?

Entenküken statt Gartenzwerge als Zeichen der neuen Urbanität? (foto: zoom)

Guten Morgen! Genießt den Tag und arbeitet fleißig. Wo ist der deutsche Gartenzwerg geblieben?

Statt der fröhlichen mit Schubkarren, Schaufeln, Eimern, Besen und Harken ausgestatten bunten Zipfelmützenfiguren, besiedeln immer mehr rostige Flachmetall-Figuren die deutschen Vorgärten. Schmutzigbraune Rehe, Vögel und haste nich‘ gesehen.

Das kleine farblose Entenküken-Trio ist ein Zwischenschritt der Evolution vom bunten Kerlchen zum korrodierenden Beet. Oxidierendes Metall als Symbol des Niedergangs der Postmoderne?

Entwarnung!

Ich erwarte quasi täglich die Rückkehr der putzigen Kerlchen ergänzt um praefeministische Gartenzwerginnen. In einer Zeit, in der uns die neue Heimatfühligkeit in die Synapsen gespült wurde, ist auch die Rückkehr des deutschen Gartenzwerges überfällig.

Bis dahin: Sind sie nicht süß, die kleinen Entenküken im Herbstlaub? Ein herzerwärmendes Vademecum gegen die soziale Kälte der Gegenwart und die Ungewissheiten der Zukunft.

Mist, da kommt der Laubbläser um die Ecke.

Vom glücklichen Bergschweinchen zu Volker Kriegel

Zum glücklichen Bergschweinchen: Vöner – der vegane Döner(foto: zoom)

Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich auf Holzpaletten sitzend vor einer umgebauten alten Tankstelle in Kassel mit Genuss einen veganen Döner essen werde, hätte ich verächtlich schnaufend in eine fetttriefende Teigtasche mit überwürzten Fleischschnipseln gebissen.

Was die Erziehung der Eltern durch die Kinder doch alles ausmachen kann. Von wegen, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Nun, ich will aus der Ernährung keine Religion machen, aber vegetarisch ist nicht schlecht und vegan geht auch ab und zu. Außerdem bleiben keine Fleischfasern zwischen den Zähnen hängen.

Vöner = veganer Döner mit fancy Getränk. (foto: zoom)

Wir sind autofrei zu unserem Imbiss an der Weserstraße gelangt. Die Beschilderung am Parkplatz gefiel mir trotzdem ausgesprochen gut.

Korrekt (foto: zoom)

Zum Nachtisch gab es beim Scheibenbeisser in der Fünffensterstraße die Doppel-LP Inside: Missing Link von und mit Volker Kriegel – wenig überraschend, da tags zuvor in einem Kommentar angekündigt: https://www.schiebener.net/wordpress/freestyle/

Mit Inside: Missing Link vor dem Scheibenbeisser. (Foto: Hannah)

Ein perfekter Tag.

Zwischendurch gebloggt: „Alle fürs Klima“ – Fridays for Future in Kassel.

Die Kasseler Fridays for Future Demonstration geht vom Hauptbahnhof los. (foto: zoom)

Bevor es hier im Blog nach kleinen Reparaturarbeiten an der Datenbank – ein paar neue Artikel sind leider auf Nimmerwiedersehen verschwunden – im gewohnten Trott weitergeht, ein paar Fotos vom Klimastreik in Kassel am 24. September.

Los ging es am alten Kasseler Bahnhof. Sehr viele junge Demonstrant*innen.

Vor dem Hauptbahnhof: Unser Held ist die Welt. (foto zoom)

Ein originelles Schild zur aktuellen Bundestagswahl: Lord Klimamord und die Heiligtümer der Kohle. Harry Potter Fans kennen ihn.

Lord Klimamord (foto: zoom)

Kinder, Schüler*innen und Student*innen waren unter den geschätzt 4000 Teilnehmer*innen in der Mehrzahl.

Students for Future – Kassel (foto: zoom)

Pausenbild: Kinder- und Jugendbauernhof

Kinder- und Jugendbauernhof in Kassel (foto: zoom)

Beim Abendspaziergang an der Fulda haben wir am  Zaun des Kinder- und Jugendbauernhofs angehalten.

Bunt und vielfältig. Eine Stadt-Oase. Ich habe unwillkürlich gespäht, ob ich nicht irgendwo zwischen Bauwagen, Stall und Insektenhotel Peter Lustig aus der Sendung Löwenzahn entdecke.

Nein, er war nicht da und auch nicht die Kinder, die tagsüber von den Eltern dort abgegeben werden. Nächstes Mal, früher am Tag. Bin gespannt auf den Betrieb.

Info: Elternfreie Zone (foto: zoom)