Blick von der Lahnbrücke auf das Grüner Wehr und die Marburger Innenstadt (foto: zoom)
Am Dienstag war der Himmel über Marburg noch grau. Zum x-ten Mal bin ich auf dem Hirsefeldstieg über der Lahn stehen geblieben und habe zum n-ten Mal ein Foto aus der immergleichen Perspektive geknipst – diesmal ohne Wolkenformationen.
K2 hatte uns geraten, wir sollten doch mal ins Café Die Pause gehen und nicht immer nur zu Vetter oder zum Café Roter Stern.
Das Café hatte am Dienstag leider geschlossen. (foto: zoom)
Dienstags geschlossen – also doch wieder Quiche und Kaffee bei Vetter. Gewohnheiten wollen gepflegt werden.
In der NS-Zeit wurden Hunderttausende Menschen in Konzentrationslagern eingekerkert, misshandelt, gequält und ermordet. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass in vielen Lagern die Häftlinge für ihr Überleben geheime Gruppen aufgebaut haben, um dem Terror der Wachmannschaften widerstehen zu können.
Im KZ Buchenwald entstand unter den Bedingungen der Haft ein internationales Lagerkomitee, in dem politische Häftlinge aus verschiedenen Ländern gemeinsam um ihr Überleben gekämpft haben.
Dr. Ulrich Schneider, Autor mehrerer Bücher zur NS-Verfolgung und dem KZ Buchenwald, konnte noch Überlebende befragen und wird über diese fast vergessene Form der Solidarität und des Lagerwiderstandes sprechen.
Vortrag: Donnerstag, 26. März 2026, 19 Uhr Bürgerzentrum Alte Synagoge Meschede Eintritt frei
Ein zweiter Band ergänzt die Sammlung kritischer Stellungnahmen zur neuen EKD-Denkschrift
Umdenkschrift II zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden. Weitere kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. – Zweite Sammlung. Herausgegeben von Peter Bürger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie (= edition pace Bd. 44). Hamburg: BoD 2026. (ISBN 978-3-6957-4733-7; Paperback; 152 Seiten; Ladenpreis 7,99 Euro) https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-ii-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695747337
Beiträge von: Ralf Becker, Günter Brakelmann, Peter Bürger, Nicolai Franz, Internationale Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Arno Lohmann, Burkhard Paetzold, Wilfried Preuß-Hardow, Klaus Straßburg – sowie ein Medienspiegel zum „EKD-Diskurs Krieg und Frieden“.
Leseprobe: Vorwort des Herausgebers
Wohl keine Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten zu so viel Widerspruch und Entsetzen geführt wie die EKD-Kundgebung „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ vom November 2025.
Die hier von der Solidarischen Kirche im Rheinland und dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie vorgelegte „Umdenkschrift II“ enthält Nachträge zu unserer im Januar 2026 erschienenen Dokumentation (https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html) mit kritischen Wortmeldungen aus der aktuellen EKD-Kontroverse um Krieg und Frieden. Abzubilden ist – bezogen auf Tonart und Inhalte – ein breites Spektrum des Widerspruchs. So wird der vorliegende Band eröffnet mit zwei Texten, die sich durch eine ausgesprochen freundliche Diktion auszeichnen, während er mit einem sehr streitbaren Debattenbeitrag des Herausgebers schließt. Aus der Mitte des Protestantismus – nicht etwa aus den linken oder gar ‚radikalpazifistischen‘ Kreisen – kommt ein Aufsatz, den Günter Brakelmann und Arno Lohmann unabhängig von der Denkschrift schon im August 2025 veröffentlicht haben (Umdenkschrift II, S. 13-23):
Musterbildung an der der Schnittstelle eines gefällten Baums (foto: zoom)
Homeschooling und die AfD: Mit der Forderung nach Homeschooling stellt die AfD nicht nur die Schulpflicht in Frage. Sie bedient einen internationalen Kulturkampf, in dem Bildung, Familie und Demokratie neu verhandelt werden … belltower
Selbstversorger AfD (enthält Satire): Das Familienmodell der Rechtsextremisten ist ja traditionell versorgerorientiert, denn für die Jünger des Bettnässers aus Braunau ist die Familie nun mal die Keimzelle des Staates … zynaesthesie
Warum ist die Neue Rechte von Carl Schmitt so fasziniert? Der bedeutendste politische „Klassiker“ für die Neue Rechte dürfte Carl Schmitt sein. Dessen Auffassungen waren bereits vor 1933 gegen eine liberale Demokratie und zugunsten einer identitären Diktatur orientiert. Von diesem Denken ist auch die Neue Rechte geprägt … endstationrechts
Totalitäre Tendenzen: Palantir-Ersatz aus der EU ist ein gefährlicher Wunsch … netzpolitik
Was haben Mythen mit Metapolitik zu tun? „Home-Stories“ in großen Zeitungen, Einzelinterviews im TV, YouTube-Gespräche vor riesigem Publikum: Zentrale Akteur:innen der rechtsextremen Szene sind mittlerweile im medialen Mainstream verankert. Ihre Begriffe sind fester Bestandteil der politischen Debatte. Diese Normalisierung ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Strategie, die im rechten Milieu seit langem offen als solche benannt wird: Metapolitik. Ihr wichtiges Werkzeug: Mythen … geschichtestattmythen
Die MemoryLanes-App: Jugendliche entdecken jüdische Geschichte neu … geschichtsunterricht
Eine Lese-Empfehlung zum neuen Buch von Bruno Kern
Umschlagbild
Bruno Kern (Jg. 1958), Theologe, Philosoph und freischaffender Autor mit öko-sozialistischem Hintergrund, kommt der allgegenwärtigen Kriegsertüchtigung mit seinem jüngsten Buchessay in die Quere.
(Eine Rezension von Peter Bürger)
1. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde unter dem Vorzeichen von „9/11“ (Terrordiskurse) der Zusammenhang zwischen der aggressiven Form des Wirtschaftens und der Kriegsapparatur selbst in weiten Teilen der Friedensbewegung ausgeblendet. Kern erinnert daran, dass vom Kapitalismus nicht schweigen darf, wer den Krieg anklagt (gegenwärtige Schauplätze u.a.: Militärdoktrinen und knappe Rohstoffbasis, vermeintliche Ankurbelung der Wirtschaft durch – parasitäre – Aufrüstung). Er plädiert jedoch gleichermaßen für eine Überwindung von kapitalistischer Produktionsweise und für eine Abrüstung des mit begrenzten Lebensgrundlagen unverträglichen Industrialismus .
Goethe schaut in den verschneiten Stadthallengarten (foto: zoom)
Der Sonntag neigt sich dem Ende zu. Ich sichte die Fotos des Kassel-Ausflugs. Für thematische Ausflüge reicht die Zeit heute nicht mehr. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
In meinem alten Faust I/II plus Urfaust schlage ich zufällig die Seite 92 auf. Die Zeilen passen noch nicht, aber wartet nur ein paar Wochen. Ich freue mich schon.
Faust: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zug sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur;
Quelle: Johann Wolfgang Goethe, Faust, Berlin und Weimar, 4. Auflage 1977
Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse als Sammlung erschienen
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat Anfang November 2025 der Öffentlichkeit eine Denkschrift über Krieg und Frieden präsentiert. Seitdem will die Kritik einfach nicht mehr verstummen. Die hier angezeigte Sammlung erschließt 35 Stellungnahmen und Originalbeiträge zum neuen militärnahen EKD-Kurs aus kirchlichen Initiativen, Publizistik, Friedensbewegung, Wissenschaft und christlicher Basis.
(Solidarische Kirche im Rheinland / Ökumenisches Institut für Friedenstheologie)
Die Journalistin und Schriftstellerin Bascha Mika schreibt in der Frankfurter Rundschau zum jüngsten Dokument der protestantischen Kirchenleitung: „… die gefährliche Anbiederung an die Macht scheint kein Tabu mehr. Deutlich zeigt sich das in der Haltung zu Atomwaffen. Hier eiert die Denkschrift atemberaubend herum, um irgendwie christlich und dennoch staatsloyal daherzukommen … Statt Bewahrung der Schöpfung die mögliche Vernichtung der Welt als christliche Risikooption? … Wo bleibt die Verantwortung der Kirche als Gegenkraft, die es angesichts der fortschreitenden Militarisierung der Gesellschaft bräuchte? Wo ist der christlich-ideelle Überschuss für eine gewaltfreie Welt? Stattdessen legt der Rat ein Grundsatzpapier mit realpolitischem Visionsverlust vor. Und ein protestantisches Manifest, das die Kirche weiter in den selbstverschuldeten Bedeutungsschwund treibt“ (FR, 12.11.2025).
Wenige Wochen vor Festivalbeginn ergänzt die lit.COLOGNE ihre 26. Edition um ein weiteres literarisches Highlight: Salman Rushdie – international gefeierter und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter Weltliterat – präsentiert sein jüngstes und von der Kritik hochgelobtes Werk Die elfte Stunde.
(Pressemitteilung lit.Cologne)
Am 20. März kommt er für einen von nur wenigen exklusiven Deutschlandterminen nach Köln. Es liest Ulrich Noethen. Tickets sind ab heute erhältlich. Für weitere, stark nachgefragte Lesungen wurden Zusatzveranstaltungen eingerichtet.
Spaziergang am späten Nachmittag im Hochsauerland (foto: zoom)
Ökonom über die USA unter Trump: „Das System ist gekippt“ … taz
AfD-Abgeordneter Halemba vor Gericht: Neonazi-Song, Drohkulisse, NS-Funde … Belltower
Ein ungeklärter Mord und der Kampf um Erinnerung: 30 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag in Lübeck … AmadeuAntonioStiftung
Hanau-Überlebender Ibrahim Akku? stirbt an Spätfolgen des Terroranschlags: Ibrahim Akku? ist mit 70 Jahren an den Folgen des rassistischen Anschlags von Hanau vor sechs Jahren gestorben. Er kämpfte gegen Einsamkeit und das Vergessenwerden und sagte: „Ich wünsche mir, dass Menschen einander nicht töten“ … RobertsBlog
Haskala: Die jüdische Aufklärung und ihre Bedeutung … JCOM
US-Einwanderungsbehörde: Mit Palantir und Paragon auf Migrantenjagd … Netzpolitik
Die Abonnementsfalle (Satire): Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten … zynaesthesie
Oral History als „deutsches Gedächtnis“: FernUni-Archiv als Forschungsdatenzentrum akkreditiert … Doppelwacholder
J.R.R. Tolkien – the Bovadium Fragments: Es gibt Bücher, die sollte es nicht geben und die neuste Veröffentlichung von J.R.R. Tolkien gehört dazu … Schmalenstroer
Digitale Souveränität in Zeiten unzuverlässiger Partner: Es wird Zeit, dass wir eines meiner wichtigsten Themen noch mal aufgreifen: Digitale Souveränität. Anlass dafür ist, dass die USA gerade mal eben ein Staatsoberhaupt entführt haben, unter Einsatz des Militärs, um Öl zu bekommen. Und neben Canada steht ja noch das zu Dänemark gehörende Grönland auf der „will haben“-Liste des US-Präsidenten … UnkreativerWeblog
Stichworte oder: Was man so mithört „Was kann ich gegen Sie tun?“ … revierpassagen
Sei von den Schülern Aarons. Ein Lesebuch über die Friedensliebe der Rabbiner. Herausgegeben von Peter Bürger. (edition pace ? Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 15). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-8192-2601-4; Paperback; 312 Seiten; 13,99 Euro). https://buchshop.bod.de/sei-von-den-schuelern-aarons-9783819226014
Umschlagbild
„Hillel lehrte: Sei ein Anhänger Aarons – der den Frieden liebt und ihn verfolgt, der Gottes Geschöpfe liebt und sie der Thora näher bringt.“ (Sprüche der Väter I, 12)
(Von: Redaktion Schalom-Bibliothek.org)
Frühe Quellen zur Friedensliebe der Rabbiner erschließt der erste Hauptteil dieses zu Jahresanfang 2026 in Kooperation mit dem Lebenshaus Schwäbische vorgelegten Lesebuches. Das Imperium Romanum zerstört im Jahr 70 nach Christus den Tempel zu Jerusalem. Die jüdischen Weisheitslehrer antworten auf diese Katastrophe nicht mit einer Angleichung an das aggressive Programm Roms. Sie folgen vielmehr jener Wegspur, in der die Zivilisation der Gewalt als sicherer Erweis von Gottlosigkeit gilt. Das rabbinische Judentum imponiert als eine biophile Religion des Friedens: Gehörst du zu jenen, die das Leben lieben und bessere Tage zu sehen wünschen? Achte darauf, wo die Boten der Freude wirken und leuchtende Augen anzutreffen sind. Suche den Frieden und jage ihm nach . . .
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