René Martens kommentiert beim MDR die Medienberichterstattung
Die einen sagen, die Nazis seien human gewesen, jedenfalls verglichen mit der Hamas. Die anderen suggerieren, unter den KZ-Häftlingen habe es auch Schuldige gegeben. Die Verharmlosung des Nationalsozialismus ist in den etablierten Medien angekommen.
Wie Josef Neckermann von der „Arisierung“ der jüdischen Textilmanufaktur Karl Joel profitierte
Das Ehepaar Joel befindet sich ausgerechnet an Bord des Passagierschiffs St. Louis, das auf dem Weg nach Kuba nach einer mehrwöchigen Irrfahrt nach Europa zurückkehren muss. (Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Bildnummer 88358, Wikimedia Commons, Public Domain.)
Anfang der 1930er Jahre zählte die Nürnberger Wäschemanufaktur Karl Joel zu den Großen der Branche. Im Zuge der systematischen Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben im Nationalsozialismus musste Karl Amson Joel, Großvater des bekannten US-Musikers Billy Joel, seinen Betrieb weit unter Wert verkaufen – an den Versandhändler Josef Neckermann. Das Schicksal der Joels zeigt, wie nichtjüdische Firmen von der Verfolgung und Enteignung jüdischer Familien profitierten.
Ein paar Zeilen zu Josef Neckermann: „Neckermann war zum 1. Oktober 1933 der Reiterstaffel der SA beigetreten, am 14. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.516.510).
Die Broschüre „Nazis hassen diese Tricks“ (3/2023) steht Engagierten gegen Rechtsextremismus mit Tipps und Informationen zur Seite.
Deckblatt der Broschüre, Stand März 2023
Auf der Website Demokratie leben! heißt es, dass das Engagement gegen Rechtsextremismus einen langen Atem erfordere. Dabei sei es nötig, viele Aspekte im Blick zu haben, sich zu vernetzen und das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Rechtsextreme zurückzudrängen und für die Gleichwertigkeit aller Menschen einzutreten.
Mit der Broschüre „Nazis hassen diese Tricks“ hat die DGB Jugend Niederbayern, unterstützt von der Partnerschaft für Demokratie Stadt Straubing, einen umfassenden Überblick zusammengestellt, was es beim Engagement gegen Rechtsextremismus zu beachten gilt. Die Broschüre wendet sich gleichermaßen an Neueinsteigende wie an erfahrene Aktivisten und Aktivistinnen.
In Bonn haben die Deutsche UNESCO-Kommission, das Jüdische Museum Frankfurt und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in der vergangenen Woche die Neuausgabe der Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland vorgestellt.
(Pressemitteilung bpb)
Das interaktive Bildungsmaterial verbindet Fotografien, Dokumente und Gemälde mit Informationen und Anhaltspunkten für weitere Recherchen zu jüdischer Gegenwart und Geschichte. Die Bilderkarten sind im Shop der bpb unter www.bpb.de/581107 erhältlich.
Die Neuausgabe wurde vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen über Vielfalt und Zugehörigkeit gestaltet. Sie umfasst insgesamt 44 Karten, darunter mehrere neue Themenkarten, und einen zusätzlichen Abschnitt zur aktuellen Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland.
Unter Angabe der ISBN überall im nahen Buchhandel bestellbar.
Mit dem soeben erschienenen Band „Von Hexen und ‚Kötten‘, Juden und ‚Spaghettifressern‘„ wird in der „edition leutekirche sauerland“ die Sammlung regionalgeschichtlicher Beiträge des Historikers Werner Neuhaus fortgeführt.
(Gastbeitrag: Redaktion der „edition leutekirche sauerland“)
Sechs Aufsätze beleuchten die Geschichte verschiedener Minderheiten in Sundern im kölnischen Sauerland. Dabei kommen völlig unterschiedliche Gesellschaftsgruppen in den Blick, deren gemeinsamer Nenner darin bestand, dass sie im Laufe von vier Jahrhunderten zu ihrer Zeit Außenseiter waren, die von der lokalen Mehrheitsgesellschaft und deren Eliten häufig durch Vorurteile benachteiligt und diskriminiert, manchmal auch bedroht und verfolgt wurden.
Ob vermeintliche Hexen oder Juden, jenische Ansiedler, sozialdemokratische Gewerkschafter, ostdeutsche Heimatvertriebene oder italienische „Gastarbeiter“: Auf Unwissenheit und Vorurteilen beruhende Ablehnung von Minderheiten bedrohten, verzögerten oder verhinderten die gesellschaftliche Integration diverser Randgruppen. Heute sind wir dazu aufgerufen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Radschutzstreifen auf der Fritze in Kassel. Rechts parkende Autos, links Autos und Tram. (foto: zoom)
Europa im Backofen: Die aktuelle Hitzewelle zeigt, wie unvorbereitet viele Länder sind. In Deutschland, wo ein neuer Temperaturrekord gemessen wurde, hakt es sowohl bei der Anpassung als auch bei der Beseitigung der Ursachen … klimareporter
KI und das Ende des Journalismus: Manche Medien und Journalist:innen nutzen KI, um Informationen aus dem Netz zu scrapen, maschinell daraus Beiträge zu verfassen und als eigene auszugeben. Damit schaufelt sich die Branche ihr eigenes Grab … EvaWolfangel
Künstliche Intelligenz in Zukunft: Vom Sprachverständnis zum Weltverständnis … endoplast
All Hail The KI! …tatsächlich wird es immer absurder. Dazu muss man sich nur anschauen, was gerade auf der größten IT-Messe der Welt abgegangen ist. Wurden früher Computerchips für die Computer der Menschen gebaut, scheint es jetzt Menschen zu geben, dass man besser Computer nur für Computer baut … unkreativ
Rechtsradikalismus und Narzissmus (Satire): Wenn der Faschismus heute wiederkäme, er würde sagen: ich komme gar nicht wieder, es gibt nur ein paar Leute, die wieder jemanden gefunden haben, dem sie die Schuld dafür geben können, dass es so aussieht … zynaesthesie
Nius-Kampagne: Wenn antifaschistische Recherche zum Angriffsziel wird … belltower
Wirtschaftsweg und Radroute zwischen Altenfeld und Bödefeld (foto: zoom)
Chronologie des Klimawandels: Der Geograf Rüdiger Glaser schildert in seinem Buch „Klimadämmerung“ die Veränderungen des Klimas in Deutschland von der Kleinen Eiszeit bis in die neue Warmzeit. Er beschreibt auch, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen wandeln – und wie sie darauf reagieren … klimareporter
Die Sterbebegleiter des WDR: Das von mehreren ARD-Sendern betriebene Radioprogramm Cosmo, das „den öffentlich-rechtlichen Auftrag auf einzigartige Weise erfüllt“ („Süddeutsche Zeitung“), wird es 2027 nicht mehr geben. Wie kann das sein? Heute kommentiert René Martens die Medienberichterstattung … altpapier
So funktioniert inszenierte Ausgrenzung: Die AfD-Fraktion lädt zum „Demokratiekongress“ in den Bundestag. Auf der Gästeliste stehen nicht nur Parteipolitiker von AfD und FPÖ, sondern auch bekannte Stimmen aus Wissenschaft und Publizistik wie Ulrike Guérot und Michael Meyen. Die Partei inszeniert sich als Sammelpunkt angeblich ausgegrenzter Positionen … belltower
Demokratische Selbstsorge? Als der Autor und Psychologe Jürgen Fuchs 1995 das Buch Zersetzung der Seele herausgab, beschäftigte er sich u.a. mit der Frage, wie autokratische Systeme die Persönlichkeit von Menschen zerstören wollen, indem sie sie dazu zwingen, sich permanent mit sich selbst zu beschäftigen … GeschichteDerGegenwart
Antisemitismus: Vor allem israelbezogener Antisemitismus laut RIAS auf Versammlungen angestiegen … nordstadtblogger
Klima-Migration (Satire): Die größte Errungenschaften der Zivilisation scheint der Sonnenstich als Kunstform zu sein. Es ist nicht anders zu erklären, dass sich Deppen aus dem reichen Norden zur Hautkrebsförderung auf heiße Sandflächen des Südens packen, bis Epithel und Frontallappen knusprig sind … zynaesthesie
Summerwinds 2026: Das Münsterland bläst … robertsblog
Windkraft versus Naturschutz? Landrat wiegelt ab – Naturschutzbeirat und Gerichte legen Finger in die Wunde … sbl
Bedrohung sichtbar – Solidarität brüchig: Antisemitische Vorfälle nehmen zu, jüdisches Leben wird unsichtbarer. Warum bleibt Unterstützung aus und welche Rolle spielen politische Debatten und blinde Flecken, auch im linken Spektrum? … belltower
Er wollte töten: Rechter Ex-Burschenschafter zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt … endstationrechts
Verfahren gegen Tech-Konzerne: EU-Kommission zögert, Abgeordnete verlieren Geduld … netzpolitik
Die Macht des Manifesten in Zeiten der Hyperpolitik: Jüngst erregte ein Post des Techunternehmens Palantir Aufsehen, das in Form eines Manifests für die „Technologische Republik“ abgefasst war … GeschichteDerGegenwart
„Alptraum für Deutschland“: Volker Lösch inszeniert in Bonn einen Politthriller unter Verwendung des „Freischütz“ …revierpassagen
Postkarten-Frühling im Kasseler Tannenwäldchen (foto: zoom)
Sonne und Wind brauchen nicht die Meerenge von Hormus: Wir erleben einen weiteren Krieg um Öl und Gas – doch Wirtschaftsministerin Reiche und Kanzler Merz wollen immer noch in die fossile Richtung gehen. Erschwingliche Energie und ein Ende der Energiekriege gibt es nur mit 100 Prozent Erneuerbaren … klimareporter
Wie der Genozidvorwurf gegen Juden entstanden ist: Verübt Israel in Gaza einen Genozid? Darüber streiten Expert*innen und Jurist*innen auf der ganzen Welt, während israelfeindliche Aktivist*innen und Meinungsmacher*innen sich längst sicher sind. Warum findet die Rede vom „Völkermörder Israel“ so bereitwillig Gehör? … belltower
Philosoph der Zersetzung“: Jürgen Habermas posthum im Visier der extremen Rechten … endstationrechts
Debattenkultur im Netz erodiert: Die Bereitschaft, sich an Debatten in Sozialen Medien und in Online-Kommentarbereichen zu beteiligen, sinkt. Ein zentraler Grund dafür ist die Diskursqualität, die zunehmend als negativ wahrgenommen wird, so das Ergebnis einer Studie der Medienanstalten … netzpolitik
Süßes Leben (Satire): „… und Steuern für sinnvoll halte, um kostspielige Folgeerkrankungen des Trinkens und Rauchens zu kompensieren. Auch sehe der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen Blatt eine Zuckersteuer als richtiges Instrument zur Regulierung im…“ … zynaesthesie
Grüne Botschaft, braune Bildsprache? Faschistoide Ästhetik als Stilmittel … geschichte_statt_mythen
Wenn Du eine Chance hast – nutze sie nicht! Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht lesen würde. Ich will es nicht glauben, selbst jetzt, da ich es lese: Nun hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Ergebnisse der Beratungen vorgestellt. Demnach plant die Bundesregierung angesichts der hohen Spritpreise eine Entlastung der Autofahrer … unkreativ
„Krimi um Timmy“: wie „Bild“ den Überlebenskampf des Ostsee-Wals ausschlachtet … revierpassagen
Verlegung der Stolpersteine am 12. März 2026 für Rosa und Paul Winterberger in der Sierichstraße 98, Hamburg. (Fotos: Sabine Brunotte)
Am 12.3. wurden die Stolpersteine für Rosa und Paul Winterberger vor dem Haus Sierichstraße 98 in Hamburg-Eppendorf verlegt. Rosa Winterberger, geb. Spangenthal, kam am 2. Oktober 1888 als Tochter von Aron Spangenthal und Jeanette, geb. Goldschmidt in Spangenberg zur Welt. Sie hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. Vermutlich machte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. 1912 heiratete sie Paul Winterberger (*11. Oktober 1881) aus Winterberg, 1913 wurde der gemeinsame Sohn Horst Albrecht in Winterberg geboren.
(Gastbeitrag von Sabine Brunotte, Hamburg)
Paul betrieb seit 1909 zusammen mit seinem Bruder Julius die Gesellschaft „S&M Winterberger Branntwein- und Liquörfabrik mit Dampfbetrieb – Getreide en gros“. Schon die vorige Generation war wirtschaftlich erfolgreich, so dass die Familie auch über Häuser und Grundbesitz verfügte.
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