Fundstück: Sprache

@ZDF Journalismus heißt sagen, was ist.

Bei Mastodon habe ich einen Beitrag gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Die Autor*in fordert das ZDF, aber damit implizit uns alle, dazu auf, sorgfältiger mit der politischen Sprache umzugehen.

Vielleicht fallen euch ja noch weitere Beispiele für hasenfüßigen Journalismus und feige Phrasen, nicht nur beim ZDF, ein.

Also:

Engagement gegen Diskriminierung statt „Wokeness“.

Grundrechtswidrige Deportationen statt „Remigration“.

Völkisch-extremistische Hetze statt „umstrittene Äußerungen“.

Grundrechtswidrige Parolen statt „Provokationen“.

Geschlechtergerechtigkeit statt „Genderwahn“.

Geschlechtergerechte Sprache statt „Gendern“ oder „Gendersprache“.

Aufklärung und Meinungsfreiheit statt „LGBTI-Propaganda“ oder „Transgender-Ideologie“.

Dann kommen endlich Sätze heraus, die sagen, was wirklich passiert:

„X erklärt das Engagement gegen Ungerechtigkeit für gefährlicher als Terrorismus.“

„Y sagt der vom Grundgesetz vorgeschriebenen Gleichbehandlung den Kampf an.“

„Z schafft die Meinungsfreiheit für Minderheiten ab.“

Rechte Kampfbegriffe und Framings lassen antidemokratische Haltungen gut klingen. Hört auf, sie nachzuplappern, außer um sie zu demaskieren. Sonst seid ihr nicht neutral, sondern ein aktiver Teil der rechtsextremen Diskursverschiebung, die gerade unsere Demokratie aushebelt.

PS: Nein, ein paar Anführungszeichen ersetzen nicht euren Job.

Quelle: https://eldritch.cafe/@der_zaunfink/117405861067503432

Künstliche (KI) oder menschliche Intelligenz (MI)?

Mit einem Ruck erzeugt, ganz ohne KI (Symbolbild: zoom)

„Da machst du dir keinen Begriff von“, hieß es früher oftmals in den Gesprächen von Eltern und Großeltern, als ich selbst noch ein kleiner Junge war. Begriffe machen wir Menschen uns von etwas, das neu ist und für das wir noch keinen Namen haben. So nannten unsere Vorfahren vor fast 150 Jahren die ersten motorisierten Kutschen „Automobil“. „Auto“ wurde vom griechischen Wort „autos“ = „selbst“ abgeleitet, während „mobil“ vom lateinischen „mobilis“ = „beweglich“ stammt.

(Ein Beitrag von Detlef Träbert)

Ein heutiger neuer Begriff ist die „Künstliche Intelligenz“, abgekürzt „KI“. Doch diese Bezeichnung ist sachlich genauso falsch wie „Automobil“. Während Autos ja nicht von selbst fahren, aber in ihrer Entstehungszeit so wirkten, weil weder Tier noch Mensch sie ziehen, ist die KI keine Intelligenz wie die menschliche.

Intelligenz ist ein Wesenszug von Lebewesen, sich kreativ mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. KI tut das zwar auch, aber nicht von alleine. Sie muss erstens programmiert werden und braucht zweitens Strom, also eine nicht natürliche Form von Energie. Ihre Leistung ist abhängig von den sie programmierenden Menschen. So kann sie sich durchaus selbstständig machen, wenn die Programmierung sie nicht perfekt kontrolliert, wie Berichte in der jüngsten Zeit mehrfach bestätigt haben. Aber sie braucht sehr viel Strom, der bislang noch endlich ist. Wird der Stecker gezogen, kommen die ausgelösten Prozesse zum Stillstand.

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Wo bleibt die Zuversicht?

Leben in diesen Zeiten – eine Anleitung in 90 Minuten

Lebensphilosophie Live: Referent Norbert Kremser vermittelte in Winterberg viele kluge Gedanken, Anstöße und Einsichten zum Thema „Zuversicht“. (foto: zoom)

Die Kulturgruppe KuKuK hatte am Donnerstag, 20. August, zu einem Vortrag zum Thema „Zuversicht! – Wie leben in Zeiten wie diesen?“ eingeladen.

Referent Norbert Kremser gab den mehr als 30 Zuhörer*innen philosophische, psychologische und auch theologische Hinweise, um das eigene Leben zuversichtlicher zu gestalten. Es ginge, so Norbert Kremser, an diesem Abend darum, einen anderen Blick auf das Leben zu bekommen und in die Lage versetzt zu werden, danach zu handeln.

Als Bildungsreferent und Krankenhausseelsorger verfügt der studierte Theologe über viele Zugänge zu lebenspraktischen und philosophischen Fragen.

Persönlich habe ich Norbert über die Winterberger Klima-Initiative kennengelernt. Ehrenamtlich engagiert er sich als Bürgerbusfahrer und ist auch im Ruhestand vor allem in der kirchlichen Bildungsarbeit (St. Bonifatius, Elkeringhausen) tätig. Ein wacher, warmherziger, aber auch analytischer Geist, der mich oft mit seinem Lesepensum überrascht.

Soweit die Vorrede.

Wir fürchten immer noch den Säbelzahntiger, evolutionär seien wir auf Negatives fixiert. „Machen Sie sich nicht zum Steinzeitmenschen!“, mahnt Norbert Kremser.

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Diversitätsbewusster Kita Alltag – Umgang mit Diversität, Diskriminierung und Rassismus in Kita, Schule und Gesellschaft

Kostenlose digitale Veranstaltung am Donnerstag, 25.06.2026, von 10 – 14 Uhr

(Pressemitteilung HSK)

Hochsauerlandkreis. „Wussten Sie, dass fast jedes zweite Kind in Deutschland mehrsprachig aufwächst und viele eine internationale Familiengeschichte mitbringen?“ Lena Welzel und Zainab Albayrak vom Kommunalen Integrationszentrum des Hochsauerlandkreises wissen, welche Chancen und Herausforderungen Vielfalt mit sich bringt. Und auch, dass es noch immer Diskriminierung und Rassismus gibt.

Wie wirkt sich all das auf das Aufwachsen der Kinder aus und welche Probleme können daraus resultieren? Diese und andere Fragen werden durch Frau Heike Kasch von der Integrationsagentur Diakonie Düsseldorf beantwortet.

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Read around the clock in Denmark

Lesen und Medienausleihe in Nykøbing und Rørvig: Jeg elsker de danske biblioteker.

Blick aus dem Sessel in den Lesesaal der öffentlichen Bücherei in Nykøbing/Sjælland (foto: zoom)

Seit vielen Jahren habe ich die Angewohnheit, mir am Urlaubsort in Dänemark einen Bibliotheksausweis zu besorgen. Damit kann ich Medien wie Bücher, Musik und Filme ausleihen.

Selbst ohne Ausweis könnte ich die großen regionalen und überregionalen dänischen Tageszeitungen in den bequemen roten Sesseln lesen. Meist bleibt es beim Studium der Überschriften von Politiken, Information oder Berlinske Tidene. Zu mehr reichen meine Sprachkenntnisse (noch) nicht.

Bücher kann ich mir aus dem Regal holen und selbstständig digital auschecken, wie das inzwischen auch in Deutschland bei größeren und modernen Bibliotheken möglich ist.

In Nykøbing/Sjælland sind die Öffnungszeiten fix, bspw. Mo, Di, Mi 9 – 17 Uhr, Do 9 – 18 Uhr, Fr 9 – 15 Uhr, Samstag 10 – 13 Uhr und Sonntag geschlossen.

Dieses Jahr habe ich herausgefunden, dass mein Ausweis auch für die Bibliothek in Rørvig gilt und dass diese Zweigstelle etwas Besonderes ist. Sie ist täglich von 6 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Personal kommt, soweit ich es gesehen habe, nur zum Einsortieren der abgegebenen Medien und zum Austausch der Tageszeitungen ein (?) Mal täglich vorbei.

Fantastische Öffnungszeiten, die ich fleißig ausgenutzt habe. (foto: zoom)

Als Leser*in mache ich den Rest. Die Tür zur Bibliothek öffne ich mit Karte und Geheimzahl. Der Rest läuft wie in Nykøbing: Ausleihe und Rückgabe erfolgen automatisch digital. Eine Quittung über die Vorgänge erhält man auf Papier oder per E-Mail.

Der Eingang zur 6 bis 24 Uhr-Bibliothek in Rørvig. Rechts neben der Tür sind der Ausweis-Scanner und die PIN-Code Eingabe.

Was habe ich als deutscher Urlauber benötigt? Meinen Personalausweis und eine gültige E-Mail Adresse. Nachdem die Bibliothekarin in Nykøbing meine Daten in ihren Computer eingegeben hatte, schob sie mir die Plastikkarte = Ausweis über den Tisch.

Das „Kinderzimmer“ der Bibliothek in Rørvig. (foto: zoom)

Kosten: für mich unglaubliche 0,00 Euro/Kronen.

Zum Testen und Lesen habe ich, wie gestern erwähnt, ein Kinderbuch ausgeliehen. Es geht voran.

Jeg elsker de danske biblioteker.

Alles hat einmal ein Ende

Leider auch die Tage in Dänemark

K2 titscht Steine beim Sonnenuntergang am Strand von Rørvig/Sjælland (foto: zoom)

Der Urlaub ist zu Ende. Schade eigentlich. Die Zeit war zu kurz, um meine rudimentären Dänisch-Kenntnisse weiter zu entwickeln.

Außerdem: Dansk er et meget svært sprog.

Kein Wort wird gesprochen, wie es geschrieben steht. Laute werden geschliffen. Buchstaben, Silben und ganze Lautgruppen fallen einfach weg. Gefühlt 70 Prozent des Dänischen bestehen aus verlorener Sprache, die nicht gesprochen wird. Tricky.

Immerhin sprechen weltweit 5 bis 6 Millionen Menschen Dänisch als Muttersprache. Andererseits beherrschen die meisten Däninnen und Dänen ein vorzügliches Englisch.

Aber was hilft’s. Zu Hause werden demnächst die Ärmel hochgekrempelt, der Bleistift gespitzt und das Lehrbuch Vi snakkes ved! unerbittlich weiter bearbeitet.

Ein methodischer Kniff hat mich hier in Dänemark ein wenig weiter gebracht: Kinderbücher aus der Bibliothek ausleihen. Dänisch buchstabieren und lesen.

Aus dem Buch: TOVE, EN LILLE DIGTER (foto: zoom)

Jetzt kenne ich immerhin die Biografien von Tove Ditlevsen, H.C Andersen und Astrid Lindgren in kindgerechter Sprache.

Über die dänischen Bibliotheken werde ich in einem anderen Beitrag erzählen, denn die Sonne ist schon lange untergegangen. Seeluft macht müde.

Måske drømmer jeg på dansk i nat?

„Mitten in die Presse rein“

Reporter*innen Slam im Sauerland-Museum

Die gebürtige Sauerländerin Journalistin Sandra Wahle moderiert den ersten Reporter Slam in Arnsberg (Pressefoto)

Am letzten Wochenende der Sonderausstellung „Mit Herz, Hand und Verstand. Demokratisches Leben im Sauerland“ veranstaltet das Sauerland-Museum Arnsberg den ersten Reporter*innen Slam im Sauerland.

(Pressemitteilung HSK)

Drei Journalistinnen und Journalisten aus der Region packen ihre spannendsten Recherchen und Geschichten aus und wetteifern um den Titel des „Slampions“ – der unterhaltsamsten Reporterin oder dem unterhaltsamsten Reporter in Arnsberg. Das Konzept ist äußerst simpel: Jede/r Slammer*in bekommt zehn Minuten Zeit auf der Bühne. Der Einsatz von Fotos, Videos und Musik ist dabei ausdrücklich erlaubt.

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Wegfall freiwilliger Teilnahme an Integrationskursen stellt vhs HSK vor erhebliche Herausforderungen

Wer Integration ernst meint, darf beim Spracherwerb nicht sparen

Blick in einen hellen Unterrichtsraum mit weißen Wänden, weißer Decke und hellen Tischen. Teilnehmer*innen sitzen im U mit zwei Sprossen. Links ist eine Fensterseite, rechts eine weiße Tafel. Vorne (im Bildhintergrund) stehen zwei Dozent*innen.
Blick in einen Kurs der vhs Hochsauerlandkreis: Durch den Wegfall der Zulassung zur freiwilligen Teilnahme durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) steht die vhs vor organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. (Foto: vhs HSK)

Die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, keine Zulassungen zur freiwilligen Teilnahme an Integrationskursen mehr zu erteilen, hat spürbare Auswirkungen auf die Volkshochschule Hochsauerlandkreis (vhs HSK).

(Pressemitteilung HSK)

In den derzeit laufenden Integrationskursen lernen rund 20 Prozent der Teilnehmenden auf Grundlage einer solchen Zulassung. Nach ersten Schätzungen könnten aber weitaus mehr Personen betroffen sein; bundesweit geht man von 40 Prozent aus.

Falle diese Zielgruppe künftig weg, stelle dies die vhs HSK vor erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Denn bereits heute sei es schwierig, Teilnehmende für neue Kurse zu gewinnen. Eine weitere Reduzierung der Zugangsmöglichkeiten gefährde die Stabilität des bestehenden Angebots. Weniger Planungssicherheit, zumal in unserer ländlichen Gegend könne dazu führen, dass Kurse später starten oder gar nicht erst zustande kommen. Und ein einmal zurückgefahrenes Angebot lasse sich kurzfristig nicht wieder aufbauen, fasst Hubertus Becker, Leiter der vhs HSK, die Situation zusammen.

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Demo „Wir sind das Stadtbild“ in Arnsberg-Neheim

Veranstaltungsplakat

Die rassistischen Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zum sogenannten „Stadtbild“ werden auch im Sauerland nicht kritiklos hingenommen. Am Wochende wird in seiner Heimatstaft Arnsberg im Ortsteil Neheim protestiert.

Der Kreisverband der Linken im Hochsauerlandkreis , die Arnsberger SPD, die Grünen und die Sauerländer Bürgerliste rufen für Samstag um 15 Uhr zur Demo auf dem Marktplatz in Neheim auf.

Die Demonstration findet unter dem Motto „Wir sind das Stadtbild!“statt. Sie richtet sich gegen die den diffusen und raunenden („Fragen Sie ihre Töchter“) Aussagen von Bundeskanzler Merz u.a. zu Menschen mit Migrationshintergrund, die angeblich „ein Problem im Stadtbild“ darstellen. Die Initiator*innen: „Wir wollen damit parteiübergreifend ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen und zeigen, dass diese Äußerungen nicht das Sauerland widerspiegeln.“ Das Sauerland stehe nicht für Rassismus und sei eine weltoffene Region.

An Tagen wie diesen…

…gehe ich gern auf dem Kahlen Asten spazieren

Kahle-Asten-Stimmung am 22. Oktober 2025 (fotos: zoom)

Trübes Herbstwetter muss kein Grund für Depressionen sein. Bei Nebel und Trübsal zieht es mich häufig auf den Kahlen Asten.

Wie ein Mantra schleicht sich jedesmal die erste Zeile eines Gedichts von Hermann Hesse in meine Synapsen. Es ist nicht zu verhindern. Seltsam im Nebel zu wandern!

Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

…

Hesse zu lesen war damals, lang ist es her, quasi Pflicht, Teil unserer Jugendkultur. Mindestens Siddhartha und den Steppenwolf. Das Glasperlenspiel habe ich ebenfalls geschafft. Wir haben Bücher gefressen. Ich war eher ein Dostojewsky-Fan. Schuld und Sühne, heute neu übersetzt mit Verbrechen und Strafe. Die Zeit der Ironie und Satire begann, als mir die zehnbändige Tucholsky-Augabe in die Hände fiel. Danke, liebe Stadtbücherei.

Hesse ist eine Randnotiz geworden.

Eigentlich wollte ich die Bäume zeigen. Der nächste erinnert mich an einen raffgierigen, verbrecherischen und großmäuligen US-amerikanischen Politiker. Seht ihr es auch?

Bei den unteren beiden habe ich noch keine deutlichen Assoziationen.

Seltsam im Nebel zu wandern!