„Wochen gegen Depression“ vom 30. Mai bis zum 10. Juni 2022. Das Bündnis gegen Depression Hochsauerlandkreis lädt zu zahlreichen Angeboten ein.

Dr. Karl Schneider, Landrat Hochsauerlandkreis (r.) und Christian Rademacher, Leiter Sozialpsychiatrischer Dienst Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis. Foto: Pressestelle HSK

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit gehören zu den häufigsten und folgenschwersten Erkrankungsarten der heutigen Gesellschaft. Jährlich sind ca. 18 Millionen erwachsene Menschen in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen.

(Pressemitteilung HSK)

Das Bündnis gegen Depression Hochsauerlandkreis hat vor diesem Hintergrund die „Wochen gegen Depression“ ins Leben gerufen, in welchen im ganzen Kreisgebiet Veranstaltungen rund um das Thema Depression und psychische Gesundheit stattfinden.

Depression kann jeden treffen.  Depression hat viele Gesichter. Depression ist behandelbar.

Diese drei Botschaften sind leitend für die „Wochen gegen Depression“ vom 30. Mai 2022 bis 10. Juni 2022. In diesem Zeitraum finden verschiedene Informationsveranstaltungen und Aktionen zum Thema Depression statt.

Im Kern der Aktionswochen steht ein kabarettistischer Vortrag von Dr. Manfred Lütz am 2. Juni 2022, welcher als Psychiater, Psychotherapeut und Theologe sein Programm „Neue Irre! Eine heitere Seelenkunde“ ab 18 Uhr in der Stadthalle Meschede präsentiert. Die Benefizveranstaltung wird von den Rotary und Lions sowie weiteren Serviceclubs aus der Region unterstützt. Der Erlös aus dem Kartenverkauf kommt dem Bündnis gegen Depression im Hochsauerlandkreis zu Gunsten. Die Karten sind zu einem Preis von 20€ an bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.

Darüber hinaus findet eine Vielzahl an kostenfreien Angeboten im Hochsauerlandkreis statt. So gibt es Informationsveranstaltungen, Kreativangebote, Mitmach-Aktionen, Cafés und Achtsamkeitstrainings.  

Ausführliches Programmheft als PDF:


„Wir sind überwältigt von der tollen Resonanz auf die Idee, rund um den Vortrag von Dr. Manfred Lütz eine Aktionswoche gegen Depression zu organisieren. Es haben sich so viele Institutionen zurückgemeldet, dass wir die Angebote über zwei Wochen verteilen. Ein herzliches Dankeschön an die Kontakt- und Beratungsstellen im Hochsauerlandkreis, die Sucht und Drogenberatung des Caritasverbandes Brilon, das LWL-Klinikum Marsberg, das Klinikum Hochsauerland, das Sozialwerk St. Georg, die Beratungsstelle für Eltern, Kindern und Jugendliche des Caritasverbandes Meschede, die GAB Hochsauerland und den Förderkreis Psychische Gesundheit für die Ausgestaltung toller Aktionen“, erklärt Christian Rademacher (Leiter Sozialpsychiatrischer Dienst, Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis).

Das Bündnis gegen Depression Hochsauerlandkreis lädt dazu ein, an den Angeboten teilzunehmen. Eine detaillierte Übersicht über das Programm finden Sie auf der Internetseite des Hochsauerlandkreises (www.hochsauerlandkreis.de) oder auf der Seite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/news-bgd/details/wochen-gegen-depression

Über das Bündnis:

Das Bündnis gegen Depression im Hochsauerlandkreis ist ein Netzwerk aus vielen lokalen Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen und steht unter der Schirmherrschaft des Landrates Dr. Karl Schneider.

Das Bündnis ist Mitglied im Deutschen Bündnis gegen Depression e.V. unter dem Dach der StiftungDeutsche Depressionshilfe und hat für das Jahr 2022 eine Förderung der Deutschen Bahn Stiftung und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erhalten. Über 80 Regionen und Städte engagieren sich deutschlandweit auf lokaler Ebene für die Aufklärung der Öffentlichkeit über Depressionen und eine Verbesserung der Versorgungsstruktur und Lebenssituation von Menschen mit Depression.

Kontakt für Rückfragen:

Christian Rademacher

Leiter Sozialpsychiatrischer Dienst
Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis

Telefon: 0291 94 1469

Christian.Rademacher(at)hochsauerlandkreis.de

 Übersicht:

  MO 30.5.22
14:00 – 17:00 Uhr
ohne Anmeldung
Kostenbeitrag für Verzehr  
  Genuss-Café mit Achtsamkeitsangebot
Kontakt- und Beratungsstelle (LWL-Wohnverbund Marsberg)Ambulantes Zentrum Haus Kleffner
Hauptstraße 64, 34431 Marsberg  
  DI 31.5.22
ab 15:30 Uhr
ohne Anmeldung
kostenfrei  
 Informationsveranstaltung für Jugendliche ab Klasse 9:

Ist das noch normal? Depression bei Jugendlichen verstehen
Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes Meschede e.V.Aula des Gymnasiums der Benediktiner
Klosterberg 7, 59872 Meschede  
  DI 31.5.22
ab 18:30 Uhr 
mit Anmeldung
kostenfrei  
  Vortrag „Depression – eine heilbare Volkskrankheit“  Veranstalter: Klinikum Hochsauerland Kreishaus Meschede (Raum F1)
Steinstraße 27, 59872 Meschede  
  DI 31.5.22
ab 19:00 Uhr 
ohne Anmeldung
kostenfrei  
  Vortrag „Depression – eine heilbare Volkskrankheit“  Veranstalter: LWL-Klinikum Marsberg, Ärztliche Direktion LWL-Klinikum Marsberg, Festsaal (Haus 07)
Weist 45, 34431 Marsberg  
  MI 1.6.2214:00 – 16:00 Uhr
mit Anmeldung
kostenfrei  
  „Mut machen“: offene Sprechstunde mit Kreativangebot
Sozialwerk St. GeorgPluspunkt St. Georg Meschede
Zeughausstraße 10, 59872 Meschede  
  MI 1.6.22
17:00 – 18:30 Uhr
ohne Anmeldung
kostenfrei  
  Informationsveranstaltung:
Sucht und Depression – Eine Krankheit kommt selten alleine

Sucht- und Drogenberatung des Caritasverbandes Brilon e.V.Kreishaus Meschede (Raum F1)
Steinstraße 27, 59872 Meschede  
  DO 2.6.22ab
18:00 Uhr
20€ Eintritt  
  Kabarettistischer Vortrag mit Dr. Manfred Lütz: Neue Irre! Eine heitere Seelenkunde.
Benefizveranstaltung der Rotary und Lions sowie weiterer Serviceclubs aus der Region
Tickets an Vorverkaufsstellen und der Abendkasse erhältlichStadthalle Meschede
Winziger Platz 10a, 59872 Meschede  
  FR 3.6.2211:00 – 13:00 Uhr
mit  Anmeldung
kostenfrei  
  Einführungskurs Soziales Kompetenztraining
Sozialpsychiatrischer Dienst, Gesundheitsamt HochsauerlandkreisKreishaus Meschede (Raum F2/F3)
Steinstraße 27, 59872 Meschede  
  DI 7.6.22
15:00 – 17:00 Uhr
ohne Anmeldung
kostenfrei  
  Informationsveranstaltung und Café
Sozialwerk St. GeorgHaus Schmallenberg
Breite Wiese 22, 57382 Schmallenberg

Umleitung: vom „Harburger Blutmontag“ zur Fällung von Naturdenkmalen

Die Bilder verändern sich. Stück für Stück weniger Wald. Hier auf der Silbacher Seite des Hillekopfs. (foto: zoom)

Neues zum „Harburger Blutmontag“ 1920: Im Heimfelder Kiez gescheitert … harbuch

»Wild, Wald und Pferde«: Das »Ostpreußische Landesmuseum« in Lüneburg gibt sich geläutert, die revanchistischen Wurzeln seien gekappt. Doch das Museum ist weiter fest in der Hand der »Vertriebenen« – und in einem Förderverein haben Rechte das Sagen … derrechterand

Etablierte Medien als Feindbild: Der Verfassungsschutzbericht für 2021 aus Berlin widmet sich erstmals ausführlich dem Umstand, dass etablierte Medien für Delegitimierer und Feinde des demokratischen Systems immer mehr zur Angriffsfläche werden. Dies geschieht inzwischen auch durch körperliche Gewalt etwa auf Demonstrationen und durch das Schüren von Hass und Misstrauen mit dem Begriff „Lügenpresse“. … endstationrechts

NRW-SPD: Wie konnte das nur passieren? Nur mickrige 26,7 Prozent erreichte die NRW-SPD am Sonntag. Es war das schlechteste Ergebnis, das sie jemals bei einer NRW-Wahl erzielte. Wie um alles in der Welt konnte das nur passieren? Die Partei hatte doch die besten Voraussetzungen, die jüngste Landtagswahl zu gewinnen … postvonhorn

Die sozialen Medien sind real: Filmreife Tötungsfantasie … gedankensplitter

Jahrzehntelanger Einsatz gegen soziale Ungleichheit: Der Nachlass von Fasia Jansen liegt jetzt im Archiv des Fritz-Hüser-Instituts in Dortmund … nordstadtblogger

Höhepunkt zur Halbzeit: Angela Winkler und Joachim Meyerhoff begeistern das Publikum der Ruhrfestspiele … revierpassagen

Städtebündnis: „NRW muss dieses Jahr die Altschuldenfrage lösen“ … doppelwacholder

Fällung von Naturdenkmalen nur noch nach Gutachten: Wir hatten hier schon mehrfach darüber berichtet, dass eine etwa 200 Jahre alte prächtige Eiche, die auf der Liste der Naturdenkmale stand, im März 2022 gefällt wurde … sbl

Radfahrer:innen absteigen… fotografieren und ein wenig plaudern.

Der Storch im Schilf oder doch ein Reiher? (foto: zoom)

Ich lege mich erst einmal auf Storch fest. In den ganzen pandemischen Jahren hatte ich es nicht geschafft, am Stausee in Olsberg vorbeizuschauen um dieses Wandgraffito zu fotografieren.

Jetzt ist es erledigt. Das Bild ist ganz hübsch und hat auch noch eine andere Seite. Die ist dann weiter unten zu finden.

Die Pandemie hat vielleicht mehr verändert als vielen von uns bewusst ist. Immer weniger höre ich den Slogan „Wir wollen unser altes Leben zurück!“, vielleicht weil uns dämmert, dass wir es, ob im Guten oder Bösen, nicht mehr wiederbekommen werden.

Zum Guten zähle ich die neue Aufmerksamkeit für die kleinen und großen Dinge des Lebens. Ich habe das Hochsauerland regelrecht abgescannt und aufgesaugt. Die Langeweile war gar nicht so eintönig wie befürchtet. Ein bisschen a la Pippi Langstrumpf als Sachensucher:in durch die Welt ziehen, wobei man den Begriff Sachen nicht so eng sehen sollte. Klar dürfen es auch Steine oder Kastanien sein, aber ich meine eher Orte, Wege, Menschen und schon habe ich Pippi Langstrumpf hinter mir gelassen.

Was gab es ohne Ansteckungsgefahr zu entdecken? Vogelstimmen, Blütenpflanzen, neue Rezepte, Bücher, Berge, Spazier- und Radwege, Mathematik und Statistik, Parks und noch mehr Parks, Graffiti und Architektur, Städte und nicht zuletzt die Menschen, mit denen man sich trifft – draußen, beim Spazieren gehen, an der frischen Luft – und die Gedanken werden frei.

Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es ein Leben ohne Restaurant- und Kneipenbesuche geben könnte.

Vieles ist möglich und manches muss auch nicht.

Das Böse lünckert um die Ecke oder ist schon da. Klimakatastrophe, Krieg und Viren. Alte und neue Armut. Dummheit, Gier und Empathielosigkeit. Rassismus und Klassismus.

Es wird nicht einfacher für unsere Kinder. Wir haben es nicht geschafft.

Wird ihn der Storch erwischen?

Vielleicht können wir noch ein wenig helfen? Auf die alten Tage wieder politisch aktiver werden? Zwei FFF-Demos stehen inzwischen auf der Haben-Seite. Reicht das am Ende des Tages? Was tun?

Umleitung: Zivilgesellschaft, Putin, Impfnebenwirkungen, Corona-Pandemie, Kita-Neubauten und Ölbohrungen im Wattenmeer

Der Tag soll sonnig werden. (foto: zoom)

„Rechte Aktivitäten“ in der organisierten Zivilgesellschaft: Der Kasseler Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder hat mit seinen Mitarbeitern eine Studie über die Reaktionen auf „rechte Aktivitäten“ in der organisierten Zivilgesellschaft erstellt. Sie macht auf bestehende Sensibilitäten aufmerksam, problematisiert aber auch mitunter fehlende interne Entschlossenheit zu Konsequenzen … endstationrechts

Putin verstehen – die Serie: So ganz geplant war das nicht: Mittlerweile wurde meine Serie „Putin verstehen“ zu einer zehnteiligen Blog-Reihe auf der Homepage des „Falter“ … misik

Belegt die Charité-Studie wirklich 40-mal so viele Impfnebenwirkungen? Ein Stiftungsprofessor für Anthroposophische Medizin berichtet neue Daten – und Journalisten verbreiten seine Ergebnisse kritiklos. Was ist dran an der Sache? … scilogs

Gesellschaftsgeschichte der Coronapandemie am 10. Mai im „Historischen Salon“ der FernUni Hagen: Wir sind noch mitten in der Pandemie und der Historiker Prof. Malte Thießen wirft bereits einen Blick auf ihre Geschichte. Ein Widerspruch? … doppelwacholder

Unnötig teure Finanzierung von Kita-Neubauten? Schon mehrfach hatten wir über das Problem berichtet, das dadurch entsteht, dass in den letzten Jahren freie Träger von Kindergärten bei Neubauten auf die Zuschüsse des Landes verzichten. Das Land fördert neue Kita-Plätze mit 33.000 Euro Zuschuss je Platz … sbl

Zu guter Letzt: Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein bekennt sich zu neuen Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer … DUH

Nur zwei Prozent aller Wohnungen barrierefrei

Sozialheld*innen und WOHN:SINN e.v. fordern Ausbau und Förderung von inklusiven Wohnmöglichkeiten

Sozialheld*in Adina_Hermann: „Die Wohnungssuche ist schon ein totales Desaster, wenn es um einen stufenlosen Zugang geht…“ ( Bild & (c)_Andi_Weiland)

[Berlin/ München – 04.05.2022] – Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai fordern die Sozialheld*innen und der WOHN:SINN e.V. die Bundesregierung auf, den Ausbau von bezahlbarem, barrierefreien Wohnraum drastisch zu beschleunigen. Nur so könne sie Menschen mit Behinderungen ermöglichen, ihr Recht auf selbstbestimmtes Wohnen zu verwirklichen. Eine kürzlich veröffentlichte Recherche des Vereins Ability Watch zu Gewaltfällen in stationären Wohneinrichtungen macht deutlich, wie dringend inklusive Wohnformen gebraucht werden.

(Pressemitteilung der Sozialheld*innen)

Frei wählen zu können, wo, wie und mit wem man zusammenleben möchte – für viele Menschen mit Behinderungen ist das nach wie vor nicht möglich. Ein gravierender Faktor: der massive Mangel an geeignetem Wohnraum. Nur etwa zwei Prozent der Wohnungen und Einfamilienhäuser in Deutschland sind barrierefrei zugänglich, wie das Mikrozensus-Zusatzprogramm „Wohnen“ des Statistischen Bundesamtes ergab. „Die Wohnungssuche ist schon ein totales Desaster, wenn es um einen stufenlosen Zugang geht. Kommen weitere Barrieren und ein komplexer Unterstützungsbedarf dazu, ist sie quasi aussichtslos“, sagt Adina Hermann, Vorständin bei den Sozialheld*innen.

„Für viele Betroffene ist die einzige Alternative zur erfolglosen Wohnungssuche dann das Wohnheim. Das hat mit selbstbestimmtem Wohnen nichts mehr zu tun.“ 

Wie dringend alternative Wohnformen zum Heim gebraucht werden, weiß Tobias Polsfuß, Geschäftsführer des WOHN:SINN – Bündnis für inklusives Wohnen e.V.. Seit 2020 berät er mit seinem Verein Anbieter der Behindertenhilfe und private Projektgruppen bei der Gründung inklusiver Wohnprojekte. „Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum ist enorm und er wächst stetig mit der alternden Bevölkerung“, sagt Tobias Polsfuß. Am Willen oder an Konzepten, barrierefreie und inklusive Wohnorte zu schaffen, scheitere es nicht. „Ich kenne viele Projekte, die zeigen, dass Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft leben können, auch wenn sie Tag und Nacht Assistenz und Pflege benötigen.“ Für eine flächendeckende Verbreitung solcher Konzepte fehle es aber an finanziellen Förderungen sowie niedrigschwelligen Informations- und Beratungsangeboten.

„Wohnungsunternehmen erklären uns immer wieder, dass sie sich beim barrierefreien und inklusiven Bauen alleingelassen fühlen. Bund und Länder müssen deshalb Kompetenzzentren für inklusives Wohnen schaffen und ihre Förderungen neu ausrichten, sodass sie nicht länger Wohnheime, sondern inklusive Projekte begünstigen.“

Außerdem erwarte er, dass die Ampel-Koalition die im Koalitionsvertrag geplante neue Wohngemeinnützigkeit konsequent an Barrierefreiheit und die Kooperation mit sozialen Diensten knüpft.

Auch das Deutsche Institut für Menschenrechte hat die Bundesregierung bereits aufgefordert, den eklatanten Mangel an barrierefreiem Wohnraum zu beheben und ambulante Wohnformen zu fördern. Stationäre Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen seien davon geprägt, zu unterschiedlichen Formen von Gewalt zu führen. Wie gravierend das Problem ist, zeigt das kürzlich veröffentlichte Rechercheprojekt #AbleismusTötet von AbilityWatch e.V.

Dabei wurde erstmalig in Deutschland das große Ausmaß von niedrigschwelliger bis hin zu schwerer psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt in vollstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung aufgezeigt.

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Weitere Informationen

Inklusives Wohnen erklärt: https://www.wohnsinn.org/inklusives-wohnen-erklaert/fuer-politik-und-wissenschaft

Hafencity Hamburg: Wer hat, der gibt…

Touristenblick mit Elbphilharmonie (foto: zoom)

Die offiziele DGB-Maikundgebung hatte ich am Morgen geschwänzt und stattdessen die Freibadsaison im Holthusenbad eröffnet.

Als wir später im Touri-Modus durch die Hafencity, diesem teuren Wohn- und Lebenstraum in Beton, schlenderten, hat mich doch noch eine der heute zahlreichen Demos zum 1. Mai erwischt.

Demonstrationswagen kurz vor dem Start des Demonstrationszugs. (foto: zoom)

„Tausende Menschen sind am heutigen Sonntag den Aufrufen linker und linksextremer Gruppen zu drei größeren Demonstrationen in Hamburg gefolgt“, beschreibt der NDR.

Am frühen Nachmittag zogen rund 2000 Menschen unter dem Motto „Wer hat, der gibt“ von der Elbphilharmonie zur Warburg Bank an der Binnenalster. Die Demonstrant:innen forderten soziale Gerechtigkeit auch in Krisenzeiten.

Das Thema „Wohnen“ spiele eine große Rolle. (foto: zoom)

Nicht erst seit Corona und dem Krieg in der Ukraine würden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Viele Menschen litten unter den steigenden Lebenshaltungskosten und hohen Mieten. Wohnraum in der Stadt wäre für normale Bürger:innen fast unbezahlbar. Quadratmetermieten von 15/16 Euro seien nicht selten.

Ironische Aktion: In der Hafencity konnte man heute nicht nur teuren Wohnraum, sondern gleich auch den Protest dagegen mieten. (foto: zoom)

Die Vermögenden des Landes sollten für die Kosten der Krisen bezahlen. In Sprechchören wurde „Wer hat, der gibt. Wer nicht gibt, wird enteignet“ skandiert.

Die Kulisse einiger Gebäude der Hafencity (foto: zoom)

Wohnen sei ein Grundbedürfnis und keine Ware, meinten die Aktivisten und Aktivistinnen.

Ob das die „starken Polizeikräfte“ sind? (foto: zoom)

Der Demonstrationszug wurde von „starken Polizeikräften begleitet“, hieß es in den Medien. Zwischenfälle gab es nicht.

„Alt werden in Winterberg ist nichts für Feiglinge“ (Heinrich Lübke)

Heute lag das siebte Mitteilungsblatt 2022 der Stadt Winterberg im Briefkasten. Ich lese das Heftchen meistens noch am selben Tag, sogar die Bleiwüsten der Rats- und Ausschussprotokolle.

Unter der Rubrik „Informationen aus Rathaus und Stadt“ ist mir zuerst ein Beitrag des Seniorenbeirats der Stadt Winterberg aufgefallen.

Meine Augen haben sich an einem fett gedruckten Zitat auf Seite 5 festgesogen:

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ (Arthur Schopenhauer)


Das, liebe Winterberger*innen, ist ein sogenanntes Kuckuckszitat. Hierbei handelt es sich um (angebliche) Zitate, die irgendwelchen berühmte Menschen untergeschoben werden.

Annette-von-Droste-Hülshoff, Albert Einstein, Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Heinrich Heine könnten ein Lied davon singen, wenn sie sich nicht ständig im Grabe herumdrehen müssten.

Arthur Schopenhauer hat das nie gesagt. Zum ersten Mal ist es in diesem Wortlaut in „Leipziger populäre Zeitschrift für Homöopathie[sic!]“, Hrsg. von W. Schwabe,  Bände 69-70, Leipzig: 1938, S. 188 (Link) (Ohne Zuschreibung an Arthur Schopenhauer) erschienen.

Auf der Website Zitatforschung von Gerald Krieghofer kann man nachlesen:

„Die Wendung, „X ist nicht alles, aber ohne X ist alles nichts“, taucht so ähnlich im 19. Jahrhundert auf und wird bis heute mit verschiedenen Begriffen variiert: X steht manchmal für Wirtschaft,  manchmal für Freiheit oder Sicherheit, Frieden, Stabilität oder Profit und seit 1938 auch manchmal für Gesundheit.“

Quelle: https://falschzitate.blogspot.com/2018/07/gesundheit-ist-nicht-alles-aber-ohne.html

Überhaupt hat die Stadt Winterberg ein Faible für falsche Zitate. Jedesmal, wenn ich ins Schwimmbad gehe, starren mich angebliche Weisheiten von Goethe, Ford und irgendwelchen „Indianerstämmen“ an, die nicht nach Chlor, sondern nach Kuckuck riechen. Macht euch den Spaß und blättert das Internet nach dem Ursprung dieser Zitate durch.

„Traue keinem Zitat, das du nicht selbst gefälscht hast.“ (Karl-Theodor zu Guttenberg)

Davon abgesehen macht mich das Programm der Gesundheitstage für ältere Menschen vom 25. April bis 6. Mai 2022 , welches mit dem falschen Schopenhauer beworben wird, depressiv.

Die Veranstaltungstitel sind zusammengefasst der letzte Weg zur Bahre.

  • Hospital stellt Leistungsspektrum für ältere Menschen vor
  • Hausnotruf und Erste-Hilfe im Alltag
  • Demenzerkrankung – Hilfe für Erkrankte und Angehörige
  • Fragen rund um die Pflege
  • Ernährung im Alter
  • Die „richtige“ Einnahme von Medikamenten
  • Hospizinitiative möchte Kranken und Sterbenden helfen …

Mir fehlt da was!

  • Sport und Spaß
  • Reisen
  • Kultur
  • Graue Panter gegen Rentenklau
  • überhaupt: Hobbies, Gesellschaft, Party
  • fällt euch noch was ein?

Immer lustig und vergnügt …

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fGsGOFGBlgE
… bis der Arsch im Sarge liegt

Henne in Flammen: Erstmals als inklusive Veranstaltung – Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 6. Mai

Die Planungen laufen auf Hochtouren: Das Organisationsteam von Henne in Flammen zusammen mit Schirmherr Dr. Karl Schneider. (foto: hsk)

Die St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede lädt am Samstag, 7. Mai, zum beliebten Fest „Henne in Flammen“ ein. Der Hennepark am Mescheder Kreishaus wandelt sich ab 16 Uhr zu einem Lichtermeer aus Licht-, Leucht-und Feuerelementen. Das Besondere in diesem Jahr: Es wird erstmals eine inklusive Veranstaltung. Für das neue Veranstaltungsformat hat Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises, die Schirmherrschaft übernommen.

Gemeinsam mit dem Sozialwerk St. Georg, dem Caritasverband Meschede, der Lebenshilfe Hochsauerlandkreis, dem Mescheder Kinderhort, der EUTB Brilon, der BIV-Meschede und der Behinderten-Interessen-Vertretung des Hochsauerlandkreises organisiert die St. Georg Schützenbruderschaft ein buntes Fest für Jung und Alt – für Menschen mit und ohne Behinderungen. „Henne in Flammen“ wird vollständig als barrierefrei und integrative Veranstaltung durchgeführt. Es werden ein Infopoint, Pflegezelt, barrierefreie Theken (und keine hohen Bierwagen) und Behindertentoiletten geben. Ferner werden Piktogramme und QR Codes an den Ausstellungselementen sowie Beschreibungen für Hörbehinderte und Blinde angeboten und es wird ein Rundgang-Leitsystem erstellt.

Ein riesiges Drachenboot, ein dampfspeiender Vulkan oder ein tanzender Eimer: Die Gäste können sich auf Werke von Künstlern mit und ohne Handicap freuen. Musikalisch wird die Coverband Unlimited „Henne in Flammen“ begleiten.

Protesttag und Protestmarsch zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Außerdem wird ein Protesttag und ein Protestmarsch zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung stattfinden. Los geht es bereits am Freitag, den 06. Mai. Um 10 Uhr laden die Veranstalter zum Protestmarsch durch die Innenstadt ein. Treffpunkt ist am Bahnhof. Von 11 bis 14 Uhr sind in der Ruhrstraße am Stadtrelief Info- und Mitmachstände geplant.

Julius-Drescher-Preis für Jürgen Kröger. Feierliche Ehrung im Josefsheim Bigge-Olsberg.

Feier, Ehrung, Urkunde und Scheck für Jürgen Kröger (links), überreicht von Dirk Wiese (Mitte), Laudatio Franz Müntefering (rechts) (foto: zoom)

Am vergangenen Samstag wurde Jürgen Kröger bei einer Feier im Josef-Prior-Saal des Josefsheims mit dem Julius-Drescher-Preis 2022 der SPD Hochsauerland geehrt.

(Siehe auch hier im Blog.)

Die Laudatio hielt Franz Müntefering als Sprecher des Kuratoriums. Urkunde und Preischeck überreichte der Unterbezirksvorsitzende Dirk Wiese.

In seiner Begrüßungsrede wies Gastgeber Gerhard Freund, Geschäftsführer des Josefsheims, darauf hin, dass der Tag der Feier, nämlich der 19. März, just der Festtag des heiligen Josef sei. Der sei ein schweigsamer Heiliger, einer der nicht redet, sondern mache. Und zu machen gebe es viel in Deutschland und der Welt. Er erinnerte an die Flutkatastrophe im Ahrtal, aber auch den Krieg in der Ukraine. Überall würden Menschen freiwilig helfen um den Alltag zu bewältigen. Aber auch Sport, Musikvereine, Schulen und Politik könnten ohne den Kitt des Ehrenamtes nicht funktionieren. Das Josefsheim profitiere ebenfalls vom freiwilligen Engagement vieler Menschen.

Inklusion sei allerdings keine Einbahnstraße. Die behinderten Menschen des Josefsheim geben auch an die Gesellschaft zurück. Einer von ihnen ist Jürgen Kröger.

Sehr engagiert: Der Chor des Josefsheims Bigge. (foto: zoom)

„Es läuft nicht gut in der Welt“, begann Franz Müntefering seine Laudatio auf Jürgen Kröger. Die Klimakatastrophe sei kein Pappenstiel und es herrsche Krieg in Europa. Gestern erst sei er aus Berlin gekommen, wo er Zeuge der vielen Hilfe suchenden Menschen aus der Ukraine geworden sei. Als 1940 Geborener habe er den Zweiten Weltkrieg noch als Kind miterlebt.

Im Geburtsjahr 1969 von Jürgen Kröger, dem heutigen Julius-Drescher-Preisträger habe die neue Ost- und Entspannungspolitik von Willy Brandt begonnen. Ein Aufbruch. Aber heute habe der Hass in der Gesellschaft zugenommen. Hass gegen Behinderte, Menschen anderer Hautfarbe, Religionen usw.

Der Julius-Drescher-Preis gehe an Menschen, die sich in der Gesellschaft engagieren und das habe Jürgen Kröger in vielfältiger Form getan und mache es heute noch.

Seit 1995 gehört Jürgen Kröger dem Werkstattrat im Josefsheim an. Später wurde er Vorsitzender und Schriftführer. Von Anbeginn nahm er regelmäßig an den Treffen der Caritas-Werkstatträte teil.

In jüngster Zeit setzten sich die Werkstatträte für das Wahlrecht für Alle ein (auch für Menschen unter Vollbetreuung) und zeigten der AfD die Rote Karte.

Im Jahr 2016 hielt Jürgen Kröger als Delegierter der Landes-Arbeitsgemeinschaft der Werkstatträte in NRW eine Ansprache bei einer Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf, wo es um ein besseres Teilhabegesetz ging.

Seit Ende der 2000er Jahre beschäftigte sich Jürgen Kröger auch viel mit der UN-Behinderten-Rechts-Konvention und engagiert sich in der Behinderten-Interessenvertretung (BIV) Hochsauerlandkreis und BIV Olsberg.

Ein fröhliches Paar: Jürgen Kröger und Lebensgefährtin Silvia Gau. (foto: zoom)

Die Menschenrechtserklärung von 1949 sei, so Müntefering, nicht perfekt, aber darin stecke das Beste, was Menschen meinen und wollen könnten:

„Alle Menschen sind gleich viel wert.“ Oder wie es im Grundgesetz heiße: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Franz Müntefering: „Berechtigte Interessen vertreten, lieber Jürgen, das weißt du, das gehört zur Demokratie dazu. Sich ein Urteil bilden und eine Meinung und dann auch dafür streiten und kämpfen. Das hast Du immer im Blick gehabt. Nicht nur freie und mutige Gedanken haben, sondern das praktische Leben gestalten, ja, es besser machen.“

Der heutige Tag sei ein kleines Fest für Jürgen Kröger, der aus seinem Leben und aus seinen Fähigkeiten das Möglichste gemacht habe.


Umleitung: Tankrabatt, Klimakrise und Krieg, Pandemie-Fehler, soziale Kälte, Lennebad, Krankheit und Kreativität, Fliegen und Verkehrswende im HSK

Am Radweg bei Wennemen – klimafreundliche Fortbewegung (foto: zoom)

Kritik an Plänen des Finanzministers: Tankrabatt – klimaschädlich und unsozial … klimareporter

Q&A: Übers Klima sprechen in Zeiten des Krieges – ist das möglich? Und wie kann es aussehen? … klimafakten

Corona-Krise: Acht vermeidbare Pandemie-Fehler und was wir noch daraus lernen könnten … scilogs

Soziale Kälte: „… sich an die Bundesbürger gewandt habe, um die europäischen Werte im täglichen Miteinander zu vertreten. Gauck habe gefordert, dass Frieren für die Freiheit eine durchaus zumutbare…“ … zynaesthesie

Gewonnen und doch verloren: Sanierung des Lennebades bei der Abstimmung gescheitert … doppelwacholder

Psychische Krankheit und Kreativität: Westfälisches Projekt nimmt „Outsider“-Literatur in den Blick … revierpassagen

Wenn einer eine Reise reist: Vor ein paar Tagen hatte ich mich, auf meine bekannt zurückhaltende Art, über das Fliegen geärgert … unkreativ

Verkehrswende im Hochsauerlandkreis: Vorstellung der Arbeiten für die Fahrrad- und Nahmobilitätskonzeption … sbl