Umleitung: Von der Meerenge über Israel, Habermas und die Debattenkultur im Netz zum Ostseewal

Bäume am Rand eines Parks. Vorne links etwa ein Drittel Bildhöhe eine rosa blühende japanische Kirsche. Dahinter türmt sich über 4/5 des Bildes ein Baum mit grünen Blättern. Das obere Sechstel freier blauer Himmel mit zwei großen weißen Wolken.
Postkarten-Frühling im Kasseler Tannenwäldchen (foto: zoom)

Sonne und Wind brauchen nicht die Meerenge von Hormus: Wir erleben einen weiteren Krieg um Öl und Gas – doch Wirtschaftsministerin Reiche und Kanzler Merz wollen immer noch in die fossile Richtung gehen. Erschwingliche Energie und ein Ende der Energiekriege gibt es nur mit 100 Prozent Erneuerbaren … klimareporter

Wie der Genozidvorwurf gegen Juden entstanden ist: Verübt Israel in Gaza einen Genozid? Darüber streiten Expert*innen und Jurist*innen auf der ganzen Welt, während israelfeindliche Aktivist*innen und Meinungsmacher*innen sich längst sicher sind. Warum findet die Rede vom „Völkermörder Israel“ so bereitwillig Gehör? … belltower

Philosoph der Zersetzung“: Jürgen Habermas posthum im Visier der extremen Rechten … endstationrechts

Debattenkultur im Netz erodiert: Die Bereitschaft, sich an Debatten in Sozialen Medien und in Online-Kommentarbereichen zu beteiligen, sinkt. Ein zentraler Grund dafür ist die Diskursqualität, die zunehmend als negativ wahrgenommen wird, so das Ergebnis einer Studie der Medienanstalten … netzpolitik

Süßes Leben (Satire): „… und Steuern für sinnvoll halte, um kostspielige Folgeerkrankungen des Trinkens und Rauchens zu kompensieren. Auch sehe der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen Blatt eine Zuckersteuer als richtiges Instrument zur Regulierung im…“ … zynaesthesie

Grüne Botschaft, braune Bildsprache? Faschistoide Ästhetik als Stilmittel … geschichte_statt_mythen

Wenn Du eine Chance hast – nutze sie nicht! Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht lesen würde. Ich will es nicht glauben, selbst jetzt, da ich es lese: Nun hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Ergebnisse der Beratungen vorgestellt. Demnach plant die Bundesregierung angesichts der hohen Spritpreise eine Entlastung der Autofahrer … unkreativ

„Krimi um Timmy“: wie „Bild“ den Überlebenskampf des Ostsee-Wals ausschlachtet … revierpassagen

„Mitten in die Presse rein“

Reporter*innen Slam im Sauerland-Museum

Die gebürtige Sauerländerin Journalistin Sandra Wahle moderiert den ersten Reporter Slam in Arnsberg (Pressefoto)

Am letzten Wochenende der Sonderausstellung „Mit Herz, Hand und Verstand. Demokratisches Leben im Sauerland“ veranstaltet das Sauerland-Museum Arnsberg den ersten Reporter*innen Slam im Sauerland.

(Pressemitteilung HSK)

Drei Journalistinnen und Journalisten aus der Region packen ihre spannendsten Recherchen und Geschichten aus und wetteifern um den Titel des „Slampions“ – der unterhaltsamsten Reporterin oder dem unterhaltsamsten Reporter in Arnsberg. Das Konzept ist äußerst simpel: Jede/r Slammer*in bekommt zehn Minuten Zeit auf der Bühne. Der Einsatz von Fotos, Videos und Musik ist dabei ausdrücklich erlaubt.

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W.I.M: Wenders in Motion

Im Lauf der Zeit – eine Wim Wenders Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum

Exponat am Eingang zur Ausstellung (foto: zoom)

Vom 11. März bis zum 18. Oktober 2026 ist im DFF, dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main, eine sehr interessante Ausstellung über den Filmemacher Wim Wenders zu sehen.

Ich habe W.I.M. Im Lauf der Zeit am Samstagnachmittag besucht und gedacht, dass ich in zwei Stunden alles gesehen und aufgenommen haben sollte – ein Irrtum. Als das Museum um 18 Uhr schloss, hatte ich höchstens die Hälfte bewältigt.

Mit Hilfe eines Audio-Guides konnte man sich die Lebens- und Filmgeschichte von Wenders, die er persönlich auf Deutsch oder wahlweise Englisch eingelesen hat, an den einzelnen Stationen anhören.

Musik spielte für den jungen Wim Wenders eine große Rolle (foto: zoom)

Die vielen erzählten Geschichten waren an sich schon interessante Miniaturen. Es hätte gereicht, mich in eine dunkle Ecke zu verziehen und auf einem bequemen Sitz, den Guide von vorn bis hinten durchzuhören. Aber dann sind dort noch die vielen Bilder, Filmausschnitte, Texttafeln und Figuren zu entdecken.

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Umleitung: Krieg, Öl, Gas, Rechtsextreme, Demokratie, Satire, Filterblasen sowie Musik von Frauen

Seid umschlungen Millionen: Spaziergang am Mainufer in Frankfurt (foto: zoom)

Krieg, Öl und Gas: Die Preise für Sprit, Heizöl und Gas explodieren, und alle sind überrascht. Seit 50 Jahren immer wieder dasselbe: Es gibt Krieg und der Ölpreis explodiert. Trotzdem kaufen wir weiter Verbrenner und bauen neue fossile Heizungen ein. Wann werden wir schlau? … klimareporter

Wenn Rechtsextreme über Demokratieförderung entscheiden: Die AfD entwickelt Strategien, um die Förderung von Demokratieprojekten zu beeinflussen … belltower

Politikverständnis (Satire): „… auch Altkanzler Schröder dem scheidenden Ministerpräsidenten Schweitzer Mut zugesprochen habe. Erstens sei das Ergebnis sehr viel besser als in Baden-Württemberg gewesen, wo die SPD nur 5,5% erreicht habe, zweitens habe er nicht gegen eine Frau verloren, und drittens gebe es genug Möglichkeiten, um in der Wirtschaft als…“ … zynaesthesie

Ausstellung „Breaking Bubbles“ auf dem Campus Stadt im Dortmunder U: Kunst- und Journalistikstudierende der TU Dortmund möchten Filterblasen durchbrechen … nordstadtblogger

Öffnung neuer Horizonte: Musik von Frauen beim Essener Festival „her:voice“ … revierpassagen



Quo vadis, Internet? Resozialisierung der Sozialen Netzwerke

Leben wir in einer düsteren Welt voller Manipulationen? (Grafik AI-generiert: Chris Köster)

Das erste Mal

“Der Teleschirm empfing und sendete gleichzeitig.” (George Orwell, 1984)

Ich erinnere mich noch genau an meine erste Berührung mit dem Internet. Vor etwa 30 Jahren saß ich vor meinem Computer und hatte gerade das von einem Freund gebraucht gekaufte 9600baud-Modem an die serielle Schnittstelle angeschlossen. Die AOL-Software, die damals fast jeder Ausgabe der PC-Welt-Zeitschrift als Diskette beilag, war auf dem Windows 95 System installiert.

(Ein Gastbeitrag von Chris Köster, Olsberg – rzgierskopp)

Nun stand ich vor der Qual der (Ein-)Wahl: Ist Dortmund der günstigere Einwahlknoten, den ich mein Modem wählen lassen soll, oder Paderborn? Egal – beides war ein Ferngespräch.

Die Verbindungskosten in den Einwahlknoten wurden als Telefongespräch über die Telekom-Rechnung bezahlt und betrugen ca. 9,- DM/Stunde.

Die Nutzung des “Providers” AOL (America online) kostete zusätzlich 9,- DM monatliche Grundgebühr UND etwa 6,- DM pro Stunde (Hauptzeit)/etwa 3,- DM pro Stunde (Nebenzeit/Nacht).

Das Modem spielte seine dissonante Melodie und – die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als ich merkte: „Ich bin drin!„.

Was jetzt? Was macht man im Internet denn eigentlich? Dieser Moment war alles andere als entspannt, denn das Bewusstsein über die nun tickende Gebührenuhr (etwa 25 Pfennig pro Minute) sorgte bei einem Schüler, der den Eltern die Ausgaben für diesen Anruf würde erklären müssen, für ein unterschwelliges Unwohlsein.

Die unterbewusste Hektik wurde jedoch von Neugierde vertrieben, als ich mich unbeholfen durch die AOL-Software klickte.

Bei Chat blieb ich hängen – Der Klick auf den Menüpunkt öffnete eine Übersicht einiger Chatrooms von denen ich wahllos einen öffnete.

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Comedy mit Marc-Uwe Kling: Wie die CDU zwischen Gaslobby und Klimazielen versagt

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Video-Link: https://tube.funfacts.de/w/bH7AcBRjkcSiKj35bUBi1W

In dieser Folge mit Marc-Uwe Kling geht es um den aktuellen Iran-Konflikt, Fragen des Völkerrechts und die internationale Reaktion auf militärische Eskalationen im Nahen Osten. Thematisiert werden Proteste im Iran, geopolitische Interessen und die Rolle der USA.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die deutsche Energiepolitik. Analysiert werden die Änderungen am Heizungsgesetz, die Einführung einer Grüngasquote, die Beimischung von Biomethan und Wasserstoff zu Erdgas sowie die möglichen Folgen für Gaspreise, Netzentgelte, Wärmepumpen, Mieter und Vermieter. Außerdem geht es um Kritik von Energieverbänden, Umweltorganisationen und wirtschaftspolitischen Akteuren.

Diskutiert wird die Rolle von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Jens Spahn im Kontext der Energie- und Wirtschaftspolitik. Dabei werden auch frühere energiepolitische Entscheidungen, Entwicklungen in der Solarindustrie und die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich erneuerbare Energien eingeordnet.

Darüber hinaus behandelt die Folge Fragen digitaler Souveränität in Europa, Abhängigkeiten von US-Technologiekonzernen, Sanktionen im Zusammenhang mit dem Internationalen Strafgerichtshof sowie die Nutzung amerikanischer Software in deutschen Behörden.

Moin! Blick aus dem Fenster: Schnee

Dazu zwei Podcast-Tipps für das Wochenende

In der Nacht ist Schnee gefallen (foto: zoom)

Nach den vielen Tagen mit reichlich Sonne sowie Temperaturen um die plus 15 °C darf sich meinetwegen ein Hauch von Winter zurückmelden.

Der Schnee ist feucht und das Thermometer zeigt +3 °C. Wir werden es überleben.

Für das Physio-Fit aka Mucki-Bude nehme ich mir die neu erschienene Podcast-Folge des Coffee Klatch vor: Who’s America’s Abuser-in-Chief? E. Jean Caroll gesellt sich zu den Gastgeber*innen Heather Lofthouse und Robert Reich.

Morgen höre ich mir den neunten Teil von Amerika verstehen mit Volker Depkat an. Es geht um das Thema Wahlen in den USA – kann Trump das System kippen?

Für die Podcasts verwende ich übrigens die App AntennaPod auf dem Smartphone.

„Riefenstahl: Influencerin des Bösen“ – Ein WDR Podcast in fünf Teilen

„Riefenstahls Blick auf die Welt ist antihuman, gefühllos, anti-aufklärerisch, todesgeil und faschistisch“ (Georg Seeßlen)

Vor zehn Jahren wurde die Ausstellung „Mythos Leni Riefenstahl“ in Hallenberg eröffnet. Siehe dazu auch die Links unter dem Beitrag. (archivfoto: zoom)

Sie war berühmt, gefeiert, stilprägend – und eine der wichtigsten Propagandistinnen des NS- Regimes. Leni Riefenstahl gilt bis heute als Ausnahmeerscheinung der Filmgeschichte. Ihre größten Erfolge feierte sie mit Filmen für Adolf Hitler. Und doch behauptete sie bis zu ihrem Tod mit 101 Jahren: Sie habe von den Verbrechen der Nazis nichts gewusst. Nichts geahnt. Immer zu spät von allem erfahren. Mitschuld ausgeschlossen.

(Artikelgrundlage: Pressemitteilung WDR)

Der Podcast „Riefenstahl: Influencerin des Bösen“ nimmt diese Selbstinszenierung auseinander. Host Katja Paysen-Petersen rekonstruiert Riefenstahls Leben neu – mit bislang unveröffentlichten Tonaufnahmen aus ihrem Nachlass, abgeglichen mit historischen Quellen. Die Serie erzählt vom Aufstieg einer ehrgeizigen Künstlerin, von Nähe zur Macht, von Lügen, Selbstmythen – und davon, wie Propaganda funktioniert. Damals wie heute.

Pressefoto WDR (© picture alliance/Everett Collection/David Jayne)

Was hat Leni Riefenstahl dazu bewogen, direkt nach Hitlers Machtübernahme mit ihren Filmen Propaganda für die Nazis zu machen? Wie konnte sie sich bis zu ihrem Tod 2003 als unpolitische Künstlerin vermarkten, die jede Verantwortung für ihr Tun in der Nazi-Zeit von sich wies? Über 100 Stunden Audiomaterial aus ihrem Nachlass hat Katja Paysen-Petersen für die Podcast-Serie gehört und Riefenstahls Behauptungen mit anderen Quellen abgeglichen. Was bleibt, ist das nackte Gerüst eines Lügenpalastes, den Riefenstahl sich selbst gebaut hat.

Ab 20. März 2026 in der neuen ARD Sounds App im Podcast „Alles Geschichte“: ardsounds.de | mehr


Ältere Artikel zu Riefenstahl hier im Blog:

Mythos Leni Riefenstahl – Fotografie. Film. Dokumentation. Ausstellung im Infozentrum Kump vom 31. März bis 29. April 2016

Mit Riefenstahl bin ich noch nicht durch … Ausstellung im Kump Hallenberg

Um zwei Wochen verlängert: „Riefenstahls Blick auf die Welt ist antihuman, gefühllos, anti-aufklärerisch, todesgeil und faschistisch“ (Georg Seeßlen)

Weltpremiere von WDR-Koproduktion „RIEFENSTAHL“ auf dem Filmfestival in Venedig

Wenn ich ein Krokus wär…

Violette Blüte eines Krokus im Regen. Das vordere Blütenblat ist nach unten gebogen.  Darauf ein dicker Regentropfen. 
In der Mitte gelbe Staubblätter.
Krokus im warmen Regen (foto: zoom)

Gestern scherzte die WDR-Moderatorin nach dem Wetterbericht: Wenn ich ein Krokus wäre, würde ich „GO FOR IT!!!“ sagen.

Die Pflanzen haben sich die Ansage offenbar zu Herzen genommen. Heute wurde das Wetter feucht und mild.

Bei plus 12 °Celsius plästerte der Regen im Bergpark Kassel nieder. Auf den Wiesen blühten tatsächlich die ersten Krokusse.

Auch die Winterlinge hatten schon ihre gelben Kronblätter entfaltet.

Gelbe rundliche Blüten mit Regen benetzt.
Winterlinge im Bergpark (foto: zoom)

Das ging fix. Jetzt warte ich auf Huflattich, Primel, Buschwindröschen und trockenes Wetter. Das Fotografieren im Regen war grenzwertig. Die gute Kamera musste im Rucksack bleiben.

EINLADUNG zum Kinofilm „Die UNBEUGSAMEN“

Sonntag 8. März, 17 Uhr, Filmtheater Winterberg

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fRH_MEM7q9o

Filmtrailer von DIE UNBEUGSAMEN

Der Verein KIPEPEO fair und sozial e.V. lädt gemeinsam mit dem Filmtheater Winterberg zu einer Veranstaltung zum Weltfrauentag am 8. März 2026 ein.

Frauen sind in kommunalen Vertretungen und Spitzenämtern immer noch deutlich unterrepräsentiert. Im Hochsauerlandkreis beträgt der Frauenanteil in der Bevölkerung etwas über 50 Prozent, der Anteil in den Kommunalparlamenten jedoch nur zwischen rund 12 und knapp 30 Prozent.

Frauen sollen auch im HSK und nicht nur am Weltfrauentag zu politischem Engagement ermutigt werden. Dazu könnten „DIE UNBEUGSAMEN“ beitragen.

„DIE UNBEUGSAMEN erzählt die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene und amtstrunkene Männer wie echte Pionierinnen erkämpfen mussten. Unerschrocken, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld verfolgten sie ihren Weg und trotzten Vorurteilen und sexueller Diskriminierung. Politikerinnen von damals kommen heute zu Wort. Ihre Erinnerungen sind zugleich komisch und bitter, absurd und bisweilen erschreckend aktuell…“ (Quelle: Filmtheater Winterberg)

Nicht nur Frauen, sondern auch Männer sind ausdrücklich erwünscht. Der Verein Kipepeo und das Filmtheater freuen über zahlreiche Kinobesucher*innen.

Plätze können bis 05.03.2026 telefonisch unter 02981/ 7385 oder online auf der Website des Filmtheaters Winterberg (https://www.filmtheater-winterberg.de/detail/85946/Die%20Unbeugsamen) reserviert werden. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

Das Kino befindet sich in der Nuhnestraße 2, 59955 Winterberg.