Nachgereicht: Westfalenpost Brilon/Meschede verliert auch weiterhin Abonnent*innen

Die Westfalenpost hat auch im letzten Jahr Abonnent*nnen verloren. (screenshot ivw)

Die Westfalenpost (WP) hat im letzten Jahr 5,34% ihrer Abonnent*innen verloren. In der vergangenen Woche hat die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (ivw) die Zahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht.

Im letzten Quartal, also von Januar bis März 2020, verlor unsere Regionalzeitung 272 Abonnent*innen (1,28%), im Vergleich zum ersten Quartal 2029 betrug der Verlust insgesamt 1.189 Abos = 5,34%.

Der Schwund konnte durch die steigenden (+330) digitalen Abos (ePaper) nicht kompensiert werden. Die Druckauflage sank um 7,22% auf 20.855 Exemplare.

Schon seit längerem sind die Artikel der Westfalenpost im Netz nur noch kostenpflichtig zu lesen. Um die potentiellen Leser*innen anzutriggern, hat sich der Stil der Überschriften verändert; keine Schlagzeile mehr, mit den wichtigsten Schlagworten des Artikels, sondern meist eine offene Feststellung bzw. Frage ohne den Inhalt preiszugeben.

Beispiel von heute: “Herbert Kunz aus Neheim merkt bei einer Fahrradtour, dass er an sein Limit kommt. Eine Verkäuferin aus Scharfenberg entpuppt sich als Retterin. So rührend bedankt sich Neheimer bei Briloner Alltagsheldin”

Wir erfahren weder, worin das Limit von H.K. bestand, noch wie ihn die Verkäuferin aus der nicht näher bezeichneten Situation rettete und wie der Dank aussieht.

Man kann sich jetzt alles Mögliche ausmalen, und wenn die Phantasie  schrecklich genug ins Kraut schießt, wird man den Bezahlknopf drücken.

Oder: “Eine neue Regelung soll dafür sorgen, dass Patienten in der Corona-Krise einfacher an Medikamente kommen und Versorgungsengpässe behoben werden. Corona: Neue Regel bringt mehr Schutz für Apotheken-Kunden”

Was ist die Regel?  Worin besteht der Schutz?

Ok – nur zwei Beispiele, und vielleicht stelle ich mir das zu schräge vor. Wenn es denn der Zeitung hilft, soll sie es versuchen.

Am Ende zählen Gewinne und Verluste.

Im letzten Jahr wurde die Redaktion Warstein geschlossen, die gemeinsam mit Brilon und Meschede einen Verbund bildete.

Siehe:

Funke schließt Westfalenpost-Redaktion Warstein. Der Ausstieg aus dem Print-Journalismus wird beschleunigt.

Neue Quartalszahlen: Westfalenpost verliert weitere Abonnenten. Vergleichbarkeit eingeschränkt.

Die Stunde Null für die Westfalenpost Brilon/Meschede (screenshot: ivw)

Seit gestern sind die neuen Vierteljahreszahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) online.

Die Westfalenpost im Verbreitungsgebiet Brilon und Meschede hat 22.247 Abonnenten, ePaper eingeschlossen. Das ist ein Verlust von über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Leider lässt sich die Auflage der Westfalenpost in unserem Verbreitungsgebiet nicht mehr einfach mit den vorhergehende Quartalen vergleichen, weil mit der Schließung der Redaktion Warstein aus der “Funke-Medien-G Mesch/Bril/WA” die “Funke-Medien-G Mesch/Bril” geworden ist.

So sah es vor der Schließung der Lokalredaktion Warstein aus. Der letzte verfügbare Stichtag im Vergleich zum Vorjahr. (screenshot: ivw)

Für die Westfalenpost Meschede/Brilon beginnt mit dem ersten Quartal 2019 eine Stunde Null, die online von den Quartalen der Westfalenpost Meschede/Brilon/Warstein abgekoppelt ist.

Leider weiß ich zur Zeit nicht sicher, welcher Statistik die LeserInnen der Westfalenpost im Gebiet um Warstein zugeschlagen werden. Ich gehe erst einmal davon aus, dass sie weiterhin dem Gebiet Brilon/Meschede angehören. Es sei denn, Warstein würde nun plötzlich redaktionell von Arnsberg betreut.

Unter dieser Voraussetzung hätte die Westfalenpost in genannten Gebiet vom letzten Quartal 2017 zum letzten Quartal 2018 5,32% Abonnenten verloren, in absoluten Zahlen 1.350 Abos in einem Vierteljahr.

Die neuen Abo-Zahlen der WP im ersten Quartal betragen 22.247 im Vergleich zum letzten Quartal 2018 mit 24.049 wäre dies ein Verlust von absolut 1.802 AbonnentInnen oder prozentual 7,49%.

Im Vergleich zu 1/2018 betrüge der Verlust absolut 2878 AbonnentInnen, prozentual 11,45%, unter der Voraussetzung der Vergleichbarkeit von Brilon/Meschede mit Brilon/Meschede/Warstein.

Wie man’s auch wendet und dreht, die Westfalenpost verliert, wobei ich die ePaper NICHT herausgerechnet habe.

Es scheint der Westfalenpost nichts zu nutzen, dass sie sich mehr und mehr digital hinter Bezahlschranken versteckt und auch als Print-Version in der Öffentlichkeit kaum noch wahrzunehmen ist.

Anders als die WP setzt beispielsweise die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) auf offensives öffentlichen Auftreten, sowohl im Print (siehe Bild unten) als auch digital.

Auf meiner Radtour durch Hessen (hier: Fritzlar)  war die HNA in allen Städten in der Öffentlichkeit präsent. (foto: zoom)

Die Verbreitung der HNA ist um 4,15% gestiegen, die Abo-Zahlen sind innerhalb eines Jahres um 2,76% gesunken.

Welche Strategie wird sich auf Dauer auszahlen?

Westfalenpost verliert weiterhin AbonnentInnen. Keine Trendwende in Sicht.

Die Westfalenpost Meschede/Brilon/Warstein hat mehr als 5% ihrer AbonnentInnen verloren. (screenshot ivw: zoom)

Die Verkaufszahlen der Westfalenpost, auch in unserem Einzugsbereich, zeigen weiterhin nach unten.

Die heute veröffentlichten Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) bestätigen den seit Jahren anhaltenden AbonnentInnen-Schwund unserer lokalen Tageszeitung Westfalenpost, hier im Raum Brilon/Meschede/Warstein.

Die steigende Zahl von ePapern konnte den Abwärtstrend, der mehr oder weniger konstant um die 5% liegt, nicht stoppen. Der Verlustsaldo beträgt vom 4. Quartal 2017 zum 4. Quartal 2018 5,32%.

Die Zahl der AbonnentInnen liegt nun weit unter 25.000.  Bei gleichbleibenden Verlusten im 5-Prozent Bereich würde die AbonnentInnenzahl in den nächsten fünf Jahren auf unter 19.000 sinken.

Die Frage ist allerdings, ob es in der Zukunft Kipp-Punkte geben könnte, an denen sich der Abschwung beschleunigt.

Die Versorgung mit Lokalnachrichten, so schlecht oder gut sie im Einzelfall sein mögen, ist gefährdet. Medien, die das Vakuum füllen, sehe ich zur Zeit noch nicht, und das ist meiner Meinung nach eine Gefahr für die öffentliche Meinungsbildung.

Die Uhr tickt für die klassische Lokalzeitung. Was erwartet uns in der Zukunft?

Umleitung: Zehn nach Zehn … vom Koalitionsvertrag über die verstörende Banalität rechter Gewalt zu 47 Mio Euro Wertverlust für die RWE-Aktien des HSK

Trump, Kim und Erdogan in der “Caricatura” (foto: zoom)

Koalitionsvertrag: der Entwurf zum Nachlesen (PDF) … spd

Die verstörende Banalität rechter Gewalt: Im Jahr 2017 sind es nicht mehr die Bilder von lichterloh brennenden Flüchtlingseinrichtungen, die medial den Hass in Deutschland symbolisieren. Staatsdiener sollen Anschläge geplant haben, gewaltbereite Mischszenen expandieren … bnr

Getarnt als Gamer: Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee … netzpolitik

IVW-Analyse der Regionalzeitungen: Deutschlands Lokal- und Regionalzeitungen verlieren weiterhin massiv Auflage … meedia

Live Stoßzeiten-Daten in Google Maps: Ich glaube, dass die neuen Google Maps Live Stoßzeiten-Daten eher für Unternehmer als Verbraucher sind … rebrob

Anglizismus des Jahres 2017: Influencer … sprachlog

Schon wieder so ein Coup: Jonathan Meese soll die Dortmunder Ostwall-Sammlung umgestalten … revierpassagen

Seit 50 Jahren prangt das goldene U vom Dortmunder U-Turm: zu diesem Anlass wurde ein Jubiläumsbier gebraut … nordstadtblogger

Koalitionen und Kommunen: Haushalts- und Sparpolitik in Nordrhein-Westfalen … doppelwacholder

Hochsauerlandkreis: Schon wieder mehr als 47 Mio Euro Wertverlust für RWE-Aktien des HSK … sbl

Neue Quartalszahlen: Druckauflage für die Westfalenpost Meschede, Warstein, Brilon sinkt in einem Jahr um mehr als 6 Prozent.

Auch in diesem Vierteljahr verliert die gedruckte Westfalenpost an Bedeutung. (screenshot: zoom/Quelle ivw))

Siedlinghausen. (zoom) Die Westfalenpost verliert, wie schon in den Jahren zuvor, AbonnentInnen und damit wahrscheinlich Leser.

Die gedruckte Auflage der Ausgaben Meschede/Warstein/Brilon ist um 6,45% gesunken und mit 28.948 unter der Marke von 30.000.

Die ePaper Ausgaben haben sich zwar mehr als verdoppelt, die Digitalisierung konnte trotzdem nicht verhindern, dass die AbonnentInnenzahl um 4,55% von 27.831 auf 26.565 abgesackt ist.

Der Vierteljahresvergleich fällt besser aus.

Im letzten Vierteljahr 2016 scheinen sich die Zahlen wacker zu halten.

Dieses “Weihnachtshoch” tritt allerdings regelmäßig auf und ist kein Grund zur Beruhigung.

Interessanter als die Zahlen für den Gesamtraum Meschede/Warstein/Brilon wären die Zahlen für die einzelnen Redaktionen. An diesen Statistiken könnte man eventuell ablesen, wie sich unterschiedliche Berichterstattung auf den Zeitungsverkauf auswirkt.

Während die WP Meschede beispielsweise mehr auf Themen wie Polizeimeldungen, “Angsträume” und “(kriminelle) Flüchtlinge” zu setzen scheint, macht die WP Brilon einen liberaleren und vielfältigeren Eindruck.

Vielleicht passen sich die Redaktionen opportunistisch an das jeweilige politische Stadtklima (CDU/SPD) an, vielleicht haben sie auch eine eigene Idee.

Ich weiß es nicht. Die Redaktionszahlen sind nicht öffentlich.

Update:

Da ich gerade auf Twitter gefragt wurde, hier noch der Jahresscreenshot für die WP Arnsberg:

Jeder kann sich die Zahlen selbst zusammenklicken. Ist ein bisschen Arbeit:

http://www.ivw.eu/aw/print/qa/f/all?titelbez=&verlagsname=&titelnr=&ivwnr=&titelcode=&erschort=&erschweise=All&titelstatus=All&&sachgrp[min]=&sachgrp[max]=&quartal[20164]=20164&page=4

IVW-Zahlen III / 2016: weitere Auflagen- und Abonnentenverluste auch für die Westfalenpost

Auch im dritten Quartal Verluse für die WP/WR in Meschede, Warstein und Brilon. (screenshot: ivw)
Auch im dritten Quartal Verluse für die WP/WR in Meschede, Warstein und Brilon. (screenshot: ivw)

Die Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zeigen, dass die Verkaufszahlen der lokalen Tageszeitungen auch bis zum dritten Quartal 2016 weiterhin flächendeckend geschrumpft sind.

Eine ausführliche Analyse der 78 größten deutschen Regionalzeitungen liefert MEEDIA.

In NRW sieht es laut MEEDIA recht unterschiedlich aus. Während die Verluste von Westfalenblatt und Ruhr-Nachrichten unter 3% liegen, geht es für die Zeitungen der Funke Medien Gruppe, zu der auch unsere Westfalenpost gehört, mit 6,6% bergab.

Die Quartalszahlen für die Westfalenpost/WR Meschede, Warstein, Brilon weisen bei den Abonnenten innerhalb eines Jahres ein Minus von 4,54 % aus. Der Abonnentenstamm hat sich von 28.001 auf 26.730 verringert.  Das sind in absoluten Zahlen 1.271 Abbonenten weniger.

Die Druckauflage ist von 31.022 auf 28.995 Zeitungen (-6,53%) gesunken.

Betrachtet man den Fünfjahreszeitraum vom dritten Quartal 2011 bis 2016 ergeben sich folgende Zahlen:

Die Westfalenpost hat in fünf Jahren ein Fünftel ihrer Abonnenten verloren. (screenshot)
Die Westfalenpost/WR (Mes/Bri/Wa) hat in fünf Jahren ein Fünftel ihrer Abonnenten verloren. (screenshot)

Die heimische Zeitung, die als Tageszeitung eine Monopolstellung hat, verlor in den letzten Fünf Jahren 6.852 Abonnenten, das ist ein gutes Fünftel. Gleichzeitig sank die Druckauflage um fast ein Viertel.

Die Spalte mit dem ePaper darf nicht aufgerechnet werden, sondern ist in den Auflagen enthalten. Das ePaper kannibalisiert gewissermaßen einen Teil der Druckauflage.

Wie wird es weitergehen? Wird die gedruckte Tageszeitung überleben?

Ich glaube nicht, dass die gedruckte Tageszeitung überleben wird. Der große Werbekuchen wird inzwischen woanders verteilt (Facebook, Google, YouTube …). Ich kenne viele Menschen, die sich seit einiger Zeit nicht mehr oder nicht mehr ausschließlich durch “ihre” Lokalzeitung  informieren. Die Westfalenpost selbst ist zwar auch auch im Netz unterwegs, dort aber, obwohl sie eine eigene Website hat, teilweise zum Content-Lieferanten für Facebook geworden.

Der Kauf der Online-Klickfalle heftig.co durch die Funke Mediengruppe zeigt, dass es im Zweifel eher um den Werbeklick als um die journalistische Qualität gehen könnte.

Ansonsten warten wir jetzt ab, was das vierte Quartal bringen wird. Die Zahlen werden in der zweiten Januarhälfte online sein.

Trübe Aussichten: Die Westfalenpost in Meschede, Brilon und Warstein verliert weiterhin Abonnenten.

Die neuen Zahlen der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für das zweite Quartal 2016 signalisieren eine Fortsetzung der Abwärtsspirale für die Printmedien im Hochsauerland. 

In den letzten fünf Jahren hat beispielsweise die Westfalenpost mit ihren Redaktionen in Brilon, Meschede und Warstein 20%, ein Fünftel ihrer Abonnentinen und Abonnenten verloren.

Die Entwicklung der Westfalenpost Brilon/Meschede/Warstein. (Screenshot: ivw)
Die Entwicklung der Westfalenpost Brilon/Meschede/Warstein 2011-2016. (Screenshot: ivw)

Die Verluste über das letzte Jahr, also den Vergleichszeitraum 2/2015 – 2/2016, betrugen 4,77%.

Auch im letzten Jahr keine positive Entwicklung bei der WP im Hochsauerland.
Auch im letzten Jahr keine positive Entwicklung bei der WP im Hochsauerland.

Anscheinend haben die Veränderungen des letzten Jahres – u. a. Wechsel von Redaktionsleitungen, neue MitarbeiterInnen, vorsichtig offensivere Berichterstattung, massives Auftreten bei Facebook- keine Trendwende einleiten können.

Ich persönlich denke nicht, dass es die Westfalenpost schaffen wird, in irgendeiner Zukunft wieder ein prosperierendes Print-Sub-Unternehmen der Funke Mediengruppe zu werden.

Dafür müsste sich die Zeitung unentbehrlich machen, die Türsteherfunktion für wichtige Nachrichten, die sie solange -durchaus auch überheblich- ausgeübt hat, wiedererlangen.

Wie soll das im Zeitalter des Internets funktionieren?

Die Verleger müssten es entweder schaffen, qualitativ hochwertigen konkurrenzlosen Journalismus zu produzieren oder die Konkurrenz -die Offenheit des Internets- zu zerstören.

Print stirbt einen langsamen Tod in den blauen Tonnen des Papierabfalls.

Alles weitere später …

 

Quartalszahlen der Printmedien: für die Westfalenpost geht der Sinkflug weiter …

Der heutige Lokalteil der WP hatte einige interessante Artikel, aber reicht das? (foto: zoom)
Der heutige Lokalteil der WP hatte einige interessante Artikel, aber reicht das? (foto: zoom)

Heute sind die neuen Quartalszahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (ivw) erschienen.

Unsere heimische Westfalenpost wird als Produkt der Funke-Medien-Gruppe mit der Ausgabe Meschede/Brilon/Warstein erfasst.

Leider gibt es keine Trendumkehr für die Lokalzeitung. Auch im vergangenen Quartal hat die Westfalenpost Mes/Bri/Wa 5% ihrer Abonnenten verloren.

Die Westfalenpost verliert, wie die meisten Print-Medien, Abonnenten. (screenshot quelle: ivw)
Die Westfalenpost verliert, wie die meisten Print-Medien, Abonnenten. (alle screenshots quelle: ivw)

Über einen Zeitraum von sechs Jahren hat sich fast ein Viertel der LeserInnen von “ihrer” Zeitung verabschiedet:

Der Trend weg von der gedruckten Lokalzeitung ist langfristig.
Der Trend weg von der gedruckten Lokalzeitung ist langfristig.

Auch in Arnsberg sieht es nicht besser aus. Von 2010 bis 2016 hat die dortige Ausgabe der Westfalenpost 23,37% der Abonnenten verloren:

Die Zahlen für die WP in Arnsberg sind auch nicht ermutigend.
Die Zahlen für die WP in Arnsberg sind ebenfalls nicht ermutigend.

Die heutige Ausgabe der Westfalenpost (WP) beinhaltete einige interessante Themen, aber reicht das um den Niedergang aufzuhalten?

Ich nenne hier die drei Inhalte, die mich interessiert haben und für die ich heute die 1,70 Euro ausgegeben habe.

1. Nachhilfe für jeden siebten Schüler

2. Klimawandel als Chance

3. Marke Winterberg im “Tourismuskonzept 2020 plus” mit neuen Ideen beleben

Die Artikel sind alle gut geschrieben, die Ausgabe ist besser als viele Ausgaben die ich vorher gelesen habe, aber:

Ich habe nichts Neues erfahren.

Update: Die Gründe dafür werde ich in einem gesonderten Beitrag zu erklären versuchen. An dieser Stelle nur soviel: Die Artikel sind für mich eher Vordergrund- als Hintergrundartikel. Sie liefern mir nur sehr wenige neue Erkenntnisse.

Warum also sollte ich mir die WP kaufen oder sie gar abonnieren?

Vierteljahreszahlen der IVW: Lokalzeitungen in Meschede, Brilon und Warstein verlieren weiterhin Abonnenten und Auflage.

Die gedruckten Zeitungen verlieren weiterhin Abonnentinnen und Abonnenten. (screenshot: ivw)
Brilon, Meschede, Warstein: die gedruckten Zeitungen (Westfalenpost) verlieren weiterhin Abonnentinnen und Abonnenten. (screenshot: ivw)

Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort. Die Lokalzeitungen des Hochsauerlandkreises und Warstein verlieren weiterhin Auflage und AbonnentInnen. Die in den Zahlen enthaltenen ePaper können den Niedergang anscheinend nicht aufhalten.

Die neuen und alten Zahlen kann man sich bei der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) ansehen:

http://www.ivw.de/print/quartalsauflagen/nachrichten/auflagenzahlen-des-4-quartals-2015

Ich habe mir ebenfalls den Zeitraum Ende 2010 bis Ende 2015 angesehen. In fünf Jahren haben Lokalzeitungen des ehemaligen WAZ-Konzerns und der heutigen Funke-Medien-Gruppe ein Fünftel (8021) ihrer AbonnentInnen verloren. Von 37.548 ging es um 8021 hinunter auf 29.527.

Ein Fünftel Abonnentinnen in fünf Jahren verloren: WP/WR Brilon, Meschede, Warstein.
Ein Fünftel Abonnentinnen in fünf Jahren verloren: WP/WR Brilon, Meschede, Warstein.

Den Konzernstrategen ist dieser Niedergang bestimmt auch bewusst. Seit dem letzten Jahr ist eine Verstärkung  der Präsenz der vorher eher “neue-Medien-scheuen” Westfalenpost bei Facebook zu beobachten.

LeserInnen-Diskussionen die vorher (kaum) auf der Medienseite “DerWesten” stattgefunden haben, finden sich nun in größerem Ausmaß auf den Facebook-Seiten der Lokalredaktionen.

https://www.facebook.com/wp.meschede

https://www.facebook.com/WestfalenpostBrilon

https://www.facebook.com/WestfalenpostArnsbergSundern

https://www.facebook.com/WestfalenpostWarstein

Einige Zukunftsfragen wären:

Die Tage des Prints sind gezählt, wie lange wird der klassische Lokaljournalist noch existieren?

Wird die Westfalenpost irgendwann ein lokaler Ableger von Facebook Deutschland?

Wie verändert sich das Berufsbild der JournalistInnen und RedakteurInnen, die bei diesem “Mischkonzern” arbeiten?

Was bedeutet dies für die Grundversorgung der BürgerInnen mit journalistischen Informationen?

 

Westfalenpost Brilon, Meschede, Warstein: Auflage sinkt weiter

Mit den gedruckten Zeitungen geht es abwärts. (screenshot)
Mit den gedruckten Zeitungen geht es seit Jahren abwärts. Hier die Westfalenpost/WR im Raum Brilon, Meschede, Warstein. (screenshot)

Die neuen Zahlen der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. sind seit heute online.

Die Auflage und Abonnentenzahl der Westfalenpost im Raum Brilon, Meschede, Warstein -dazu gehört mit seiner Außenredaktion auch Winterberg- kennt seit Jahren, auch in diesem Quartal,  nur eine Richtung: abwärts.

In den letzen drei Jahren haben die Tageszeitungen des ehemaligen WAZ-Konzerns, jetzt FUNKE-Mediengruppe, in unserem Raum (Bri/Mes/Wa) 4.742 Abonnentinnen und Abonnenten verloren. Von 32.743 ging es runter auf 28.001. Das sind über den Dreijahreszeitraum 2012/2015 14,48% Verlust.

Man kann den Trend über die drei Jahre aufsplitten:

3/20012 bis 3/2013: -5,60%

3/2013 bis 3/2014: -4,71%

3/2014 bis 3/2015: -4,93%

In der IVW-Statistik fehlt die Nahaufnahme. Dass heißt, wir können nicht die Standorte Brilon (+Winterberg), Meschede und Warstein untereinander vergleichen. Diese Zahlen besitzt nur die FUNKE-Mediengruppe selbst.

Selbstverständlich werden die Leitungen der einzelnen Redaktionen über die feineren Statistiken Bescheid wissen.

Wie dem auch sei, scheinen die gedruckten Zeitungen ihrem Tod entgegenzutrudeln, allerdings zur Zeit dabei immer noch so viel Profit abzuwerfen, dass sie erscheinen können.

Auffällig ist die erhöhte Präsenz der Westfalenpost-Ausgaben in den sozialen Medien (vor allen Dingen Facebook) im vergangenen Jahr. Hier scheint ein Umsteuern von Seiten des Verlags stattzufinden.

Wie sich das auf die Rendite des Verlags und die Arbeitsbedingungen der Redakteure vor Ort auswirkt, kann ich nicht beurteilen.

Die journalistische Qualität hat sich nach meinem Gefühl im Schneckentempo vom CDU-Blatt weg entwickelt. Investigativer Journalismus spielt allerdings kaum eine Rolle.