Winterberg: Corona-Spaziergang im Skigebiet

Feuchter Schneeschauer mit unverdrossenen Skifahrer*innen über der Piste

Es war heute kein schönes Wetter: kalt, mal Regen, mal feuchter Schnee, windig, Sturmböen.

Auf meinem kleinen Corona-Spaziergang vom “Rauhen Busch” zur alten Ski-Schanze wechselte das Wetter schnell und unerbittlich. Die Ski-Saison ist seit dieser Woche in Willingen und Winterberg eröffnet. Die Skipässe sind kontingentiert und müssen online gekauft werden.

Ich habe nur wenige Skifahrer*innen gesehen, aber das kann sowohl an der begrenzten Zahl der Tickets als auch am Wetter oder an der Tageszeit gelegen haben.

Schneekanone im Grünen, weißes Pistenband im Hintergrund.

Für mich als Fussgänger sah das Skilift-Karussell grün mit weißen Flächen und Bändern statt nach Winterlandschaft aus. Die Freizeitsportler auf den Pisten hatten wahrscheinlich eine andere Wahrnehmung, nämlich das Weiß der Kunst- / Naturschneemischung unter ihren Brettern.

Aber was weiß ich schon?

Noch ein Blick auf Piste, Sessellift und Ferienpark. Es zog später tatsächlich noch ein Gewitter herauf. Ab nach Hause. Meine Sorge ist nicht das Skifahren, sondern die 3. Corona-Welle und die Gesundheit der Familie.

Piste, Sessellift und Ferienpark

Gordan Dudas MdL und Dirk Wiese MdB: „Es müssen unverzüglich gleiche Bedingungen für alle Wintersportorte geschaffen werden!“

Öffnung des Skikarussells in der Pandemie? (Brembergkopf 2019, archivfoto: zoom)

“Keine Benachteiligung der NRW-Wintersportorte”, forden die SPD-Politiker Gordan Dudas und Dirk Wiese in ihrer heutigen gemeinsamen Pressemitteilung. Ihre Argumentation ist rein wirtschaftspolitisch, die gesundheitspolitischen Aspekte der COVID-19-Pandemie spielen keine Rolle. Mich persönlich hat das Papier erschüttert, zeigt es doch zu welchen absurden Konkurrenzsituationen die immer disparater werdende COVID-19-Politik von Bund und Ländern auch im Lokalen führt.

Die Erklärung im Wortlaut:

Ein kurzfristig abgestimmtes Vorgehen für alle Wintersportorte, egal ob in Hessen oder in Nordrhein-Westfalen, das fordern die SPD-Abgeordneten aus Land und Bund, Gordan Dudas und Dirk Wiese, von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Hintergrund ist die Öffnung des Wintersportbetriebes im hessischen Willingen, während im nahgelegenen Winterberg weiterhin die Skilifte still stehen. „Das versteht kein Mensch mehr. Strenge Regeln und Hygienekonzepte in Coronazeiten sind wichtig, das steht außer Frage. Dass aber im hessischen Willingen nun wieder Skifahren möglich ist, ist zwar ein wichtiges Signal für die dortige Tourismuswirtschaft. Umso unverständlicher ist dann aber, dass nur rund 30 Kilometer weiter auf nordrhein-westfälischer Seite andere Regeln gelten und die dortigen Betriebe weiterhin still stehen. Hier muss eine abgestimmte Lösung her, die für alle gleich ist, sonst verspielt man weiter Vertrauen“, kritisieren die südwestfälischen Abgeordneten aus Bund und Land.

In einem gemeinsamen Brief an den Ministerpräsidenten haben Wiese und Dudas daher eine unverzügliche Klärung der Situation gefordert. Dazu der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese: „Winterberg wurde von Laschet vergessen. Der Druck auf die heimischen Betriebe wird jetzt noch einmal zunehmen. Dabei sind sie sowieso schon in einer schwierigen Situation. Viele Mitarbeiter orientieren sich bereits um. Das kann dazu führen, dass bald die Fachkräfte fehlen, wenn es wieder losgeht. Laschet leistet unserer Region gerade einen Bärendienst.”

„Wenn unterschiedliche Bedingungen je nach Bundesland gelten, werden die verschiedenen Regionen gegeneinander ausgespielt. Das schafft nur noch mehr Politikverdrossenheit, das darf nicht sein. Wir appellieren an den Ministerpräsidenten, hier umgehend tätig zu werden. Was in Hessen geht, muss doch auch in Winterberg möglich sein“, mahnt der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas an.

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Pausenbilder: Wanderung nach Winterberg

Nach den ersten Kilometern schaut man ins Tal der Namenlose. (foto: zoom)

Eine Wanderung im Winter? Das kannte ich in den Anfangsjahren im Hochsauerland nicht.

Der Schnee ging oft bis zum Knie oder sogar bis zur Hüfte. Zum Joggen oder Wandern, musste man sich geräumte Winterwanderwege oder tief liegende Talwege, wie beispielsweise entlang der Orke, suchen.

Ende Januar 2020 spazieren wir von Siedlinghausen nach Winterberg. Kein Schnee auf den Wegen, dunkel-grüne Fichten und auf den Minenplätzen ein spärlicher Naturschneebelag.

Es war warm und sonnig. An den Minenplätzen habe ich meine Winterjacke ausgezogen. (foto: zoom)

Es war ruhig im Wald, obwohl die Kernstadt mit ihren (zur Zeit) überwiegend mit Kunstschnee bedeckten weißen Pistenbändern im grünen Wald nicht weit entfernt liegt.

Stundenlang konnten wir unseren Gedanken nachhängen.

Kaum waren wir am Nordhang des Kahlen Asten, begann der Trubel. Skitourismus dank Schneekanonen.

Blauer Himmel, grüne Bäume, Wiese und weißer Kunstschnee (foto: zoom)

Winterberg erscheint wie ein riesiger Parkraum. Menschen schieben sich den Waltenberg hoch und runter. Wuselig, obwohl das Skigebiet nicht ausgelastet war.

Mit dem Sessellift hoch zum Brembergkopf. Es ist noch viel Platz. (foto: zoom)

Die Winterberger Hektik und Fülle werde ich ein anderes Mal fotografieren. Wir wollten einen ruhigen Samstag verbringen und haben uns am frühen Nachmittag in den Bus S50 zurück nach Siedlinghausen gesetzt.

Für die achteinhalb Straßenkilometer haben wir zu zweit 8,20 Euro bezahlt. Ein Preis für den wir in Kassel von Freitag 14 Uhr bis Sonntag Nacht die öffentlichen Verkehrsmittel nach Lust und Laune benutzen können, und es bleibt dann sogar noch etwas übrig.

Das MultiTicket für zwei Erwachsene kostet dort 7,80 Euro und umfasst die Stadt Kassel, Ahnatal, Baunatal, Calden, Espenau, Fuldabrück, Fuldatal, Habichtswald, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal, Schauenburg, Staufenberg und Vellmar.

Ach ja, das Hochsauerland und der öffentliche Nahverkehr! Von den Radwegen will ich erst gar nicht anfangen …

Schluss mit dem Gejammer. Es war eine schöne Wanderung an einem wunderschönen milden Wintertag im Januar.

Heiligabend auf der Suche nach Licht

Vor der Bescherung bei den Eisenbahnfreunden in Siedlinghausen (foto: zoom)

Der 24. Dezember 2019 war ein trüber Tag. Kein Fetzen Blau am Himmel. Dauerregen. Schwimmen im AquaOlsberg. Wo ist Licht?

Als die Kinder noch klein waren, haben wir in manchen Jahren zum “Warten auf’s Christkind” die Modellbahn der Eisenbahnfreunde Siedlinghausen besucht.

Gute Idee! Leider hatte ich nur mein 105-mm-Makro dabei. Schlechte Idee! Die Schärfentiefe ist gering. Am Schienenbus ist gerade noch das Fenster in der Fahrerkabine vorn einigermaßen scharf abgebildet.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, den Zügen zuzusehen, und auch das Finanzamt soll wieder gebrannt haben.

Hinaus in den Dauerregen. Die Remmeswiese in Winterberg war fest in niederländischer Hand. Gelbe Nummernschilder allerorten. Ich war erstaunt, wie viele Menschen sich im Regen bei 4°C auf der Kunstschneepiste tummelten.

Die Menschen warten auf den nächsten Lift. (foto: zoom)

Meine kleine Kamera war in Null-Komma-Nix nass und ich habe die Suche nach dem Licht beendet. Zu Hause warteten die drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Obwohl der Film ein Weihnachtsdauerbrenner ist, hatte ich ihn bis gestern noch nie gesehen.

Meine positiven Erwartungen wurden erfüllt. Spoiler: Aschenbrödel bekommt den Prinzen, und beide reiten auf weißen Pferden im Schnee in den blauen Himmel mit den großen weißen Wolken.

Schöne Bescherung!

Pausenbild: und immer noch nicht weihnachtlich …

Ein Schnappschuss im Winterberger Kurpark: eine Gaststätte, kein Getränk (foto: zoom)

Die Wintersonnenwende findet gefühlt mehrere Wochen von Dezember bis Januar statt; offiziell morgen, am 22. Dezember um 05:19 MEZ.

Am 9. Dezember war die Tageslänge in Winterberg unter 8 Stunden gerutscht, am 4. Januar wird sie erstmals wieder die 9 Stunden erreichen. Am Donnerstag zeigte das Thermometer in der Ruhraue 14°C, unter dem Wintermantel lief mir der Schweiß den Rücken hinunter.

Vorgestern in der Ruhraue: es war schweißtreibend warm. (foto: zoom)

Ich erinnere mich an viele grüne Weihnachten. Das Sauerländer Hitze-Wetter allein ist also noch kein Zeichen für die Klimakrise.

Doch.

Die Polkappen schmelzen, Inseln versinken im Meer, Australien wird von einer Hitzewelle gebeutelt, Dürre- und Starkregenereignisse nehmen zu.

In Winterberg wird das Skigebiet weiter ausgebaut. Das Grundwasser wird weniger, die Schadstoffbelastung steigt. Dürre, Borkenkäfer. Die Fichten sterben.

Während sich am Horizont die Katastrophe abzeichnet, wird der Ski-Zirkus weitergehen. Schneekanonen garantieren bei Minusgraden den Kunstschnee. Skitouristen werden ihre Pisten- und Après-Ski-Partys auf Pistenraupen-gepressten Schneedecken feiern.

Zur Dramatik der Klimakrise siehe u.a. hier:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-die-menschheit-verliert-die-kontrolle-ueber-den-zustand-der-erde-a-1284286.html

Aus welchem Grund sollten die Winterberger Skibarone irgendetwas ändern wollen, solange die Profite aus dem Skitourismus stimmen?

“Immer lustig und vergnügt
bis der Arsch im Sarge liegt”,

singt Udo Lindenberg im Grande Finale.

Warum sollten die Gewinner von heute an morgen denken?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fGsGOFGBlgE

 

Wenn dereinst die rostigen Bügel an den verlassenen Skiliften baumeln, werden sich die Winterberger “Vernunftwende”-Enthusiasten freuen, dass sie im hohen Hochsauerland jedes einzelne Windrad verhindert haben.

Disclaimer: keine Angst, es wird dieses Jahr noch schneien!

Der Kahle Asten heute Abend: Maitemperaturen ohne Blattgrün

Sonnenuntergang auf dem Kahlen Asten bei milden 14°C. (foto: zoom)

Das Wetter haut mich um. Ich kann mich nicht daran erinnern, im Februar bei Frühlingstemperaturen kurz vor Sonnenuntergang auf dem Kahlen Asten spazieren gegangen zu sein.

Ein Mai ohne das Grün der Blätter. Eine Dissonanz, die mich in Unruhe versetzt. Vor zwei Tagen den Frühling in Kassel gefeiert, gestern in Siedlinghausen. Das Foto reiche ich hiermit nach:

Am Ende meiner gestrigen Radtour oberhalb von Siedlinghausen. (foto: zoom)

Der Himmel ist seit Tagen unverschämt blau, mehr als ein dünnes Sommerjäckchen muss ich nicht tragen.

Der Schnee auf dem Kahlen Asten, sonst hüft- oder zumindest kniehoch, ist nahezu verschwunden. Ohne die Kunstschnee-Maschinenindustrie wäre die Ski-Saison im Hochsauerland lausig verlaufen.

Kaum noch Schnee auf dem Kahlen Asten. (foto: zoom)

Während wir uns im Frühling suhlen, generieren die Kunstschneepisten in Winterberg und Willingen (Hessen) immer noch das weiße Wohlfühlerlebnis “Wintersport”. Die Autos aus den Niederlanden, dem Ruhrgebiet, Rheinland usw. stauen sich an den Zufahrten.

Wie lange noch?

Alles eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Solange die “Liftbarone” (umgangssprachlich für die Liftbetreiber) Gewinne einfahren, wird es weiter gehen.

Und danach?

Um Viertel nach vier am Skigebiet Rauher Busch

Die Schneekanonen und die Skifahrer sind am Skihang “Rauher Busch” gleichzeitig aktiv. (foto: zoom)
Die Schneekanonen im Winterberger Skiliftkarussell arbeiten auch tagsüber was das Zeug hält. Der Naturschnee reicht zur Zeit nicht, um akzeptable Wintersportverhältnisse zu schaffen.

Das Bild habe ich heute um Viertel nach vier am Sessellift “Rauher Busch” am Gewerbegebiet Remmeswiese aufgenommen. Es herrschten frostige Temperaturen. Parkplätze waren reichlich vorhanden und auch die Abfahrt war nicht überfüllt.

Wahrscheinlich wird es morgen wieder zum großen Ansturm auf Winterberg kommen.

Noch bis Freitagmorgen laufen nach Angaben des Skiliftkarussells Winterberg die Schneekanonen und Schneelanzen im Dauereinsatz. Die intensive Beschneiung habe die Schneedecke deutlich anwachsen lassen und die Bedingungen merklich verbessert. Bei sehr guter Präparation werde das wechselhafte Wetter am Wochenende den Pisten nicht viel anhaben können. Schneelage und Bedingungen seien stabil.

Die Temperaturen sollen allerdings wieder steigen. Im aktuellen Newsletter des Skiliftkarussells heißt es, dass ab Freitagnachmittag die Temperaturen wieder über null Grad liegen. Der Samstag sei mit wenigen Niederschlägen, die ganz oben auf den Bergen als Schnee fallen könnten, der schönere Tag des Wochenendes. Sonntag ziehe mehr Regen auf. Die gesamte kommende Woche werde erneut frostig und meist trocken. Gegen Ende der Woche könnte es erneut kalt genug sein, um Schnee zu produzieren.

Soweit die Lage.

Außerdem habe ich mich gerade gefragt, ob “Viertel nach vier” die korrekte Groß- und Kleinschreibung ist.

Ab durch den Wald: von Winterberg nach Siedlinghausen

Die Schneekanonen haben in der kurzen Kälteperiode ganze Arbeit geleistet. Bei leichten Plusgraden wurde heute am Rauhen Busch meist Niederländisch gesprochen. (foto: zoom)

Man soll stets das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Heute habe ich meinen “Ältesten” zur Toyota-Werkstatt in Winterberg gefahren. Er hat nach über 20 Jahren schon einmal “Dit und Dat”.

Wie dem auch sei, hatte mir der Wetterbericht trockenes Wetter und Temperaturen über Null vorhergesagt, zwar ohne Sonnenschein, aber ideal zum “Wandern”.

Disclaimer: ich weiß nie, ob ich meine bummelnde Fortbewegung durch den Sauerländer Wald derart sportlich bezeichnen sollte.

“Gehen” träfe es ebenfalls.

Seit 2006 ein offizielles Naturdenkmal – die über 200 Jahre alte Buche am Rauhen Busch. (foto: zoom)

Streckenbeschreibung: Autohaus Pöllmann in der Remmeswiese, Skilift Rauher Busch, Golfplatz, Minenplätze, Marktplätze, Ennert und ab nach Hause.

Überall stehen geblieben. Geguckt, geknipst und im Laufe der Strecke zwei “Dubbels” mit Käse gegessen.

Auf dem Golfplatz war nichts los. Die Gaststätte öffnet laut Aushang erst wieder im Frühjahr.  Kein Kaffee. So blieb mir nur der flache Golfer an der Einfahrt zu Shop und Restauration.

Ein einsamer Flachkamerad am Eingang zum Golfplatz (foto: zoom)

Zwei Stunden lang sind mir keine Menschen begegnet, die Schuhe knirschten in der dünnen pappigen Schneeauflage. Ohne Wasserspeicher und Schneekanonen wäre heute kein Wintersport möglich gewesen. Bis Weihnachten bleibt es wohl bei Plusgraden und Regen.

Eine Wärmeperiode bis Silvester ist jedenfalls nicht ungewöhnlich. Danach darf nichts mehr schief gehen, denn die Marke “Winterberg” hängt vom Schnee ab.

An der Technik wird es nicht scheitern.

Winterberg: Ein Spaziergang durch das Skigebiet

Die Schneekanonen sind im Winterberger Skigebiet, hier unterhalb der Sprungschanze,  aufgestellt. Es fehlen Kälte und Wasser. (foto: zoom)

Es grünt im Winterberger Skigebiet. Bei Temperaturen bis zu 10 Grad plus und nicht vollständig gefüllten Wasserspeichern warten die Skiliftbetreiber auf den Start in die künstliche Beschneiung.

Der Dezember ist, soweit meine Erinnerung nicht täuscht, schon immer ein Wackelmonat gewesen. Milde Temperaturen bis zum Jahresende sind nicht außergewöhnlich. In diesem Jahr kommt noch die Trockenheit hinzu.

Trotz Trockenheit und fehlendem Regen sprudelte Samstag Wasser in den Speicherteich. (foto: zoom)

Der angedachte Saisonstart zum 1./2. Dezember musste ausfallen.

Die Schneelanze bei Möppi produzierte am Sonnabend einen kleinen weißen Haufen, mehr für die Galerie als für die Praxis, denn Winterberg braucht nicht nur Schnee zum Skifahren, sondern auch Schneebilder für die Außenvermarktung.

Ein dünnes Kunstschneeband schlängelt sich bei Möppi den Hang hinunter. Die Schneelanze pustet bei Temperaturen weit über 0° Celsius ein weißes Häufchen on top. (foto: zoom)

Winterberg kann wie andere Skigebiete der Mittelgebirge (Rhön, Harz, Upland) den Saisonstart nicht verlässlich planen. Das wäre kein Problem, wenn der Wintertourismus nach dem Motto “Ist Schnee, dann Ski, kein Schnee, dann eben kein Ski” funktionieren würde.

Aufgrund der großen maschinellen, quasi industriellen, Aufrüstung der Skihänge, funktioniert solch eine Denke nicht. Die Maschinen müssen eine bestimmte Zahl von Tagen laufen, besetzt mit Touristen, die Skipässe kaufen und ihr Geld in den angeschlossenen Skihütten lassen.

Das Konto “Privat” muss gefüllt werden und auch die Kreditgeber wollen bedient werden. Die Anlagen müssen abgeschrieben werden.

Trotz aller Unkenrufe, läuft es für die Skiliftbetreiber hervorragend. Keine Pleite. Keiner nagt am Hungertuch. Klimawandel? Bislang sprechen wir nur von Wetterschwankungen.

Wenn irgendwann in dieser Saison die Schneekanonen angeworfen werden und die Touristen aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden in Winterberg einfallen, klingeln die Kassen und es bleibt nur noch ein Problem:

Kilometerlange Staus auf den Einfallsstraßen in den kleine Ort mit den überdimensionierten Skianlagen und der überlasteten Gastronomie – Erstickungstod durch Erfolg, Dauerpräsenz in den Verkehrsnachrichten.