Umleitung: Kunst und Revolution, Rückfahrkarte für Laschet, Pandemie, Impfen und Moral, (Ex-)Soldaten als Drohpotenzial, Pressefreiheit, Sperrverfügung für Blogger*innen, Satire, Tontechnik und mehr.

Beim Corona-Spaziergang am Wegrand gefunden: ein sogenannter #SauerlandStone. (foto: zoom)

Kunsttagebuch: Das Neue als Wahrnehmungs-Sensation oder Weltanschauungs-Revolution … endoplast

Rückfahrkarte für Laschet: Reden ist Silber. Schweigen ist Gold. NRW-Innenminister Reul weiß das. Er ist ein erfahrener Politiker. Dennoch hält er es für erforderlich, Laschet öffentlich das Amt des Ministerpräsidenten warm zu halten, falls der Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl scheitern sollte … postvonhorn

Lockerungen für Geimpfte: Das macht doch alles keinen Sinn! … scilogs

Darf ich mich impfen lassen? Gestern Abend sprach mich eine junge Freundin an. Sie bräuchte moralischen Rat … unkreativ

Covid-19: Es ist Anfang Mai und wir beobachten die dritte und – wenn es nach mir geht – letzte Covid-19-Welle der Pandemiephase dabei, wie sie bricht … hystprot

“Querdenken”-Szene: (Ex-)Soldaten als Drohpotenzial? … gedankensplitter

Sozialdramen (Satire): Alle weiteren Anzeichen, dass die Wirtschaft gut durch die erste Pandemie kommt (und die Politik daher nichts gegen weitere hätte), wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage … zynaesthesie

Tag der internationalen Pressefreiheit: Blick von außen mit Reporter ohne Grenzen … kwerfeldein

Wachsamkeit dringlich gefragt: eine Diskussion zum „Tag der Pressefreiheit“ … revierpassagen

Medienaufsicht: droht unerwünschten Blogger*innen mit Sperrverfügung …kanzleikompa

Journalismus und Technik: Smartphone Mikrofone – don’t be Shure … ruhrnalist

Döpfner lobbyiert in Brüssel: Axel Springer will noch mehr Leistungsschutzrecht … netzpolitik

Die Kirschblüte in den Zeiten von Corona

Kirschblüte am Möhnesee (foto: zoom)

Ganz vorsichtig kehrt das Leben ins Blog zurück. Die Kirschblüte habe ich schon immer als Zeichen des Frühlings empfunden, ebenso die Magnolien, die gelb blühenden Rapsfelder und spätestens Anfang Mai die jungen Buchenblätter.

Während sich das Frühjahr langsam entfaltet, beschleunigt sich mit ungeheurer Wucht die Corona-Pandemie, exponentielles Wachstum haben wir gelernt, können es aber immer noch nicht richtig begreifen. Ok, vielleicht könnt ihr’s, bei mir hapert es. Ausrechnen kann ich es, aber begreifen, wirklich erfassen? Nö!

Was ich kraft meiner Vorstellung nächste Woche erwarte, passiert oft schon am nächsten oder gar selben Tag. Die heute positiv getesteten Patienten wurden vor mehr oder weniger 10 (?) Tagen infiziert. Nagelt mich bitte nicht auf die “10” fest.

24 Stunden rund um die Uhr “Corona” in den Medien – so man will.

Ich konzentriere mich auf den wochentäglichen Podcast mit dem Virologen Christian Drosten beim NDR:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Die halbe Stunde pro Folge lohnt sich. Dreizehn Podcasts sind inzwischen erschienen.

Vielleicht fällt euch noch eine Sendung/ein Artikel / … ein, die oder den man unbedingt gesehen/gehört oder gelesen haben sollte.

Gute Nacht!

Umleitung: von der Talbrücke Nuttlar über die Bildzeitung, Feyerabend, @die_reklame, RWE, Sojabohnen, eine Stadtführung für Geflüchtete in Hagen zu Haus Hövener in Brilon und mehr …

Die Talbrücke der A46 bei Nuttlar ist nahezu fertiggestellt. (foto: zoom)

In den letzten Wochen habe ich die Verlinkung zu anderen Blogs und Websites vernachlässigt. Dabei war der Vernetzungsgedanke gerade ein Grundpfeiler der Blog-Szene. Lang, lang scheint es her.

Viele Blogs frönen inzwischen ein solitäres Dasein und die Diskussionen sind zu Facebook abgewandert. Dort ist es ja auch leichter, mal eben seine Meinung zu hinterlassen, ohne die vielen Extra-Eingaben auf einem Blog. Name? E-Mail? Einverstanden mit xy? Hat man dann den ganzen Prozess durchlaufen, muss irgendein Admin den Kommentar auch noch freischalten oder gar löschen, denn die Herausgeberin des Blogs haftet nicht nur für die Artikel, sondern auch für die Kommentare. Übel wollende Mitmenschen werden eher den kleinen Blogger/die kleine Bloggerin um die Ecke anpissen, als sich mit den Rechtsabteilungen von Facebook & Co anzulegen.

Sei’s drum. Hier ein Blick in benachbarte Blogs, wobei Nachbarschaft nicht nur geografisch gemeint ist.

Ein Letztes noch. Die Talbrücke Nuttlar (Bild oben) habe ich heute Abend auf einem kleinen Spaziergang fotografiert:

Die im Grundriss gekrümmte Brücke ist insgesamt 660 Meter lang. Sie hat sieben Felder mit Stützweiten von 77,00 m + 95,00 m + 95,00 m + 115,00 m + 97,50 m + 97,50 m + 83,00 m. Die Breite beträgt 28,60 Meter.[3] Der Überbau ist eine Stahlverbundkonstruktion.

Es wurden sechs Pfeilerpaare errichtet. Die Pfeiler sind maximal 108 Meter hoch. Sie sind paarweise leicht zueinander geneigt und durch Querriegel verbunden.

Der Schlebornbach wird an der höchsten Stelle bei 115 Metern überbrückt. Dies ist die höchste Überbrückung in Nordrhein-Westfalen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Talbr%C3%BCcke_Nuttlar

Sechs Wochen als Gehbehinderter – oder: Von der Zerrissenheit der Gesellschaft … welchering

BILD – Vorfeldorganisation der AfD: Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Bild-Zeitung nicht versucht, die Institutionen und Repräsentanten des Staates verächtlich zu machen und ihre Leser gegen sie aufzuhetzen … sprengsatz

Aguma, Harburg und die Sojabohne: “Lebensmittel” aus Harburg …harbuch

Now we’re done! (It’s time for Feyerabend) / Jetzt aber Feyerabend: Paul Feyerabends Essay “Against Method” von 1975 taucht selten auf, wenn Wissenschaftler*innen versuchen, ihr jeweiliges spezifisches Forschungsprojekt zu kontextualisieren und zu begründen. Ich meine, es als positiven Bezug in einem zu begutachtenden Antrag noch nicht gelesen, in einem Vortrag noch nie gehört zu haben … publicHistory

Ein paar Gedanken zur @die_reklame: Nach einigen Monaten @die_reklame und tausenden Werbeanzeigen haben sich ein paar Erkenntnisse angesammelt. Zuerst die wichtigste: Das Projekt entwickelt sich durchaus erfolgreich und steht momentan bei ca. 1300 Followern auf Twitter. Das sind mehr als wir gedacht haben und es macht auch immer noch richtig Spaß … schmalenstroer

RWE gegen den Rest der Welt: der Hambacher Forst und die Braunkohle-Debatte … demokratiefsinn

Lachen und lernen vom Weinberg bis in den Weltraum: ein kleines Loblied auf die unverwüstliche „Sendung mit der Maus” … revierpassagen

Hagen kennenlernen – Stadttour für Geflüchtete: Zu einer Stadttour, um Hagen kennenzulernen und sich besser zu orientieren, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) geflüchtete Menschen am Donnerstag, 11. Oktober, von 16 bis 18 Uhr ein. Der Treffpunkt ist vor dem Eingang des Ratskellers und die Teilnahme kostenfrei … doppelwacholder

SBL/FW besucht das Museum Haus Hövener: Wer ein Faible für Altes hat … sollte sich einen Besuch im Museum Haus Hövener in Brilon auf keinen Fall entgehen lassen, und auch nicht die Führung durch Carsten Schlömer, den jungen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Hauses! Klasse! … sbl

Zehn Jahre sind lang: Der Webspace ist voll :-(

Und ab … in die Blogpause … (archiv: zoom)

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, und ich habe es geschafft, kurz vor dem Blog-Geburtstag am 5. August 2018 den Webspace bis zum fast letzten Byte der paar GigaBytes zu füllen.

Neue Bilder und andere Dateien kann ich zur Zeit nicht hochladen, aber wenn alles gut geht, wird der Platz noch vor morgen Früh erweitert.

Diese paar Zeilen Text müsste die Datenbank noch fressen. Den Clown habe ich aus dem Archiv abgeholt. Sollte passen.

Bis bald in alter Frische.

Twitter-Widget gelöscht

Da ich nicht sicher bin, welche Daten das “embedded”, also eingebettete, Twitterwidget absaugen könnte, habe ich es gelöscht. 

Meine Twitter-Favoriten wurden bislang oben auf der rechten Seitenleiste angezeigt. Jetzt nicht mehr. Langsam aber sicher werden die Fremddienste hier im Blog immer weniger.

Kopfzerbrechen bereiten mir die eingebetteten Youtube-Videos. Saugen sie Daten ab, sobald eine LeserIn das Blog aufruft oder erst, wenn der Artikel selbst bzw. das Video angeklickt wird?

Ich denke drüber nach.

Umleitung: von der SPD als Häufchen Elend über die Proteste gegen das neue Polizeigesetz zur Qualität der Gewässer im Hochsauerlandkreis

Exponate in der Ausstellung “Kohle weg?!” auf Ebene 2 des Dortmunder U: #Keine Armut in verschiedenen Sprachen (foto: zoom)

NRW-SPD: Nur noch ein Häufchen Elend … postvonhorn

Regenbogenpresse: Funke will weiter Wolf bleiben, aber für Schaf gehalten werden … uebermedien

Wie kann man kontroverse Diskussionen im Blog-Kommentarteil sinnvoll gestalten?: Ein Meta-Beitrag zum Umgang mit Kommentaren auf “Relativ einfach” … scilogs

Hayden Whites praktisches Erbe: Der kontroverse und zugleich äußerst einflussreiche Historiker Hayden White ist im März diesen Jahres verstorben. Whites Theorie über den poetischen Charakter der Geschichtsschreibung hat Historiker gezwungen, das Verhältnis zwischen Geschichte und Fiktion zu überdenken … publicHistory

München: 40.000 protestieren gegen neues Polizeigesetz … netzpolitik

Der Roboter, dein Freund und Helfer: Abteilung “Neue Arbeitswelten” in der Dortmunder DASA umgekrempelt … revierpassagen

Qualität der Gewässer im Hochsauerlandkreis: Aus Sicht der Kreistagsfraktion Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW) bestehen vielerlei Gründe, sich Sorgen um die Qualität der Gewässer im Hochsauerlandkreis zu machen … sbl

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und mein Blog – ich bastele und lösche dann mal …

Die Datenschutz-Grundverordnung gilt in allen EU-Mitgliedstaaten ab dem 25. Mai 2018. Das bedeutet, dass ich auch dieses Blog hier DSGVO-konform gestalten muss.

Es herrscht eine gewisse Nervösität in der Blogossphäre, denn niemand möchte nach dem 25. Mai Opfer eines Abmahnanwalts werden.

Halt, Stopp! Das ist nicht alles.

Außerdem möchte ich nämlich, dass die LeserInnen wissen, dass wir (ich zähle stillschweigend alle Co-AutorInnen mit) den Datenschutz verstehen und ernst nehmen.

Für mich ist es eine Erleichterung, dass dieses Blog nicht kommerziell ist. Ich verdiene kein Geld, sondern zahle im Gegenteil brav die Miete für den Webspace und die Domains an meinen Provider.

Ich habe in den letzten Tagen etwas getan, was ich schon vor der DSGVO hätte tun sollen, auch wenn ich in der jetzigen Datenschutzerklärung auf die Mechanismen hingewiesen habe: ich habe alle PlugIns, AddOns und andere Helferlein, die Nutzerdaten wie IPs bspw. in die USA übertragen, soweit mir bekannt, gelöscht.

“Soweit mir bekannt” – jetzt muss ich mein Blog noch genauer durchforsten, um herauszufinden, ob es noch weitere Zusatzprogramme enthält, die unzulässig sein könnten.

Anders herum muss ich vielleicht Zusatzprogramme installieren, die nutzerbezogene Daten löschen bzw. anonymisieren. Müssen möglicherweise IPs gekürzt werden? Diese fallen ja automatisch an, ob ich es will oder nicht. Jemand kommentiert – zack wird auch eine IP übertragen.

Ich höre an dieser Stelle auf. Am Ende des Prozesses, so habe ich es jedenfalls verstanden, findet jeder Leser und jede Leserin unter dem Menüpunkt “Datenschutz” eine DSGVO-konforme Erklärung, welche Daten aus welchem Grund anfallen und was mit ihnen passiert.

Meine Löschorgie habe ich gestartet, nachdem ich mich auf dem blogmojo eingelesen hatte.

Es gibt noch mehr zu lesen und umzusetzen. Falls ihr einen oder mehrere Hinweise habt, lese ich diese auch sehr gerne.

Firmen haben Rechtsabteilungen und Datenschutzbeauftragte und Geld – BloggerInnen wie ich haben 1. und 2. nicht und 3. Verluste aus dem Betrieb des Blogs.

Man nennt das Hobby.

Soweit erst einmal. Ich habe gefühlt ein Zehntel der Arbeit geschafft, werde aber Stück für Stück das Blog bis zum 24. Mai an die DSGVO anpassen.

Mein Nachbarblogger Jan fastet digital: meine 5 Cent

Blickrichtung Olsberg und dann noch einmal etwas mehr nach Nordosten. Da schreibt Jan (foto: zoom)

Als ich die Tage durch die Blogs streifte, habe ich entdeckt, dass mein Nachbarblogger Jan “wiederauferstanden” ist. Rechtzeitig zu Ostern.

Was Jan über seinen digitalen Konsum schreibt, kommt mir bekannt vor: “In der Vergangenheit habe ich wirklich alles mitgemacht, was irgendwie im Internet entweder gerade Trend war oder mir speziell zugesagt hat.”

Ja, wir haben keine Party ausgelassen und alles geraucht, was an Nullen und Einsen durch die Kupferkabel getickert kam, bis zum digitalen Burnout.

Die Sinnfrage!?

“Da ich Privat in den vergangenen Jahren mein Leben im positiven Sinne extrem umgekrempelt habe, bin ich in den verschiedenen Netzwerken nicht mehr so aktiv wie früher und nutze den Computer zwar noch häufig, aber nicht mehr in dem Umfang wie früher.”

Ärmel hochkrempeln, Daumen anfeuchten und die DEL-Taste drücken:

Raus aus den Foren, Websites löschen, das Google-Universum schrumpfen, Facebook und Instagram deaktivieren; einen sicheren E-Mailanbieter checken.

“Meine gewonnen Zeiten werde ich nun mit abschalten und relaxen verwenden. Ich habe in den letzten Monaten nämlich mitbekommen, dass weniger mehr ist…”, sagt Jan und ich drücke ihm die Daumen, denn ich merke, dass wir ähnliche Gedanken hatten und haben.

Nun ja, so wie Jan gleich den kompletten Inhalt der eigenen Website ins Nirwana verfrachten – das kann ich nicht. Die eigene Website war mir in den letzten nahezu 10 Jahren wichtiger als Facebook, Twitter und Co.

Aber der Rest? Was habe ich selbst gemacht?

WhatsApp -> weg!

Instagram -> weg!

Snapchat -> weg!

Eine Menge Newsletter -> abbestellt!

Sogar das kaputte Smartphone habe ich “nur” durch ein Tablet ersetzt. Anrufen kann man mich zu Hause oder auch nicht. Fotos mache ich zu 98% mit meiner klobigen Spiegelreflex-Kamera.

Die Integration der Funktionen des Smartphones habe ich wieder auf verschiedene Medien aufgeteilt.

Stift, Blog, Buch, Aufnahmegerät, Kamera, Telefon, E-Mail, Desktop-Computer.

Jan: “Ich werde euch auf dem laufenden halten, wie ich das “Digitale Fasten” durchhalte.”

Mach das bitte, auf jeden Fall!

Blogger, ihr habt nichts zu verlieren: “Do it for the lulz!”

Das postmoderne Biedermeier neben der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel (foto: zoom)

Nach einer Woche in meiner zweiten Heimat, abseits des Blogs, wage ich mich mit einer kleinen Anzeige zurück in die Blogosphäre. “Do it for the lulz!” erwischte mich auf einem Streifzug durch das Hamburger Schanzenviertel.

Erbloggtes, die/den die LeserInnen aus der Diskussion über Plagiate bei akademischen Titeln kennen sollten(!), hatte sich Gedanken über Sinn und Unsinn des Bloggens gemacht.

“Er bloggte sich zeitweise um Nachtschlaf, Gesundheit, Wohlbefinden. Aber warum? Warum bloggt jemand? Warum bestimmte Themen? Angelika Schoder hat ironisch vorgeschlagen: „Mach es für die Reichweite!“, um damit eine Position in einer Twitter-Debatte zu kritisieren, die sich um Arbeit und Bezahlung in der Wissenschaft und im Internet dreht.”

Tja, warum bloggen wir? Geld? Ruhm? Karriere? Langeweile?

Keine Ahnung, aber lest hier weiter: “Do it for the lulz!”

Das 10. Bloggerjahr starte ich im Faulenzermodus.

Abenddämmerung im Blog? Manchmal reizt es mich, einfach den OFF-Schalter zu drücken. (foto: zoom)

Am 5. August 2008 habe ich die ersten kleinen Versuche unternommen, das Blog zu starten. Somit hat dieser Webauftritt vor vier Tagen in aller Stille seinen 9. Geburtstag gefeiert und befindet sich nun im 10. Lebensjahr.

Ich würde gerne ein schlaues Fazit ziehen, kann es aber nicht, daher nur ein paar Gedanken.

Blogs oder Weblogs bzw. Webtagebücher habe ich in den vergangenen Jahren kommen und gehen sehen. Der große Gedanke der Vernetzung und rückgekoppelten (politischen) Diskussion, so er denn nicht nur bei mir im Kopf war, ist meiner Meinung nach gestorben, obwohl es auch heute noch viele interessante Blogs gibt.

Diskussionen finden zum großen Teil auf Facebook, Twitter und Co statt. Heftig, aber trotzdem flüchtig, verschwinden die Inhalte oft schon nach Tagen oder Stunden im großen Rauschen der kommerziellen Plattformen, die das Erregungspotenzial ihrer UserInnen abschöpfen.

Auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise konnte ich Facebook nicht mehr ertragen. Ich meldete meinen Account ab. Jetzt bin ich zwar wieder ON, aber aus politischen Gründen. Wer sich für Politik interessiert, kann den Marktplatz der Meinungen nicht meiden, nur weil dort betrunkene Nazis in die Ecken kotzen.

Zurück zum Blog. Leider hat sich bei mir im letzten Jahr ein Überdruss an Lokalpolitik eingeschlichen. Ich weiß, dass das nicht gut ist für ein Blog, welches “Politik, Medien und Kultur” als thematisches Motto führt.

Es hat mir mal Spaß gemacht, Medienkritik zu versuchen/veranstalten/schreiben, aber die geballten Schützenfestartikel unserer Lokalpresse haben mich erstickt.

Was die Lokalpolitik angeht, hatte ich ebenfalls einige Illusionen. Die größte Illusion war die Hoffnung, dass die SPD im schwarzen Sauerland eine Oppositionspartei sei, die ein Interesse daran habe, (öffentlich) nach §21 GG an der politischen Willensbildung mitzuwirken.

 

Das hört sich beim ersten Korrekturlesen sehr negativ an.

Warum mache ich trotzdem weiter?

Erstens: das Blog hat sehr aufmerksame LeserInnen.

Zweitens: das Blog hat gute KommentatorInnen.

Drittens: das Blog hat sehr gute AutorInnen.

Viertens: das Blog ist inzwischen mehr als ich.

Fünftens: das Blog bleibt, denn eigentlich musste ich mir nur kurz den Frust von der Seele schreiben.

Sechstens: Politik, Medien und Kultur sind heute spannender denn je.