Umleitung: Dem Ego ist nichts heilig, Menschenrechte, ein Kardinal als Verschwörungsmysthiker, Click-Bait mit Neonazis und mehr …

Wanderung mit Abstand (foto: zoom)

Spiritualität auf Abwegen – dem Ego ist nichts heilig: Auch mit Yoga und Achtsamkeitsmeditation holt es sich Bestätigung. Der Psychologe Scott Barry Kaufman hat darin eine neue Form von Narzissmus entdeckt … spektrum

Menschenrechte: Ägypten verurteilt berühmten Blogger Alaa Abd el-Fattah zu fünf Jahren Haft … netzpolitik

Vom Vertuscher zum Verschwörungstheoretiker: Kardinal Müller radikalisiert sich weiter … hpd

Click-Bait bei „Ruhr24“: Wäre ein nach ihm benannter Platz nicht eine „schöne Erinnerung“ an einen Neonazi? … uebermedien

Exponentielle Entwicklungen, oder: sich auf die einfachen pandemischen Dinge besinnen … scilogs

Widerstand heißt lernen und kreativ werden: Jugendliche aus der Nordstadt folgen den Spuren der Edelweißpirat:innen in Dortmund … nordstadtblogger

Szenisch demontiert, musikalisch erhöht: Mozarts römischer Kaiser Titus an der Rheinoper Düsseldorf … revierpassagen

Rederecht für Minderheiten: Am 08.12.2021 wurde in Münster bei Oberverwaltungsgericht (OVG) über eine Klage von 5 Briloner Ratsmitgliedern verhandelt, das Bedeutung auch für viele andere Kommunen in NRW hat … sbl

Paderborner „Hirten unter Hitler“
Das folgenreiche Aufklärungsbuch von Wolfgang Stüken ist als Neuedition der Reihe „Kirche & Weltkrieg“ endlich wieder im Buchhandel

Buchcover: Wolfgang Stüken, Hirten unter Hitler

Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte sich die erzbischöfliche Kirchenleitung in Paderborn jahrzehntelang immun gegenüber Kritik an ihrem Verhalten in der NS-Zeit. Den harten Panzer des Schweige-, Vertuschungs- und Beschönigungskomplexes hat kein Theologe oder Historiker, sondern ein katholischer Journalist aufgebrochen.

(Presseinformation „edition kirche & weltkrieg“, 18.12.)

Jetzt liegt eine – unter Mitarbeit von Bodo Bischof betreute – Neuauflage des lange vergriffenen Werkes (Erstauflage 1999) vor:

Wolfgang Stüken: Hirten unter Hitler.
Die Rolle der Paderborner Erzbischöfe Caspar Klein und Lorenz Jaeger in der NS-Zeit (Kirche & Weltkrieg – Band 12). Norderstedt: BoD 2021.
ISBN: 978-3-7557-6020-7 (Seitenzahl 424; Paperback; Preis 13,90)
Überall im Handel bestellbar; oder direkt hier (mit Leseprobe von Inhalt und Einleitung oben links):
https://www.bod.de/buchshop/hirten-unter-hitler-wolfgang-stueken-9783755760207

Zu dieser Neu-Edition 2021:
In Sachen Hitler wurde von den Paderborner Erzbischöfen gern Gott bemüht. Die Träger von Staats- und Kirchengewalt seien „Stellvertreter und Bevollmächtigte Gottes“ und „gottgesetzte Autoritäten“, predigte Caspar Klein 1934 den mehr als 1,5 Millionen Katholiken seiner Diözese. „Vorwärts im Namen des Herrn!“ lautete die Parole, die Klein Anfang 1940, nach Hitlers Überfall auf Polen, an seine zur Wehrmacht einberufenen Priester und Theologiestudenten ausgab. Und: „Wer in einem Kriege pflichtmäßig die Waffen trägt, ist eingefügt in die Pläne des allmächtigen, allweisen und allgütigen Völkerlenkers.“

Als Hitlers Reich in Trümmern lag, berief sich der Paderborner Oberhirte – nun war es Kleins Nachfolger Lorenz Jaeger – erneut auf Gott. „Wie einst dem Moses unter Blitz und Donner auf dem Berge Sinai das Gesetz Gottes gegeben wurde, so verkündete uns Gott im Krachen der Bomben und der Granaten, was sein heiliger Wille ist.“ Der von Hitler angezettelte Krieg mit seinen Millionen Toten – für Jaeger waren es „unvergessliche Exerzitien, die unser Herr und Gott selbst uns hielt“. Wer solche Deutungen von den Kanzeln verlesen ließ, dem stellte sich die Frage nach eigener Verantwortung und Kriegsbeihilfe nicht.

Im Jubiläumsjahr 1999 der Kirche von Paderborn – 1200 Jahre Bistum – legte der Journalist Wolfgang Stüken (Jg. 1953) seine Recherchen über die Rolle der beiden Paderborner Erzbischöfe in der NS-Zeit vor. Sein folgenschweres Buch „Hirten unter Hitler“ hat den Boden für eine kritische Sichtweise grundgelegt. Es wird durch diese Neuedition – nebst einem einleitenden Überblick zum Debattenstand nach zwei Jahrzehnten – wieder zugänglich gemacht.
(Kirche & Weltkrieg – Band 12; https://kircheundweltkrieg.wordpress.com/ )

Zum Autor:
Wolfgang Stüken, geboren 1953 in Hamm, im Sauerland aufgewachsen, lebt und arbeitet als Journalist in Paderborn, 1975-2013 Redakteur der Tageszeitung „Neue Westfälische“, 1999 Veröffentlichung des Buches „Hirten unter Hitler“, in der Heimatzeitschrift „Warte“ u.a. Publikationen zum größten Fest des Erzbistums Paderborn während des Dritten Reiches und zur NS-Vergangenheit des früheren Paderborner Stadtdirektors Wilhelm Sasse sowie des Künstlers Josef Dominicus, Mitarbeit am Buchprojekt „Für ein erneuertes Verhältnis von Christen und Juden“ zum 25jährigen Bestehen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn (2012); als Vorstandsmitglied des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises Paderborn-Belleville Mitherausgeber und einer der Autoren des Sammelbandes: „Auf nach Amerika!“ Band 3: Zur Amerika-Auswanderung im 19. Jahrhundert (2008). Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen, u.a. zum Chicagoer Erzbischof Kardinal George William Mundelein (1872-1939), der Nachfahre eines Paderborner Auswanderers war und 1937 in einer Aufsehen erregenden Rede Hitler einen „schlechten Tapezierer“ nannte. 2020/2021 mehrere Zeitschriftenartikel zu einem Paderborner Wahrzeichen, dem fünf Jahrhunderte alten „Drei-Hasen-Fenster“ im Dom-Kreuzgang.

Umleitung: Corona- und Klimawandelleugner, Biokunststoffe nicht ganz bio, Versammlungsgesetz, Goethe-Institut, Peter Paul Rubens und der jüdische Friedhof in Wickede

Demo gegen das Versammlungsgesetz in Köln Ende Oktober (fotoarchiv: zoom)

Die Corona-Leugner, der Bundestag und die AfD: Was wir seit dem Frühjahr 2020 auf den Straßen und im Netz erleben, ist zutiefst besorgniserregend – und sagt viel aus über das Weltbild der AfD … jüdischeallgemeine

Leugnen, bis die Erde brennt: Das Netzwerk der Klimawandelleugner … rnd

Warum Biokunststoffe nur eingeschränkt “bio” sind: Bezeichnungen können irreführend sein, das gilt auch für „Biokunststoff“. Darunter subsumiert man drei unterschiedliche Kunststoffgattungen … scilogs

Nordrhein-Westfalen: Restriktives Versammlungsgesetz steht kurz vor Verabschiedung … netzpolitik

Der alte jüdische Friedhof ist heute eine Gedenkstätte: In Dortmund-Wickede wurden schon im Jahr 1931 jüdische Kindergräber geschändet … nordstadtblogger

Goethe-Institut: auf Wellenlänge der neuen Außenministerin … revierpassagen

Online-Vortrag über Peter Paul Rubens: Einen kostenlosen Online-Vortrag über den Maler Peter Paul Rubens, vorgetragen von Dr. Mirjam Neumeister aus der Pinakothek München, bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 16. Dezember, von 18 bis 19.30 Uhr an … doppelwacholder

Umleitung: U.a. vom Holländerholz über den sterbenden Wald zu säkularen Sozis und der hellen Pracht im Kohlenbunker.

„Holländerholz“ – Hinweismarke am Plackweg (foto: zoom)

holländerholz, n. groszes holz für den schiffbau: unter dem kiefernholze giebt es sogenanntes Holländerholz zu sechzig, siebenzig, achtzig füszigen stämmen, .. auch finden sich darunter besonders solche, die wegen ihres festen, etwas wimmerichten, aber vollkommenen schaftes eben die recht guten und groszen masten geben. Heppe jagdlust (1784) 3, 397. … GrimmsWörterbuch

Die CDU gibt sich zum Plündern frei: Die Kandidaten sind untauglich, weil sie den Niedergang der Partei mitverschuldet haben … postvonhorn

Freie Sachsen: Pandemie-Proteste nur als Vorwand … blicknachrechts

Wie fühlt sich ein sterbender Wald an? Interview mit Torsten Schäfer, Hochschullehrer für Umwelt- und Klimajournalismus … riffreporter

Vorbild für nachhaltige Entwicklung: Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften ausgezeichnet … doppelwacholder

Sprecherkreis des Netzwerks der Säkularen Sozis NRW: Kotau vor den Kirchen – Quo vadis, SPD? … hpd

mRNA-Impfstoffe 2.0: Eine neue Idee aus der Bionik … scilogs

Geschlossene Hochschulen unter Taliban: Exil-Afghanen wollen Online-Universität in Frankfurt gründen … hessenschau

Die helle Pracht im Kohlenbunker: „Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr“ auf Zeche Zollverein … revierpassagen

Nicht auf Zuschüsse für Kitas verzichten! Bei mehreren Neubauten von Kitas im HSK wurde in den letzten Jahren beschlossen, auf die Bundes- und Landesmittel für neue Kita-Plätze komplett zu verzichten. Stattdessen entstanden zusätzliche Mietkosten, und dafür erklärte der HSK sogar seinen Beitritt zum Mietvertrag, für 20 Jahre. Im Ergebnis müssen dann die ausfallenden Zuschüsse von bis zu 4 Mio Euro je neuer Kita durch kommunale Mittel ersetzt werden. Das ist eine für den Kreis und die Gemeinden sehr teure Lösung … sbl

Umleitung: Coronaleugner, Impfpflicht, Gewalt an Frauen, ein Trip nach Dortmund, nachhaltige Mobilität und ein Ohrensessel.

Der Scooter (foto: zoom)

Eine „gespaltene“ Gesellschaft? Wir starren auf eine laute Minderheit von Schreihälsen – aber auch die Mehrheit hat Rechte … misik

Sozialpsychologin Lamberty: Angst vor Radikalisierung „kein Argument gegen eine Impfpflicht“… deutschlandfunk

Coronaleugner: Der internen Logik nach zählt bei manchen nur noch Gewalt … blicknachrechts

„Orange Your City“: Mehr als 60 Unternehmen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen … nordstadtblogger

Im Schlepptau der Tourismus-Werbung: Wenn die Badische Zeitung einen Trip nach Dortmund empfiehlt … revierpassagen

Buchtipp: „Nachhaltige Mobilität für alle“ des Wuppertal Instituts … doppelwacholder

Der Ohrensessel, der keiner war: In meiner Erinnerung ist er dort schon immer gewesen, seitdem ich denken kann. Wir können aber rückwärts nicht weit denken … paralipomena

„Aufruf an Zeitzeugen – Wer kann helfen?“
„Westfalenpost, Zeitung für das Hochsauerland“, 16.11.2021

„Infos bitte an Henning Borggräfe von den Arolsen Archives
unter 0569 – 629 325 oder unter https://arolsen-archives.org/.“

Und wieder wurde mir ein „Hinweis aus der Bevölkerung“ zugeschickt. Diesmal war es der Zeitungsartikel „Suche nach toten Zwangsarbeitern. Nach Kriegsende soll ein Mann aus Padberg zwei sowjetische Zwangsarbeiter im Rheneggerfeld erschossen haben. Historiker suchen das Grab und bitten um Hilfe“ von Benedikt Schülter.

In diesem Artikel lese ich so oft die Sprache der Toten, daß mir ganz schwindelig wird. Es sind vier Tote, die in diesem Artikel sprechen: Zunächst Jagos Zečević und Nadja Klimenko. Jagos Zečević ist der einzige mit Geburts- und Sterbedatum auf seinem Grabstein und der einzige Jugoslawe auf Meschedes Waldfriedhof, „Umgebettet von einer Weide in Schederberge5 lt. Erlaß des IM NW vom 13.02.79, I C 4/ 18 – 86.12“; Nadja Klimenko starb entweder an „Selbstmord durch Erhängen“ (Meldung des Staatsanwaltes in Arnsberg vom 19.12.1949, Aktenzeichen 2 AR 69/45) oder an „Lungen-TBC“ (Meldung eines Todesfalles des Amtsdirektors Bestwig vom 6.2.1950).

Wie kommt ein Kriegsgefangener am Tag seiner Befreiung in seinem „Wohnort“ in eine Weide und wie starb Nadja Kimenko? Aktenzeichen XY ungelöst!

Alles lesen:

 

Arolsen Archives in Kooperation mit Borussia Dortmund: „Fußballer im Fokus“

Cover der Broschüre „Fußballer im Fokus“ (Fotocredit: Arolsen Archives)

Die Arolsen Archives präsentieren die Publikation „Fußballer im Fokus: Bildungsmaterial zu Sport, Verfolgung und Erinnerung“, die in Kooperation mit Borussia Dortmund und Dr. Andreas Kahrs erarbeitet wurde. Sie richtet sich insbesondere an Faninitiativen und Fanclubs.

Die Arolsen Archives präsentieren die Publikation „Fußballer im Fokus: Bildungsmaterial zu Sport, Verfolgung und Erinnerung“, die in Kooperation mit Borussia Dortmund und Dr. Andreas Kahrs erarbeitet wurde. Sie richtet sich insbesondere an Faninitiativen und Fanclubs.

Während des Zweiten Weltkriegs standen auch Fußballer in zahlreichen europäischen Ländern im Fokus der nationalsozialistischen Verfolgung. Als jüdische Sportler, als politische Gegner oder als Widerstandskämpfer wurden sie in deutsche Lager verschleppt. Die vorliegenden Materialien greifen unterschiedliche Biografien dieser – manchmal bekannten, manchmal unbekannten – Sportler auf und geben die Möglichkeit, sich über ihre individuelle Verfolgungsgeschichte der Geschichte einzelner Lager und der Besatzungssituation in Europa zu nähern.

Zwölf Kurzbiografien geben einen Einblick in das Leben der Fußballer in der Vorkriegszeit und eröffnen ein Panorama der ersten Hochphase des europäischen Fußballs. Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus eröffnen einen fragenden Zugang zu der Praxis der NS-Verfolgung und den Leidenswegen der Menschen, die eine Sache vereinte: Sie waren Fußballer. Die Bildungsmaterialien sind geeignet für den Einsatz in der schulischen und außerschulischen Bildung.

Spurensuche in der eigenen Stadt

Die Bildungsmaterialien sind geeignet für den Einsatz in der schulischen und außerschulischen Bildung. Sie enthalten einen Vorschlag zur Gestaltung eines Projekttages, der vermittelt durch den Bezug zum geliebten Spiel mit dem Ball einen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus bietet. Die Auseinandersetzung mit den Quellen erfolgt auch mithilfe online-basierter Tools. Weiterführende Hinweise laden dazu ein, sich auf eine Spurensuche zu verfolgten Sportlerinnen und Sportlern aus der eigenen Stadt zu begeben oder die Rolle des eigenen Vereins im Nationalsozialismus zu erforschen.

„Fußballer im Fokus“ steht hier zum Download bereit oder kann für 3 Euro per E-Mail bei den Arolsen Archives bestellt werden: id@arolsen-archives.org.

Stimmen zur Publikation

Dr. Henning Borggräfe, Abteilungsleiter Forschung und Bildung der Arolsen Archives (Fotocredit: Arolsen Archives)

Dr. Henning Borggräfe (Abteilungsleiter Forschung und Bildung, Arolsen Archives): „Unser Archiv bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für historisches Lernen über die nationalsozialistische Verfolgung mit Bezug zur eigenen Lebenswelt. Hierfür entwickeln wir Bildungsmaterial, das ohne breite Vorkenntnisse direkt eingesetzt werden kann. Einen dieser Lebensweltbezüge vermittelt der Fußball – der BVB ist daher für uns ein idealer Partner.“

Daniel Lörcher (Leiter CR, Borussia Dortmund): „Die Kooperation mit den Arolsen Archives ist ein toller nächster Schritt in unserer Arbeit. Wir konnten unsere langjährigen Erfahrungen aus Workshops und Ansprache mit einfließen lassen und freuen uns, wenn viele Faninitiativen, Fanprojekte und Vereine die Materialien für ihre eigenen Projekte nutzen.“

Dr. Andreas Kahrs (Historiker, AK Projekte): „Der Fußball bietet eine tolle Anknüpfung für das historische Lernen und die Erinnerungsarbeit. Mit dem Blick auf die Biografien ergeben sich faszinierende und auch erschreckende Erkenntnisse. Einerseits wird die oft vergessene Rolle von jüdischen Sportlern bei der Entwicklung des Sports deutlich. Andererseits wird uns bewusst, welchen unglaublichen Verlust der Holocaust und der Zweite Weltkrieg auch speziell für die Welt des Sports bedeutet haben.“

Umleitung: Dürkopp, die fünfte Welle, Corona-Warn-App, Energiewende, ein Denkmal für Gastarbeiter:innen, Juristenwahn, Mief und das Leben ist kein Wunschkonzert.

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern: Dürkopp-Rennrad aus den 30er (?) Jahren des letzten Jahrtausends. Siehe 1. Link. (foto: zoom)

Dürkopp Adler: Die Jahre 1933–1945 … wikipedia

Trauma der Erinnerung: Anton Kusters‘ Fotografien des blauen Himmels über den Orten der Konzentrationslager … revierpassagen

Corona: Die fünfte Welle ist bereits in Arbeit … postvonhorn

Infektionsschutzgesetz: Corona-Warn-App könnte Luca bald obsolet machen … netzpolitik

Das Leben ist kein Wunschkonzert: Schaumschläger können noch so viele Phantasiegeschichten verbreiten, die Wirklichkeit wird davon leider nicht weggehen … misik

Energiewende und das Klima: Wie schaffen wir ein stabiles Stromsystem aus schwankenden Quellen? … scilogs

Mief (Satire): Gucken Sie mal eben nach, ob der noch lebt, und wenn er noch nicht tot ist, dann fragen Sie mal, ob er auftreten kann. Aha. Seit wann? Dann hat sich das wohl erledigt. Müssen wir die nächste Sendung mit Gottschalk irgendwie anders hinkriegen … zynaesthesie

200.000 Dortmunder:innen haben einen Migrationshintergrund: Ein Denkmal für Gastarbeiter:innen – Beteiligungsprozess für Ort und Gestaltung … nordstadtblogger

Juristenwahn im Kleinstgedruckten: Sparkasse will Zustimmung ihrer Kunden zu einem 92-seitigen (!) Dokument – Sonst droht die Kündigung … doppelwacholder

Umleitung: Europa ist tot, Corona-Trottel, Pandemie und FDP, Graffiti in der Nordstadt, Westdeutsche Worte und dein Bücherregal.

We’re all mad here: Katzenbild in der Unterführung am Holländischen Platz in Kassel (foto: zoom)

Europa ist tot: Der Historiker Jürgen Zimmerer über die Berliner Republik und die Kolonialismus-Debatte … medico

Coronakrise in Österreich: Mit Trotteln reden bringt nichts … taz

Die Pandemie überrollt die FDP: Corona blüht. Deutschland verdorrt. Das Land leidet zweifach – unter dem Virus und den Ideologen, vor allem unter denen der FDP … postvonhorn

Graffiti-Projekt: 160 Kinder und Jugendliche verschönern Fassade in der Dortmunder Nordstadt … nordstadtblogger

„Dein Bücherregal verrät dich“: Grant Sniders Cartoons aus der Lesewelt … revierpassagen

Westdeutsche Worte: Autowandern … schmalenstroer

Meschede gedenkt der Pogromnacht von 1938

So viele Teilnehmende wie nie zuvor hatte der Mescheder Schweigemarsch am 9. November zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938. Etwa 250 Personen besuchten die unterschiedlichen Stationen.

(Gastbeitrag: Verein Bildung und Freizeit)

Allein das Städtische Gymnasium war mit 100 Teilnehmenden, Schülern, Eltern und Lehrern, gekommen. Die Schule hat das Thema in ihren Lehrplan aufgenommen.
 
Nach der Eröffnung durch Guido Hügen vom Benediktinerkloster trugen Schülerinnen des Gymnasiums einen Text vor, der ihre Motivation zum Ausdruck brachte: Sie wollen „angesichts über 200 antisemitisch motivierter Übergriffe im Jahr 2021 in der BRD ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.“ Sie wollen der Mescheder Opfer des Novemberpogroms von 1938 gedenken und mit der Erinnerung „einen Grundbaustein für eine bessere Zukunft legen.“

Im Anschluss an den Schülerbeitrag sprach der evangelische Pfarrer Dirk Schmäring über 1700 Jahre Geschichte jüdischen religiösen Lebens in Deutschland.

Der Schweigemarsch zog zum jüdischen Friedhof in der Beringhauser Straße, wo am Gedenkstein Jugendliche von der kurdischen Gemeinde an die Meschederinnen und Mescheder erinnerten, die im Zusammenhang mit der Judenverfolgung verschleppt und ermordet worden sind.

An der nächsten Station, dem heutigen Bürgerzentrum Synagoge, erinnerte der Verein Bildung und Freizeit BiF an zwei Menschen, die sich sehr um die Erinnerungsarbeit verdient gemacht hatten: Hans Frankenthal aus Schmallenberg, der im Oktober 1999 diesen Ort besucht hatte, um aus seinem Buch „Verweigerte Rückkehr“ vorzutragen. Und die Musikerin und Antifaschistin Esther Bejarano, die am 10. Juli 2021 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. 

Beide, Frankenthal und Bejarano, hatten das Vernichtungslager Auschwitz nur mit einer Notlüge überlebt: Frankenthal, indem er sich bei der Selektion als fünf Jahre älter ausgab; Esther Loewy, wie sie damals noch hieß, indem sie vorgab, Akkordeon spielen zu können, als ein Lager-Orchester zusammengestellt wurde. Sie mussten spielen, damit die neu einrückenden Gefangenen, die zum Teil schon vom Zweck des Lagers gehört hatten, beruhigt würden: Wo zur Begrüßung musiziert würde, könnte es ja so schlimm nicht sein.

Hier an der Synagoge endete der Schweigemarsch, die religiösen Teilnehmenden trafen sich anschließend noch zu einem Friedensgebet auf dem Stiftsplatz.