Women in Jazz – FEMALE von Nina Simon bis Kate Bush beim WKM

Eine Frau mit schwarzem ärmellosen Shirt und schwarzer Fransenhose sowie Stöckelschuhen springt in die Luft und streckt dabei die Beine nach vorn und hinten. Der Mund ist aufgerissen, die dunklen Haare wehen nach oben. Der rechte nackte Arm geht nach vorn unten, der linke gebeugt nach hinten. Die Frau sieht die Betrachtenden an. Das Bild strahlt Dynamik aus.
Jazz-Sängerin Stefanie Boltz kommt nach Meschede (Pressefoto: Wolkenstein)

Meschede. Am Samstag, 14.03.26 tritt ab 20 Uhr die aus München stammende Jazz-Sängerin Stefanie Boltz mit ihrem Pianisten Christian Wegscheider und dem aktuellen Programm FEMALE: Music made by women – a journey through centuries im Bürgerzentrum Alte Synagoge Meschede in der Kampstr. 8 auf. 

(Pressemitteilung Werkkreis Kultur Meschede))

Als Musen waren sie stets gefragt Kunst und Musik selber zu kreieren. Für Frauen war dies über Jahrhunderte jedoch nicht minder abwegig, wie Politik zu machen, Fußball zu spielen oder Flugzeuge zu fliegen. „Zur Welt bringen“ ist ja unumstritten ihre Domäne: Trotz aller Widrigkeiten haben starke Musikerinnen, ihrer Berufung folgend, über Jahrhunderte Musik von individueller Schönheit geschaffen. Dabei waren und sind sie – auch in Zeiten von Quote und Gender-Akrobatik – jedoch nicht so sichtbar wie vorhanden.

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Hamburg mit dem Rollenkoffer

Alles muss raus

Mein Rollenkoffer (foto: zoom)

Auf unserem Familienbesuch in Hamburg begleitete mich – oh wie spießig – ein Rollenkoffer, statt eines Rucksacks. Das hing damit zusammen, dass ich als Teilnehmer eines Online-Kurses viel Zeug mitschleppen musste.

Wir hatten ein Quartier in Hamburg-Altona und unsere Rückfahrt von ebendort gebucht. In einem Rutsch von Altona nach Kassel – dachten wir, aber die Deutsche Bahn setzte unsere Bahn kurzfristig erst ab Dammtor/Hauptbahnhof ein.

Dort waren zwei von drei Gepäckaufbewahrungen außer Betrieb und sämtliche Fächer belegt, weil alle die gleiche Idee wie wir hatten: Koffer einschließen und noch ein paar Stunden durch Hamburg bummeln.

Am Alsterfleet, Blick zurück Richtung Jungfernstieg (foto: zoom)

Die zweitbeste Idee war es, die Innenstadt schleunigst zu verlassen und den klackernd rumpelnden Rollenkoffer am Alsterfleet entlang bis zu den Landungsbrücken zu ziehen.

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Meschede nach dem Orange Day 2025

Elf orangefarbene Bänke und ein Hinweis zur Frauenberatung

Eine von vielen orange Bänken in der Fußgängerzone (foto: zoom)

Die Radtour am Sonntag hat sich gelohnt, denn ich habe etwas für mich Neues entdeckt. Auch in Meschede – über Arnsberg habe ich hier berichtet – wurde der Orange Day von der örtlichen Initiative zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt. In der Fußgängerzone sind an fast jedem Laternenpfahl orange Sitzbänke aufgestellt und angeschlossen.

Eine Plakette auf der Rückenlehne gibt Hinweise zur Frauenberatung Meschede.
Website: frauenberatung-hsk.de
Telefon: 0291-52171

Kein Platz für Gewalt heißt es auf einer weiteren Plakette, die auf der Sitzfläche angebracht ist.

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Orange Day 2025 – Gewalt gegen Frauen nimmt weiter zu

Das Frauenhaus Arnberg bietet allen von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern Zuflucht und Schutz an einem anonymen Ort.

Orange Bank an der Diagonale/Uni Kassel. Am Orange Day 2021, dem Tag gegen Gewalt und für Frauen, wurde diese Bank auf dem Gelände der Universität in Kassel eingeweiht. (archivfoto: zoom)

132 Frauen wurden 2024 durch ihren (Ex-) Partner getötet. Weniger als alle vier Minuten erlebte eine Frau partnerschaftliche Gewalt. Zur Anzeige gebrachte frauenfeindliche Straftaten nahmen um 73 Prozent zu.

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, auch englisch Orange Day genannt, ist ein am 25. November jährlich abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen.

Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. Sie wurde im Zuge der von den Vereinten Nationen initiierten Orange-the-World-Kampagne festgelegt. (Wikipedia)

„Die aktuellen Zahlen zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland erschüttern erneut und machen unmissverständlich klar, dass Partnerschaftsgewalt kein Einzelschicksal ist. Sie ist ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft. Wir müssen handeln: Benachteiligende Strukturen sind konsequent abzuschaffen, um Mädchen und Frauen zu schützen, um Leben zu retten!, sagt Dr. Carolin Weyand, Vorständin von UN Women Deutschland.

558 frauenfeindliche Straftaten wurden 2024 verzeichnet, ein Anstieg von 73,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Digitale Gewalt nimmt weiter zu
61,2 Prozent der registrierten Opfer digitaler Gewalt waren weiblich. 2024 brachten 18.224 Frauen digitale Gewalt zur Anzeige, sechs Prozent mehr als im Jahr 2023. Im Kontext von Partnerschaftsgewalt stieg die Anzahl der Opfer von digitaler Gewalt gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 4.876 registrierte Fälle.

Das Frauenhaus Arnberg bietet allen von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern Zuflucht und Schutz an einem anonymen Ort. Dort können von Gewalt betroffene Frauen zur Ruhe kommen und über die Gewalterlebnisse sprechen.

Die Frauenberatung unterstützt bei Problemen wie Trennung und Scheidung, psychischer, häuslicher und sexueller Gewalt, psychischen Erkrankungen wie Depression und bei Essstörungen. Sozialberatung und Fragen zur Existenzsicherung sind weitere Themen. Mit einem feministischen Ansatz werden jugendliche Mädchen und Frauen in Einzelgesprächen sowie Gruppen bzw. Vorträge beraten.


ORANGE THE WORLD
Die Kampagne beginnt jährlich am 25. November, dem „Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, und endet am 10. Dezember, dem „Tag der Menschenrechte“. In diesem Zeitraum finden weltweit in zahlreichen Städten und Kommunen Aktionen und Veranstaltungen statt.

Siehe auch die lokale Gruppe Zonta Arnsberg: https://www.zontaarnsberg.de/de/

Wahnsinn & Widerstand: Michel Friedman und Mithu Sanyal im Hirschlandsaal

Was heißt „Wahnsinn“, in Zeiten, in denen politische (Rechts-)Extreme immer lauter werden?

Veranstaltungsplakat / Bühne (foto: zoom)

Am Sonntag unterhielten sich Mithu Sanyal und Michel Friedman (Moderation Stephan Muschick) im ausverkauften Hirschlandsaal des Folkwang-Museums (Essen) zwei Stunden lang über das Thema „Wahnsinn & Widerstand“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 21. Literaturdistrikt-Festivals statt. Das Festival wird seit ebenfalls 21 Jahren von Semra Uzun und ihrer Schwester Fatma Uzun organisiert und kuratiert.

An diesem Nachmittag in Essen sollte danach gefragt werden, was „Wahnsinn“ heiße, in Zeiten, in denen politische Extreme immer lauter werden, Grenzen des Sagbaren verschoben werden und demokratische Grundwerte ins Wanken geraten. Wie solle die Gesellschaft auf den globalen Rechtsruck, die neuen Brüche zwischen Demokratie und autoritären Versuchungen, reagieren?

Michel Friedman, Mithu Sanyal und Stephan Muschick (Moderation) (foto: zoom)

„Wahnsinn“ bedeute auch, nach den Gegenkräften zu suchen und zu zeigen, dass Widerstand gegen den Wahnsinn möglich bleibe.

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Umleitung: von der oligarchen Gleichschaltung bis zur Pest

Abendhimmel über dem Sauerland (foto: zoom)

Wenn journalistische Differenzierung zum Verhängnis wird: Dunja Hayali zieht sich vorübergehend zurück: Nach massiven Hassattacken hat die ZDF-Journalistin angekündigt, sich eine Auszeit zu nehmen. Auslöser war ihre Anmoderation im heute journal zur Tötung des rechtsradikalen Influencers Charlie Kirk in den USA … belltower

Oligarche Gleichschaltung: Das Ende der Meinungsfreiheit in den USA und was wir daraus lernen müssen … netzpolitik

Zwischen Verweigerung und (heimlicher) Kollaboration: die Innere Emigration während der NS-Zeit … endstationrechts

Neue Energiepolitik: „Erdgas ist eine Sackgasse“ … klimareporter

Verschwörungstheorie Nr.1: Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde / Die Wachstumsreligion … mitwelt

Für die Frauen in Afghanistan geschieht … nichts: Vier Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist Afghanistan im westlichen Diskurs nahezu unsichtbar geworden. Dabei hat sich die Lage für Frauen und Mädchen dramatisch verschlechtert … robertsblog

Goldene Wasserhähne (Satire): „… gegen die anhaltende Kritik der Opposition verteidigt habe. Klingbeil sei sicher, dass der für das Jahr 2025 verabschiedete Haushalt vollständig verfassungskonform sei und keiner Korrekturen durch das…“ … zynaesthesie

Russland führt einen ideologischen Krieg: Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist … geschichtedergegenwart

Bis die Kriegsgewalt bröckelt: Alexander Kluges Bilderatlas „Sand und Zeit“ … revierpassagen

Die Pest: Eine Studie hat nun final nachgewiesen, dass die Justinianische Pest ab 541, welche maßgeblich zum Fall des römischen Reiches beigetragen hat … schmalenstroer

Abgetaucht – aufgetaucht: von der Kunst der Fuge über das gähnende Alpaka zur ver.di-Demo

Die Kunst der Fuge in der Kirche St. Martin (alle Bilder: zoom)

Eine Woche lang habe ich das Blog aus Zeitmangel nicht bearbeiten können. Lesen (Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland), lernen (Climate Action: Tackling the Climate Crisis for a Better World) und reisen (Kassel).

Auf dem oberen Bild seht ihr die Orgel von St. Martin, der größten Kirche in Kassel, großzügig renoviert und mit einer grandiosen Orgel ausgestattet. Am Wochenende durften wir dort die Kunst der Fuge, gespielt vom Organisten Ludger Lohmann, hören und erleben. Fantastisch, und es ist noch nicht das Ende des Orgelsommers 2025. Das ist der grobe Plan:

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Umleitung: Klima, Faschismus, Pfizergate, Notlage, Pia Bohr

Mmhh… (foto: zoom)

Expertenrat für Klimafragen: Deutschland zehrt beim Klimaziel vom „Emissions-Puffer“ … klimareporter

Klimawandel: Immer schneller in Richtung Untergang? … unkreativ

Muttersprache und Vaterland: In Deutschland führen Sprachpuristen seit über hundert Jahren einen Kampf gegen das „Fremdwörterunwesen“ … derrechterand

Jason Stanley: Die „faschistische Politik“ und ihre „zehn Säulen“ … derrechterand

Gerichtsurteil zu Pfizergate: Von der Leyen hat bei der Transparenz geschummelt … netzpolitik

Notlage (Satire): „Wenn wir den Reichstag nur so ein klitzekleines bisschen, ich meine, diesmal sollte doch eine einzige Ecke…“ „Schluss jetzt!“ „So kriegen wir jedenfalls nie eine Notlage hin.“ … zynaesthesie

Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es Frauen immer noch schwerer“ … revierpassagen

Aus dem Untergrund: HoPla

Sie verlässt ihn, er tötet sie

Unter dem Holländischen Platz (kurz HoPla genannt) in Kassel (foto: zoom)

Die blasse blaue Schrift auf der hinteren Wand habe ich beim Fotografieren nicht wahrgenommen.

Erst nach Download des Bildes von der SD-Card der Kamera auf die Festplatte stach mir der Satz ins Auge:


Sie verlässt ihn

Er tötet sie

Laut einer Statistik des Bundesinnenministeriums (BMI) wurden im Jahr 2023 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. 360 Mädchen und Frauen wurden getötet.

Fast täglich wird in Deutschland eine Frau getötet.

68,6 Prozent der Tötungsdelikte werden dem Bereich der Häuslichen Gewalt zugeordnet. Das bedeutet, dass die meisten Mädchen und Frauen durch innerfamiliäre Gewalt oder Partnerschaftsgewalt getötet werden.

(Quelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2024/11/lagebild-gewalt-gg-frauen.html)

Siehe auch:
Femizide – wenn Gewalt gegen Frauen eskaliert

„Obwohl in Deutschland im Schnitt jeden Tag ein Mann versucht, seine (Ex-) Partnerin zu töten, werden Morde an Frauen gesellschaftlich und auch medial häufig als Einzelschicksale ohne strukturellen Hintergrund dargestellt. Tötungen durch den (Ex-) Partner sind weltweit die häufigste unnatürliche Todesursache bei Frauen und auch in Deutschland stirbt fast jeden zweiten Tag eine Frau durch die Hand ihres (Ex-) Partners. Es kommt zu einem Femizid, also der Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Nach solchen Taten wird oft von „Eifersuchtsdramen“ oder „Familientragödien“ gesprochen – ein Narrativ, das die strukturellen Machtverhältnisse, die hinter dieser Art von Tötungen stehen völlig aus dem Blick geraten lässt. Diese Sichtweise schlägt sich auch in der Rechtsprechung nieder und führt teilweise zu milderen Gerichtsurteilen.“

(Quelle:
https://frauenrechte.de/unsere-arbeit/haeusliche-und-sexualiserte-gewalt/hintergrundinformationen/femizide)

Umleitung: Hoffnungsblase Wald, 8. Mai, NSU-Komplex, Legal, illegal, scheißegal und mehr

Brücke über die Namenlose (foto: zoom)

Hoffnungsblase Wald: Nicht nur das deutsche Klimaschutzgesetz, auch die großen Klimamodelle überschätzen die CO2-Speicherleistung der Wälder. Das gefährdet die Klimaziele, zeigt eine neue Studie. Vor allem, wenn die neue Datenlage erstmal ignoriert wird … klimareporter

Der 8. Mai steht für die Befreiung der Menschheit von der Barbarei: Mit der Schlacht von Stalingrad und dem D-Day begann das Ende des Nationalsozialismus. Doch bis dahin sollte der Rassen und Kriegswahn der Nazis und ihrer Verbündeten weltweit noch viele Millionen Leben kosten … derrechterand

Alexander Wiesner: Sächsischer AfD-Politiker als Ausschussvorsitzender abgewählt … endstationrechts

„Angriff auf die Demokratie“: Breiter Aufschrei für Erhalt der Informationsfreiheit … netzpolitik

Deutschland und der NSU-Komplex: „Strukturelle Lücke in der Erinnerungslandschaft“ bleibt vorerst … nordstadtblogger

Wachsendes Interesse an Musik von Frauen: Warum der Weg ins Repertoire verwehrt blieb und was sich heute ändern muss … revierpassagen

Legal, illegal, scheißegal (Satire): „… noch an der Unfallstelle verstorben seien. Die Polizei Baden-Württemberg habe den Fahrer des Wagens, der vor dem Aufprall auf den Kleinwagen eine Geschwindigkeit von 270 km/h erreicht habe, vorläufig festgenommen und in die…“… zynaesthesie