Umleitung: Milliardäre greifen an, Harmonisch mit Neonazis, Klimadreckschweine, Gürtelrose-Impfung gegen Demenz, Tucholsky in Lourdes und mehr…

Blüht zur Zeit in vielen Gärten: der Zierlauch (foto: zoom)

Milliardäre greifen an: Donald Trump und Elon Musk als Bösewichte? … endoplast

Harmonisch mit Neonazis: Das Brauchtumsfest am Questenberg in Sachsen-Anhalt lockt zu Pfingsten Rechtsextreme aller Couleur an. Die Ortsbevölkerung lässt sie gewähren … endstationrechts

Gürtelrose-Impfung verhindert anscheinend Demenz: Herpesviren, darunter auch der Erreger der Windpocken, stehen schon länger im Verdacht, mit Demenz zusammenzuhängen. Die neuen Ergebnisse über die Impfung gegen Gürtelrose stützen diese Hypothese … spektrum

Klimadreckschweine (Satire): „… warne Scholz vor einer Radikalisierung der Klimaschützer. Die gesellschaftliche Stimmung sei trotz einer weitgehenden Kompromissbereitschaft der Bundesregierung gegenüber den besorgten Autobesitzern schon so aufgeheizt, dass man auf Proteste von Jugendlichen nur mit der Härte des…“ … zynaesthesie

Kurt Tucholsky – Lourdes (1927): was ist eigentlich Lourdes, dieser kleine Ort am Fuße der Pyrenäen, der durch die angeblichen Marienerscheinungen 1858 zu einem der größten Wallfahrtsorte des Christentums wurde? Was geschieht dort? Wieso gibt es überall in Deutschland Nachbauten der Lourdesgrotte? … schmalenstroer

Lucinda Devlin – Frames of Reference: Die Ausstellung in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln zeigt neun Werkreihen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Lucinda Devlin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Exekutionsräumen und Tiergehegen, mit Kurorten und Agrarlandschaften, mit Vergnügungshotels und amerikanischen Seen … kwerfeldein

Dortmunder Nordstadt: Anarchistisches Parkfest am 17. Juni im Blücherpark … nordstadtblogger

Gießen: Nicht schön, aber viel besser als früher – Bilder aus der „Eulenkopf“-Siedlung … revierpassagen

Kartenvorverkauf Sauerland-Herbst startet am 1. Mai – Abschlusskonzert mit Jazzsuperstar James Morrison

9:3 für die Männner beim Startschuss für den Kartenvorverkauf am 1. Mai: Landrat Dr. Karl Schneider (4.v.l.) und Prof. Thomas Clamor (3.v.l.) mit den Sauerland-Herbst-Sponsor*innen im Hof des Sauerland-Museums. (Foto: Pressestelle HSK)

Am Montag, 1. Mai, pünktlich um 0 Uhr startet der Vorverkauf für den Sauerland-Herbst 2023. Es wird vom 27. bis 29. Juli wieder drei Sommer-Open-Air-Konzerte auf der Freilichtbühne Herdringen geben, bevor vom 30. September bis zum 28. Oktober 20 Herbstkonzerte mit Künstlerinnen und Künstlern aus 14 Nationen starten. Ticket-Buchungen sind online über www.sauerland-herbst.de möglich. Dort gibt es auch alle Informationen zu den Konzerten und Workshops.

(Pressemitteilung HSK)

„Der Sauerland-Herbst holt die Superstars der Brass-Szene in den Hochsauerlandkreis: sie kommen direkt von den Bühnen der großen internationalen Konzerthäuser zu uns. Wir dürfen stolz darauf sein, dass die namhaften großen Künstlerinnen und Künstler immer wieder mit Freude an unserem Festival teilnehmen und unser Publikum auf diese Weise in den Genuss der jeweils neuesten und aktuellen Programme der Stars kommt“, läutet Prof. Thomas Clamor als Künstlerischer Leiter den Kartenvorverkauf für das Festival ein.

Das Abschlusskonzert am 28. Oktober (Brilon) wartet mit James Morrison auf, einem Superstar der Jazzszene. Eine exotische Kombination von Trompete und Oud wird beim Konzert von Frederik Köster und Mohannad Nasser am 2. Oktober (Arnsberg) zu hören sein. Christoph Moschberger und Da Blechhauf`n gastieren zum Auftakt am 30. September in Olsberg. Zwei Konzerte von dem österreichischem Ensemble Federspiel sorgen am 20. und 21. Oktober in Winterberg und Arnsberg-Neheim für eine neue Definition der Blechblasmusik. Für das Sommerfestival konnten Unglaublech, Andreas Hofmeir & Band mit dem Konzert „Brazilian Nights“ sowie die Whitburn Brass Band verpflichtet werden.

Abgerundet wird der diesjährige Sauerland-Herbst mit fünf Workshops im Musikbildungszentrum Südwestfalen u.a. mit Da Blechhauf`n, Stockholm Chamber Brass und weiteren renommierten Dozentinnen und Dozenten. Auch die Ausrichtung der internationalen Brass Band Meisterschaft „German Open“ findet sich nach 2021 zum zweiten Mal im Programm.

Umleitung: Beavis, Künstliche Intelligenz, Unbewohnbarkeit der Städte, Morddrohungen gegen Habeck, Zukunft der Gasnetze, Wärmepumpen-Umstieg, belgische Schrottreaktoren und Radfahren in Dortmund

Kennt den noch jemand? Beavis in der Hall of Fame am Philosophenweg in Kassel (foto: zoom)

Kunsttagebuch: Menschheitsträume mit der bildgebenden Künstlichen Intelligenz als Sandmännchen … endoplast

Von Unna bis Bangkok – Unbewohnbarkeit der Städte im fotografischen Langzeitprojekt: Der 1961 in Wolfsburg geborene Fotograf Peter Bialobrzeski ist ein kreativer Unruhegeist. Wenn der Foto-Künstler keine Uni-Seminare hält, ist er mit seiner Kamera unterwegs, erforscht die Geheimnisse der deutschen Kleinstädte und die Abgründe der globalen Mega-Metropolen … revierpassagen

Etliche Morddrohungen gegen Habeck bei „Fridays For Hubraum“: Der Hass in rechten Facebook-Gruppen kennt keine Grenzen und ist brutaler Alltag, wie die Recherche-Gruppe DieInsider regelmäßig dokumentiert … volksverpetzer

Haben Gasnetze eine Zukunft? Kostenfalle für Verbrauch und Kommunen … scientists4future

Trotz Handwerkermangel: Wie der Wärmepumpen-Umstieg gelingen kann … ntv

Atomgefahr? Versteckt im Hagener Amtsblatt: Belgische Schrottreaktoren sollen bis 2035 weiterlaufen … doppelwacholder

ADFC-Fahrradklima-Test: Dortmund erneut mit schlechten Noten – Radwege sind oft zu schmal … nordstadtblogger

Umleitung: von der Hall of Fame am Philosophenweg in Kassel bis zum Fastenbrechen in Dortmund

Graffiti in der Hall of Fame am Philosophenweg in Kassel (foto: zoom)

Auch wer nur ab und zu hier im Blog vorbeischaut weiß, dass ich mir, wo immer ich auch bin, gerne Graffiti anschaue. Das ein oder andere Graffito fotografiere ich und zeige es hier vor.

Das detailreiche Auge habe ich vor drei Tagen am Philosophenweg in Kassel gefunden. Die Wandflächen der Unterführung sind eine gut gepflegte Hall of Fame, die ich regelmäßig besuche, eine kleine hochwertige Straßenkunstausstellung.

Heute folgt dem Auge meine kleine eklektische Sammlung von Lesehinweisen:

Kampf gegen Bildung: Der russische Anastasia-Kult ist Teil eines politisch aufgeladenen, rechtslastigen Spannungsfeldes. Auch nach der Pandemie sind vor allem Kinder die Leidtragenden. Deren Eltern attackieren die Schulpflicht. Sie forcieren eine Bildungsrevolte mit reaktionären Konzepten und unklaren Lehrinhalten … endstationrechts

Böhmermann vs. „Bild“ im neuen Podcast: Achtung, Reichelt! Der Podcast „Boys Club“ ergründet die Machtstrukturen im Springer-Verlag – über die Reichelt-Affäre hinaus … taz

Erfundenes Interview mit Michael Schumacher: Zu dumm, um wahr zu sein … uebermedien

Zeitenwende: Kanzler Scholz (SPD) schaffte schon nach wenigen Wochen das im Amt, was seine Vorgänger nicht oder erst nach Jahren fertig brachten. Er trug sich ins Buch der Geschichte ein … postvonhorn

Irak 2015 – Europa 2023: Die Klimakrise wird zur Wasserkrise … scilogs

70 Jahre Doppel-Helix: Die Desoxyribonukleinsäure DNA enthält die Daten allen Lebens. Ihr Molekül besteht aus zwei gegeneinander versetzten Schrauben, die eine Doppel-Helix bilden. Am 25. April 1953 brachte die Zeitschrift „Nature“ einen Artikel über ein Strukturmodell. Autoren waren der englische Physiker Francis Crick und der amerikanische Genetiker James Watson. Ihre Arbeit läutete ein neues Zeltalter der Biologie ein … hnf (gefunden bei: planethistory)

Niki de Saint Phalle: Die Schirn in pink … hypothesis

Falsche Behauptungen: So unseriös machen einige Kinderrechtsorganisationen für die Chatkontrolle mobil … netzpolitik

Nähe, Alltag und Wirrnis: Andreas Maiers Roman „Die Heimat“ … revierpassagen

Hagen: DGB sagt Mai-Demonstrationszug ab … dopppelwacholder

Klare Botschaft zum Ramadan: „Dortmund will Brücken bauen statt Mauern ziehen“ – Das gemeinsame Fastenbrechen als gutes Zeichen des Miteinanders … nordstadtblogger

Ein Sonntagnachmittag mit Betonkunst und Joachim Schulz im Kump Hallenberg

Der Künstler mag Whiskey. Joachim Schulz prostet seiner Skulptur „Single Malt“ zu. (foto: zoom)

Am Ende unseres gestrigen Gesprächs schwärmt Joachim Schulz vom Geschmack des Single Malt Whiskey und stößt mit seiner Skulptur „Single Malt“ an.

Nicht allein Genuss, auch die dunklen und traurigen Seiten des Lebens verarbeitet der Künstler in seinen Figuren aus Beton. Anlass für die Skulptur „Ausharren“ waren die ukrainischen Flüchtlinge am Berliner Bahnhof.

„Ausharren“ – ein Flüchtlingsschicksal vor dem Berliner Bahnhof (foto: zoom)

Die Skulptur stehe aber nicht nur für die Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs, so Joachim Schulz im Gespräch, sondern aller Kriege auf dieser Welt. Daher habe er die verschiedenen Flaggen an den Seiten des Koffers aufgetragen.

„Protect it“ – die Hand schützt eine Familie. (foto: zoom)

Protect it – beschütze es, meine nicht unbedingt nur die Familie. Das Kunstwerk sei offen für andere Interpretationen, erklärt Joachim Schulz. Sagt es und tauscht den Bilderrahmen gegen ein Schneckengehäuse, welches die Natur symbolisieren könne.

„Protect it“ – schütze, was du schützen willst. (foto: zoom)

Joachim Schulz spricht gerne über seine Kunst, seine Skulpturen, betont aber auch, dass er niemandem seine Ansichten aufzwingen wolle.

Von der Idee bis zum fertigen Werk dauere es ungefähr zwei Monate. Das Innenleben ein Styroporgerüst, darüber Schicht für Schicht der Beton, die Modellierung und am Ende die Farbe, die die Skulptur wasserfest mache.

Nein, nein – er sei dann nicht acht Wochen lang den ganzen Tag, Stunde für Stunde mit dieser einen Figur beschäftigt. Das Ganze müsse reifen, auch mal in Ruhe stehen, Stück für Stück bis zum endgültigen Produkt.

Das nötige Handwerk zur Kunst habe er bei Arno Mester in Arnsberg gelernt, heute gibt Joachim Schulz selber Workshops.

„Ommm“ ist als Idee einem Yoga-Kurs entsprungen (foto: zoom)

Die Motive für seine Kunst müsse er sich nicht auf Reisen holen, sie entstammen der Auseinandersetzung mit dem alltäglichen Leben, im Kleinen wie im Großen.

„Ausbruch“ (foto: zoom)

Die Skulptur „Ausbruch“ habe ich mehrmals betrachtet und zuerst nicht verstanden. Ich sehe eine Frau, die sich in eine Mauer hineinzwängt. Für Joachim Schulz dreht sie sich mit Gewalt aus der Enge hinaus, befreit sich. Wer weiß, was eine dritte, vierte oder fünfte Person sieht? Die Kunst von Joachim Schulz ist offen für viele Gedanken.

Am nächsten Sonntag, dem 19. März, wird der Künstler noch einmal von 14 bis 16 Uhr persönlich vor Ort im Hallenberger Kump zu sehen und zu sprechen sein. Es lohnt sich.

An diesem Sonntag herrschte reger Betrieb im Kump. (foto: zoom)

Die meisten Skulpturen sind verkäuflich oder können sogar gemietet werden. Einige, wie der „Ausbruch“ und „Omm“, haben schon am Sonntag den Besitzer bzw. die Besitzerin gewechselt.

Die vorhergehenden Artikel zur Ausstellung hier im Blog:

Ausstellungseröffnung: Joachim Schulz … der Beton in Falten legt

„Der Beton in Falten legt“ – Volles Haus bei Ausstellungseröffnung im Kump Hallenberg

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag, Mittwoch und Samstag von 10 – 13 Uhr
Donnerstag und Freitag von 10 – 16 Uhr
Sonntag von 14 – 16 Uhr

Am nächsten Sonntag, dem 19. März, ist Joachim Schulz erneut persönlich anwesend.

Eintritt frei! „Verwebungen“ am 15. und 16. März 2023 in der KulturSchmiede Arnsberg

In meinem Briefkasten liegt ein kleines Anschreiben des Teatron-Theaters in Arnsberg, welches auch für andere Kulturinteressierte in und um das Sauerland interessant sein könnte.

Liebes Publikum!

Es gibt kaum einen Bereich des gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Lebens, das nicht vom Internet in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen beeinflusst und geprägt wird. Wir laden Sie ein zum Dialog über dieses aktuelle, für manche beängstigende, für andere absolut faszinierende Thema. Die SMART CITY Arnsberg und die Volkshochschule Arnsberg Sundern machen es gemeinsam mit anderen Förderern möglich, dass die Bürger*innen der Stadt Arnsberg kostenlos unsere Inszenierung „Verwebungen“ anschauen und danach ins Gespräch kommen können – generationenübergreifend und mit den Künstler*innen.  Nutzen Sie / Nutzt diese einmalige Chance! Wir freuen uns auf Sie / euch!

Ihre / eure

Ulla und Yehuda Almagor

Verwebungen… ­_I will delete everything by tomorrow 
Ein multimediales Theaterlabor über das Internet

Dienstag, 14.3.23 um 18 Uhr (ausverkauft)
Mittwoch, 15.3.23 um 19 Uhr  
Donnerstag, 16.3.23 um 19 Uhr

in der KulturSchmiede Arnsberg

Reservierung der kostenlosen Karten unter:  dj.hoffmann@vhs-arnsberg-sundern.de
Buchungen über reservix.de mit einer Reservierungsgebühr von 2 € sind ebenfalls möglich!

Fotografie: Bianca Peruzzi

Als multimediales Theaterlabor mit einem Künstlerkolletiv aus Hamburg erforscht das TEATRON-Projekt „VERWEBUNGEN­_I will delete everything by tomorrow“ Chancen und Abgründe des Internets.

Es beschreibt schlaglichtartig, wie das Internet entstanden ist, und wie im Internet Bedürfnisse erzeugt und Sehnsüchte ausgenutzt werden. In episodenhafter Erzählform begegnen die Zuschauenden einer virtuellen Chatgruppe, die sich über ein mysteriöses Geräusch austauscht, oder einem CEO, der sich in einer Immer-Höher, Immer-Weiter, Immer-Schneller-Spirale verliert, oder zwei in einem „Shitstorm“ gefangene, virtuelle Figuren, die die Niederungen menschlicher Kommunikation ausloten.

Videoprojektionen, Soundcollagen, Musik sowie Bühnen-Performance kommunizieren miteinander. In episodenhafter Erzählform wechseln sich dabei szenische Momente, filmische Narration und Live-Hörspiel miteinander ab. Die Bühne wird dabei zum Rechenzentrum der Geschichten selbst, eine Verwebung aus Technik- und Erzählung. Ein lebendiges Netzwerk.

Weitere Informationen, Fotos und ein Video-Trailer unter: https://teatron-theater.de/programm/verwebungen_i-will-delete-everything-by-tomorrow/

Die Wiederaufnahme-Vorstellungen von „Verwebungen“ richten sich an ein gemischtes Publikum, um einen generationsübergreifenden Dialog zu ermöglichen. Im Anschluss an die Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch mit den Künstler*innen statt. Außerdem bieten nachbereitende Workshops an Schulen die Möglichkeit zu weiterer Reflektion der Thematik.

Karten: Eintritt frei!

Vorbestellung per Mail an Debora Janine Hoffmann, vhs Arnsberg/Sundern: dj.hoffmann@vhs-arnsberg-sundern.de
Buchungen über reservix.de mit einer Reservierungsgebühr von 2 € sind ebenfalls möglich.
Ticketlink reservix: https://www.reservix.de/veranstaltungskalender?city=arnsberg&q=arnsberg+verwebungen&sort=date
Karten sind außerdem erhältlich in der Buchhandlung Sonja Vieth oder an der Abendkasse in der Kulturschmiede Arnsberg, Apostelstraße 5, 59821 Arnsberg

„Der Beton in Falten legt“ – Volles Haus bei Ausstellungseröffnung im Kump Hallenberg

Der stille Beobachter erwartet die Besucher der Ausstellung im Kump Hallenberg. (Fotos: Förderverein Hallenberg)

Neugierig blickt ein Mann hinter dem Vorhang auf die Besucher des Infozentrums Kump in Hallenberg. „Stiller Beobachter“ so heißt die Figur, die neben der Eingangstür die Besucher zur Ausstellung erwartet. Die lebensgroße Skulptur ist eines von über 30 Werken, die Joachim Schulz aus Olsberg in Hallenberg ausstellt.

(Presseinformation Förderverein Hallenberg)

„Endlich sind wieder Ausstellungen ohne Einschränkungen und Masken möglich“. Michael Kronauge vom Veranstalter Förderverein Hallenberg freute sich bei der Eröffnung der 47. Kunstausstellung im Kump über ein volles Haus. Auch Bürgermeister Enrico Eppner und ein Fernsehteam vom WDR waren zur Vernissage gekommen.

v.l. Prof. Ulrike Tiedemann, Bürgermeister Enrico Eppner, Michael Kronauge (Förderverein), Andreas Mause (Sparkasse Hochsauerland) und Joachim Schulz vor der Skulptur „Pantomime“

Bei einer Ausstellung im Kreishaus in Meschede hatte Kronauge 2019 die Kunst und das Werk von Joachim Kunst kennengelernt und sofort vereinbart „Der muss in den Kump“. Corona hat dies aber lange Zeit verhindert. Doch nun hat es endlich geklappt und die über 30 Betonfiguren von Josch, sind bis zum 31. März im Kump zu sehen. Damit gibt es nach langer Zeit wieder mal eine Skulpturenausstellung. Zuletzt waren vor über zehn Jahren die Skulpturen von Günter Grass im Kump zu sehen.

Die Cellistin Ulrike Tiedemann, früher bei der Musikschule des Hochsauerlandkreises, heute Professorin und Dekanin an der Hochschule für Musik in Saarbrücken und eine Freundin der Familie Schulz, begleitete die Ausstellung musikalisch.

Beton ist vor allem als Baustoff bekannt. Grau, kalt, schnell zu verarbeiten, oft bröckelig, manchmal hässlich. Gerade in den 1960/70er Jahren wurden viele öffentlichen Gebäude, Banken, Rathäuser, Theater aus Beton gefertigt. Nicht alle sind schön anzusehen. Im Kump ist die schöne Seite des Betons zu sehen.

„Single Malt“, „Stehtisch Hose“ und „Auftakt“, so heißen diese drei lebensgroßen Skulpturen.

Kronauge „Ich bin immer wieder fasziniert, was Joachim Schulz aus dem Werkstoff Beton macht und wie filigran und lebensecht seine Figuren aussehen. Ob der Whiskytrinker, der Pantomime oder eine Jacke und ein Hut an der Garderobe. Alles wirkt lebensecht und jede Falte stimmt“. Seine Figuren entstehen durch das Aufspachteln des Betons auf verschiedene Trägermaterialien. Er arbeitet nicht mit Gussformen und somit ist jedes Kunstwerk ein Unikat.

Joachim Schulz ist gelernter Schlosser. Aus gesundheitlichen Gründen musste er umschulen und hat fast 30 Jahre beim Hochsauerlandkreis in der Bauverwaltung gearbeitet. Seit kurzem ist er in Rente und hat damit noch mehr Zeit um sich mit dem Werkstoff Beton intensiver zu beschäftigen: „Mit Betonkunst habe ich etwas gefunden, das mich zur Ruhe kommen lässt und mich total ausfüllt“.

„Abwesend“ – bis auf das Handy ist alles OFF.

Nach einem Besuch im Atelier des Sauerländer Künstler Arno Mester und der Teilnahme an dessen Workshops rund um die Betonkunst war es um ihn geschehen. „Da ging mir regelrecht das Herz auf. Ich habe die Figuren gesehen und wusste sofort: Sowas willst du auch machen, danach hast du immer gesucht“, blickt Joachim Schulz auf die Anfänge zurück. „Kunst kann man nicht erlernen, nur das Handwerk dazu“ das sei inzwischen sein Motto geworden.

Inzwischen bietet er in seinem Atelier in Olsberg auch Workshops an, um Interessierten seine Kunst und sein Werk näher zu bringen. Informationen dazu unter info@josch-betonkunst.de.

„Jacke am Haken“ – Beton

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag, Mittwoch und Samstag von 10 – 13 Uhr
Donnerstag und Freitag von 10 – 16 Uhr
Sonntag von 14 – 16 Uhr

An den Sonntagen, 12. und 19. März ist der Künstler persönlich anwesend.

Unbedingt vormerken: Folkwang Studierende des Marina Abramovic(*) Free Interdisciplinary Performance Lab gastieren im Juli im Museum Folkwang

Marina Abramovic (Photograph by MARCO ANELLI © 2022 INSTAGRAM: @marco_anelli_studio)

Essen, 10.2.2023 – Die international renommierte Performance-Künstlerin Marina Abramovic arbeitet im Rahmen der Pina Bausch Professur an der Folkwang Universität der Künste mit Studierenden aller künstlerischen Disziplinen. Das gemeinsam entwickelte Performance-Projekt wird vom 30. Juni bis 9. Juli 2023 im Museum Folkwang gezeigt.

(Pressemitteilung Museum Folkwang)

In vier Workshop-Phasen des Free Interdisciplinary Performance Laboratory erarbeitet Marina Abramovic seit Wintersemester 22/23 mit internationalen Studierenden aller Folk-wang Disziplinen individuelle und gemeinsame Performances. Zum Abschluss der zweiten Arbeitsphase entschied die Künstlerin, dass die Abschlusspräsentation im Rahmen einer auf neun Tage angelegten „Long Durational Performance“ im Museum Folkwang gezeigt wird. Im Mittelpunkt stehen dabei Fokussierung, Ausdauer und Konzentration der 26 be-teiligten jungen Künstler:innen – darunter Sänger:innen, Tänzer:innen, Fotograf:innen, Schauspieler:innen, Regisseur:innen und Komponist:innen im Alter zwischen 17 und 39 Jahren.

Free Interdisciplinary Performance Lab – Probeneindruck Abschlussperformance
(Foto: Gustav Glas)

Die Studierenden des Free Interdisciplinary Performance Labs sind: Eleonora Arnold, Gloria Carobini, Leon Maximilian Focker, Camilla Gerstner, Klara Günther, Camillo Guthmann, Anna Veronika Hargitai, Paulina Holtkamp, Smila Vita Hoppe, Jakob Jentgens, Moonjoo Kim, Sophie Kockler, Goa-Louisa Kollewijn, Florian Kreßer, Frederico Mendes Teixeira, Francesco Marzano, Julian Mattlinger, Anais-Manon Mazic, Gaia Pellegrini, Konstantin Pütz, Marija Radovanovic, Janina Schweitzer, Aleksandar Timotic, Luke Venatier, Anton Vichrov und Theo Voerste.

„Ich freue mich sehr bekanntgeben zu können, dass das Museum Folkwang uns Ausstellungsräume zur Verfügung stellt. Dort können wir in der letzten Workshop-Phase die „long durational performances“ zeigen“, so Marina Abramovic. „Die Performances werden 9 Tage lang durchgehend stattfinden, 6 Stunden pro Tag. Für mich ist das ein sehr großer Erfolg, denn es ist das erste Mal, dass die Universität und das Museum in diesem Umfang zusammenarbeiten. Was meine Lehre betrifft, so ist es von großer Bedeutung, die Studierenden schon in einem sehr frühen Stadium mit einer professionellen Arbeitsumgebung und einem echten Publikum in Berührung zu bringen.“

Die 1946 in Belgrad, Serbien, geborene Performance-Künstlerin Marina Abramovic ist international bekannt für einige der bedeutendsten frühen Werke dieser Kunstform und hat in ihrer fünfzigjährigen Karriere die Grenzen des heutigen Kunstschaffens grundlegend erweitert. Seit den 1970er Jahren kreiert sie weltweit Performance-Arbeiten, die in der Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie körperliche und geistige Grenzerfahrungen darstellen und einige der universellsten und dringendsten Themen der Welt aufgreifen. 2010 präsentierte Marina Abramovic ihre erste große Retrospektive in den USA und per-formte gleichzeitig mehr als 700 Stunden mit The Artist is Present im MoMA in New York. Ihre erste europäische Retrospektive wurde in sieben Museen gezeigt, darunter 2018 die Bundeskunsthalle Bonn. In 2023 wird Marina Abramovic als erste Künstlerin eine große Einzelausstellung in den Main Galleries der Royal Academy of Arts in London zeigen. Im Jahr 2012 gründete sie das Marina Abramovic Institute (MAI), das Performance-Kunst mit dem Schwerpunkt „long durational works“ auf globaler Ebene präsentiert und unterstützt. Marina Abramovic ist weltweit geehrt und beachtet für ihre aufsehenerregende Arbeit und vielfach ausgezeichnet: So erhielt sie den Goldenen Löwen der Biennale Venedig (1997), das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (2008), den französischen Ordre des Arts et des Lettres (2014), den Princess of Asturias Award for the Arts in Spanien (2022); in diesem Jahr wird ihr der Sonning-Preis (2023) in Dänemark verliehen werden. 

Prof. Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang: „Mit Marina Abramovic und ihrer Klasse der Folkwang Universität der Künste setzen wir ein deutliches Zeichen für die Interdisziplinarität des Museum Folkwang und führen unsere Programmatik im Bereich Performance und Tanz weiter, die wir in den vergangenen Jahren u. a. mit den Ausstellungen 12 Rooms, Global Groove und William Forsythe verfolgt haben. Wir freuen uns, damit auch die Zusammenarbeit zwischen der Folkwang Universität der Künste und dem Museum Folkwang zu intensivieren.“

Marina Abramovic ist die erste Inhaberin der Pina Bausch Professur. Zum Wintersemester 2022/23 hat die Folkwang Universität der Künste mit Mitteln der Landesregierung NRW die neue Pina Bausch Professur eingerichtet – benannt nach der weltberühmten Folkwang Alumna Pina Bausch und in Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation. 

Die Pina Bausch Professur schafft die Möglichkeit, international herausragende Künstler:innen aus allen Disziplinen als Gastprofessor:innen für jeweils ein Jahr an die Folkwang Universität der Künste zu berufen. Hier können sie gemeinsam mit den Studierenden neue Arbeitsweisen entwickeln sowie ein alle Grenzen überschreitendes Denken und Forschen umsetzen. 

Prof. Dr. Andreas Jacob, Rektor der Folkwang Universität der Künste: „Die neue Pina Bausch Professur ist ein riesiges Geschenk an unsere Studierenden und unterstreicht die einmaligen Möglichkeiten, die ein Studium in unserem Haus bietet. Wir erleben eindrücklich, welche unvergleichbare Erfahrung die Arbeit mit Marina Abramovic für alle Beteiligten darstellt. Dass die Abschluss-Performance im Museum Folkwang zur Aufführung kommt, bietet den 26 jungen Folkwang Künstler:innen ein großes internationales Forum.“

Die Pina Bausch Professur wird ermöglicht vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Die erste Professur erhält eine Sonderförderung von der Kunststiftung NRW. Der Folkwang-Museumsverein e. V. unterstützt die Realisierung der Performance im Museum Folkwang.

Information
Abschlussperformance des Free Interdisciplinary Performance Lab
30. Juni bis 9. Juli 2023
Täglich außer montags, 12 – 18 Uhr
Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45138 Essen

(*) Auf das „c“ von Abramovic gehört eigentlich ein Akzent, aber leider zickt mein WordPress-Editor und verwandelt das Zeichen stets in ein „?“. Daher belasse ich es beim einfachen „c“. Sorry.

Ausstellungseröffnung: Joachim Schulz … der Beton in Falten legt

Joachim Schulz bei der Arbeit (alle Fotos: Förderverein Hallenberg)

Am Donnerstag, 2. März 2022 um 19.00 Uhr wird im Infozentrum Kump in Hallenberg die nächste Kunstausstellung eröffnet.

(Pressemitteilung Förderverein Hallenberg e.V.)

„Der Mann, der Beton in Falten legt“, so wird Joachim Schulz genannt. Er lebt und arbeitet in Olsberg und macht Kunst aus Beton. Seine Figuren entstehen durch das Aufspachteln des Betons auf verschiedenen Trägermaterialien. Joachim Schulz arbeitet nicht mit Gussformen. Somit ist jedes Kunstwerk ein Unikat.

Das Werk … und der Künstler: „Pause“

Der Künstler kommt persönlich in den Kump um die Ausstellung zu eröffnen. Lernen Sie Joachim Schulz kennen und lassen Sie sich von der Vielfalt seiner Kunst überraschen.

Die Ausstellung wird von Ulrike Tiedemann musikalisch begleitet.

Unter https://josch-betonkunst.de/ finden Sie weitere Einblicke in die künstlerische Arbeit von Joachim Schulz.


Veranstalter: Förderverein Hallenberg e.V.

AUSSTELLUNGSORT

Infozentrum Kump, 59969 Hallenberg, Petrusstr. 2

Weitere Informationen: www.kump-hallenberg.de

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag, Mittwoch, Samstag 10 bis 13 Uhr

Donnerstag und Freitag 10 bis 16 Uhr und

Sonntag 14 bis 16 Uhr

Kassel: Overground – Underground

Kassel in der Abenddämmerung an der Kreuzung Obere Königstraße/Fünffensterstraße (foto: zoom)

Die letzte Woche habe ich im mentalen Untergrund verbracht und deswegen keinen Blogartikel schreiben können.

Eigentlich müsste man nach vielen kleinen und großen Erlebnissen auch viel schreiben können. Aber so ist es nicht. Die Gedanken kreisen, beschleunigen, vermehren sich und finden keinen Ausgang.

Die beiden Orte, an denen die Bilder entstanden sind – en passant mit dem Smartphone – liegen nicht weit voneinander entfernt.

Einmal der Blick in die Kasseler Königstraße und einmal die Passage unter der Frankfurter Straße.

Kassel unter der Abenddämmerung. Passage an der Frankfurter Straße. (foto: zoom)

Unser Ziel war die Neue Galerie oberhalb der Karlsaue mit ihrer Sammlung der Moderne und einer Ausstellung zur Geschichte der Documenta.

Beide Sammlungen fand ich wider Erwarten sehr anregend und obwohl ich, gerade nach dem antisemitischen Skandal der letzten Documenta, kein uneingeschränkter Freund dieses alle fünf Jahre stattfindenen Kunstspektakels bin, hat mich die Ausstellung zur Geschichte der Documenta sehr interessiert.

Einfach gesagt: War ist over! If you want it! Happy Christmas from John & Yoko

Anhand von selbst schon zu Metaphern gewordenen Bildern der Zeitgeschichte, die als Streifen entlang der Wände ausgestellt waren, ließ sich die Geschichte, bzw. die eigene Erinnerung an die selbst erlebte Geschichte, gewissermaßen ergehen oder abschreiten.

Auf der Museumswebsite heißt es weiter:

Die Besonderheit von »about: documenta« liegt in der Verknüpfung von unmittelbarer Anschauung originaler Kunstwerke mit dokumentarischem und filmischem Material und der Anlehnung an Inszenierungsstrategien der jeweiligen documenta.

https://museum-kassel.de/de/museen-schloesser-parks/neue-galerie

Mich hat verblüfft, dass manche Ereignisse näher beieinander lagen als bislang gedacht.

IPhone (2007), sogenanntes Sommermärchen (2006), Ermordung von Halit Yozgat durch den NSU (2006), Angela Merkel Bundeskanzlerin (2005), Hartz IV (2005)

Allein wegen der Zeitleiste werde ich die Neue Galerie noch einmal besuchen. Die Geschichte der documenta1 bis d15 sind einen weiteren Besuch wert; nicht zu vergessen die Sammlung der Moderne.

Viele Besucher*innen kommen auch wegen des von Joseph Beuys persönlich eingerichteten Raums im Erdgeschoss der Galerie. Ich nicht. Mein Verhältnis zu Beuys ist höflich ausgedrückt gespalten.