Professionelles Wandbild am Garagentor neben einem Cafe. (foto: zoom)
Mit einem Latte Macchiato kann man mich leicht in ein Café locken. Wenn dazu noch eine Nussecke angeboten wird, sitze ich in Nullkommanix auf meinem Allerwertesten, lese ein Buch, knabbere am Gebäck und schlürfe den Kaffee.
Die Amsel singen immer noch leidenschaftlich, aber insgesamt scheint es in der Vogelwelt ruhiger zuzugehen. Die Revierkämpfe sind gewonnen oder verloren, die Partner*innen haben sich gefunden. Nest bauen, Eier legen, Nachwuchs aufziehen.
Das Jahr hat seine Runde von Frühling zu Frühling gedreht.
Das muss für die nächste Stunde reichen: Nussecke, Latte Macchiato und moralische Ambitionen (foto: zoom)
Beunruhigend ist die lange Trockenheit. In den Wetteraussichten des DWD ist auch in den nächsten Tagen kein Tropfen Regen zu sehen.
Irgendwie scheinen der Politik andere Dinge wichtiger zu sein als die heraufziehende Klimakatastrophe.
Was habt ihr damals gemacht, als wir die Klimakrise noch hätten eindämmen können? Wir haben uns Sündenböcke für ALLES gesucht und an den Grenzen auf Migrant*innen eingeprügelt.
Hat das irgendein Problem gelöst? Nein, warum auch?
Leute, trinkt bei sonnigem Wetter keinen Latte Macchiato in einem netten Café. Ihr kommt auf dumme Gedanken, denn Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Das wäre ein Feiertag: der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Faschismus, von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges
Vielleicht sollten wir uns diesmal selbst befreien? „Stars and Stripes“ (Zeitung der US-Army) Nr. 285 vom 8. Mai 1945, Ausgabe Paris, Sieg in Europa. (Quelle: Wikimedia)
Falls mich mal jemand fragen sollte: Lasst das mit dem Feiertag für den glühenden Antisemiten Luther.
Der 8. Mai hingegen, als Tag der Befreiung vom Faschismus, von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges, wäre ein würdiger Feiertag für die Bundesrepublik Deutschland.
Nie wäre er wertvoller als heute, in Zeiten in denen Nazis wieder laut und goebbelesk ihre Lügen aus den Kommentarspalten der Lokalzeitungen bis hinein in den Deutschen Bundestag verbreiten.
Vielleicht sollten wir uns diesmal selbst befreien?
Was hat sich in den sieben Jahren geändert? Würde ich diese Zeilen heute genau so oder ähnlich wiederholen?
Ich stehe zu meinen Worten, sehe aber weltweit autoritäre Regime und faschistische Bewegungen erstarken. Die Rahmenbedingungen für demokratische Kämpfe haben sich vielerorts verschlechtert.
In Deutschland ist eine rechtsradikale Organisation mit faschistischen Strömungen zur zweitstärksten Partei im Bundestag geworden. CDU, SPD und auch die Grünen haben bislang keine Schritte zu einem Verbotsverfahren eingeleitet.
Man muss gewiss noch ein wenig abwarten, aber ich traue dem neuen Kanzler der Konzerne, der sich schon einmal im Bundestag mit der AfD eingelassen hat, nicht zu, dass er der aufgekeimenden Faschismus zurückdrängen kann und will, würde mich aber gerne täuschen.
Es wird in den kommenden Jahren darauf ankommen, ob die außerparlamentarische Bewegung Bündnispartner in den Parlamenten finden wird.
Eine wichtige Rolle werden darüber hinaus die Gewerkschaften spielen müssen, denn viele Stimmen für die AfD kommen aus den Reihen ihrer Mitglieder.
Die Medien handeln häufig nach dem Motto: Krawall bringt Quote. Also laden wir die Demokratiefeinde in unsere Sendungen ein. Damit betreiben auch die Öffentlich Rechtlichen keine inhaltliche Auseinandersetzung, sondern bieten den Lügen eine Bühne. Nicht die anschließemden Faktenchecks, sondern die Fakes verankern sich in den Köpfen der Zuschauer*innen.
Heute, 80 Jahre nach dem 8. Mai 1945, sind wir näher an 1933 als an der endgültigen Befreiung vom Faschismus.
Der letzte Satz des Eigen-Zitats hat in den letzten Jahren noch mehr Gewicht bekommen:
„Vielleicht sollten wir uns diesmal selbst befreien?„
Während der Ganter (nicht im Bild) die Gruppe am Ende absichert, strebt die Gänsemutter mit den kleinen Gösseln zur Wiese. Dort werden sie Gras (auch nicht im Bild) rupfen.
Auf dem Kahlen Asten kann man schnell eine kleine Runde drehen ohne vom Winterberger Tourismus genervt zu werden.
Selbst an schönen Abenden ist der auch wegen der Wetterstation bekannteste Gipfel (841 m) des Hochsauerlandes alles andere als überlaufen. Gestern hielten sich nicht mehr als zehn Personen zeitgleich mit uns auf dem Kahlen Asten auf. Gegen Ende des Spaziergangs nervte allerdings ein knatternder Mopedfahrer*in, verfolgt von einem Pedelec auf den asphaltierten(!) Spazierwegen. Laute, stinkende Zweitakter – da rebelliert mein innerer Spießer.
Schon lange gibt es oben auf dem Astenturm keine Wetterfrauen und Wettermänner mehr, die die Messdaten aufnehmen und an den DWD weitergeben.
Deren Arbeit wird heute vollautomatisch und digitalisiert vom sogenannten Klimagarten erledigt.
Hier wurde im letzten Jahr der Klimagarten modernisiert. (archivfoto: zoom)
Einen kleinen Blogbeitrag zum Klimagarten hatte ich am 2. August 2024 geschrieben:
In Winterberg gesehen:Heimatliebe = Schnitzel-Schmiede? (foto: zoom)
In Winterberg gibt es nicht nur das Print-Magazin „Heimatliebe“, sondern auch ein Restaurant gleichen Namens. Hier auf dem Schild wird es als „Schnitzel-Schmiede“ beworben.
Ich sage euch aus Erfahrung: Nichts lieben die Winterberger mehr als ein ordentliches Stück Fleisch. Ich der sauertöpfige Veganer habe schon häufig in Runden fröhlicher Carnivoren gesessen und wurde bemitleidet, Tipps zum Ausgleich meiner veganen Mangelernährung (Vitamin-Tabletten oder gleich Spritzen – Oh, der Vitamin B-Mangel!) inklusive.
Winterberg ist die gelebte Metapher, dass Heimatliebe durch den Magen geht, vorzugsweise als Schnitzel.
Ich schmeisse dann heute wieder lustlos und voller Selbsthass Räuchertofu in den Wok. Können Falafeln Sünde sein? Niemals!
Meine DWD-Wetter-App sagt für heute sonniges Wetter mit einer Höchstemperatur von 21 °C voraus. Für Winterberg ist das eine hohe Hausnummer, zumal es am Kaiserstuhl kaum wärmer werden soll.
Am Donnerstag erreichen die Temperaturen 25 °C. Die 1. Mai Veranstaltung des DGB Hochsauerland wird somit nicht ins Wasser fallen. Ein sonniger Protest-Morgen erwartet die Gewerkschafter*innen.
Aber jetzt: Noch einmal aus dem Fenster schauen, den blauen Himmel bestaunen und – husch, husch – ans Tagewerk!
Ich weiß nicht, wie es im Ruhrgebiet oder anderen tiefer gelegenen Gebieten aussieht, aber bei uns im Hochsauerland steht der Löwenzahn in voller Blüte. Es gilbt entlang der Landstraßen, auf den Fett-Wiesen und entlang der Wanderwege. Von den Früchten („Pusteblumen“) ist noch nichts zu sehen.
Geschichte der Französische Zeit (1794-1814): Saubere Straßen für Köln! … hypothesis
Der Klimawandel und die drastischen Folgen: Naturkatastrophen werden häufiger und heftiger … munichRE
OMV will alle Wasserstoff-Tankstellen zusperren: 59 Autos tanken in Österreich Wasserstoff. Für die OMV geht das Geschäft nicht auf, der Konzern vollzieht eine Kehrtwende und setzt künftig stärker auf Elektromobilität … derstandard
Mehr Brücken bröseln: Eine Analyse sieht einen dramatischen Sanierungsstau in Deutschland und fordert, den Neubau von Fernstraßen zu bremsen. Das Verkehrsministerium hält die Angaben für nicht nachvollziehbar … klimareporter
Hagen: Funktionäre der Wirtschaft wettern gegen die Verkehrswende … doppelwacholder
Das Kind als Projekt (Satire): Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten … zynaesthesie
Government censorship comes to Bluesky: Earlier this month, Bluesky restricted access to 72 accounts in Turkey at the request of Turkish governmental authorities … techcrunch
Nazi-Parteigänger und Anstandskultur in Lingen: Die Sauerbruchstraße wird es künftig in Lingen nicht mehr geben. Doch alle anderen sechs, gestern im Rat der Stadt zur Abstimmung gestellten Straßennamen nach Nazi-Parteigängern und -Profiteuren bleiben – einstweilen … robertsblog
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Die Verwandlung der Dortmunder Kokerei Hansa gibt es bei zwei literarischen Spaziergängen zu entdecken: Der erste Spaziergang startet am 27. April 2025 um 15 Uhr mit dem Thema „Wilde und gezähmte Natur“ … nordstadtblogger
Veranstaltungsplakat der Gewerkschaften im Hochsauerlandkreis
Unter dem Motto „Mach Dich stark mit uns“ gehen am 1. Mai 2025 überall in Deutschland der DGB und die acht Mitgliedsgewerkschaften auf die Straße, um die Stimme für eine gerechte Arbeitswelt zu erheben.
(Pressemitteilung DGB Hochsauerlandkreis)
Damit machen die Gewerkschaften ein attraktives Angebot: „Mit uns kämpft niemand allein – eine starke Gemeinschaft macht auch jeden Einzelnen stärker.“
Die Gewerkschaften, so der DGB, seien und blieben ein Machtfaktor, in den Betrieben und in der Politik: „Wir haben uns im Bundestagswahlkampf eingemischt und klar gemacht, was wichtig ist: Eine starke Wirtschaft, gute Arbeit und soziale Sicherheit.“
DGB-Kreisverbandsvorsitzender Dietmar Schwalm bei seiner Begrüßungsrede auf der Mai-Veranstaltung 2023 (archivfoto: zoom)
Die gewerkschaftlichen Veranstaltungen zum Tag der Arbeit haben auch im Hochsauerlandkreis eine lange Tradition. Es gibt noch genügend Menschen, die sich daran erinnern, dass sich die Arbeiter*innen in Meschede nach einem „Demozug“ durch die Stadt an einem Platz in der Öffentlichkeit getroffen hat. In der Zeit war es auch üblich, einen längeren Redebeitrag von Gewerkschafterinnen oder Gewerkschaftern in den Mittelpunkt zu stellen.
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