Moin! Ich überlege noch…

Si tacuisses, …! Aber wenn man (noch) kein Philosoph ist? (foto: zoom)

Immer die gleiche Situation. Mein Fahrrad wartet vor der Tür und ich rätsle, wohin die Reise gehen soll.

Vielleicht zur Radwerkstatt in Brilon? Oder doch nach Bad Berleburg? Lennestadt? Dortmund? Korbach?

Ich werde mich an der Straßenecke, 500 Meter weiter, entscheiden. So bleibt noch Zeit zum Nachdenken.

Auf jeden Fall zwei Nussecken beim Bäcker kaufen. Der Hunger-Ast wäre der ungemütlichste Ort.




Mit 9 + 3 nach Arnsberg und zurück…

Einsames Warten auf dem Bahnsteig in Siedlinghausen. (foto: zoom)

Am letzten Sonnabend habe ich mir ein 9-Euro-Ticket plus 3-Euro-Fahrradtagesticket online gekauft und bin mit Smartphone und Fahrrad nach Arnsberg gereist.

Passend zum Ticket hatte der Zug aus Winterberg neun Minuten Verspätung, aber das ist für die Deutsche Bahn heutzutage fast überpünktlich.

Die Bahn war moderat belegt, da ich antizyklisch aus Winterberg wegfuhr.

Der Plan war es, einen Freund in Arnberg zu treffen und von dort einen kleinen Ausflug mit dem Rad zu machen. Da wir uns lange nicht gesehen haten, sollte es eine Quatsch-, Tratsch-, und Entdeckerrunde werden.

Die Radtour mit klassizistischen Gartenhäusern, Gedenkstein für ermorderte Polizisten, eine Himmelstour sowie Kaffee und Kuchen an der alten Tankstelle in Wickede haben wir wunderbar abgespult.

Durch den Filter gejagt: das hübschere der beiden Gartenhäuschen. (foto: zoom)

Zu den Bürgergärten mit ihren Gartenhäuschen gibt es bei der Stadt Arnsberg eine recht informative Seite:

https://www.arnsberg.de/denkmale/buergergaerten/index.php

Vor Ort befinden sich darüber hinaus zwei Informationstafeln, die den Inhalt der Website widerspiegeln.

Geschichte der Bürgergärten und der Gartenhäuser

Zum Vergrößern auf das Bild klicken. (foto: zoom)

Die klassizistischen Gartenhäuschen

Grundriss und Lage im Bürgergarten (foto: zoom)

Ich war schon häufig in Arnsberg, die Bürgergärten hatte ich aber bislang noch nicht entdeckt. Dabei sind sie nicht weit vom Arnsberger Zentrum entfernt und liegen auch nahe am Ruhrtalradweg.

Auf der weiteren Fahrt kamen wir dann noch am Gedenkstein für die 1979 von einem belgischen 18-jährigen Militärangehörigen ermordeten Polizisten vorbei.

Die Geschichte könnt ihr auf der Tafel lesen.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken (foto: zoom)

Soweit der „offizielle“ Teil des Ausflugs. Die Klatsch- und Tratschgeschichten sind mir leider alle wieder entfallen, sonst hätte ich sie hier genüsslich ausgebreitet. ;-)

Die Rückfahrt mit dem Zug von Arnsberg wurde etwas chaotisch. Online, auf der Bahn-App, war alles im Lot, aber am Bahnhof selbst wurden Verspätungen durchgesagt.

„Wer weiß, ob die Züge am Ende nicht ganz ausfallen“, habe ich mir gesagt und bin mit Schwung nach Meschede weitergeradelt. Dort traf die letzte Bahn des Tages mit 20 Minuten Verspätung ein und hat mich mit nach Siedlinghausen genommen.

Zur Not hätte ich die letzten Kilometer mit dem Rad herunter- bzw. hinauf trampeln können, aber wenn ich schon das 9-Euro-plus Fahrradtagesticket auf dem Smartphone habe, will ich es auch ausnutzen.

Seither habe ich das Ticket nicht mehr verwendet, obwohl ich gerne nach Kassel gefahren wäre. Doch zwischen Warburg und Bahnhof Wilhelmshöhe ist zur Zeit SEV (Schienenersatzverkehr), und ich weiß nicht, ob ich mich in der ansteigenden Corona-Welle gerne in einen Bus setzen möchte, dessen Auslastung ich nicht einschätzen kann.

Die Bahnfahrt am Sonntag hat mir eine Kachel auf der Corona-Warn-App eingebracht. Waren es die Nasenpimmel oder die blauen OP-Masken?

Wieso haben so wenige Menschen nach über zwei Jahren Pandemie noch nicht gelernt, dass OP-Masken keine FFP2-Masken sind und auch weniger Schutz bieten? Oder ist es eine Frage des Geldbeutels?

Aber Corona ist eine andere Geschichte.

Umleitung: Tankrabatt, Klimakrise und Krieg, Pandemie-Fehler, soziale Kälte, Lennebad, Krankheit und Kreativität, Fliegen und Verkehrswende im HSK

Am Radweg bei Wennemen – klimafreundliche Fortbewegung (foto: zoom)

Kritik an Plänen des Finanzministers: Tankrabatt – klimaschädlich und unsozial … klimareporter

Q&A: Übers Klima sprechen in Zeiten des Krieges – ist das möglich? Und wie kann es aussehen? … klimafakten

Corona-Krise: Acht vermeidbare Pandemie-Fehler und was wir noch daraus lernen könnten … scilogs

Soziale Kälte: „… sich an die Bundesbürger gewandt habe, um die europäischen Werte im täglichen Miteinander zu vertreten. Gauck habe gefordert, dass Frieren für die Freiheit eine durchaus zumutbare…“ … zynaesthesie

Gewonnen und doch verloren: Sanierung des Lennebades bei der Abstimmung gescheitert … doppelwacholder

Psychische Krankheit und Kreativität: Westfälisches Projekt nimmt „Outsider“-Literatur in den Blick … revierpassagen

Wenn einer eine Reise reist: Vor ein paar Tagen hatte ich mich, auf meine bekannt zurückhaltende Art, über das Fliegen geärgert … unkreativ

Verkehrswende im Hochsauerlandkreis: Vorstellung der Arbeiten für die Fahrrad- und Nahmobilitätskonzeption … sbl

Die Radfahrsaison ist eröffnet.

Ausflug zu Beginn des phänomenologischen Vorfrühlings (foto: zoom)

Ich habe gestern die Radfahrsaison mit einem Ausflug zum Kahlen Asten eröffnet. Hin und zurück sind das um die 30 Kilometer.

Die Straßen waren frei von Schnee und Eis, die Temperaturen lagen im Plus. Dicke Jacke, Winterhandschuhe, Sturmhaube, obendrauf den Helm und die Kälte blieb erträglich.

Es herrschte Nebel, am schlimmsten in Altastenberg. Der Kahle Asten und die Kernstadt Winterberg war voller Touristen, die Skilifte sind in Betrieb.

Mir ist das alles zu eng. Das Schwimmen im Hallenbad ist für mich zur Zeit gestrichen. Ich habe keine Lust, mir im Umkleidebereich das Omikron-Virus einzufangen. Leider kann man beim Schwimmbad im Oversum von außen nicht sehen, ob es voller Menschen ist oder ob man es riskieren kann, ein paar Bahnen zu ziehen.

Radfahren ist eine prima Alternative solange das Wetter mitspielt. Der Winter im Hochsauerland war nicht immer gnädig mit mir. Carpe Diem, bis der nächste Schnee- oder Kälteeinbruch kommt.

Gute Nacht! Der Sommer dauert an …

Der Sommer dauert an; die Abende auf dem Balkon genießen (foto: zoom)

Dieses Jahr war bislang eines der besten. Schon im Frühjahr konnten wir bei vorsommerlichen Temperaturen eine Radtour von Kassel bis Köln genießen.

Für das Siedlinghäuser Freibad hatte ich mir eine Saison-Karte gekauft. Jeden Tag, den ich nicht auf dem Rad verbrachte, habe ich dort 1000 bis 1200 Meter das Wasser durchpflügt, Eis gegessen und mit den Menschen aus dem Ort und Umgebung geplaudert.

Dieser Sommer wäre fast perfekt gewesen, hätten wir nicht diese höllische Hitze in der Mitte der Sommerferien entlang des Mains radelnd erleiden müssen.

Ein heißer Sommer.

BTW: Habt ihr den Roman von Uwe Timm über die 68er-Jahre gelesen? Uwe Timm ist ein großartiger Erzähler.

Jetzt der meteorologische Herbst, kalendarischer Spätsommer, immer noch fantastisch. Die Abende auf dem Balkon, an denen ich in den Sonnenuntergang schaue, habe ich nicht gezählt. Diese Jahr ist eines der besten.

Die Sonne geht unter. Ich vergesse alles Schlechte in der Welt.

Gute Nacht!

Am Wegesrand: Brunskappel – die Strohkönigin und ihr Mann

Dieses glückliche Paar begrüßte mich gestern an der L 742 in Brunskappel. (foto: zoom)

Gestern ist mir auf meiner kleinen Sonntagsradtour nach Meschede dieses glückliche Strohpärchen in Brunskappel begegnet.

Ich sauste gerade mit sehr viel Schwung durch unseren Nachbarort und zögerte mehr als einen Moment bevor ich bremste. Fahrrad abgestellt, Kamera aus der Satteltasche gezogen und auf die „Schlossseite“ der Straße gegangen, um zu fotografieren.

Ein Mann und eine Frau aus Strohballen. Die Frau trägt eine goldene Krone, der Mann eine rote Krawatte.

Vielleicht hat die Installation mit dem diesjährigen Schützenfest zu tun? Aber warum hat der Schützenkönig keine Krone?

Weder auf der Facebookseite noch auf der Website des Schützenvereins habe ich ein ähnliches Bild gefunden.

Bis mir jemand das Gegenteil beweist, behaupte ich einfach: Die beiden stehen vor dem Haus der neuen Schützenkönigin.

Richtig oder falsch?

Urlaubsaugenblicke: Aggression im Teletubby-Land -Trump is dead

Liebevolle Zuwendung oder Aggression: Sonnenblumen im Teletubby-Taubertal. (foto: zoom)

Unsere Sommerradtour 2019 ist beendet, und sie war gut. Mit E-Bike und M-Bike sind wir die Flüsse – manchmal auch Berge – unserer weiteren Umgebung hinunter- und hinaufgeradelt.

Die Flüsse und Flüsschen: Namenlose, Orke, Eder, Fulda, Sinn, Main, Tauber, Weser, Diemel.

Die Städte: Korbach, Fritzlar, Rotenburg an der Fulda, Fulda, Burgsinn, Wertheim, Bad Mergentheim, Rothenburg ob der Tauber, Ochsenfurt, Karlstadt, Fulda, Bad Hersfeld, Kassel, Bad Karlshafen, Warburg.

Das Wetter: kühl, Regen, Sonne, Hitze, große Hitze.

Gesamtkilometer laut E-Bike: 870.

An digitalem Schnickschnack hatten wir ein Tablet/Smartphone plus eine Pocketkamera dabei. Mal gab es WLAN, mal nicht. Ab und zu konnte ich Artikel und Kommentare freischalten. Wenige kurze Beiträge sind umständlich mit dem Tablet entstanden.

Wir haben verschiedene Lehren aus dieser Radtour gezogen.

Eine will ich hier nennen: Das nächste Mal werden wir nur noch ein Notfall-Telefon mitnehmen und ALLES Digitale zu Hause lassen.

Kein Internet.

Kann mensch eigentlich noch ohne Internet verreisen?

Jedenfalls spränge uns nicht jeden Morgen der twitternde Narzisst in die Timeline. Hier ein Vorgriff auf unsere analoge Radtour ohne Donald Trump:

R.I.P. (foto: zoom)

Radtour: die Hitze und die Glocken haben uns fast zermürbt.

Wenig Grün, viel Stein – nicht nur die Hitze machte den Aufenthalt in den kleinen bayerischen Städten ungemütlich. (foto: zoom)

Es ist seit Tagen zu heiß, um mehr als ein paar zerstreute Gedanken zu fassen. Unsere Radtour hat sich zu einem Kampf mit der Hitze entwickelt.

Um den höchsten Tagestemperaturen zu entkommen, haben wir unsere letzten drei Etappen jeweils bis 14 Uhr abgeschlossen. Die Quartiere kühlten sich allerdings nicht ausreichend ab.

Bei weit geöffneten Fenstern schlichen sich in Bayern andere Unannehmlichkeiten in den Schlaf.

Kirchenglocken.

Die Glocken schlugen ohne nächtliche Pause nicht nur die Stunden, sondern auch die Viertelstunden, also beispielsweise um drei Uhr vier Mal für die Viertel und anschließend drei Mal mit noch kräftigerem Ton die Stunde.

In manchen Orten gab es zudem mehrere konkurrierende Kirchen, die zeitversetzt das gleiche Glockenspiel betrieben.

Der Störenfried vor meinem Fenster. (foto: zoom)

In Ochsenfurt waren es drei: eine sehr laute, eine leise und eine laute Kirche. Ich habe jede Stunde ab Mitternacht sehr intensiv erlebt.

Wer Lust hat kann die Gesamtzahl der Glockenschläge für 5 Uhr ausrechnen.

Ab morgen ist die Hitze vorbei. Dann werden wir Blitze und Donnerschläge zählen.

Gruß aus Fritzlar: Zum Wohle!

Am Abend nach der Radtour (foto: zoom)

Das Schöne an Radtouren ist, dass man sich eine Distanz vom Alltäglichen in der Bewegung erarbeiten kann.

Die Arbeit ist dabei eher physikalisch als mental zu bewerten. Mit dem Grad der Anstrengung wächst die Entspannung.

Für diese Radtour habe ich die Elektronik auf ein unteres Maß reduziert. Bilder für das Blog kann ich nur noch mit der grottenschlechten Kamera meines Tablets aufnehmen, Texte mit dem Zeigefinger auf dem Mäuseklavier tippen.

Kleine Geschichten und Assoziationen schreibe ich wie vor 30 Jahren wieder in eine Kladde.

Die Neuentdeckung in Fritzlar ist das Restaurant und Café „Hahn“.

Morgens um sieben ist das Café noch geschlossen. (foto: zoom)

Im Januar 2016 hat der Besitzer Cor van Leeuwen – ja, er ist Niederländer – das Traditionshaus neu eröffnet. Motto: Kunst, Kultur, Köstlichkeiten.

„Ein Ort zum Wohlfühlen – mit Nahrung für Körper und Seele“, lese ich in der Speisekarte.

Schaut euch seine Website an, und wenn ihr dann in Fritzlar seid, geht einfach rein.

08/15 ist der Laden nicht.

https://www.cafehahnfritzlar.de/

So peu à peu geht’s in die Blog-Sommerpause …

Der elektrische Teil unserer Familienfahrzeugflotte war in der Inspektion. (foto: zoom)

Anfang des Jahres wurde unsere Familienfahrzeugflotte um ein E-Bike ergänzt. Endlich können wir „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ gemeinsam unsere Radtourenprojekte verwirklichen.

Einer isst Kekse und Schokolade, der andere lädt seinen Akku aus der Steckdose auf. Alles kein Problem.

Den Anfang hatten wir im Frühjahr mit einer Tour von Winterberg über Marburg nach Köln gemacht.

Demnächst wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. Die Planungen sind angelaufen. Die grobe Richtung – irgendwie Süden – ist festgelegt, die ersten Quartiere sind gebucht.

Mehr als drei bis vier Tage planen wir nicht im voraus, der Rest entwickelt sich beim Radfahren. Dialektisch.

Was für einen Planungspedanten das Horrorszenario schlechthin wäre, ist für mich seit Jahrzehnten Standard: flexibel bleiben, Pläne umschmeißen, die Richtung ändern. Eine Radtour sieht vom heimischen Sofa völlig anders aus als nach ein paar Tagen in der Realität.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir nach ein paar Tagen im schwarzen Fulda einradeln werden, aber dann: Wasserkuppe? Würzburg? Oberpfalz? Regensburg? Main? Donau? Alpen?

Das wissen wir heute noch nicht. Alles offen. Ich bin gespannt.

Habt ihr noch Tipps für den Süden Deutschlands per Rad?