Pausenbilder: Wanderung nach Winterberg

Nach den ersten Kilometern schaut man ins Tal der Namenlose. (foto: zoom)

Eine Wanderung im Winter? Das kannte ich in den Anfangsjahren im Hochsauerland nicht.

Der Schnee ging oft bis zum Knie oder sogar bis zur Hüfte. Zum Joggen oder Wandern, musste man sich geräumte Winterwanderwege oder tief liegende Talwege, wie beispielsweise entlang der Orke, suchen.

Ende Januar 2020 spazieren wir von Siedlinghausen nach Winterberg. Kein Schnee auf den Wegen, dunkel-grüne Fichten und auf den Minenplätzen ein spärlicher Naturschneebelag.

Es war warm und sonnig. An den Minenplätzen habe ich meine Winterjacke ausgezogen. (foto: zoom)

Es war ruhig im Wald, obwohl die Kernstadt mit ihren (zur Zeit) überwiegend mit Kunstschnee bedeckten weißen Pistenbändern im grünen Wald nicht weit entfernt liegt.

Stundenlang konnten wir unseren Gedanken nachhängen.

Kaum waren wir am Nordhang des Kahlen Asten, begann der Trubel. Skitourismus dank Schneekanonen.

Blauer Himmel, grüne Bäume, Wiese und weißer Kunstschnee (foto: zoom)

Winterberg erscheint wie ein riesiger Parkraum. Menschen schieben sich den Waltenberg hoch und runter. Wuselig, obwohl das Skigebiet nicht ausgelastet war.

Mit dem Sessellift hoch zum Brembergkopf. Es ist noch viel Platz. (foto: zoom)

Die Winterberger Hektik und Fülle werde ich ein anderes Mal fotografieren. Wir wollten einen ruhigen Samstag verbringen und haben uns am frühen Nachmittag in den Bus S50 zurück nach Siedlinghausen gesetzt.

Für die achteinhalb Straßenkilometer haben wir zu zweit 8,20 Euro bezahlt. Ein Preis für den wir in Kassel von Freitag 14 Uhr bis Sonntag Nacht die öffentlichen Verkehrsmittel nach Lust und Laune benutzen können, und es bleibt dann sogar noch etwas übrig.

Das MultiTicket für zwei Erwachsene kostet dort 7,80 Euro und umfasst die Stadt Kassel, Ahnatal, Baunatal, Calden, Espenau, Fuldabrück, Fuldatal, Habichtswald, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal, Schauenburg, Staufenberg und Vellmar.

Ach ja, das Hochsauerland und der öffentliche Nahverkehr! Von den Radwegen will ich erst gar nicht anfangen …

Schluss mit dem Gejammer. Es war eine schöne Wanderung an einem wunderschönen milden Wintertag im Januar.

Mal eben mit dem Rad nach Winterberg und zurück

Am Ende unserer kleinen Radtour (foto: zoom)

Gestern Abend sind wir “mal eben” mit dem Rad nach Winterberg und zurück gefahren.

Den Weg kennen die Einheimischen: Ennert, Silbach, Golfplatz, Rauher Busch, Winterberg, Edeka und zurück. Asphalt und unbefestigte Forstwege.

Die drei Bilder sind mit drei verschiedenen Kameras aufgenommen worden: Smartphone, Kompaktkamera, Spiegelreflex. Tja, was wir so alles auf dem Rad herumschleppen.

Der ultimative Fitnesstest ist der Anstieg vom Golfplatz zum Rauhen Busch. Bestanden.

Am Rauhen Busch. Rad abstellen. Bild knipsen. (foto: zoom)

Oberhalb der Remmeswiese haben wir uns die Ausläufer des Skikarussels angeschaut. Trotz Regen und Tauwetter liegt noch eine Menge Kunstschnee auf der Piste.

Kunstschnee am Rauhen Busch (foto: hannah)

Frage zum Schluss: Welches Bild ist mit welcher Kamera aufgenommen worden?

Um Viertel nach vier am Skigebiet Rauher Busch

Die Schneekanonen und die Skifahrer sind am Skihang “Rauher Busch” gleichzeitig aktiv. (foto: zoom)
Die Schneekanonen im Winterberger Skiliftkarussell arbeiten auch tagsüber was das Zeug hält. Der Naturschnee reicht zur Zeit nicht, um akzeptable Wintersportverhältnisse zu schaffen.

Das Bild habe ich heute um Viertel nach vier am Sessellift “Rauher Busch” am Gewerbegebiet Remmeswiese aufgenommen. Es herrschten frostige Temperaturen. Parkplätze waren reichlich vorhanden und auch die Abfahrt war nicht überfüllt.

Wahrscheinlich wird es morgen wieder zum großen Ansturm auf Winterberg kommen.

Noch bis Freitagmorgen laufen nach Angaben des Skiliftkarussells Winterberg die Schneekanonen und Schneelanzen im Dauereinsatz. Die intensive Beschneiung habe die Schneedecke deutlich anwachsen lassen und die Bedingungen merklich verbessert. Bei sehr guter Präparation werde das wechselhafte Wetter am Wochenende den Pisten nicht viel anhaben können. Schneelage und Bedingungen seien stabil.

Die Temperaturen sollen allerdings wieder steigen. Im aktuellen Newsletter des Skiliftkarussells heißt es, dass ab Freitagnachmittag die Temperaturen wieder über null Grad liegen. Der Samstag sei mit wenigen Niederschlägen, die ganz oben auf den Bergen als Schnee fallen könnten, der schönere Tag des Wochenendes. Sonntag ziehe mehr Regen auf. Die gesamte kommende Woche werde erneut frostig und meist trocken. Gegen Ende der Woche könnte es erneut kalt genug sein, um Schnee zu produzieren.

Soweit die Lage.

Außerdem habe ich mich gerade gefragt, ob “Viertel nach vier” die korrekte Groß- und Kleinschreibung ist.

Winterberg: Ski und Schlittschuhe den Umständen entsprechend

Haupt-Skihang am Poppenberg. Der Kunstschnee hält sich. (fotos: zoom)
Gestern hatte ich etwas flapsig geschrieben:

Die Touristiker und Touristen warten auf den Schnee. Der Wetterbericht verspricht für die nächsten Tage Regen. Solange bis irgendwann der echte, wahre Schnee fällt, hält sich der Kunstschnee hartnäckig auf den Pisten.

Heute Nachmittag bin ich zum Skihang am Poppenberg gefahren, um ein paar Bilder nachzuliefern. In der Tat sind die unbeschneiten Berge alle grün-braun, während an beschneiten, günstig gelegenen Hängen unverdrossene Wintersportler hoch und hinunter rutschen.

Kann man machen.

So ganz winterlich sieht es nicht aus.

Links von Möppis Hütte sind die Kontraste von Kunstschnee und Wiese deutlicher zu erkennen.

Auf dem Weihnachtsmarkt an der Unteren Pforte laufen die BesucherInnen auf Kunststoff.

Nicht 100% Winter: Eine kleine Kunststoff-Bahn lädt zum Schlittschuh fahren ein.

Laut Wetterbericht ändert sich das warm-feuchte Wetter auch in den nächsten Tagen nicht. So richtig kalte Wintertage mit Naturschnee machen sich über Weihnachten wahrscheinlich rar.

https://kachelmannwetter.com/de/vorhersage/2807788-winterberg/lighttrend

Schneemacher aus Israel soll Winterberger Skisaison retten – einige Hintergründe

Waiting for the cold. Schneekanonen vor einem Rückhaltebecken in Winterberg (foto: zoom)
Haben sie bald ausgedient? Schneekanonen in Winterberg. (archiv: zoom)

Wie die WP heute berichtet, liebäugeln Winterberger Liftbetreiber mit neuen Schneemachern.

Die Rettung für die Sauerländer Mittelgebirge versprechen sie sich vom IDE All Weather Snowmaker, denn es sei “Never too warm for snowmaking”, niemals zu warm um Schnee zu produzieren, so die Israelische Firma IDE.

Über die Entwicklung des Schneemachers berichtete das Amerikanische Wirtschaftsblatt “Bloomberg Businessweek” Anfang 2014 unter der Überschrift: “How Israeli Snowmakers Are Saving Alpine Skiing”:

Wie Avraham Ophir Skilaufen lernte

IDEs Technologie Chef und selbsternannter „bester Skiläufer” Avraham Ophir erzählt der amerikanischen Zeitschrift die lange und interessante Geschichte, wie er Schneeproduzent wurde.

Ophir wurde in Ostpolen geboren, sein Vater war Fabrikant, dessen Firma stellte  Terpentin her.  Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Ophirs Heimat zunächst zwei Wochen von den Deutschen okkupiert, dann kamen die Russen. Sein Vater,  Kapitalist, wurde inhaftiert und in ein Gulag in Nordsibirien gebracht. Die übrige Familie kam als  Angehörige eines Gefangenen nach Südsibirien.

Dort musste Ophir Skilaufen lernen. Sie hätten zwei einfache, aber sehr stabile Holzlatten genommen und ein Lederband darum gebunden. Ihre normalen Schuhe hätten sie in die Lederschlaufe gesteckt. So gelangten die Kinder damals zur Schule.

Wie Avraham Ophir zum Schneemacher wurde
Die Geschichte des Schneemachens begann ebenfalls in Sibirien. In Russland gab es einen jüdischen Ingenieur namens Alexander Zarchin, ein Zionist. Doch er war nicht nur Zionist, sondern auch Techniker und die Sowjets hätten ihn deswegen ins Lager geschickt, in den selben Gulag wie Avrahams Vater.

In Sibirien ist es sehr kalt und im Sommer regnet es selten. Der Gulag lag in der Nähe des Arktischen Ozeans. Für das Arbeitslager wurde Trinkwasser benötigt. Also hätten sie Tore geöffnet und Seewasser in eine Lagune umgeleitet. Am Ende des Sommers hätten sie die Tore wieder geschlossen. Das Wasser in der  Lagune wäre gefroren.

Wenn Meerwasser gefriert, trennen sich Wasser und Salz. „Eiskristalle aus Seewasser sind reines Wasser,“ erklärte Ophir.

Als nun der Sommer zurückkehrte und die Oberfläche zu tauen begann, pumpten Zarchin und die übrigen Gefangenen die salzhaltige Flüssigkeit aus der Tiefe der Lagune. Während sie pumpten, maßen sie den Salzgehalt und wenn er niedrig genug war, schlossen sie die Tore und ließen die Sonne den Rest des Eises schmelzen und gewannen so Trinkwasser.

Stolz erklärte Avraham Ophir gegenüber der Bloomberg Businessweek “So you see, need is the father of invention.“ (Not(wendigkeit) ist der Vater der Erfindung.)

Nach dem Krieg gelangte Ophir zunächst nach Polen und dann über die Alpen und Italien nach Israel. Zarchin, sein zukünftiger Chef, floh aus dem Gulag nach Israel, wo er schnell als Erfinder bekannt wurde.

Zarchin entwickelte zunächst eine Entsalzungsverfahren, basierend auf seinen Erfahrungen in Sibirien.

Er bildete den Sibirischen Frost mit Hilfe einer Vakuum-Kammer nach. Wenn der Druck unter 4 Millibar fällt, wird aus Salzwasser Eis und es verliert sein Salz. Er erhielt das Patent auf dieses Verfahren, welches in der Wüste Israels eine große Rolle für die Wassergewinnung spielt.

Erst sehr viel später, 2005, erkannte Ophir durch einen Zufall die Möglichkeiten der Technologie bei der Scheeproduktion. In Südafrika kühlte die IDE Vakuum-Eismaschine die tiefste Goldmine zwei Meilen unter der Erde.

Bei einer Besichtigung sah Ophir einen Berg an Schnee, der in der Afrikanischen Hitze produziert worden war. Er ließ sich Ski bringen, fand sie in Johannesburg und fuhr im Alter von 72 den Berg hinab. Nun ließ er einen Spezialisten kommen, der ihm die Qualität des Schnees bestätigte.

IDE lud Dutzende von Skigebiets-Verantwortlichen nach Südafrika, ließ zwei Schneeberge bauen und verbrachte zwei Tage mit den “guys” (Jungs), man aß gemeinsam, trank und anschließend hatte IDE die ersten beiden Aufträge: Zermatt und Pitztal.

Soweit der Bericht in Bloomberg Businessweek.

Hier einige Links zu Verfahren, Hintergründen und Folgen. Die Liste bietet einen ersten Einstieg und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Es wird sechs mal mehr Energie verbraucht als bei den Schneekanonen. (Die WELT)
  • Der IDE All Weather Snowmaker kostet $2 Millionen. (Bloomberg Businessweek)
  • Schneeproduktion bis zu 30 Grad mit Hilfe einer “riesigen Anlage”, funktioniert ohne “Chemie” . ORF 2, Oktober 2009
  • Snowmaker in Aktion, Film in schlechte Bildqualität, vermittelt einen Eindruck der Größe der Anlage in Pitztal ab 1:04min.