Zu blöd für diese Welt? „Äquidistanz“? „Hufeisentheorie“?

Manchmal denke ich, daß ich einfach zu blöd für diese Welt bin, weil ich so vieles einfach nicht verstehe. Das liegt unter anderem daran, daß täglich neue Wörter in meine geliebte deutsche Sprache hineingestanzt werden, die ich vorher noch nie gehört habe, aber plötzlich wie mit nassen Lappen täglich um die Ohren geschlagen bekomme. Zur Zeit sind es die Wörter „Äqui-Distanz“ (oder „Äquidistanz“) und „Hufeisentheorie“.

Früher dachte ich immer, Theorien seien etwas Kompliziertes, aber heutzutage kann manches noch so platte Bild mit dem Wort „Theorie“ belegt werden, und beinahe täglich wird ein neues Unwort in unseren Sprachschatz gestanzt.

Johann Wolfgang Goethe, der sich einen Adelstitel verleihen ließ, um als Bürgerlicher mit den Herrschaften mit am Tisch sitzen zu dürfen – daher für viele lieber Johann Wolfgang von Goethe (Lutz Görner: „Goethe für alle“) – kam mit etwa 23 000 Wörtern aus; heute sollen es etwa 1,8 Millionen sein. Natürlich mußte er viele Vokabeln gar nicht lernen; „Atommülldeponien“ und „Neonazis“ gab es zu seiner Zeit noch nicht (noch nicht einmal „Nazis“, was eine Kurzform für „Nationalsozialisten“ ist). Aber was hätte er wohl zu „Entsorgungspark“ und „Wutbürger“ gesagt – zwei Wörtern, die für mich zu einer besonderen Kategorie gehören: zu den Wörtern, die ich immer nur in Medien gehört habe, niemals von einem Menschen aus Fleisch und Blut?

Zu den heutzutage in beinahe jeder „Talk-Show“ (mit Anne Will, Markus Lanz, Margret Illner und wie sie alle heißen) benutzten Vokabeln „Äqui-Distanz“ und „Hufeisentheorie“ fallen mir drei Bücher aus drei Jahrzehnten ein:

Mit zweierlei Maß. Die deutsche Reaktion auf den Terror von rechts.

Hermann Vinke: „Mit zweierlei Maß. Die deutsche Reaktion auf den Terror von rechts.
Eine Dokumentation“, Reinbek bei Hamburg 1981 (rororo aktuell 4822)

Auf dem Weg zum Bürgerkrieg? Rechtsextremismus und Gewalt gegen Fremde in Deutschland

Wolfgang Benz (Hrsg.): „Auf dem Weg zum Bürgerkrieg? Rechtsextremismus und Gewalt gegen Fremde in Deutschland“, Frankfurt am Main 2001 (Fischer Taschenbuch)

Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU

Stefan Aust und DirkLaabs: „Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU“,
München 2014 (Pantheon Verlag)

Und immer wieder die Frage: „Wie konnte das passieren?“

Wie konnte was passieren?

„Am rechten Rand. Wie radikal ist die AfD?“ Film von Michael Richter und Jana Merkel, ausgestrahlt am 23.11.2018 auf „Phoenix“ (https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/am-rechten-rand-a-498135.html), zu sehen auf https://www.youtube.com/watch?v=YB0JsXeA-b0

„Rechtsrockland“. Film von Johanna Hemkentokrax und Axel Hemmerling, ausgestrahlt am 22.11.2018 um 21 Uhr auf Phoenix (https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/rechtsrockland-a-474350.html), zu sehen auf https://www.youtube.com/watch?v=2w7kQPNa0nc

Wie kann das passieren? Ich verstehe es einfach nicht!

Zu blöd für diese Welt (Beitrag als PDF)

Nach Anschlag in Hanau: Falsche Behauptungen über Täter im Umlauf

Kurz nach dem rassistischen Anschlag am Mittwoch, 19. Februar 2020 in Hanau verbreiten sich in Sozialen Netzwerken Falschmeldungen und irreführende Informationen über die Tat. Die Verbreiter versuchen die Öffentlichkeit bewusst irrezuführen.

(Pressemitteilung CORRECTIV)

CORRECTIV.Faktencheck überprüft seit Donnerstag, 20. Februar 2020, diverse Behauptungen, die im Umlauf sind. Das verdeutlicht die Wichtigkeit von Faktenchecks, die gezielt Desinformation bekämpfen.

Folgende Falschmeldungen über Tathergang, Tatmotiv, Täter sind in Sozialen Netzwerken weit verbreitet:
Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen behauptete kurz nach der Tat am 19. Februar 2020, es sei die Tat eines „offenkundig Irren“ gewesen. Sein Beitrag suggeriert, der mutmaßliche Täter habe nicht aus politischen Motiven gehandelt. Laut Kenntnisstand der Behörden handelte es sich um eine rassistische und daher politisch motivierte Tat. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bezeichnete am 21. Februar 2020 die Tat als „rassistisch motivierten Terroranschlag“.

Neben Aussagen von Politikern verbreitet sich auch die Behauptung, der mutmaßliche Täter von Hanau sei kein „politisch motivierter Extremist“ gewesen. Das entspricht laut den Behörden nicht den Tatsachen, demnach war der Anschlag rassistisch und rechtsterroristisch.

Nach dem Anschlag in Hanau kursierte außerdem die Falschmeldung, die Polizei habe einen rechten Hintergrund der Tat dementiert und Medien wegen Spekulationen zurechtgewiesen. Das stimmt nicht. Die Polizei hat einen rechten Hintergrund der Tat nicht dementiert, sondern zu Zurückhaltung aufgerufen, als noch keine gesicherten Informationen vorlagen.

Für weitere Behauptungen, der Täter sei doch nicht Tobias R. gewesen oder es habe mehrere Täter gegeben, gibt es keinerlei Grundlage. Angebliche Augenzeugen-Aussagen, von denen Videos oder Sprachnachrichten im Netz kursieren, sind widersprüchlich, unbelegt oder geben falsche Gerüchte wieder.

„Wir haben derzeit keine Gründe, an den Aussagen des Generalbundesanwalts zu zweifeln. Die Ermittlungen zentrieren sich derzeit komplett auf Tobias R. Anderslautende Gerüchte entbehren jeglicher Grundlage.“

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Alle Faktenchecks zum Anschlag in Hanau unter correctiv.org/faktencheck

Terroranschlag in Hanau: AfD-Chef Meuthen verbreitet irreführende Theorie zum Tatmotiv

Anschlag in Hanau: Irreführende Meldungen, dass Tobias R. angeblich nicht der Täter war, werden zehntausendfach geteilt

Drogen-Ermittlungen gegen mutmaßlichen Täter von Hanau? Irreführender Bericht des „Deutschland-Kuriers“

FDP 2020: Eine gar verwunderliche Truppe …

Daniela Kluckert (* 22. Dezember 1980 in Nürnberg) ist eine deutsche Politikerin (FDP) und Diplom-Volkswirtin. Seit 2017 ist sie Mitglied des 19. Deutschen Bundestages.

Für die Bundestagswahl 2017 trat Kluckert als FDP-Kandidatin im Wahlkreis Berlin-Pankow an und zog über den zweiten Platz der FDP-Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag ein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie ordentliches Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale“.

Frau Kluckert zitiert am Nachmittag via Twitter aus einem Beitrag von Ulf Poschardt:

„Die Vernichtungsfantasien nach Erfurt haben verraten, wie viele Bundesbürger von einem Deutschland ohne Liberale träumen. Wer die Geschichte unseres Landes kennt, weiß: Das ist der absolute Albtraum.“

Einige Stunden später äußert sich Frau Kluckert ebenfalls via Twitter zur Gästeliste bei Anne Will:

Heute bei #AnneWill spricht #Soeder mit Linken. Für die #FDP konnte ich bisher niemanden entdecken #ARD

Nur mal so, Frau Kluckert: Gerhart Baum ist/war Teilnehmer der Talkrunde …

Verweise auf Segment des Poschardt-Zitats: Wer die Geschichte unseres Landes kennt … ???

Umleitung: von Moebius über die Macht der Stimmen und den Jahrestag einer Befreiung zur @die_reklame, dem Anglizismus 2019 sowie dem „Warten auf Godot“ und mehr …

Playmobil-Demo im Dortmunder U. (foto: zoom)

Zeichner Moebius als Meister des surrealen Traums: Ausstellung zur Comic-Zeichenkunst im Max Ernst Museum … endoplast

Die Macht der Stimmen: Radio in der Wissenschaftskommunikation … scilogs

Kommt das Coronavirus aus dem Labor? Während der aktuellen Coronavirus-Epidemie ist ja die Theorie aufgetaucht, der neue Erreger hätte etwas mit dem neu eingerichteten Hochsicherheitslabor in Wuhan zu tun … fischblog

Jahrestag einer Befreiung – #75Befreiung: Vor 75 Jahren begann das (hoffentlich für immer) letzte der düsteren Kapitel des deutschen Nazireiches, als die Alliierten im Westen und die Sowjets im Osten erstmals bis auf das deutsche Staatsgebiet von vor 1937 einrückten … texperimentales

„Die ausreichende Produktion ist gesichert“: Das Tolle an der Arbeit an @die_reklame ist, dass man manchmal auf wirklich faszinierende Werbungen stolpert. Über den Inhalt dieser Werbung könnte man eine ganze Bachelorarbeit schreiben … schmalenstroer

In diesen Zeiten Journalist werden? Tja, mh, äh… Der Dortmunder Journalist Bernd Berke gehört zu den wenigen Menschen, die mich Banausen hin und wieder zur Kultur locken. Genauer: zu seinem Blog Revierpassagen … charly&friends

Laudatio zum Anglizismus des Jahres 2019: … for Future: Anglizismus des Jahres 2019 ist der Phraseologismus [… for future], der die Grundlage für den Namen der von Jugendlichen in vielen Ländern getragenen Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ bildet, aber der auch produktiv verwendet wird, um allgemein die Klimafreundlichkeit bestimmter Verhaltensweisen anzudeuten – zum Beispiel, wenn Umweltschutzorganisationen ein böllerfreies Silvester for Future anmahnen oder unter Feiern for Future Tipps für ein nachhaltiges Weihnachten geben, über eine klimaneutrale Wohngemeinschaft mit dem Begriff WG for future berichtet oder unter dem Begriff Grundgesetz for Future ein Verfassungsstatus für Nachhaltigkeit gefordert wird … sprachlog

Becketts Klassiker in Dortmund: Das „Warten auf Godot“ könnte ein schwerer Fehler sein … revierpassagen

Als Bettvorleger gelandet: GWG scheitert mit Einschüchterungsversuch gegen DOPPELWACHOLDER.DE … doppelwacholder

Verwaltungsgericht Arnsberg: Polizeieinsatz war rechtswidrig … sbl

Heute musste Dortmund ran …

Aliens in Dortmund? Mit zwei Füßchen wäre es für mich eine Leuchtdiode. Aber so … (foto: zoom)

Heute durfte ich nach Dortmund fahren und wäre fast gescheitert. Der Zug aus Winterberg, für den ich gestern die Gruppenkarten gekauft hatte, – immerhin waren 158 Euro versenkt – kam nicht.  Betriebsbedingte Störung.

Glücklicherweise hat Olsberg zwei Bahnhöfe im Abstand von 10 Minuten Fußweg. Ein kluges Backup! Mit Umstieg in Schwerte, dem zweitschönsten Bahnhof nach Siedlinghausen, sind wir dann doch noch eine Stunde später als geplant im Dortmunder Hauptbahnhof eingetrudelt.

Womit soll ich anfangen? Also das „U“.

Am Dortmunder „U“ werden die LEDs repariert. (foto: zoom)

Die LEDs, mit denen die „fliegenden Bilder“ erzeugt werden, sind in die Jahre gekommen, viele sind kaputt. „Die müssen demnächst alle ausgetauscht werden“, sagt mir einer der Techniker, bevor er von der Aussichtsplattform noch weiter nach oben klettert.

Im Inneren des „U“ sind wir treppauf und -ab gestiegen und haben uns mit den Rolltreppen durch die Stockwerke gebeamt.

Das „U“ ist meist vertikal. (foto: zoom)

Schlussendlich sind wir in der zweiten Ebene gelandet. „Recht & Würde“ heißt die Austellung, an der wir uns festgebissen haben.

„Menschenrechte, sie gelten für jede*n, immer und überall. Wie genau betreffen und bewegen sie sehr unterschiedliche Menschen? Rund 150 Dortmunder*innen haben sich fotografisch mit den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beschäftigt, sich fotografisch auseinandergesetzt und eine Plakatkampagne geschaffen. Die Menschenrechte gelten für jede*n – immer – überall. Sie betreffen jeden, aber wie genau? Beteiligte aus Kita-Gruppen, Schulklassen, Wohngruppen, Integrationszentren, Vereinen und Seniorentreffs haben Inhalte der Erklärung genauer unter die Lupe genommen einzelne Artikel fotografisch umgesetzt. Die Ausstellung zeigt die entstandenen Arbeiten, gesammelte Perspektiven und persönliche Erfahrungen mit Recht und Würde. Sie lädt Besucher*innen ein sich auch selbst spielerisch mit den Menschenrechten auseinanderzusetzen.“

Gute Frage! (foto: zoom)

Geht da mal hin. Es kostet nichts, und wenn man sich die einzelnen Stationen anschaut, gibt es noch einen Lerneffekt obendrauf.

Die Antwort? (foto: zoom)

Gerade als wir gehen wollten, haben wir noch eine Installation mit grellem Licht und lauten Geräuschen entdeckt. Die Aufsicht versicherte uns, dass wir das Spektakel auch ohne Hör- und Sichtschutz überleben könnten.

Laut und grell: Idan Hayoshs Installation.  (foto: zoom)

Idan Hayoshs Installationen sind laut, grell, aggressiv. Mit ihrer streng formalen Anordnung erinnern sie an Waffenpräsentationen des Militärs; das Arrangement der Objekte wirkt gleichermaßen ästhetisch wie bedrohlich. Sind wir stark genug, uns dieser Konfrontation zu stellen?

Ehe wir uns versahen, war die Zeit knapp geworden.

Noch einmal im Café Kleimann bei Reibeplätzchen, Apfelstrudel und Vanilleeis Luft holen, dann zu andrä und gebrauchte CDs in den Rucksack stopfen.

Meine Beute:

  • Karajan, Bruckner, Symphonie 7
  • Karajan, Bartok, Klavierkonzert No 3 & Schumann Symphonie No 4
  • Sonic Youth, Goo
  • Glenn Gould, W.A. Mozart: Four Piano Sonatas
  • Robert Wyatt, Rock Bottom
  • Karajan, Johannes Brahms, Symphonie Nr. 4
  • System of a Down
  • Karajan in Italy, Tchaikovsky Symphony No 5 in E minor und Sibelius, Finlandia op. 26
  • The Velvet Underground & Nico, ja die mit Warhol und der Banane.

Die Bahn von Dortmund nach Bigge kam pünktlich.

Im Auto zurück nach Hause habe ich mit System of the Down begonnen, zu Hause Brahms aufgelegt. Großartige Wechselbäder.

Während ich die letzten Zeilen tippe, dreht sich Sonic Youth im CD-Spieler.

Gute Nacht!

Ein Präsident von Facebooks Gnaden? Trump, Zuckerberg und Thiel

Trumps Tweet vom 20. September 2019: „Nice meeting with Mark Zuckerberg  of  @Facebook in the Oval Office today.“ (Screenshot: Chris Klein)

Mark Zuckerberg trifft sich mit Donald Trump.  Über den Inhalt des Gesprächs schweigt er.

Der Facebook Erfinder wird nicht gegen Lügen und Unwahrheiten in politischer Werbung auf Facebook vorgehen. Auch erlaubt die Plattform Werbung, die kleine Gruppen gezielt anspricht (micro-targeted Facebook ads). Die Wahlkampfmaschine von Trump soll bereits jetzt 1000 neue Kleingruppenanzeigen täglich schalten.

Während Donald Trump seine Wahlkampfkasse für die kommende Auseinandersetzung gefüllt hat und die sozialen Medien mit personalisierter Werbung nutzen wird, erklärt der führende Kandidat der Demokraten Joe Biden, er werde sich auf Fernsehwerbung konzentrieren. Klingt, als würde bei den US-Präsidentschaftswahlen das 20. gegen das 21. Jahrhundert antreten.

Trotz Kritik an dem laxen Umgang mit Lügen, bewegt sich Facebook nicht. So verbreitete die Plattform im vergangenen Oktober die Falschmeldung, Joe Biden habe der Ukrainischen Regierung $1 Milliarde Dollar angeboten, wenn sie die Untersuchung der Firma seines Sohnes beenden würden. Es werden viele weitere Lügen folgen.

Dieser kreativen Umgang Facebooks mit der Wahrheit wird von Peter Thiel maßgeblich vorangetrieben. Thiel, ein Trump-Unterstützer, ist Milliardär und Mitglied im Aufsichtsrat von Facebook. Gestern meldete die New York Times, Thiel sei Finanzier eines Start-Ups, welches Fotos aus dem Internet mit dem Ziel sammelt, jeden und jede zu identifizieren. Das Ende der Privatsphäre, so die NYT. Bisher habe die Firma drei Milliarden Fotos aus dem Netz gesaugt.

Doch zurück zu Facebook: Peter Thiel soll Zuckerberg überzeugt haben, politische Werbung nicht auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Trump habe vor drei Jahren gewonnen, weil er die beste digitale Werbekampagne geführt habe, so Thiel laut einer Memo von Facebook-Führungskraft Andrew Bosworth. Facebooks Grundsätze können, so Thiel weiter, Trump einen weiteren Wahlsieg ermöglichen.

Facebook sieht sich nicht in der Verantwortung, man biete das Material lediglich an. Manipulierte Werbung und Algorithmen können hysterische, lügnerische und widerliche politische Diskurse fördern, so der Vorwurf. Doch für Facebook werden damit lediglich die Sehnsüchte der Menschen offengelegt. Die Nutzer sollen ihre eigenen Entscheidungen treffen und nicht von Facebook bevormundet werden.

Soweit das Verantwortungsgefühl eines der mächtigsten Unternehmen der Erde.

Facebook könnte und möchte bei den kommenden Wahlen den Königsmacher spielen und Donald Trump zu einer zweiten Legislaturperiode verhelfen. Dies würde dem Konzern aus dem Silicon Valley auch in eigener Sache nützen, denn die Demokratischen Kandidaten haben eine stärkere Regulierung und sogar die Zerschlagung von Facebook auf die Agenda gesetzt.

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Informationen für diesen Artikel kommen aus:
https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/jan/20/trump-election-facebook
https://www.inputmag.com/tech/facebook-executive-andrew-bosworth-could-make-trumps-reelection-harder-but-he-wont
https://www.nytimes.com/issue/todayspaper/2020/01/19/todays-new-york-times

Nachtrag: „Heaven can wait“ – Kondolenzbuch für Jan Fedder in der Davidwache

„Heaven can wait“ – Schlange vor der Davidwache: Eintrag ins Kondolenzbuch für Jan Fedder. (foto: zoom)

Manchmal habe ich meine „Forrest Gump Momente“. Am 5. Januar gingen wir zufälligerweise an der Davidwache in Hamburg St. Pauli vorbei. Es war Sonntag und die Menschen warteten ruhig in einer langen Schlange.

Ein Polizist in Uniform ließ immer nur ein oder zwei Leute gleichzeitig ein.

Im Nachhinein bin ich schlauer, aber vor zwei Wochen habe ich im ersten Moment gedacht, dass irgendeine überfüllte „Polizei-Crime-St. Pauli-Ausstellung“ stattfände.

Ich bin halt kein Fernsehmensch.

„Ist hier irgendwas Besonderes?“, habe ich den Polizisten an der Tür gefragt.

„Das Kondolenzbuch für Jan Fedder liegt aus!“, trocken und ernst die Antwort des Uniformierten.

„Oh, danke!“, mehr fiel mir nicht ein, und in diesem einen Moment wünschte ich mir, dass ich beim Fernsehgucken besser aufgepasst hätte, denn es dämmerte mir.

Die Tür zur Wache ging auf, ein älteres Paar kam heraus und zwei jüngere Leute wurden hinein gelassen.

R.I.P. Jan Fedder

Frohe Weihnachten, geruhsame Festtage und keinen Stress!

Wo findet man Licht, wenn alles düster ist? In den Schaufenstern! (foto: zoom)

Dieses Jahr Weihnachten ist im hohen Hochsauerland ziemlich trübe und düster. Trotz alledem habe ich heute doch noch einen Gruß für alle Autor*innen, Mitarbeiter*innen, Kommentator*innen und Leser*innen des Blogs fotografieren können.

Frohe Weihnachten, Frohes Fest, Chanukka, geruhsame Feiertage, oder wie auch immer ihr die Tage verbringt.

Auch Religionsfreie dürfen Weihnachten begehen. „Wir Ungläubigen sollten aufhören, so zu tun, als begingen wir an Weihnachten ein christliches Fest. Denn auch vor Jesus wurde zu der Jahreszeit schon gefeiert“, meint Katja Berlin heute in der Frankfurter Rundschau.

Ich bin erleichtert, denn wir halten das immer schon so.

Trotz aller ökologischer Bedenken haben wir uns im x-ten Jahr seit der Geburt unserer Kinder einen Weihnachtsbaum zugelegt: 15 Euro bei Gierses am Eschenplatz, klein und fein.

Falls euch der Elch nicht reicht, habe ich hier noch ein Bild vom Wintermarkt in Winterberg. Da bin ich hin, nachdem ich vom Tod Hermann Gremlizas erfahren hatte, auf der Suche nach Licht.

Der Wintermarkt in Winterberg heute Abend. (foto: zoom)

Soweit die himmlischen Nachrichten.

Die Hölle lauerte unterhalb der Pforte, auf den Parkplätzen von ALDI und EDEKA.

Den EDEKA-Parkplartz erreicht mensch entlang des ALDI-Parkplatzes. (foto: zoom)

Ich habe mein Auto in diesem Gewusel abgestellt, wundere mich aber immer noch, dass ich ohne Blechschaden heraus gefunden habe. Was wollen die ganzen Menschen in Winterberg?

EDEKA leer kaufen, koste es, was es wolle!

Ich bin traurig: Hermann Ludwig Gremliza (* 20. November 1940 in Köln, † 20. Dezember 2019 in Hamburg)

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=yG6s93MTGOA

 
Als ich heute Nachmittag über Twitter die Nachricht vom Tod Hermann Gremlizas erhielt, war ich traurig und habe mich ins Auto gesetzt, um an einen Ort zu fahren, an dem es Licht gab.

Disclaimer: unser Stadtteil ist in der düsteren Jahreszeit eben das: dunkel.

Mein Leben in Zeitschriften: Die ZEIT, der Spiegel, STERN und dann Konkret, wegen Gremliza. Die ZEIT bezog ich als Schüler im Abo und quälte mich durch die bombastischen, hypermetaphorischen Leitartikel von Theo Sommer, auf der Suche nach dem Sinn hinter all dem Sprachballast.

Dann kam Gremliza und zerriss monatlich chirurgisch präzise die Sprachgetüme und Wolken von Theo Sommer.  Seitdem folgte ich Hermann Gremliza.

Nicht alle Artikel in der Monatszeitschrift Konkret, für die Gremliza seit 1974 als Herausgeber zeichnete, fand ich gelungen, aber solange Theo Sommer auf der letzten Seite im „Express“ von Gremliza auseinandergenommen wurde und Horst Tomayer seine Scherze mit den Mächtigen trieb, verzieh ich der Zeitschrift vieles.

Die unbeirrbare Israel-Solidarität, die der linke Sozialdemokrat (bis 1989) dann parteilose Gremliza durch alle Jahrzehnte beibehielt,  war ein Kompass, der mehr Menschen in wirren politischen Zeiten geholfen hat, dem Antisemitismus nicht auf den Leim zu gehen, als es die Auflage der Konkret vermuten lässt.

„Vielleicht der größte Journalist des Landes“, schreibt heute Martin Krauss in der Jüdischen Allgemeinen.

Dass ich als Student keinen „Palästinenser-Schal“ getragen und später keine Sympathie für BDS entwickelt habe, verdanke ich unter anderem auch Hermann Gremliza.

R.I.P.

Umleitung: Imitation und Kopie, konsolidierter Rechtsruck, digitale Radikalisierung, E-Auto-Gesetz und Informationsfreiheit sowie die Technik und der Sport

Durchgang zum Hopla in Kassel. So kann mensch sein Studium auch sehen oder eben nicht sehen (foto: zoom)

Kunsttagebuch: Imitation und Kopie, Variation und der Chamäleon-Effekt. Kunst und Kultur ohne Beeinflussung, ohne Inspiration, ja selbst ohne Kopie – bzw. viele sich ständig viral fortpflanzende Sekundär-Variationen möglicher Kopien – wären kaum denkbar. Der Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht hat bei Francois Villion geklaut und sah sich unter anderem deshalb Plagiatsvorwürfen ausgesetzt, Goethes Faust-Version war nur eine von vielen und überhaupt bestand die Kunst des Dramas im antiken Griechenland in der thematischen Variation der immer wieder gleichen Motive und nicht in ihrer Neuschöpfung … endoplast

AfD – Konsolidierter Rechtsruck: Beim Bundesparteitag in Braunschweig hat die Partei einen neuen Vorstand gewählt. Wie erwartet, wurden Jörg Meuthen und Tino Chrupalla als Sprecher gewählt. Der Rechtsaußen-„Flügel“ sorgte aber dafür, dass nicht wenige Kandidaten scheiterten, die sich in der Vergangenheit als „gemäßigt“ geriert hatten … bnr

Ebner, Katzer & Adorno: Drei Lesetipps zur digitalen Radikalisierung … scilogs

Hintertür in E-Auto-Gesetz: Bundestag schafft Cum-Ex-Ausnahme von Informationsfreiheit … netzpolitik

Wie die Technik den Sport angetrieben hat: eine aufschlussreiche Ausstellung in der Dortmunder DASA … revierpassagen