Aufgeheizte Lage um den globalen Klimaschutz

UFZ-Klimaökonom analysiert die Ausgangslage im Vorfeld der COP28

Prof. Reimund Schwarze (Foto: Sebastian Wiedling / UFZ)

Bisher laufen die Vorbereitungen des Weltklimagipfels in Dubai (COP28) recht harmonisch. Die aufgeheizte Weltlage und die Versuche der Gas- und Öllobby, den fossilen Ausstieg weiter zu verzögern, könnten aber für Überraschungen sorgen, sagt Prof. Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). So wie in den vergangenen Jahren ist der Klimaökonom auch 2023 als Beobachter vor Ort. Im folgenden Statement analysiert er die Ausgangslage.

(Pressemitteilung UFZ)

Die Welt scheint gerade aus den Fugen zu geraten. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt, unterbrochen von einer kurzen Covid-Pause, unaufhaltsam weiter auf Rekordwerte an. Schon jetzt ist absehbar, dass 2023 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden wird – und das erste Jahr, an dem die Weltgemeinschaft das 1,5-Grad-Ziel der internationalen Klimaverhandlungen verletzt. 

Zugleich nehmen die negativen Effekte auf die weltweiten Ökosysteme dramatisch zu. Dazu gehört in diesem Jahr der sprunghafte Anstieg der Meerestemperaturen mit den nachfolgenden Wirbelstürmen bis an die Küsten Europas. 

In seinem Anfang des Jahres veröffentlichten 6. Sachstandsbericht drängt der Weltklimarat (IPCC) in warnenden Worten zu dringendem Handeln. Gleichzeitig zwingen die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die damit verbundenen Migrationswellen vielen Regierungen andere Prioritäten auf. Die kurzfristige Sicherung der Energieversorgung, hohe Investitionen in Militär und den Schutz der Grenzen beschränken den Handlungsspielraum der Länder des Nordens. 

Dies wiederum nehmen die Länder des Südens als Abschottung, als Verlust an Glaubwürdigkeit und Gefährdung der ihnen zusagten Finanzhilfen wahr.

In dieser aufgeheizten Lage treffen sich Ende November 192 Länder der Welt für zwei Wochen zu den 28. internationalen Klimaverhandlungen (COP28) in Dubai. In einer großen Gemeinschaftsanstrengung sollen sie bilanzieren, wo sie bisher klimapolitisch gescheitert sind und wie sie gemeinsam zu Fortschritten kommen beim Erreichen der Klimaziele des Pariser Abkommens. 

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Der Mannstein – Windrad mit Influenza

Auf dem Weg zum ersten Windrad i.e. WEA 07 (foto: zoom)

Gestern Morgen machte der Novemberregen eine Pause. Mit Handschuhen, Mütze und Thermo-Unterwäsche, Pullover und dicker Jacke bekleidet habe ich das Fahrrad aus dem Keller geschoben. Das Ziel waren die Windräder bei Einhaus und Meschede.

Aber schon beim Aufstieg zu Klaukes Hütte spürte ich eine Erkältung „in den Knochen“. Weiche Knie, Kratzen im Hals, die Nase lief.

Blick zurück Richtung Elpe (foto: zoom)

Die Tour nach Meschede habe ich gecancelt. Bei Altenfeld bin ich nach Elpe abgebogen und den kleinen St.-Bernhard-Pass hinauf gefahren. Mangels eigener Kräfte hat das Pedelec die meiste Arbeit verrichtet.

Der Info-Aushang an der Einfahrt zum „Windpark Olsberg-Mannstein“ ist nicht zu übersehen.

Blickrichtung Brunskappel (foto: zoom)

Überall stehen Kabeltrommeln herum. Der Strom muss von den WEA zur Umspannstation am Stausee in Olsberg geleitet werden. Wegen der Verlegung der Kabel ist der Ruhrtalradweg zwischen Steinhelle und Stausee gesperrt.

Noch einmal rechts herum und dann taucht irgendwann WEA 07 auf. (foto: zoom)

Der Fuß der WEA hat mich enttäuscht, aber dann habe ich gemerkt, dass der eigentliche Betonsockel unter dem rund aufgewölbten Schotter liegen muss. Wie sonst soll das riesige Windrad samt Turm stabilisiert werden?

Hier wird der Turm der WEA aufgesetzt. Das Beton-Fundament ist unter dem runden Schotterhügel. (foto: zoom)

Die erste WEA hat die Nummer 7, denn es wird von Olsberg aus gezählt, wie auf dem Übersichtsplan zu erkennen ist.

Übersichtskarte am Eingang zum Windpark (foto: zoom)

Mehr Bewegung war nicht drin. Mit Erkältungen sollte man nicht spaßen. Sportliche Bewegung kann zu bösen Überraschungen aka Herzmuskelentzündung führen.

Der Rest des Tages war dem Sofa und Loriot (dazu vielleicht später) gewidmet.

P.S. Ein Corona-Test blieb negativ. Gut! Ich möchte das nicht haben.

Die Resiliente Stadt – Konzepte, Konflikte, Lösungen

Neues UFZ-Fachbuch gibt Überblick über den Stand der Stadtforschung

Das neue Fachbuch gibt einen Überblick über den Stand der Stadtforschung. (Foto: ©UFZ)

Viele Städte sind aufgrund ihrer hohen Bevölkerungs- und Bebauungsdichte, begrenzter Freiräume sowie öffentlicher Infrastrukturen besonders anfällig gegenüber klimatischen Extremereignissen, Wirtschaftskrisen oder Pandemien. Wie sie mit diesen Krisen umgehen und wie robust und widerstandsfähig sie sind, zeigt sich in ihrer Resilienz. Den aktuellen Stand der Diskussion zeigt nun das gerade erschienene Fachbuch „Die Resiliente Stadt – Konzepte, Konflikte, Lösungen“, das UFZ-Stadtforscherinnen und Stadtforscher herausgegeben haben. Das Buch dokumentiert gleichzeitig die Vielfalt der Forschung zu diesem Thema am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

An die moderne Stadt von heute gibt es unzählige Anforderungen: Sie soll nachhaltig, global oder kreativ sein, zudem lebenswert, smart und grün oder gerne noch europäisch ausgerichtet. Neben diesen Eigenschaften ist seit einiger Zeit ein weiteres Kriterium populär geworden: Die Resilienz. „Eine Stadt ist dann resilient, wenn sie gegenüber Krisen, Katastrophen, Extremereignissen, Pandemien oder sonstigen Stressoren robust und widerstandsfähig ist“, definiert der UFZ-Stadtsoziologe Prof. Dieter Rink, einer der drei Herausgeber des Buches. Eine resiliente Stadt brauche Strukturen, um mit Ereignissen wie der Corona-Pandemie, Überschwemmungen, Hitze oder Stürmen, aber auch sozialen und ökonomischen Krisen sowie starken Bevölkerungsschwankungen umzugehen, sich davon zu erholen und daraus zu lernen. Resilienz habe sich zum Stadtkonzept der Stunde entwickelt, weil durch die Pandemie und die Folgen der Klimakrise das Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik angekommen sei. Als ein Beleg dafür gilt das im Jahr 2021 veröffentlichte „Memorandum Urbane Resilienz“ des Bundesbauministeriums, das Handlungsempfehlungen und Schlussfolgerungen für eine resiliente Stadtentwicklung beschreibt. Am UFZ beschäftigen sich Stadtforscherinnen und -forscher im Rahmen urbaner Transformationen seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema. „Das UFZ hat schon frühzeitig erkannt, dass es infolge von immer mehr und sich überlagernden Krisen und Katastrophen für die Städte ein spezifisches Konzept braucht“, sagt die UFZ-Stadtsoziologin Prof. Sigrun Kabisch. 

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Umleitung: Antisemitismus, Terrorpropaganda, Schuld, Klimakrise, Kölner Vororte im Bild, der taumelnde Westen, Bahn-Chaos, Fotografien aus dem Revier und mehr…

Spucki auf einem Fallrohr in der Dörnbergstraße (foto: zoom)

Antisemitismus in Deutschland: Was dagegen getan werden kann … endstationrechts

Der Islam, der Antisemitismus und das deutschsprachige Halbwissen: Die digitale Terror-Propaganda erst von Daesh, dann seit dem antisemitischen Terror-Massaker des 7.10.2023 von der Hamas setzt auf das Halbwissen der meisten Adressaten: Sowohl Muslime wie Nichtmuslime sollten glauben, dass die Terrororganisationen für “den Islam” oder für “die Palästinenser” sprechen, aber auch wiederum Judentum und Israel rechtsradikal wären … scilogs

The Decolonization Narrative Is Dangerous and False: It does not accurately describe either the foundation of Israel or the tragedy of the Palestinians … theatlantic

Der taumelnde Westen: Die Welt in Flammen, Brandherde überall. Lange glaubten wir Westler, die Welt dreht sich um uns. Aber das ändert sich gerade … misik

Schuld (Satire): „Bis jetzt hat’s doch immer ganz gut geklappt.“ „Auf der anderen Seite würden wir uns damit international isolieren.“ „Moment, das müssen Sie mir erklären.“ „Wir haben halt diese Geschichte, die wir noch nicht einfach loswerden können.“ „Aber die anderen sind auch ausländerfeindlich.“ „Das ist aber das Ausland.“ … zynaesthesie

Hört auf mit dem #Klimawandel: Der Begriff „Klimawandel“ ist zu einem Allerweltsbegriff geworden, zu einer leeren Chiffre. Wer „Klimawandel“ sagt, verschleiert Machtverhältnisse und kaschiert die Verursacher … geschichtedergegenwart

Vorlass: Fotografierte Gegenwart der Kölner Vororte als Bestand im Kölner Stadtarchiv … historischdenken

Accountsperre und Anwälte: Wie Twitter einem Datenforscher das Leben schwer macht … netzpolitik

Bahn-Chaos: Hagen stark betroffen … doppelwacholder

Wie es im Revier gewesen ist: Fotografien von Helmut Orwat im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg … revierpassagen

Wasservorräte schwinden weltweit in atemberaubendem Tempo.

Eine Fortsetzung der jetzigen Wasseraustreibungspolitik und -verschwendung bedeutet das Todesurteil für Menschen und Ökosysteme

Aus Verdunstung (Seen, Bäche, Flüsse) werden 176 Mrd. m³ Wasser umgewälzt und dann als Regen in die Meere geleitet. Wir Deutschen nutzen 20 Mrd. = 11 %. 760 Mio. m³ Wasser verloren wir seit 2002. Zum Vergleich: Der berühmte Königssee in den Berchtesgadener Alpen speichert 511.785.000.00 m³ Wasser. (Foto: Karl J. Knoppik, 1997)

Auch wenn wir uns derzeit über reichlich Regen freuen können, ist das dennoch kein Grund sich beruhigt zurückzulehnen. Dies wäre naiv und kurzsichtig. Zwar gab es in dem Zeitraum von vor einem Jahr bis heute gerechnet in NRW ¼ mehr Niederschlag; aber es besteht nach wie vor ein Defizit, woran die extreme Dürre besonders in den Jahren 2018 und 2019 Schuld trägt.

Die Grundwasserstände sind immer noch zu niedrig. Obwohl man angesichts zunehmender Witterungsextreme durch den Klimawandel damit rechnen muß, daß die nächste Dürre früher oder später unweigerlich kommen wird, geht der Raubbau an den Wasserressourcen durch Naturzerstörung und Naturausbeutung auf globaler Ebene unvermindert weiter. Verantwortlich für dieses deprimierende Fazit ist das auch im Jahre 2023 ungebrochene starrsinnige Festhalten an dem von politischen Parteien und Lobbyverbänden abgöttisch verehrte wirtschaftliche Wachstum.

Die Privatisierung des Wassers führt z. B. in Ländern der so genannten 3. Welt dazu, daß sich eine reiche privilegierte Minderheit, z. B. Großgrundbesitzer, den Zugang zu den Trinkwasservorkommen sichert, und die große Mehrheit der in Armut lebenden Bevölkerung muß das immer knapper werdende Lebenselixier teuer bezahlen und dafür nicht selten weite Strecken auf sich nehmen.

Der Ressourcenverbrauch durch wohlstandsverwöhnte Urlauber aus reichen Industriestaaten ist deshalb aus meiner Sicht heute nicht mehr verantwortbar. Schon in den Mittelmeerländern stellt sich die Lage dramatisch dar. Beispiel Spanien: Der Anbau von Tomaten erfolgt dort in riesigen Plantagen; das begehrte Gemüse wird unter massivem Dünger- und Pestizideinsatz bewirtschaftet und erfordert enorme Mengen an Wasser. Die gesamte Ernte ist für den Export bestimmt.

Profitgier zu Lasten der Natur und der Menschen, welche in diesen Plantagen als Tagelöhner schuften – mühsam ihren Lebensunterhalt verdienen, ist auf unserem Planeten an der Tagesordnung, wohin man auch blickt. Und Trockenheit ist in den südlichen Ländern noch viel mehr ein Thema als bei uns. Wesentlich verschärfend wirkt sich der Klimawandel aus.

Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sagt: „Wir müssen uns sicher auch in Deutschland von der Gewissheit verabschieden, daß Wasser immer und überall in scheinbar unbegrenzter Menge zur Verfügung steht.“ Fakt ist, daß wir zu den Ländern weltweit gehören, die am meisten Grundwasser verlieren. Der Grundwasserspiegel sinkt rasch und kontinuierlich. Erstmals hat „Correctiv“ Daten von 6.700 Meßstellen aus den vergangenen 3 Jahrzehnten analysiert. Die Auswertung liefert erschreckende Befunde. An knapp der Hälfte aller ausgewerteten Orte ist das Grundwasser in den Dürrejahren zwischen 2018 und 2021 auf den tiefsten Stand seit 1990 gefallen.“ Forst- und landwirtschaftliche Monokulturen, intensive Bebauung, Zerstörung von Feuchtgebieten und der Tagebau für die Kohleförderung haben an diesen skandalösen Befunden entscheidenden Anteil.

Siehe: https://correctiv.org/aktuelles/kampf-um-wasser/2022/10/25/klimawandel-grundwasser-in-deutschland-sinkt/

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Umleitung: Joseph Roth, Greta Thunberg, Antisemitismus, Migration, Abschiebung, Waldvernichtung, Platons Apologie und mehr

Herbstspaziergang (foto: zoom)

Veröffentlichung vor 100 Jahren: Joseph Roths Roman „Das Spinnennetz“, der vor hundert Jahren erschienen ist, thematisiert den Aufstieg des Nationalsozialismus und Rechtsextremismus in der Weimarer Republik. Die Charakterzeichnung der Hauptfigur steht für eine Mitläuferfigur. Deren Ideologisierung lässt Verlaufsformen erkennen, welche auch den Rechtsextremismus der Gegenwart prägen … endstationrechts

Greta Thunberg & Antisemitismus in der Umwelt- und Klimaschutzbewegung: während ich eine selbstkritische Auseinandersetzung mit vor allem linkem und israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland auch nach dem Documenta15-Desaster beobachte und wo immer möglich unterstütze, postete die schwedische Gründerin von Fridays for Future, Greta Thunberg, einen einseitig gegen die Republik Israel gerichteten Pro-Hamas-Streikaufruf auf Instagram, verbunden mit diesem Selbstbild … scilogs

Abschiebegesetze der Ampel: Die Ampelregierung verkauft ihre neuen Abschiebegesetze als großen Wurf. Doch ihre Wirksamkeit ist fraglich. Mit den Verschärfungen reagiert die Ampel auf eine Debatte, die allein von Stimmungsmache lebt … tagesschau

Sinnlose Grausamkeit: Was bei der Asylpolitik unter den Tisch fällt … frankfurterrundschau

Die Zukunft ist zerhäckselt: Ak­ti­vis­t:in­nen haben einen holzverarbeitenden Betrieb blockiert. Sie sorgen sich um die einst üppigen Wälder, die dem Klima kaum noch helfen … taz

Zeitungssterben: As smaller newspapers shrink or disappear, it’s easy to romanticize the role they played … propublica

Kunst in der Kurve: Neue Street Art an der Brinkhoffstraße unter dem Dortmunder U … nordstadtblogger

Entwaffnend: Platons „Apologie des Sokrates“, neu übersetzt … revierpassagen

Neue Analyse zur aktuellen und zukünftigen globalen Wasserqualität

Fernerkundung und Modellierung helfen, die blinden Flecken aus dem Gewässer-Monitoring zu beseitigen.

Satellitenbild der Kisumu-Bucht am Victoriasee (Afrika). Immer wieder beeinträchtigen Algenblütenteppiche die Wasserqualität. (Foto: EOMAP GmbH & Co. KG)

Weltweit werden noch immer etwa 40 Prozent des häuslichen Abwassers ungeklärt abgeleitet. Gleichzeitig fehlen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern verlässliche Informationen zur Wasserqualität von Flüssen und Seen. Deshalb setzt sich die World Water Quality Alliance, ein vom UN-Umweltprogramm ins Leben gerufenes Konsortium, dafür ein, der Wasserqualität die notwendige Aufmerksamkeit zu verleihen. Das vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordinierte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt GlobeWQ trägt zur Arbeit der World Water Quality Alliance bei. Das Forschungsteam konnte auf globaler Skala und für verschiedene Anwendungsbeispiele zeigen, wie durch die innovative Kombination von in-situ-Messdaten, Fernerkundungsdaten und Modellierungen die Wasserqualität von Gewässern und die von ihr ausgehenden Risiken für Mensch und Umwelt besser bestimmt werden können als bisher. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden jetzt im Abschlussbericht des Projekts veröffentlicht.

(Pressemitteilung UFZ)

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser guter Qualität für Mensch und Natur ist daher unabdingbar. „Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen für alle“ – so lautet deshalb das Ziel Nummer 6 von insgesamt 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen, die im Rahmen der Agenda 2030 umgesetzt werden sollen. „Das sechste Nachhaltigkeitsziel beinhaltet auch den Schutz wasserabhängiger Ökosysteme sowie die Sicherung der Wasserqualität für Mensch und Umwelt“, sagt Prof. Dietrich Borchardt, Leiter des UFZ-Themenbereichs Wasserressourcen und Umwelt. „Doch dafür fehlt es vielerorts – insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern – an Informationen, mit denen die Wasserqualität überhaupt eingeschätzt werden kann. Zudem ist ein regelmäßiges Gewässermonitoring mit Probenahmen und Laboranalysen aufwendig und teuer – und daher nicht an allen Orten der Welt durchführbar.“

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Herr Merz, ich habe etwas für Sie gefunden

Ein Impuls für den verirrten Vorsitzenden der CDU (foto: zoom)

Manchmal schäme ich mich dafür, im selben Wahlkreis wie Friedrich Merz zu leben. Der Vorsitzende der großen Volkspartei mit dem „C“ im Namen verirrt sich zunehmend im Sumpf des Rechtspopulismus.

Mit dem Thema Migration und Lügen über eine angebliche Vorzugsbehandlung von Flüchtlingen bei Zahnbehandlungen möchte er anscheinend die CDU zur besseren AfD machen. Ein Irrweg. Was aus seiner vollmundigen Ankündigung der Halbierung der rechten Demagogen in Blau geworden ist? Die AfD hat in den Umfragen ihre Stimmen nahezu verdoppelt.

Für den Fall, dass Herr Merz nicht mehr wissen sollte, wofür das „Christlich“ in CDU steht, habe ich auf einer meiner Wanderungen die protestantische Abrahamskirche in Wellinghausen besucht und ein Impulsfoto (s.o.) geknipst.

Nach einem Moment der inneren Einkehr sollte Friedrich Merz seinen Privatflieger einmotten, sich von der Demagogie gegen Flüchtende abwenden und dabei helfen, die drohende Klimakatastrophe zu verhindern.

Als Grundlagenlektüre empfehle ich das gestrige Schreiben seines „Chefs“ Papst Franziskus: https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/20231004-laudate-deum.html

Bei weiteren Themen könnten ihm die Kolleg*innen der CDA, dem sozialpolitischen Flügel der CDU, unter die Arme greifen. Kleiner Tipp von meiner Seite: es gibt noch Vermögen von oben nach unten zu verteilen. Da ist in den letzten Jahrzehnten etwas schief gelaufen.

Hege ich die Erwartung, dass Friedrich Merz aus seinem schwarzen Kellerloch herausfindet? Eigentlich nicht, aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.

Im Wortlaut dokumentiert: „Laudate Deum“ von Papst Franziskus

„Der menschliche – „anthropogene“ – Ursprung des Klimawandels kann nicht mehr bezweifelt werden.“

Das heute erschienene Apostolische Schreiben „Laudate Deum“ von Papst Franziskus – als Fortführung seiner Sozialenzyklika „Laudato Si“ gedacht – in amtlicher Übersetzung aus dem Vatikan.

(Quelle: https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/20231004-laudate-deum.html)

Weitere Informationen aus den Medien des Vatikan:

Papst verlangt Antwort auf Klimakrise

Papst kritisiert Kleinreden der Klimakrise

„Laudate Deum“-Konferenz mit Luisa Neubauer in Vatikan-Gärten

1. „Lobt Gott für all seine Geschöpfe“. Dies war die Aufforderung, die der heilige Franz von Assisi mit seinem Leben, seinen Liedern, seinen Taten zum Ausdruck brachte. Damit griff er die Einladung der biblischen Psalmen auf und gab die Feinfühligkeit Jesu für die Geschöpfe seines Vaters wieder: »Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen« (Mt 6,28-29). »Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei Pfennige? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen« (Lk 12,6). Wie könnten wir diese Zärtlichkeit Jesu für all jene, die uns auf unserem Weg begleiten, nicht bewundern?

2. Es sind nun schon acht Jahre seit der Veröfffentlichung der Enzyklika Laudato si’ vergangen. Damals wollte ich mit euch allen, meinen Schwestern und Brüdern auf unserem leidenden Planeten, meine tiefe Besorgnis um den Erhalt unseres gemeinsamen Hauses teilen. Aber mit der Zeit wird mir klar, dass wir nicht genügend reagieren, während die Welt, die uns umgibt, zerbröckelt und vielleicht vor einem tiefen Einschnitt steht. Abgesehen von dieser Möglichkeit besteht kein Zweifel daran, dass die Auswirkungen des Klimawandels das Leben vieler Menschen und Familien zunehmend beeinträchtigen werden. Wir werden seine Folgen unter anderem in den Bereichen der Gesundheit, der Arbeitsplätze, des Zugangs zu den Ressourcen, des Wohnraums und der Zwangsmigration spüren.

3. Es ist ein globales soziales Problem, das eng mit der Würde des menschlichen Lebens zusammenhängt. Die Bischöfe der Vereinigten Staaten haben den sozialen Sinn unserer Sorge um den Klimawandel, der über einen rein ökologischen Ansatz hinausgeht, sehr gut zum Ausdruck gebracht, denn »unsere Sorge füreinander und unsere Sorge für die Erde sind eng miteinander verbunden. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft und die globale Gemeinschaft. Die Auswirkungen des Klimawandels gehen zu Lasten der am meisten gefährdeten Menschen, sei es im eigenen Land oder auf der ganzen Welt«. [1]Mit anderen Worten sagten dies auch die Bischöfe auf der Amazonas-Synode: »Die Attentate gegen die Natur haben Konsequenzen für das Leben der Völker«. [2] Und um deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass es sich nicht mehr um ein zweitrangiges oder ideologisches Thema handelt, sondern um ein Drama, das uns allen schadet, erklärten die afrikanischen Bischöfe, dass der Klimawandel »ein schockierendes Beispiel für eine strukturelle Sünde« darstellt. [3]

4. Die Überlegungen und Informationen, die wir in diesen vergangenen acht Jahren sammeln konnten, ermöglichen uns, das bereits vor einiger Zeit Gesagte genauer zu bestimmen und zu ergänzen. Aus diesem Grund und weil die Situation immer dringlicher wird, wollte ich diese Gedanken nun mit euch teilen.

„Im Wortlaut dokumentiert: „Laudate Deum“ von Papst Franziskus“ weiterlesen

VHS Hochsauerland: Klimawandel, Wölfe und Wisente im Sauerland

Vortrag von Oberförster Michael Keuthen am Mittwoch, 18.10.2023 um 18:30 Uhr in Meschede und am 15.11.2023 um 18:30 Uhr in Winterberg

Ein Wolf (Canis lupus) im Wolfsforschungszentrum im Wildpark Ernstbrunn in Österreich. (Quelle und Rechte: Wikimedia)

Extremwetter wie Orkane, Starkregen, Dürren und die sich daraus ergebenen Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung und unser Leben sind keine Erscheinungen aus südlichen Regionen mehr. Vielmehr begleiten uns diese Phänomene mittlerweile auch im Land der tausend Berge.

(Aus dem Programm der VHS HSK)

Anhand der Wetterdaten der Messstation am Kahlen Asten wird die dortige Klimaentwicklung beschrieben. Die Wälder des Sauerlandes gehören zu den waldreichsten Nordrhein-Westfalens. Sie sind wie alle anderen Wälder Natur aus Menschenhand, die zur heutigen Kulturlandschaft geprägt wurde. Als CO2-Senke hat der Wald große Bedeutung.

Aber auch die anderen Ökosystemleistungen wie Sauerstoffproduktion, Wasserfilterleistung und Wasserretention, Erholung, Natur- und Artenschutzleistungen und vor allem seine Holznutzung sind wichtig für unsere Gesellschaft.

Tierarten wie das Muffelwild, Sikawild und Waschbär gelten als integriert, der Uhu wurde wieder angesiedelt. Beim Auerwild scheiterte die Wiederansiedlung am veränderten Lebensraum. Der Wolf gilt als potentieller Rückkehrer, was zahlreiche Wolfsnachweise belegen.

Wenn über die sauerländischen Wälder und deren Fauna berichtet wird, darf das als „einzigartig in Mitteleuropa“ beschriebene Projekt „Wisente im Rothaargebirge“ nicht fehlen.

Informationen und Online-Anmeldung

Meschede
https://www.vhs-hsk.de/programm/gesellschaft/kurs/Klimawandel+Woelfe+und+Wisente+im+Sauerland/nr/232-104100/bereich/details/kat/134/#inhalt

Winterberg
https://www.vhs-hsk.de/programm/gesellschaft/kurs/Klimawandel+Woelfe+und+Wisente+im+Sauerland/nr/232-104500/bereich/details/kat/134/#inhalt