We’re all mad here: Katzenbild in der Unterführung am Holländischen Platz in Kassel (foto: zoom)
Europa ist tot: Der Historiker Jürgen Zimmerer über die Berliner Republik und die Kolonialismus-Debatte … medico
Coronakrise in Österreich: Mit Trotteln reden bringt nichts … taz
Die Pandemie überrollt die FDP: Corona blüht. Deutschland verdorrt. Das Land leidet zweifach – unter dem Virus und den Ideologen, vor allem unter denen der FDP … postvonhorn
Graffiti-Projekt: 160 Kinder und Jugendliche verschönern Fassade in der Dortmunder Nordstadt … nordstadtblogger
„Dein Bücherregal verrät dich“: Grant Sniders Cartoons aus der Lesewelt … revierpassagen
Ob der/die Autor*in wusste, dass er/sie Büchner und Weidig zitiert? (foto: zoom)
Lang ist es her, dass wir die Flugschrift von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig in der Schule gelesen sowie hoch und runter, kreuz und quer interpretiert haben.
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr an Einzelheiten erinnern, aber was blieb, war dieser revolutionäre Hauch, der Widerstand gegen die Obrigkeit.
Im Bücherregal steht eine Reclam Studienausgabe. Dreißig Seiten für die zwei Fassungen des Landboten (Juli und November 1834), dazu über 160 Seiten Anmerkungen, Materialien, Kommentare, Dokumente, Literaturverzeichnis und Nachwort. Ein Schnäppchen für 9.00 DM.
Ist die Schrift noch aktuell, zumindest metaphorisch? Friede den Hütten! Krieg den Palästen! Nach vielen Jahren einfach noch mal lesen.
Der Hessische Landbote. Erste Botschaft.
Darmstadt, im Juli 1834.
Vorbericht.
Dieses Blatt soll dem hessischen Lande die Wahrheit melden, aber wer die Wahrheit sagt, wird gehenkt, ja sogar der, welcher die Wahrheit liest, wird durch meineidige Richter vielleicht ge[str]aft. Darum haben die, welchen dies Blatt zukommt, folgendes zu beobachten:
1) Sie müssen das Blatt sorgfältig außerhalb ihres Hauses vorder Polizei verwahren; 2) sie dürfen es nur an treue Freunde mittheilen; 3) denen, welchen sie nicht trauen, wie sich selbst, dürfen sie es nur heimlich hinlegen; 4) würde das Blatt dennoch bei Einem gefunden, der es gelesen hat, so muß er gestehen, daß er es eben dem Kreisrath habe bringen wollen; 5) wer das Blatt nicht gelesen hat, wenn man es bei ihm fin- det, der ist natürlich ohne Schuld.
Friede den Hütten! Krieg den Pallästen!
Im Jahr 1834 siehet es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am 5ten Tage, und die Fürsten und Vornehmen am 6ten gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet über alles Gethier, das auf Erden kriecht, und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt. Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag, sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker. Der Bauer geht hinter dem Pflug, der Vornehme aber geht hinter ihm und dem Pflug und treibt ihm mit den Ochsen am Pflug, er nimmt das Korn und läßt ihm die Stoppeln. Das Leben des Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Aecker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen.
Ein Blick zurück: LWL-Museum Zeche Zollern heute Abend. (foto: zoom)
26 harte Fakten zum Klimawandel: Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bezeichnete diese Gemengelage einst als „unheilvolles Gebräu“. In derselben Rede sagte er, der Klimawandel sei das „alles bestimmende Problem unserer Zeit“. Die Fakten geben ihm recht … nationalgeographic
Abenteuer Rechtsruck: Der Spurwechsel, der vor vier Jahren gewählt wurde, endete im Totalschaden. Man sollte daraus lernen … misik
Ein Virus des Misstrauens: Der russische Staatssender RT DE ist eine der wichtigsten Quellen für Corona-Leugner und „Querdenker“ in Deutschland. Eine Analyse zeigt die Reichweite der russischen Propaganda, die oft auf irreführende Behauptungen setzt … tagesschau
Virtualisierung der Wahrheit und Abkehr vom Gemeinsinn: Warum gibt es Verschwörungstheoretiker? … endoplast
Kutschaty: Sternstunde der Oppositionskunst … postvonhorn
Journokalypse: Egal wie die Lese-Quote heute hier ausfällt, ich werde daraus einen klaren Schreibe-Auftrag für den nächsten Text ziehen …. charly&friends
Geschichte der Fotografie: Wer war Lady Clementina Hawarden? … kwerfeldein
Buchvorstellung: „Ich bin ohne Sinnen gestorben.“ Leben und Leid der Rosa Schillings … doppelwacholder
„Ohne Schreiben hätte es kein Leben gegeben“: Zum 70. Geburtstag von Hanns-Josef Ortheil … revierpassagen
Erst über den Zaun gesprungen und jetzt noch ein wenig lesen: Thomas Ebermanns Störungen im Betriebsablauf, Systemirrelevante Betrachtungen zur Pandemie.
Trostbild für BVB-Fans, aufgenommen bei Welleringhausen (foto: zoom)
Business as usual: Die CO2-Emissionen sind so hoch wie vor der Pandemie … scienceblogs
Fall Oury Jalloh: Brandsimulation stützt Mordthese … taz
Zehn Jahre nach NSU-Selbstenttarnung: Kaum Verbesserungen bei der deutschen Polizei … amnesty
NSU – Zehn Jahre danach: Tag für Tag kamen im November 2011 neue Details über die rechtsterroristische Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) ans Licht, die allesamt geeignet waren, die Sicherheitsbehörden, die Bundesregierung, kurzum: den Staat, zu kompromittieren … derrechterand
Zur Dekolonisation öffentlicher Erinnerung: Die aktuelle Debatte um das in der Berliner Stadtmitte kürzlich eröffnete Humboldt Forum ist die geschichtskulturelle Spitze eines Eisbergs von Wiedergutmachungsforderungen ehemaliger europäischer Kolonialgebiete, die bis zur Dekolonisation in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurückreichen … publicHistory
Messenger: Signal nimmt Schutz der Privatsphäre weiter ernst … netzpolitik
„Hochrisiko-Spiel“: Der Fan-Aufmarsch von Ajax Amsterdam zog mit Pyrotechnik zum Stadion. Über 1000 Einsatzkräfte der Polizei waren in Dortmund im Einsatz … nordstadtblogger
Manchmal dieser Hang zu Legenden: Streiflichter zur Hagener Stadtgeschichte im Osthaus-Museum … revierpassagen
George Orwell – Reise durch Ruinen: Die wirklich bemerkenswerteste Leerstelle des gesamten Bandes ist das völlige Fehlen des Holocausts. Orwell schreibt (erstaunlich abfällig) über die Displaced Persons, aber die systematische und industrielle Ermordung der Juden spielt in seiner Analyse Deutschlands und der Weltlage keine Rolle … schmalenstroer
Digitaler Hackathon an der FernUniversität Hagen: Wie sieht meine Uni der Zukunft aus? Das fragt die FernUniversität in Hagen Studierende bei ihrem zweiten Bildungshackathon „HackUcation“ am 26. und 27. November 2021. Gesucht werden Ideen für Apps, Prototypen für Softwareanwendungen oder innovative Lehrkonzepte. Angesprochen sind nicht nur die eigenen, sondern Studierende aller Hochschulen und aus allen Fachrichtungen … doppelwacholder
Journalist Can Dündar und Künstler Mohamed Anwar zeichnen in der Graphic Novel „Erdoğan“ die Geschichte des türkischen Präsidenten nach und zeigen in eindrücklichen Bildern seinen Weg zur Macht. Die Graphic Novel wird am 24. Oktober 2021 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.
(Pressemitteilung Correctiv)
Recep Tayyip Erdoğan gilt als einer der umstrittensten Politiker des 21. Jahrhunderts. Aus einfachen Verhältnissen brachte er es an die Spitze der Türkei. Dabei nutzte er die Demokratie wie einen Aufzug an die Macht, den er abstellte, sobald er oben angelangt war.
Mit akribischer Recherchearbeit spüren Can Dündar und Mohamed Anwar den Wurzeln Erdoğans nach, folgen seiner Leidenschaft und Wut in Kindheit und Jugend, dokumentieren Taktiken, mit denen er als Islamist in liberalen Kreisen Unterstützung fand und tauchen tief in die Geheimnisse seines politischen und persönlichen Aufstiegs ein. So gelingt es Autor Dündar und Zeichner Anwar, die Entwicklungen der Türkei von einem säkularen Land in einen autoritär-islamistischen Staat zu erklären.
Mohamed Anwar (Foto: CORRECTIV)
Drei Jahre arbeiteten Can Dündar und Mohamed Anwar gemeinsam an der Veröffentlichung. Ihr Ziel ist die Aufklärung über die politische Türkei – in ihrem Werk urteilen sie nicht. Die Entwicklungen in der heutigen Türkei werden nachvollziehbar, die Herausforderungen der türkischen Gesellschaft und die Schwierigkeiten im Umgang mit einem autoritären Machthaber erkennbar.
Der türkische Journalist Can Dündar und ägyptisch-sudanesische Zeichner Mohamed Anwar haben einen gemeinsamen Hintergrund: Beide mussten aus ihrem Heimatland flüchten, weil ihre kritischen Veröffentlichungen von den Regierenden nicht geduldet wurden.
Der Autor des Werkes, Can Dündar, war lange Chefredakteur der renommiertesten und ältesten Zeitung der Türkei, der Cumhuriyet, bis er aufdeckte, wie der türkische Geheimdienst Dschihadisten in Syrien illegal mit Waffen belieferte. Dafür wurde Can Dündar verhaftet, aus dem Job entfernt und nach einem gescheiterten Attentat ins Exil gedrängt. In Abwesenheit verurteilte ihn ein von Erdoğan abhängiges Gericht zu über 25 Jahren Haft.
Can Dündar lebt heute in Berlin und ist hier Chefredakteur des Webradios #ÖZGÜRÜZ.
Der Zeichner Mohamed Anwar ist ein ägyptisch-sudanesischer Comiczeichner und politischer Karikaturist. Auch er musste sein Heimatland verlassen: Nachdem 2019 die politischen Reformen des Arabischen Frühlings zunichte gemacht wurden, wurde er verhaftet und aus Ägypten deportiert. Über Beirut konnte er nach Berlin flüchten, wo er heute lebt und arbeitet.
Ihre Wege kreuzen sich im Berliner Exil, wo die Idee zur Graphic Novel „Erdogan“ entsteht. Das Werk überrascht, fasziniert und ernüchtert. Es erscheint als erstes Buch im neu gegründeten Verlag ÖZGÜRÜZ Press. Im Verlag werden weitere Bücher verfolgter Autorinnen und Autoren erscheinen.
Bevor der Regen heute niederprasselte, gab es ein kleines trockenes Zeitfenster. Schuhe an und raus.
Die Stunden danach erschöpft auf dem Sofa fläzen und über Lesestoff nachdenken. Chimamanda Ngozi Adichies Americanah oder Thomas Ebermanns Linke Heimatliebe?
Es wird weit vor dem Sonnenuntergang dunkel und ich drehe Platten um. Embryo, Sweet Smoke, Unplaces, tangerine dream, The United Jazz + Rock Ensemble. Ab 20 Uhr gibt es Böhmermann in der ZDF-Mediathek.
Die Krimi-Trilogie von Mercedes Rosende um die bemerkenswerte Ursula Lopez Platten drehend abgeschlossen. Nette Unterhaltung.
Gefunden: „Wir wollen doch nur spielen.“ So wird das mit der Umverteilung von oben nach unten nicht klappen. (foto: zoom)
Verleger verhinderte Veröffentlichung von Recherchen über die „Bild“: Monatelang recherchierten Journalisten der Ippen-Verlagsgruppe über die „Bild“, die Ergebnisse sind unter Verschluss … zeit
Empörung über Neonazi in jüdischem Grab: Die Bestattung des Holocaustleugners Henry Hafenmayer in dem Grab des jüdischen Wissenschaftlers Max Friedlaender in Stahnsdorf sorgte für breite Empörung und umfangreiche Berichterstattung. Nun wurden weitere Details zu dem Vorgang bekannt … blicknachrechts
Eine (unvollständige) Chronik des NSU: Das antifaschistische Magazin »der rechte rand« begleitet das Thema NSU seit Auffliegen der Taten intensiv. In den Ausgaben wurden seit Ende 2011 zahlreiche eigene Recherchen, Fotodokumentationen, Interviews und Chroniken dazu veröffentlicht … derrechterand
Union: Mit Einfalt und Zwietracht geschlagen … postvonhorn
Handbuch der freien Marktwirtschaft (Satire): Der Markt tut das, was er nach neoliberaler Sicht der Dinge tun soll, nämlich regeln, und das neoliberale Springerpressengesindel weimert sich wund … zynaesthesie
Behandlung von Impfverweigerern: Medizin richtet nicht … scilogs
„König der Ausbrecher“: Seine Odyssee durch deutsche Kriegsgefangenenlager führte den Franzosen René Schilling 1944 auch nach Harburg … harbuch
Muss man das lesen? Herfried Münklers Buch „Marx, Wagner, Nietzsche“ … revierpassagen
„Trug zur Errichtung der Nazidiktatur bei“: Hindenburgstraße erhält Zusatzschilder … doppelwacholder
Bleibt geheimnisvoll: Georg Kleins Roman „Bruder aller Bilder” … revierpassagen
Der Apostroph: für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Wo man hinschaut: auf Plakaten, in Blogs oder Werbebroschüren oder in Speisekarten – überall findet sich ein Apostroph, der dort nicht hingehört oder zumindest nicht sein müsste. Dabei ist die Sache doch recht einfach. Es gibt eigentlich nur eineinhalb Regeln … zum
Ein Grashüpfer am Rand der Papiermülltonne (foto: zoom)
Radikalisierter Konservatismus hin zum Rechtsextremismus – eine Analyse: Die österreichische Politikwissenschaftlerin und Publizistin Natascha Strobl legt mit „Radikalisierter Konservatismus“ eine Untersuchung vor, welche eine Hinwendung bestimmter konservativer Entwicklungen zum Rechtsextremismus thematisiert. Sie verweist dabei auf reale Gefahrenmomente, wenngleich ihre Beispiele nicht immer passen … blicknachrechts
Meine Freiheit über alles: Das Protest-Milieu gegen die coronabedingten Maßnahmen zu verstehen, ist eine Herausforderung. Nicht nur bürgerliche Medien, Politik und Wissenschaften tun sich schwer mit der Eigenbeschreibung der »Querdenker*innen« als bürgerliche Mitte … derrechterand
Union – Den Schuss nicht gehört: Die Wähler kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Union zeigt sich enttäuscht von ihrem Wahlergebnis und erzürnt über ihren Kanzlerkandidaten Laschet. Diese Reaktion zeugt von Naivität und Realitätsverlust … postvonhorn
Nach der Wahl: Neue und alte Digitalpolitiker:innen im Bundestag … netzpolitik
Im Auftrag Gottes (Satire): „… dass die CDU seiner Meinung nach keinen klaren Regierungsauftrag bekommen habe. Er werde dennoch die Union, die seiner Meinung nach einen klaren Regierungsauftrag bekommen habe, in die Bundesregierung führen. Laschet wolle sich bis zum nächsten…“ … zynaesthesie
Geschichte der Fotografie: Wer war Eadweard Muybridge? … kwerfeldein
Adrian Daub hat ein höchst kluges Buch geschrieben: „What Tech calls thinking – an inquiry into the intellectual bedrock of Silicon Valley“ macht genau das, was der Titel verspricht … schmalenstroer
„Das Ereignis“ von Annie Ernaux: Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 … revierpassagen
Sterbehilfe bei “vollendetem Leben” – oder “Entsorgung” der Alten? Bürgerlich-liberaler Vorstoß in den Niederlanden belastet auch die Koalitionsverhandlungen … scilogs
Dortmund: „0+1“ – „Festival für Diversität und Komplexität“ … nordstadtblogger
Theater Hagen: Erstaufführung von „Monty Python’s Spamalot“ … doppelwacholder
Bewegung bei der Oberen Ruhrtalbahn: Nun scheint sich doch etwas zu tun für die Weiterentwicklung der Bahnstrecken im Hochsauerlandkreis … sbl
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