Umleitung: Atlantikzirkulation, #OpenAccess, AfD, Spionagesoftware, Sommerliche Temperaturen, Madame Yevonde, Kirchenaustritte sowie eine instrumentalisierte Städtepartnerschaft

Eine Kanadagans mit ihrem schon größeren Gössel, eine Kreuzung aus ihr und einem Graugans-Ganter auf dem Teich am Fußballplatz in Silbach (foto: zoom)

Was ist los mit der Atlantikzirkulation? Heute möchte ich ein paar aktuelle Gedanken zur Abschwächung und zum Kipppunkt der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) zusammenfassen … scilogs

Ein neues #OpenAccess -Lehrbuch: Computational Methods für die Sozial- und Geisteswissenschaften … springer

AfD: Fundamentalopposition gegen die Demokratie … endstationrechts

Spionagesoftware: Staatstrojaner-Varianten sind eine Fiktion … netzpolitik

Sommerliche Temperaturen (Satire): „… als künftiger Bundeskanzler arbeitsscheue Angestellte durch die vollständige Abschaffung des Kündigungsschutzes disziplinieren und die tägliche Arbeitszeit wieder auf zwölf Stunden festsetzen wolle, die durch Lohnkürzungen um mindestens sechzig Prozent flankiert werden müssten, um die viel zu langsam anwachsenden Vermögen der Leistungsträger wieder auf ein vernünftiges Maß zu bringen. Merz werde jeden linkslinken…“ … zynaesthesie

Wer war Madame Yevonde? Yevonde Philone Middleton war eine englische Fotografin und Wegbereiterin für den Einsatz von Farbe in der Porträtfotografie. In ihrer über sechzig Jahre dauernden Karriere benutzte sie den Künstlernamen „Madame Yevonde“ … kwerfeldein

Schätzungsweise 50 Prozent der Katholik:innen denken über einen Kirchenaustritt nach: Mit Sorge blickt Pfarrer Ansgar Schocke auf die Zahl der Kirchenaustritte: In der katholischen Kirchengemeinde Heilige Dreikönige in der Nordstadt waren in den vergangenen Jahren 90 Austritte im Jahr traurige Normalität. In diesem Jahr waren es allerdings schon 162 … nordstadtblogger

Hagen-Hohenlimburg: AfD-Geitz instrumentalisiert Städtepartnerschaft – und niemand merkt es? … doppelwacholder

Weiterer Abonnent*innen-Schwund bei der Westfalenpost Meschede/Brilon

Westfalenpost Brilon/Meschede: Die Zahl der Abos ist im letzten Jahr um 7,89%, die Druckauflage ist um 10,76% gesunken. (Screenshot: ivw)

Im Quartalsvergleich (II 22/II 23) hat die Westfalenpost Meschede/Brilon laut Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) weitere 7,89 Prozent ihrer Abonnent*innen inklusive ePaper verloren. Im ersten Quartal lagen die Zahlen mit 7,48 Prozent ähnlich hoch.

Alles, was ich zum Thema Auflagenschwund bei der Westfalenpost zu sagen habe, findet sich in den Beiträgen zu den Quartalsauflagen hier im Blog. Wer will, kann die alten Blog-Artikel zumindest durchscrollen. An meinen dortigen Anmerkungen und Kritikpunkten hat sich nichts geändert. Daher schweige ich, bis mir etwas Neues einfällt.

Der Rest vom #FensterFreitag

Die Brüder Grimm als Wandbild auf einer Hausfassade (foto: zoom)

Wahlen in Spanien, Waldbrände auf Rhodos und Friedrich Merz reicht der AfD die Hand – ich habe schlechte Laune.

Das Bild habe ich vor ein paar Tagen für den #FensterFreitag auf Mastodon in Kassel aufgenommen. Es zeigt auf einem überdimensionalen Wandbild die Brüder Grimm.

Was haben die Grimms mit Kassel zu tun?

Jacob und Wilhelm zogen 1798 nach Kassel. Hier besuchten sie das Gymnasium, das damals „Lyceum Fridericianum“ hieß. Die Mutter und die übrigen vier Geschwister blieben in Steinau. Nach dem Ende ihrer Schulzeit gingen Jacob und Wilhelm nach Marburg, um dort Rechtswissenschaft zu studieren.

In Marburg begannen sich Jacob und Wilhelm für die deutsche Sprache und Literatur zu interessieren. Sie wohnten zusammen in einem Haus in der Barfüßerstraße, das heute noch steht. 1806 kehrten sie nach Kassel zurück.

http://www.grimms.de/de/content/wer-waren-die-br%C3%BCder-grimm

Alles weitere auf der oben verlinkten Seite der Brüder Grimm-Gesellschaft.

Was haben Jacob und Wilhelm Grimm mit meiner schlechten Laune zu tun? Eigentlich nichts. Ich versuche mich nur ein wenig abzulenken, indem ich Bilder aus der vergangenen Woche sortiere.

Mal schauen, wie die Welt morgen aussieht.

Ohne Worte … oder wie Friedrich Merz mich (fast) sprachlos machte

Der Friederich, der Friederich,
das ist ein arger Wüterich.
Er tritt die wacklig‘ Mauer ein
und lässt den Fascho Höcke rein.
Im ganzen Land legt er den Brand,
nicht nur im schwarzen Sauerland.

Eigenzitat: https://ruhr.social/@hskzoom/110764682755732234

Anlass: Wackelt die „Brandmauer“? Merz schließt Zusammenarbeit mit AfD auf kommunaler Ebene nicht mehr aus … ksta

Mit dem schlechtesten Objektiv auf Vogeljagd

Es ist dann doch nicht der Rotmilan geworden. (foto: zoom)

Gestern habe ich mich durch die Blogs und Websites geklickt, um zu lernen, wie man am besten Vögel fotografiert. Ich möchte auch mal einen Eisvogel präsentieren können.

Der erste Gedanke war, dass ich mir stante pede ein schönes neues Teleobjektiv kaufen sollte. Der zweite Gedanke lautete: Quatsch! Erreiche doch erst einmal die Grenzen deiner momentanen Ausrüstung! Deine Hardware kann schon heute zehn Mal mehr als du selbst.

Also habe ich in der Fotokiste gekramt, ein altes Tamron 18 – 200 mm gefunden und auf die Kamera geschraubt. Die Verschlusszeit habe ich auf 1/500 vorgewählt, die Brennweite bei 200 mm, Blende offen und ISO, wie das Rauschen kommt. Schluss mit dem Materialfetischismus!

Das Wetter war schlecht, meine Erwartungen niedrig, aber letztendlich hat das Fotografieren Spaß gemacht, obwohl sich weder Eisvogel noch Rotmilan, geschweige denn eine Blau- oder Kohlmeise, sehen ließen.

Am Ende des Spaziergangs kam ich mit einem Schmetterlingsfoto nach Hause: Grünader-Weißling – Pieris napi, Imago. Das Geschlecht kenne ich nicht. Sie oder er hockt auf einem Wald-Storchschnabel. Der ist momentan überall zu sehen.

Die Vögel werde ich auch noch finden.

Damit habe ich nicht gerechnet: FCK NZS aus dem Kaugummiautomaten

Sieht aus wie die Vierlingsausgabe eine Kaugummiautomaten meiner Kindheit (foto: zoom)

Manchmal entdecke ich auf meinen Bildern Details, die mir bei der Aufnahme des Fotos nicht aufgefallen sind, weil ich etwas völlig anderes im Sinn hatte. Ein vierfacher Kaugummi-Automat in Rosarot – Barbie und Ken lassen grüßen.

Schnell das Smartphone gezückt, ein hastiger Druck auf die Kamera-App und dann schnell die Gruppe einholen.

Gerade habe ich mir das pixelige Bild genauer angeschaut. Was kann man sich wirklich für einen Euro aus der Maschine drehen? Keine Kaugummis, sondern Buttons („Kassel ist schön“), Perlenarmbänder, Stickies und noch mal einen Button: FCK NZS.

Dabei hatte ich gestern ein paar Euro-Münzen in der Hosentasche. Ich hätte mir also etwas Passendes aussuchen können. Nun gut lieber Automat, ich weiß, wo du stehst. Ich komme wieder.

Umleitung II: Durchlässige Brandmauern, T. C. Boyle, University Life in Germany 1907, Menschen-Zeitalter, Menschenrechte, Ausweispflicht im Freibad und mehr…

Englische Haustüren. Irgendetwas stimmt hier nicht. Fehler oder Feature? (foto: zoom)

Weil ich gestern bei der Sammlung von Lesehinweisungen an der Westfalenpost und dem nd.DieWoche hängengeblieben bin, versuche ich heute die sonst übliche Umleitung weiter zu spinnen. Los geht’s!

Durchlässige „Brandmauern“: Vor 85 Jahren erschien eine Hagener Zeitung zum letzten Mal. Sie war und ist ein Beispiel für die fließenden Übergänge zwischen konservativen und rechtsextremen Positionen … doppelwacholder

«Ich möchte mich bei den Deutschen entschuldigen, wenn ich sie durch meine Kritik an der Bahn gekränkt habe»: Der amerikanische Autor T. C. Boyle spricht im Interview über die Pleite der Schweizer Grossbank Credit Suisse, die Verspätung bei der Deutschen Bahn – und das anstehende Ende der Welt … nzz

Rezension: Volker Ullrich – Deutschland 1923: Das Jahr am Abgrund (Teil 3) … geschichtsblog

Frederick Tupper, Jr – University Life in Germany (1907): Heute führt uns unsere Reportage in die Welt der Friedrich-Wilhelms Universität Berlin in den Jahren 1900/1901. Der amerikanische Englisch-Professor Frederick Tupper Jr. verbrachte einen Teil seines Studiums im Kaiserreich und in diesem Artikel aus dem Jahr 1907 beschreibt er seine Erfahrungen … schmalenstroer

Das Problem mit dem Menschen-Zeitalter: Neulich ging ja durch die Medien, dass 1950 das neue menschengemachte Erdzeitalter, Anthropozän genannt, begonnen haben soll. Das ist aber noch keineswegs beschlossen, und die neue Epoche ist tatsächlich ziemlich umstritten … scilogs

Kommt bald die Marxistenverfolgung? Man kann über die schrulligen Ideen der ÖVP lachen. Aber es sind Ideen von Verfassungsfeinden und von Gegnern von Liberalität und Freiheit … misik

Menschenrechte (Satire): „Und Nackensteaks!“ „Und Ölheizungen!“ „Aber erst Nackensteaks!“ „Aber ich habe doch eine Gasheizung!“ „Warum wollen Sie dann eine Ölheizung?“ „Das ist hier Deutschland, das lasse ich mir von der verdammten Demokratie nicht kaputtmachen!“ … zynaesthesie

Berlin: Ausweispflicht im Freibad als Sicherheitstheater … netzpolitik

Geister, Gehirne und ziviler Ungehorsam im Dortmunder Kunstverein: ‚But who is Ulrike Mandrake?‘ … nordstadtblogger

Hier gibt es Hilfe beim Podcast-Erstellen: In diesem Blog-Artikel sammelt Kai Rüsberg künftig Bücher, Blogs oder Podcasts, die Hilfe bei der Erstellung von Podcast geben. Der Artikel wird also in Zukunft weiter wachsen. Der Artikel ist als eine Hilfestellung für seine Vorlesung und Seminare gedacht … ruhrnalist

Einmal Spanien und zurück: Ich bin kein gläubiger Mensch oder sehr reflektierend. Von daher war die Wanderung für mich auch keine wirkliche Suche nach Gott oder dem Sinn des Lebens. Es war eher eine Challenge, weil ich trotz 5 Wochen Urlaub das Ziel hatte, in 4 Wochen die Strecke hinter mich zu bringen … unkreativ

„Lyriksalven pflügen sich kometenhaft ins Gedächtnis“ oder: Höhenflüge beim Poetry Slam … revierpassagen

Genehmigung eines Windrads am Naturschutzgebiet? Im HSK bestehen durch die große Fläche und die Höhenlage sehr gute Voraussetzungen, zahlreiche weitere WEA zu errichten. Es gibt jedoch Bereiche, die sich nicht für WEA eignen … sbl

Umleitung: Das Nichts nichtet und richtet. Tumulte in Freibädern und unsere Medien.

Am Montag getestet: alles friedlich im Jesus Green Lido (foto: zoom)

Zurück aus dem Urlaub lese ich die Lokalblätter und mich erfasst das Grausen. Die Monopolzeitschrift der Funke Mediengruppe quetscht ein trockenes Stück Holz aus und heraus kommt unter der Überschrift Streife im Freibad unterwegs? Was die Polizei Meschede plant das große Nichts.

Wobei das nicht so ganz stimmt, denn zuerst beschwört der Autor Szenen aus einer Horrorwelt. „Tumulte in Freibädern von Großstädten […] Junge Männer, darunter viele mit Migrationshintergrund, die sich zusammenschließen, mitunter zuschlagen und für Randale sorgen.“

Der Clou an dem ganzen Artikel ist, dass es in unseren Bädern friedlich ist („In den Freibädern im Hochsauerlandkreis gibt es solche Szenen nicht.“) und die Polizei keine Einsätze plant.

Aber was soll man auch schreiben, wenn die CDU die Schwimmbadfrage zum rechtspopulistischen Tagesthema erhoben hat? Männer mit Migrationshintergrund gehen immer, weil ja Biodeutsche noch nie an Schlägereien beteiligt waren. Oder wie soll ich das verstehen? Irgendwas bleibt immer hängen, auch wenn nichts war.

Wie man das Thema satirisch und stilistisch gekonnt verarbeitet, zeigt Andreas Koristka im nd.DieWoche: Krieg im Schwimmbad in Berlin – Andreas Koristka hat gemeinsam mit seiner Tochter das Chaos am Berliner Beckenrand überlebt.

Während die öde Westfalenpost auf der rechtspopulistischen Welle zu surfen versucht, gehe ich weiterhin meine Bahnen schwimmen, und zwar in Siedlinghausen, Winterberg, Olsberg, Meschede, Marburg, Hamburg, Kassel, Berlin und Cambridge. Paris, Wien, Prag und Budapest waren auch dabei. Selbst in Texas bin ich nicht erschossen worden. Alle Schwimmbäder überlebt, keine Polizei, keine Randale.

Wer wissen will, wo es im Hochsauerland gefährlich ist, schaue in die Polizeiberichte. Da finden sich die Toten und Verletzen im Straßenverkehr und in der Mountainbike-Arena. Aber das ist normales Alltags- und Sportrisiko, nicht der Rede wert.

So long Freunde, ich lege mir jetzt das Schwimmzeug für morgen zurecht.

Schutz vor Extremwetterereignissen: Mehrheit der Landkreise sieht Probleme bei der Finanzierung – Recherche von NDR, BR, WDR und CORRECTIV

Der Hochsauerlandkreis gehört zu den wenigen Kreisen, die auf eine Online-Rechercheanfrage nicht strukturiert geantwortet haben

Häufige Extremwetterereignisse und dadurch höhere finanzielle Belastungen – die große Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland rechnet in den nächsten Jahrzehnten mit diesen Herausforderungen. Das geht aus einer Befragung hervor, die Journalistinnen und Journalisten von NDR, BR, WDR und CORRECTIV unter allen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten durchgeführt haben. Durch diese Recherche ist der bislang umfangreichste öffentlich verfügbare Datensatz zur Klimafolgenanpassung der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland entstanden.

(Pressemitteilung Correctiv)

Der Hochsauerlandkreis gehört zu den wenigen Kreisen, die auf die Rechercheanfragen eine klare Antwort schuldig blieben. Bei Quarks heißt es:

„Der Kreis Hochsauerlandkreis hat nicht an unserer Online-Befragung teilgenommen, sondern schriftlich per E-Mail geantwortet. Die Antwort ließ sich nicht in unser Antwortschema übertragen, weshalb wir die Angaben nicht in unsere strukturierte Auswertung einbeziehen konnten.“

Viele Regionen sehen jetzt schon ein Problem bei der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen. Von den Landkreisen und kreisfreien Städten, die an der Befragung teilgenommen haben, gibt gut die Hälfte an, dass die erforderlichen Maßnahmen in den kommenden Jahren vermutlich nicht finanziert werden können. Ein weiteres Drittel geht davon aus, dass die Finanzierung nur für einen Teil der Maßnahmen reichen wird. Ein explizites Anpassungskonzept für die Folgen des Klimawandels hat offenbar nur eine Minderheit der Landkreise und kreisfreien Städte. Und längst nicht überall haben Kreise den Überblick, was in ihren Gemeinden bereits an Maßnahmen existiert.

Kreise und Städte erwarten zunehmende finanzielle Belastungen

Insgesamt 329 Verwaltungen, also rund 82 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands, haben an der detaillierten Umfrage teilgenommen. 96 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sie von Extremwetterereignissen wie Hitze, Dürre, Wassermangel, Starkregen oder Hochwasser bis 2050 stärker betroffen sein werden. 86 Prozent rechnen dadurch mit zunehmenden finanziellen Belastungen – vor allem durch Starkregen und Hitzewellen.

Etwa die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte befürchtet, künftig häufiger Wassermangel zu erleben. „Wir wissen, dass sich in vielen Regionen die Grundwasservorräte gegenwärtig nicht hinreichend erneuern, weil Niederschlag fehlt“, sagt Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen). Das Umfrage-Ergebnis überrasche sie daher nicht. „Deshalb ist es gut, dass wir mit der Nationalen Wasserstrategie einen Beitrag dafür leisten, Vorsorge zu tragen“, so die Bundesministerin. „Wir müssen sensibler mit Wasser umgehen und das richtet sich in erster Linie an die großen Verbraucher, also die Industrie.“

Konzepte zur Klimaanpassung fehlen noch in vielen Regionen

Die Umweltministerin will am Donnerstag (13.7.2023) im Kabinett ein Klimaanpassungsgesetz beschließen. In dem Entwurf dazu heißt es: „Für das Gebiet jeder Gemeinde und jedes Kreises ist nach Maßgabe der Zuständigkeitsbestimmung des Landesrechts ein integriertes Klimaanpassungskonzept aufzustellen.“

Von den Landkreisen und kreisfreien Städten, die an der Umfrage von NDR, BR, WDR und CORRECTIV teilgenommen haben, hat bislang nur etwa ein Viertel ein solches Klimaanpassungskonzept (26%) – also ein zentrales Dokument, in dem Klimarisiken und Anpassungsstrategien festgehalten werden. Bei weiteren 22 Prozent ist ein Konzept in Arbeit, fast die Hälfte hat somit kein Konzept (48%). 

„Mich erschreckt an dem Ergebnis, dass sich relativ viele Kreise und kreisfreie Städte noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt haben und gar kein Konzept haben“, sagt Anja Bierwirth, Leiterin des Forschungsbereiches Stadtwandel am Wuppertal Institut Klima, Umwelt, Energie. „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen, bedeutet auch einen langfristigen Umbau der Städte. Je früher ich damit anfange, umso mehr Chancen habe ich, meine Stadt in den nächsten zehn bis 15 Jahren deutlich resilienter zu machen, als sie jetzt ist“, sagt sie.

Begrünung gegen die Hitze

Von den abgefragten Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels wurden einige deutschlandweit besonders häufig umgesetzt. Der Blick auf die kreisfreien Städte und die Landkreise, die nach eigenen Angaben gut über die Aktivitäten in ihren Gemeinden informiert sind, zeigt: In 65 Prozent der Regionen wurden dürreresistente Baum- und Pflanzenarten angepflanzt. Um der zunehmenden Hitze zu begegnen, haben 55 Prozent ihre Region durch Bäume begrünt, 48 Prozent setzten auf Begrünung von Fassaden und Dächern. Ein Hitzeaktionsplan existiert nur in 14 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte, ist aber bei 36 Prozent in den nächsten fünf Jahren geplant. Solche Aktionspläne dienen dazu, die Bevölkerung vor Ort besser auf Hitzephasen vorzubereiten und sie zu schützen, etwa durch Frühwarnsysteme oder das Bereitstellen von Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze.

Die Umfrage wurde mit fachlicher Beratung der TU Dortmund und unter Hinzuziehung von Klimaexperten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung durchgeführt. 

Sendehinweise und Links:
Die aktuelle Berichterstattung dazu finden man ab dem 13.7.2023 im ARD-Politikmagazin Panorama (21.45 Uhr), im ARD-Hörfunk sowie nach Ablauf der Sperrfrist online unter: 

Man soll nie nie sagen, aber…

Abschiedsblick aus dem Fenster (foto: zoom)

Wir hatte lange hin und her überlegt, wie wir nach Cambridge reisen wollten und uns letztendlich für den Flug von Dortmund nach Stansted entschieden.

Fliegen ist für mich eine der unangenehmsten Arten des Reisens. Auch im Nachhinein hat sich diese Einschätzung nicht geändert. Die ökologischen Überlegungen sind dabei noch ausgeklammert.

Der Rückflug selbst hat gestern weniger als 60 Minuten gedauert, aber der komplette Rückweg inklusive An- und Abreise zu und von den Flughäfen betrug acht Stunden. Die Abfertigung bei Passkontrolle, Zoll und Boarding zog sich wie Gummi, unendlich schienen die labyrinthartigen Wege durch den Flughafen.

Self-inflicted pain – selber schuld.

Vielleicht nicht mit diesem Rad (foto: zoom)

Als ich noch in Hamburg lebte und die Fähre nach Harwich an den Landungsbrücken ablegte, begann der Urlaub, sobald ich mit dem Fahrrad nachmittags an meiner Wohnung losfuhr. Übernachtung auf dem Schiff, 12 Uhr mittags in Harwich, und weiter mit dem Rad nach Cambridge. Ich trauere diesen Zeiten wirklich nach.

Heute müssten wir aus dem Sauerland mit dem Rad nach Hoek van Holland anreisen und dort die Fähre nach Harwich nehmen. Das würde ein paar Tage dauern. Der Urlaub begänne an der Haustür, man bräuchte allerdings mehr Zeit.

Für mich immer noch die beste Art der Fortbewegung (foto: zoom)

Das nächste Mal werden wir versuchen, mit dem Zug nach Cambridge zu fahren. Ab Köln sollte das ziemlich fix gehen.

Fliegen? Lieber nicht.