Umleitung: Noch vor Ostern ist Erbloggtes wiederauferstanden, Fischblog ist auch schon 10 Jahre alt, die AfD im Abwärtsgang und ein Blogger leidet Qualen.

Die Himmelstreppe am Staudamm des Hennesees in Meschede (foto: zoom)

Erbloggtes wieder: Erbloggtes war seit dem 3. April und bis kurz vor Mitternacht nicht zu erreichen, etwas über 24 Stunden. „This blog has been archived or suspended for a violation of our Terms of Service“, war stattdessen hier zu lesen … erbloggtes

10 Jahre Fischblog – das Best Of: Eigentlich ist das hier ja gar kein Wissenschaftsblog: Am 7. April 2007 erschien der erste Beitrag – und zwar über ein Death-Metal-Konzert … scilogs

Gotteslohn: „Keine Kirchenglocken mehr!“ „Aber dann auch kein Ostern.“ „Wieso?“ „Die Eier können nichts dafür.“ „Aber die sind doch religiös?“ „Nein, das ist so eine Überformung heidnischer Inhalte durch einen kultischen Brauch.“ „Wieso?“ … zynaesthesie

Geschichte: Die radikale Linke in Harburg-Wilhelmsburg … harbuch

Hate-Speech-Gesetz: „Unausgegorener Gesetzesentwurf auf den letzten Metern vorm Wahlkampf“ … netzpolitik

Lisa Kristin Radke muss draußen bleiben: AfD-Kandidatin kommt nicht auf den Wahlzettel. Die AfD hat ihren Zenit offenbar überschritten und bewegt sich auf der Beliebtheitsskala langsam aber sicher nach unten … doppelwacholder

Blogger-Qualen: Als diese Blog-Seite neun Stunden lang offline war – ein im Grunde lächerlicher „Leidensbericht“ … revierpassagen

Demo in Meschede: Wir haben Rechte – Kein Scherz! … KinderRechteForum

Was ist los bei @erbloggtes? Website durch wordpress.com vom Netz genommen.

https://erbloggtes.wordpress.com/ war bislang eine Website mit scharfsinnigen Beiträgen von @erbloggtes, die ich deshalb auch gerne immer wieder verlinkt hatte und habe.

Viele Themen drehten sich um Betrügereien und Ungereimtheiten im akademischen Umfeld sowie um Hochstapler und Falschspieler im Herzen der Bildung, den Universitäten. Plagiatorinnen und Plagiatoren sind von @erbloggtes stets kühl seziert worden.

Jetzt ist die Site, anscheinend ohne weiter Warnung, vom Netz genommen worden.

erbloggtes.wordpress.com is no longer available.

This blog has been archived or suspended for a violation of our Terms of Service.
For more information and to contact us please read this support document.

Wer die Artikel von @erbloggtes wiederfinden will, ist auf das Internet-Archiv angewiesen.

Im Internet Archive ist das Blog bis zum Oktober 2016 archiviert: http://web.archive.org/web/20161116103742/https://erbloggtes.wordpress.com/

Die letzten beiden Artikel „in der Sache Reitzenstein“ sind auf der Website https://wiedererbloggtes.wordpress.com/ nachzulesen. Dort findet sich auch folgende Einleitung:

Seit heute ist das Blog „Erbloggtes“ nicht mehr da. Einfach weg. „No longer available“, sagt WordPress, „archived or suspended for a violation of our Terms of Service“. Mit anderen Worten: Jemand fühlte sich von Erbloggtem allzu heftig auf den Schlips getreten. Oder sonstwohin. Und hat deshalb dieses Suspensorium angelegt.
Wir haben ja gar nichts gegen Leute in Reitzwäsche. Aber sowas? Nee, das finden wir nicht hübsch. Und deshalb haben wir die beiden letzten größeren Erbloggtes-Beiträge rasch noch aus dem Google-Cache kopiert und stellen sie hier ein. Das sind die Beiträge zur Causa Reitzenstein. In der sicheren Erwartung, dass dieses geschmacklose Suspensorium bald wieder entfernt wird. Wir werden das scharf im Auge behalten.

Danke für einige Hinweise auch an Klaus Graf: https://archivalia.hypotheses.org/64247

Ich bin sehr gespannt, aus welchen Gründen WordPress das Blog von @erbloggtes gesperrt hat. Ich habe einiges an Vertrauen in diese Internet-Firma verloren.

Umleitung: Zuerst Satire und danach der Alltagsernst. Von der Gattin des Führers über die Print-Medien zum Ruhrtalradweg.

Der Himmel über dem Meisterstein am 1. April 2017 (foto: zoom)

Die Gattin des Führers: „Sie ist halt scheiße. Ihre Vertrauten sind scheiße, sonst wären es ja nicht ihre Vertrauten. Dieses linke Scheißpack …“ … zynaesthesie

Perpetuum Huntington? Anmerkung zum KLP Sek II Geschichte, Inhaltsfeld: Islamische Welt – christliche Welt … historischdenken

Noch vor der Bundestagswahl: Staatstrojaner soll auch gegen Alltagskriminalität eingesetzt werden … netzpolitik

Mutti und die bösen Jungs: Trump, Erdogan – der Job von Kanzlerin Merkel ist seit Monaten nicht immer vergnügungssteuerpflichtig … charly&friends

Gedanken zum Thema Energiewende: Was nützt uns der Schutz von Heimat und Natur, wenn die Veränderung des Klimas beides zerstört? … GrueneSundern

Haben Print-Medien Zukunft? Jubiläumsschrift des Dortmunder Instituts für Zeitungsforschung wägt Chancen und Risiken … revierpassagen

Martin Luther King im MKK Dortmund: vor 50 Jahren, am 4. April 1967, hielt Martin Luther King Jr. in New York City seine berühmt gewordene Rede „Beyond Vietnam – A Time to Break Silence“ (Jenseits von Vietnam – Zeit, das Schweigen zu brechen). Genau ein Jahr später wurde der Kämpfer gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit ermordet … nordstadtblogger

Ruhrtalradweg: zwischen Hengsteysee und Westhofen freigegeben … doppelwacholder

Was braucht es für eine gelungene Jubiläumsfeier? Von einer Drohne eskortiert feierte die SBL ihren zehnten Geburtstag … sbl

Pressemitteilung der PIRATEN: Wir nehmen Wünsche der Bürger ernst und verzichten freiwillig auf Plakatierung vor Ostern

Sven Salewski, Daniel Wagner und Florian Otto (v.l.) verzichten auf das Plakatieren vor Ostern. (foto: piratenarchiv)

Arnberg. (piraten_pm) Wie die Arnsberger PIRATEN der Lokalpresse entnehmen konnten (eine Anfrage zur Stellungnahme erhielten wir nicht), ist es für viele Bürger wünschenswert die Osterfeiertage und Spaziergänge ohne eine optische Belästigung durch Wahlplakate zu genießen.

Die anderen politischen Fraktionen der Stadt geben unterschiedlichste Begründungen an, warum sie nicht auf das Plakatieren vor Ostern verzichten können. Von Terminproblemen mit gebuchten Aufhängefirmen bis hin zu „Wenn die Anderen das so machen, machen wir das auch“, ist alles dabei.

„Wir PIRATEN machen so etwas, wie es sich gehört: einfach, pragmatisch und im Sinne der Bürger. Wir verzichten freiwillig auf die Plakatierung vor Ostern, auch wenn wir dadurch Nachteile bei der Auswahl der noch freien Plätze in Kauf nehmen müssen“, so Ronny Gängler, Sprecher der Piratenpartei in Arnsberg.

Kreistag HSK: Mehr Öffentlichkeit ist unerwünscht

Schon mehrfach hatte die SBL/FW beantragt, Kreistagssitzungen per Video-Stream zu übertragen. Dann hätten mehr Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, zumindest einzelne Tagesordnungspunkte zu verfolgen.

(Der Artikel ist gestern in ähnlicher Form auf der Website der Sauerländer Bürgerliste/FW erschienen.)

Für viele potentielle Interessenten ist es unrealistisch, freitags ab 15 Uhr auf der der Besuchertribüne im Kreishaus zu sitzen. Diverse andere Kommunen (z.B. Köln, Bonn, Düsseldorf, Neuss, Erfurt) haben solche Streams bereits eingeführt, als Beitrag zu mehr Transparenz des Kommunalparlaments.

In Köln wurde der Antrag übrigens von der FDP-Fraktion gestellt. In der Begründung steht:

“Durch die Öffentlichkeit der Sitzung soll allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeit der gewählten Volksvertreterinnen und -vertreter zu verfolgen. Durch die Möglichkeit, die Sitzungen öffentlich zu verfolgen, soll das allgemeine Interesse an der kommunalen Selbstverwaltung geweckt und gefördert werden. Zudem dient die Öffentlichkeit der Ratssitzungen auch der Kontrolle der Ratsmitglieder durch die Bürgerschaft. Der Bürger wird befähigt, das Verhalten der Fraktionen und der Ratsmitglieder zu bewerten und hieraus die politischen Konsequenzen zu ziehen.”

Das stimmt, scheint aber für die HSK-FDP nicht zu gelten.

In der Haushaltsdebatte des HSK-Kreistags im Dezember 2016 hatten die Piraten einen relativ bescheidenen Antrag gestellt:

“Im Haushalt 2017 werden einmalig bis zu 2.500 € für die Evaluierung und Einrichtung von Audiostreams der Sitzungen des Kreistags bereitgestellt. Die Verwaltung wird beauftragt entsprechende Lösungen zu finden und dem Kreistag vorzustellen.”

Es sollte also noch keine Einführung beschlossen werden und es ging dieses Mal gar nicht um Bilder, sondern nur um Töne.

Doch selbst dies war für die “GaGaGroKo” (GanzGanzGroßeKoalition, bestehend aus CDU, SPD, FDP und Grünen) zu viel. Bei der Debatte über diesen Antrag am 24.03.2017 stimmte sie im Kreistag geschlossen mit “Nein”.

Die Argumente könnten nur überraschen. Angeblich würden dadurch Kreistagsmitglieder gehemmt, frei zu reden.

Wir meinen: Wer sich als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger in den Kreistag wählen lässt, sollte auch den Mut haben, dass einige Worte von ihm nach außen dringen. Und wer das trotzdem nicht möchte: In allen Beschlüssen anderer Kommunen zum Streaming ist geregelt, dass jedes Mitglied des Kommunalparlaments bei jedem eigenen Beitrag die Übertragung ausschließen kann.

Wo also liegt das Problem?

Dabei wäre es gerade in der letzten Kreistagssitzung interessant und lehrreich gewesen, wenn sie eine größere Öffentlichkeit hätte verfolgen können. Wir kommen darauf noch zurück…

Besonders merkwürdig: Der Landrat verlangte in dieser Sitzung von den acht Einwohnerinnen und Einwohnern, die sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort meldeten, dass sie, statt wie sonst von der Tribüne aus, vom Rednerpult unten im Sitzungssaal sprechen und sich damit ins “Rampenlicht” stellen mussten. Dabei waren sie fast alle zum ersten Mal in einer Kreistagssitzung anwesend. Und bevor sie Fragen stellen durften, wurden auch noch ihre Personalien aufgeschrieben.

Fotowettbewerb des heimischen Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese: „Schneevergnügen im Sauerland“- Die Gewinner stehen fest

Marion Oppermann aus Brilon
Meschede. (spd_pm) Unter dem Motto: „Schneevergnügen im Sauerland“ hatte der heimische Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese im Winter zu einem Fotowettbewerb aufgerufen.

„Mich haben schöne und abwechslungsreiche Fotos in meinem Berliner Büro erreicht. Mehr als 170 Bilder aus meiner Heimat dem Sauerland sind eingegangen.“

Die Gewinner sind Marion Oppermann aus Brilon und Frank Wulf aus Schmallenberg. Die beiden Fotografen haben eine viertägige Reise nach Berlin für jeweils zwei Personen gewonnen.

Frank Wulf aus Schmallenberg
Ihre Bilder werden ab der nächsten Woche im Wahlkreisbüro von Dirk Wiese in Meschede ausgestellt.

Bei allen anderen Teilnehmern bedankt sich Dirk Wiese herzlich für die Teilnahme am Wettbewerb: „Es war keine einfache Entscheidung, denn alle Bilder haben die besonderen Seiten des Sauerlands auf verschiedene Art und Weise –egal, ob schneebedeckte Berge oder abgelegene Wanderwege – wunderbar dargestellt.“

Umleitung: Reitzenstein reizt @erbloggtes – zu Recht und weitere Lesehinweise sowie Beste Grüße

Pause! Der Ruhrtalradweg zwischen Olsberg und Steinhelle. (foto: zoom)

Zur Causa Reitzenstein: Wissenschaft vor Gericht. Erlaubt es die Verteilung von Rezensionsexemplaren an Zeitungen und Fachzeitschriften, dass der Buchautor auch gleich zu bestimmen hat, was in den Rezensionen steht? Der Historiker Julien Reitzenstein scheint dieser Ansicht zu sein, und das Landgericht Hamburg scheint ihm darin zu folgen. Reitzenstein, Autor einer Düsseldorfer Dissertation über das NS-Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung („Himmlers Forscher“, 2014 bei Schöningh, Paderborn, erschienen), fühlte sich offenbar durch folgenden Satz eines Rezensenten in seiner Ehre verletzt … erbloggtes

Kein Wunder, dass DerWesten immer platter wird: heftig.co-Erfinder Peter Schilling baut virale Erfolge am Fließband … turi2

Rationality Storm: Homöopathie, TK, Twitter und Mainstream-Medien … scilogs

Public History und Geschichtsdidaktik – Ein Austausch: Die Beziehung zwischen Public History – nämlich Geschichte in der Öffentlichkeit zu betreiben – und Geschichtsunterricht ist es wert, diskutiert zu werden, indem sowohl Abgrenzungen wie auch Gemeinsamkeiten zwischen Public History und Geschichtsunterricht gesucht und gefunden werden … publicHistory

Grüne: Eigennutz zählt … doppelwacholder

ÖPNV Im Hochsauerlandkreis: Einnahmen der RLG aus dem Sozialticket bleiben vorerst ein Rätsel … sbl

Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas unklare Rangordnung der Grußformeln … revierpassagen

Neue Zürcher Zeitung: „Werbung“ oder „Rezension“?
Der Anthroposoph David Marc Hoffmann schreibt über Christian Clements „Rudolf Steiner kritische Ausgabe“

Im Februar 2017 erscheint in der Neuen Zürcher Zeitung die dritte Rezension von David Marc Hoffmann, Leiter des „Rudolf-Steiner-Archivs“ in Dornach, zur „Rudolf Steiner kritische Ausgabe“ des Anthroposophen Christian Clement. Hat die NZZ ein neues Ressort „Anthroposophie“? Nein. Aber „Werbung“ für die Anthroposophie im „Feuilleton“? Was ist das? Ich frage die NZZ, schreibe eine E-mail …

Rückblende, Prof. Helmut Zander, Experte für Rudolf Steiner und Autor des Standardwerkes „Anthroposophie in Deutschland“, schreibt 2013 in der Neuen Zürcher Zeitung: „Den politischen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung markiert eine Stellungnahme der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Sie kam 2007 zu dem Ergebnis, dass es Vorstellungen Steiners gebe, die ‘als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’ seien.“1 Damit war es amtlich: Rudolf Steiner ein Rassist. Von nun an konnte man bei der Verteidigung Steiners nur noch verlieren. Also ging die Anthroposophie in die PR-Offensive, mit Christian Clements „Rudolf Steiner kritische Ausgabe“, „SKA“, die der Humanistische Pressedienst so einordnet: „Die Anthroposophie versucht seit Jahren, Rudolf Steiner ein neues, positives und neutrales Image zu geben: weg vom ‘verstörenden’ Esoteriker Steiner, hin zum bedeutenden Philosophen Steiner. Dass sich ein nach aussen hin renommierter Verlag, der ‘Frommann-Holzboog Verlag’, an dem anthroposophischen Betrug beteiligt, überrascht.“2 Überraschend ist auch die Rolle der NZZ: eine Rezension von David Marc Hoffmann hätte man vielleicht noch als „Versehen“ ansehen können, aber drei?3

Am 17.02.2017 um 10:40 schrieb Andreas Lichte [an die NZZ]:

Sehr geehrte Redaktion,

David Marc Hoffmann, Leiter des „Rudolf-Steiner-Archivs“ in Dornach, ist Autor des Artikels – „Als die Anthroposophie noch «Theosophie» hiess“4 – der Neuen Zürcher Zeitung.

Er rezensiert den 6. Band der „Rudolf Steiner Kritische Ausgabe“, an deren Entstehung er maßgeblich beteiligt war:

David Marc Hoffmann veranlasste laut eigener Aussage die Zusammenarbeit der Verlage „frommann-holzboog Verlag“ und „Rudolf Steiner Verlag“.

David Marc Hoffmann hat also ein persönliches und professionelles Interesse am Erfolg der „Rudolf Steiner Kritische Ausgabe“: seine Rezension in der Neuen Zürcher Zeitung hat den Charakter von „Werbung“.

Fragen:

– Warum veröffentlicht die Neue Zürcher Zeitung Werbung?

– Warum kennzeichnet die Neue Zürcher Zeitung Werbung nicht als „Werbung“, um sie von einem redaktionellen Beitrag abzugrenzen?

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Lichte

–

Die Antwort der NZZ:

Am 17.02.2017 um 16:41 schrieb NZZ Hinweise:

Sehr geehrter Herr Lichte,

Danke für Ihre Nachricht. Es handelt sich bei der Rezension nicht um Werbung. Haben zudem eine Angabe zur Person des Autors dem Artikel beigefügt.

Es trifft nicht zu, dass DMH [Anmerkung Lichte: „DMH“ ist „David Marc Hoffmann“] an der Entstehung der von ihm besprochenen Ausgabe „maßgeblich beteiligt war“, er hat erst im Frühjahr 2012 durch Verlagsankündigungen von Frommann-Holzboog von der bereits aufgegleisten und in Fahrt befindlichen Ausgabe erfahren. Dann hat er eine Vertriebszusammenarbeit der beiden Verlage angeregt. Soll heissen: Der Steiner-Verlag hat die Frommann-Holzboog-Bände in seinen Vertrieb mit aufgenommen, ohne an Redaktion, Produktion und Finanzierung irgendwie beteiligt zu sein. Der Steiner-Verlag nimmt also lediglich einen Teil der Auflage ab und vertreibt sie auf eigenes Risiko über seine Kanäle. (So steht es auch im Impressum des besprochenen Bandes.)

Der Steiner-Verlag vertreibt damit eine Steiner-Ausgabe, die eigentlich ein Konkurrenzunternehmen zu seiner eigenen Steiner-Ausgabe ist. Auf den Unterschied der editorischen Intention der beiden Ausgaben ist Hoffmann in seinem Artikel selbstkritisch zu sprechen gekommen. Das macht ja auch den Reiz der Besprechung aus: Deer Verfasser lobt sozusagen die Konkurrenz. (Eine lobende Rezension ist keine «Werbung».)

Weiter ist festzuhalten, dass Hoffmann Leiter des Steiner-Archivs ist, nicht des Steiner-Verlags. Beide sind voneinander unabhängig, sie stehen nur in Bezug auf die Steiner-Gesamtausgabe in einem vertraglichen Verhältnis zueinander. Von einem allfälligen Verkaufserlös aus dem Vertrieb der Clementschen Ausgabe fliesst kein Geld an das Archiv, weder vom Steiner-Verlag noch von Frommann-Holzboog.

Freundliche Grüsse,

Die Redaktion

–

meine Erwiderung:

Am 17.02.2017 um 17:38 schrieb Andreas Lichte:

Sehr geehrte Redaktion,

Vielen Dank für Ihre Antwort !

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir noch mitteilen, mit wem ich mich gerade austausche – mir bitte Ihren Namen nennen – Danke!

Sie schreiben: „Es trifft nicht zu, dass DMH an der Entstehung der von ihm besprochenen Ausgabe „maßgeblich beteiligt war“ …“

Selbstverständlich war David Marc Hoffmann maßgeblich am Zustandekommen der Kooperation der beiden Verlage „frommann-holzboog Verlag“ und „Rudolf Steiner Verlag“ beteiligt, sagt er ja selbst:

http://www.rudolf-steiner.com/downloads/

David Marc Hoffmann: Zur Zusammenarbeit des Verlags frommann-holzboog und des Rudolf Steiner Verlags für die Kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners von Christian Clement, Rudolf Steiner Verlag, Verlagsvorschau, Frühjahr 2014.PDF

„(…)

Nach meinem Arbeitsantritt als Archivleiter [Anmerkung Lichte: des „Rudolf Steiner Archivs“] am 1. Oktober habe ich Kontakt gesucht zum Verleger Eckhart Holzboog, den ich von meiner früheren Tätigkeit als Leiter des Schwabe Verlags persönlich kannte.

(…)

Mein Angebot, die Unterlagen zum ersten Band einmal unverbindlich und vertraulich durchzusehen und ein kritisches Feedback zu geben (…), wurde von Herrn Clement und vom frommann-holzboog Verlag dankbar angenommen.

(…)

Aber nach meiner intensiven Durchsicht war ich sehr beeindruckt.

(…)

Deshalb habe ich dem frommann-holzboog Verlag und dem Rudolf Steiner Verlag empfohlen, diese Ausgabe doch gemeinsam zu vertreiben, was denn auch realisiert wurde.

(…)“

Nachdem sich David Marc Hoffmann so intensiv für die „Rudolf Steiner Kritische Ausgabe“ engagiert hat, hat er ein persönliches und professionelles Interesse an ihrem Erfolg,

und deshalb macht er mit seiner „Rezension“ in der Neuen Zürcher Zeitung Werbung:

der Artikel „Als die Anthroposophie noch «Theosophie» hiess“ ist keine NEUTRALE Rezension der Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung, sondern die Werbung eines INTERESSIERTEN.

Sie schreiben: „Der Steiner-Verlag vertreibt damit eine Steiner-Ausgabe, die eigentlich ein Konkurrenzunternehmen zu seiner eigenen Steiner-Ausgabe ist. Auf den Unterschied der editorischen Intention der beiden Ausgaben ist Hoffmann in seinem Artikel selbstkritisch zu sprechen gekommen. Das macht ja auch den Reiz der Besprechung aus: Deer Verfasser lobt sozusagen die Konkurrenz. (Eine lobende Rezension ist keine «Werbung».)“

Es gibt keine „Konkurrenz“: beide Verlage fördern die Anthroposophie. Nur deswegen gibt es auch die Zusammenarbeit.

Sie schreiben: „Weiter ist festzuhalten, dass Hoffmann Leiter des Steiner-Archivs ist, nicht des Steiner-Verlags. Beide sind voneinander unabhängig, sie stehen nur in Bezug auf die Steiner-Gesamtausgabe in einem vertraglichen Verhältnis zueinander. Von einem allfälligen Verkaufserlös aus dem Vertrieb der Clementschen Ausgabe fliesst kein Geld an das Archiv, weder vom Steiner-Verlag noch von Frommann-Holzboog.“

Formal mögen „Rudolf Steiner-Archiv“ und „Rudolf Steiner-Verlag“ voneinander unabhängig sein, beide fördern jedoch die Anthroposophie.

Ganz allgemein stellt sich noch die Frage, warum die Neue Zürcher Zeitung einem Unterstützer der Anthroposophie soviel Raum gibt:

es ist ja nicht die erste „Rezension“ – d.h. Werbung – die David Marc Hoffmann in der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlichte.

Warum hat die Neue Zürcher Zeitung damit aufgehört, Rezensionen von Professor Helmut Zander zu veröffentlichen?

Helmut Zander ist der NEUTRALE Experte, Autor des Standardwerkes „Anthroposophie in Deutschland“, wie Sie sicher wissen …

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Lichte

–

Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine weitere Antwort der „Redaktion“ der Neuen Zürcher Zeitung.

Zum Schluss noch einmal Prof. Helmut Zander, mit einer Rezension von Christian Clement, die nicht bei der NZZ erschien – Helmut Zanders Fazit zur „Rudolf Steiner kritische Ausgabe“:

„(…) Angesichts der handwerklichen Mängel, namentlich in der partiell großen Forschungsdistanz, und der tief anthroposophiefrommen Einleitung ist man über eine solche Publikation im Verlag Fromann-Holzboog mit seinen hochrenommierten Editionen – sagen wir – irritiert. Ich finde es angebracht, diese Edition grundsätzlich zu überdenken und sie in die scientific community einzubinden.“5

 
 
 
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3 David Marc Hoffmann, „Schulungsschriften Rudolf Steiners in einer kritischen Ausgabe – Die Freiheit des Erkenntniswegs“, Neue Zürcher Zeitung, 11.3.2015

David Marc Hoffmann, „Rudolf Steiners «Philosophie der Freiheit» neu ediert – Auf dem geheimnisvollen Weg nach innen“, Neue Zürcher Zeitung, 15.3.2016

David Marc Hoffmann, „Rudolf Steiner – Als die Anthroposophie noch «Theosophie» hiess“, Neue Zürcher Zeitung, 15.2.2017

 

4 David Marc Hoffmann, „Als die Anthroposophie noch «Theosophie» hiess“, NZZ, 15.2.2017

 

5 Helmut Zander: Rezension zu: Steiner, Rudolf: „Schriften zur Erkenntnisschulung. Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten. Die Stufen der höheren Erkenntnis, hrsg. u. kommentiert von Christian Clement“. Stuttgart 2015, in: H-Soz-Kult, 21.07.2015, www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22822

 

Umleitung: vom Ausverkauf der Autobahnen zu George Soros. Alles drin, sogar Klau-Kids.

Obenauf: Der Feldstein bei Olsberg/Bruchhausen im Hochsauerland. Am Schluss musst du klettern. (foto: zoom)

Der Ausverkauf der Autobahn: Am 31. März dieses Jahres kommt es zum Schwur: Dann stimmt der Bundestag über mehrere Grundgesetzänderungen ab, die allen anderslautenden Bekundungen zum Trotz Privatisierungen beim Bau und Betrieb von Autobahnabschnitten und Schulgebäuden ermöglichen … GiB

Silvester 2016: Rätsel um 2000 Nordafrikaner – Waren sie nun am Bahnhof oder nicht? … ksta

Nazi-Vorwürfe gegen Deutschland: Erdogan – ein Präsident ohne jedes Maß … tagesspiegel

Psychotalk 28: Ein psychologisch-religionswissenschaftlicher Dialog zu Verschwörungstheorien und -mythen … scilogs

Journalismus: Einführung in 360° Video und Foto … ruhrnalist

Kompetenzorientierung: Immer und überall hört man im schulischen Kontext den Begriff der Kompetenz. Selbst TV-Sternchen lassen sich darüber aus und kritisieren ihn, auch wenn sie nicht genau wissen, worüber sie sprechen … herrspitau

Anmerkungen zu George Soros: George Soros ist zum liebsten Hassobjekt von Verschwörungstheoretikern, neuer Rechter und Putins Agit-Medien geworden: Ein Jude, der sich für die Demokratie einsetzt, ist wohl einfach zu viel für die internationale der Aluhüte und ihre Einpeitscher … prinzessinnenreporter

„Klau-Kids geraten zunehmend ins Visier der Polizei“: im Subtext dieses Heuel-Elaborats Rassismus … doppelwacholder

Journalist damals: Möblierter Herr mit mechanischer Schreibmaschine … revierpassagen

„The Current“ has arrived … hören wir mal wieder Internet-Radio aus Minneapolis/Minnesota.

Gerade erhalten: The Current – das Vademecum gegen den Schlager-Wahn. (foto: zoom)

Schön, wenn Freunde mit ähnlichem Musikgeschmack ab und zu eine Scheibe Musik-Vademecum gegen „die neue Schlager-Welle in Deutschland“ rüberschieben.

Gestern mit der Post erhalten und schon drei Mal abgenudelt: „The Current“ – Public Radio from Minneapolis/Minnesota (2015/2016)“.

Was gibt es Schöneres als in der Schlagerhochburg Hochsauerland die Musik einer „Public Radio Station“ aus dem weit entfernten Minneapolis zu hören.

Danke liebe Freunde für die flotte Silberscheibe, statt Florian Silbereisen. Ich habe euren Brief zum Anlass genommen, das Internetradio im Regal neben dem Plattenspieler wieder flott zu machen.

„The Current“ mit ein paar Klicks angesteuert und jetzt laufen auch schon The Cure und The Loving Spoonful. Ziemlich retro, aber für einen Samstagabend im Sessel fast perfekt. Hoffentlich bringen sie noch „Sugar, Helpless“.

Muchas Gracias ins Rheinland!