Engineering meets Art, Tango Westfalico und Gioachino Rossini
Jedesmal, wenn mir mein alter (Musik-)Bekannter Maik Hester eine Einladung zu seinen Konzerten und Veranstaltungen schickt, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich schaue meine verstaubte Gitarre in der Wohnzimmerecke an und frage mich, ob ich nicht wieder mit dem Musizieren anfangen sollte. Wenigstens einfache Melodien und Griffe, leichte Etuden. Noch heute beginne ich – unverzüglich.
Leichter ist es eines der interessanten Konzerte zu besuchen, zumal wenn frau/man/maus in Dortmund, Menden oder Herborn wohnt. Los geht’s!
Ich springe an den Beginn unserer kleinen Reise durch das nördliche Deutschland. Bremen hatte ich schon mehrmals mit dem Fahrrad besucht und hatte dann in der Jugendherberge an der Weser übernachtet. Diesmal aus Gründen mit dem Auto, nicht optimal, aber es ging nicht anders.
Man kann sich auf dem Markt bei den Bremer Stadtmusikanten in einem schlechten Café mit teurem Kaffee und schlechtem Kuchen aufhalten, während Staßenmusiker*innnen von morgens bis abend unentwegt Bella Ciao fideln, flöten, schrammeln und aus dem Akkordeon quetschen. Allein der Dudelsackspieler bleibt beim Wild Rover.
Bessser gefallen hat mir ein Spaziergang durch den Grüngürtel der Stadt. Entspannend, wenn man auf die vielen Radfahrer*innen, die sich oft unbemerkt von hinten nähern, achtet.
Jetzt waren wir erneut in der Weserburg. Damals hatte ich geschrieben: „Mir hat sie sehr viel Spaß(!) bereitet. Kunst muss unterhalten und zum Denken anregen.“ Auch für den aktuellen Besuch kann der Satz so stehen bleiben.
51. Internationaler Jugendaustausch vom 28. Juli bis zum 03. August
51. Internationaler Jugendaustausch zwischen West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis. (Pressefoto)
Vom 28. Juli bis zum 03. August fand der 51. Internationale Jugendaustausch zwischen dem West Lothian Council und dem Hochsauerlandkreis statt.
(Pressemitteilung HSK)
Nachdem im Sommer 2024 zwölf Jugendliche aus Schottland im Rahmen des Austauschprogramms im Hochsauerlandkreis zu Gast waren, reiste diese Gruppe aus dem Hochsauerlandkreis nun nach Schottland, begleitet von zwei Kolleginnen des Jugendamtes.
… und niemand ist’s gewesen, aber Kassel hilft aus
Im Juni wehte sie noch: die Fahne der Vielfalt vor dem Freibad (foto: zoom)
Es sind die kleinen Dinge, die mich manchmal nachhaltig verwundern. Am 21. Juni hatte ich die Vielfaltsfahne vor dem Freibad Siedlinghausen fotografiert und gedacht, dass es mit der Engstirnigkeit der Menschen doch nicht so weit her sei. Toleranz und Offenheit – welch ein schönes Zeichen.
Nun könnte man denken, dass es ein Leichtes sei, in einem kleinen Ort herauszufinden, zu welchem Anlass die Flagge gehisst wurde.
Nichts da! Um ein paar Ecken erfuhr ich immerhin, dass es die „Vielfaltsfahne“ sei. Sie bedeute, dass alle, dick oder dünn, alt oder jung, im Schwimmbad willkommen seien.
„Immerhin!“ – dachte ich, aber nach ein paar Wochen folgte die Enttäuschung. Die Fahne war weg.
Im Juli war die Flagge plötzlich weg. (foto: zoom)
Nun sollte man meinen, dass es in einem kleinen Ort ein Leichtes sei, herauszufinden, aus welchem Grund es mit der Vielfalt vor dem Freibad zu Ende ist.
Weit gefehlt! Ein paar pampige Antworten und keine Informationen.
Damit der Vielfalt weiterhin Genüge getan wird, habe ich gestern für euch eine Fahne und den Vielfaltslöwen zum Angucken aus Kassel mitgebracht.
Wenn die Fahne der Vielfalt nicht in den Bergen bleibt, muss sie halt ins Blog gebracht werden. (fotos: zoom)
Vortragsabend mit Peter Bürger am 4. September um 19 Uhr im Dampf-Land-Leute-Museum Eslohe
Der Theologe, und Publizist Peter Bürger (Jg. 1961, Geburtsort Eslohe) ist Autor mehrere historischer, kultureller und theologischer Studien (Foto: Bernd Schaller)
Zu einer Veranstaltung „Sauerländische Vorbilder“ mit dem Heimatforscher und Autor Peter Bürger lädt die Sauerländer Bürgerliste (SBL) am Donnerstag, 4. September, um 19.00 Uhr, ins Museum Eslohe (Homertstraße 27) ein.
(Pressemitteilung SBL)
Der Abend ist Lebenswegen des 20. Jahrhunderts gewidmet. Im Mittelpunkt stehen Geschichten von Mut und Menschlichkeit, die auch heute noch ermutigend wirken können. Vorgesehen ist kein trockener Vortragsstil. Die Begegnung mit Menschen der Vergangenheit soll vielmehr über Erzählungen und Lichtbilder vermittelt werden.
ZUM REFERENTEN: Der Theologe, und Publizist Peter Bürger (Jg. 1961, Geburtsort Eslohe) ist Autor mehrere historischer, kultureller und theologischer Studien. Zahlreiche Veröffentlichungen zur sauerländischen Regionalgeschichte und Mundartliteratur (Auszeichnungen: Förderpreis für westfälische Landeskunde, Johannes-Sass-Preis, Rottendorf-Preis). Zu seinen Buchtiteln über „Vorbilder der Heimat“ gehören die Werke: „Fang dir selbst ein Lied an. Selbsterfinder, Lebenskünstler und Minderheiten im Sauerland“ (2013); „Friedenslandschaft Sauerland“ (2016); „Irmgard Rode“ (2016); „Sauerländische Friedensboten“ (2016); „Sauerländische Lebenszeugen“ (2018).
Als Mitarbeiter des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie votiert P. Bürger für „Gewaltfreiheit im Ernstfall der Zivilisation“. Für seine drei Filmstudien „Napalm am Morgen“, „Kino der Angst“ und „Bildermaschine für den Krieg“ wurde er 2006 mit dem „Bertha-von-Suttner-Preis“ (Film & Medien) ausgezeichnet. Im Jahr 2016 vertrat er zusammen mit Wiltrud Rösch-Metzler die deutsche Sektion von pax christi auf der Internationalen katholischen Friedenskonferenz „Nonviolence and Just Peace“ in Rom.
… und dann noch etwas zur Stadtarchitektur in Kassel sowie einer Buchausleihe
Wandbild im Tunnel unter dem Holländischen Platz in Kassel (foto: zoom)
Die Unterführung am Holländischen Platz besuche ich in regelmäßigen Abständen. Die Graffiti und Wandbilder ändern sich langsam, aber stetig.
Die Straßenkreuzung oberhalb des Tunnels ist weniger attraktiv – ein lauter, stinkender Auto-Moloch, den ich immer wieder zu fotografieren vergesse. Dafür wäre ich beinahe in einen Bilderrahmen hinein gelaufen.
Blick aus dem Fenster: Regen und Abendsonne tauchen die Landschaft in ein stimmungsvolles Licht (foto: zoom)
Erziehung zur Bestialität: Trump und die Neofaschisten aller Länder wollen die Menschen verrohen und ihnen die Empathie austreiben. Das funktioniert erschreckend gut … misik
Hells Angels, Neonazis und ein Box-Event: Kriminelle Rocker-Clubs wie die Hells Angels gelten hierzulande als unpolitisch. Eine gefährliche Verharmlosung, denn seit Jahrzehnten paktieren sie mit Neonazis. Kampfsportmilieu und Hooliganismus stellen wichtige Schnittstellen bei der Verjüngung und Radikalisierung dar, das zeigt ein Box-Sportevent in Niedersachsen … endstationrechts
Soziale Medien als Zerrspiegel der Gesellschaft: Forschende der New York University sehen in sozialen Medien einen Zerrspiegel für gesellschaftliche Normen, angetrieben von Empfehlungsalgorithmen. Sie empfehlen, sich dieser Illusion zu entziehen … netzpolitik
Ewigkeitslast: Die Atomkosten sind wahrlich eine Ewigkeitslast. Denn der Großteil des laufenden Haushalts des Umweltministeriums geht für Atom-Altlasten drauf. Damit bleibt weniger Geld für den Umweltschutz … RobertsBlog
Quaschning erklärt: Ministerin Reiche setzt auf Erdgas … klimareporter
Merz TV (Satire): „… mit großer Bescheidenheit zur Kenntnis genommen habe, dass inzwischen 2,3% die Arbeit des Bundeskanzler als gut oder sehr gut beurteilen würden, davon alleine 0,002% als sehr gut. Wie das Kanzleramt in der ersten mehrtägigen Sendung betont hätten, sei dies ein klarer Regierungsauftrag und ein Vertrauensbeweis, den Merz sehr gerne…“ … zynaesthesie
Gut für Voerde, schlecht für die CDU: Keine Bezahlkarte für Geflüchtete … unkreativ
Zum Tod von Claus Peymann – ein paar Worte von „damals“: Es war die „Publikumsbeschimpfung“, mit der Claus Peymann erstmals weithin Aufsehen erregte … revierpassagen
Das „Theater Labaaz“ zeigt ein nonverbales humorvolles Clownstheaterstück. (Bild: Jana Rothe)
Dass es beim zweiten Von Nord Nach West – Termin am vergangenen Montag im Klosterhof Wedinghausen endlich „mitspielen“ sollte, hatte das Wetter wohl gründlich missverstanden. Denn erneut übernahm es zunächst die Hauptrolle. Der Name des ungebetenen Darstellers: Regen…! Pünktlich zur vorgesehenen „Showtime“ hatte er seinen unerfreulichen (Kurz-)Auftritt.
(Pressemitteilung Stadt Arnsberg)
Allerdings gaben sich Künstler, Veranstalter und vor allem das Publikum wild entschlossen, seinen Unbilden zu trotzen – und wurden nach seinem Abgang letztlich doch noch mit einem insgesamt gelungenen Straßentheaterabend belohnt.
Auf dem oberen Bild seht ihr die Orgel von St. Martin, der größten Kirche in Kassel, großzügig renoviert und mit einer grandiosen Orgel ausgestattet. Am Wochenende durften wir dort die Kunst der Fuge, gespielt vom Organisten Ludger Lohmann, hören und erleben. Fantastisch, und es ist noch nicht das Ende des Orgelsommers 2025. Das ist der grobe Plan:
„Bis 1945 haben zehntausende Soldaten und Zivilisten ihr Leben durch die Urteile der Wehrmachtgerichte verloren. Die Mehrzahl der Deutschen begegnete den Opfern der Wehrmachtjustiz auch nach 1945 mit Ablehnung und Feindschaft. Diese Sicht verstellt den Blick auf den Unrechtscharakter der deutschen Militärjustiz. Zwischen 1998 und 2009 hob der Deutsche Bundestag die meisten Unrechtsurteile auf. Viele Betroffene waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.