Umleitung: Krise, Flucht, Geschichte, Funke-Medien, Möchtegern-Ökos und das Erwachen der Macht …

Cappuccino in der Mayerschen Buchhandlung Dortmund. (foto: zoom)
Cappuccino in der Mayerschen Buchhandlung Dortmund. (foto: zoom)

Grenzen und Wohlstand: Drei Themen haben den Menschen in Deutschland 2015 bewusst gemacht, dass Europa kein Ort der Beschaulichkeit ist: die Griechenland-Krise, der Terror und die Zuwanderung. Sie sind Teil eines größeren Problems … postvonhorn

Was ist ein „angemessener“ Geschichtstest? Am 24. Oktober 2015 veröffentlichte das Weiße Haus (auf Facebook!) eine kurze Rede Präsident Obamas,[1] in der er die in der USA wachsenden Bedenken bezüglich der Zunahme an standardisierten Prüfungen ansprach. Er rief nach “pfiffigen, strategischen Testverfahren”, die Kindern beim Lernen helfen und ihnen nicht die Freude am Lernen nehmen würden … publicHistory

Was für ein Jahr! 2015: Historisch? … jurga

Flüchtlinginnen und Flüchtlinge: Kein Femininum zu Flüchtling … sprachlog

Einfach helfen – ohne Wenn und Aber: „Flüchtlinge sind MENSCHEN … keine Heiligen, keine Monster – einfach Menschen! Und wie sind Menschen? Menschen sind nicht gleich, Menschen sind Individuen, sie sind: gut, schlecht, groß, klein, dick, dünn, glücklich, traurig, frustriert, deprimiert, wütend, aggressiv, intelligent, kreativ, empathisch, hilfsbereit, herzensgut, ängstlich, egoistisch, dumm …!“, starke, emotionale und vor allem treffende Worte – ein Gänsehautmoment, der sich durch den gesamten Saal zieht. Standing Ovations für Dilek Stadtler, die das Zeitgeschehen mit diesen Worten auf den Punkt bringt … neheimsnetz

Funke-Mediengruppe: stellt „Arbeitsverhältnisse” ihrer Freien auf den Prüfstand … mmmverdi

Das Erwachen der Macht: Zum Einschlafen, oder? … scilogs

Gernulf Olzheimer kommentiert Möchtegernökos: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Großen Vorsitzenden der richtigen Partei ausging, dass alle Welt sich schnellstens einen Distinktionsgewinn suchte, und jedermann ging, so er nicht gerade SUV fuhr oder in die Karibik flog, auf dass er sich ein Renommiergewissen um den Hals hinge, und siehe, es war gut so … zynaesthesie

Dinslakens Menschen bewegte in der 51. Woche 2015: Bauprojekt Schatzkammer, Sanierung Bahnstrasse, Neutorgalerie, Aktionsbündnis und Rückblick … andreashaab

Dortmund wird immer jünger: Dutzende neue Einrichtungen und Kita-Gruppen sind in Planung und Bau … nordstadtblogger

Rückkauf für Dortmund – ein lange verschollenes Gemälde und viele Geschichten: „Wir sind jetzt heiß geworden“, sagt Klaus Fehlemann mit leicht ironischem Beiklang. Wenn ein distinguierter Mensch wie Dortmunds ehemaliger Stadtdirektor sich so kräftig ausdrückt, dann … revierpassagen

Die strahlende Altlast der Enervie: Eingekapselt und vergessen. Könnte noch teuer werden … doppelwacholder

Arnsberg: Museum in der Krise … sbl

Dudelfunk: Dickes Minus bei Radio Sauerland

Von politischen Gegnern gern als "Haussender der CDU" bezeichnet: Radio Sauerland vis a vis dem Kreishaus Meschede. (foto: zoom)
Von politischen Gegnern gern als „Haussender der CDU“ bezeichnet: Radio Sauerland vis a vis dem Kreishaus Meschede. (archiv: zoom)

In der heutigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses wurde im öffentlichen Sitzungsteil auch der “Beteiligungsbericht des Hochsauerlandkreises zum 31.12.2014? beraten. Er gibt Auskunft über die Gesellschaften, an denen der HSK beteiligt ist. Redaktionsschluss war der 24.11.2015.

(Der Artikel ist ursprünglich auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Dabei erfährt man einige Daten, die bisher nicht so transparent waren. Der HSK ist zusammen mit der Funke-Gruppe (diese als Nachfolger der WAZ) Gesellschafter der Betriebsgesellschaft von Radio Sauerland, dem privaten Lokalfunk. Der wiederum übernimmt zu etwa 95% das Rahmenprogramm der “Mutter” Radio NRW aus Oberhausen; nur die restlichen Programmteile werden lokal produziert. Umstritten sind die mehrfach pro Jahr auf NRW-Ebene veranstalteten Gewinnspiele, die über die sehr hohen Telefongebühren für die verwendeten Rufnummern zur Mitfinanzierung der Sender beitragen.

Dem aktuellen Beteiligungsbericht ist zu entnehmen (Seite 110), dass die Betriebsgesellschaft des Lokalsenders im Jahr 2014 einen “Jahresfehlbetrag” in Höhe von 221.245,48 Euro erwirtschaftet hat, noch einmal etwa 31.000 Euro schlechter als geplant. Der Jahresverlust entspricht etwa 16% der Einnahmen aus dem Betrieb. Für das Jahr 2015 ist sogar ein Verlust von 237.160 Euro geplant (Seite 108).

Die Frage im Ausschuss, welche Maßnahmen zur Änderung der Situation eingeleitet worden sind, wurde weder von den Fraktionen, die in den Gremien des Lokalsenders vertreten sind, noch von der Kreisverwaltung beantwortet. Auch zur aktuellen Situation im Jahr 2015 (fällt der Verlust wieder höher aus als geplant?) gab es keine Auskünfte.

Etwas dürftig ausgefallen ist der Beteiligungsbericht auch zum Dauerbrenner-Thema RWE. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage des Energie-Riesens erfahren wir dort lediglich (Seite 34): “Die Darstellung der wirtschaftlichen Situation der RWE AG würde über die übliche Darstellung im kommunalen Beteiligungsbericht hinausgehen.”

Wer sich über die insgesamt 176 Seiten des Beteiligungsberichts näher informieren möchte:
https://sdoffice.hochsauerlandkreis.de aufrufen, dort “Vorlagen” wählen, und dann in das Suchfeld für die Vorlagennummer “9/352? eingeben. Auf dem nächsten Bild kann man die Büroklammer für den Beteiligungsbericht (2 MB), das Feld mit “V” für die dazugehörige Sitzungsdrucksache der Kreisverwaltung anklicken.

Umleitung: Nationalismus, Terrorismus, Antisemitismus, Medienkrise, Anonymous-Fake auf Facebook und mehr.

One Sorgen in Potsdam. (foto: chris)
Ohne Sorge in Potsdam/Sanssouci (foto: chris)

Gernulf Olzheimer kommentiert: Nationalismus – Wer glaubt, dass ein imaginäre Entität mit Vollbart das Universum eigentlich rund um die Erde entworfen hat, der kriegt sofort eine Freifahrt im Umärmeljäckchen ins Sanatorium Doofentrost spendiert … zynæsthesie

Fünf Lügen, die sie uns über Paris erzählen: Alan Posener widerlegt fünf Lügen, die im Zusammenhang seit den Terroranschlägen von Paris immer wieder in Medien und sozialen Netzwerken auftauchen … hpd

CSU: Staatskunst auf dem Tiefpunkt. Der IS-Terror zeitigt Erfolge … postvonhorn

Vive la Bombe: Warum protestiert eigentlich niemand gegen Frankreich … jurga

Antisemitismus und NS-Vergangenheit in der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte der Antisemitismus in der deutschen Nachkriegsgesellschaft also auch der DDR fort … publikative

Medien I: Es ist nichts passiert, noch nicht einmal ein Fußballspiel … wiesaussieht

Medien II: Ahnungslose Siedler im Neuland … operationharakiri

Anonymous auf Facebook: Falsche Anonymous-Seite führt Nutzer in die Irre … fronline

Hagen: SPD fordert Umdenken bei der Flüchtlingsunterbringung … doppelwacholder

Dekret zum Verhalten nach Terroranschlägen: 1. Haltet einfach mal die Klappe. 2. Wenigstens fünf Minuten lang. 3. … prinzessinenreporter

Zeitungssterben, nächster Akt: Funke stellt Lokalausgaben im Westen ein … turi

Man entkommt ihnen nicht: „Die Roboter“ – Dortmunder Schau über Mensch & Maschine … revierpassagen

20.11.1970: Emerson, Lake & Palmer veröffentlichen 1. Album … neheimsnetz

Umleitung: Vom Holstentor ins Sauerland und dazwischen interessant.

Das Holstentor in Lübeck vom Turmm der St. Petri Kirche (foto: zoom)
Das Holstentor in Lübeck vom Turm der St. Petri Kirche aus gesehen (foto: zoom)

Wichtig ist im Labor: Die Moritat vom Textplagiat und seiner medizinischen Anwendung … causaschavan

Das Kolosseum! Was bleibt noch übrig von der historischen Bildung? Die Ziele der Reformen des Geschichtsunterrichts in Rußland waren Förderung des Interesses an Geschichte, die Ausbildung des kritischen Denkens und die Entstehung von fundiertem Wissen über die Geschichte Rußlands und Weltgeschichte … publicHistory

Hamburg und neue Wege auf der Elbinsel: 25 km Altweibersommer. Dieser Bericht liefert ein Blitzlicht auf eine der faszinierenden Hamburger Zwischenwelten, von denen es so viele gibt. Die Autorin hat ihre Fahrt im Norden begonnen, da sie in Winterhude wohnt. Von Harburg lässt sich diese Tour natürlich auch von Süden aus machen … harbuch

Rot-Blau in Wien? Warum diese Gefahr nicht völlig auszuschließen ist … misik

Angela Merkel: Lady Diana im Kanzleramt … wiesaussieht

Leise Stimmen jenseits der Klischees: Die Flüchtlings- als Glaubenskrise unter (vielen) Muslimen … scilogs

Islamismus bizarr? Salafisten werben IS-Kämpfer! So viele Fragen hätte ich, lieber Thomas de Maiziere: Also, sind jetzt die geflüchteten Menschen Islamisten, die von hiesigen Islamisten nochmal angeworben werden? … gensing

Kulturkämpfe: Ein Kampf der Kulturen tobt in unserem Land. Nicht so sehr zwischen Christen und Muslimen oder Abend– und Morgenland, sondern vielmehr unter Politiker/innen, die sich darin überschlagen, ständig neue Komposita mit dem Zweitglied –kultur zu erfinden und in Pokémon-Manier gegeneinander in den Kampf zu schicken … sprachlog

Charly freut sich: Übrigens… dickes Lob von Funke … charly&friends

Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ – eine Erinnerung … revierpassagen

Hagen am Mittwoch, 14. Oktober, von 16 bis 17 Uhr: VHS-Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern … doppelwacholder

Hochsauerland: Womit sich die Mitglieder des Kreistags beschäftigen … sbl

Umleitung: Travemünde im Bild, von der Leyen dreigeteilt, Lebenswege linker Künstler, der Sommer ist vorbei, kein FUNKE Anstand und mehr.

Auf meiner Jogging-Runde entdeckt: ein Hochhaus ... ok, das ist das Maritim in Travemünde. (foto: zoom)
Gerade auf meiner Jogging-Runde entdeckt: ein Hochhaus … ok, das ist das Maritim in Travemünde. (foto: zoom)

Ursula von der Leyen, VroniPlag und das Plagiat: Teil I und Teil II und Teil III

Geschichtsethik – lediglich nettes Beiwerk? Explizite ethische Diskussionen kennt die deutschsprachige Geschichtswissenschaft bislang eher nicht. Ethische Problemzonen werden meist nur implizit als Bestandteile von (akademischen) Kontroversen angeschnitten … publicHistory

Tauchstation Werbung: Lebenswege linker Künstler zwischen 1933 und 1970 … harbuch

Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Rüstungsindustrie und Staatsapparat … nachdenkseiten

25 Jahre Deutsche Einheit: Der Sommer ist vorbei … jurga

Wie Bayern und NRW die Zuwanderung thematisieren: Kraft, Seehofer und die Perspektiven … postvonhorn

Die fatalen Folgen von Merkels Botschaft: Wahrscheinlich ist gerade im linken Milieu die Hölle eingefroren. Jens Berger hat auf den Nachdenkseiten diagnostiziert, was offenkundig geworden ist. Wir schaffen das nicht … wiesaussieht

Asylbeschleunigungsgesetz? “Entrechtung und Entwürdigung”: Stellungnahme der Diakonie Mark-Ruhr vom 02.10.15 … doppelwacholder

Migration in der Spätantike: Obwohl die Begriffe ‚Flüchtlinge‘ und ‚Migration‘ aus dem aktuellen Zeitgeschehen stammen, ist die Bedeutung der Begriffe kein neues Phänomen … scilogs

994 mass shootings in 1,004 days: this is what America’s gun crisis looks like … guardian

Apropos Medien – übrigens eine Karikatur: kein FUNKE Anstand … charly&friends

Was vom Monat übrig blieb: Das war der September … revierpassagen

Die Arnsberger Grünen lästern: FDP kapert den Piraten … neheimsnetz

Der Hochsauerlandkreis und das Trauerspiel „RWE-Aktie“: nächster Teil einer gescheiterten Strategie … sbl

Was zum Gucken: NASA veröffentlicht hochauflösende Bilder der Apollo-Missionen … schmalenstroer

Umleitung: von der Wahnwelt des Machbaren über Abmahnungen bis zur Rundum-Überwachung und mehr.

Ich hab' noch einen Koffer in Berlin ... (foto: zoom)
Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin … (foto: zoom)

Oliver Sacks (1933 – 2015): Dr. Sacks Leben und Werk orientierte sich immer an der Persönlichkeit des Patienten. Schon in seinem ersten Buch „Migräne“ von 1970 interessierten ihn «vernebelte Bereiche», die den Rahmen «rigider Nosologien» [rigider Krankheitslehren] sprengen … scilogs

Debatte Realpolitik: Die Wahnwelt des Machbaren … taz

Es ist, als würde Dir jemand in den Kopf schießen: Pop-Star Xavier Naidoo will uns verklagen – und bedroht damit die Presse- und Meinungsfreiheit massiv … rheinneckarblog

Ostfront: Erich Später über eine Vergangenheit, die nicht vergeht … publikative

Nazis hier und anderswo: Warum die These, Rechtsextremismus sei im Osten kein größeres Problem, falsch ist … patrickgensing

Pack, Vertriebene und die verunsicherte Mitte: Da ich dieser Tage immer noch viele Anfragen zum Unwort Asylkritik bekomme, hier aus der Ferne ein paar kurze Notizen zu anderen Untiefen des aktuellen Sprachgebrauchs … sprachlog

Massenflucht: Vorboten einer neuzeitlichen Völkerwanderung? … nachdenkseiten

Merkel und Gabriel vor der Bewährung: Ist die Große Koalition der Zuwanderung gewachsen?… postvonhorn

Flüchtlinge in der Weltgesellschaft: Es gab am Dienstag ein interessantes Beispiel für die deutsche Flüchlingsdebatte. Der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein hatte einen offenen Brief geschrieben, was für einen SPD-Landesvorsitzenden zweifellos ein ungewöhnliches Verfahren ist … wiesaussieht

Der Weg zur Gesundheitskarte für Flüchtlinge ist frei: Das NRW-Gesundheitsministerium hat mit 8 Krankenkassen (darunter auch die für Westfalen zuständige AOK NordWest) eine “Rahmenvereinbarung zur Übernahme der Gesundheitsversorgung für nicht Versicherungspflichtige gegen Kostenerstattung nach § 264 Absatz 1 SGB V in Verbindung mit §§ 1,1a Asylbewerberleistungsgesetz” abgeschlossen … sbl

Kein Funke-Anstand im Medienkonzern: Also, ich persönlich finde das Verhalten zunehmend unwürdig und unanständig: Die Besitzer und Manager der Essener Funke-Mediengruppe (früher WAZ-Gruppe) benehmen sich inzwischen nur noch wie 08/15-Arbeitgeber. Das Haus wird seelenlos … charly&friends

Frei und radikal: Dortmunds gewichtige Beiträge zur Vagabundenliteratur … revierpassagen

Hagener Theater wehrt sich gegen Diskreditierung: „Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“ … doppelwacholder

Peter Welchering: Überwachung rundum – Was Windows 10 alles nach Hause telefoniert … neheimsnetz

„Ich hab mich ausgekotzt und die Folgen sind egal“: Kommentare im Internet – „Ein Narzissmus, der kaum an die Folgen denkt“ … deutschlandfunk

Aufgelesen: der Funke Betriebsrat zur Auflösung des NRW-Content Desks der WAZ-Zeitungen. Weiterer Tiefschlag in der bewegten Geschichte der NRW-Tageszeitungen.

2009 in Soest: Up, up and away - Arbeitsplätze in Soest (Bild) und Werl. (archiv: soest)
2009 in Soest: Up, up and away – Arbeitsplätze in Soest (Bild) und Werl. (archiv: zoom)

Wir hatten vor kurzem über die Auflösung des NRW-Content-Desks der Funke-Gruppe, der bislang die Mantelinhalte für die NRW-Titel WAZ, NRZ, WP und WR erstellt, berichtet.

Vor drei Tagen hat sich die Betriebsrats-AG der Funke-Titel an die Belegschaften gewandt.

Das Schreiben wird im Gewerkschaftsblog „Medienmoral“ dokumentiert und ist auch für die Leserinnen und Leser der Westfalenpost in unserem Raum interessant.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Mittwoch, der 13. Mai 2015: ein weiterer Tiefschlag in der bewegten Historie der NRW-Tageszeitungen. Morgens um 11.30 Uhr war der Großraum am Content Desk ein weiteres Mal überfüllt, weil die Geschäftsführung kurzfristig ihre Pläne zur neuen Berliner Zentralredaktion und die Folgen für den Content Desk und die NRW-Titel vorstellen wollte.

Gut 90 Minuten dauerte die Präsentation der NRW-Geschäftsführer Constanze van Overdam und Matthias Körner sowie die anschließende Fragerunde. Erschreckt, erschüttert, wütend, teils ungläubig hörten sich die Kolleginnen und Kollegen an, wie unsere Führungskräfte die Zeitungen der Funke Mediengruppe in eine sichere Zukunft führen wollen. Auf diese Nachricht war niemand eingestellt: Die Content Dienstleister GmbH (Content Desk) soll im Herbst aufgelöst werden.

Angst und Sorge um ihre Existenz standen Allen in der Runde ins Gesicht geschrieben. Ihre zentrale Frage war: „Drohen diesmal Kündigungen? Und wenn ja, für wen?“

Ein klares „Nein“ darauf gab es nicht. Personalchef Gerrit Hempelmann betonte wiederholt, man werde alles versuchen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Mit den Betriebsräten sei vereinbart, dass ab Ende Mai über alle offenen Fragen verhandelt wird.

Die Betriebsräte hatten den Schock am Vorabend erlebt. Drei Vertreterinnen der Geschäftsführung, Personalleitung, die Chefredakteure Jörg Quoos und Thomas Kloß sowie die NRW-Geschäftsführung hatten die BR-AG nach monatelanger Funkstille erstmals zur offiziellen Informationsrunde geladen. Die Runde begann um 15.30 Uhr und dauerte viereinhalb Stunden.

Auch wenn die Verlagsleitung immer wieder betonte, die neue Organisation sei gerade kein Sparkonzept – Fakt ist: In ihrem Konzept fallen 17 Redakteursstellen und fünf für kaufmännische Angestellte weg.

Der Content Desk, über sechs Jahre (und nach zweimaligem Stellenabbau) zum gut funktionierenden Team zusammengewachsen, wird zerschlagen. Künftig sollen viele kleine neue Einheiten – und ein teurer neuer Content Desk in Berlin – allen Titeln mehr Effizienz und mehr Qualität einbringen.

Diese Rolle rückwärts hat uns die Sprache verschlagen. Wir fragen uns:
Was soll das? Und welchen Preis werden die Zeitungen in den fünf
Funke-Ländern in den nächsten Jahren dafür zahlen müssen?

Das wissen wir nicht. Wir wissen bisher dies:

Zentralredaktion Berlin: Hier sind 51 Stellen geplant, davon 13 für Onliner. Das Team soll crossmedial Themen von nationaler und internationaler Bedeutung für alle Titel liefern. Alle Mantelseiten werden an sieben Tagen in der Woche produziert. Die Onliner arbeiten täglich von 5 – 24 Uhr.

Allein diese Rahmendaten lassen uns ahnen: Dieses Team ist eher unterdimensioniert für all die Aufgaben, die von ihm erwartet werden.

NRW: Der Titel WAZ wird verstärkt und um die Ressorts Politik, Wirtschaft und Kultur erweitert. Diese WAZ-Stellen werden nur im Content Desk ausgeschrieben.

Content Desk: Der Betrieb wird zerlegt und aufgelöst.

Der Bereich CvD/Seitenproduktion, die Redaktionstechnik und der Tabellendienst werden in eigene neue Gesellschaft überführt. Die Redakteursstellen im Bereich CvD werden Content-intern ausgeschrieben.

Die Onliner werden in zwei weitere Gesellschaften wechseln. Hier bleiben alle Stellen erhalten, ein Teil der Redakteursstellen werden aber in die Region verlagert.

Besonders hohe Erwartungen knüpft das NRW-Management an das neue „Kompetenzzentrum Sport“: In dieser neuen Firma sollen sich die Mantelsportler, die Mannschaft des Reviersport-Magazins sowie die Sport-Onliner zu einem schlagkräftigen Dienstleister für alle digitalen und Printkanäle zusammenraufen.

Diese 17 Stellen werden NRW-weit ausgeschrieben, Kolleginnen und Kollegen aller Titel und auch aus dem Lokalen können sich bewerben.

Für die Titel NRZ und Westfalenpost ändert sich nichts. Die zwei Blattmacher der Westfälischen Rundschau gehören künftig zur WP. Deren Chefredakteur steht bereits seit Mai auch im Impressum der WR.

Thüringen: Für die Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung ändere sich „im Moment“ nichts, hieß es am Dienstag. Hier sind zunächst umfangreiche Marktforschungen geplant.

Ab dem 1. September sollen die Blätter über den Agenturkanal Zugriff auf die Texte aus Berlin bekommen.

Braunschweig: Mit ihrem Konzept der konsequenten Bürgerzeitung kann die Braunschweiger Zeitung komplette Seiten aus Berlin nur beschränkt nutzen. Ein weiteres Hindernis der Direktversorgung ist das eigenständige Redaktionssystem, das nicht mit Eidos verbunden ist.

Hamburg: Das Abendblatt muss ab 1. September alle Mantelseiten aus der Zentralredaktion erhalten. Eidos läuft in Hamburg. Über einen möglichen Stellenabbau – auch in Richtung Berlin – gibt es in der Redaktion bisher
noch keine klaren Auskünfte.

Berliner Morgenpost: Kolleginnen und Kollegen wurden bereits darauf angesprochen, ob sie nicht in die neue Zentralredaktion wechseln wollen.

Welche Folgen hat der Umbau für die Betroffenen?

Die Konzernspitze hat entschieden: Alle neuen Gesellschaften werden tariffreie Zonen sein. Alle heute Beschäftigten, die in eine dieser Firmen wechseln, erhalten aber Arbeitsverträge, die alle bisherigen Rechte (z.B.Berufsjahre, Presseversorgung) garantieren. Die tariflichen Ansprüche werden dynamisch gesichert.

Wie geht es weiter?

Die Betriebsräte streben einen Rahmensozialplan für alle Titel an. Die Geschäftsführung hat sich zu Verhandlungen bereiterklärt. Vereinbart wurde außerdem, dass die Ausschreibungen erst dann erfolgen sollen, wenn wir uns über die Modalitäten geeinigt haben.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag, 28. Mai in Essen statt. Die Betriebsräte erwarten, dass die Verantwortlichen uns zügig exakte Informationen über die neue Arbeitsorganisation, Gesellschaftsstrukturen und mehr liefern.

Auch diesmal unser Hinweis: Wer ernsthaft über einen Wechsel nachdenkt, soll alle notwendigen Informationen erfragen. Einen Vertrag unterschreiben sollte man aber erst, wenn die BR-AG die Bedingungen für Arbeitsverträge, Wechselmodalitäten und einen Sozialplan vereinbart haben.

Soviel für heute. Mit herzlichen Grüßen

Barbara Merten-Kemper, Sigrid Krause (WAZ/Content Desk)
Uwe Zak, Denise Ludwig (NRZ)
Rudi Pistilli, Rolf Hansmann (WP)
Michael Mielke, Jörn Göhler (MoPo)
Jörg Brokmann, Christina Schaschke (Braunschweiger Zeitung
Britt Mandler, Henry Trefz (TA)
Volker Herold, Denise Ohms (Funke Redaktions-Services)
Axel Ritscher, Dörte Kabel (Hamburger Abendblatt)
Ulrike Kern, Angelika Schimmel (OTZ)
Anette Elsner, Thomas Beier (TLZ)

Umleitung: Zynismus am Arbeitsplatz, Merkel-Versagen, aufgelöster Funke-Content-Desk, re:publica, Ökonazis, 8. Mai 1945, Karl Dall in Eversberg und Unfälle bei Haus Wildenstein.

Gekauft, aber noch nicht gelesen. Demnächst ... (foto: zoom)
Gekauft, aber noch nicht gelesen. Demnächst … (foto: zoom)

Arbeiten im Gehäuse der Hörigkeit: Die leeren Hurra-Plattitüden der Top-Manager überdecken nur die Realität einer bürokratischen Mikroherrschaft. Übrig bleibt eine höchst unfreiwillige Komik von Vorgesetzten, die sich mit dümmlichen Management-Phrasen über Wasser halten … arbeiten4punkt0

Diskussion über Bildungsreform: Muss die Schule Chancengleichheit schaffen? … dradiokultur

Das große Merkel-Versagen: Merkel hat totale Aufklärung versprochen – aber nie die Absicht gehabt, dieses Versprechen zu halten. Daran ist nicht der deutsche Geheimdienst schuld. Die BND-Affäre ist eine Merkel-Affäre … sueddeutsche

Funke-Gruppe: Content Desk in NRW wird aufgelöst.Mit dem Start der Zentralredaktion in Berlin entfällt der Content Desk NRW als Vollanbieter der Mantelinhalte für „WAZ“, „NRZ“, „WP“, „WR“ … funkemedien

re:publica – das fliehende Klassenzimmer: Überall Tablets und Smartphones, einige haben ein MacBook auf dem Schoß. Die Tür hinten steht offen, weil auch mitten im Vortrag immer wieder Leute reinkommen, zögernd stehenbleiben und sich setzen oder sich umdrehen und wieder gehen. So ungefähr müssen Albträume von Gymnasiallehrern aussehen … operationharakiri

Ökonazis im Wendland: Das Braune im Grünen. Jung, naturverbunden, rechts …taz

Der 8. Mai 1945: war nicht der 11. November 1918. Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Datum unterscheiden sich die beiden Kriegsenden auch sonst. Der Erste Weltkrieg endete für das Deutsche Reich zwar auch mit einer Kapitulation, aber diese fand statt ohne dass das gesamte Deutsche Reich Schauplatz des Ersten Weltkriegs geworden war … charlottejahnz

Gewalt und Geschichte: Während des Tweetups zu DigitalPast letztes Wochenende im Haus der Geschichte wurde ein Thema angesprochen, dass mich auch persönlich während des Schreibens der Tweets zur fast parallel ablaufenden Versenkung der Cap Arcona stark beschäftigt hat: Die Heftigkeit einiger Tweets von @digitalpast. Muss, darf oder sollte man Gewalt darstellen, wie sie passiert ist? Oder sollte man eine eher distanzierte Sicht einnehmen? … schmalenstroer

Bleicher/Witt-Affäre in Hagen: Heimatverein redet sich heraus.In der Affäre um die skandalöse Verherrlichung des SS-Offiziers Fritz Witt durch den Redakteur der „Hohenlimburger Heimatblätter“, Dr. Wilhelm Bleicher, fiel dem Vorsitzenden des Hohenlimburger Heimatvereins, Widbert Felka, nur eine butterweiche Erklärung ein … doppelwacholder

Kunst in Dortmund: Ein Traum wird wahr – Dortmunder U zeigt Meisterwerke aus den Magazinen … revierpassagen

Meschede-Eversberg: Karl Dall im November in der Kleinkunstbühne Kokolores … neheimsnetz

Unfallschwerpunkt Haus Wildenstein: S-Kurve bei Haus Wildenstein soll entschärft werden, kein Wort von Verlegung des Ruhrradweges … derwesten

Umleitung: Kunterbunt vom Bahnstreik über das Volk der Dichter und Denker zu den Toten in Ohio

Graffito am Goldbekkanal in Hamburg Winterhude. (foto: zoom)
Graffito an der Wand eines Bootshauses am Goldbekkanal in Hamburg Winterhude. (foto: zoom)

Bahnstreik: Durchhalten, Bahn, Bürger, GDL! Dieser Streik ist der wichtigste der Berliner Republik … krautreporter

Ludger Humbert: Das Volk der Dichter und Denker und die Informatik … d-64

Schule, Universität und Co: Machen soziale Medien das Lernen sozialer? … dunkelmunkel

Rechtsextremismus und Kirche: „Ein internes Problem, nicht nur gesellschaftliches“ … dradiokultur

BND-Skandal: Was bisher geschah … netzpolitik

Machtkampf bei VW: Zum Erfolg verdammt … postvonhorn

Hans-Jochen Luhmann: Die Rolle-rückwärts des Westens … wiesaussieht

Neuer Chef für Zombie-Blatt WR: Der Chefredakteur der Westfalenpost, Jost Lübben, hat zum Monatswechsel auch die redaktionelle Verantwortung der Westfälischen Rundschau übernommen … doppelwacholder

Blog-Renovierung: Fortschritt durch Veränderung … threepastnine

Geschichte studieren: Übungen in Genealogie … charlottejahnz

Falken erinnern an verfolgte Sauerländer: Aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz haben die Falken im April 2015 eine Gedenkstättenfahrt durchgeführt, an der 550 junge Menschen teilgenommen haben … hskfalken

Fiktion und Realität der Geschlechterrollen: Siri Hustvedts “Die gleißende Welt” … revierpassagen

25 Jahre verschollen im Nirgendwo – eine ‘Drogenkarriere’: Das Leben ohne Drogen zu erlernen war eine echte Herausforderung und zum Teil sehr frustrierend. Rückblickend war es das wert. Ohne Einschränkungen … gedankensplitter

04.05.1970: Kent-State-Massaker (Ohio / USA) … neheimsnetz

Quartalszahlen der Tageszeitungen: Funke-Print stirbt langsam, aber stetig …

Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben die Tageszeitungen der Funke-Gruppe zweistellige Verluste bei Abos, Verkauf und Druckauflage erlitten. (screenshot: zoom)
Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben die Tageszeitungen der Funke-Gruppe zweistellige Verluste bei Abos, Verkauf und Druckauflage erlitten. (screenshot: zoom)

Heute sind die vierteljährlichen Ausweisungen der Quartalsauflagen unter anderem der Tageszeitungen bei der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (ivw) erschienen.

Der Abwärtstrend bei der Funke Mediengruppe, vormals WAZ-Gruppe, zu der unsere Westfalenpost gehört, hält an.

Innerhalb von zwei Jahren sind beispielsweise die Abonnements der Lokalzeitungen um 12,85% gesunken. Statt 652.034 Abonnenten (2013) hatten die Blätter (WAZ, NRZ, WR, WP + IKZ) im im ersten Quartal 2015 nur noch 568.274 treue Leserinnen und Leser.

Für die Westfalenpost und „Zombie“-WR unserer Region Meschede, Brilon, Warstein sind die Zahlen nicht ganz so dramatisch, aber auch hier geht es ab in die roten Zahlen.

Die Abonnements sind seit 2013 unter die 30.000er-Linie gefallen.
Die Abonnements sind seit 2013 unter die 30.000er-Linie gefallen.

Leider haben wir keine Angaben für eine noch detailiertere Auflösung der Zeitungsauflagen in den einzelnen Orten. Über diese Zahlen verfügen allerdings die Verlage, in diesem Fall die Funke-Gruppe, selbst.

Was wir in letzter Zeit beobachten, ist ein größeres Engagement der WP in den sozialen Medien, insbesondere auf Facebook und Twitter. Ob und wie dies insgesamt der Zeitung nützt, können wir zur Zeit noch nicht beurteilen.

Bei Twitter ist beispielsweise die Mescheder Lokalredaktion seit dem 13. Mai 2014 aktiv. Dies war ihr Erstling:

Die Redaktion folgt selbst 9(!) anderen Twitterern, was nicht gerade für eine intensive Recherche in diesem Zweig der Medien spricht und hat auch nur 88 Follower. Seit dem 13. Mai hat die Redaktion 239 Tweets abgesetzt, also Nullkommaetwas pro Tag.

Die Redaktion folgt lediglich einem einzigen bekannten Politiker aus der CDU, nämlich Herrn Sensburg, ansonsten mehr oder weniger sich selbst und ein paar weiteren Lokalmedien. Da ist also noch Entwicklungspotential ;-)

Für den ganz großen Blick über die Grenzen des Hochsauerlandes hinaus, empfehle ich die Aufbereitung der IVW-Zahlen bei Meedia.de: „IVW-Blitz-Analyse: Spiegel, stern und Focus im Plus – Bild, SZ, FAZ und Welt stark im Minus“