Umleitung: Sprengsignale – „Nach dem dritten Hornsignal ist das Schießen beendet! dreimaliges Kurzes Blasen“

Am Abbruch zum Steinbruch in Hildfeld: Warnschilder auf der Niedersfelder Hochheide (foto: zoom)

Eklat im Untersuchungsausschuss zur NSA-Affäre: Linke und Grüne werfen der Regierung ein Täuschungsmanöver vor. Ihr Votum zum Abschlussbericht bleibt womöglich aber unter Verschluss … welt

Eklat bei NSA-Untersuchungen: Koalition unterdrückt Votum von Grünen und Linken … berlinerzeitung

Dieselgate-Abschlussbericht: Angriff auf die Fakten … taz

Dieselgate: Fünf Mitarbeiter von Volkswagen werden von den USA wegen des Abgasskandals international gesucht … welt

Amerika jagt VW-Manager mit Interpol: Ein früherer Manager von Volkswagen sitzt in den Vereinigten Staaten schon in Haft. Nach fünf weiteren ehemaligen Führungskräften wird nun wohl auf der ganzen Welt gesucht … faz

Krischer zum VW-Abgasskandal: „Man will hier ein Staatsversagen kleinreden“ … deutschlandfunk

„Politik ist eine hure!!!!!“: Psychogramm der AfD im Sinkflug … spiegel

Verschwörungstheorien sind alt wie die Menschheit: Wie entstehen Verschwörungstheorien und warum verbreiten sie sich? … scilogs

Witzwort in der NS-Zeit: Machtergreifung, Alltagsrepression, Ausbeutung von Zwangsarbeitern … harbuch

Public History with Tweets: Über Public History twittern … publicHistory

Politische Kultur: Kein Anschluss unter dieser Nummer. Politik reagiert nur noch auf „Genehmes“ … doppelwacholder

Roteres Rot hat man noch nirgendwo gesehen: „Rupprecht Geiger. Farbe tanken“ im Kunstmuseum Bochum … revierpassagen

Der „Verbraucher“: Im Alltag der Worte fällt einem vieles nicht mehr auf. Einfache Begriffe wirken bei näherem Hinsehen fast schon abgründig. Wir alle sind Konsumenten und werden im Wirtschaftsdeutsch Verbraucher genannt. Was macht ein Verbraucher? … endoplast

Der deutsche Wald: ökonomische Nutzung und ökologische Nachhaltigkeit – Eine Reise durch die wechselvolle Geschichte des grünen Drittels unserer Republik – Teil 1

Natürlicher Bergfichtenwald im Nationalpark Bayerischer Wald, Aufnahme vom Oktober 1978 (Foto: Karl Josef Knoppik)

„Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Mehr noch als die Atemluft, die er uns kühlt und säubert, das Wasser, das er uns filtert und bewahrt, die Stille, die er schafft, und den Boden, den er festhält, brauchen wir seine geistigen Wohlfahrtswirkungen: den Wald nämlich nicht nur als grüne Menschenfreude, sondern als den Ort, an dem das uns verlorengegangene Naturmaß bewahrt wird“.

So anschaulich und zutreffend formulierte es Horst Stern in seinem 1979 erschienenen umfangreichen und aufklärerischen Sachbuch über unsere „grüne Lunge“ oder – anders gesagt – das grüne Drittel unserer Republik, welches damals nicht nur in den Medien große Aufmerksamkeit erzeugte, sondern auch eine sehr lebhafte Diskussion in Politik und Gesellschaft hervorrief.

Die Deutschen haben von alters her eine traditionell innige Beziehung zum Wald, so hat es jedenfalls den Anschein. Das kann man vielen überlieferten Schriften und Publikationen entnehmen. Aber stimmt das so – auf die Gegenwart bezogen – wirklich?

In früherer Zeit hatte diese Aussage zweifellos ihre Berechtigung. Doch heute wird beinahe jeder Nutzungsverzicht auch im Wald mit Freiheitsentzug gleichgesetzt. So stößt etwa die Forderung nach Ausweisung neuer Nationalparks bei Teilen der Bevölkerung, der Holz- und Forstlobby, auf heftige Ablehnung und ruft wütende Reaktionen hervor. Ein engagierter Befürworter des heiß umkämpften Nationalparks Steigerwald etwa mußte vor Jahren im Anschluß an eine öffentliche Diskussionsveranstaltung unter Polizeischutz durch den Notausgang in Sicherheit gebracht werden.

Das ist – wie ich glaube – einer Industrienation, die sich damit brüstet, zu den angeblich wohlhabendsten Ländern der Welt zu gehören, in höchstem Maße unwürdig – und zeigt außerdem, auf welch geistigem Niveau diese Republik inzwischen angekommen ist, wo offenbar  Egoisten zunehmend die Oberhand gewinnen. Diese haben keineswegs den nachhaltigen, monetär nicht zu beziffernden Wert von aus der Nutzung genommenen Waldflächen im Blick. Solchen Leuten sei einmal dringend dazu geraten, andere Länder, z. B. im überseeischen Raum, ins Visier zu nehmen, die weitaus ärmer sind als wir. Dort leistet man sich zur Erhaltung der Biodiversität unter oft schwierigen Umständen viel mehr und großräumigere Nationalparks, wobei Verstöße gegen bestehende Schutzvorschriften auch noch härter geahndet werden.

Etliche Heimatdichter, Maler und Schriftsteller erlagen der Faszination des Waldes und ließen sich von seiner natürlichen Schönheit inspirieren. Adalbert Stifter, Ludwig Uhland, Caspar David Friedrich, Hermann Löns oder Joseph Freiherr von Eichendorff, von dem das Gedicht bzw. Lied stammt: „Wer hat Dich, du schöner Wald aufgebaut, so hoch da droben“, zählen zu den bekanntesten Persönlichkeiten jener Zeit.

„Vor 300 Jahren formulierte der deutsche Kammerrat und Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit. Nur so viel Holz kann entnommen werden, wie tatsächlich nachwachsen kann. Kurz nach der Entdeckung Amerikas durch Chr. Kolumbus und dem Beginn des Raubbaus vieler wertvoller Rohstoffe in Europa um 1500 wurde durch einen „Waldmeister“ im bayerischen Bad Reichenhall der Begriff des Ewigen Waldes geprägt. Er sollte klarstellen, daß man immer nur so viel Wald wegschlagen kann, wie an anderer Stelle nachwächst.

Daraus hat sich der forstliche Begriff der Nachhaltigkeit entwickelt, der besagt, daß man einem Wald nur so viel an Rohstoffen entnehmen darf, daß auch künftige Generationen mindestens gleichviel und gleichwertige Güter nutzen können. Die Forstwirtschaft bemüht sich seit dem 19. Jahrhundert überall um N. Dabei handelt es sich nicht nur um Holz. Einem Wasserschutzwald muß nachhaltig mindestens dieselbe Menge und dieselbe Qualität an Wasser entnommen werden können; ein Lawinenschutzwald in den Alpen muß nachhaltig denselben Schutz vor Lawinen bieten wie der Wald zuvor. So stand es bereits 1984 in dem GEO-Sachbuch „Die Lage des Waldes“.

Zeugen längst vergangener Zeit: Meiler zur Holzkohlegewinnung. Die Köhlerei wurde bei uns noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Niederwaldbewirtschaftung praktiziert. (Die Aufnahme entstand nahe Föckinghausen bei Bestwig-Velmede) (Foto: Karl Josef Knoppik)

Zu Beginn der industriellen Revolution wurde die erneuerbare Ressource Holz nur dadurch vor der endgültigen Vernichtung bewahrt, die nachhaltige Nutzung des Waldes also nur dadurch möglich, daß Stein- und Braunkohle die Holzkohle ersetzten. Hieraus folgt die Erkenntnis, daß derjenige, der im Wald wirtschaftlichen Erfolg anstrebt, zunächst einmal den übergeordneten Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit respektieren muß. Denn ökonomische Nutzung kann nur im Einklang mit den ökologischen Waldbauzielen erfolgversprechend sein.

Sündhaft teure wildabweisende Zäune garantieren dem schießfreudigen Jagdpächter kontinuierlich hohe Reh- und Rotwildbestände. Nur hinter dem Zaun kann sich eine paradiesische Vielfalt an Pionierpflanzen und Mischbaumarten breitmachen. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Es gab im Laufe der langen Waldgeschichte immer wieder hoffnungsvolle Ansätze und Bestrebungen in Richtung einer naturgemäßen Waldwirtschaft. Diese scheiterten jedoch wiederholt an den Interessen der Holz- und Jagdlobby. Fortschrittliche Waldbaupioniere, wie Carl Gayer (Waldbauprofessor aus Wien) oder Alfred Möller (Begründer der Idee des Dauerwaldes und Vordenker einer ökologischen Wende in der deutschen Waldwirtschaft), konnten die Fehlentwicklungen aber nicht aufhalten. Die Waldwende fand nicht statt. Die „moderne“ Forstwirtschaft betrachtete sich ausschließlich als Holz- und Rohstoffversorger.

Weihnachtsbaumplantagen mit Nordmanntannen, Blaufichten und anderen Exoten prägen nach wie vor maßgeblich die Landschaft. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Heute nutzen immer mehr Menschen dieses Großökosystem, das für etliche Tier- und Pflanzenarten Heimstätte und Rückzugsraum ist, zur Erholung und für Freizeitaktivitäten. Sie überziehen ihn – oft mehr als er verkraften kann – mit immer neuen Forderungen und Ansprüchen.

Und entgegen der offiziellen Verlautbarung ist der Zustand des Waldes nach wie vor höchst beklagenswert. Er stirbt vor sich hin, heimlich, still und leise, und zwar in seiner Gesamtheit, wenn auch je nach Baumart mehr oder weniger schnell. Mehr als 2/3 der Bäume in deutschen Wäldern sind nach der neuesten Waldinventur geschädigt, bei den Buchen sind es sogar 90 Prozent.

Eine der Hauptursachen für die katastrophale Situation bilden die den Stickstoffverbindungen zugehörigen Ammoniak-Emissionen aus der industriellen Landwirtschaft, Stichwort Gülle!

Geballte Schadstoff-Cocktails aus Ammoniak, das mit 65 % für den weitaus größten Anteil der Nährstoffüberfrachtung unserer Wälder verantwortlich ist, und den übrigen Stickstoffquellen aus den Bereichen Straßenverkehr und Kraftwerken nebst Feuerungsanlagen setzen das Ökosystem unter Dauerstreß und nehmen ihm sprichwörtlich die Luft zum Atmen.

Doch von der Politik kommt zu all dem nichts. Man verharmlost die Situation in gewohnter Manier und stellt – wie der zuständige Agrarminister Minister Schmidt von der CSU – den Waldschadensbericht lediglich auf seine Homepage. Eine Bundespressekonferenz wurde erst gar nicht mehr anberaumt und somit die Tradition seiner Vorgänger abrupt beendet. Offenbar scheut man davor zurück, unangenehme Wahrheiten an die große Glocke zu hängen. Dabei müßten Herrn Schmidt gerade die besorgniserregend hohen Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft zutiefst beunruhigen und ihn schnell zur Tat schreiten lassen. Aber es tut sich nichts.

Dabei sind nur ¼ der Eichen und nur jede 10. Buche gesund. Doch gerade Buchenwälder sind als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie für die Stabilisierung des Klimas von unschätzbarem Wert! Das Ökosystem Wald mit seinen lebenswichtigen Funktionen, seiner ihm innewohnenden Vielfalt an Beziehungen und Abhängigkeiten untereinander ist durch allerlei Umwelteinflüsse devitalisiert. Von einer durchgreifenden Besserung kann bis heute also nicht die Rede sein. Im Boden tickt eine Zeitbombe. Es liegt an uns Menschen hier entschieden gegenzusteuern.

Steht für Wildnis und Urnatur: Canis lupus. Langsam breitet sich die Art in Mitteleuropa wieder aus. Aber der Wolf hat nur dann eine gesicherte Zukunft, wenn ihn die Menschen im Grundsatz akzeptieren und geeignete Lebensräume nicht noch weiter zerstört werden. Gegenüber ausgerotteten Tierarten, wie dem Wolf, der durch die Berner Artenschutzkonvention streng geschützt ist, haben wir eine moralische Pflicht zur Wiedergutmachung. (Foto: Tuschl)

Früher bestand der allergrößte Teil Deutschlands aus Wäldern. Rodungen für Siedlungsbau, Landwirtschaft und Holznutzung drängten die „grüne Lunge“ auf heute nur noch 1/3 der Landesfläche zurück. Urwälder – völlig unbeeinflußt vom Menschen – sind so gut wie nicht mehr vorhanden. Nur in Niederösterreich (Rothwald – ein seit der Bronzezeit nicht mehr genutzter Wald im Privatbesitz) und im Schweizer Wallis (Derborence) findet man noch Relikte. Kleine Bestände gibt es auch noch in Tschechien (Boubin/Kubany),der Slowakei, Rußland, der Ukraine und vor allem in den Karpaten.

Das Auerwild ist ursprünglich ein Vogel der Taiga und ähnlicher Waldformen. Gleichaltrige, undifferenzierte und aufgeräumte Wälder ohne Unterholz, Jungwuchs und Beerenkräutern machen ihm den Garaus, deshalb im Sauerland längst ausgestorben. Wiedereinbürgerungsversuche in den 80er Jahren scheiterten. (Foto: Heinz Tuschl)

Letztgenanntes Hochgebirge weist bis heute die größten Flächen an Urwäldern auf. Noch lassen sich dort unbeeinflußte Waldstrukturen beobachten und studieren, außerdem im nördlichen Iran sowie in Japan. Leider sind aber auch diese noch verbliebenen Urwälder oder urwaldähnlichen Bestände akut von der Zerstörung bedroht oder sind bereits Opfer des Raubbaus durch illegalen Holzeinschlag geworden. Etwa in Rumänien, wo in den letzten 20 Jahren ca. 400.000 ha unersetzliche, als Nationalparks geschützte Waldareale der Motorsäge zum Opfer fielen, darunter Urwälder. Gleiches ist in den Nationalparken bzw. Wildnisgebieten der Ukraine zu beobachten.

Vergraste, eintönige Fichtenforste: Von einer „Waldwende“ kann bisher nicht die Rede sein. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Wie so oft sind Korruption und ein eklatantes Vollzugsdefizit bei der Einhaltung der Schutzvorschriften für dieses Massaker verantwortlich. Aber zum Glück wächst auch der Widerstand gegen den skrupellosen Kahlschlag durch multinational operierende Holzkonzerne – und zwar sowohl auf Seiten heimischer Umweltaktivisten als auch von befreundeten Umweltorganisationen aus den westlichen Nachbarländern. Z. B. unterstützen die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt die Nationalparks dabei, ihre ökologisch hoch bewerteten Wälder zu erhalten. Worin unterscheiden sich nun Urwälder von Naturwäldern?

Der Begriff Urwald bezieht sich auf ausgedehnte Waldkomplexe, deren Standorte, Vegetation, Baumartenmischung und Aufbau seit jeher durch natürliche Standortfaktoren bestimmt wurden. Er besteht somit aus einem in jeder Hinsicht natürlichen Waldbeziehungsgefüge.

Neben einer nach Arten und Anzahl natürlichen Pflanzen- und Tierwelt ist eine derart große Flächenausdehnung erforderlich, daß sich die Einflüsse der durch den Menschen geprägten Umwelt im Innern des Waldes verlieren.

Bergurwald – Wir brauchen in Deutschland und Mitteleuropa unbedingt mehr Wildnisgebiete. Regulierende Eingriffe, wie Jagd, finden dort nicht statt (Foto: Heinz Tuschl).

Urwälder, die all jene Voraussetzungen erfüllen, gibt es in Mitteleuropa nicht mehr. Im Urwald wirken Kräfte der Reorganisation und Regeneration. Diese, wie auch die unterschiedlichen Lebensraumansprüche der verschiedenen Baumarten führen eine ungeheure Strukturvielfalt und deren ständigen Wechsel herbei. Zahlreiche seltene, z. T. vom Aussterben bedrohte Tierarten sind an diese Strukturen angepaßt. Am so genannten Totholz lebt in den einzelnen Entwicklungsstadien eine große Fülle von Insekten, Käfern und Pilzen. Allein in Urwäldern läßt sich feststellen, wie das Ökosystem Wald ohne menschliche Eingriffe funktioniert.

Im Gegensatz dazu steht der Begriff des Naturwaldes. Das sind Wälder, die nach Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben. So ein Wald ist ausschließlich aus einer rein natürlichen Vegetationsfolge hervorgegangen, der zumeist noch Merkmale früherer menschlicher Einwirkung erkennen läßt, oder der auf Neuland, Brachland oder nicht mehr genutzten Flächen entstanden ist (Prozeßschutz, Klimaxwald, d.h. womit ein bestimmter Endzustand angestrebt wird.

Der Hirschkäfer ist stark gefährdet (Kategorie 2). Er besiedelt alte Eichenwälder. Seine Larven benötigen durch Pilzbefall zermürbtes Totholz, besonders von Eichen. (Foto: Heinz Tuschl)

Gerade die vom Menschen unbeeinflußten Wälder sind es ja, in denen der Artenreichtum am größten ist. Solche Waldkomplexe machen gerade einmal 2 Prozent der Waldfläche aus (Nationalparke, Bannwälder, Naturreservate, Naturdenkmäler). Weniger als 1 Prozent des Waldes ist derzeit in Deutschland gesetzlich geschützt. Ein beschämendes Zeugnis, wie ich meine. Im internationalen Vergleich bilden wir damit als eines der reichsten Länder das Schlußlicht bei den sich selbst überlassenen Waldarealen. Das ist auch der Grund dafür, daß so unscheinbare Lebewesen, wie Pilze, holzbewohnende Käfer, Moose und Flechten stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht sind.

Baum- oder Edelmarder: Je urwüchsiger der Wald, desto wohler fühlt er sich und je zahlreicher sein Vorkommen. (Foto: Heinz Tuschl)

Für den Schutz der biologischen Vielfalt benötigen wir deshalb auf mindestens 10 Prozent der öffentlichen Waldflächen Naturwälder (die Urwälder von morgen), wie bereits im Jahre 2007 von der Bundesregierung beschlossen. Mindestens die Hälfte davon müßte bis 2020 ausgewiesen werden. Der Wert des Waldes, nicht der des Holzes, muß also weitaus stärker in den Fokus gerückt werden. Leider sieht es z. Zt. aber nicht danach aus, als würde genug unternommen, um das von der Bundesregierung angestrebte Ziel zur nationalen Biodiversitätsstrategie zu erreichen, nämlich 5 Prozent der gesamten Waldfläche bis 2020 für natürliche Waldentwicklung bereitzustellen. Im Gegenteil: Nach Erkenntnissen des BUND werde dieses (ohnehin nicht sehr anspruchsvolle) Ziel auch mit dem neuen Naturschutzgesetz verfehlt.

Der giftigen Rote Fingerhut gedeiht in Massen: Er wird vom Schalenwild verschmäht. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Der Landesbetrieb Wald und Holz, Forstbehörden und staatliche Forstverwaltungen machen permanent Front gegen die Ausweisung neuer Wildnisgebiete, Nationalparks und anderer aus der Nutzung genommener Areale. Dabei wird völlig ignoriert, daß der Eigenwert der Natur längst im Grundgesetz festgeschrieben ist.

Die Natur ist der beste Baumeister schöner und zugleich stabiler Wälder. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Darüber hinaus wurde der wissenschaftliche Beweis erbracht, daß Naturwälder, läßt man sie wachsen, mindestens doppelt so viele Holzvorräte anreichern als Wirtschaftsforste. In Naturwäldern werden die Bäume 400 bis 600 Jahre alt. Das Durchschnittsalter in deutschen Wäldern liegt bei 77 Jahren. Borkenkäfern und Stürmen erliegt die Hälfte der Kunstforste. „Würde auf 5 Prozent der Fläche keine Nutzung stattfinden, so der langjährige Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, Dr. H. Bibelriether, ergäbe das eine viel höhere CO²-Bindung als in Wirtschaftsforsten“. Von der überreichen Arten- und Strukturvielfalt ganz zu schweigen.

Nirgendwo läßt sich der ewige Kreislauf der Natur so gut beobachten wie einem Nationalpark. Fremd und mystisch wirkt die Landschaft. Wind und Wetter zeigen immer neue stimmungsvolle Bilder. Aus dem ständigen Wechselspiel von Licht und Schatten, aus Wachstum, Altern und Zusammenbruch und dem Nebeneinander von Lichtung, Jungwald und Altbestand entsteht die Vielfalt des Naturwaldes. Je artenreicher und damit naturnäher ein Wald ist, desto stabiler erweist er sich gegenüber „Schädlingen“ und Umwelteinflüssen.

Mischbestand im Hochsauerland mit Waldkiefern und Rotbuchen. (Foto: Karl Josef Knoppik)

Von Natur aus würde im Nadelholz dominierten Sauerland – wie anderswo auch – die Rotbuche auf großen Flächen das Waldbild prägen, entweder im Reinbestand oder mit anderen Laubhölzern vergesellschaftet. Unsere ehemals waldreiche Landschaft, bestehend aus dichten Urwäldern (um 800 v. Chr.) wurde durch den Einfluß des Menschen zu Moor und Heide umgewandelt, während ein wesentlich größerer Teil als Niederwald bewirtschaftet wurde. Diese historische Nutzung der Waldbewirtschaftung diente vorwiegend der Brennholzgewinnung, aber auch der Rindennutzung sowie der Produktion von Getreide. Sie war somit eine klassische Kombination von Wald- und Feldbau. Im Siegerland war die Niederwaldwirtschaft mit der daran gekoppelten Holzkohlegewinnung unter dem Begriff „Haubergwirtschaft“ bekannt.

Verschneiter Fichtenforst im Vogelsanggebiet bei Meschede in den 80er Jahren. Durch reichlich anfallenden Naßschnee infolge der Klimaerwärmung sind heute auch die Hochlagen des Sauerlandes vermehrt von Schneebruch betroffen. (Foto: Knoppik)

Wo Eichen u.a. Baumarten vertreten waren, die nicht zu viel Schatten erzeugen, sprach man von Mittelwald. Sie wuchsen zu Bauholz heran und lieferten Eicheln für die Viehmast (Schweine). Ferner wurde auch Eichenrinde produziert, die als Gerbmittel für die Lederverarbeitung Verwendung fand, vor allem in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein.

Bevor sich mit einer drastischen Klimaverschlechterung vor etwa 7.000 Jahren die Rotbuche bei uns durchsetzen konnte, dominierten in der nacheiszeitlichen Warmzeit Eichenmischwälder. Die erwähnte Haubergwirtschaft gab es noch bis ca. um das Jahr 1920. Danach entstand der aus Samen hervorgehende Hochwald – im Wesentlichen mit der forstlich interessanten, vielseitig verwendbaren Fichte bestockt. Hier bei uns hielt diese begehrte Nadelholzart erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts Einzug. Sie wurde im Jahre 1820 – aus Skandinavien eingebracht – im Sauerland heimisch.

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Teil 2 folgt hier.

Multitalent Wald: Forstwirtschaft, Naturschutz und Erholung auf einer Fläche

Kooperation von Wald und Holz NRW und Naturpark Sauerland-Rothaargebirge für besseres Erholungsangebot


„Wald, Wirtschaft und Erholung sind kein Gegensatz“, meinen von links nach rechts: Andreas Wiebe, Leiter Landesbetrieb Wald und Holz, daneben Bernd Fuhrmann,der erste Vorsitzende des Naturparks, dann Detlef Lins, Naturpark Sauerland-Rothaargebirge und ganz rechts der Leiter des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland, Klaus Lomnitz.  (foto: Naturpark Sauerland-Rothaargebirge)

Die Regionalforstämter Kurkölnisches-Sauerland, Siegen-Wittgenstein und Oberes-Sauerland stellen dem Naturpark Sauerland-Rothaargebirge landeseigene Waldflächen zur Verfügung. Mit der Vergrößerung des Naturparkgebiets soll auch das Angebot wachsen.

(Pressemitteilung Naturpark Sauerland-Rothaargebirge)

Um die Zusammenarbeit zu besiegeln, trafen sich heute (29. März) Vertreter beider Seiten vor Ort. „Der Wald ist ein Multitalent“, sagte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW. „Wald und Holz NRW nutzt den Wirtschaftsraum Wald und damit den Rohstoff Holz, stellt den Wald aber gleichzeitig gerne als Erholungsraum für Besucherinnen und Besucher zur Verfügung. Diese unterschiedlichen Funktionen schließen sich nicht aus.“

Zweitgrößter Naturpark Deutschlands
Den zweitgrößten Naturpark Deutschlands mit einer Fläche von 3.826 km² gibt es erst seit April 2015, nachdem die Naturparke Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge aufgelöst wurden. Die Verwaltung der Flächen und touristischen Angebote übernimmt seitdem der neugegründete Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Dazu wurde ein neuer Nutzungsvertrag geschlossen, der alle notwendigen Absprachen zur Förderung der Erholung, der lokalen und regionalen Tourismuswirtschaft sowie der Umweltbildung beinhaltet.

Kooperation für Naturparkbesucher
Die Gesamtflächen im Naturparkgebiet umfassen rund 20.000 Hektar Staatswald. Der Staatswald macht es möglich, gleichzeitig nachhaltig Holz zu nutzen, Schutzziele wie z.B. Natur- oder Wasserschutz zu berücksichtigen, wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung zu sein, Einnahmen durch den Holzverkauf für das Land zu erzielen, und das alles auf einer Waldfläche.

Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes stehen dabei traditionell im Fokus der Waldbewirtschaftung und des Selbstverständnisses der Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW.

„Wir freuen uns, mit Wald und Holz NRW einen zuverlässigen Partner an unserer Seite zu haben, der uns forstfiskalische Flächen zur Förderung der Erholung, der Umweltbildung und des Tourismus zur Verfügung stellt“, sagte Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Naturparks SauerlandRothaargebirge e.V.

Detlef Lins, Geschäftsführer des Naturparks ergänzte: „Durch den Landesbetrieb erhalten wir wichtige Unterstützung auf dem Weg zur modernen Naturparkarbeit.“

Von der Kooperation und dem überarbeiteten Angebot vor Ort profitieren in erster Linie die Besucherinnen und Besucher des Naturparks.

Weitere Informationen unter
www.wald-und-holz.nrw.de

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Über Wald und Holz NRW

Wald und Holz NRW ist Teil der Forstverwaltung des Landes NordrheinWestfalen. Der dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturschutz und Verbraucherschutz (MKULNV) nachgeordnete Landesbetrieb hat seinen Hauptsitz in Münster.

Zuständiger Minister ist Johannes Remmel. Bei Wald und Holz NRW arbeiten fast 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 300 Försterinnen und Förster in den Forstrevieren. Zu Wald und Holz NRW gehören 14 Regionalforstämter, das Lehr und Versuchsforstamt Arnsberger Wald und der Nationalpark Eifel.

Wald und Holz NRW kümmert sich um die Belange des Waldes. Dazu gehören Erhalt und Förderung des Waldes in NRW, Beratung und Betreuung des privaten und kommunalen Waldbesitzes, Bewirtschaftung von 113.000 Hektar landeseigener Waldflächen sowie Forschung in den Bereichen Wald-, Holzverwendungs- und Klimafragen.

Zum Aufgabengebiet zählen außerdem Umweltbildung, Überwachung der Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften im Wald auf der gesamten Waldfläche NRWs (910.000 Hektar) und die Förderung der Wald- und Forstwirtschaft in NRW.

Equal Pay Day: Frauen verdienten 2016 in NRW 22 Prozent weniger als Männer

Equal Pay Day. Die Lücke zwischen Männern und Frauen ist groß. (screenshot: it.nrw)

Düsseldorf (IT.NRW). Mit einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 16,09 Euro verdienten Frauen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2016 rund 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (20,76 Euro).

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anlässlich des internationalen Aktionstages für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen (Equal Pay Day; 18. März 2017) mitteilt, hat sich der prozentuale Verdienstunterschied in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert.

Der Gender Pay Gap (Lohnlücke zwischen Frauen und Männern) wird europaweit nach einheitlichen methodischen Vorgaben berechnet und gilt als zentraler Maßstab für internationale Vergleiche der geschlechtsspezifischen Verdienstunterschiede. Der vorliegende Gender Pay Gap wurde auf Basis der Verdienststrukturerhebung unter Einbeziehung von Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebungen ermittelt.

Trara, trara, tröt, tröt: Internationaler Frauentag am 8. März

„Der Internationale Frauentag, Weltfrauentag, Frauenkampftag, Internationaler Frauenkampftag oder Frauentag ist ein Welttag, der am 8. März begangen wird.

Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Die Vereinten Nationen erkoren ihn später als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden aus.“

Soweit wikipedia, wo frau/man alles weitere nachlesen kann: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag

Ich bin an meinem Bücherregal entlang geschlichen und habe doch wieder nur „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun in die Hand genommen und an einer beliebigen Stelle aufgeschlagen:

"Liebe ist mehr", sagt Brenner.
 "Liebe ist allerhand und Verschiedenes", sage ich.
 "Liebe ist kein Geschäft", sagt er.
 "Hübsche Mädchen sind ein Geschäft", sage ich,
 "was hat das mit Liebe zu tun" - ich weiß es ja, ich weiß
 ja - Liebe - ja - aber ich will nichts wissen, ich will nicht.
 "Aber ich habe eine Sehnsucht", sagt der Brenner -
 wieso werden seine Augen noch toter? Ich werde ihn
 küssen.

Und dann ist da noch die Pressemitteilung unseres SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese im Briefkasten. So wie ich als Mann, schreibt auch er als Mann zum Frauentag:

Ein gelungener Auftakt

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Ein Tag, der die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten alljährlich im Kampf für die Gleichstellung der Geschlechter bestärkt.

Der heimische Bundestagsabgeordnete und Parlamentarischer Staatssekretär in Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dirk Wiese, ist sich sicher: In diesem Jahr geht ein wichtiges Signal vom Entgelttransparenzgesetz aus, das noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden soll.

„Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit? – Das klingt zwar logisch, ist aber bei weitem nicht der Fall“, so Wiese. Nach wie vor liegen die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Frauen in Deutschland um 21 Prozent niedriger als die von Männern. „Das ist ungerecht und beschämend“, empört sich Dirk Wiese. Für ihn steht fest: „Um die Lohnlücke zu schließen, braucht es gesetzliche Maßnahmen. Deshalb werden wir den Gesetzentwurf, den Manuela Schwesig nach harten Verhandlungen im Koalitionsausschuss vorgelegt hat, jetzt im Parlament beraten.“

Dieser sieht Folgendes vor: In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten soll ein individueller Auskunftsanspruch eingeführt werden. Damit erhielten bis zu 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht zu erfahren, wie sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen, die einer gleichen oder gleichwertigen Tätigkeit nachgehen, bezahlt werden. Ebenso sollen private Arbeitgeber mit über 500 Beschäftigten zukünftig dazu aufgefordert werden, regelmäßig ihre Löhne auf die Einhaltung der Entgeltgleichheit im Betrieb zu überprüfen. Lageberichtspflichtige Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten müssten zudem künftig regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Entgeltgleichheit berichten.

Dirk Wiese weiß um die Rückendeckung der Bürgerinnen und Bürger: „Über 80 Prozent der Bevölkerung finden den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern empörend und ungerecht.“ Transparenz in den Unternehmen herzustellen sei eine Grundvoraussetzung für die Bekämpfung von Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Denn viele Frauen (und auch Männer) wüssten nicht, dass sie schlechter bezahlt werden als ihre Kollegen beziehungsweise ihre Kolleginnen, führt Wiese aus. „Sie mit einem individuellen Auskunftsrecht auszustatten und die Unternehmen durch dieses Gesetz in die Pflicht zu nehmen, ist ein wichtiges Signal und ein gelungener Auftakt für weitere gesetzliche Initiativen in der nächsten Legislaturperiode.“

Ist der Fortschritt ein „Wölkchen in Hosen“ (Majakowski)?

Umleitung: vom Ausverkauf der Autobahnen zu George Soros. Alles drin, sogar Klau-Kids.

Obenauf: Der Feldstein bei Olsberg/Bruchhausen im Hochsauerland. Am Schluss musst du klettern. (foto: zoom)

Der Ausverkauf der Autobahn: Am 31. März dieses Jahres kommt es zum Schwur: Dann stimmt der Bundestag über mehrere Grundgesetzänderungen ab, die allen anderslautenden Bekundungen zum Trotz Privatisierungen beim Bau und Betrieb von Autobahnabschnitten und Schulgebäuden ermöglichen … GiB

Silvester 2016: Rätsel um 2000 Nordafrikaner – Waren sie nun am Bahnhof oder nicht? … ksta

Nazi-Vorwürfe gegen Deutschland: Erdogan – ein Präsident ohne jedes Maß … tagesspiegel

Psychotalk 28: Ein psychologisch-religionswissenschaftlicher Dialog zu Verschwörungstheorien und -mythen … scilogs

Journalismus: Einführung in 360° Video und Foto … ruhrnalist

Kompetenzorientierung: Immer und überall hört man im schulischen Kontext den Begriff der Kompetenz. Selbst TV-Sternchen lassen sich darüber aus und kritisieren ihn, auch wenn sie nicht genau wissen, worüber sie sprechen … herrspitau

Anmerkungen zu George Soros: George Soros ist zum liebsten Hassobjekt von Verschwörungstheoretikern, neuer Rechter und Putins Agit-Medien geworden: Ein Jude, der sich für die Demokratie einsetzt, ist wohl einfach zu viel für die internationale der Aluhüte und ihre Einpeitscher … prinzessinnenreporter

„Klau-Kids geraten zunehmend ins Visier der Polizei“: im Subtext dieses Heuel-Elaborats Rassismus … doppelwacholder

Journalist damals: Möblierter Herr mit mechanischer Schreibmaschine … revierpassagen

Umleitung: Transparenz in NRW und anderer Fake und dazu ein paar Fakten

Das Oversum in Winterberg mit Sauna (der Holzkasten) (foto: zoom)

NRW-Transparenzgesetz kommt doch nicht: Landesregierung hatte bis 2017 ein Transparenzgesetz versprochen … wdr

Göring-Eckardt wollte den Mindestlohn? Falsch!: Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt will schon 2003 für einen Mindestlohn gekämpft haben. Das jedenfalls sagte sie im „Bericht aus Berlin“. Stimmt nicht … ard

Martin Schulz: Mit dem Thema Gerechtigkeit hat er einen wunden Punkt getroffen, das zeigen die Reaktionen nach öffentlichen Auftritten von Martin Schulz … freitag

Jäger: Mühe gegeben … postvonhorn

Autobahnprivatisierung: „Größte Grundgesetzänderung des Jahrzehnts?“ … GiB

Lenins Zug: Die Russische Revolution und die Schweiz … UniBern

Harburger im Spanischen Bürgerkrieg: 1936/37 machten sich 13 Harburger Antifaschisten auf die Reise … harbuch

Fake News, Alternative Fakten, Historische Bildung: Während die wachsende Verbreitung von “falschen Nachrichten” – oder auf Englisch “Fake News” – verbesserte Werkzeuge zur Erkennung und Beurteilung von Nachrichten im Allgemeinen erfordert, um Fälschungen zu erkennen, ist bei “alternative Fakten” wichtig, genau auf die einzelnen Fakten im Speziellen zu schauen. Beides vermitteln GeschichtslehrerInnen seit langem … publicHistory

Why Facts Don’t Change Our Minds: New discoveries about the human mind show the limitations of reason … TheNewYorker

Wir brauchen mehr Abstreitbarkeit! Smartphone-Kontrollen sind nicht hinnehmbar. Google und Apple könnten helfen … scilogs

Westfalenpost/Westfälische Rundschau dichtet um: Stadt kontrolliert Südosteuropäer … doppelwacholder

#FreeDeniz! Und alle anderen Journalisten auch: Und weil Anwälte viel Geld kosten und überhaupt aus Prinzip: Kauft dieses eBook! … prinzessinnenreporter

Pressemitteilung: Einladung AGS Veranstaltung 15.03.2017 in Arnsberg

Screenshot des Einladungskopfs. Zum Vergrößern klicken.

Sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren,

hiermit laden wir Sie herzlich zur Veranstaltung der AGS* NRW und der AGS* HSK ein.

Für Mittwoch den 15.03.2017 in die Handwerkskammer Südwestfalen (BBZ) um 18:00 Uhr im Raum B225.

NRW hat eine starke Wirtschaft und wir hier in Südwestfalen sind der Motor in unserem Land. Als drittgrößte Industrieregion in Deutschland brauchen wir uns nicht zu verstecken. Aber es gibt auch viele Fallstricke, die einen Erfolg in der Zukunft behindern.

Wohin geht unsere Wirtschaft? Was kann Politik für Rahmen setzen? Was plant der Unternehmer?

Es gibt viele Themen von Bürokratieabbau über Steuern bis hin zur wichtigen Digitalisierung! Wir möchten an diesem Abend nicht in ellenlange Podiumsdiskussion verfallen, sondern mit Ihnen in kleiner Runde an verschieden Tischen diskutieren und uns Austauschen.

18:00 Uhr Stehimbiss
18:30 Uhr Begrüßung

Impulsreferat Susanne Brefort (Vorsitzende der AGS NRW) sowie Dirk Wiese (MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Im Anschluss Diskussion am Tisch mit den Landtagskandidaten Margit Hieronymus und Peter Newiger sowie Susanne Brefort und Dirk Wiese. Hier haben Sie die Gelegenheit im kleinen Kreis am Tisch, mit Ihren Nachbarn, in die Diskussion und in den Meinungsaustausch zu kommen.

Die Veranstaltung ist auf max. 50 Personen begrenzt. Sollten sich mehr als 50 Personen anmelden, erstellen wir eine Warteliste. Ebenso ist eine weitere Veranstaltung in der Planung zu der wir dann die Warteliste wieder einladen.

Wir bitten Sie um Anmeldung bis zum 08. März 2017
an die E-Mail: info@ags-hsk.de oder per Fax : 02937/9682291

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Brefort  (Vorsitzende AGS NRW)
Frank Rüther (Vorsitzender AGS HSK)

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*AGS = Arbeitsgemeinschaft Selbstständige in der SPD

Hier geht es zur Einladung und Anmeldung (PDF)

Pressemitteilung: Ländliche Räume jetzt auch digital unter die Lupe nehmen – interaktiver Landatlas ist da

Dirk Wiese auf seiner Landwirtschaftstour 2015. (foto: spd)

Berlin. (spd_pm) Etwa 90 Prozent der Fläche Deutschlands sind ländlich geprägt und mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land. Auch das Sauerland ist ländlich geprägt, wirtschaftlich stark und äußerst vielfältig.

Das Thünen-Institut hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums einen Landatlas online gestellt, der ländliche Regionen unter die Lupe nimmt (http://www.landatlas.de). Dieses interaktive Kartenwerk bietet Informationen zu verschiedene Lebenssituationen in ländlichen Regionen auf einen Blick.

„Mit dem Landatlas besteht jetzt die Möglichkeit, sich ein genaueres Bild über Fragen der demografischen und sozialen Situation, die Erreichbarkeit von Nahversorgern, über Wohnungs- und Arbeitsmärkte, die Wirtschaftsentwicklung oder die Landnutzung zu verschaffen- von meiner Heimatregion, dem Hochsauerland, bis zum bundesweiten Vergleich“, so der heimische Bundestagsabgeordnete Wiese in seiner Presssemitteeilung.

In welchen Regionen Deutschlands ist der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss besonders hoch? Wo befinden sich die wissensintensiven Industrien? Wie steht es um die ärztliche Versorgung, die Apothekendichte oder die Erreichbarkeit von Tankstellen und Lebensmittelläden?

Fragen dieser Art beantwortet der Landatlas auch für den Hochsauerlandkreis. Interaktive Karten im Landatlas geben detailliert Auskunft über die Lage in Gemeinden und Landkreisen.

Paderborn/Lippstadt: Flughafen weiterhin in Sinkflug

Flughafen Paderborn/Lippstadt (archiv: camera)

Der HSK ist nicht nur Eigentümer vieler Straßen im Kreisgebiet, er ist auch Mitgesellschafter eines Flughafens. Der Kreis ist am “Heimathafen” Paderborn/Lippstadt in Büren-Ahden beteiligt, wie auch die Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Höxter und die kreisfreie Stadt Bielefeld.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Doch leider ist “unser” Flughafen keine Erfolgsgeschichte. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2016 hatte er im Vergleich zum Vorjahr die ungünstigste Entwicklung aller 6 NRW-Flughäfen:

PassagSept

Es zeigt sich eine 2-Klassen-Gesellschaft: Die beiden Großflughäfen am Rhein verzeichnen deutliche Zuwächse, bei den Regionalfughäfen ergeben sich deutliche Rückgänge, besonders drastisch am Flughafen des HSK.

Bereits in den Jahren 2005 bis 2015 waren die Passagierzahlen in Ahden um 43% zurückgegangen, wie wir aus der Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der SBL/FW-Fraktion wissen:

http://sbl-fraktion.de/?p=6880

Und jetzt noch einmal mehr als -10 Prozent?

Wer sich am Mittwoch Vormittag (11.01.) anlässlich einer Tagung nach Büren-Ahden verirrte, fand im Flughafengebäude viele Reisebüros und Läden ohne einen einzigen Kunden vor und eine Abflugtafel, die für den Rest des Tages noch einen einzigen Abflug nannte (zwei weitere waren schon gestartet), und für den nächsten Tag ebenfalls genau drei Abflüge. Das erinnert fast an Kassel-Calden… Die Parkplätze, mittlerweile wesentliche Einnahmequelle für die Flughafen-Finanzen, boten eine riesige Auswahl an freien Stellplätzen. Und der stündlich verkehrende Linienbus nach Paderborn fuhr ohne einen einzigen Fahrgast ab.

Abfluege

Auch die wirtschaftlichen Ergebnisse der letzten Jahre waren nicht erfreulich. 2013: -1,9 Mio Euro; 2014: -2,2 Mio Euro; 2015: -2,5 Mio Euro, 2016: Prognose -3,3 Mio Euro (alle Daten laut Beteiligungsbericht 2015 des HSK). Und das, obwohl die Gesellschafter seit 2008 ca. 20 Mio zusätzliche Investitionen ermöglich haben.

Was ist die Perspektive?
Es gibt offensichtlich zu viele Regionalflughäfen. Im heimischen Raum wetteifern Dortmund-Wickede, Greven (bei Münster), Ahden (bei Paderborn) und Calden (bei Kassel) um die zu wenigen Passagiere. Inlandsflüge sind ökologisch und ökonomisch fragwürdig und werden wahrscheinlich weiter an Bedeutung verlieren. Von Paderborn aus fährt die S-Bahn-Linie 5 stündlich direkt zum Flughafen Hannover, der ein viel größeres Angebot an Fernflügen bietet. Und mit schnellen Regionalzügen der Linie RE 11 kann man ebenfalls stündlich und ohne Umsteigen ab Paderborn und ab Lippstadt bis zum Bahnhof Düsseldorf-Flughafen fahren. Sicher ist es bequem, mit einem Flieger aus der Nähe starten zu können. Aber wie oft braucht man dies, und ist der eigene Airport auf Dauer ökonomisch und ökologisch vertretbar?