Umleitung: vom Klimawandel über den Glauben zur Geschichte. Snowden-Archiv, Störerhaftung, rechte Talkshowgäste und mehr.

Stehplätze frei: Bobbahn Offseason (foto: zoom)
Stehplätze frei: Bobbahn Offseason (foto: zoom)

Climate change: April breaks global temperature record, marking seven months of new highs … guardian

Michael Blume in Natur des Glaubens: Deutsch, atheistisch, türkeistämmig – Web-Interview mit Cem Erkisi … scilogs

Die langsame Rückkehr des Diktators: Porfirio Díaz ist ein Bösewicht der Geschichte,[2] dessen Erscheinungsbild in der Gegenwart äußerst erfolgreich rehabilitiert wurde. Díaz war ein Diktator … publicHistory

Erinnerungskultur, Geschichtswissenschaft: Erinnerung und Verdrängung zugleich … Geschichte ist

Masterarbeit von Charlotte Jahnz, Kapitel I, Einleitung: Ich hatte ja etwas versprochen und da ich in nicht allzu ferner Zukunft mit Moritz zur MA podcasten werde, gibt es heute schon mal die Einleitung (bei der die Quelle mir einen wunderbaren Scherz erlaubte) … CharlotteJahnz

Ethische Säuberung: Dass eine deutsche Staatsbürgerin mit kurdischem Migrationshintergrund dem Landtag von Baden-Württemberg als Präsidentin vorsteht, nennt die AfD-Abgeordnete Christina Baum einen Beweis für die Islamisierung des Abendlandes und den Genozid am deutschen Volk … zynaesthesie

NSA-Skandal: „The Intercept“ öffnet das Snowden-Archiv … zeit

Interview zu Störerhaftung und Abmahnungen: „Wir haben ein Problem mit der Anwendung des Gesetzes durch unsere Gerichte“ … netzpolitik

Rechte Talkshowgäste: Wie Pyromanen in der Streichholzfabrik … spiegel

Werbung hinterrücks? – Och nö … revierpassagen

Dinslakens Menschen: bewegte in der 19. Woche 2016: Schatzkammer-Bau, Stadthalle, Bauzaun, WLAN gestartet, Asphalt am Sonntag, Lohberg100, Mein Tipp, Rückblick … andreashaab

63. Volksradfahren in Mülheim an der Ruhr: eine Collage aus Bildern der 25km-Tour beim 63. Volksradfahren in Mülheim an der Ruhr zu Christi Himmelfahrt 2016 … wahlheimat.ruhr

Filmfestival zur Zukunft der Arbeit im Dortmunder U: Zur Eröffnung kommt Bundesministerin Andrea Nahles … nordstadtblogger

Spannender Vortrag zu Hagens Nachkriegsgeschichte: Warum gab es viele alte Nazi-Seilschaften in Hagen nach dem Krieg? Eine der spannenden Fragen, die am Mittwoch in einer Diskussion zur Nachkriegszeit in Hagen beleuchtet werden … doppelwacholder

Rechtsruck auch in der HSK-CDU? Was für die SPD der “Seeheimer Kreis”, ist für die CDU/CSU der “Berliner Kreis”. Aus beiden (noch) großen Bundestagsfraktionen haben sich jeweils als konservativ bekennende Abgeordnete zu solch einem “Kreis” zusammengeschlossen … sbl

Siedlinghausen – „Schließung ohne Not“: Offener Brief von ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern zur befürchteten Schulschließung … derwesten

Pfingstgedanken … Neuenrade (Teil 3)

NeuenradeWordle2016051401„Nach gut einer Woche Diskussion“ über meine ersten Anmerkungen zum Vorgang vom vom 26. April hatte ich mich mit diesem Artikel noch einmal zu Wort gemeldet – „Grundsätzliche Überlegungen…“ – nun ja.

(Ein Gastbeitrag von Dr. Werner Jurga)

Jedenfalls ist eine weitere Woche munterer Streit durch das Land die Kommentarspalten gezogen. So sollte es sein! Ich schwieg währenddessen, und auch dies sollte so sein. Hatte ich das Postulat vorangestellt, dass „eine Diskussion über einen Artikel nicht vom Autor dominiert werden sollte“.

Stefan L.´s Verstörung über meinen vermeintlichen „messianischen Eifer“ hat mir die Kraft gegeben, mein Schweigegelübde immerhin bis jetzt nicht leichtfertig gebrochen zu haben. – Obwohl auch der Frömmste ständig allen möglichen Versuchungen ausgesetzt ist, auch und gerade in den Kommentarzeilen hier. Und ich … ein „messianischer Eiferer“ – Man beachte die historische Konnotation! Man denke an die umständehalber zunächst einmal friedlichen christlichen Missionare damals und die nicht ganz so peacigen, suizidalen Jihadisten heute!

So unterschiedlich die Grundauffassungen in der von uns hier diskutierten Frage der Notwehr auch sein mögen: geeint sind die Mitgliedschaften der beiden Religionsverbreitervereine in ihrer hingebungsvollen Opferbereitschaft. Ohne eine kräftige Portion Todesmut läuft in diesem Job gar nichts. Und wir, halbwegs aufgeklärte Menschen, ob nun leidenschaftslos irgendwie an Gott glaubend oder leidenschaftlich für die Nichtexistenz desselbigen werbend, sagen uns doch: „Bekloppt!“

Missionarische Eiferer – die haben sie doch nicht alle! Wir sagen: das sind Beknackte, das sind Bestusste. Wir sagen nicht: das sind „Besessene“. Wir würden ahnen, aus welcher Zeit dieses Wort stammt. Wir würden die Gefahr spüren, die von derart Besessenen ausgeht spüren. Nun gut, das betrifft uns heutzutage nicht mehr so direkt. Wir sind aufgeklärt, die Oma gar hatte uns den Status „gebildet“ attestiert, wir müssen keine Angst mehr haben.

Na sicher ging der Oma der Arsch auf Grundeis, wenn der Opa auf Arbeit war, und sie im Haus Geräusche hörte. Ich hatte meine Oma lieb. Heute, keine fünfzig Jahre später, aber eine andere Zeit: gebildete Menschen, aufgeklärte Leute, im Internet wird der demokratische Dialog gepflegt. Sehr stilvoll. – Ja okay, nicht immer.

Das wird immer schlimmer, dass frustrierte Trolle da die Landschaft – also den Cyberspace, wie wir heute sagen – verpesten! Schlimme Sache, schon klar. Aber „Besessene“? Da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Locker bleiben! Wobei: so richtige Spinner… – gefährlich werden können die schon.

Ich zum Beispiel. Etwa dann, wenn „Notwehr oder Mord?“ gefragt wird. Oder „Opfer oder Täter“. Da könnte ich ganz anders werden! Insofern hat Stefan L. ganz gut daran getan, mich an mein eingangs abgelegtes Schweigegelübde zu erinnern.

Es tut einem Heißsporn wie mir schon ganz gut, von einer innerlich ausgeglichenen Seele wie Stefan L. mal gemahnt zu werden: „Junge, bleib mal locker! Du machst ja all die Leute hier nervös!“ („Irritationen“). Da hat er ja recht, der Stefan. Ja, und er hat auch Recht damit… – peinlich, aber okay, dann gebe ich es halt zu: ich bin Christ. Das hat – auch das stimmt – auch so etwas Missionarisches an sich.

Aber keine Panik, Leute! Im Augenblick passt es zeitlich ganz gut. In unserem Verein – Christenheit, Ihr wisst schon – steht zufälligerweise just dieses Wochenende so ein Hammer Offenbarungserlebnis an. Der Heilige Geist wird erscheinen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Da wäre ich doch blöd, wenn ich mich schon jetzt von Stefan L., dem kleinen Teufel, dazu verführen ließe, ihm mal etwas vorzugeigen, wer hier das Opfer und wer der Täter ist.

Ich werde an Pfingsten zunächst einmal die Heilig-Geist-Erleuchtung tief einwirken lassen, und erst danach dem Auftrag des Herrn folgen und seine frohe Botschaft in dieselbige hinausposaunen. In die ganze Welt, schwerpunktmäßig ins Sauerland, beginnend in seinem Brennpunkt, im zoom.

Die Pfingstbotschaft: „Fürchtet Euch nicht!“ Habt keine Angst, Ihr kleinen Scheißer! Ja Herrgott, ich weiß, dass das Diesseits nicht das Paradies ist! Ja, wir werden alles mal Opfer. Wir alle sind Täter. Erbsünde – schon mal gehört?! Ach ja, ach so: Quatsch! – Alles gehopst wie gesprungen? Alles eine große Soße allgemein-unverbindlicher Unverantwortlichkeit? Nein Leute, nein Stefan L., so meine ich das ja nun auch wieder nicht. Da fühle ich mich missverstanden. Aber Sie wissen ja: mein Schweigegelübde, Ihr Schweigegebot an mich… – es folgen weitere Tage der Frömmigkeit.

Ich wünsche allen frohe Pfingsten und grüße mit dem Wort des Herrn: Lasst auch mal die Philosophen und geht besser einen schwofen!

Werner Jurga

Offener Brief an das Erzbistum Paderborn: Ihr Anwesen Gasthof Schulte in Sundern Amecke

WordleKatholischeKircheDie Sunderaner Klaus Korn (BUND) und Matthias Schulte-Huermann, Mitglied im Kreisumweltausschuss und im Verein für Natur- und Vogelschutz (VNV), haben einen offenen Brief an das Erzbistum Paderborn geschrieben.

Darin fragen sie insbesondere nach dem Sinn der Fällung „eines ältere[n] parkähnliche[n] Baumbestand[es] (alte Buchen, Birken, Eschen Eichen, Obstbäume. Fichten), der sicherlich, auf Grund seines Strukturreichtums, Lebensraum für viele Tiere“ gewesen wäre.

Die katholische Kirche hätte das Areal in Sundern-Amecke, so die  Informationen der Verfasser des Briefs, geerbt und einen Antrag auf Bebauung gestellt.

Klaus Korn und Matthias Schulte-Huermann haben planungsrechtlich erhebliche Zweifel, dass die Vorgehensweise der Kirche korrekt sei.

Beide Verfasser betonen, dass sie als Kirchensteuerzahler ein Anrecht darauf hätten, zu erfahren, „ob die Kirche Immobilienspekulant ist oder ob sie sensibel und behutsam mit Ererbtem umgeht“.

Der Brief im Wortlaut:

An das Erzbistum Paderborn

Sehr geehrte Damen und Herren

Dem Vernehmen nach hat die katholische Kirche in Sundern- Amecke ein größeres Areal geerbt. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Gasthof Schulte und eine angrenzende Minigolffläche, die schon länger nicht mehr in Betrieb ist.

Sie finden Bilder des ehemaligen Gasthofs (altes Bruchsteingebäude) noch im Internet als Postkarte. Auf dem Areal befand sich ein älterer parkähnlicher Baumbestand (alte Buchen, Birken, Eschen Eichen, Obstbäume. Fichten), der sicherlich, auf Grund seines Strukturreichtums, Lebensraum für viele Tiere war.

Nun wurden vor kurzem sämtliche Bäume gefällt. Im Planungsausschuss hat ein Ratsmitglied nachgefragt, was es damit auf sich hat. Die Antwort lautete: Die katholische Kirche hätte dort einen Antrag für eine Bebauung gestellt. Vorausgesetzt, dass das Vorangegangene stimmt: Wir sind über die Vorgehensweise verwundert.

War es die einzige Möglichkeit, die die katholische Kirche hatte mit der Erbschaft so umzugehen, dass sie Tabula rasa und Kleinholz aus dem alten Baumbestand macht? Wurde eine Möglichkeit in Erwägung gezogen, den alten Gasthof anderweitig zu nutzen, als ihn abzureißen? Haben sich Architekten und Landschaftsplaner der katholischen Kirche mit dem Bereich vertraut gemacht, bevor eine Entscheidung gefällt wurde?

Wir haben im dörflichen Bereich genügend 08/15 Einfamilienhaussiedlungen, die in weniger sensiblen Bereichen entstehen, warum muss die katholische Kirche einen solchen ortsbildprägenden Bereich scheinbar wenige Jahre nach Antritt der Erbschaft abholzen, parzellieren und verscherbeln? Hat nicht gerade die katholische Kirche eine besondere Verantwortung für die Schöpfung?

Auch planungsrechtlich haben wir erhebliche Zweifel, dass die Vorgehensweise der Kirche korrekt ist. Die Naturschutzgesetze geben klare Regelungen bezüglich der Eingriffsbeurteilung vor. Danach muss der Bestand aufgenommen und bewertet werden. Ist ein Eingriff vermeidbar so ist er zu unterlassen. Wertvolle Baumsubstanz sollte, wenn in der Abwägung eine Bebauung unumgänglich ist,  möglichst erhalten und in ein Bebauungskonzept eingegliedert werden. Ist dieses alles geschehen?

Bezüglich des Gebäudes ist uns bekannt, dass es augenscheinlich in einem schlechten Zustand ist. Es wurde vor Jahren als Seminar- und Gruppenhaus genutzt und stand dann wohl leer, die Vermutung liegt nahe, dass der Eigentümer die hohen Kosten für Brandschutzmaßnahmen und Modernisierung nicht leisten konnte.

Ob die Bausubstanz allerdings so schlecht ist, dass das Gebäude nicht für durchaus für kirchliche, caritative Zwecke oder die Jugendarbeit genutzt werden kann wissen wir nicht, das müssen Planer entscheiden.

Aber immerhin geben wir zu bedenken, dass Amecke durch die Lage am Sorpesee ein attraktiver Standort ist. Für uns ist die Vorgehensweise unverständlich und wir bitten um Stellungnahme dazu.

Wir denken, dass wir als Kirchensteuerzahler ein Anrecht darauf haben, zu erfahren, ob die Kirche Immobilienspekulant ist oder ob sie sensibel und behutsam mit Ererbtem umgeht.

Da die katholische Kirche mit Ihrem Vorgehen zumindest bezüglich der Baumsubstanz bereits vollendete Tatsachen geschaffen hat, erlauben wir uns, den Sachverhalt an die Presse weiterzugeben.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Korn (BUND)
Randweg 50 59846 Sundern 02933/3826
Matthias Schulte- Huermann
Zum Hafen 1, 59846 Sundern 02933/1072

Der Waldorf-Werber: Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

WordleAlanusSchieren20160328

 

+++ weltweit tätiger Waldorf-Pädagogik-Konzern sucht neues Image +++

+++ briefing: präsentieren Sie bizarre Pädagogik so, daß sie völlig normal erscheint, und in einem nächsten Schritt für Eltern wünschenswert +++

+++ Jost Schieren stellt Kampagne seiner Waldorf-Werbeagentur ‘Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft’ vor +++

Von Andreas Lichte

Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft“, Leiter des „Fachbereichs Bildungswissenschaft“, und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung.

Dem „Waldorfblog“ gab Jost Schieren ein ausführliches Interview1, in dem er immer wieder das buzzword „Freiheit“ verwendet – in einer einzigen Antwort erstaunliche 7 mal:

„Die Anthroposophie ist im Kern auf das Ideal des freien Menschen ausgerichtet.“
„Freiheitsentwicklung als Teil des Weltgeschehens“
„Freiheitsentfaltung unseres Menschseins“
„Position der Freiheit“
„Begriff der Freiheit“
„Entwicklungsraum der Freiheit“
„freien Persönlichkeitsentwicklung“

Für Schieren macht einfach alles frei, was Anthroposophie ist. Wie die Waldorfpädagogik, die auf der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861 – 1925) basiert.

Über einen Vortrag Rudolf Steiners sagt Kurt Tucholsky: „Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.“

„Freiheit“: mit diesem Riesenbegriff macht Jost Schieren Werbung für die Waldorfpädagogik.

 

Reinkarnation macht frei

Beim Werber Jost Schieren ist „Reinkarnation“ normal, wird zu einer weiteren „Sichtweise auf den Menschen“, die – Verkaufsargument! – von „Fremdbestimmung“ befreit:

Der Gedanke der Reinkarnation erlaube es, so Jost Schieren, „den Menschen nicht als irgendwie allein fremdbestimmtes Wesen (Gene, Sozialisation, Gehirnprägungen usw.) zu denken.“ Das Kind sei nicht das alleinige Resultat von Vererbung und Umgebung, sondern trage in sich „eine eigene auf sich selbst begründete Persönlichkeit“, die nicht zufällig entstanden sei, da „der Mensch sein eigenes Wesen selbstverantwortlich durch eine Reihe von Verkörperungen selbst bildet.“

Schon gekauft! oder?

Was bedeutet „Reinkarnation“ überhaupt? Reinkarnation bei Rudolf Steiner.

Weit verbreitet ist die Idee im asiatischen Kulturkreis, im Hinduismus und den verschiedenen Erscheinungsformen des Buddhismus. Gemeinsam ist ihnen, daß das Ziel ist, dem „endlosen Kreislauf der Wiedergeburten“ zu entkommen, sich von der Fessel des „Karma“ zu befreien.

Helena Petrovna Blavatsky und in ihrer Nachfolge Rudolf Steiner kehren die Idee in ihr Gegenteil um: Der Mensch soll im Kreislauf der Wiedergeburten bleiben, so kann er sich – und damit die Menschheit – perfektionieren. Pflichterfüllung.2 Von „Freiheit“ keine Spur.

Rudolf Steiner verspricht eine Form der (geistigen) Unsterblichkeit und befriedigt zugleich das Bedürfnis seiner – zur Zeit der Begründung der Anthroposophie – aristokratischen und großbürgerlichen Klientel nach „Elite“: „WIR bringen die Menschheit (-sentwicklung) voran!“

Und natürlich kann die Menschheit auch nicht an einem Tag an Ihrem Bestimmungsort, dem Planeten „Vulkan“, ankommen – dann wäre Steiners Geschäftsmodell sofort erledigt …:

Ich gebe einem Freund eine Inhaltsangabe von Rudolf Steiners Buch „Aus der Akasha-Chronik“:

„Es ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich dem Eingeweihten zeigt. So eine Art ‘Evolutionsgeschichte’, nur dass der Eingeweihte auch in die Zukunft schauen kann. Die Menschheit entwickelt sich laut Steiner auf sieben Planeten. Von Planet zu Planet steigt das Menschengeschlecht höher in der Entwicklung. Dabei helfen ihm Führer, die selber schon auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Es geht los auf dem Saturn, dann kommt die Sonne, der Mond und schließlich die Erde …”

„Wieso Sonne und Mond – das sind doch keine Planeten?!”

„Für den Esoteriker Steiner schon. Die Erde formt sich im nächsten Entwicklungsschritt in den Jupiter um, dann kommt die Venus und zuletzt der Vulkan. Sieben Planeten, und auf jedem Planeten durchleben die Menschen sieben mal sieben Entwicklungsstufen … Ja, ich weiß, das klingt nach Science Fiction … ich habe mich an die Perry Rhodan-Hefte erinnert, du weißt schon, diese Groschenromane …“

 

Anthroposophie: Seine Eltern sucht man sich selber aus …

Rudolf Steiners Vorstellung der Reinkarnation kann man natürlich auch aus der Schüler-Perspektive betrachten:

„Leute, ich hab mir Eltern ausgesucht, die mir was bieten können. Meint ihr, ich würde hier sonst mit meiner Mum in einem Porsche Cayenne in der zweiten Reihe vor der Rudolf Steiner Schule in Berlin Dahlem chillen? Wenn’s mal mit den Noten nicht so dolle ist, steht mein privater Nachhilfelehrer schon auf der Matte, über die paar Euros redet bei uns keiner. Portokasse. Eigentlich bin ich ganz zufrieden, könnte höchstens ’nen bißchen langweilig werden, mein Leben …

Aber, Alter, Abenteuer doch nur was für Idioten: stell dir vor, du suchst dir Eltern in Syrien aus, und findest dich plötzlich auf ’nem Schlauchboot im Mittelmeer wieder … wie beknackt muß man da eigentlich sein … und jetzt kommt‘s noch dicker: du hast es grad so überlebt, und schon bist du in ’ner Flüchtlingsklasse in der Waldorfschule, die versuchen mit dir ihr Image aufzupolieren, wegen ‘ausländerfrei3 und so …“

 

Wenn Schule Schicksal wird …

In einem kritischen Artikel antwortet der Pädagoge André Sebastiani4 auf Jost Schierens Interview mit dem Waldorfblog, und schreibt: „Es macht für einen Pädagogen doch wohl keinen Unterschied, ob der Mensch nun als Produkt vorangegangener Inkarnationen, oder als Produkt seiner Gene und seiner Umwelt vor ihm steht.“

Wenn der Pädagoge kein Anthroposoph wie Jost Schieren wäre, gäbe es im Ergebnis vielleicht keinen Unterschied.

Für einen Anthroposophen wie Jost Schieren könnte der Unterschied nicht größer sein – Anthroposophie bedeutet hier:

Das Kind hat den Lehrer gewählt, das Aufeinandertreffen von Schüler und Lehrer ist „Karma“ – die Schulklasse wird zur Schicksalsgemeinschaft, deswegen ja auch der Verzicht auf das „Sitzenbleiben“ in der Waldorfschule.

Wenn Schule Schicksal wird, woher soll die von Schieren gebetsmühlenartig wiederholte „Freiheit“ kommen?

——————————–

Artikel über andere „Verkäufer“ der Anthroposophie und Waldorfschule:

Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners’ (SKA): Des Steiners neue Kleider

Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

————————————-

 

2 siehe den Kommentar zu Jost Schieren auf dem „Waldorfblog“ von „Roland Brummer  |  26. März 2016 um 3:03 nachmittags“, Zitat:

„(…) In der Anthroposophie ist Reinkarnation, Karmagesetze, Rassentheorie und Evolution eng verbunden. Eine moralische Verfehlung, die zu einer Behinderung oder körperlichen Merkmal führt, kann ich nichts dagegen machen, es geschieht mit mir als Gesetz, nicht was ich möchte oder wünsche. Ich kann da nichts entscheiden. Das Karmagesetz greift bei unserer seelischen Fehlbarkeit. Unmoralisches Handeln heißt Abstieg z.B. in eine degenerierte Rasse oder körperliche Behinderung und Belohnung heißt Aufstieg für ein Leben in der zukünftigen Kulturepoche. Das seelische Verhalten hat immer eine körperliche Konsequenz zur Folge. Es gibt einen ganzen Katalog für Verfehlungen und Belohnungen und ihre körperlichen Folgen.?Ich weiß nicht, wo ich hier das freie selbstbestimmte Individuum finden kann, wenn es nur in Gesetz und Bestimmung gefangen ist ?“

 

3 der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist in regulären Waldorfschulen extrem niedrig, siehe den Artikel: „Drei Gründe für die Waldorfschule“

Da kommen die „Flüchtlings“-Kinder wie gerufen – man kann vorführen, wie „sozial“ und „ausländerfreundlich“ Waldorfschulen sind, siehe den Artikel der anthroposophischen „Erziehungkunst“: „Berliner Waldorfschulen jetzt mit drei Flüchtlingsklassen“

 

 

Umleitung: Ostern, „neue“ Rechte, AfD, Kunst aus dem Holocaust, Ritter in Kinderzimmern, Hamburger Logos, Stanislaw Lem und mehr …

Graffito am S-Bahnhof Savigny-Platz (foto: zoom)
Graffito am S-Bahnhof Savigny-Platz (foto: zoom)

Familienfreuden XXI: Der Schlüssel zum Osterfest … revierpassagen

Interreligiöse (christlich-islamische) Ehe in Theorie und Praxis: Zehra, Michael, erzählt doch mal! … scilogs

Das alte Denken der neuen Rechten: Mit Heidegger und Evola gegen die offene Gesellschaft … blaetter

Hysterische Reaktionen auf rechte Wahlerfolge: Was tun gegen die AfD? … jurga

Gute Freunde: Der Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung (SZ) ist umstritten … postvonhorn

„Kunst aus dem Holocaust“ im DHM: Aktuell zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin die Ausstellung Kunst aus dem Holocaust, welche zur Kategorie „sehr schwer zu verdauen“ gehört … schmalenstroer

Ritter in Kinderzimmern: Public History und ihre jüngsten Nutzer … publicHistory

Gummikamp, Hercules und Sägemann: Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 2 … harbuch

Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ in Hagen: Noch bis 21. April in der Villa Post … doppelwacholder

WP-Artikel „Ungeklärte Identität“: Versuch eines Faktenchecks … sbl

In Memoriam Stanislaw Lem: lesend erkunden – und nicht nur “Solaris” – ist eigentlich alternativlos … neheimsnetz

Oscar Romero – presente! Ein Wort unter Christen zum Gedenktag des salvadorianischen Märtyrerbischofs am 24. März (Gründonnerstag 2016)

„Auf einem Platz in El Salvadors Hauptstadt San Salvador am 22. Mai 2015, dem Tag der Seligsprechung Oscar Romeros.“ (Foto: Luis Astudillo C. / Cancillería; https://commons.wikimedia.org)
„Auf einem Platz in El Salvadors Hauptstadt San Salvador am 22. Mai 2015, dem Tag der Seligsprechung Oscar Romeros.“
(Foto: Luis Astudillo C. / Cancillería; https://commons.wikimedia.org)
Vor zweitausend Jahren wurde Jesus von Nazareth an ein Kreuz der römischen Besatzungsmacht geschlagen. Seine Kunde von einem Reich des rein geschenkten Lebens stürzt die unheilige Dreieinigkeit „Mammon – Macht – Krieg“ noch immer vom Thron.

(Ein Gastbeitrag von Peter Bürger)

Die Herrschenden haben keineswegs Angst vor bloßen Empörern, sondern nur vor jenen, die gegenüber den Versprechen von Geldvermehrung, Machtausübung und Gewalt immun sind. Sie haben Angst vor den Geliebten, vor dem Mann aus Galiläa und auch vor dem salvadorianischen Bischof Oscar Romero (1917-1980), einem seiner entschiedenen Jünger. Wer sich nicht verstricken lässt in die Strukturen des Ungeliebtseins und sich nicht einkaufen lässt von den Agenten des Todes, wird ermordet.

Die Blutzeugen und Propheten, die dem Rad in die Speichen fallen, kommen ungelegen. Wir basteln uns die christliche Existenz lieber so zurecht, dass es zu einer ernsteren Konfliktsituation erst gar nicht kommen kann. Sehr löblich ist es, Opferanbetung, Blutkulte und Leidenssehnsucht zu entlarven. Doch danach dringen die Glücklich-Preisungen der Bergpredigt umso vernehmlicher ans Ohr: „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden … nicht, weil sie leiden, sondern weil sie lieben.“ (P. Jacob, Chile)

Oscar Romero verfügte bei seinem Amtsantritt als Erzbischof von San Salvador über keine mutige Prophetenstimme und hat sich sein Martyrium nicht selbst ausgesucht: Am 12. März 1977 wird der Jesuit und Armenpriester Rutilio Grande mit zwei Begleitern ermordet. Während der nächtlichen Totenwache für diesen Freund und die beiden anderen Opfer beginnt eine Wandlung Romeros zum entschiedenen Bischof der Armen und Kritiker des herrschenden Systems: „Die Zeiten sind vorbei, meine Schwestern und Brüder, wo man sagte, das sei der Wille Gottes. Viele Dinge, die geschehen, sind nicht der Wille Gottes.“ Noch in seiner Amtszeit werden hunderte engagierte Gläubige und fünf weitere Priester ermordet!

Im Jahr darauf erhält Romero wegen seines Einsatzes für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung den Ehrendoktor der Georgetown-University in den USA, wo er in Kreisen der ökumenischen Bewegung großes Ansehen genießt. Es folgen weitere Ehrungen aus dem Ausland. Der Erzbischof ist weltweit als Prophet der Armen sehr bekannt. Hohe Würdenträger einer „Kirche“ der Macht und der Privilegien überlegen deshalb, wie man ihn auf ein Abstellgleis schieben könnte. Die Bischöfe Lateinamerikas bekräftigen jedoch 1979 in Puebla (Mexiko) ihre „vorrangige Option für die Armen (bzw. Option wegen der Armen)“.

Am 17. Februar 1980 schreibt Romero einen Brief an US-Präsident Jimmy Carter mit der Bitte, dass die USA keine weiteren Waffen an die Junta der Reichen in El Salvador liefern. Am 23. März 1980 ruft er wenig später in seiner Sonntagspredigt die Soldaten und andere „Sicherheitskräfte“ auf, Befehle zum Töten und Foltern zu verweigern: „Ich bitte euch, flehe euch an, befehle euch: Hört auf mit der Unterdrückung!“

Am Folgetag predigt Oscar Romero in einer Abendmesse: „Es ist zwecklos, nur sich selbst zu lieben und sich vor den Gefahren des Lebens zu hüten.“ Am Altar trifft ihn die tödliche Kugel aus dem Gewehr eines Auftragskillers. Beim Militär und in Kreisen der Oberschicht wird mit Champagner auf die gelungene Mordattacke angestoßen. Die Armen Lateinamerikas aber sprechen den Bischof sofort heilig – ohne ein kostenpflichtiges Amtsverfahren.

In diesem Jahr fallen Todestag und weltkirchlicher Gedenktag Romeros auf den Gründonnerstag. Bei uns fördern einige gut abgesicherte und im Neoliberalismus sozialisierte Christenmenschen die Ansicht, das Geschick Romeros und der lateinamerikanischen Kirche der ungezählten Märtyrer sei ein Drama vergangener Zeiten. Man spekuliert lieber über eine überzeitliche Dramatik des Kreuzes, in der sich irgendwelche mysteriösen Absichten Gottes andeuten und die mit der leibhaftigen Welt wenig zu tun hat:

„Solange die Kirche jenseitige Erlösung verkündet, ohne selbst in die realen Probleme dieser Welt einzutauchen, wird sie geachtet und gepriesen und sogar mit Privilegien überschüttet. Wenn sie aber ihrer Sendung treu ist […], wenn sie die Hoffnung auf eine gerechtere und menschlichere Welt verkündet, dann wird sie verfolgt und verleumdet, wird subversiv und kommunistisch genannt.“
Oscar Romero

Die Verteilung des Reichtums auf der Erde, auf der wir leben, ist in globalem Maßstab heute so skandalös wie zu Romeros Zeit im kleinen Land El Salvador. (Der Bischof bedachte übrigens mit Sorgfalt entsprechende Statistiken.) Eine winzige Minderheit auf dem Globus verfügt über so viel Vermögen wie die Hälfte der ganzen Weltbevölkerung. Die von Militärapparatur und politischen Machtsystemen flankierte Geldvermehrungsmaschine lässt nicht nur Jahr für Jahr 20 Millionen Hungertote am Wegrand liegen, sondern schickt sich auch an, die Lebensgrundlagen der nach uns kommenden Generationen zu zerstören.

Mancher mag vielleicht meinen, die recht willkürlich ausgewählten, immer gleichen Konfliktschauplätze der Abendnachrichten würden uns schon die „Welt“ zeigen, wie sie ist. Doch wir wissen hierzulande wenig von der Welt, wie sie wirklich ist, und noch weniger von der Rolle, die unser Land als mächtige Volkswirtschaft im Weltgefüge einnimmt. Das Drama der Verelendeten dieser Erde ist so real wie nur irgendetwas. Real ist auch der schichtenübergreifende Verdummungsprozess unter den Bedingungen einer grundfalschen, aggressiven Form von „Globalisierung“ ohne Solidarität, bei der die Menschheit als Ganzes nur verlieren kann:

„Wie viel ist nötig, damit Menschen von heute, die ihr Kapital dem Menschen vorziehen, merken, dass der Mensch mehr wert ist als alle Millionen der Erde?“
Oscar Romero

Um Befreiungsprozesse auf dem Erdkreis, eine Ermutigung der Armen und die Überwindung todbringender Mächte werden ernsthafte Christen allüberall ringen – heute drängender noch als im Jahr 1980. Das steht der Heilung unserer zerbrochenen, leeren Herzen mitnichten entgegen, sondern inspiriert auch in unserem eigenen Leben zum Auszug aus dem Imperium der Traurigkeit. Nostalgische Folklore – das ist hingegen Sache der stark ausgedünnten Bürgerkirche, die noch nicht verstehen will, dass der unbequeme Märtyrer aus El Salavdor ein Wegweiser des 21. Jahrhunderts ist:

Oscar Romero – presente!

Umleitung: vom Hausmeister H. über die Hessenwahlen zum Volk und zum Antisemitismus von Pink Floyd

Winter unter der Hamburger Krugkoppelbrücke. (foto: zoom)
Winter unter der Hamburger Krugkoppelbrücke. (foto: zoom)

Hausmeister H.: Erarbeitete sich der Hausmeister namens H. mit der Malerei bloß ein neues Hobby, oder versuchte er zu werden, wozu er nicht bestimmt war? … erbloggtes

Kommunalwahlen in Hessen: vorläufige Ergebnisse … hessenschau

Vor den drei Landtagswahlen: Die SPD im Abwärtstrend … jurga

Perfides Rechtsstaatsverständnis: AfD bedroht erneut Journalisten und will sich Berichterstattung durch Ausschluss entziehen … dju

Das „DasVolk“: Aktuelle Berichte zeigen, dass sich ein Neologismus in unserer Gesellschaft etabliert hat. Es handelt sch dabei um den Begriff: DasVolk … prinzessinenreporter

Keine Stolpersteine in München: Gutes oder schlechtes Gedenken? … publicHistory

Flucht und Vertreibung: Meine fünf Syrer – Menschen im Nebel … harbuch

Das große „Irgendwie“: zum wolkigen Stand der Dinge beim Berliner Humboldtforum … revierpassagen

Religion und Glaube: Eine persönliche Zusammenfassung zu Evolutionsforschung und Glauben – und ein Experiment … scilogs

In der Wahrheit liegt die Lüge: Stimmungsmache mit Banalitäten … sprachlog

HSK: Grüne Jugend fordert Abschiebestopp und Rücktritt des Landrats … blickpunktarnsberg

06.03.2016: David Gilmour wird “70” … neheimsnetz

Shut up you crazy diamond: The Anti-Semitic Stench of Pink Floyd … observer

Pink Floyd’s David Gilmour: joins antisemitic „pro-Palestinian“ campaign … elderofziyon

Friedenslandschaft Sauerland: Peter Bürger, Sauerländer im Widerstand, Botschafter des Lebens und Märtyrer 1933-1945.

Dieser Blick in die Geschichte ist verbunden mit dem Plädoyer für einen (überparteilichen) christlichen und humanistischen "Sauerlandpatriotismus" angesichts des neuen braunen Denkens.
Dieser Blick in die Geschichte ist verbunden mit dem Plädoyer für einen (überparteilichen) christlichen und humanistischen“S auerlandpatriotismus“ angesichts des neuen braunen Denkens. (Peter Bürger)

Im Zusammenhang mit dem 2014 begonnenen Projekt „Friedenslandschaft Sauerland“ ist eine neue, kostenlos abrufbare Internetdokumentation des Christine-Koch-Archivs am Museum Eslohe erschienen: „Sauerländer im Widerstand, Botschafter des Lebens und Märtyrer 1933-1945“[1].

(Hinweis: Der Lions Club Lennestadt hat die Erarbeitung mit 500,- Euro gefördert.)

Ausdrücklich geht es Peter Bürger, dem Bearbeiter der Sammlung, um ein „Geschichtsgedächtnis in Zeiten eines neuen braunen Denkens“.

Die neuen Rechten würden vortragen, sie hätten mit der NSDAP nichts zu tun, hetzten aber umso schamloser gegen Migranten und Flüchtlinge.

Dem könne ein christlicher oder humanistischer Sauerlandpatriotismus die Schönheit der besten Heimatlieferungen gegenüberstellen. Statt eines Nachwortes wird im neuen Band eine Rede des Arnsberger Bürgermeisters Hans-Josef Vogel (CDU) dokumentiert: „Was für eine Gesellschaft wollen wir sein? Eine offene Gesellschaft oder eine Ausgrenzungsgesellschaft?“[2]

In den bisherigen Publikationen ging es fast ausschließlich um katholische Persönlichkeiten. Der neue Band vermittelt zunächst mit einem umfangreichen Kapitel, dass auch Vertreter der evangelischen Bekennenden Kirche zu den Vorbildern aus der Widerstandsgeschichte des kölnischen Sauerlandes gehören.

Referiert werden außerdem die Forschungsergebnisse von Dr. Ottilie Knepper-Babilon und Hannelie Kaiser-Löffler, die in ihrer Studie 2003 erstmals den sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstand in den hochsauerländischen Altkreisen gründlich dargestellt haben. Anhänger der KPD wurden z.B. früher und brutaler verfolgt als alle anderen Gruppen. Auf Mitgefühl oder Solidarität konnten sie in ihrer weiteren sauerländischen Umgebung nur selten zählen.

Allerdings überwiegen im Anschluss daran doch wieder Beiträge zu Katholiken. KZ-Haft und Ermordung des Niedersalweyer Pfarrvikars Otto Günnewich (1902-1942) folgten einer geringfügigen „Ordnungswidrigkeit“ bei der Fronleichnamsprozession am Ort.

Gleich drei Opfer der braunen Mörderbande kamen aus dem Raum Finnentrop. Der Bäckermeister Josef Quinke (1905-1942) aus Fretter und der Franziskaner Kilian Kirchhoff (1892-1944) aus Rönkhausen zählen zu den Blutzeugen wider das Regime der deutschen Faschisten. Die Finnentroper Textilverkäuferin Maria Autsch (1900-1944) ging zum Eintritt in einen Orden nach Österreich, geriet in einen gefährlichen Konflikt mit den Nationalsozialisten und galt später als „Engel von Auschwitz“.

Der Bauernsohn Carl Lindemann (1917-1944) aus Herrntrop wurde wegen eines „politischen“ Witzes vor dem sogenannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Der aus Sundern stammende Dr. Josef Kleinsorge (1878-1945) war war Direktor der Höheren Landwirtschaftsschule in Lüdinghausen und fand den Tod im Konzentrationslager Dachau.

Der Arnsberger Propstdechant und Zentrumspolitiker Joseph Bömer (1881-1942) ließ sich von den Nationalsozialisten nicht einschüchtern – und konnte durchaus auf einen starken Rückhalt in seiner Gemeinde zählen.

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[1]Bürger, Peter: Sauerländer im Widerstand, Botschafter des Lebens und Märtyrer 1933-1945. = daunlots. Internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. nr. 78. Eslohe 2016. [194 Seiten] Abrufbar über www.sauerlandmundart.de

vorab auch hier: 2016 01 15 daunlots 78

[2] ebenda S. 188-191 auch http://www.arnsberg.de/lichtpforte/einweihung/Rede_BM_Vogel.pdf

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