Gerade flattert mir eine Erklärung von Dirk Wiese (SPD) zum Gemeinnützigkeitsrecht in den Eingangskorb.
Sie ist sehr kurz und ich verstehe nicht, wie Schützen- und Karnevalsvereine sowie Frauen-Chöre zusammenhängen.
Wie dem auch sei. Ich bin müde und hier die Meldung:
„Was haben wir uns doch alle im Sauerland in diesem September über die erste Bundesschützenkönigin gefreut. Dies zeigte deutlich, wie viele Veränderungen es in den letzten Jahren vor Ort bei uns im Sauerland gegeben hat. Und dennoch: Das Vereinsleben in Deutschland muss auch historisch gewachsene Strukturen bewahren können, die durch eine mögliche Veränderung im Gemeinnützigkeitsrecht gefährdet wären. Das gilt zum Beispiel sowohl für Schützen- und Karnevalsvereine, aber auch für Frauen-Chöre. Hierauf werden wir in den vor uns liegenden Beratungen genau achten.“
Am 2. November ist in der Westfalenpost ein Artikel von Torsten Koch zum Zustand der Partei DIE LINKE im Hochsauerlandkreis erschienen.
Der fünfspaltige Beitrag trägt die Überschrift „Die Linke spielt „Mensch ärgere Dich nicht„, mit der Unterzeile „Wer wirft wen raus? Knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl 2020 weiter Chaos im Kreisverband“. An den Artikel schließt sich ein Kommentar von Martin Haselhorst „Unwählbare Unklarheit“ an.
Der Artikel greift den wirklich verwirrenden Zustand der Hochsauerländer Partei DIE LINKE auf. Nach meinem Eindruck stehen sich, verkürzt ausgedrückt, im HSK zwei Gruppierungen gegenüber. Auf der einen Seite die Arnsberger Ortslinken und Werner Ruhnert, auf der anderen Seite die Kreislinken um Dietmar Schwalm und Joachim Blei. Über beiden Seiten schwebt die Landeslinke NRW, in Form ihres Landesvorstands, die bislang nicht zu Klärung des Konflikts beigetragen zu haben scheinen.
Als „Nicht-Insider“ mit Sympathien für die politischen Aktivitäten von Blei und Schwalm auf Kreisebene, fällt es mir schwer ein Urteil zu fällen.
Der Zustand der Linken im HSK macht es einer konservativen Zeitung leicht, „Unwählbare Unklarheit“ zu kommentieren.
Joachim Blei von der Kreislinken hat der Westfalenpost am 4. November eine Leserbrief zu Artikel und Kommentar geschrieben. In diesem Leserbrief wirft Blei den Autoren der Westfalenpost vor, nicht „objektiv und an […] Fakten orientiert zu berichten. Die Darstellung sei eine Zusammenballung („Konglomerat“) von „Zitaten und Halbwahrheiten“.
Der Leserbrief wurde von der Westfalenpost nicht veröffentlicht. Ich halte das für schlecht, weil damit eine öffentliche Diskussion über die Politik und Struktur der Partei DIE LINKE im Hochsauerlandkreis verhindert wird.
Randbemerkung: Diskussionen mit Argumenten und Gegenargumenten können einen komplizierten Sachverhalt klären oder zumindest durchschaubarer machen.
Leserbrief zum Artikel „DIE LINKE spielt Mensch ärgere Dich nicht“ v. 02.11.
Anstatt die gegenwärtige Situation unserer Partei im Kreisverband Hochsauerland objektiv und an ihnen bekannten Fakten orientiert für ihre Leser darzustellen, verfallen die Redakteure Koch und Haselhorst in das altbewährte Muster der Verunglimpfung der DIE LINKE mittels eines Konglomerats an Zitaten und Halbwahrheiten in einem reißerisch aufgemachten Artikel samt niedermachendem Kommentar.
Man merkt, der Kommunalwahlkampf 2020 erscheint am Horizont! Da zeigt die WP dann verstärkt ihre politische Orientierung, weit entfernt von seriösem Journalismus.
Die Fakten sind:
Der Ortsverband Arnsberg wurde von der Kreismitgliederversammlung im Dezember 2018 aufgelöst.
Es gab nie eine Auflösung oder Neugründung des Kreisverbands.
Es gab auch bis dato keinen rechtswirksamen Ausschluss eines Parteimitglieds im KV.
Der seit fast 11 Monaten amtierende Kreisvorstand ist auch weiterhin solange legitimiert, wie ihm dies nicht von einem ordentlichen Gericht abgesprochen wird.
Joachim Blei,
Geschäftsführer des Kreisverbands Hochsauerland der Partei DIE LINKE.
Die Oleftalbahn im Winter (Foto: Marita Rauchberger)
Nostalgisch reist der Nikolaus in diesem Jahr auf der Oleftalbahn. Am 8. Dezember 2019 bietet die Bahn- und Businitiative Schleidener Tal (BuBI) e.V. zwei Nikolausfahrten auf der Strecke zwischen Kall und Schleiden an.
(Pressemitteilung der Bahn- und Businitiative Schleidener Tal e.V.)
Start der Fahrten ist Kall und das Ziel ist Schleiden. Dort steht der Besuch des Nikolausmarktes auf dem Programm. Im Fahrpreis enthalten ist eine Eifeler Erbsensuppe oder eine Bratwurst sowie ein Glühwein bzw. Kakao oder ein Softdrink auf dem Nikolausmarkt. Zu weihnachtlicher Musik beschert der Nikolaus im historischen Schienenbus die Kinder mit einer Nikolaustüte. Anmeldungen sind erforderlich.
Erste Nikolausfahrt:
Kall ab: 11:15 Uhr – Schleiden an: 12:00 Uhr
Schleiden ab: 13:30 Uhr – Kall an: 14:00 Uhr
Zweite Nikolausfahrt:
Kall ab: 14:30 Uhr – Schleiden an: 15:15 Uhr
Schleiden ab: 16:45 Uhr – Kall an: 17:15 Uhr
Preise Nikolausfahrt:
Erwachsene 20 €, Kinder 10 € (inkl. Fahrt, Nikolaustüte, Erbsensuppe oder Bratwurst und 1 Getränk)
Winterfrühstücksfahrt
Aufgrund der sehr großen Nachfrage für die beliebten Frühstücksfahrten, an denen leider nicht alle Interessierten teilnehmen konnten, bietet die Bahn- und Businitiative am 8. Dezember 2019 auch noch eine Winterfrühstücksfahrt an.
Um 9:45 Uhr startet der historische Triebwagen in Kall und erreicht Schleiden um 10:15 Uhr. Das Team der Oleftalbahn begrüßt die Fahrgäste mit einem Glas Sekt im Zug und bringt sie zum Frühstück nach Schleiden ins Café Friederichs, wo die Gäste mit einem reichhaltigen Winterfrühstück verwöhnt werden. Anschließend besteht die Gelegenheit, den Nikolausmarkt zu besuchen. Im Fahrpreis von 24 € pro Person ist neben Fahrt, Sekt und Winterfrühstück auch ein Glühwein bzw. Kakao oder ein Softdrink auf dem Nikolausmarkt enthalten. Die Rückfahrt erfolgt um 12:15 Uhr ab Schleiden. Um 12:45 Uhr erreichen die Fahrgäste wieder den Bahnhof Kall.
Anmeldungen sind für alle Angebote erforderlich: info@oleftalbahn.de oder 0151/12335954
Phallus impudicus (deutsch: unzüchtiger Penis), botanisch: Gemeiner Stinkmorchel : Pilz des Jahres 2020 (foto: zoom)
Als ich heute die Meldung las, dass Finanzminister Olaf Scholz (SPD) Vereinen, die keine Frauen aufnehmen, den Status einer gemeinnützigen Organisation aberkennen wolle, habe ich mich schon ein wenig gefreut.
Ginge es doch den männerbündischen Schützenvereinen an den Kragen, die mit „Glaube, Sitte, Heimat“, Frauen und Nicht-Katholik*innen an den Rand drängen.
Nach 22 Jahren Sauerland rege ich mich komischerweise über Schützenvereine nicht mehr auf. Sollen sie doch. Ich bin sowieso nicht dabei. Ein Fehler vielleicht, weil die Vereine den Anspruch haben, die Kultur und das soziale Leben des Ortes zu durchdringen.
Lange Rede kurzer Sinn. Als ich über meine 22jährige Nichtmitgliedschaft in einem Schützenverein nachdachte, kam mir etwas anderes in den Sinn.
Ich ärgere mich oft über unsere lokale Presse – wer tut das nicht – und manchmal hatte ich da so eine Ahnung, dass die Art der Berichterstattung auch mit dem Personal zu tun habe könnte.
Kurz und schlecht: Nicht nur die Schützenvereine, sondern auch die Redaktionsleitungen sowie die Ressorts der Westfalenpost, unserer Lokalpresse, sind eine einzige Männerdomäne.
Ich habe nachgeschaut: Voll fett bis auf EINE Frau in Wetter Männer, Männer, Männer, denen ich auch das Titelbild gewidmet habe.
Chefredaktion
Chefredakteur:
Dr. Jost Lübben
Stellvertreter:
Torsten Berninghaus
Mitglied der Chefredaktion:
Klaus Theine (Lokalredaktionen)
Produktion/Leiter Titelredaktion
Kajo Fritz
Politik
Martin Korte
Reportage:
Joachim Karpa
Wirtschaft:
Jens Helmecke
Leserdialog:
Thorsten Keim
Lokalredaktionen
Arnsberg
Redaktionsleiter: Martin Haselhorst
Bad Berleburg
Redaktionsleiter: Lars-Peter Dickel
Balve
Redaktionsleiter: Thomas Hagemann
Brilon
Redaktionsleiter: Boris Schopper
Ennepe-Ruhr Süd
Redaktionsleiter: Stefan Scherer
Schwelm:
NN
Sport: Heinz-Gerhard Lützenberger
Ennepetal:
NN
Hagen
Redaktionsleiter: Michael Koch
Sport: Axel Gaiser, Rainer Hofeditz
Hohenlimburg
Redaktionsleiter: Michael Koch
Menden/Märkischer Kreis
Redaktionsleiter: Thomas Hagemann
Nachbemerkung: Ich hatte heute Nachmittag kurz überlegt, ob ich irgendein digitales Angebot der Westfalenpost abonnieren solle. Das hat sich heute Abend erledigt.
Von Briefmarkengestaltung: Prof. Ernst und Lorli Jünger, München – Heiligenlexikon.de (first upload at de.wikipedia.org), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2028525
Am 8. November 1939 verübte Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller einen Bomben-Anschlag auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte NS-Führungsspitze.
Das Attentat scheiterte nur knapp. Der gelernte Schreiner und überzeugte Widerstandskämpfer aus Baden-Württemberg wurde bei seiner Flucht in die Schweiz festgenommen. Die Deutschen glaubten dem Gerücht der NS-Propaganda, dass der britische Geheimdienst verantwortlich für den Anschlag sei. Nach fünf Jahren Haft in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau wurde Elser am 1945 im KZ Dachau ermordet, seine Leiche danach verbrannt.
Heute hat der Einzeltäter seinen Platz in der Geschichte des deutschen Widerstands gegen die NS-Diktatur gefunden.
Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, Württemberg; † 9. April 1945 im KZ Dachau, Bayern) war ein deutscher Kunstschreiner und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Am 8. November 1939 führte er im Münchner Bürgerbräukeller ein Bomben-Attentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte nationalsozialistische Führungsspitze aus, das nur knapp scheiterte. Er wird bis heute verkürzt als „Hitler-Attentäter“ bezeichnet.
Vergangenen Monat erschien im britischen Guardian eine Zeitleiste der Klimakrise von Jonathan Watts. Sie zeigt im Detail, dass Öl- und Gasindustrie sowie die Politik seit 50 Jahren die Risiken der Nutzung fossiler Brennstoffe kennen und wie und wann sie die Öffentlichkeit hintergangen haben.
1959 Der Physiker Edward Teller informiert das Amerikanische Erdöl Institut (API), dass ein 10%er Anstieg von CO2 in der Atmosphäre die Polkappen abschmelzen werde. „Ich denke, dass diese chemische Verschmutzung viel bedrohlicher ist, als die meisten Leute glauben wollen,“ zitiert der Guardian den Naturwissenschaftler.
1965 Das Wissenschaftliche Beratungskomitee des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson schreibt, dass die Luftverschmutzung in großem Maßstab den Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Luft verändert habe. Dies könnte schädliche Folgen für die Menschen haben. Der Vorsitzende der API warnt die Industrie: Die Zeit wird knapp.
1970 Shell und BP finanzieren wissenschaftliche Forschung in Großbritannien, um die Klimaauswirkungen von Treibhausgasen zu untersuchen.
1977 In einem kürzlich begonnen gerichtlichen Verfahren wird behauptet, Wissenschaftler von Exxon hätten 1977 das Management informiert, dass es einen überwältigenden Konsens gebe, dass fossile Energieträger verantwortlich für den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre seien.
1981 Ein internes Memorandum von Exxon warnt, dass es eindeutig möglich sei, dass CO2 Freisetzungen, die aus dem 50-Jahres Plan der Firma resultieren, später katastrophale Auswirkungen haben werden (zumindest für einen erheblichen Teil der Erdbevölkerung).
1988 NASA-Wissenschaftler James Hansen sagt vor dem Senat aus, dass der Treibhauseffekt festgestellt wurde und dass er bereits feststellbar das Klima verändere. US-Präsidentschaftskandidat George Bush Sr verspricht während seines Wahlkampfes, er als Präsident werde etwas gegen den Treibhauseffekt unternehmen: As a president, I intend to do something about it.
1988 Ein vertraulicher Bericht für Shells Environmental Conversation Committee kommt zu dem Ergebnis, dass CO2 die Temperaturen in den kommenden 40 Jahren um 1°C oder 2°C ansteigen lassen könnte. Die daraus resultierenden Veränderungen wären möglicherweise die größten in der bisher dokumentierten Geschichte und ein schnelles Handeln der Energie-Industrie sei nötig.
1989 In den USA wird die Global Climate Coalition (GCC) als Lobbygruppe der Industrie gegründet, welche wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel in Frage stellt und Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen verhindert. Exxon, Shell und BP treten 1993-94 bei.
1990 Exxon finanziert die beiden Wissenschaftler Dr. Fred Seitz und Dr. Fred Singer, welche den Konsens über den Klimawandel in der Wissenschaft in Frage stellen. Beide haben vorher für die Tabakindustrie gearbeitet und die gesundheitlichen Schäden des Rauchens in Frage gestellt.
1991 Shells Werbefilm „Climate of Concern“ gibt zu, dass Veränderungen schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der letzten Eiszeit möglich seien und dass sich diese Veränderungen schneller vollziehen als sich Lebewesen unbeschadet anpassen können.
1992 UN-Weltklimakonferenz in Rio: das erste Abkommen über Emissionen von Treibhausgasen und das Verhindern gefährlichen menschlichen Eingreifens in das Klima wird verabschiedet. US-Präsidente George Bush verspricht, dass die USA vorhaben, hervorragender Weltführer in der Verteidigung der globalen Umwelt zu werden.
1997 Zwei Monate vor der Weltklimakonferenz in Kyoto:
Mobil (später Fusion mit Exxon) schaltet eine Anzeige in der New York Times in der es heißt: Die Klimawissenschaft ist zu ungenau, um Beschlüsse zu fasse, die die Wirtschaft ins Chaos stürzen können.
1998 Nach intensiver Opposition von Ölgesellschaften und der GCC, weigern sich die USA, das Abkommen von Kyoto zu ratifizieren.
2009 US Senator Jim Inhofe, zu dessen größten Geldgebern die Öl- und Gasindustrie gehören, führt eine Desinformationskampagne gegen Wissenschaftler am Eröffnungstag der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen an. Die Konferenz endet ohne gemeinsame Beschlüsse.
2014 Eine Studie von Richard Heede enthüllt, dass 90 Firmen für den Ausstoß von zwei Drittel des CO2 , welches seit dem Beginn der Industriellen Revolution in der Mitte des 18. Jahrhunderts in die Atmosphäre gelangt ist, verantwortlich sind.
2016 Die Amerikanische Ölindustrie (API) entfernt die Behauptung, der menschlicher Einfluss auf den Klimawandel sei ungewiss, von ihrer Website.
2017 Exxon, Chevron und BP spenden jeweils $500.000 für die Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump.
2019 Mohammed Barkindo, Generalsekretär der OPEC, die Saudi Arabien, Kuweit, Algerien, Iran und zahlreiche andere Ölstaaten repräsentiert, ist der Meinung, dass Klima Aktivisten die größte Bedrohung der Industrie seien und behauptet, sie würden die Öffentlichkeit mit unwissenschaftlichen Warnungen über die Erderwärmung in die Irre führen.
Fridays for Future Demo und danach Gründung der Grünen in Brilon. Jetzt auch in Bestwig? (foto: zoom)
Die Grünen scheinen im hohen Hochsauerland neuen Aufwind zu bekommen. Nach der Gründung eines Ortsverbands in Brilon, will die Partei sich am kommenden Freitag in Bestwig etablieren.
Liebe GRÜNE in Bestwig, liebe GRÜN-denkende und Unterstützer*innen,
es ist an der Zeit, auch in Bestwig einen GRÜNEN Ortsverband zu gründen. Alle, die mitmachen wollen, treffen sich zum ersten Mal am Freitag, den 08.11.19, um 18.00 Uhr in der Hofschänke „Kumm rin“ am Marktplatz 1 a in 59909 Bestwig-Ostwig (Link: http://www.kumm-rin.de/kontakt).
In gemütlicher Runde werden wir dann die ersten Planungsideen austauschen.
Grün wächst!
Wenn ihr kommen wollt, schreibt bitte kurz eine Mail an buero@gruene-hsk.de. Dann können wir besser planen.
Keine Schließungspläne für „REWE ihr kaufpark“ in Winterberg. (foto: zoom)
Die Schließung des REWE-Marktes in Siedlinghausen ist mir heute von REWE bestätigt worden. Als Grund für den Rückzug wird fehlende Rentabilität wegen rückläufiger Kundenzahlen angegeben.
Auch auf die naheliegende Frage, ob Schließungspläne für den Standort in der Kernstadt Winterberg bestehen, hat REWE geantwortet.
Zitat REWE:
„Es ist richtig, dass der REWE Ihr kaufpark-Markt in Winterberg-Siedlinghausen, Hochsauerlandstraße 62, voraussichtlich im September 2020 schließen wird. Ein endgültiger Schließungstermin steht zum heutigen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.
Durch die rückläufige Kundenfrequenz ist die Rentabilität des Marktes leider nicht mehr gegeben.
Wir sind aktuell bemüht, unseren Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in umliegenden REWE-Märkten anzubieten.
Weitere Schließung der REWE Ihr kaufpark-Märkte in Winterberg sind nicht geplant.“
Soweit die Antwort von REWE auf meine Anfrage.
Wie es im September weiter geht, darüber möchte ich nicht spekulieren, sondern abwarten, bis weitere belastbare Informationen vorliegen.
Der REWE-Kaufpark in Siedlinghausen heute Abend um kurz nach acht (foto: zoom)REWE verläßt im September 2020 Siedlinghausen. Der Vertrag mit dem Eigentümer wird nicht verlängert.
Bis gestern war es für mich nur eines von vielen Gerüchten, aber heute habe ich aus weiteren Quellen erfahren, dass der REWE-Supermarkt definitiv Schluss macht.
Jeder und jede, den/die ich gefragt habe, hat bekräftigt, dass es schon andere Interessenten wie Markant oder Lidl gebe. Hier weiß ich allerdings noch nichts Genaues und warte ab.
Der REWE in Siedlinghausen ist einer der kleinsten, die ich im weiten Umkreis kenne. Größtes Manko: kein Pfandautomat. Konkurrenz hat er in Winterberg (EDEKA, ALDI, größerer REWE, Lidl) und Olsberg (REWE, NETTO, ALDI, HIT, Lidl).
Ich hoffe für meinen kleinen Wohnort sehr, dass ein Nachfolger gefunden wird. Ohne Lebensmittelmarkt würde Siedlinghausen erheblich an Wohnqualität verlieren.
Geborgen, mutig, frei – das Buch (Foto: Titelseite)
Im Bereich der Erziehungsratgeber finden sich nur selten besondere Perlen. „Geborgen, mutig, frei“ *) ist jedoch ein solches Schmuckstück, wenn es auch nicht auf den ersten Blick so wirkt.
Das Buch ist nämlich recht dick – 352 Seiten könnten manche Leser/-innen abschrecken, zumal der Preis von € 26,- zwar sehr angemessen ist, aber dennoch höher liegt, als Taschenbuchkonsumenten gewohnt sind. Dafür hält man ein richtiges, gebundenes Buch in den Händen, das einen mit seinem Gewicht dazu animiert, sich in Ruhe gemütlich in den Sessel zu versenken. Für die Lektüre in Bus oder Straßenbahn eignet sich die (zudem deutlich preiswertere) eBook-Version sicherlich besser.
Zum Schmuckstück trägt natürlich auch das schwarz-weiße Titelfoto bei: Zwei Mädchen, die im Wasser spielen – eine wunderbare Gegenlicht-Aufnahme voller Dynamik. Weitere derartige Fotos von Alain Laboile finden sich vor jedem einzelnen Text und tragen ihr Teil dazu bei, dass man die insgesamt 47 Artikel von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund mit Denkpausen unterbricht. Die sind wichtig, denn jeder einzelne Artikel ist einem anderen Thema gewidmet. Es sind ausgewählte Beiträge der beiden Autoren aus dem auflagenstarken Schweizer Elternmagazin „Fritz+Fränzi“.
Da geht es beispielsweise um den Mut, den es erfordert, Kindern Freiräume zu schenken, um das kindliche Trödeln, den Umgang mit kindlichen Ängsten, die Förderung von Selbstständigkeit oder die Mitbestimmung.
Ein Teil der Beiträge bezieht sich auf kindliches Verhalten im Vorschulalter, ein anderer Teil auf schulische Themen, wieder andere stellen altersübergreifende Fragen in den Mittelpunkt.
So hat mich beispielsweise der Artikel „Etwas mehr Optimismus, bitte!“ (S. 67 ff.) sehr beeindruckt. Er thematisiert den Sachverhalt, dass Optimisten in unserer Kultur häufig für realitätsfremd und naiv gehalten werden. Doch wer eine pessimistische Grundhaltung vertritt, verstärkt negative Gefühle und Sichtweisen übermäßig. Dagegen stellt die Forschung fest: „Menschen mit einem gesunden Optimismus leben länger, sind körperlich fitter, haben glücklichere Beziehungen, sind erfolgreicher, kommen mit Enttäuschungen besser zurecht und packen Probleme aktiver an“ (S. 68).
Darum stellt der Artikel auch zwei Methoden vor, die Eltern helfen können, sich selbst und ihrem Kind zu einer positiveren Weltsicht zu verhelfen. Eine davon ist die „Was ist gut gelaufen?“-Übung aus der positiven Psychologie: Beim abendlichen Gute-Nacht-Sagen kann das Kind drei Kleinigkeiten vom Tag erzählen, die Freude gemacht haben. Mutter oder Vater dürfen auch von eigenen schönen Erlebnissen erzählen. Sie lenken mit diesem Brauch, der allerdings keine allabendliche Pflichtübung werden sollte, die Aufmerksamkeit ihres Kindes auf die positiven Aspekte des Lebens. Natürlich ist das Verfahren empirisch überprüft, so wie alle Tipps und Anregungen in „Geborgen, mutig, frei“ einen seriösen, wissenschaftlichen Hintergrund aufweisen.
Das ist auch beim wichtigen Themenkreis „Mobbing“ so, wo nicht nur Eltern informiert und zu einem konstruktiven Eingreifen angeregt werden. Einer von insgesamt vier Artikeln dazu wendet sich speziell an Lehrkräfte und stellt ihnen die „No Blame Approach“-Methode so detailliert vor, dass jede Leserin, jeder Leser danach handeln könnte.
Außerdem verweist der Artikel auf ein Video zur Methode für Grundschulkinder, das auf www.biber-blog.com angeschaut werden kann. Auf dieser Website findet man etliche weitere Kurzfilme, auf die einzelne Artikel bei Gelegenheit aufmerksam machen, ob zum Modelllernen, dem Umgehen mit eigenen Ängsten oder der Entwicklung von mehr Selbstständigkeit.
„Geborgen, mutig, frei“ ist also wirklich ein Schmuckstück, sehr klar und verständlich geschrieben, konkret, hilfreich, vielseitig. Es lässt nichts aus, was im Erziehungsalltag mit Kindern zum Problem werden könnte. Dabei sind die Artikel gleichzeitig stets unterhaltsam, humorvoll, oft auch lustig – an manchen Stellen konnte ich ein lautes Auflachen nicht unterdrücken. Der Verweis auf weiterführende Hilfen, wo nötig, die kompakten Kurztipps am Ende mehrerer Artikel oder auch ein Ringelnatz-Gedicht an passender Stelle – das alles trägt zu einer genauso unterhaltsamen wie nützlichen Lektüre bei. Und das Beste: Das Buch belehrt nirgends, aber man lernt auf jeder Seite hinzu.
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*) Fabian Grolimund, Stefanie Rietzler: Geborgen, mutig, frei. Wie Kinder zu innerer Stärke finden, Freiburg (Herder) 2019, 352 S., € 26,- (als eBook € 19,99)
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