Mein Name ist Israel Kaunatjike. Als königliche Hoheit bist Du ja ,grundsätzlich geehrt’, wenn man Dich auf Kaiser Wilhelm II. anspricht. Wie schön! Zu ihm habe ich auch ein besonderes Verhältnis.
Auf seinen Befehl wurden meine Vorfahren, die Herero, ermordet. 80% meines Volkes mußte sterben. Dein Ururopa ließ meine Vorfahren in die Wüste treiben und Konzentrationslager errichten. Meine Vorfahren mußten die Schädel ermordeter Gefangener auskochen und das Fleisch mit Glasscherben abschaben. Dann wurden die Schädel an das Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin geschickt. Dort wurden sie genutzt, um die ,Rassenlehre’ zu entwickeln; darauf Grund auch Millionen später von Deutschland Juden ermordet wurden.
Die Überreste meiner Vorfahren sind immer noch in Deutschland: in Museen, ,Wissenschaftlichen Sammlungen’.
Ich finde es gut, daß Du, Prinz Georg Friedrich, jetzt eine ,Entschädigung’ von Deutschland verlangst. Wir fordern nämlich auch ,Entschädigung’. Aber mit uns will Deutschland irgendwie nicht verhandeln. Mit Ihnen schon. Gut. Bei Ihnen geht es um jede Menge Geld. Ich fände für’s Erste schon eine Entschuldigung für den Völkermord angemessen und daß Deutschland alle meine Vorfahren zurückgibt.
Prinz Georg Friedrich! Danke. Du öffnest Türen. Wirst Du entschädigt, dann müßte das erst recht für die Herero gelten. Danke, daß Du mit uns für Gerechtigkeit kämpfst. Schau doch ’mal auf Hohenzollern.lol. Und danke, danke, danke für Deine Eier aus Stahl.“
Ein Pflichtfach Informatik soll zum Schuljahr 2021/2022 in den Klassen 5 und 6 eingeführt werden.(screenshot: zoom)
Das Landeskabinett hat vor zwei Tagen den Entwurf einer Verordnung zur Einführung der Fächer Wirtschaft und Informatik an allen Schulformen in der Sekundarstufe I und zu weiteren Änderungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung gebilligt.
(Pressemitteilung des Ministeriums für Schule und Bildung)
Bis Anfang/Mitte Januar 2020 haben nun die am Schulleben beteiligten Verbände Gelegenheit, sich zu dem Entwurf zu äußern. „Schule hat die Aufgabe, junge Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft und einen erfolgreichen Berufseinstieg vorzubereiten. Ohne vertiefte ökonomische Kompetenzen und grundlegende digitale Kenntnisse ist dies in der heutigen Zeit schlicht nicht mehr möglich, daher ist für die Landesregierung beides selbstverständlich ein unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung“, erläutert Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer.
Die geplante Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung sieht vor, dass an allen nicht-gymnasialen Schulformen der Sekundarstufe I das Schulfach Wirtschaft zum Schuljahr 2020/21 eingeführt wird. „Die Wirtschaft bildet nicht nur das Fundament unseres gesellschaftlichen Wohlstands, sie ist auch ständiger Begleiter im Alltag. Ein solides Grundwissen darüber, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert, oder Kenntnisse über Rechte und Pflichten als Verbraucher sind Alltagskompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in unserer Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten“, so Ministerin Gebauer.
Das Schulfach Wirtschaft/Politik wurde im aktuellen Schuljahr 2019/20 mit der Umstellung auf G9 zunächst an den Gymnasien eingeführt.
Zum Schuljahr 2020/21 soll dann die Einführung an den übrigen Schulformen in der Sekundarstufe I erfolgen:
An der Schulform Realschule soll das neue Schulfach Wirtschaft innerhalb des Lernbereichs Gesellschaftslehre geschaffen werden. Zu dieser Fächergruppe gehören gegenwärtig die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik.
In der Hauptschule soll der Lernbereich Arbeitslehre mit den Fächern Wirtschaft, Technik, Hauswirtschaft fachlich zum neuen Lernbereich Wirtschaft und Arbeitswelt weiterentwickelt werden.
In den Gesamtschulen und Sekundarschulen soll das neue Fach Wirtschaft/Politik mit erhöhtem Stundenumfang eingeführt werden. So wie an den Gymnasien und Realschulen soll das neue Fach zusammen mit den Fächern Geschichte und Erdkunde dem Lernbereich Gesellschaftslehre zugeordnet werden.
Seit Beginn dieses Jahres arbeiten Lehrplankommissionen an neuen Lehrplänen für die Fächer der betroffenen Lernbereiche. Die Entwürfe sollen im kommenden Jahr in die Verbändebeteiligung gehen und rechtzeitig zum Schuljahresbeginn 2020/21 in Kraft gesetzt sowie von Implementationsveranstaltungen begleitet werden.
Mit dem Entwurf der geänderten Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Sekundarstufe I soll an allen Schulformen in den Klassen 5 und 6 zum Schuljahr 2021/22 ein Pflichtfach Informatik eingeführt werden. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler noch besser auf die heutige Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden, die immer mehr von der Digitalisierung geprägt ist. Alle Kinder sollen beispielsweise Grundkenntnisse im Programmieren und Medienkompetenzen im Unterricht erlernen. „Das ist ein echter Meilenstein“, kommentiert Ministerin Gebauer die Einführung des Pflichtfachs Informatik. „Grundsätzlich ist die Einführung neuer Fächer stets gründlich zu prüfen, denn beste Bildung darf nicht irgendwelchen Moden unterliegen. Und grundsätzlich gilt auch, dass Lernen mit digitalen Medien in allen Fächern zum Alltag gehören muss, wenn dadurch ein fachlicher Mehrwert entsteht. Aber die Digitalisierung krempelt unser Leben komplett um und es wäre verantwortungslos, wenn wir unseren Kindern nicht das Rüstzeug an die Hand geben würden, ein tieferes Verständnis für die dahinterliegenden Prozesse und Veränderungen zu entwickeln.“
Im Wahlpflichtbereich gibt es das Fach Informatik bereits an vielen Schulen, für die Einführung als Pflichtfach an allen Schulformen in den Klassen 5 und 6 sind aber zeitnah Lehrpläne zu entwickeln und Lehrkräfte zu qualifizieren.
Mit Blick auf die notwendige Vorbereitung soll daher Informatik – anders als das Fach Wirtschaft – erst zum Schuljahr 2021/22 Pflichtfach werden.
Mit der Kabinettentscheidung wird die Verbändebeteiligung eingeleitet. Eine endgültige Entscheidung der Landesregierung erfolgt nach Auswertung der Eingaben der Verbände. Danach ist der Ausschuss für Schule und Bildung des Landtags zu beteiligen. Die Einführung der neuen Fächer soll durch Nutzung eines Teils der den Schulen zur Verfügung stehenden Ergänzungsstunden bzw. flexibler Stundenkontingente erfolgen und damit nicht zu Lasten anderer Unterrichtsfächer gehen.
Links unten liegen die „Birds of Fire“ auf dem John McLaughlin-Plattenstapel. (foto: zoom)
Heute war ich zum ersten Mal beim Scheibenbeisser in Kassel. Eigentlich hatte ich im Vorderen Westen lediglich kleinere Klempnerarbeiten zu erledigen, aber vorher habe ich mich noch heimlich zu Fuß durch die Goetheanlage und dann mit der Straßenbahnlinie 8 vom Bebelplatz zur Haltestelle Rathaus/Fünffensterstraße geschlichen.
Dort ist nicht nur einer meiner „Lieblingsdöner“, sondern auch der Gebraucht-Platten-/CD-/DVD-Laden, an dessen Schaufensterscheiben ich mir bisher nur die Nase plattgedrückt hatte.
Mein Ziel war es – nicht zuletzt aufgrund der Beiträge und Kommentare hier im Blog -, zwei Scheiben von John McLaughlin & Mahavishnu Orchestra zu bekommen. Hat geklappt und „The Inner Mounting Flame“ dreht sich heute Abend zum zweiten Mal auf dem alten Dual-Plattenspieler im Hochsauerland; beim Tippen höre ich in diesem Moment „Vital Tranformation“ – kann man ja gebrauchen, wenn man älter wird.
Miles Davis, John McLaughlin, diesen Jazzrock haben wir neben anderen Musikrichtungen (alles, außer POP 😉 ) als Schüler*innen gehört. Mehr Jungen als Mädchen, aber auch Mädchen, wenn sie nicht gerade in George Moustaki oder Leonard Cohen verliebt waren.
Momentan dreht sich „The Dance Of Maya“; ich unterbreche den Artikel vor dem Stack Overflow … tbc …
Gruppenbild mit Dame. Auf der rechten Seite rollen die CDU-Politiker, ganz links die SPD die Schranke zur Seite. Von links: Dirk Wiese, Karl Schneider, Elfriede Sauerwein-Braksiek, Enak Ferlemann, Hendrik Wüst, Patrick Sensburg, Ralf Péus (foto: zoom)
Bestwig/Meschede (straßen.nrw/zoom). Am Montag, 18. November, ist das A46-Teilstück von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek feierlich freigegeben worden.
Ich war dabei und habe bei leichtem Regen einige Fotos machen können, die ich mit ein paar Bemerkungen vor die Pressemitteilung von straßen.nrw setze.
Die Bemerkungen
Als ich um 13:30 Uhr zum Eröffnungsabschnitt abbog, stand ich im Stau. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass derart viele Bürger*innen und Politiker*innen (eher der männliche Teil) anfahren würden. Vom Presseauftrieb ganz zu schweigen.
Ich saß schon fest, bevor ich angekommen war. Aber ich hatte Glück!
„Haben Sie eine Einladung?“ Klar habe ich eine Einladung, ich bin Blogger. „Dann fahren Sie mal zwischen den Autos nach vorn auf den ersten Abschnitt.“
Parkraum A46. Mit einem solch riesigen Andrang hatte ich nicht gerechnet. (foto: zoom)
Parken, an den LKW von straßen.nrw vorbei gehen, durch die Menschenmenge robben. Entschuldigung. Dürfte ich mal bitte. Oh. Pardon! Und schon stand ich vor einem ersten Absperrband, dahinter das ganze Medienaufgebot von Fernsehen bis Reklamezeitung. Riesenobjektive.
Vorne angekommen, habe ich mich umgeschaut. (foto: zoom)
Ich habe mein Allerweltszoom auf seine Maximallänge ausgefahren und bin tapfer unter dem Band hindurch in die Sperrzone eingedrungen. Inzwischen kann ich mit meinem Imposter Syndrom ganz gut umgehen.
Gut, die anderen haben imposantere Objektive; aber „mit meinem kleinen Ding komm‘ ich überall hin“, lautete in meiner Hamburger Zeit ein Werbespruch der dortigen Verkehrsbetriebe. Gemerkt.
Keine Angst vor den Großen. (foto: zoom)
Anschließend habe ich eine Menge Fotos mit Prominenten gemacht. Spoiler: die zeige ich hier nicht, bis auf eine Zufallsauswahl, wie hier die CDU-Prominenz.
Kennt ihr, oder? Von links: MdL Matthias Kerkhoff, LR Karl Schneider, BM Ralf Péus, BM Wolfgang Fischer, BT-Abg. Patrick Sensburg – alle CDU (foto: zoom)
Von all den Reden, die gehalten wurden (siehe Pressemitteilung unten) hier ein Bild:
Von links: Elfriede Sauerwein-Braksiek, Ralf Péus, Hendrik Wüst und Enak Ferlemann (foto: zoom)
Auf Rede des Bestwiger Bürgermeisters Ralf Péus werde ich ein anderes Mal eingehen.
Als alle Reden gehalten waren, folgte die Einsegnung der Autobahn.
Der katholische Pfarrer Michael Schmitt (links) und der evangelische Pfarrer Burkhard Krieger (rechts) beten und segnen gemeinsam (foto: zoom)
Dann war die Bahn frei für die erste Fahrt über die Brücken nach Olsberg.
Dass mein alter Toyota das noch mal erleben durfte: „Jungfernfahrt“ von Bestwig nach Olsberg. (foto: Begleitung von zoom)
Im Autoradio drehte sich – das ist wahr und nicht gestellt – eine gebrannte „The Very Best Of The doors“- CD, und das erste Lied war justamente:
Kurz nach 15 Uhr endete die Freigabe und Einweihung des neuen Teilstücks der A46 wie sie begonnen hatte – mit einem Stau. Am anderen Ende.
Hier kommen wir auf die Umgehungsstraße B480 bei Olsberg. Die Ampel wird grün. (foto: zoom)
Hier nun der Bericht von straßen.nrw:
Kommunen können sich entwickeln
Wer bislang über die B7 von Velmede bis Nuttlar gelangte, weiß um die Enge in den Ortsdurchfahrten. „Das neue Teilstück holt Verkehr von der B7 und entlastet die Ortschaften. Das nutzt den Menschen, die jetzt den Stau nicht mehr vor der Haustür haben. Das sorgt für bessere Luft und schafft mehr Lebensqualität in den Orten. Von dem neuen Teilstück wird auch die wachstumsstarke Wirtschaft in Südwestfalen profitieren, die eine gute Anbindung braucht“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Vor allem auch mit Blick auf den Tourismus ist die Entlastung der Ortsdurchfahrten ein Gewinn. „Die Kommunen haben jetzt die Chance, ihre Ortskerne zu entwickeln“, so Wüst.
Doch auch die Wirtschaftsregion profitiert von der neuen Anbindung. „Wir stärken mit dem Weiterbau der A46 die Region und geben den Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft“, betonte Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. „Je besser eine Region angebunden ist, desto attraktiver ist sie für Bürger, Unternehmen und auch für den Tourismus.“
Technisch ambitioniertes Projekt
Aus Sicht der Straßen.NRW-Ingenieure war der Bau der 5,6 Kilometer langen Autobahn-Strecke ein spannendes aber auch ambitioniertes Projekt. Denn bis zu 33 Grad steile Hänge machten nicht nur die Planung aufwändig, die bewegte Topografie stellte auch beim Bau eine große Herausforderung dar. Im Taktschiebeverfahren wurde der Stahlüberbau der höchsten Talbrücke bei Nuttlar Stück für Stück über die Pfeiler geschoben – in sanftem Schwung um die Kurve. Dort, wo die Brücke auf den Sengenberg trifft, musste der Hang nicht nur abgetragen, sondern anschließend auch aufwändig gesichert werden. 3600 Felsnägel – sechs bis 16 Meter lang – wurden verbaut, Spritzbeton aufgebracht und das Schutzbauwerk anschließend mit einer Gabionenwand gestaltet. „Neben den technischen Herausforderungen, die zu meistern waren, haben wir auch einen hohen gestalterischen Anspruch gestellt“, sagte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek mit Blick auf die Bauwerke. Besonders offensichtlich wird dies bei der Talbrücke Nuttlar, deren sechs schlanke runde Pfeiler wie die Stämme der in der Region vorherrschenden Fichten in die Höhe ragen. Mit Natursteinen verkleidete Stelen an den Bauwerken geben Hinweise auf das Schiefergebirge der Region.
Erlebnisraum Natur aufgewertet
Der Aspekt „Gestaltung“ hat auch bei der Anlage der Ausgleichsflächen eine Rolle gespielt. Für den Neubau einer Straße muss durch Verbesserung der vorhandenen Naturstrukturen oder durch Neuanlage von ökologisch wertvollen Lebensräumen ein Ersatz für die durch den Bau in Anspruch genommene Fläche geschaffen werden. An der A46 sind das unter anderem Auengehölze, Heckenstrukturen und extensiv bewirtschaftete Wiesenflächen. Aber auch der Erlebnisraum Natur wird durch die Ausgleichsmaßnahmen aufgewertet. „Es wurden neue Sichtbeziehungen zum Schlehdornbach und der Schormeckeaue geschaffen“, so Elfriede Sauerwein-Braksiek. „Durch den Umbau von dichten Fichtenbeständen in lichteren Laubwald haben wir zudem an Wanderwegen die Erlebnisqualität gesteigert.“
Dass Wirtschaftlichkeit und ökologisches Handeln gemeinsam möglich sind, zeigt das Bodenmanagement des Projektes: Für den Straßen- und Brückenbau musste eine Million Kubikmeter Boden weichen – in der Regel Fels. Davon wurden 99 Prozent an anderer Stelle des Projektes wieder eingebaut. Ein Umstand, der allerdings nicht zur Regel werden kann. Nicht immer erfüllt der abgetragene Boden die Qualitätskriterien für die Nutzung im Straßenbau.
Hintergrund
Kosten: 192,6 Millionen Euro
Bau: 5,6 Kilometer Autobahn A46; 2,8 Kilometer Zubringer B480n
Die Fundamente der Brücke Nuttlar sind riesig: Sie haben Abmessungen von bis zu 14 mal 28 Metern und vier Metern Höhe. Die Pfeilerdurchmesser betragen zwischen drei und fünf Metern, die Pfeilerschäfte sind massiv ausbetoniert.
Zwei PWC-Anlagen (Parkplatz mit WC) bieten jeweils ca. 40 Stellplätze
Zwölf Kilometer Wildkatzenschutzzaun wurden entlang der Strecke gesetzt
Fotogen ist es, das Ei mit den Schornsteinen im Vordergrund (foto: zoom)
Als ich gestern im Oversum Schwimmbad der Stadt Winterberg schwimmen gehen wollte – vier Euro oben am Automaten bezahlt, umgezogen, die Halle mit dem Becken betreten – wollte ich mich eigentlich sofort wieder umdrehen (Scheiß auf das Eintrittgeld) und meinen dicken Hals bei irgendwelchen revolutionären Umtrieben loswerden.
Leider gab es gestern keine Revolution und ich habe mich abgeregt – ich bin so eine Art HB-Männchen, komme aber sehr schnell wieder runter – und habe überlegt, wie ich das Beste aus der Situation machen könnte.
Die Situation: von den fünf Bahnen des Schwimmbeckens waren vier für den öffentlichen Badebetrieb gesperrt, in die verbleibende Bahn ragt seitlich die Edelstahlrutsche und am Ende lauert die nachträglich eingebaute Metalltreppe.
Kein Schwimmen möglich. 🙁
Die Schwimmabteilung des Skiclub Neuastenberg-Langewiese ist quasi explosionsartig gewachsen, und daher mussten die Trainingszeiten nach vorne ausgeweitet werden. Zusätzlich hat der Verein dann noch statt der vorherigen drei Bahnen fast das gesamte Becken in Beschlag genommen.
Warum bleibt das Schwimmbad nicht einfach für die Öffentlichkeit geschlossen, wenn die Öffentlichkeit faktisch nicht schwimmen kann?
Gestern hatten Badeaufsicht und Verein schließlich ein Einsehen und gaben eine weitere Bahn frei. Ich konnte mir meinen revolutionären Zorn vom Leib schwimmen und war nach 1000 Metern gütlich gestimmt und sanft wie ein Lamm.
Mit zwei Jahren für die Renovierung rechne er. Damit es organisatorisch, verwaltungstechnisch und rechtlich nicht zu kompliziert würde, seien die ca. 80 Medebacher Schwimmer*innen dem Verein beigetreten.
Was dann nach den zwei Jahren sei, habe ich gefragt.
„Ach, das warten wir jetzt erst einmal ab. Ist doch schön, dass hier so viele Kinder und Jugendliche beim Training sind. Vielleicht bleiben einige, vielleicht geht der Großteil zurück, vielleicht … wer weiß das heute schon?“
Am Ende meines Schwimmbadbesuchs war nicht nur alles gut, mein anfänglicher Zorn hatte sich in Sympathie verwandelt.
Und noch eins: ich weiß (noch) nicht wer die Belegung des Schwimmbads organisiert, aber wenn mindestens vier Bahnen belegt sind, sollte der- oder diejenige das Schwimmbecken für den öffentlichen Badebetrieb sperren und das auch im Internet und am Kassenautomaten anzeigen.
Sonst mache ich vielleicht doch noch Revolution und stehe mit der Mistforke vor dem Rathaus. Beim Schwimmen kenne ich kein Pardon.
Vielen lieben Dank der Badeaufsicht, für die freigegebene Bahn.
Kurz vor Sonnenuntergang Spaziergang am Kuhlenberg – der Zusammenhang zum Text ist … (foto: zoom)
Oh, was für eine Ansage: „Stream of consciousness“. Gerade noch bin ich durch die Wohnung getigert und habe versucht, meine Gedanken zu sortieren.
Vom gestrigen Mozart-Klavierabend im Konzerthaus Dortmund bis zum heutigen Schwimmen im Winterberger Hallenbad („Oversum“). Ich wollte Mozart retten und während meiner 1000 Meter eine Revolution ausrufen.
Ich habe sie sogar ausgerufen, aber im Wasser hat niemand auf mich gehört, am wenigsten ich.
Ich bin keinesfalls ein Mozart-Fan, aber auf den Klavierabend mit Sergei Babayan hatte ich mich riesig gefreut. Es war ein wunderschöner Abend. Nicht nur wegen Mozart, sondern weil das Programm genial zusammengestellt war.
Zwei Stunden Mozart hätte ich (Musikbarbar) nicht ausgehalten, aber eingestreut waren Fremdkompositionen von Gija Kontescheli, Vladimir Ryabov, Kit Armstrong. Frederic Rzewski und Arseny Gusev.
Eine Stunde vor Beginn des Konzerts hat uns ein cooler, gediegener Herr, dessen Namen ich nicht hätte vergessen dürfen, in den Abend eingeführt, also Mozart, den Solisten und die Komponisten erklärt.
Ich finde diese Einführungen, seitdem ich sie bei den Ruhrfestspielen zum ersten Mal erlebt habe, sehr hilfreich: 30 Minuten Vortrag ersetzen locker 10 Jahre Herumdümpeln im Keller des Bildungsbürgertums.
Erstaunt hat mich, dass das Konzert nicht ausverkauft war. Was heißt „nicht ausverkauft“? Der hintere Teil des Saals war durch einen Vorhang abgetrennt und auch auf den Balkonen sowie im Parkett bleiben viele Plätze frei.
Was ist mit Dortmund los? Irgendetwas stimmt da nicht. Selbst das Konzert von Igor Levit im Januar ist noch nicht ausverkauft. Igor Levit. DER Igor Levit.
Zur gleichen Zeit schoben sich die Menschenmassen durch die Einkaufszone. Dortmund Westhellen- und Osthellenweg: Thy name is Claustrophobia.
Um 23 Uhr auf der Autobahn Richtung Winterberg. Voller Musik, Gedanken und Gefühle.
Weit nach Mitternacht haben wir noch zusammengesessen und das Konzert Revue passieren lassen. Ich bin schon ganz nervös wegen Igor Levit. Das Konzert ist an einem Donnerstag, und ich muss am Freitag arbeiten. Schaffe ich das mit drei Stunden Schlaf?
Heute jedenfalls hatte ich Glück und musste nicht arbeiten. Ich bin dann, um aufzuwachen, zum Winterberger Hallenbad gefahren, und was ich da sah, trieb mir den Schweiß auf die Stirn[1] … darüber berichte ich besser unaufgeregt ein anderes Mal.
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[1] Einem typischen Aufreißer von „Der Westen“ nachempfunden, meiner Hassseite aus dem Hause Funke Medien.
Der amtierende Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel und fünf seiner Vorgänger*innen solidarisieren sich ausdrücklich mit dem derzeit mit Vorwürfen[1] konfrontierten Vorsitzenden des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs.
Namentlich unterstützen Wolfram Kuschke (1998-2002), Renate Drewke (2003-2005), Helmut Diegel (2005-2010), Dr. Gerd Bollermann (2010-2015) und Diana Ewert (2015-2017) als damalige Vorgesetzte den heutigen Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs.
Ziebs trug vor seiner Wahl zum Chef des Deutschen Feuerwehrverbandes bei der Bezirksregierung Arnsberg von 2002-2015 als Bezirksbrandmeister Verantwortung für die freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk.
„Hartmut Ziebs hat die Bezirksregierung Arnsberg 2015 als eine hoch angesehene, allseits geschätzte Persönlichkeit verlassen, um das Amt des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes zu übernehmen. Er ist ein aufrechter Demokrat, der Grundentscheidungen unserer Verfassung konsequent verteidigt, und ein Verfechter eines gesellschaftlich breit verankerten Feuerwehrehrenamtes, welches von Toleranz und gegenseitiger Achtung geprägt ist.
In seiner Amtszeit hat er sich mit höchstem persönlichen Einsatz für den Ausbau eines modernen Feuerwehrwesens verdient gemacht. Er erkannte bereits früh notwendige Handlungs- und Veränderungsbedarfe, um Feuerwehren zukunftsfähig zu machen. So warb er für die verstärkte Öffnung der Feuerwehren für junge Menschen, für Frauen sowie für Migrant*innen, um die personelle Ausstattungen der Feuerwehren auch in Zeiten demografischen und gesellschaftlichen Wandels sicherzustellen“, betonen der amtierende und die früheren Arnsberger Regierungspräsident*innen. Sie signalisieren damit ausdrücklich ihre Wertschätzung für den langjährigen Ehrenbeamten der Bezirksregierung Arnsberg und seine Verdienste um die Feuerwehr.
Völlig verdient hat ihm NRW-Innenminister Herbert Reul im Jahre 2018 das Bundesverdienstkreuz ausgehändigt.
Unter anderem schreibt Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau:
„Rechte tummeln sich gern in Vereinen, auch bei der Feuerwehr. Deren Präsident hatte genau davor gewarnt. Das wird ihm jetzt wohl zum Verhängnis. Der Kommentar.
Das Problem ist nicht ganz neu: Dass sich AfD-Leute an der Basis der Gesellschaft als Kümmerer betätigen, ist immer wieder mal zu lesen. Das hat ja aus Sicht der extremen Rechten auch seinen Sinn. Wer die Mitte der Gesellschaft nach rechts ziehen will, geht am besten dahin, wo diese Mitte sich tummelt: in die Gemeindeparlamente und Ortsbeiräte, aber auch in die Fußballvereine oder zur Freiwilligen Feuerwehr.
Ad
Deren oberster Lobbyist in Deutschland heißt Hartmut Ziebs und ist Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Er hat in jüngster Zeit mal vor rechtsnationalen Tendenzen unter Brandschützern gewarnt, und jetzt bekommt er die Quittung: Fünf von sieben Vizepräsidenten hätten seinen Rücktritt gefordert, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland … „
Nicht weit weg vom Veranstaltungsort: Die sowjetische Stele auf dem Russischen Ehrenfriedhofder LWL-Klinik (Foto: Nadja Thelen-Khoder)
Warstein (lwl). Zwischen dem 21. und 23. März 1945 – kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs – verübten Angehörige der „Division zur Vergeltung“ zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Kriegsendphase-Verbrechen in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. In einer öffentlichen Vortragsveranstaltung mit anschließender Diskussion will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die ersten Erkenntnisse und archäologischen Funde einer breiten Öffentlichkeit am Donnerstag (21.11.) in Warstein (19 Uhr, LWL-Klinik Warstein, Festsaal, Franz-Hegemann-Str. 23) vorstellen.
Hans Kammler, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und russische Zwangsarbeiter ermorden. Bei Eversberg erschoss und verscharrte das Exekutionskommando auf einer Wiese 80 Zwangsarbeiter. Im Langenbachtal bei Warstein wurden weitere 71 Menschen umgebracht. In der Waldgemarkung „Im Stein“ bei Suttrop erschoss ein Kommando 57 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Die Opfer ruhen heute in anonymen Gräbern auf dem Friedhof Fulmecke in Meschede.
Obgleich das Verbrechen seit 1945 bekannt ist, beschäftigt sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend mit dem Massaker. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster erforscht die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord. Die LWL-Archäologie für Westfalen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut die drei Erschießungsorte untersucht.
Dabei wurden zahlreiche Funde – Täterwerkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer – geborgen und Informationen gewonnen, die zu einem besseren Verständnis der Ereignisse beitragen.
Begrüßung
Ottmar Köck, Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Warstein
Dr. Thomas Schöne, Bürgermeister der Stadt Warstein
Vorträge
Dr. Marcus Weidner, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster
Die Toten von Meschede. Das Kriegsendphaseverbrechen der „Division zur Vergeltung“ im Raum Warstein
Dr. Manuel Zeiler, LWL-Archäologie für Westfalen
Archäologische Forschungen zu Erschießungsplätzen aus der Endphase des Zweiten
Weltkriegs im Sauerland
Moderation
Dr. Julia Paulus, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster
Sonntagsspaziergang zwischen Wiemeringhausen und Brunskappel, Blickrichtung Wiemeringhausen (foto: zoom)
Der goldene Herbst neigt sich dem Ende entgegen. Es folgen die grauen Novembertage.
Ganz ernst nehme ich meine eigene Vorhersage nicht, obwohl es drei Tage nach meinem Sonntagsspaziergang (siehe Bild) im hohen Hochsauerland kühl und trüb geworden ist. Ich lasse mich gern vom Wetter überraschen.
In den nahen und etwas weiter entfernten Blogs lese ich fünf Artikel, dann reicht es für heute.
Der alte Antisemitismus in der digital befeuerten Einstein-Relativitätskritik: In dieser Woche jährte sich der 6. November 1919 zum 100ten Mal – jener Tag, an dem britische Astronomen unter Leitung von Arthur Eddington dem deutschen Physiker Alfred Einstein Recht gaben … scilogs
#Baseballschlägerjahre: Auch Prinzessin Gregor Mothes hat sie erlebt, die Baseballschlägerjahre. 1989 dachte ich an Aufbruch, ging auf die Montagsdemos. Ich war 13 Jahre, begeisterter Linker, enttäuscht von der DDR aber gewillt, für einen besseren Sozialismus zu kämpfen … prinzessinnenreporter
„Der montierte Mensch“: eine vorzügliche Folkwang-Ausstellung fragt nach Individuum und Masse in der Kunst … revierpassagen
Ahnenforscher – was tut ihr da gerade eigentlich? Mit welchem Recht werden eigentlich Daten zu Verwandtschaftsverhältnissen ohne Zustimmung der Betroffenen in gigantische Onlinedatenbanken eingepflegt? … schmalenstroer
Hochsauerlandkreis: Landrat will erneut kandidieren … sbl
Mai 2019: Blick auf den Autobahnzubringer (rechts) zur Autobahn-Talbrücke bei Nuttlar im Hintergrund. (foto: zoom)
Die feierliche Verkehrsfreigabe der A46 zwischen Bestwig und Olsberg findet am Montag, den 18. November um 14 Uhr statt.
Es ist ein Projekt der Brückenbauer. Gut ein Drittel der Neubaustrecke rund um die A46-Verlängerung von Bestwig-Velmede bis zur Anschlussstelle Olsberg besteht aus Brücken: von einer Kreuzweg-Überführung über die A46, der höchsten Autobahnbrücke in NRW bei Nuttlar, bis hin zu einer Talbrücke im Verlauf des Zubringers B480n, die die Ruhr, zwei Bahntrassen und die B7 überspannt – um nur drei der elf Brücken zu nennen.
Am Montag, dem 18. November, wird das A46-Teilstück von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek feierlich freigegeben.
Anwohner und interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zur Freigabe herzlich willkommen.
Ort: A46, Talbrücke Hameke, 59909 Bestwig
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