Umleitung: Von Crystal Bridges zurück zum Bürgerbegehren in Siedlinghausen und mehr …

Überraschung: das Crystal Bridges Museum in Bentonville/Arkansas. (foto: zoom)
Überraschung: das Crystal Bridges Museum in Bentonville/Arkansas. (foto: zoom)

Sam Walton war der Gründer der Wal Mart Kette. Das ist das eine: Darüber hinaus hat er das „Crystal Bridges Museum of American Art“ gestiftet. Das ist das andere. Falls ihr zufällig in Bentonville vorbeikommt, solltet ihr euch diese hervorragend kuratierte Sammlung amerikanischer Kunst durch die Jahrhunderte unbedingt anschauen. Es lohnt sich … CrystalBridges

Hurra, hurra, das Spektrogramm ist wieder da! Heute gibt’s Spracherkennungssoftware, eine Stoppuhr, ein paar Übersetzungprobleme und einen tragischen Fall quasi kollektiven moralischen Versagens in der Linguistik … sprachlog

Amoklauf in München: Stimmen der Hetze vom rechten Rand … fr

Schulschließungen I: Siedlinghausen will Bürgerbegehren … derwesten

Schulschließungen II: Die Stadt Winterberg hat sich zur Anmeldung des Bürgerbegehrens aus Siedlinghausen in Sachen Schulstandort geäußert … derwesten

Ein neuer Tiefpunkt: Überall in Deutschland toben momentan Debatten um Straßennamen. In tausenden Städten und Dörfern gibt es noch Straßen, die nach Antisemiten und Naziunterstützern benannt sind … schmalenstroer

Hagen – „Khebez Dawle“ und „Siska“ beim Muschelsalat: Kaum in Griechenland nach kräftezehrender Reise über das Mittelmeer angekommen, verteilte die syrische Psychedelic-Rock-Combo am Strand von Lesbos ihre CDs an Urlauber … doppelwacholder

Wie sieht es mit der “Jugendkultur” im HSK aus? Für die nächste Sitzung des Kulturausschusses hat die SBL/FW-Fraktion einen Antrag zur Tagesordnung gestellt … sbl

Ein Verleger-Witz: Das wichtigste ist die Qualität … charly&friends

Trübe Aussichten: Die Westfalenpost in Meschede, Brilon und Warstein verliert weiterhin Abonnenten.

Die neuen Zahlen der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für das zweite Quartal 2016 signalisieren eine Fortsetzung der Abwärtsspirale für die Printmedien im Hochsauerland. 

In den letzten fünf Jahren hat beispielsweise die Westfalenpost mit ihren Redaktionen in Brilon, Meschede und Warstein 20%, ein Fünftel ihrer Abonnentinen und Abonnenten verloren.

Die Entwicklung der Westfalenpost Brilon/Meschede/Warstein. (Screenshot: ivw)
Die Entwicklung der Westfalenpost Brilon/Meschede/Warstein 2011-2016. (Screenshot: ivw)

Die Verluste über das letzte Jahr, also den Vergleichszeitraum 2/2015 – 2/2016, betrugen 4,77%.

Auch im letzten Jahr keine positive Entwicklung bei der WP im Hochsauerland.
Auch im letzten Jahr keine positive Entwicklung bei der WP im Hochsauerland.

Anscheinend haben die Veränderungen des letzten Jahres – u. a. Wechsel von Redaktionsleitungen, neue MitarbeiterInnen, vorsichtig offensivere Berichterstattung, massives Auftreten bei Facebook- keine Trendwende einleiten können.

Ich persönlich denke nicht, dass es die Westfalenpost schaffen wird, in irgendeiner Zukunft wieder ein prosperierendes Print-Sub-Unternehmen der Funke Mediengruppe zu werden.

Dafür müsste sich die Zeitung unentbehrlich machen, die Türsteherfunktion für wichtige Nachrichten, die sie solange -durchaus auch überheblich- ausgeübt hat, wiedererlangen.

Wie soll das im Zeitalter des Internets funktionieren?

Die Verleger müssten es entweder schaffen, qualitativ hochwertigen konkurrenzlosen Journalismus zu produzieren oder die Konkurrenz -die Offenheit des Internets- zu zerstören.

Print stirbt einen langsamen Tod in den blauen Tonnen des Papierabfalls.

Alles weitere später …

 

Otto -„I’m the Viper“- was in Hallenberg … cool. In kurzen Sätzen mit acht Bildern.

Bürgermeister Michael Kronauge erinnert sich an seine erste Otto-Schallplatte. (fotos: zoom)
Bürgermeister Michael Kronauge erinnert sich an seine erste Otto-Schallplatte. (fotos: zoom)
Hallenberg: „Otto – Die Ausstellung“ im Kump wurde heute von Otto Waalkes persönlich um 17 Uhr eröffnet.

Vor drei Jahren hatte der Hallenberger Bürgermeister Michael Kronauge den Galeristen Walentowski, der die Ausstellungen von Otto kuratiert, zufällig im Urlaub auf Sylt kennengelernt. Brechend voll sei die Otto Waalkes Ausstellung dort auf der Insel gewesen.

Ob man nicht auch einmal im Hallenberger Kump …?

Wo ist Otto? Der Kump platzte heute aus allen Nähten.
Wo ist Otto? Der Kump platzte heute aus allen Nähten.

Drei Jahre später. Der Hallenberger Kump platzt aus allen Nähten. Mehr als 500 Besucherinnen drängeln sich um die „Kultur-Location“. Nicht alle auf einmal. Um 17 Uhr zuerst die geladenen Gäste und ab 17.45 nach und nach die vielen Otto-Fans, die draußen an den Sperrgittern ausgeharrt hatten.

Medienauftrieb. Otto erklärt sein Werk.
Medienauftrieb. Otto erklärt sein Werk.

Fernsehen, Print und Blogger – der Medienandrang war enorm. Am Montag wird die WDR-Lokalzeit einen Bericht bringen. Otto erklärt Werk und Einflüsse. Immerhin habe er an der Kunsthochschule in Hamburg studiert und parallel zum Studium das Blödeln begonnen.

Selfies und mehr. Otto handhabte die Medien-Ansprüche souverän.
Selfies und mehr. Otto handhabte die Medien-Ansprüche souverän.

Selfies, Autogrammwünsche, Fotos fürs Familienalbum – ich habe selten eine so lockeren Medienprofi wie Otto Waalkes heute im Kump gesehen.

Hamburg, meine Liebe ... nun ja ...
Hamburg, meine Liebe … nun ja …

Die Bilder von Otto Waalkes kosten Pi mal Daumen um die 700 Euro. Vor der Tür parkten auch einige Porsches. Ich gönne es Otto und der Galerie.

Er hat's einfach drauf ...
Er hat’s einfach drauf …

Wenn ich ein Lieblingsbild vom heutigen Nachmittag habe, dann ist es dieses.

Danke sehr aber auch ....
Danke sehr aber auch ….

Ohne Worte …

Ostfriese trifft Südwestfalen
Ostfriese trifft Südwestfalen

„Wenn sich jemand wundert, wie ich es schaffe, die großen Künstler und Ausstellungen ins kleine Hallenberg zu holen, habe ich eine einfache Antwort: Du musst sie nur fragen. Die meisten kommen dann. So einfach ist das.“ (Michael Kronauge, Bürgermeister)

Zum Schluss die Auflösung der Überschrift „Otto – I am the Viper“, übrigens meine eigene früheste Erinnerung an die ganze Blödelzeit von damals:

Umleitung: Tod einer Kunstfigur, eine aufgeblähte EM, AfD Hohmann, historisches Wissen Mangelware, Schützenfeste im Überfluss und mehr …

Auf der Liegewiese der Berghauser Badebucht am Hennesee sah es heute recht übersichtlich aus. (foto: zoom)
Auf der Liegewiese der Berghauser Badebucht am Hennesee sah es heute recht übersichtlich aus. (foto: zoom)

Der Tod des Götz Schimanski? Läuft! Ich hasse es, wenn ich mit Leuten rede und sie erzählen mit in mehr als einem Satz oder länger als eine Minute den Inhalt eines Filmes oder einer Sendung … endoplast

Monströs aufgeblähte EM: Ich habe keine Lust mehr auf Turnier-Fußball … revierpassagen

Was macht eigentlich Martin Hohmann? Der Ex-CDU MdB ist Mandatsträger und Parteimitglied der AfD … hpd

Phoenix: aus einem genialen Schriftzug nichts gemacht … harbuch

Historisches Wissen? Ein unverbindliches Angebot: Geschichte kann nicht ohne Gegenstände erzählt werden. Und eine Geschichtsdidaktik, für die Inhalte und damit Verbindlichkeiten zweitrangig werden, ist schlecht beraten … publicHistory

Umsonst-Hilfstruppen als billiger Ersatz: Engagement der Bürger wird zur Kaschierung einer falschen Politik missbraucht … doppelwacholder

Wer wird Träger der neuen Kita in Brilon? Wieder einmal zeigt sich auch bei diesem Thema in einigen Presseberichten, dass einige Akteure scheinbar sehr enge Kontkate zu einigen Journalisten haben … sbl

Schützenfeste: überall in den lokalen Medien … ->GOOGLE

Umleitung: Vom Neoliberalismus über die Lernresistenz in der Bildungsforschung zu Funke, Cicero, BND und Café Lueg.

Das Kleine im großen Wisent-Gehege bei Hardehausen (foto: zoom)
Das Kleine im großen Wisent-Gehege bei Hardehausen (foto: zoom)

Neoliberalism: the ideology at the root of all our problems … guardian

Lernresistenz in der Bildungsforschung: Erhöht es den Status einer Zeitung, wenn darin Professoren parlieren und sich gegenseitig attackieren, oder macht es sie zur abgehobenen Postille des Elfenbeinturms? … erbloggtes

Präsidentenwahl in Österreich: Skurriler Sieg des Rechtsstaats … misik

EM-Glosse: Die Plastiksprache des Bundestrainers … deutschlandfunk

Gernulf Olzheimer kommentiert: German Angst … zynaesthesie

Funke Mediengruppe: Kooperationsregelung(en) in Berlin rücken immer näher … funkemedien

Dortmunder Institut für Zeitungsforschung: Neue Leiterin kommt aus Mainz … revierpassagen

Was im “Cicero” gesagt werden darf: „Kriegs- und Auschwitz-Komplex“ … starke-meinungen

Das neue BND-Gesetz: Alles, was der BND macht, wird einfach legalisiert. Und sogar noch ausgeweitet … netzpolitik

Dinslaken: Café Lueg schließt nach 80 Jahren … andreashaab

Natur und Politik: Zukünftig weniger Naturdenkmale im Hochsauerlandkreis …sbl

Umleitung: Langer Arbeitstag; dabei wäre ich heute lieber am Diemelsee gewesen. Ein paar Links zur Nacht von AfD und Hoaxmap zur Montessori-Grundschule im Nachbartal.

Wer gewinnt? Der Ruderer - das Schiff biegt nach links ab :-) (foto: zoom)
Wer gewinnt? Der Ruderer! Das Schiff biegt nach links ab 🙂 (foto: zoom)

Manchmal sind die Wochen wie verhext. Der bürgerliche Broterwerb dehnt sich in die Abend und Nachtstunden aus und das Hobby-Bloggen wird an den Rand des Schlafes gequetscht oder gar völlig unmöglich.

Die befreundeten Blogs lese ich zwar immer noch, durchstreife neugierig die sozialen Medien, blättere in der Zeitung und halte im Licht der Nachttischlampe das Einschlafbuch hoch, aber zu einem Artikel -und sei er noch so dünn und dürftig- bekomme ich die Informationen und Gedanken nicht kondensiert.

Aus den Links, die ich trotzdem angeklickt habe, hier eine kleine Auswahl.

Der von mir sehr geschätzte Religionswissenschaftler Michael Blume: beschäftigt sich in seinem Blog auf Scilogs mit der zunehmende Aggressivität von Verschwörungsgläubigen, sobald es um Themen wie „Islam(isierung)“ ginge. Hierbei würden Links- und Rechtsextreme sowie religiöse Fundamentalisten längst so etwas wie eine „Querfront“ gegen die Ideen der liberalen Demokratie und auch gegen Medien und Wissenschaften bilden … scilogs

Michael Blume setzt sich bei den Ruhrbaronen sehr dezidiert mit dem „antisemitische[n] Verschwörungsglauben des Dr. Wolfgang Gedeon (AfD) auseinander: „Es spielt also kaum eine Rolle, was Sie glauben oder nicht glauben; laut Gedeon unterstehen praktisch alle Andersdenkenden bewusst oder unbewusst der Weltverschwörung. Verschwörungsglauben ist ein religionspsychologisches Phänomen, ein „pathologischer Dualismus“, wie ihn Jonathan Sacks zuletzt in „Not in God’s Name“ (2015) als Grundlage von Radikalisierungsprozessen beschrieben hat.“ … ruhrbarone

Hoaxmap: Ich warte jetzt erst einmal auf Brexit oder Bremain und lese noch ein wenig in der „Landkarte der rechten Lügen“ … deutschlandfunk

Ach, da ist dann noch die „Ernüchterung bei lokalen Online-Zeitungen“, über die der NDR berichtet: da ich die „Trunkenheit“ nie erlebt bzw. geteilt habe, erstaunen mich die Nachrichten nicht … ndr

Jetzt guckt ihr noch, was die geplante Montessori-Grundschule in Wiemeringhausen macht: es hatte im ersten und zweiten Anlauf nicht geklappt. Gibt es eine Zukunft für die Alternativ-Pädagogik im Nachbartal? … strunzerdaal auf facebook

Kurz gebloggt: Hausaufgaben an Sekundarschulen und die Lokalmedien

Hausaufgaben20150609Ich muss das mal kurz loswerden. In unseren Lokalmedien wird irreführend über das Thema „Hausaufgaben an Sekundarschulen“ berichtet.

Sekundarschulen sind Schulen des gebundenen Ganztags. Für diese Schulen gilt unter anderem folgender Absatz des Runderlasses vom Mai vergangenen Jahres:

Hausaufgaben an Ganztagsschulen
An Ganztagsschulen (§ 9 Absätze 1 und 3 SchulG) treten in der Sekundarstufe I Lernzeiten an die Stelle von Hausaufgaben.
Die Lernzeiten sind so in das Gesamtkonzept des Ganztags zu integrieren, dass es in der Regel keine schriftlichen Aufgaben
mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen[1][2].

Quellen:
[1] https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulpolitik/G8/Runderlass-vom-05_05_2015.pdf
[2] https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/Fragen-und-Antworten/Unterricht/Hausaufgaben/

In der Westfalenpost heißt es aber fälschlicherweise am 15. Juni:

„Im Schulgesetz vorgesehen sind drei Nachmittage mit Unterricht bis ca. 15 Uhr. An diesen Tagen entfallen die Hausaufgaben.“

Quelle: http://www.derwesten.de/wp/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/raete-entscheiden-ueber-schulform-im-suedkreis-id11918180.html

Der Erlass unterscheidet nicht(!) zwischen langen und kurzen Tagen. Es sollen in der Regel keine schriftlichen Aufgaben mehr gestellt werden, die zu Hause erledigt werden müssen.

„Hierzu beschließt die Schulkonferenz ein Konzept.“ [2]

Leider heißt es auch in einem Artikel vom 17. Juni erneut:

„An den langen Nachmittagen[sic!] wird es keine Hausaufgaben geben.“

Diese Aussage ist wiederum nicht korrekt, denn sie impliziert, dass es an den kurzen Tagen(!) Hausaufgaben geben könnte.

Das Thema war von der Sauerländer Bürgerliste schon im Juni vergangenen Jahres recherchiert worden:

„Ganztagsschulen müssen ihre Hausaufgaben machen: Lernzeiten im Unterricht, statt büffeln zu Hause.“ Siehe:
http://www.schiebener.net/wordpress/ganztagsschulen-muessen-ihre-hausaufgaben-machen-lernzeiten-im-unterricht-statt-bueffeln-zu-hause/

Jetzt müssen nur noch die lokalen Printmedien ihre Hausaufgaben machen und ihre Schulgeschichten nachrecherchieren.

——————————————–

Ich hatte schon am 15. Juni bei Facebook die Westfalenpost auf den Umstand hingewiesen, aber vielleicht werden Kommentare nicht ernst genommen bzw. nicht gelesen.

Pressemitteilung: Unwetter und Katastrophen – MdB Dirk Wiese wirbt für Notfallwarnsysteme

Schlechtes Wetter im Hochsauerland. Dirk Wiese wirbt für Unwetter-Apps. (foto: chris klein)
Schlechtes Wetter im Hochsauerland. Dirk Wiese wirbt für Unwetter- und Notfall-Apps. (foto: zoom)

Meschede/Berlin. (spd_pm) Angesichts der Unwetter in den letzten Wochen wirbt der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese für die Nutzung von Notfallwarnsystemen wie NINA, KATWARN oder WarnWetter.

„Rechtzeitige Information und Warnung kann dazu beitragen, Schäden zu minimieren oder im Ernstfall sogar Leben zu retten“, so Dirk Wiese.

„Bei dem Notfallwarnsystem NINA handelt es sich um das Warnsystem des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), über das man auf dem Smartphone standortbezogene Warnungen vor Unwettern und bei anderen Gefahrenlagen wie etwa Gefahrstoffaustritt oder Bombenentschärfungen beziehen kann. Gleichzeitig kann man über das System Notinformationen, etwa an Angehörige, absetzen. Einige Landkreise wie der Kreis Paderborn nutzen zusätzlich auch das vom Fraunhofer Institut entwickelte System KATWARN, über das die Gefahrenabwehrstellen des Kreises direkte Informationen und Warnungen der Bevölkerung übermitteln können. Hier könnte der Hochsauerlandkreis, der derzeit kein Teilnehmer des Programms ist, sich vom Kreis Paderborn Informationen einholen und dies in Zukunft selbst nutzen.

Darüber hinaus gibt es das Unwetterwarnsystem WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes, das in beide Systeme eingebunden ist, über das man aber auch separat Warnungen und Informationen über besondere Wetterlagen wie Starkregen, Gewitter, Sturm oder auch Hitzeperioden beziehen kann“, informiert der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese.

Alle Warnsysteme stehen als Apps für iPhone- oder Android-Systeme zur Verfügung und können in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden. Informationen dazu gibt es auch im Internet unter:

http://www.bbk.bund.de/DE/NINA/Warn-App_NINA_node.html
https://www.katwarn.de/
http://www.wettergefahren.de/warn_wetter_app.html.

Neue „Mitte“-Studie: Gesellschaft ist zunehmend polarisiert, Bereitschaft zu Gewalt steigt

WordleStudieMitte20160615Leipzig. (pm) Die politische Einstellung der deutschen Bevölkerung ist polarisiert. Während eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und auch Gewalt zum Teil strikt ablehnt und Vertrauen in demokratische Institutionen hat, sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, zur Durchsetzung ihrer Interessen Gewalt anzuwenden.

Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Die enthemmte Mitte“, die PD Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig in Kooperation mit der Heinrich Böll-, der Otto Brenner- und der Rosa Luxemburg-Stiftung durchgeführt und heute in Berlin vorgestellt haben[1] [2].

Die Wissenschaftler befragten bundesweit 2.420 Menschen (West: 1.917, Ost: 503) zu den Themen Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Chauvinismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus. Sie gliederten die Antworten in sechs soziologische Milieus.

„Es gibt zwar keine Zunahme rechtsextremer Einstellungen, aber im Vergleich zur Studie vor zwei Jahren befürworten Gruppen, die rechtsextrem eingestellt sind, stärker Gewalt als Mittel der Interessensdurchsetzung“, sagt Decker. Zudem habe bei diesen Gruppen das Vertrauen in gesellschaftspolitische Einrichtungen wie die Polizei oder Parteien deutlich nachgelassen. „Sie fühlen sich vom politischen System nicht repräsentiert“, erläutert er. Als Erfolg der Zivilgesellschaft könne man es dagegen ansehen, dass in demokratischen Milieus Gewalt deutlich stärker abgelehnt wird als 2014. „Beides steht in Deutschland nebeneinander: Wir haben Menschen, die sich aktiv um Flüchtlinge bemühen, und es gibt Menschen, die Flüchtlinge aktiv ablehnen“, sagt der Studienleiter. Damit habe eine deutliche Polarisierung und Radikalisierung stattgefunden.

Die Radikalisierung zeigt sich auch bei der Einstellung zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen. „Die Ablehnung von Muslimen, Sinti und Roma, Asylsuchenden und Homosexuellen hat noch einmal deutlich zugenommen“, konstatiert Brähler. 49,6 Prozent der Befragten sagten zum Beispiel, Sinti und Roma sollten aus den Innenstädten verbannt werden. 2014 waren 47,1 Prozent dieser Meinung. 40,1 Prozent erklärten, es sei ekelhaft, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssten (2011: 25,3 Prozent). Und 50 Prozent gaben an, sich durch die vielen Muslime manchmal wie ein Fremder im eigenen Land zu fühlen. 2014 waren dies noch 43 Prozent. „Die gesellschaftlichen und rechtlichen Entwicklungen, wie etwa das liberalere Staatsbürgerrecht, der letzten Jahre in Deutschland, wird nicht von allen Teilender Bevölkerung getragen“, erklärt der Leipziger Sozialpsychologe.

Sichtbar wird diese Einstellung bei Anhängern von Pegida, die Decker als „neurechteBewegung“ sieht. „Wer Pegida befürwortet, ist zumeist rechtsextrem und islamfeindlich eingestellt und sieht sich umgeben von verschwörerischen, dunklen Mächten“, sagt er. Alter, Bildungsanschluss oder Haushaltseinkommen spielten dagegen keine Rolle. Zu Tage bringt die Leipziger Studie auch, dass die Wähler der Alternative für Deutschland (AfD) nicht als von der Partei verführte Menschen gelten können. 84,8 Prozent der AfD-Wähler gaben beispielsweise an, Probleme zu haben, wenn sich Sinti und Roma in ihrer Nachbarschaft aufhalten; 89 Prozent meinten, Sinti und Roma neigen zur Kriminalität. „Die meisten AfD-Wähler teilen eine menschenfeindliche Einstellung“, sagt Brähler. Auch in der Gruppe der Nicht-Wähler sind diese Vorurteile sehr verbreitet. „Das Potenzial für rechtsextreme oder rechtspopulistiche Parteien ist noch größer als es die Wahlergebnisse bislang zeigen“, sagt er.

Die Unterschiede in der rechtsextremen Einstellung zwischen Ost- und Westdeutschland sind der Studie zufolge nicht so groß. Als ausländerfeindlich gelten im Osten 22,7 Prozent der Befragten, 19,8 Prozent im Westen (bundesweit 20,4 Prozent). Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse Ost und West je nach Altersgruppe, besonders bei den zwischen 14- und 30- Jährigen. Im Osten sind 23,7 Prozent dieser Altersgruppe ausländerfeindlich, im Westen nur 13,7 Prozent. „Das ist gefährlich, Einstellungen können latent sein oder manifest geäußert werden, aber sie bleiben über die Zeit stabil“, sagt Decker. Wer jetzt rechtsextreme Ansichten habe, werde diese noch einige Jahre vertreten. Zudem sei ein Großteil der jungen Menschen bereit, Gewalt anzuwenden.

Für die „Mitte“-Studie der Universität Leipzig werden seit 2002 alle zwei Jahre bevölkerungsrepräsentative Befragungen durchgeführt. Es gibt keine vergleichbare Langzeituntersuchung zur politischen Einstellung in Deutschland.

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[1] Download der Studie:
https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/weitere-publikationen/shop/die-enthemmte-mitte.html

[2]Otto Brenner Stiftung:
https://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/mitte-studie.html

 

Lesezeichen! Amnesty International: Leben in Unsicherheit – wie Deutschland die Opfer rassistischer Gewalt im Stich lässt.

Der Bericht von Amnesty International (AI) – „Leben in Unsicherheit – Wie Deutschland die Opfer rassistischer Gewalt im Stich lässt„- ist heute in vielen Medien erwähnt worden.

„Amnesty wirft deutschen Behörden Versagen vor“, heißt es beispielsweise in der FAZ.

AI habe rassistische und fremdenfeindliche Gewalt in Deutschland untersucht, so Bernhard Clemm. Der Vorwurf laute, dass die Behörden die Opfer oft im Stich ließen. Amnesty vermute einen „institutionellen Rassismus“ bei Polizei und Justiz.

Ich habe mir zum Lesen in den nächsten Tagen den 84-seitigen Bericht als PDF heruntergeladen.

Die Hauptüberschriften lauten:

  • Staatliches Versagen bei der Untersuchung der Morde des „NSU“
  • Verpflichtung zum Schutz vor rassistischen Straftaten
  • Wiederholtes Versagen bei der Aufklärung rassistisch motivierter Straftaten
  • Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und Flüchtlinge
  • Statistiken zu Vorurteils- und rassistisch motivierter Gewalt

Lest selbst. Ich komme erst am Wochenende dazu.

———————-

https://www.amnesty.de/files/Amnesty-Bericht-Rassistische-Gewalt-in-Deutschland-Juni2016.pdf

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