Von Hexen und „Kötten“, Juden und „Spaghettifressern“

Ein neues Sauerland-Buch von Werner Neuhaus über „Außenseiter und Minderheiten im Raum Sundern von der Frühen Neuzeit bis heute“


Werner Neuhaus:
Von Hexen und „Kötten“, Juden und „Spaghettifressern“.
Außenseiter und Minderheiten im Raum Sundern von der Frühen Neuzeit bis heute
. (= edition leutekirche sauerland, Band 29). Norderstedt: BoD 2026.
(ISBN: 978-3-6967-0976-1; Paperback 196 Seiten; 11,99 Euro).
Verlagsseite:
https://buchshop.bod.de/von-hexen-und-koetten-juden-und-spaghettifressern-werner-neuhaus-9783696709761

Unter Angabe der ISBN überall im nahen Buchhandel bestellbar.

Mit dem soeben erschienenen Band „Von Hexen und ‚Kötten‘, Juden und ‚Spaghettifressern‘„ wird in der „edition leutekirche sauerland“ die Sammlung regionalgeschichtlicher Beiträge des Historikers Werner Neuhaus fortgeführt.

(Gastbeitrag: Redaktion der „edition leutekirche sauerland“)

Sechs Aufsätze beleuchten die Geschichte verschiedener Minderheiten in Sundern im kölnischen Sauerland. Dabei kommen völlig unterschiedliche Gesellschaftsgruppen in den Blick, deren gemeinsamer Nenner darin bestand, dass sie im Laufe von vier Jahrhunderten zu ihrer Zeit Außenseiter waren, die von der lokalen Mehrheitsgesellschaft und deren Eliten häufig durch Vorurteile benachteiligt und diskriminiert, manchmal auch bedroht und verfolgt wurden.

Ob vermeintliche Hexen oder Juden, jenische Ansiedler, sozialdemokratische Gewerkschafter, ostdeutsche Heimatvertriebene oder italienische „Gastarbeiter“: Auf Unwissenheit und Vorurteilen beruhende Ablehnung von Minderheiten bedrohten, verzögerten oder verhinderten die gesellschaftliche Integration diverser Randgruppen. Heute sind wir dazu aufgerufen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

„Von Hexen und „Kötten“, Juden und „Spaghettifressern““ weiterlesen

Wehrhaft ohne Waffen! Wie geht das?

Grafik: pax christi

Die Katholische Friedensbewegung pax christi Paderborn,  lädt für Samstag, den 5. September 2026, um 14.00 Uhr, zu einem Vortrag und Austausch in das Pfarrzentrum Brilon, Kirchstraße 3, ein.

Heute halten Bundesregierung und Bundestag einen Krieg in Europa, an dem Deutschland aufgrund seiner Bündnisverpflichtung  direkt beteiligt wäre, für möglich.  Ein Szenario wurde schon in der „Risikoanalyse für den Zivilschutz 2023„, an dem sich alle Städte und Kreise in Deutschland orientieren sollen, dargelegt.

Doch wo enden die militärischen Möglichkeiten und auf welche sollten wir zum Schutz der Bevölkerung verzichten? Darüber ist in einer Demokratie zu sprechen und mann sollte darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft durch gewaltfreie Soziale Verteidigung „wehrhaft ohne Waffen“ sein kann.

***

Referent, Ulrich Stadtmann, ist als Vorstandsmitglied im Bund für Soziale Verteidigung in einer Steuerungsgruppe „Wehrhaft ohne Waffen“ tätig. Er ist sowohl Mitglied bei pax christi als auch in der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Minden sowie im Kreistag.

Winterberg: KuKuK-Vortrag „Zuversicht“

Wie können wir in Zeiten wie diesen leben?

Grafik: Norbert Kremser

Die Kulturgruppe KuKuK lädt am Donnerstag, 20. August zu einem Vortrag zum Thema „Zuversicht! – Wie leben in Zeiten wie diesen?“ ein. Um 19.00 Uhr beginnt die Veranstaltung in den Räumen des Pflegekollegs (Am Kurpark 4, Winterberg).

Ungläubiges Staunen setzt ein, wenn gegenwärtig von Zuversicht gesprochen wird. Dabei ist gerade diese notwendig.

Der Referent Norbert Kremser wird konkrete Hinweise geben, um das eigene Leben zuversichtlicher zu gestalten. Zuvor wird Zuversicht gegenüber einem bloß positiven Denken oder einer naiven Hoffnung abgegrenzt. Insgesamt geht es darum, einen anderen Blick auf das Leben zu bekommen und danach zu handeln.

An diesem Abend erfahren die Teilnehmer*innen

  • dass Zuversicht etwas anderes ist als bloßes positives Denken und naive Hoffnung
  • wie es möglich ist, einen anderen Blick auf das Leben zu bekommen
  • dass Zuversicht auch „Sinn macht“
  • warum es gut ist, das ‚Wir‚ wieder stärker zu betonen
  • was jede und jeder selber konkret dafür tun kann, um zuversichtlicher durchs Leben zu gehen
  • wieso Zuversicht viel mit Humor zu tun hat.

Was das Ganze mit einer Sonnenblume verbindet, wird der Referent an diesem Abend ebenfalls verraten.

Kartenvorverkauf (5 €): Tourist-Info Winterberg und online unter www.winterberg.de/deinerlebnismoment.

Morgens zwischen Beringhausen und Heggen

Mit dem Fahrrad im Bogen nach Meschede

Alte Scheune in Beringhausen (foto: zoom)

Falls ihr häufiger mit dem Fahrrad auf dem Bogen Baldeborn, Löllinghausen, Beringhausen, Heggen und Löttmaringhausen unterwegs seid, schaut doch einmal die Gebäude links und rechts im Tal der kleinen Henne an.

Die zerfallende Scheune erinnert mich stets an das Auenland der tolkinschen Hobbits. Seit Jahren warte ich auf die perfekten Lichtverhältnisse. Sie kommen nie.

Das ländliche Fachwerk-Ensemble habe ich merkwürdigerweise erst am vergangenen Sonntagmorgen, also vor vier Tagen, entdeckt. Dabei ist es sehr auffällig. Nach vielen Jahren selektiver Wahrnehmung habe ich nun auch diese Lücke geschlossen.

Ensemble mit Fachwerk bei Heggen (foto: zoom)

Schon häufiger bin ich vor dem Gutshof Pohl abgestiegen und habe auf die Hexe mit dem schwarzen Kater auf der Schulter gewartet, damit sie mir das verwunschene Anwesen zeige.

Diese Lücke ist noch offen.

Alter Gasthof in Beringhausen (foto: zoom)

Die Strecke gefällt mir wesentlich besser als der Radweg zwischen Remblinghausen und Meschede entlang der Hauptstraße. Er verläuft, immerhin getrennt von Leitplanken, direkt neben der Straße und dort herrscht ein unangenehmer Verkehrslärm. Ob E-Auto, Benziner oder Diesel – es sind die Abrollgeräusche der Reifen, die den Krach veranstalten. Außerdem setzen sie große Mengen an Feinstaub frei.

Der kleine Umweg über Beringhausen lohnt sich.

Der Seniorenbeirat der Stadt Winterberg informiert  … 

Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“

Mit der Enzyklika „Magnifica humanitas“ hat Papst Leo XIV. einen wegweisenden Text zur Menschheit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) vorgelegt. Er sieht die Auswirkungen der „KI“ als besondere Herausforderung für die Menschheit.

(Pressemitteilung Seniorenbeirat)

Mit diesem großen Lehrschreiben legt der Papst die erste umfassende Antwort der katholischen Kirche vor. Er tut dies in einer Sprache, die weit über kirchliche Kreise hinaus verstanden werden will; dies in einer Zeit, in der im Zusammenhang mit „KI“ oft vom Untergang der Menschheit gesprochen wird.

Der Seniorenbeirat möchte sich am Mittwoch, 16. September, ab 14.30 Uhr bei Kaffee und Kuchen mit der Enzyklika näher beschäftigen und auseinandersetzen.

„Der Seniorenbeirat der Stadt Winterberg informiert  … “ weiterlesen

Guckst du! Kleine Abendrunde zum Krähenstein

Die Ziegen weiden wieder am Krähenstein (foto: zoom)

Gestern Abend bin ich zu einer Mini-Radtour aufgebrochen. Bis zum Krähenstein waren es trotz Umwegs durch die Schlade 3,95 km.

Nachdem mich die Ziegen neugierig angeschaut hatten, biss mir eine von ihnen in die Hosentasche. Weder mein Portemonnaie noch der Objektivdeckel waren essbar und so ließen sie mich in Ruhe zum Kreuz hinauf und wieder hinunter klettern. Grass und Blätter rupfen war interessanter und leckerer.

„Guckst du! Kleine Abendrunde zum Krähenstein“ weiterlesen

PV-Förderstopp gefährdet privaten Solarausbau vor Ort

Widersprüchliche Politik gefährdet 152.483 neue Solarmodule auf Wohngebäuden in Arnsberg, Sundern und Ense

Am 17. Juli hat das Bundeswirtschaftsministerium neue Pläne zum Förderstopp für private PV-Anlagen ab 2027 veröffentlicht. Diese sorgen – gerade in Kombination mit der NRW- Solarpflicht – auch bei uns in Arnsberg, Sundern und Ense für große Verunsicherung. Für den Kreisverband Arnsberg im Verband Wohneigentum NRW e. V. ist klar: Diese widersprüchliche Politik sorgt bei Wohneigentümerinnen und -eigentümern für Unverständnis und Frust.

(Pressemitteilung des KV Arnsberg im Verband Wohneigentum NRW e. V.)

Das ist besonders ärgerlich. Denn auch hier bei uns im Kreisverband Arnsberg, der die Städte Arnsberg und Sundern und die Gemeinde Ense umfasst, schlummert noch ein enormes Potenzial für den Ausbau der Photovoltaik: Allein auf bislang ungenutzten Dächern von Wohngebäuden könnten in den drei genannten Kommunen noch bis zu 152.483 Solarmodule installiert werden. Das entspricht – wie der Verband Wohneigentum NRW e. V. ausgerechnet hat – einer Fläche von 12 Fußballfeldern, auf der theoretisch Sonnenstrom für mehr als 76.277 3-Personen-Haushalte produziert werden könnte.

„PV-Förderstopp gefährdet privaten Solarausbau vor Ort“ weiterlesen

Der Winterberger Handelsmann als Lobbe-ist

Jetzt ist er platt, der Handelsmann am Extrablatt

Die Handelsmann-(und Frau- und Kind-) Figurengruppe heute neben dem Schrottcontainer (foto: zoom)

Als ich heute mit dem Fahrrad den steilen Weg zum Rauhen Busch hinauf fuhr, traute ich meinen Augen nicht. Eingezäunt stand dort neben dem Container des Entsorgungsunternehmens Lobbe der Winterberger Handelsmann mit Frau und Kind.

Sollte der frischgebackene Lobbe-ist nicht auf dem Marktplatz stehen?

Auf der Website der Stadt Winterberg habe ich sofort nach der Rückkehr nachgelesen:


Statue Handelsmann, Marktplatz „Untere Pforte“

Entdecke die historische Statue Handelsmann…

…das Herzstück der Altstadt am Marktplatz Untere Pforte. Einst zogen die Winterberger als sogenannte Kiepenkerle bis nach Holland, um ihr karges Einkommen mit handgemachten Holz- und Eisenwaren aufzubessern. Heute erinnert dieses beeindruckende Denkmal an den fleißigen Berufsstand vergangener Jahrhunderte. Erlebe den Kaufmann in typischer Tracht mit Hut, Mantel und schwerem Warenbündel hautnah. Der Platz ist ein lebendiger Begegnungsort mit gemütlicher Gastronomie, was ihn zu einem idealen Ausflugsziel im Sauerland macht. Schnapp dir deine Kamera, denn die Statue gilt als beliebtes Fotomotiv. Verbinde deinen Ausflug mit einem entspannten Stadtbummel und tauche in die spannende Geschichte dieser Sehenswürdigkeit in Winterberg ein.

Screenshot der Winterberger Website von heute 20.30 Uhr

„Schnapp dir deine Kamera, denn die Statue gilt als beliebtes Fotomotiv.“

Das beliebte Fotomotiv steht, wie auf dem Bild von heute Abend zu sehen ist, nicht mehr auf seinem Platz. Das „Herzstück der Altstadt am Marktplatz Untere Pforte“ sei vor ungefähr ein bis zwei Monaten abgebaut worden, sagte mir eine Mitarbeiterin der Restaurationskette.

Dort, inmitten der Außengastronomie, müsste der Handelsmann mit Frau und Kind eigentlich stehen. (foto: zoom)

Wäre ich heute nicht zufälligerweise am Lobbe-Container vorbeigeradelt und hätte sich mir in der Nachmittagshitze nicht der (müde) Kalauer vom Handelsmann als Lobbe-isten aufgezwungen, wer weiß ob ich im gastronomischen Gewusel an der Unteren Pforte das Fehlen „dieses beindruckende[n] Denkmal[s]“ bemerkt hätte.

Oder noch flacher: Jetzt ist er platt, der Handelsmann am Extrablatt.


Wieder gemeinsam unterwegs: Siedlerfahrt der Siedler-Gemeinschaft Müschede e. V. am 26. September 2026 nach Xanten

Das Klever Tor in Xanten (Bild: Hans Peter Schaefer/wikimedia)

Die Siedler-Gemeinschaft Müschede im Verband Wohneigentum wird auch in 2026 wieder eine Siedlerfahrt durchführen.

(Pressemitteilung SGM)

Am Samstag, dem 26.09.2026, geht es um 08.00 Uhr von der Müscheder Schützenhalle aus mit dem Bus in die beindruckende niederrheinische Stadt Xanten.

Die Fahrt beinhaltet umfangreiche Inklusivleistungen wie Busfahrt, Führung durch den imposanten Dom St. Viktor, Fahrt mit dem Bimmelbähnchen „Nibelungen-Express“ entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und eine 2-stündige Schifffahrt mit der MS Domspatz über die Xantener Seen einschließlich Mittagessen. Dabei wird auch ausreichend Zeit zum Bummeln, Shoppen u. a. sein.

„Wieder gemeinsam unterwegs: Siedlerfahrt der Siedler-Gemeinschaft Müschede e. V. am 26. September 2026 nach Xanten“ weiterlesen

Gewerkschaften demonstrieren in Neheim für einen starken Sozialstaat

„Sauerland – Widerstand – Danke!“

Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di (Dirk) auf dem Podium (foto: zoom)

Unter dem Motto Politik für die Menschen – Wir sind das Sauerland demonstrierten am vergangenen Freitag die IG Metall, ver.di und weitere DGB-Gewerkschaften auf dem Marktplatz in Arnsberg-Neheim gegen den momentan stattfindenden Sozialabbau, für einen starken Sozialstaat.

Ein starker Sozialstaat, so die Gewerkschaften sei kein Luxus. Er sei Grundlage für Würde, Demokratie, Produktivität, Sicherheit und Leistung.

Eltern, Sozialstaat, Zukunft, Ausbildung – unsere Zukunft werde heute gestaltet

Justus, Matz und Marie (12, 10, 14): Familien brauchen Zeit (foto: zoom)

Auch auf der Rednerbühne waren Justus, Matz und Marie. Ihre Forderungen: Familien brauchen Zeit und auch wir, die Kinder und Jugendlichen, wollen noch eine sozial sichere Zukunft haben.

Ein Vertreter von ver.di betonte, dass das Thema Sozialstaat alle Generationen angehe: „Ich bin richtig sauer, wenn die Kleinsten der Kleinen hier mit Tränen in den Augen stehen“

„Gewerkschaften demonstrieren in Neheim für einen starken Sozialstaat“ weiterlesen