Initiative „Winterberger KlimaZukunft“: Einwendung gegen das geplante Vorhaben einer Erweiterung des Steinbruchs in Winterberg-Silbach

Grafik: Initiative „Winterberger KlimaZukunft“

An die zuständige Genehmigungsbehörde beim Hochsauerlandkreis
im Verfahren zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs in Winterberg-Silbach

(Pressemitteilung)

Einwendung der ehrenamtlichen Initiative „Winterberger KlimaZukunft“

Sehr geehrte Damen und Herren,

die ehrenamtliche Initiative „Winterberger KlimaZukunft“ erhebt hiermit Einwand gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs im Bereich Winterberg-Silbach.

Aus unserer Sicht stehen die vorgesehenen Eingriffe in erheblichem Konflikt mit den Belangen des Natur-, Klima- und Wasserschutzes. Besonders kritisch bewerten wir die möglichen Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet „In der Strei“ und die dort vorhandenen sensiblen Moor- und Feuchtflächen.

Moore gehören zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt und bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen kaum ersetzbaren Lebensraum. Bereits geringe Veränderungen des Wasserhaushalts – etwa durch Grundwasserabsenkungen, Entwässerungseffekte, Erschütterungen oder Staubeinträge – können langfristige und irreversible Schäden verursachen.

Nach unserer Auffassung sind die Risiken für die Moorflächen bislang nicht ausreichend untersucht und bewertet worden. Insbesondere bestehen erhebliche Zweifel daran, ob:

  • Auswirkungen auf den Grund- und Oberflächenwasserhaushalt zuverlässig ausgeschlossen werden können,
  • die hydrologischen Wechselwirkungen zwischen Steinbruch und Moorflächen vollständig erfasst wurden,
  • Staub-, Lärm- und Erschütterungseinträge ausreichend berücksichtigt wurden,
  • die geplanten Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen geeignet sind, empfindliche Moorökosysteme tatsächlich zu sichern.

Gerade vor dem Hintergrund der sich mehr und mehr verstärkenden Klimakrise kommt dem Schutzintakter Moorflächen eine besondere Bedeutung zu. Die Zerstörung oder Beeinträchtigung solcher Lebensräume steht im Widerspruch zu nationalen und europäischen Klima- und Biodiversitätszielen. Intakte Moore sind natürliche Kohlenstoffspeicher und leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung sowie zum Hochwasser- und Dürreschutz.

Darüber hinaus befürchten wir eine schleichende weitere Industrialisierung der Landschaft rundum Winterberg-Silbach mit negativen Folgen für Naherholung, Landschaftsbild und touristischeAttraktivität der Region. Die einzigartige Mittelgebirgslandschaft des Sauerlandes ist ein hohesöffentliches Gut, das nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden darf.

Wir fordern daher:

  1. eine umfassende und unabhängige hydrogeologische Untersuchung der Auswirkungen auf die Moor- und Feuchtgebiete,
  2. die vollständige Offenlegung aller naturschutzfachlichen Gutachten,
  3. eine FFH- und artenschutzrechtliche Prüfung nach strengsten Maßstäben,
  4. die Anwendung des Vorsorgeprinzips bei verbleibenden Unsicherheiten,
  5. die Ablehnung der Steinbrucherweiterung, sofern eine Beeinträchtigung des
    Naturschutzgebietes und der Moorflächen nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden kann.

Aus Sicht der Initiative „Winterberger KlimaZukunft“ muss dem dauerhaften Schutz sensibler Moorökosysteme Vorrang eingeräumt werden. Ein einmal geschädigtes Moor lässt sich über Generationen hinweg kaum oder gar nicht wiederherstellen.

Mit freundlichen Grüßen

„Winterberger KlimaZukunft“
Arbeitsgruppe von Kipepeo – fair und sozial e.V.

Anhang: der Steinbruch heute. Karte: https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.22126&mlon=8.48876#map=16/51.22126/8.48876


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Ein Kommentar zu „Initiative „Winterberger KlimaZukunft“: Einwendung gegen das geplante Vorhaben einer Erweiterung des Steinbruchs in Winterberg-Silbach“

  1. die erweiterung ist ja schon länger im gespräch. ich kann nur hoffen, dass die leute von der klimazukunft und auch der bund und der nabu hier klagen werden, falls der hsk, wovon auszugehen ist, die genehmigung zu erweiterung erteilt. neben den sehr berechtigen belangen des naturschutzes und der auswirkungen auf den tourismus und eine übernutzung der landschaft, sollte nicht vergessen werden, dass der lkw-verkehr, den der steinbruch verursacht mit zu den größten lärmbelastungen der anwohnenden im gesamten negertal zählt. durch brunskappel fahren viele mit überhöhter geschwindigkeit und einer extrem hohen lärm-emission und zwar teilweise ab 5 uhr morgens. der hsk vertritt hier in keinem mir bekannten fall die interessen der bürger des hsk, sondern ausschließlich wirtschaftinteressen. etwa wenn man sich die genehmigung des bikeparks in gellinghausen anschaut und die verstösse gegen auflagen, festgestellt durch den vnv. hier wurden intakte waldflächen großräumig degradiert und die verbauungen spotten mittlerweile jeder beschreibung.

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