Die anderen beiden Ausgaben der „Brennessel“ gibt es hier.
Im Heftchen selbst haben sich noch zwei alte Postkarten mit Autogrammen von Helmut Schmidt und Herbert Wehner befunden.
Hier die beiden Alt-Politiker:
Autogrammkarte von Herbert Wehner um 1978 aus dem Besitz von Klaus Adamek
…
Autogrammkarte von Helmut Schmidt um 1978 aus dem Besitz von Klaus Adamek
Mehr als Scannen und Bearbeiten war heute nicht drin. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Heften von meiner Seite kommt, sobald ich Zeit habe; es sei denn jemand anderes läse die drei PDF-Dateien und lieferte mir einen Blogartikel.
In „De Fitterkiste“ Bd. 4, 1992 ist der Aufsatz „Juden in Winterberg“, von Nikolaus Schäfer erschienen.
Die Geschichte der Winterberger Juden erscheint mir bislang nicht sehr tief aufgearbeitet (siehe hier im Blog). Einzig Nikolaus Schäfer hat mit seinem im Jahr 1992 erschienen achtseitigen Aufsatz in „De Fitterkiste“[1] ein Schlaglicht insbesondere auf die Ermordung und Vertreibung der wenigen jüdischen Familien aus der Stadt am Kahlen Asten geworfen.
Ich vermute, dass diese Arbeit ein Nebenprodukt von Schäfers Aufarbeitung der Geschichte der Medebacher Juden[2] war.
Die Zeit des Nationalsozialismus ist mit ihren Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern (Familie Winterberger) auf zwei Seiten (87, 88) beschrieben.
Trotz der Kürze liefert Nikolaus Schäfer Hinweise, in welche Richtung unter anderem weiter geforscht werden müsste. Als Beispiel sei hier die sogenannte „Branntweinfabrik“ angeführt.
Bis in die Zeit des Nationalsozialismus existierte in Winterberg die Handeslsgesellschaft „S & M Winterberger – Branntwein- und Liquörfabrik mit Dampfbetrieb – Getreide en gros“ (Seite 87).
Zitat Schäfer:
„Am 20. Juni 1937 wurden – ganz sicher nicht freiwillig – die Hausgrundstücke Hauptstraße 22 und 24 mit Inventar für insgesamt 33.000 Reichsmark an die Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft eGmbH Winterberg.[sic!] verkauft. Auch aller anderer, umfangreicher Grundbesitz mußte unter dem damals herrschenden Zwang verkauft werden. Die Stadt Winterberg erpreßte unter Androhung von „Schutzhaft“ (damals für Juden gleichbedeutend mit Konzentrationslager) die Verkäufe und übernahm selbst den umfangreichen Markenbesitz dieser Familie.“ (ebd.)
Es geht hier also um die „Übertragung“ von Vermögenswerten zu Gunsten Winterberger Bürger(?) und der Stadt Winterberg selbst.
Ein weiteres Beispiel:
„Das Ehepaar Josef und Erna Winterberger wurde zum Konzentrationslager Auschwitz gebracht und im März 1943 ermordet, … Ein Oberinspektor des Finanzamtes Brilon quittierte am 21. April 1943 den Erhalt des Schlüssels für die Wohnung … Marktstraße 19. Das Finanzamt versteigerte dann die bewegliche Habe der Eheleute.“ (Seite 88)
Abschließend:
„Nach dem Ende des Nazireiches wurden die Zwangsverkäufe der Juden für unwirksam erklärt. Die Überlebenden machten ihre Rückerstattungsansprüche geltend, die meist durch vergleichsweise Abfindungen erledigt wurden. Aus der Sippe der Winterberger machte sich niemand mehr ansässig.“ (ebd.)
Spontan habe ich folgende Fragen:
Wie hoch waren die Vermögenswerte?
An wen sind diese Vermögenswerte übergegangen?
Was bedeutet „vergleichsweise Abfindungen“ in Zahlen?
Gab es nach 1945 Bemühungen der Winterberger, sich mit den ehemaligen Überlebenden (in die USA ausgewandert) politisch zu versöhnen?
[1] „De Fitterkiste“, Geschichtliches aus Winterberg und seinen Dörfern, Bd. 4, Ausgabe 1992, Hrsg. Heimat- und Geschichtsverein Winterberg e. V., Winterberg 1992, Seite 81 – 88
[2] Nikolaus Schäfer, Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Medebach, Vom Anfang bis nach dem bitteren Ende, Heimat- und Geschichtsverein Medebach, Medebach 1990.
Die Besuchergruppe der Falken in Auschwitz (foto: falken)
Meschede. (falken_pm) Aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz hat der Jugendverband SJD Die Falken im April eine Gedenkstättenfahrt durchgeführt, an der 550 junge Menschen teilgenommen haben.
Die Sauerländer Falken, die mit mehreren Mitgliedern dabei waren, haben in einem Workshop an zwei Sauerländer, Hans Frankenthal aus Schmallenberg und Friedel Ransenberg aus Wennemen (siehe auch hier im Blog), erinnert.
Die Biographien der beiden weisen zunächst Parallelen auf: Beide waren mit ihren Familien in ihren dörflichen Milieus fest verwurzelt, beider Väter hatten als Soldaten am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Beide, Hans Frankenthal (geb. 1926) und Friedel Ransenberg (geb. 1925), wurden, weil sie jüdisch waren, schon als Jugendliche zur Arbeit gezwungen; beider Familien wurden in Auschwitz ermordet, sie selbst haben mit knapper Not die faschistischen Arbeitslager und Todesmärsche überlebt.
Grab von Günter Ransenberg und seiner Mutter Mathilde auf dem Friedhof in Wennemen. (foto: zoom)
Unterschiedlich sahen die Konsequenzen aus, die sie aus ihren Erlebnissen gezogen haben. Während Frankenthal nach dem Krieg nach Schmallenberg zurückkehrte und das elterliche Geschäft wieder aufnahm, verließ Friedel Ransenberg, der zunächst ebenfalls in sein Heimatdorf Wennemen zurückgekehrt war, Deutschland 1948 in Richtung Israel und diente dort bei der Luftwaffe. In den frühen 50er Jahren siedelte er nach South Carolina (USA) über, wo er noch bis 2012 eine Pferdezucht betrieb.
Hans Frankenthal starb 1999 in Dortmund und hinterließ seine Lebenserinnerungen in dem Buch „Verweigerte Rückkehr“. Friedel („Fred“) Ransenberg starb 2012 in Aiken, South Carolina. Auch er hatte noch mit einer Biographie „The chosen son“ begonnen, die er aber nicht mehr vollenden konnte.
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Was macht der Teller auf dem Scanner? Er beschwert die „Brennessel“ … (foto: zoom)
Heute habe ich vier Stunden vor Mitternacht benötigt, um ein paar alte „Brennessel“ zu scannen. Beim ersten Heft von vielen, die noch folgen werden, habe ich den Workflow erprobt:
Seiten einzeln farbig scannen
Seiten einzeln nach S/W umwandeln
Seiten einzeln verkleinern
Seiten einzeln in PDF umwandeln
Einzelseiten zu einem Gesamt-PDF zusammenfügen.
Irgendwelche Batch-Jobs habe ich bei GIMP unter Linux leider nicht gefunden; also musste ich jeden Scan einzeln anpacken.
Mit Irfanview unter Windows hätte, hätte Fahrradkette ich eine Stapelverarbeitung zur Verfügung, aber … mein Windows PC bricht gerade zusammen.
Eine einzelne Seite, die allererste Seite der „Brennessel“ sieht nun verkleinert folgendermaßen aus:
Die komplette erste Ausgabe der „Brennessel“ aus dem Jahr 1978 mit 12 getippten Seiten habe ich ebenfalls auf eine erträgliche Größe zusammengedampft: das PDF der ersten Ausgabe der Brennessel von 1978.
Zu den Inhalten der „Brennessel“ als Winterberger Oppositionszeitung sowie zu den politischen Hintergründen der späten 70er und frühen 80er Jahre und zur Person Klaus Adamek werden wir hier im Blog auch noch kommen, aber erst einmal muss mächtig gescannt werden.
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Das sind die neuen Pläne zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung: Die übergroße Koalition kann sich ein Leben ohne Vorratsdatenspeicherung offenbar nicht einmal vorstellen. Das nun in „Höchstspeicherfrist“ umbenannte Gesetzesvorhaben wurde heute von Justizminister Heiko Maas in „Leitlinien“ präzisiert … netzpolitik
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R.I.P. Klaus Bednarz: *06.06.1942 · †14.04.2015 … neheimsnetz
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Bildung: Mescheder Hauptschulen geraten weiter unter Druck … derwesten
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Journalismus: Netzwerken lernen im Ehrenamt … charly&friends
Fragt mich nicht, wo ich das kürzlich fotografiert habe. Vergrößern -> Klick drauf 🙂 (foto: zoom)
Leben im 21. Jahrhundert – Wo ist hier bitte der Notausgang? Angefangen hat ja eh alles damit, dass diese Menschen in meiner Timeline anfingen diese BRÜLLBUCHSTABENZEITUNG zu retweeten … ellebil
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Foto zur Kriegsbegeisterung 1914: zugespitzt sitzen solche Darstellungen der Propagandaabsicht des Fotos noch heute auf … historischdenken
Bilder einer aufstrebenden Gesellschaft: Recklinghausen zeigt Ikonen aus Varna … revierpassagen
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UBA-Studie zu Auto und Mobilität: Mehrheit wünscht Abkehr von Auto-zentrierter Städteplanung … doppelwacholder
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Gabriel oder Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat oder …: Der, der den Wahlkampf fürchten muss … postvonhorn
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SPD-Arnsberg: Wir brauchen Offenheit und eine Kultur des Willkommens … neheimsnetz
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