In Dortmund gekauft, in Siedlinghausen gelesen. (foto: zoom)
Ich beanspruche für mich, den Widerspruch meiner Zeit auszuleben, der den Sarkasmus zur Bedingung von Wahrheit machen kann.
So lautet der erste Satz, der mich in Roland Barthes Mythen des Alltags stocken ließ, und er stand gleich am Ende des Vorworts[1].
Seit ein paar Tagen lese ich das „suhrkamp taschenbuch 4338“ vor dem Einschlafen, und ich lese es ziemlich gern; ein Text aus den 50er Jahren des letzten Jahrtausends, der in seinem Hauptteil mit der Welt des Catchens beginnt: „Die Wirkung des Catchens liegt darin, dass es ein übertriebenes Schauspiel ist.“
Hammer. Ich habe tatsächlich das Kapitel über das Catchen gelesen. Sogar (fast)atemlos.
Nicht so wie vor Jahren den mich beim Blättern enttäuschenden Werner Schneyder über das Boxen. Aber vielleicht hatte Schneyder Roland Barthes gelesen und ich habe das damals nur nicht begriffen und … leider habe ich das Taschenbuch von damals in den Müll geworfen. Die Publikationsliste auf Wikipedia ruft leider keine Assoziationen zum Titel hervor.
Ich würde heute gerne vergleichen. Schneyder – Boxen : Barthes – Catchen. Habe ich mich damals geirrt?
Die Vergangenheit ein Patchwork auf der Großhirnrinde. Vielleicht hilft mir Barthes beim Verknüpfen. Nach den „Römer[n] im Film“ folgen die „Schriftsteller in Ferien“.
Schockphotos, Striptease und Astrologie warten darauf, später entziffert zu werden.
Schluss jetzt, denn ich möchte heute Abend noch bis zur „Kreuzfahrt des Blauen Blutes“ lesen.
Gute Nacht!
Die emphatische Wahrheit der Geste in den großen Situationen des Lebens … Baudelaire[2]
[1] Roland Barthes, Mythen des Alltags, Berlin 2010, 3. Auflage 2015, S. 12
Friedrich Wilhelm Grimme (1827-1887), der bekannteste Pionier der plattdeutschen Sauerlandliteratur (Ölbild des Esloher Künstlers Thomas Jessen).
Düsseldorf/Eslohe. (pm) In mehreren Bänden soll eine „Sauerländische Mundart-Anthologie“ Lesetexte aus unterschiedlichen Jahrhunderten erschließen. Der erste Band, bearbeitet von Peter Bürger, ist soeben erschienen und enthält Gedichte bis 1918.
Am Anfang stehen alte niederdeutsche Dichtungen, die 700 Jahre zurückreichen. In den nachfolgenden Jahrhunderten findet man religiöse Lieder, „Kriegsgeschrei“ und derbe Spottreime, mit denen sich die Christenmenschen während der Reformationszeit gegenseitig madig machten.
Bei einigen Pionieren des plattdeutschen Schreibens im südlichen Westfalen gibt es Liebesgedichte und Schauerballaden, in denen es allerdings nicht immer todernst zugeht. Für „Anfänger“ sind auch Wörterbücher vermerkt, die im Internet abgerufen werden können. Die nun eröffnete Reihe ergänzt die Mundartliteraturgeschichte aus dem Museum Eslohe und soll in Beispielen die gesamte Bücher- und Schreibwelt der alten Sprache des kölnischen wie des märkischen Sauerlandes erschließen.
In diesem Jahr sind auf der Internetseite des Esloher Christine-Koch-Mundartarchivs (www.sauerlandmundart.de) auch zahlreiche Beiträge unter der Überschrift „Siebzig Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges“ erschienen.
Jetzt liegt in Buchform der Titel „Friedenslandschaft Sauerland“ vor. Der Verfasser Peter Bürger, Theologe und Publizist, bietet einen geschichtlichen Überblick über Einstellungen zum Krieg und pazifistisches Engagement in der Landschaft. Eine positive Einstellung zum Militär mussten die Preußen im 19. Jahrhundert den Bewohnern erst beibringen. Das erfolgte äußerst gründlich über Schule und Kriegervereine.
Friedenstreffen 1931 auf dem Borberg zwischen Olsberg und Brilon, unter jungen Christen Franz Stock und links sein französischer Freund Joseph Folliet (Gefährten des hl. Franziskus). – Bildquelle: Franz Stock Komitee für Deutschland e.V.
In der Weimarer Republik imponierte das Sauerland jedoch als Hochburg des „Friedensbundes deutscher Katholiken“, dessen Mitglieder in der Nazi-Zeit ausgegrenzt und verfolgt wurden. – Die regionalen Friedenstraditionen werden nach Ansicht des Autors heute besonders von Kommunalpolitikern und anderen Bewohnern fortgesetzt, die sich für eine gute Aufnahme von Flüchtlingen engagieren.
Christliche Vertreter des Heimatbundes hätten in Opposition zu den Rechten stets betont, dass es nur eine menschliche Familie auf der Erde gebe. „Friedenslandschaft Sauerland“ und „Heimat für Menschen“, das seien Stichwörter für eine spannende, gute Zukunft.
Die Bücher „Mundart-Anthologie I“ (338 Seiten; 18,41 Euro) und „Friedenslandschaft Sauerland“ (204 Seiten; 15,49 Euro) sind beim WOLL-Verlag Schmallenberg-Kückelheim erhältlich.
MIT diesem Buch liegt die vielleicht erste Friedensgeschichte einer katholisch geprägten, später „neupreußischen“ Landschaft vor. Lange verlästerten die Sauerländer den Krieg und votierten standhaft für den Frieden …
Als der katholische Teil des Sauerlandes nach 1800 unter hessische und dann preußische Landesherrschaft kam, behagte den Bewohnern die neue Pflicht zum Soldatsein überhaupt nicht. Es kam zu massenhaften Desertionen. Über Schule und Kriegervereine musste der Sinn fürs Militärische durch die neuen Herren erst geweckt werden.
Das kölnische Sauerland war zur Zeit der Weimarer Republik jedoch eine Hochburg des Friedensbundes deutscher Katholiken. Der Bund gehörte dann mit zu den ersten katholischen Verbänden, die 1933 verboten wurden. Einige Kriegsgegner mussten für ihre Standfestigkeit große Nachteile in Kauf nehmen oder wurden sogar von den Nazis ermordet.
Das Bekenntnis zur Einheit der ganzen menschlichen Familie auf der Erde spielt in den friedensbewegten Linien der „anderen Heimatgeschichte“ eine wichtige Rolle. Hierin liegt auch in einer Zeit des nahe gerückten Flüchtlingselends und der Zuwanderung eine Zukunftsperspektive der katholisch geprägten, heute immer bunter werdenden Region. Die Überschrift „Friedenslandschaft“ markiert kein Gütesiegel, sondern die Möglichkeit einer guten Wahl: Heimat für Menschen, Ausgrenzung nur für eingebräunte Stammtischphrasen.
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SAUERLÄNDISCHE MUNDART-ANTHOLOGIE
Band I: Niederdeutsche Gedichte 1300-1918
(Hg. Peter Bürger)
Der erste Band der „Sauerländischen Mundart-Anthologie“ erschließt niederdeutsche Gedichte aus sieben Jahrhunderten bis 1918:
Die Sauerländische Mundart-Anthologie‘ lädt zu einer Lesereise durch die Sprach- und Kulturgeschichte der Landschaft ein. Dieser erste Band erschließt niederdeutsche bzw. plattdeutsche Lyrik bis zum Ausgang des Kaiserreiches. Die Anfänge liegen weit zurück. Schon vor 700 Jahren sind religiöse Dichtungen in der Sprache des Sauerlandes niedergeschrieben worden. Aus den nachfolgenden Jahrhunderten gibt es zarte Verse, aber auch Kriegsgeschrei, beißenden Spott und unzensierte Derbheiten. Bei einigen Pionieren der plattdeutschen Literatur im südlichen Westfalen findet man Liebesgedichte und Schauerballaden, in denen es freilich nicht immer todernst zugeht.
Die Auswahl der Lesetexte für die hier eröffnete Reihe erfolgt nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern auf der Basis einer gründlichen, 1987 begonnenen Sammel- und Forschungsarbeit. Besonders Fachleute werden die soliden Quellennachweise begrüßen. Liebhaber der regionalen Literatur und des Plattdeutschen können den Lesegenuss mit Erkundigungen zur Entwicklung des mundartlichen Schreibens verbinden. Für neugierige „Anfänger“ stehen – auch im Internet – Wörterbücher bereit.
Der Bahnhof Olsberg heute Abend. (foto: zoom)Dokumentation, Information und Nachhaltigkeit: Bildungsmaterialien für Demokratie, Anerkennung und Vielfalt, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus … vielfalt-mediathek
Im Netz des Hasses: Das Phänomen der Hassrede (oder Hate Speech) im Netz ist nicht neu. Aber es hat sich im vergangenen Jahr in öffentlichen Diskussionen über Flüchtlinge und Migration massiv in die sozialen Netze und die Kommentarspalten reichweitenstarker Online-Medien ausgebreitet und ist dadurch zu einem zentralen Thema der Netzpolitik und Netzkultur geworden … dasnetz
FernUniversität in Hagen engagiert sich weiterhin für Flüchtlinge: Aktion Schulsachen – Tornister bleiben nicht leer … doppelwacholder
Unsere Erfolgsgeschichte der Integration: Als ich in die Volksschule kam, kamen mit mir die Kinder der ersten Gastarbeitergeneration in die Schule. Türkenmädchen und -buben, liebe, kluge, normale Kinder, aber nach der Volksschule waren sie weg … misik
Umstrittener Bild-Pranger: Springer siegt vor Gericht gegen Facebook-Hetzerin … meedia
NSU-Mörderbande: Beate Zschäpe als das Heimchen am Herd des NSU … wiesaussieht
Aussage von Zschäpe: Naives Mädchen in deutscher Tradition … patrickgensing
Bernd sagt: In Hagen wurden letzte Woche 80 Leute von der VuW gekündigt. Jetzt kommen 150 Neue für weniger Geld. So geht das heutzutage … medienmoral
Wahrhaftigkeit in der Politik: “Du sollst nicht falsch gegen Deinen Nächsten aussagen” (Ex 20,16) lautet das 8. Gebot. Im Neuen Testament heißt es unmissverständlich “Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein ein Nein, alles andere stammt vom Bösen” (Mt 5,37) … publicHistory
Günther Gotthardt 1918 – 1940 – Eroberungskrieger der Nazi-Wehrmacht: Günther Gotthardt kam während der Novemberrevolution 1918/19 in Harburg zur Welt und starb im Alter von 21 Jahren am 5. Juni 1940 neben seinem Panzer bei Amiens in Nordfrankreich … harbuch
Wenn Historiker campen gehen: Letztes Wochenende fand in Bonn das erste HistoCamp statt. Und auch bei mir herrscht gerade Post-HistoCamp-Blues. Das Camp war so spannend, interessant und toll, dass man danach einfach hart im Alltag landen muss. Zeit für eine kleine Nachbetrachtung … schmalenstroer
Review on the 4. WeberWorldCafé in Leipzig: “It is a bit like speed-dating”. That is how Gesche Schifferdecker introduced the fourth WeberWorldCafé (WWC) on November 16, 2015, hosted by the Max Weber Stiftung and Forum Transregionale Studien in cooperation with the Centre for Area Studies Leipzig and GIGA German Institute of Global and Area Studies Hamburg … christopherhamich
Bildungsrevolution? Bildungsstiftungen sollen dem Gemeinwohl dienen. Bei der Digitalisierung der Bildung geht es aber ums große Geschäft. Und so trommeln sie oft für die eigenen Konzerne … freitag
„Mehr Zeit für das Wesentliche geben“: Kultusministerin Heiligenstadt kündigt für 2016 Dialog zur Arbeitsbelastung von Lehrkräften an … niedersachsen
SPD-Frauen mögen es grün: Seit 27 Jahren herrscht in der SPD die Quote. Sie verhinderte weder den Niedergang der Partei, noch führte sie eine Frau an die Spitze, noch brachte sie die SPD-Funktionärinnen dazu, sich den Beschwernissen des Alltags stärker zuwenden … postvonhorn
Die SPD und die Begeisterung: Depressive alte Tante … jurga
Die Prognose: Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten … zynaesthesie
Dortmund: Nelly-Sachs-Plastik für die Stadt- und Landesbibliothek … nordstadtblogger
Erfrischend neu: Philippe Herreweghe eröffnet Beethoven-Zyklus in der Essener Philharmonie … revierpassagen
Journalismus und Web-Video: Oneshot – for the whole picture. Will ich ja auch irgendwann probieren. Gruß an … ruhrnalist
Mit diesem Buch liegt die vielleicht erste Friedensgeschichte einer katholisch geprägten, später „neupreußischen“ Landschaft vor. Lange verlästerten die Sauerländer den Krieg und votierten standhaft für den Frieden …
(Eine Pressemeldung in eigener Sache von Peter Bürger)
Als der katholische Teil des Sauerlandes nach 1800 unter hessische und dann preußische Landesherrschaft kam, behagte den Bewohnern die neue Pflicht zum Soldatsein überhaupt nicht. Es kam zu massenhaften Desertionen. Über Schule und Kriegervereine musste der Sinn fürs Militärische durch die neuen Herren erst geweckt werden.
Das kölnische Sauerland war zur Zeit der Weimarer Republik jedoch eine Hochburg des Friedensbundes deutscher Katholiken. Der Bund gehörte dann mit zu den ersten katholischen Verbänden, die 1933 verboten wurden.
Einige Kriegsgegner mussten für ihre Standfestigkeit große Nachteile in Kauf nehmen oder wurden sogar von den Nazis ermordet.
Das Bekenntnis zur Einheit der ganzen menschlichen Familie auf der Erde spielt in den friedensbewegten Linien der „anderen Heimatgeschichte“ eine wichtige Rolle. Hierin liegt auch in einer Zeit des nahe gerückten Flüchtlingselends und der Zuwanderung eine Zukunftsperspektive der katholisch geprägten, heute immer bunter werdenden Region. Die Überschrift „Friedenslandschaft“ markiert kein Gütesiegel, sondern die Möglichkeit einer guten Wahl: Heimat für Menschen, Ausgrenzung nur für eingebräunte Stammtischphrasen.
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FRIEDENSLANDSCHAFT SAUERLAND
Antimilitarismus und Pazifismus
in einer katholischen Region
Ein Überblick – Geschichte und Geschichte
[edition leutekirche sauerland 1]
Das war im Sommer. Graffiti in Dortmund: keine verbotene Fütterung (s.u.) (foto: zoom)
Lektionen in Hasspropaganda: Der Wir-Die-Subtext der meisten Nachrichten ist billig, spricht aber das Publikum an. Deshalb ist dieses zu Hasspropaganda tendierende Element das hauptsächliche Produkt der meisten Massenmedien … erbloggtes
Gender-Gaga: Revolutionär*innen, die auf Sternchen starren … sprachlog
Das Gehirn hat kein Geschlecht: Typische Frauen- und Männerhirne gibt es nicht, sagt eine aktuelle Studie. Unser Denkorgan ist ein Mosaik aus beiden Anteilen … zeitonline
Xavier Naidoo: Der Sänger, der Bullshit und die Kultur … psiram
Für die NRW-CDU wird es eng: Die Zuwanderung macht Laschet zu schaffen … postvonhorn
Syrien, Paris und die Flüchtlinge: Über Syrien hat sich während des arabischen Frühlings keiner Sorgen gemacht. Das Land sei so stabil, waren sich 2010 nahezu alle Experten sicher, dass Syrien einigermaßen immun gegenüber den Umwälzungen anderswo sei … fischblog
Der Islamische Staat (IS): Sogenannt, selbsternannt, allerhand … jurga
Realpolitik und andere Übersetzungsfehler: Es ist eine der seltsamen Eigenarten des Sprachtransfers, dass das Wort „Realpolitik“ gerne von jenen Politikern oder Kommentatoren hochgehalten wird, die von der Realität recht wenig Ahnung haben … misik
Ich hab Polizei: Ein schwerer Fall von Wehrkraftzersetzung: während die verwahrloste Unterschicht auf dem Mainzer Gutenbergplatz unter dem Banner der AfD ihre rassistischen Hetzparolen hochkotzte, sangen Mitglieder des Staatstheaters im Foyer den Schlusschor aus Beethovens IX. Symphonie. Alle Menschen werden Brüder … zynæsthesie
Wroclaw re-read: In the history of various cities, one can observe many examples of turning points that remind us of these cities’ political, cultural, or economic situation. They represent borderline situations that can still be seen today, even after many decades … publicHistory
Mail aus Göteborg: Neue Nachrichten über Gustav „Scheini“ Martens … harbuch
Klimakonferenz in Paris: „Mammutaufgabe für die Wirtschaft“ … dradio
Keyless GOne – wie die Autoindustrie uns beklaut: offenbar bieten diese Schlüssel mit ihrem eingebauten Nahfeldfunk auch für Diebe viel Komfort. Sie können Autos ohne jede Gewalt stehlen. Zudem innerhalb von Sekunden. Am Tatort bleiben keine Hinweise auf den Diebstahl … ruhrnalist
Angehörige von NSU-Opfern zu Gast in Dortmund: Lob für die Stadt und scharfe Kritik an den Ermittlungsbehörden … nordstadtblogger
Hagen: Politik plündert Reservetopf für die Kunstrasenplätze … doppelwacholder
Arnsberg: Große Abschlussveranstaltung der Arnsberger Jugendzentren … neheimsnetz
Jagd und Wild im HSK: Mindestens 11 verbotswidrige Fütterungen in einem Jahr … sbl
Was vom Monat übrig blieb: Das war der November … revierpassagen
Die niederträchtige Instrumentalisierung der Terrortoten: Die Morde waren noch im Gange, da kamen Europas rechte Demagogen und xenophobe Hetzer schon mit ihrem Triumphgeheul … misik
Tarnen sich Terroristen als Flüchtlinge? Attentäter stürmen eine Konzerthalle. Sie töten wahllos Menschen. Gleichzeitig operieren Kommandos an anderen Orten wie Cafes und Restaurants … wiesaussieht
Anschläge in Paris: Darf man von Krieg sprechen? … dlf
Smashing Islamic State After Paris Attacks Poses Huge Challenges: Experts say it would require 150,000 U.S. troops, could last decades and cost trillions. It is considered highly unlikely at this stage because it would need to be led by Sunni nations that have shown no appetite for the fight and would pose severe challenges regarding Russia and Syria … bloomberg
Keine polnischen Vernichtungslager: Die Nazis begingen ihre schlimmsten Verbrechen nicht auf dem Territorium des deutschen Reiches, sondern ganz bewußt im Osten … schmalenstroer
Wirtschaft und Profifußball in Skandalen vereint: Führungsspitzen ohne Anstand … postvonhorn
Hagener Rathaus-Galerie: Vor genau einem Jahr hat die Rathaus-Galerie in Hagen mit vier Wochen Verspätung eröffnet. Doch noch immer gibt es Leerstände … doppelwacholder
Die Menschen, die vor dem Terror fliehen, sind nicht die Verursacher des Terrors, sondern dessen Opfer.
Seit ich gestern den Fernseher eingeschaltet habe, um die zweite Halbzeit des Fußball-Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland zu sehen, versuche ich eine Balance zwischen Emotionen und Verstand zu finden.
Irgendwann zwischendurch habe ich mir überlegt, welche Werte oder Lebenssmaximen ich ohne Spickzettel für mich als Wertekanon einigermaßen unfallfrei aufzählen würde, wenn mich jemand unverhofft im Schwimmbad, an der Kasse im Supermarkt oder auf der Arbeit anspräche: „Ey, du Schlaumeier, wonach lebst du eigentlich? Sag, mal?“
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Der IS versucht unsere Gesellschaft zu destabilisieren, und er kennt anscheinend genau die Hebel, an denen er ansetzen muss: Antisemitismus, Antiamerikanismus, Rassismus, Verunsicherung und Spaltung.
„Der Islamische Staat begründete das Attentat auf das Konzert im Bataclan mit der Formulierung, dass man diese Veranstaltung als eine „perverse Feier“ betrachte. Das Theater mit jüdischen Eigentümern wurde bereits früher massiv bedroht.“
Wenn Politiker die Flüchtlingsströme mit den Attentaten verknüpfen, legen sie eine Lunte an das rechtsradikale Pulverfass in unserer Gesellschaft. Sie spielen den Nazis in die Hände.
Verunsicherung, Rechtspopulismus und schwankende Politiker – eine schlechte Mischung.
Unsere Eliten geben momentan kein gutes Bild ab.
Jetzt schwappen gerade aus dem Nebenzimmer Berichte aus Frankreich herüber.
Helmut Schmidt auf einem Parteitag der SPD in Dortmund, 1976 (Bundesarchiv, B 145 Bild-F048646-0033 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0)
In einer flüchtigen Minute hatte ich im Gründungsjahr des Blogs einen unwichtigen Blog-Beitrag verfasst, in dem auch Helmut Schmidt erwähnt wurde.
Der Artikel entwickelte dann im Laufe der Zeit ein makaberes Eigenleben. Sobald Helmut Schmidt erkrankte, schnellte die Zahl der Zugriffe in eine durch den Inhalt des Beitrags nicht zu rechtfertigende Höhe.
Gestern und heute ist der Seismograph hoch ausgeschlagen. Helmut Schmidt ist tot. Seit ein paar Stunden überfliege ich die Nachrufe auf den ehemaligen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Der Sozialdemokrat Werner Jurga kommt mit seinem persönlichen Nachruf meinem Empfinden der damaligen Zeit recht nah. Lest seine Gedanken, wenn euch die Begriffe „bleierne Zeit“ und „NATO-Doppelbeschluss“ etwas sagen, sonst auch:
10. November 2015. Helmut Schmidt ist heute im Alter von 96 Jahren gestorben. Nein, ich war kein Helmut-Schmidt-Fan. Ich war gegen ihn und seine Politik… – und hatte mir dabei zugleich etwas vorgemacht… Werner Jurga mit einem Nachruf
Der andere Beitrag, den ich mit Interesse gelesen habe, schätzt die politische Person Schmidt aus der Sicht des liberalen Bürgertums der USA ein. Er ist bei NPR (National Puplic Radio) erschienen.
Eine interessante Schilderung dort:
„Schmidt was brought to the stage in a wheelchair. And in a loud voice, he rebuked the current leaders, saying anyone who considers his own nation more important than common Europe damages the fundamental interests of his own country. And in a clear reference to Greece, he said the strongest must help the weak. And he reminded his successor that after World War II, Germany’s debt was also restructured.“
Bitte zweimal lesen, übersetzen, wiederum zweimal lesen, ausdrucken und über das politische Bett hängen …
R.I.P. Helmut Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg; † 10. November 2015 ebenda)
Stolpersteine für zwei von vielen. Hier in Berlin. (foto: zoom)
Geschichte vergeht nicht und ist doch Vergangenheit. Geschichte ist ein Kontinuum. Wir besiedeln dieses Kontinuum im Jetzt. Wir haben eine Zukunft, aber nicht ohne unsere Geschichte. Das eine ist nicht ohne das andere zu haben.
Und wieder ein wunderbarer Sommertag im November. Fahrradwetter pur. (foto: zoom)
Heute war ein wunderbarer „Sommertag“ im November, also das Fahrrad wieder rausholen und über Winterberg, Züschen (Bild), Hallenberg, Wunderthausen nach Girkhausen touren. Bis Hallenberg war auf dem Bahntrassenradweg alles easy, aber dann kam der endlos scheinende Aufstieg zur Pastorenwiese. Kann ja nicht immer nur bergab gehen. Wieder etwas gelernt. Muskelkater, aber die Welt dreht sich weiter:
Die Stunde der Wirklichkeitsverdreher: Ob Innenminister Thomas de Maizière oder Lehrer Jürgen Mannke: In Deutschland bedienen immer mehr Menschen die Vorurteile, aus denen sich der Erfolg von Populisten speist. Sie alle machen sich schuldig … spon
Terror von rechts – im völkischen Dschihad: Einzeltäter, die sich als Teil einer Bewegung verstehen, als politische Soldaten: Die Anschläge von Köln und Trollhättan in Schweden zeigen den Vernichtungswillen sowie die Brutalität des Rechtsterrorismus. Die Attentäter wähnen sich in einer Art völkischen Dschihad … blpb
Verfassungsschutz hilft Neonazi: V-Mann-Führer löscht belastendes Material aus dem Internet und behindert Ermittlungen des BKA … correktiv
Antisemitismus nach Auschwitz: Aufstand gegen die Moderne … publikative
Hans Mommsen gestorben: Der Historiker zählte zu den wichtigsten Wissenschaftlern der Nachkriegszeit … juedischeallgemeine
Aufarbeitung der NS-Zeit: Wie Nazis im Innenministerium Karriere machten … deutschlandfunk
„Die derzeitige Rhetorik der CSU trägt zur Verrohung bei“: Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch über den oft diskriminierenden Sprachgebrauch bei der sogenannten „Flüchtlingsdebatte“ … telepolis
„Völker sind niemals gewandert“: Europa wird von einer Völkerwanderung durchgerüttelt: So begründen viele Asylkritiker ihre Furcht vor den aktuellen Flüchtlingsströmen. Doch sie liegen falsch. Eine Völkerwanderung gibt es nicht – und hat es nie gegeben. Es sind immer kleine Gruppen, die vor Krieg und Vernichtung fliehen … berlinerzeitung
Flüchtlinge – sind die Medien selbst: Bei meinen Recherchen in Tansania im Juli habe ich es hautnah mitbekommen, wie schwierig es ist, im aktuellen Berichtsturnus der öffentlich rechtlichen Anstalten über die Ursachen und Hintergründe von Flucht einen Bericht zu platzieren … ruhrnalist
Schriftsteller des PEN zur Asylpolitik: Gegen ein engherziges Europa … revierpassagen
Endlich ein Asylkompromiss: Alle auf dem Zaun? … jurga
Ein vorbestrafter Betrüger unterwandert den „Train of Hope Dortmund“: Mitglieder haben früheren Vereins-Vize angezeigt … nordstadtblogger
Hagener Energieversorger Enervie: Kein Geld für neue Rohre. 100 Jahre alte Gas- und Wasserleitungen bleiben in der Erde … doppelwacholder
Medien und Macher – Korruption? Ein Nachmittag in der VIP-Loge. Vor ein paar Jahren habe ich mal einen blöden Fehler gemacht. Kurz vor dem Wochenende rief ein Pressesprecher an, den ich ganz gut kannte, weil er privat mit einem Kollegen befreundet war. … operationharakiri
Mnozil Brass in Konzerthalle Olsberg: Der Sauerland-Herbst ist gerade zu Ende gegangen, da tauchen die Vermissten doch noch auf: Mnozil Brass aus Österreich kommen am Freitag, 04.12.2015 in die Konzerthalle Olsberg (20.00 Uhr | Einlass 19.00 Uhr) … neheimsnetz
Lockfütterung? Wenn ein Wanderer im Wald über Kastanien stolpert … sbl
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