„Die drei warmen Brüder“: Heizkraftwerk Linden

Idyllisches Hannover: das Heizkraftwerk Linden

Auf der Kulturseite der Stadt Hannover lese ich:

Wegen der drei Blöcke mit den drei Schornsteinen heißt das 1962 in Betrieb genommene Heizkraftwerk Linden „die drei warmen Brüder“.

https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Architektur-Geschichte/Industriekultur/Linden,-Leine,-Limmer/Station-3-Die-drei-warmen-Br%C3%BCder-Heizkraftwerk-Linden

Wikipedia:

Wegen seiner drei Kesselhäuser mit den 125 m hohen Schornsteinen wird das Werk im Volksmund Drei warme Brüder genannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heizkraftwerk_Linden

Bin ich zu kritisch, wenn ich diesen „Volksmund“ einfach nur homophob nenne? Na ja, der sogenannte „Volksmund“ darf alles, denn er ist gewissermaßen kulturell zertifiziert.

Wessen Stimme spricht da aus dem „Volksmund“ in Hannover. Wer hat es zum ersten mal gesagt und wer hat es dann „Volksmund“ genannt?

Eigentlich ganz einfach: wenn ich einen rassistischen/antisemitischen/homophoben Witz machen möchte, nenne ich es „Volksmund“ und bin raus aus der Verantwortung.

Denn wer will schon die Weisheit des „Volkes“ als Sprachautorität anzweifeln?

Bin mal kurz weg, auf der Suche nach weiteren hannoveraner Eigentümlichkeiten.

Ab zum Deister und ein Sonnenuntergang bei Hannover

Regen in der Vorhersage und dann dieser Blick zum Deister (foto: zoom)

Ich bin froh, dass wir heute nur eine kleine 58-km-Radtour zum und nicht übern Deister gemacht haben, denn sonst hätte ich mich verpflichtet gefühlt, die Redewendung „übern Deister gehen“ zu erläutern.

Die Runde mit Start am Sportpark in Hannover hatte ich bei Komoot herausgesucht. Sie sah ziemlich harmlos aus, was sich im Nachhinein als Irrtum erwies, denn erstens führte sie über einige holprige Waldwege und über alles, was zwischen Hannover und Deister an Bergen und Hügeln zur Verfügung stand.

Glücklicherweise ist der angekündigte Regen ausgeblieben. So blieben wir nicht im Matsch stecken und konnten auf einigen der zahlreichen Bänke am Wegesrad unsere Süßigkeitenvorräte verputzen.

Über Hannover wird noch einiges zu erzählen sein, aber für heute ist Schluss, denn die Müdigkeit ist groß.

Was bleibt ist ein Sonnenuntergang wenige Schritte von unserem Quartier entfernt. Viel weiter hätten mich die Beine auch nicht mehr getragen. Na, ja vielleicht noch zu Burger und Flammkuchen im Biergarten.

Gute Nacht!

Hannoveraner Sonnenuntergang (foto: zoom)

Umleitung: Tankrabatt, Klimakrise und Krieg, Pandemie-Fehler, soziale Kälte, Lennebad, Krankheit und Kreativität, Fliegen und Verkehrswende im HSK

Am Radweg bei Wennemen – klimafreundliche Fortbewegung (foto: zoom)

Kritik an Plänen des Finanzministers: Tankrabatt – klimaschädlich und unsozial … klimareporter

Q&A: Übers Klima sprechen in Zeiten des Krieges – ist das möglich? Und wie kann es aussehen? … klimafakten

Corona-Krise: Acht vermeidbare Pandemie-Fehler und was wir noch daraus lernen könnten … scilogs

Soziale Kälte: „… sich an die Bundesbürger gewandt habe, um die europäischen Werte im täglichen Miteinander zu vertreten. Gauck habe gefordert, dass Frieren für die Freiheit eine durchaus zumutbare…“ … zynaesthesie

Gewonnen und doch verloren: Sanierung des Lennebades bei der Abstimmung gescheitert … doppelwacholder

Psychische Krankheit und Kreativität: Westfälisches Projekt nimmt „Outsider“-Literatur in den Blick … revierpassagen

Wenn einer eine Reise reist: Vor ein paar Tagen hatte ich mich, auf meine bekannt zurückhaltende Art, über das Fliegen geärgert … unkreativ

Verkehrswende im Hochsauerlandkreis: Vorstellung der Arbeiten für die Fahrrad- und Nahmobilitätskonzeption … sbl

Umleitung: Corona-Desinformation, Don’t look up!, China, Atomenergie, Überleben und Überstehen, jüdische Friedhöfe, Podcast-Studio, beste Wünsche für 2022 und ein kalter Bahnsteig.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung und abgelaufene Sohlen. Ein eisglatter Spaziergang am Brodtener Ufer zwischen Niendorf und Travemünde (foto: zoom)

Corona-Impfungen: Desinformation mit schweren Nebenwirkungen … tagesschau

Don’t look up! Verschwörungspsychologie & Carl Sagan-Religion vom Feinsten! … scilogs

Die Welt erobern – nur ohne Krieg? Nach 2 Weltkriegen mit Millionen und Millionen an Toten wissen wir: Krieg ist kein adäquates Mittel, um die Welt zu erobern. Gibt es denn eine Alternative? … unkreativ

Reichlich verstrahlt: Hagen war jahrzehntelang in Atomprojekte verwickelt – und die Geschichte ist noch nicht zu Ende … doppelwacholder

Überleben und Überstehen: wo ist dies Jahr geblieben? Eben noch saßen wir an einem lauen Frühlingsabend in der Sonne und hofften auf Gutes, und schon schlägt der Nachtfrost wieder mit aller Macht bei denen ein, die ohnehin nicht viel zu bieten haben im Oberstübchen … zynaesthesie

In Hörde gab es drei jüdische Friedhöfe: Auf dem jüngsten Friedhof finden sich noch Grabmale vom ältesten … nordstadtblogger

Journalismus, Podcast: mobiles Podcaststudio #EchoStopBox … ruhrnalist

Kein richtiger Rückblick, aber die besten Wünsche für 2022! Wie ist im Vorfeld spekuliert worden, ob wir ab 2020 noch einmal „Roaring Twenties“ oder dergleichen erleben würden; wilde, entfesselte Zeiten, eine Dekade wie damals in den 1920ern. Es ist bislang ein wenig anders gekommen … revierpassagen

Stehend auf dem kalten Bahnsteig warten – statt im Anschlusszug zu sitzen: Donnerstag, 23.12., um 19:42 Uhr auf dem Bahnhof Warburg: Der Regionalexpress RE11 (“RRX”) aus Kassel fährt auf Gleis 4 ein. Seine weitere Fahrt führt über Paderborn und Soest durch das Ruhrgebiet bis nach Düsseldorf. Auf dem Bahnsteig in Warburg ist es dunkel, und die Temperaturen liegen unter null Grad … sbl

Abschied von 2021

Die Nils Holgersson verlässt den Hafen. (foto: zoom)

Am Strand von Travemünde habe ich mein Abschiedsfoto von 2021 geknipst. Im Moment der Aufnahme wusste ich noch nicht, dass gerade dieses Bild auf dem Blog stranden würde.

Je länger ich es betrachte, desto mehr lädt es sich metaphorisch auf. Der kleine grüne Leuchtturm auf der Brücke, scheinbar bedroht vom Bug der riesigen Fähre, die dunkle Abgase ausstoßend den Hafen verlässt: Hoffnung, Bedrohung, Klima-Krise.

Ok, ok, alles halb so wild. Die dunkle Fahne am Schornstein ist gewiss harmlos:

Sie ist mit zwei diesel-elektrischen POD-Antriebssystemen und einem Hybrid-Scrubber zur Abluftreinigung ausgestattet. In Übereinstimmung mit den strengen Vorschriften für Fähren, die in der Ostsee verkehren, entfernt das Hybrid-Nass-Scubber-System auf Nils Holgersson Schwefeloxide und Partikel aus den Abgasen.

https://www.ttline.com/de/ttline/schiffe/nils-holgersson/

Das Jahr 2021 war zwar von der Corona-Krise überschattet, aber nicht alles war schlecht: Spaziergänge, Ausfahrten mit dem Rad, die epischen 50-m Bahnen im Mescheder Freibad. Kafkas Schloss und überhaupt die Bücher. Gestern habe ich sogar einen Bestseller zuende gelesen, Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit. Der Schallplattenladen in Kassel (Scheibenbeißer) und der neue Plattenspieler samt Verstärker. Kleine Fluchten aus dem Sauerland, Köln, die Demo im Braunkohlegebiet mit FFP2-Maske und dem Gefühl von Hoffnung, das Lager Bergen Belsen und der jüdische Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf mit dem frischen Grab von Esther Bejarano. Die Stabilisierung meiner Gesundheit, am Ende des Jahres ein Ferienhaus an der Ostsee, die komplette Familie geboostert und getestet. Lange Strandspaziergänge. Brettspiele. Zurück im Sauerland ein Silvester-Spaziergang bei milden Temperaturen und Sonnenschein.

In meinem Kopf summt Peter Hammill Spring came far too early this year. Ich mag die brüchige Stimme, schwer sie wieder loszuwerden.

2022 kann kommen. Um 24.00/00.00 Uhr werden wir einen Berliner essen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=m7_qygD9hS8&list=RDm7_qygD9hS8&start_radio=1

Nase im Wind

Kunstwerk, kann man kaufen: „Nase im Wind“ (foto: zoom)

Nach Räucherfisch, Geschenke-Orgie, Marzipankartoffeln und Trivial Pursuit hat uns der Weihnachtsmann (Christkind war gestern) über den Strand gescheucht.

„Nase im Wind“ heißt die Installation von Mirko Siakkou-Flodin. Wenn ich den Informationen am Sockel des Kunstwerks folge, kann man die Nase kaufen und in seinen Vorgarten stellen oder vielleicht doch besser nicht.

Für das Tagebuch sei vermerkt: Kälte, Sonnenschein und die Brücke zum Hermann-Löns-Blick gesperrt.

Brötchen mit Matjes-Filet schmeckt.

Das Überleben in der Pandemie wird durch 14 DVDs mit Filmen von Konrad Wolf gewährleistet, dazu Bücher, Süßigkeiten und gefühlt 42 verschiedene Teesorten.

Noch aber scheint die Sonne -> Nase in den Wind.

Tschüss!

Umleitung: Coronaleugner, Impfpflicht, Gewalt an Frauen, ein Trip nach Dortmund, nachhaltige Mobilität und ein Ohrensessel.

Der Scooter (foto: zoom)

Eine „gespaltene“ Gesellschaft? Wir starren auf eine laute Minderheit von Schreihälsen – aber auch die Mehrheit hat Rechte … misik

Sozialpsychologin Lamberty: Angst vor Radikalisierung „kein Argument gegen eine Impfpflicht“… deutschlandfunk

Coronaleugner: Der internen Logik nach zählt bei manchen nur noch Gewalt … blicknachrechts

„Orange Your City“: Mehr als 60 Unternehmen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen … nordstadtblogger

Im Schlepptau der Tourismus-Werbung: Wenn die Badische Zeitung einen Trip nach Dortmund empfiehlt … revierpassagen

Buchtipp: „Nachhaltige Mobilität für alle“ des Wuppertal Instituts … doppelwacholder

Der Ohrensessel, der keiner war: In meiner Erinnerung ist er dort schon immer gewesen, seitdem ich denken kann. Wir können aber rückwärts nicht weit denken … paralipomena

Passt für die Zeit nach der Pandemie … „wenn wir uns wiedersehen“.

Zitat unter einem Torbogen der Beckett-Wohnanlage in Kassel. (foto: zoom)

Unter einem Torbogen in der Kasseler Samuel-Beckett-Anlage habe ich dieses Zitat gefunden.

Genau so wie abgebildet habe ich es, Kopf im Nacken, gelesen.

Wiedervorlage nach der Pandemie.

Oder Warten auf Godot.

Pausenbild: Hoffnung – Silencio

Was war ursprünglich und was ist später hinzugefügt worden? (foto: zoom)

Noch kann ich mir keinen Reim auf das Wandbild im Raum für urbane Experimente, vulgo Unterführung Hopla, machen.

Ich vermute, dass drei Elemente erst später hinzugefügt wurden: das jetzt halb aberissene Plakat, die Worte „NICHT WAHR?“ und die beiden orange-roten (?) Kreise mit dem Punkt in der Mitte.

Der weiße Balken mit SILENCIO (Steille, Ruhe, Schweigen) vor dem Mund ergibt Sinn, auch zusammen mit der HOFFNUNG über der Stirn.

Das blaue Band (Pflaster?) quer über dem Nasenrücken verdeckt vermutlich eine Verletzung.

Hohe Wangenknochen, der einäugige Blick drückt Angst, Verzweiflung (warum vermute ich das?) aus.

Ich könnte einen hypothetischen Zusammenhang konstruieren. Indigen, Lateinamerika, Unterdrückung, Kolonialismus. Mehr Vorurteil als Urteil?

Leider ist mir das Bild erst beim Durchsehen der Fotos stärker aufgefallen. Ich müsste noch einmal zurück in den Tunnel und schauen, ob es in einem größeren Kontext steht.

Es geht mir übrigens mit vielen Fotos so, dass ich im Nachhinein bedauere, nicht genauer hingeschaut zu haben.

Gut Ding will Weile haben.

Oder ist es noch banaler und das Graffiti ist einfach nur die Kopie eines bekannten Bildes, welches nur einer nicht kennt? Und das wäre ich. Traurig.

Am Abend: Fern sehen im Hochsauerland

Blick vom Feldstein (756 m) (foto: zoom)

Ich habe schon lange nicht mehr die Bruchhauser Steine besucht.

Heute Abend hat es mich nicht mehr im Dorf gehalten und ich bin zur Feuereiche gefahren. Von dort sind es gut zwei Kilometer bis zum Feldstein, dem einzigen öffentlich zugänglichen der vier riesigen Vulkanfelsen Bornstein, Feldstein, Goldstein und Ravenstein.

Es lohnt sich, auf den Felsen zu klettern. Der Blick von dort oben ist fantastisch. Das wissen auch die vielen anderen Menschen, denen man begegnet, wenn man in der Hauptwanderzeit dorthin läuft/geht/wandert. Es empfiehlt sich im Umkehrschluss, die Bruchhauser Steine zu besuchen, wenn niemand anderes „Bock  darauf hat“, sonst wird es eng am Gipfelkreuz.

Vorhang auf (foto: zoom)