Die Sozialhelden feiern Vielfalt und starten “Die Neue Norm”

Die drei Journalist*innen Jonas Karpa, Raul Krauthausen und Judyta Smykowski sprechen in ihrem “Die Neue Norm”-Podcast über Behinderung, Inklusion und Vielfalt. (Foto: Sozialhelden)

(Berlin) Der Berliner Verein Sozialhelden und der Bayerische Rundfunk haben gemeinsam den Podcast “Die Neue Norm” gestartet. Damit gibt es erstmals einen Podcast mit drei Journalist*innen mit Behinderung an den Mikrofonen.

  • Das Online-Magazin DieNeueNorm.de möchte gängige Standards und Muster hinterfragen, die Nicht-Norm feiern und Behinderung in neue Kontexte bringen.
  • Drei Journalist*innen mit Behinderung sprechen über Inklusion, Gesellschaft und Vielfalt.
  • Gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk gibt es auch den dazugehörigen Podcast.

(Pressemitteilung der Sozialhelden)

Die Journalist*innen Judyta Smykowski, Jonas Karpa und Raul Krauthausen sprechen im Podcast “Die Neue Norm” über Alltag, Behinderung und Vielfalt. Sie schildern, wie sie die Begegnungen mit neugierigen Kindern erleben oder erklären, weshalb sie nicht aufgrund ihrer Behinderung bewundert werden wollen. Die Zuhörer*innen bekommen so konkrete Tipps an die Hand, um in Zukunft Unsicherheiten abzubauen. Dabei wollen sie nicht belehren, sondern Sichtweisen liefern, die sonst nicht im medialen Mainstream auftauchen.

Die Macher*innen der Neuen Norm setzen das Thema Behinderung in einen neuen gesellschaftlichen Kontext, legen Mechanismen der Diskriminierung offen und erzählen von gesellschaftlichen Prozessen aus ihrer Sicht. So beschäftigt sich die aktuelle Podcast-Folge mit der Frage, wie man mit Kindern über Behinderungen spricht, wenn sie beispielsweise Rollstuhlfahrer*innen auf der Straße begegnen.

“Immer noch fehlen die wertvollen Stimmen von behinderten Journalist*innen in der deutschen Medienlandschaft. Mit unserem Podcast möchten wir das ändern. Wir bieten Perspektiven auf alltägliche Themen, die die Mehrheitsgesellschaft nicht hat. Es ist höchste Zeit, diese Einblicke nach außen zu tragen, um dem Ideal einer inklusiven Gesellschaft  näher zu kommen. Nur, wenn wir alte Muster hinterfragen, können wir uns weiterentwickeln”, erklärt Judyta Smykowski, Redaktionsleiterin der Neuen Norm.

Auch für Martin Wagner, den Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, ist der Podcast ein Gewinn: „Der Bayerische Rundfunk sendet für die ganze Vielfalt der Gesellschaft. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir mit dem Podcast „Die Neue Norm“ – auch ausgestrahlt im BR-Hörfunk – einen weiteren Baustein in unserem Programmangebot haben, mit dem wir einen vielfältigen Blick auf die Welt und den Alltag in Deutschland werfen. Raul Krauthausen, Judyta Smykowski und Jonas Karpa brechen die Norm des Normalen auf und sprechen offen und ehrlich über Inklusion und das Leben von Menschen mit Behinderung. Der Podcast trägt so zu einem respektvollen Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft bei. Ein einzigartiges Format in der deutschen Medienlandschaft.“

Das neue Online-Magazin DieNeueNorm.de bietet außerdem viele andere Beiträge zu Themen wie Kultur und Gesellschaft aus einer Perspektive, die sonst fehlt. Wie ergeht es einer kleinwüchsigen Mutter auf dem Kinderspielplatz? Wie geht man mit einer Zwangserkrankung um? In Zukunft wird die Redaktion die aktuellen gesellschaftlichen Diskurse mit der Brille von behinderten Menschen aufarbeiten und hinterfragen.

Der Podcast erscheint einmal im Monat und ist auf br.de, Apple Podcast und Spotify sowie gängigen Podcatcher-Apps abrufbar. Auf DieNeueNorm.de gibt es zu jeder Folge Informationen und Links zum Weiterlesen.

Valentyne Suite: Bermuda3Eck, Schauspielhaus, Hamlet

Auf dem Weg zum Schauspielhaus in Bochum: das Bermuda3Eck (foto: zoom)
Beim Konzert von Igor Levit in Dortmund hatte mir ein Pausengesprächspartner geraten, ich müsse mir auf jeden Fall die Hamlet-Inszenierung am Bochumer Schauspielhaus anschauen. Mit Johan Simons sei das Theater aus einer Krise heraus gekommen.

Am letzten Freitag, aka Valentinstag, haben wir nun auch diesen Kulturpunkt erledigt. Hamlet begleitet mich als Buch, Film und Theaterstück seit der Schulzeit, aber wirklich verstanden hatte ich ihn nie.

Diesmal haben wir nichts dem Zufall überlassen und zwei Wochen vor dem Theaterbesuch den Hamlet Film von Franco Zeffirelli angeschaut, Englisch mit deutschen Untertiteln (englische gab’s nicht).

Im Nachhinein weiß ich, dass es eine gute Vorbereitung war. Zeffirelli konzentriert sich auf einen wesentlichen Konflikt und hält sich weitgehend an die Dialoge des Originals. Wobei … was ist eigentlich das Original?

Vom Jugend[sic!]gästehaus Bermuda3Eck sind es nur ein paar hundert Meter zum Schauspielhaus. Bochum ist keine Großstadt und im Zentrum ist alles fußläufig zu erreichen.

Voilà! Das Schauspielhaus Bochum (foto: zoom)

Im Programmheft (S. 15) erklärt Johan Simons, warum heute eine gute Zeit für Hamlet ist.

Es sei ein desperates Stück und er fühle sich im Moment ebenfalls desperat. Die Zeit sei aus den Fugen („The time is out of joint …“), mehr als je zuvor.

„Über die Umwelt und die anstehende Klimakatastrophe brauchen wir gar nicht zu reden. Auch die menschliche Natur ist in einem miserablen Zustand. Die Lüge regiert, auch die Selbstlüge. Mir scheint es manchmal so, als ob der Mensch dazu geschaffen sei, sich mit offenen Augen in den Abgrund zu stürzen. Ich bin im Moment nicht sehr optimistisch. […] Es gibt keine ehrliche, direkte Kommunikation. Die Älteren haben keinen Zugang zu den Jüngeren, wissen nicht, was sie bewegt und wie sie sie erreichen können“

Die Bühne ist stark reduziert. Der Bühnenbildner Johannes Schütz (S. 21/22)):

„Ich fand es interessant, über eine offene Bühne nachzudenken, an Stelle eines schwarzen Sockels für Einen, ein weißes Grab für Alle. Die weiße Farbe hat etwas Unbelastetes. Sie führt zu einer Klarheit der gesprochenen Sprache. Mein Lieblingssatz im Stück ist ‚Er ist allein’… Der Ball und die Fläche, die Beweglichkeit der beiden schwebenden Objekte, stiftet eine Ambivalenz, ein Rätsel ohne spezielle Lösung … Eine Bühne sollte sich durch die Handlungen der Schauspielerinnen verformen und nicht von vornherein eine Behauptung mit sich bringen.“

Auch in der Pause regungslos auf der Bühne. Präsent. Sandra Hüller spielt Hamlet, den Prinzen von Dänemark. (foto: zoom)

Hamlet, Prinz von Dänemark, wird von Sandra Hüller mit einer unglaublichen Präsenz gespielt. Kein Schnickschnack, keine Kostümierung, schwarzer Pulli, graue Hose, schwarze Schuhe; die Stimme variabel im Ausdruck. Schreien, Flüstern, Zorn, Enttäuschung, Verzweiflung …

Sandra Hüller:

„Es ist ein Wagnis und unheimlich schwierig, dieser Welt nicht zynisch zu begegnen. Man macht sich verletzlich, man wird vielleicht als Gutmensch beschimpft … Mir ist nicht alles egal. Daher der Versuch, den Zynismus zu unterbinden und Hamlet zu einer Figur zu machen, die trotz aller erlebten Enttäuschungen nach Ehrlichkeit, Nähe und Sinn strebt.“ (S. 11/12)

Die schlechte Nachricht: Die restlichen vier Aufführungen von Hamlet in der Inszenierung von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum sind anscheinend ausverkauft.

Für Enthusiasten und Unverzagte gibt es Hoffnung:

+++ Berlin, Berlin … Wir fahren nach Berlin! +++

HAMLET BEIM BERLINER THEATERTREFFEN 2020

Johan Simons‘ Hamlet wird beim diesjährigen Berliner Theatertreffen gezeigt. Das gab die Jury des renommierten Festivals am Dienstag, 28. Januar, bei einer Pressekonferenz bekannt. Die diesjährige Einladung zum Berliner Theatertreffen ist für das Schauspielhaus Bochum die erste seit dem Jahr 2000. Insgesamt wurde das Schauspielhaus damit zum 30. Mal zu dem Festival eingeladen. Für Intendant Johan Simons ist es bereits die siebte Einladung.

Das Theatertreffen 2020 findet vom 1. bis 17. Mai statt.
Das Programm erscheint im April 2020.

Viel Glück beim Kartenkauf!

Ach, noch etwas; die Valentyne Suite, die dem Tag ihren Namen gegeben hat:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=cKFrsm4wqpg

13.02.1970: Das Debütalbum von Black Sabbath erscheint

Black Sabbath ist das Debütalbum der britischen Heavy-Metal-Band Black Sabbath. Es wurde am Freitag, dem 13. Februar 1970 im Vereinigten Königreich veröffentlicht.

https://www.youtube.com/watch?v=MTHBEbivfZI
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Die komplette Platte wurde in nur 12 Stunden am 16.10.1969 in den Regent Studios (London) aufgenommen.

Der wirtschaftliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. So schoss die Debütplatte bis auf Platz 8 der UK-Charts und Platz 23 der US Billboard 200.

Ganz anders sahen das die Musikkritiker der Zeit. Lester Bangs vom Rolling Stone beschrieb die unerprobten Rocker als „genau wie Cream, nur schlechter“ und Robert Christgau feuerte im The Village Voice aus allen Rohren, indem er die Musik der Briten als „Bullshit Totenbeschwörung“ und „das Schlimmste an der ganzen Gegenkultur“ bezeichnete.

Heute gilt der Black Sabbath Erstling als Geburtshelfer des Heavy-Metal.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=X1Zl15ruELo

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» Remasters of reality: How Black Sabbath killed the hippy dream
The Guardian, 18.11.2009

In Memoriam Screamin’ Jay Hawkins – *18.07.1929 · †12.02.2000

Jalacy Hawkins, besser bekannt unter dem Namen Screamin‘ Jay Hawkins war ein US-amerikanischer Blues-Sänger, der für seine ausgefallenen Auftritte und Songs wie I Put a Spell on You und Constipation Blues bekannt ist.

https://www.youtube.com/watch?v=6md-P35BGM8

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Seine erfolgreichste Veröffentlichung war I Put a Spell on You. Hawkins spielte das von ihm selbst geschriebene Lied mehrfach ein. Die erste Aufnahme entstand Ende 1955 für Grand Records; sie verkaufte sich nur mäßig. Im Laufe des Jahres 1956 wechselte Hawkins zu OKeh Records, einem Tochterunternehmen von Columbia. In seiner ersten OKeh-Session, am 12. September 1956, entstand eine weitere Version des Liedes, die schließlich weltbekannt wurde. Hawkins berichtete später, er und seine Musiker seien bei der Aufnahme vollständig betrunken gewesen. Durch das „Schreien, Rufen und Grunzen“ (Hawkins) der Betrunkenen sei die Aufnahme „etwas Besonderes“ geworden.

Der Song wurde von zahlreichen namhaften Künstlern gecovert, darunter The Animals, Creedence Clearwater Revival, Nina Simone, Them, The Who, Joe Cocker, Marilyn Manson, Katie Melua, Annie Lennox sowie von Shane MacGowan and Friends (unter anderem Nick Cave, Bobby Gillespie, Mick Jones, Johnny Depp, Glen Matlock und Chrissie Hynde) als Benefiz-Download-Single im März 2010 für die Opfer des Erdbebens in Haiti.
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=C5N1HVEEGnA

Lo Còr de la Plana in der alten Synagoge Meschede

Licht an, hell und ohne Beleuchtungstricks: lebhaft, mitreißend und voller Humor –  das A- Cappella-Quintett Lo Còr de la Plana in der Alten Synagoge Meschede. (foto: zoom)

Bevor Manu Théron, Rodin Kaufmann, Benjamin Novarino Giana, Denis Sampieri und Sébastien Spessa à la „Lo Còr de la Plana“ im Bürgerzentrum „Alte Synagoge“ in der Kampstraße ihren polyphonen Gesang anstimmten, hatten sie noch einen Auftritt beim Siedlerkarneval in der Stadthalle gleich nebenan. Daher rührten sowohl die zehn Minuten Verspätung als auch die Schals.

Pünktlich zur närrischen Saison hat der WKM-WERKKREIS KULTUR MESCHEDE im Rahmen des Klangkosmos Weltmusik in NRW die fünf Sänger der Formation „Lo Còr de la Plana“ mit ihrem Programm „Carnaval Occitian“ aus Südfrankreich eingeladen.

Anfang Januar hatte ich die Pressemitteilung des Werkkreises Kultur Meschede hier im Blog veröffentlicht und war auf Grund der Ankündigung neugierig geworden: Karten bestellt und gestern, einen knappen Monat später, das Bürgerzentrum Alte Synagoge besucht.

Ich bin nun wahrlich kein Experte für „A Capella Gesänge in der okzitanischen Tradition“, aber es war ein musikalisch überraschender, mitreißender, kurzweiliger Abend. Mit viel Humor und auch augenzwinkernden Einführungen in die einzelnen Lieder mit dem Bogen von populärer Spiritualität zu musikalischen Protestformen.

Weil ich es nicht besser schreiben kann, zitiere ich den Pressetext vom 8. Januar:

Im Herzen von Marseille liegt der Platz „La Plaine“. Er ist Namensgeber des Ensembles: Lo Còr de la Plana. „La Plana“ heißt auf Französisch „La Plaine“ was „Plateau“ oder „Fläche“ bedeutet. Dieser große Platz wurde im 13. Jahrhundert angelegt und ist aktuell im Zuge eines Stadtumbaus hoch umstritten.

In dem neuen Programm der okzitanischen Sänger nennen sie, als musikalisch-künstlerisches Sprachrohr, unverblümt soziale und politische Missstände beim Namen.

Lo Còr De La Plana haben sich den A Capella Gesängen der okzitanischen Tradition verschrieben. Auf ihrer Spurensuche entdecken sie auch ganz moderne Klangwelten. Was die fünf Sänger auf der traditionellen Spurensuchen ausgraben ist alles andere als verstaubt. Da trifft die Chortradition des westlichen Mittelmeerraums auf das Selbstverständnis einer okzitanischen Eigenständigkeit und die Weltoffenheit des internationalen Hafens: Marseille hatte schon immer ein farbigeres Kulturverständnis, auch schon vor dem Titel der Kulturhauptstadt Europas 2013.

Dazu kommt die hohe Professionalität der fünf Sänger des Chors. Anleihen an Melodien aus dem Mittelalter sind zu hören, die Verwandtschaft zu Gesängen der großen Inseln Korsika und Sardinien wird deutlich. Vielfältiger Groove und eine ausgefeilte Gesangstechnik mit Elementen Sprechtechniken der Popmusik und Beatboxing, vor allem aber eine hörbare Freude an verschlungenen Melodien und Harmonien machen dieses Konzert zu einem ansteckenden Hörerlebnis.

Der Chor spielt in folgender Besetzung: Der künstlerische Leiter Manu Théron, Rodin Kaufmann, Benjamin Novarino-Giana, Denis Sampieri, Sébastien Spessa. Alle fünf begleiten sich neben dem Gesang auch am Tamburin.

Einziger Kritikpunkt: Ein wenig Beleuchtungstechnik hätte dem Ambiente nicht geschadet.

Lange Rede kurzer Sinn. Damit die vielen Sauerländer, die gestern nicht dabei waren, einen Eindruck von der Gruppe bekommen, hier ihr Auftritt beim Weltmusik-Festival 2012 in Kroatien:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=8YbLmkbn_Ew

„Safe Space“ der Jungen Triennale in Duisburg-Hochfeld eröffnet

#nofear: Safe Space © Daniel Sadrowski / Ruhrtriennale 2020

Die Junge Triennale der Ruhrtriennale hat am heutigen Freitag, 7. Februar 2020 ihren neuen Projektstandort für Kinder und Jugendliche – den „Safe Space“ – am Brückenplatz in Duisburg-Hochfeld eröffnet.

(Pressemitteilung Ruhrtriennale, siehe auch Fußnote)

Schüler*innen der kooperierenden Gesamtschule Globus am Dellplatz sowie das Nachwuchskünstler*innenkollektiv Mit Ohne Alles haben das umgenutzte Ladenlokal mit einer Ausstellung von Fotos und anderen Ergebnissen aus einer Projektwoche und szenischen sowie musikalischen Beiträgen eingeweiht.

Der „Safe Space“ ist ein Ort, an dem sich junge Menschen künstlerisch mit Zukunft beschäftigen und an dem Ideen zur kulturellen Teilhabe entwickelt und erprobt werden. Bei der Eröffnung waren die Entwürfe des Kurses „Darstellen und Gestalten“ der Gesamtschule Globus am Dellplatz für die Gestaltung des „Safe Space“ zu sehen. Die Schüler*innen wurden dabei von Julia Reimann angeleitet, die bei der Ruhrtriennale für die Ausstattung verantwortlich ist. Ein Höhepunkt war der Auftritt von vier jugendlichen Sänger*innen („JCAJ“), die mit dem Musiker und Produzenten Alessandro Marra Songs komponiert und einstudiert haben.

Ab der kommenden Woche bietet der „Safe Space“ in verschiedenen Workshop-Formaten und offenen Angeboten ein vielfältiges kreatives Angebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Lehrer*innen. Der Eintritt ist frei.

Programm Februar – März

OPEN SPACE für Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche
ab 11. Februar
Di 14.00 – 18.00 Uhr (bis 3. März)
Sa 14.00 – 18.00 Uhr

SAFE SPACE FOR FAMILY für Eltern mit Kindern von 0-6 Jahren
ab 15. Februar
Sa 10.30 – 12.00 Uhr

SAFE SPACE WORKSHOPS für Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche
ab 15. Februar
Fr 14.00 – 16.00 Uhr & 17.00 – 19.00 Uhr

SAFE SPACE BROADCAST für Jugendliche ab 12 Jahren
ab 13. Februar, 1x im Monat
Do 16.00 – 20.00 Uhr

SAFE SPACE KIDS für Kinder von 8-11 Jahren
ab 10. März
Di 14.00 – 16.00 Uhr
Anmeldung im „Safe Space“ oder unter jungetriennale@ruhrtriennale.de

SAFE SPACE TEENS für Jugendliche ab 12 Jahren
ab 10. März
Di 17.00 – 19.00 Uhr
Anmeldung im „Safe Space“ oder unter jungetriennale@ruhrtriennale.de

SAFE SPACE FOR TEACHERS für Lehrer*innen und Erzieher*innen
ab 5. März, 14-tägig
Do 16.00 – 18.00 Uhr

Weitere Informationen zu den Angeboten unter ruhrtriennale.de/jungetriennale.
#nofear: Safe Space
Hochfeldstraße 2
47053 Duisburg

Web ruhrtriennale.de/jungetriennale
Podcast soundcloud.com/jungetriennale
Facebook facebook.com/jungetriennale/
Instagram instagram.com/jungetriennale/

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Anmerkung: Mit Duisburg verbindet mich eine lange Geschichte. Noch vor anderthalb Jahren haben wir vom Dellplatz aus mit dem Fahrrad und zu Fuß die nahe und weitere Umgebung der Stadt erkundet.

Umleitung: von Moebius über die Macht der Stimmen und den Jahrestag einer Befreiung zur @die_reklame, dem Anglizismus 2019 sowie dem „Warten auf Godot“ und mehr …

Playmobil-Demo im Dortmunder U. (foto: zoom)

Zeichner Moebius als Meister des surrealen Traums: Ausstellung zur Comic-Zeichenkunst im Max Ernst Museum … endoplast

Die Macht der Stimmen: Radio in der Wissenschaftskommunikation … scilogs

Kommt das Coronavirus aus dem Labor? Während der aktuellen Coronavirus-Epidemie ist ja die Theorie aufgetaucht, der neue Erreger hätte etwas mit dem neu eingerichteten Hochsicherheitslabor in Wuhan zu tun … fischblog

Jahrestag einer Befreiung – #75Befreiung: Vor 75 Jahren begann das (hoffentlich für immer) letzte der düsteren Kapitel des deutschen Nazireiches, als die Alliierten im Westen und die Sowjets im Osten erstmals bis auf das deutsche Staatsgebiet von vor 1937 einrückten … texperimentales

„Die ausreichende Produktion ist gesichert“: Das Tolle an der Arbeit an @die_reklame ist, dass man manchmal auf wirklich faszinierende Werbungen stolpert. Über den Inhalt dieser Werbung könnte man eine ganze Bachelorarbeit schreiben … schmalenstroer

In diesen Zeiten Journalist werden? Tja, mh, äh… Der Dortmunder Journalist Bernd Berke gehört zu den wenigen Menschen, die mich Banausen hin und wieder zur Kultur locken. Genauer: zu seinem Blog Revierpassagen … charly&friends

Laudatio zum Anglizismus des Jahres 2019: … for Future: Anglizismus des Jahres 2019 ist der Phraseologismus [… for future], der die Grundlage für den Namen der von Jugendlichen in vielen Ländern getragenen Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ bildet, aber der auch produktiv verwendet wird, um allgemein die Klimafreundlichkeit bestimmter Verhaltensweisen anzudeuten – zum Beispiel, wenn Umweltschutzorganisationen ein böllerfreies Silvester for Future anmahnen oder unter Feiern for Future Tipps für ein nachhaltiges Weihnachten geben, über eine klimaneutrale Wohngemeinschaft mit dem Begriff WG for future berichtet oder unter dem Begriff Grundgesetz for Future ein Verfassungsstatus für Nachhaltigkeit gefordert wird … sprachlog

Becketts Klassiker in Dortmund: Das „Warten auf Godot“ könnte ein schwerer Fehler sein … revierpassagen

Als Bettvorleger gelandet: GWG scheitert mit Einschüchterungsversuch gegen DOPPELWACHOLDER.DE … doppelwacholder

Verwaltungsgericht Arnsberg: Polizeieinsatz war rechtswidrig … sbl

Pausenbild: SKATE OR DIE – Graffiti am K 19

Graffiti am K 19 in Kassel (foto: zoom)

Heute ist ein anstrengender Tag, draußen in der Wildnis namens Realität.

Das Blog muss ruhen.

Das Bild habe ich auf meinem Streifzug durch Nord-Holland aufgenommen. Ich bin mir 98% sicher, dass am Eingangsbereich des Kulturzentrums K 19 der Uni Kassel war. Sollte es nicht so sein, bitte ich die 2% sich zu melden.

Heute musste Dortmund ran …

Aliens in Dortmund? Mit zwei Füßchen wäre es für mich eine Leuchtdiode. Aber so … (foto: zoom)

Heute durfte ich nach Dortmund fahren und wäre fast gescheitert. Der Zug aus Winterberg, für den ich gestern die Gruppenkarten gekauft hatte, – immerhin waren 158 Euro versenkt – kam nicht.  Betriebsbedingte Störung.

Glücklicherweise hat Olsberg zwei Bahnhöfe im Abstand von 10 Minuten Fußweg. Ein kluges Backup! Mit Umstieg in Schwerte, dem zweitschönsten Bahnhof nach Siedlinghausen, sind wir dann doch noch eine Stunde später als geplant im Dortmunder Hauptbahnhof eingetrudelt.

Womit soll ich anfangen? Also das „U“.

Am Dortmunder „U“ werden die LEDs repariert. (foto: zoom)

Die LEDs, mit denen die „fliegenden Bilder“ erzeugt werden, sind in die Jahre gekommen, viele sind kaputt. „Die müssen demnächst alle ausgetauscht werden“, sagt mir einer der Techniker, bevor er von der Aussichtsplattform noch weiter nach oben klettert.

Im Inneren des „U“ sind wir treppauf und -ab gestiegen und haben uns mit den Rolltreppen durch die Stockwerke gebeamt.

Das „U“ ist meist vertikal. (foto: zoom)

Schlussendlich sind wir in der zweiten Ebene gelandet. „Recht & Würde“ heißt die Austellung, an der wir uns festgebissen haben.

„Menschenrechte, sie gelten für jede*n, immer und überall. Wie genau betreffen und bewegen sie sehr unterschiedliche Menschen? Rund 150 Dortmunder*innen haben sich fotografisch mit den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beschäftigt, sich fotografisch auseinandergesetzt und eine Plakatkampagne geschaffen. Die Menschenrechte gelten für jede*n – immer – überall. Sie betreffen jeden, aber wie genau? Beteiligte aus Kita-Gruppen, Schulklassen, Wohngruppen, Integrationszentren, Vereinen und Seniorentreffs haben Inhalte der Erklärung genauer unter die Lupe genommen einzelne Artikel fotografisch umgesetzt. Die Ausstellung zeigt die entstandenen Arbeiten, gesammelte Perspektiven und persönliche Erfahrungen mit Recht und Würde. Sie lädt Besucher*innen ein sich auch selbst spielerisch mit den Menschenrechten auseinanderzusetzen.“

Gute Frage! (foto: zoom)

Geht da mal hin. Es kostet nichts, und wenn man sich die einzelnen Stationen anschaut, gibt es noch einen Lerneffekt obendrauf.

Die Antwort? (foto: zoom)

Gerade als wir gehen wollten, haben wir noch eine Installation mit grellem Licht und lauten Geräuschen entdeckt. Die Aufsicht versicherte uns, dass wir das Spektakel auch ohne Hör- und Sichtschutz überleben könnten.

Laut und grell: Idan Hayoshs Installation.  (foto: zoom)

Idan Hayoshs Installationen sind laut, grell, aggressiv. Mit ihrer streng formalen Anordnung erinnern sie an Waffenpräsentationen des Militärs; das Arrangement der Objekte wirkt gleichermaßen ästhetisch wie bedrohlich. Sind wir stark genug, uns dieser Konfrontation zu stellen?

Ehe wir uns versahen, war die Zeit knapp geworden.

Noch einmal im Café Kleimann bei Reibeplätzchen, Apfelstrudel und Vanilleeis Luft holen, dann zu andrä und gebrauchte CDs in den Rucksack stopfen.

Meine Beute:

  • Karajan, Bruckner, Symphonie 7
  • Karajan, Bartok, Klavierkonzert No 3 & Schumann Symphonie No 4
  • Sonic Youth, Goo
  • Glenn Gould, W.A. Mozart: Four Piano Sonatas
  • Robert Wyatt, Rock Bottom
  • Karajan, Johannes Brahms, Symphonie Nr. 4
  • System of a Down
  • Karajan in Italy, Tchaikovsky Symphony No 5 in E minor und Sibelius, Finlandia op. 26
  • The Velvet Underground & Nico, ja die mit Warhol und der Banane.

Die Bahn von Dortmund nach Bigge kam pünktlich.

Im Auto zurück nach Hause habe ich mit System of the Down begonnen, zu Hause Brahms aufgelegt. Großartige Wechselbäder.

Während ich die letzten Zeilen tippe, dreht sich Sonic Youth im CD-Spieler.

Gute Nacht!