Ein US-Soldat zeigt Anfang Mai 1945 dem Warsteiner Bürgermeister Peter Struif die 71 Leichen der im Langenbachtal ermordeten Menschen (Repro Archiv P. Bürger; Aufnahme von U. Hillebrand in den 1980er Jahren bei der US-Army angefordert).
Insgesamt 208 unschuldige Menschen aus der Sowjetunion und Polen wurden zwischen dem 20. und 22. März im Raum Meschede/Warstein von deutschen Soldaten ermordet. Die willkürlich ausgewählten Opfer waren weibliche und männliche Zwangsarbeiter sowie zwei kleine Kinder.
(Presseinformation Christine-Koch-Archiv am Museum Eslohe)
Zu diesem Kriegsendphase-Verbrechen im Sauerland ist jetzt in der Internetreihe des Christine-Koch-Archivs am Museum Eslohe eine 216 Seiten starke Publikation erschienen. Diese Gemeinschaftsarbeit von Jens Hahnwald (Arnsberg) und Peter Bürger (Eslohe/Düsseldorf) kann jeder kostenlos hier im Netz abrufen.
Christopher David Allen (13 January 1938 – 13 March 2015) better known as Daevid Allen, sometimes credited as Divided Alien, was an Australian poet, guitarist, singer, composer and performance artist was co-founder of psychedelic rock groups Soft Machine (in the UK, 1966) and Gong (in France, 1970).
Following a tour of Europe, Allen was refused re-entry to the UK because he had overstayed his visa on a prior visit. He returned to Paris where he took part in the 1968 Paris protests which swept the city. He handed out teddy bears to the police and recited poetry in pidgin French. He now admits that he was scorned by the other protesters for being a beatnik.
Fleeing the police, he made his way to Deya, Majorca, with his partner Gilli Smyth. It was here that he met the poet Robert Graves. Here also, he recorded Magick Brother (released on BYG Actuel in 1969), the first album under the name Gong. They were joined by flautist Didier Malherbe, whom they claim to have found living in a cave on Robert Graves’s estate.
Die Wege der Musiker der sogenannten Canterbury Musik Szene waren verschlungen: Wilde Flowers, Caravan, Soft Machine, Kevin Ayers, Gong … Begleiter der 70er-Generation (gelebt, nicht geboren 😉 )
Die Beilage des Dreifach-Albums Soft Machine, Triple Echo, mit dem Stammbaum der Canterbury Musik Szene. (foto: zoom)Den Stammbaum der sogenannten Canterbury-Musikszene haben wir als Gymnasiasten studiert, Platten gekauft, getauscht, zusammen gehört und über Politik diskutiert.
Soft Machine war (auch) das Hintergrundrauschen unserer Politisierung. Ich höre die Scheiben immer noch gerne, sehr gerne.
Soft Machine Mitbegründer Daevid Allen wurde nach einem Konzert in Frankreich nicht mehr nach Großbritannien hinein gelassen.
Ein kleines bisschen Stimmungs-Geschichte besingt Robert Wyatt („the greatest bad singer on the planet“) in „The Moon in June“:
Diese zehn blauen Bände haben mich wahrscheinlich mehr beeinflusst als die anderen blauen Bände (foto: zoom)
Raddatz galt als einer der einflussreichsten deutschen Literaturkritiker; seine Tagebücher sind ein Panoptikum der west- und ostdeutschen Verlags- und Autorenszene nach 1945.
Neben seiner journalistischen Arbeit legte er eine Vielzahl von Essays, Romanen und Biografien vor.
Er war offen bisexuell aktiv, nach eigenem Bekunden weit überwiegend mit männlichen Partnern, und lebte in Hamburg mehr als 30 Jahre lang mit seinem Lebenspartner Gerd zusammen, davon 13 Jahre in einer eingetragenen Partnerschaft.
Im September 2014 gab Raddatz bekannt, dass er sich aus dem aktiven Journalismus zurückziehe. Grund dafür sei, dass er sich nicht mehr als zeitgemäß empfinde und die aktuelle Lyrik, ebenso wie die zeitgenössischen Romane für ihn nicht mehr interessant und vor allem nicht mehr liebenswert seien.
Raddatz schied am 26. Februar 2015, einen Tag vor dem Erscheinen seines letzten Buches, freiwillig aus dem Leben.
Hartmut Beier: Die Elbe bei Hamburg, Öl auf Leinwand (foto: zoom)
Botschaften aus Rom II und III: Eine Bloggerin will’s nochmal wissen … erbloggtes sowie … Erblickt meine Werke, Mächtige, und erzittert! … erbloggtes
Journalismus, Überwachung: Nicht alles, was wie ein USB Stick aussieht, ist ein Speichermedium. Über die beliebte Computerschnittstelle kann man vieles an den Rechner anschließen … ruhrnalist
Datenklau bei der taz I: Das Wichtigste für uns ist, den Datendiebstahl in der Redaktion aufzuklären und das Vertrauen in die taz zurückzugewinnen … taz
Datenklau bei der taz II: Die taz wurde wohl von einem Angestellten ausspioniert. Daten von Mitarbeitern wurden mithilfe eines Keyloggers abgeschöpft. Was ist geschehen? Wie reagiert die taz? … taz
David Schraven zur Zukunft des (Lokal-)Journalismus: In der bedrohlichen Situation für lokale, regionale und nationale Medien zeichnet sich eine zweite Herausforderung ab, aber die Zukunft ist besser als man denkt … charly&friends
Schattierungen der Linken: Wann ist eine politische Gruppierung eigentlich linksextrem, linksradikal oder sozialistisch? Eine kleine Orientierungshilfe im Dschungel politischer Brandmarkungen … carta
Währungspolitik: „Der Euro wird die nächsten drei Jahre nicht überleben“ … dradiokultur
Griechenland I: Bismarck und Schäuble in der Berliner Wilhelmstraße … wiesaussieht
Griechenland II: Ach, übrigens – Kennen Sie LAOS? … jurga
Leonie Treber, Mythos Trümmerfrauen: Das Bild deutscher Trümmerfrauen ist allgegenwärtig, wenn es um Deutschland in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geht; eine Rezension bei … hsozkult
Masernepidemie: Impfungen funktionieren! Und Impfverweigerer sind gefährlich!… astrodictum
Wahlmüdigkeit: Die Demokratie verliert ihre Bürger … threepastnine
Bildungspolitik in NRW: G8 – Alter Wein in neuen Schläuchen … ruhrbarone
Hagen: Theater in GmbH mit Pleiterisiko umgewandelt … doppelwacholder
Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel … revierpassagen
Deutschland rätselt: Der mysteriöse KNALL – eine Chronik der Ratlosigkeit … harakiri
Hochsauerlandkreis: Abschiebung des Sadik Zidi soll in wenigen Stunden erfolgen … neheimsnetz
Zoff bei der Bob- und Skeleton Weltmeisterschaft in Winterberg: „Er sollte ein Stechen um den vierten Startplatz im deutschen Team fahren. Doch plötzlich nominierten die Skeleton-Bundestrainer einen anderen und teilten Alexander Gassner das Aus für die Heim-WM in Winterberg mit. Das sorgt für heftige Reaktionen“ … DerWesten
So geht Reklame, oder? Heute Nachmittag an der Bobbahn gefunden. (foto: zoom)
Eine Brücke zwischen Journal und Blog: Interview mit Marko Demantowsky über “Public History Weekly” #wbhyp … digitalhumanities
Geschichtsstudium ohne Fremdsprachenkenntnisse und Lesekompetenz? In Brandenburg werden demnächst Studierende ohne Fremdsprachenkenntnisse ein Geschichtsstudium beginnen können. Bedeutet diese Neuerung wirklich “gleiche Chance für alle” … PublicHistory
Recht, Tod und Büchersammeln: Friedhofs- und bestattungsrechtliche Probleme in der Praxis wissenschaftlicher Bibliotheken … doppelwacholder
Neue Blogs für PlanetHistory: Das letzte PlanetHistory-Update war – Schande über mich! – im Oktober. Und so haben sich mittlerweile einige neue Blogs angesammelt, die jetzt endlich integriert sind … schmalenstroer
Schule in der Digitalen Gesellschaft: Warum wir neu lernen müssen … joeran
Panorama, Zapp und interessante Themen, Kommentar: „Unglaublich dreist die Frau Reschke. Scheinbar war Sie selber dafür verantwortlich, dass die Leaks nicht die Öffentlichkeit erreicht haben“ … heisersstimme
Blogger vs. Journalisten: Ein völlig sinnloser Streit! … astrodictum
Wirtschaftskrise I: Eric Hobsbawm „Es wird Blut fließen, viel Blut“ … stern
Wirtschaftskrise II: Church of England calls for ‚fresh moral vision‘ in British politics … guardian
Griechenland I: Tsipras droht Europa mit Spaltung – Griechenland beim Wort nehmen? … postvonhorn
Griechenland II: Nach der Eurogroup-Tagung – Wer ist Schuld? … wiesaussieht
Deutsche gegen Griechen: Warum die deutsche Bundeskanzlerin keinen Schritt auf die Griechen zu macht und den Niedergang der Eurozone in Kauf nimmt … misik
Ukraine: Die „Einigung von Minsk“ – Business as usual … jurga
Terrorismus aus Dinslaken: Der Dinslakener Stadtteil Lohberg gilt als Hochburg der deutschen Dschihadistenszene. Warum wurden dort junge Männer zu Gotteskriegern? … freitag
Botschaften aus Rom I: Ordentlich Dresche … erbloggtes
Absage des Braunschweiger Karnevalszuges: Wann ist es soweit? … charly&friends
Essener Folkwang-Museum: Detlef Orlopps starke Strukturen und Plakate aus der DDR … revierpassagen
Bochum: Wenn die Süddeutsche vor lauter Begeisterung über das Konzerthaus die Fakten vergisst … ruhrbarone
15.02.2015: Douglas R. Hofstadter wird “70? … neheimsnetz
Termine vor Ort: SBL-Fraktionssitzung am Mi, 18.02., in Meschede … sbl
Rettung durch Hate-Slam? Redakteure lesen aus Hass-Briefen an die Zeitung vor … harakiri
Hamburg, Harburg, Wilhelmsburg: Neue Aktenfunde zu Widerstand und Verfolgung … harbuch
Ein unterschätzter Hamburger Tunnel: „The “alter Elbtunnel” was built between 1907 and 1911 by Raabe and Wöhlecke, the same architects who designed the whole Landungsbrücken area to enable the harbor workers to cross the river without using a boat.“ … journeytodesign
Kein Mitleid mit Tsipras und Varoufakis? Griechenlands Wahlsieger auf Tournee durch Europa … postvonhorn
Sagt Mario Draghi den Griechen grad wirklich: Wenn Ihr nicht brav seid, ruiniere ich die Eurozone? … misik
Ukraine: Wie man den Krieg verhindert … wiesaussieht
Pegida in Duisburg: Das „Netzwerk gegen Rechts“ … jurga
Politische Schwarzarbeit in Hagen: Vergangenen Donnerstag bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA): 2/3 der Tagesordnung wurden der Öffentlichkeit entzogen – ein neuer Höhepunkt. Wie kann das sein? … doppelwacholder
Er ist der Menschheit müde: Dortmunder “Elektra” endet im Weltschmerz des Tyrannen … revierpassagen
09.02.1970: The Doors veröffentlichen “Morrison Hotel”-Album … neheimsnetz
Guten Appetit: Multiresistente Keime und Putenmast … sbl
Rückumschlag von Ernesto Cardenal, Wir sehen schon die Lichter, Wuppertal 1986 (foto: zoom)
Ich kann nicht beurteilen, wie Ernesto Cardenal Martínez (* 20. Januar 1925 in Granada), ein nicaraguanischer suspendierter katholischer Priester, sozialistischer Politiker und Dichter, von der Geschichte beurteilt werden wird.
Er ist einer der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie und gilt neben Rubén Darío als einer der bedeutendsten Dichter Nicaraguas. Im Zuge der erfolgreichen Revolution in Nicaragua durch die Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN) war er zwischen 1979 und 1987 Kulturminister von Nicaragua.
1994 verließ Ernesto Cardenal die FSLN, aus Protest gegen den seiner Ansicht nach autoritären Führungsstil von Daniel Ortega. Er stellte aber gleichzeitig klar, dass er sich weiterhin als „Sandinist, Marxist und Christ“ verstehe. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Cardenal
Sicher scheint, dass Cardenal in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts einen großen Einfluss auf die westdeutsche Linke hatte und sie teilweise mit dem Linkskatholizismus versöhnen konnte.
Der Niedergang der Nicaraguanischen Revolution (Projektionsfläche vieler Träumereien – „Sandalistas“) und der aufkommende Neoliberalismus ließen das Bild von Ernesto Cardenal in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit verblassen.
Vielleicht wäre es in der heutigen Ära der Renaissance der Religionen gar nicht verkehrt, lesend zu prüfen, ob seine Lyrik und die Befreiungstheologie die Zeitgeschichte überleben werden.
Zum Schluss, um eine Idee vom Denken des Nicaraguanischen Priesters zu bekommen, ein paar Zitate aus Ernesto Cardenal, Das Evangelium der Bauern von Solentiname, Bd. 1, Wuppertal 1976:
Wenn wir nicht die Wahrheit sagen, dann betrügen wir – oder wir beuten andere aus (S. 19)
Wir Armen sollen von den Reichen befreit werden, und die Reichen von sich selbst, das heißt, von ihrem Reichtum. (S. 21)
… die Sünde ist der Egoismus […] Die Reichen, die leiden nie. (S. 42)
Christus dagegen sagt, das Wichtigste sei das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit oder das Reich der Gerechtigkeit, was genau dasselbe ist. Er sagt nicht, wir sollten zuerst nach einer religiösen Bekehrung trachten, alles andere würde uns von selbst zufallen. Es ist nämlich eine geschichtliche Tatsache, dasß religiöse Bekehrungen keineswegs das System der Ausbeutung abschaffen. Im Gegenteil, die Religion hat nur allzuoft dazu beigetragen, daß noch mehr ausgebeutet wurde. (S. 148)
Kölns Strippenzieher gerät ins Wanken: Wie Börschel die Zügel entglitten … postvonhorn
Biologischer Datenschutz – Der #31c3 für Bio-Hacker: Mittlerweile gibt es Genomprojekte, bei denen das gesamte Genom einer Gruppe analysiert wird … scilogs
Kandidaten für den Anglizismus 2014: Social Freezing … sprachlog
Dschihad und Pegihad: Die Pegida-Demonstration ist noch einmal gewachsen. Der “Geist von Dresden” steht gegen den “Geist von Paris” … misik
ARD-aktuell: Die “Verschwörung” von Paris … tagesschau
Tagesschau wettert gegen „Verschwörung von Paris“: „Das ist das Gegenteil von ‚Je suis Charlie’“ … handelsblatt
Politikerfotos vom Trauermarsch in Paris: „Das Mitmarschieren ist konstruiert“ … taz
Die zeichnen ja immer noch! Der Prophet weint mitleidig, bekennt sich zur angegriffenen Meinungsfreiheit – und darüber steht: Alles vergeben. So sieht die erste Titelseite des Satiremagazins Charlie Hebdo nach dem mörderischen Anschlag aus … charly&friends
Allen mörderischen Versagern zum Trotz: Wir sind Charlie Hebdo … jurga
„Wir sind nicht rechts, aber …“: Ursache und Struktur der Proteste von „Pegida“ … doppelwacholder
Zwei Jahre nach dem Ende der Rundschau: beängstigende Zeiten für den Journalismus … revierpassagen
Januar 1970: The Guess Who veröffentlichen “American Woman”-Album … neheimsnetz
Integration: Wie viel Sprachförderung erhalten Kita-Kinder ohne Deutschkenntnisse? … sbl
Philippinen-Hilfe: Spendenverbleib nicht lückenlos belegbar … DerWesten
Auch Weihnachten in Agnostistan hat seine Symbole und Traditionen (foto: zoom)
Weihnachten
Nikolaus der Gute
kommt mit einer Rute,
greift in seinen vollen Sack –
dir ein Päckchen – mir ein Pack.
Ruth Maria kriegt ein Buch
und ein Baumwolltaschentuch,
Noske einen Ehrensäbel
und ein Buch vom alten Bebel,
sozusagen zur Erheiterung,
zur Gelehrsamkeitserweiterung …
Marloh kriegt ein Kaiserbild
und nen blanken Ehrenschild.
Oberst Reinhard kriegt zum Hohn
die gesetzliche Pension …
Tante Lo, die, wie ihr wißt,
immer, immer müde ist,
kriegt von mir ein dickes Kissen. –
Und auch hinter die Kulissen
kommt der gute Weihnachtsmann:
Nimmt sich mancher Leute an,
schenkt da einen ganzen Sack
guten alten Kunstgeschmack.
Schenkt der Orska alle Rollen
Wedekinder, kesse Bollen –
(Hosenrollen mag sie nicht:
dabei sieht man nur Gesicht … ).
Der kriegt eine Bauerntruhe,
Fräulein Hippel neue Schuhe,
jener hält die liebste Hand –
Und das Land? Und das Land?
Bitt ich dich, so sehr ich kann:
Schenk ihm Ruhe –
lieber Weihnachtsmann!
Theobald
Tiger Ulk, 28.12.1919, Nr. 52.
Quelle: Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke 1919-1920 2, Reinbek 1960, Taschenbuchausgabe April 1981, Seite 244-245
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