Umleitung: Nazi-Schmierereien im HSK, Kampf gegen Rechtsextremismus, AfD, Abschiebung in Osnabrück und mehr

Das Bild passt zufällig zum Thema Umleitung: Baustelle am Alsterfleet in Hamburg (foto: zoom)

Rechtsradikalismus im Hochsauerland: Kurz vor Weihnachten sorgt eine Serie von Sachbeschädigungen und rechtsradikalen Graffiti in Siedlinghausen für Entsetzen. Polizei und Staatsschutz sind eingeschaltet … sauerlandkurier

Ermüdungserscheinungen vor einem Jahr der Entscheidungen: Statt Strategie, Haltung und politischem Willen im Kampf gegen Rechtsextremismus zu beweisen, haben die ersten schon aufgegeben. Dabei ist Gegenwehr so wichtig wie nie … belltower

Die AfD als „fünfte Kolonne“ autoritärer Regierungen? In Europa sollen „patriotische Parteien“ durch die Trump-Regierung gefördert werden, zumindest wird eine solche Praxis in einem neuen Strategiepapier vorgeschlagen. Wird die AfD dadurch „objektiv“ zu einer „fünften Kolonne“ der Trump-Regierung? … endstationrechts

Wie AfD-Historiker den deutschen Überfall auf Polen umdeuten: Mythen und bewusste Falschdarstellungen über die Ursachen des Zweiten Weltkriegs bilden einen zentralen Bestandteil geschichtsrevisionistischer Argumentationen. Besonders verbreitet ist die Behauptung, der deutsche Überfall auf Polen sei in Wahrheit ein von Polen provozierter Krieg gewesen … geschichtestattmythen

Osnabrück: Landkreis schiebt integrierte Pflegerin ab … robertsblog

Entsorgung im öffentlichen Raum (Satire): Kein Tag vergeht, ohne dass der Stadtbewohner an allerlei gut einsehbaren Plätzen im Straßenbild von Kisten und Kästen voller Konvolut angefallen wird … zynaesthesie

Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte … revierpassagen

Mit dem LLM zum WriterDeck aus Papier: In den letzten beiden Blogbeiträgen habe ich über meinen Versuch geschrieben, ein möglichst portables Schreibsetup zu erlangen und über KI-Modelle, die mittlerweile brauchbare Ergebnisse in der Transkription historischer Handschriften liefern … schmalenstroer

Der 14. Hilfstransport von Winterberg und Siedlinghausen in die Ukraine

Elf von 16 Helferinnen und Helfern am LKW-Anhänger vor dem ehemaligen Haus des Gastes in Siedlinghausen. (foto: zoom)

Heute Nachmittag wurde ab 15 Uhr zum vierzehnten Mal ein LKW voller Hilfsgüter für die Menschen in der Ukraine in Winterberg und Siedlinghausen beladen. Der soziale und integrative Verein Kipepeo hatte gesammelt und allein in Siedlinghausen habe ich 15 oder 16 tatkräftige Helferinnen und Helfer gezählt.

Diesmal wurden insbesondere Matratzen sowie medizinische Hilfgüter in den LKW plus Anhänger gepackt.

Die Matratzen sind für ein Kinderheim in Vinnytsia bestimmt. Das ist eine Region im Südwesten der Ukraine, in welcher auch viele geflüchtete Kinder aus Kriegsgebieten leben.

„Normalerweise nehmen wir keine Matratzen als Sachspenden an“, so Jan van Egmond vom Verein Kipepeo, „die nehmen zuviel Platz weg. Aber diesmal haben wir eine Ausnahme gemacht, weil wir ein gesamte Aufstellung für das Kinderheim hatten mit 55 komplett gleichen Betten.“

Bedarf besteht bei Hygieneartikeln, Inkontinenzmaterial, Handtüchern, Decken, Bettwäsche, Babynahrung, guter sauberer Kleidung (keine Anzüge), Rollstühlen und Gehhilfen.

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Steil! Der Rimberg-Schanzen-Steig am Hillebachsee

Hoch komm’se immer, runter nimmer …

Schild am Einstieg zum Schanzen-Steig (foto: zoom)

Am Sonntag haben wir seit längerer Zeit mal wieder den Hillebachsee in Niedersfeld besucht. Eigentlich wolllten wir nach Winterberg, aber dort war es zu nebelig. Am sonnigen See habe ich dann ein Schild entdeckt: Rimberg Schanzen-Steig. Und tatsächlich ging es an dieser Stelle sehr steil nach oben.

Auf dem Schild steht zu lesen:

Hier, wo heute der idyllische Hillebachsee liegt, befand sich einst die größte NaturskisprungschanzeWestdeutschlands. In den 1920er Jahren errichtet und später zweimal ausgebaut, war diese Schanze der Stolz der Region. Der offizielle Schanzenrekord lag bei beeindruckenden 64 Metern – in Trainingsläufen wurden sogar 70 Meter erreicht! Doch im Januar 1968 ereignete sich ein tragischer Unfall, der das Kapitel dieser legendären Schanze leider für immer schloss.

Der Aufstieg zum Rimbergkreuz

Entdecken Sie das Rimbergkreuz auf einem Zickzack-Pfad, der durch dichte Wälder führt und herrliche Aussichten bietet. Der Weg ist steil und lohnend, ideal für Naturfreunde, die eine kurze, aber eindrucksvolle Wanderung suchen.

  • Länge des Pfads: 950 Meter
  • Höhenmeter: 205
  • Geschätzte Dauer: 50 Minuten
  • Aufstieg: Steil

Für einen gemütlichen Sonntagsspaziergang war der Pfad in der Tat zu steil, und so bin ich am Montag zurückgekehrt, um das Gelände der alten Skischanze zu erkunden.

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Moin! Novemberwetter im Dezember

Außerdem ein paar Bemerkungen zu Weihnachtsmärkten

Baum auf dem Kahlen Asten (foto: zoom)

Es sind doch stets die selben(!) Bäume, die ich bei trübem Wetter auf dem Kahlen Asten fotografiere.

Wir haben Novemberwetter im Dezember. Die Tage sind kurz und nebelig-trüb. Die Temperaturen steigen weit über Null und selbst der Nachtfrost bleibt aus. Weit und breit ist kein Schnee zu sehen – bis auf den Kunstschnee, der auf dem Grau-Grün der Skihänge liegt.

Simulation von Winter. Gestern habe ich große Gruppen von Menschen zu Fuß gesehen, die es alle zum Winterberger Weihnachtsmarkt, hier Wintermarkt genannt, gezogen hat.

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Hamburg mit dem Rollenkoffer

Alles muss raus

Mein Rollenkoffer (foto: zoom)

Auf unserem Familienbesuch in Hamburg begleitete mich – oh wie spießig – ein Rollenkoffer, statt eines Rucksacks. Das hing damit zusammen, dass ich als Teilnehmer eines Online-Kurses viel Zeug mitschleppen musste.

Wir hatten ein Quartier in Hamburg-Altona und unsere Rückfahrt von ebendort gebucht. In einem Rutsch von Altona nach Kassel – dachten wir, aber die Deutsche Bahn setzte unsere Bahn kurzfristig erst ab Dammtor/Hauptbahnhof ein.

Dort waren zwei von drei Gepäckaufbewahrungen außer Betrieb und sämtliche Fächer belegt, weil alle die gleiche Idee wie wir hatten: Koffer einschließen und noch ein paar Stunden durch Hamburg bummeln.

Am Alsterfleet, Blick zurück Richtung Jungfernstieg (foto: zoom)

Die zweitbeste Idee war es, die Innenstadt schleunigst zu verlassen und den klackernd rumpelnden Rollenkoffer am Alsterfleet entlang bis zu den Landungsbrücken zu ziehen.

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Friedrich Merz gelingt die Quadratur des Kreises

Mit Migrationsfeindlichkeit gute Fachkräfte schnell nach Deutschland holen

Laien und Mathe-Profis haben sich an der Quadratur des Kreises versucht. (Grafik: nach Alexei Kouprianov, https://de.wikipedia.org/wiki/Quadratur_des_Kreises#/media/Datei:01_Quadratur_des_Kreises-Einleitungsbild.svg)

Wie der Sauerlandkurier am 29. November berichtete, skizzierte Bundeskanzler Friedrich Merz in einer Rede vor der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft die Lösung eines Problems, an dem schon Generationen von Mathematiker*innen scheiterten: die Quadratur des Kreises.

„Wir wollen wieder führendes Industrieland sein“, habe Merz gesagt, und weiter: „Ich tue alles dafür, das Rückgrat unserer Volkswirtschaft zu stärken.“ 

Der neue und schnelle Kurs der Regierung im Hinblick auf die irreguläre Migration habe seit den Sommerferien bereits Früchte getragen, so der Bericht im Sauerlandkurier. Aufgrund der Grenzkontrollen sei ein Rückgang von 60 Prozent zu verzeichnen: „Wir müssen noch stärker abschieben, wenn sich nicht integriert wird. Deutschland darf nicht überfordert werden, das ist eine gesellschaftliche Frage.“

Nachdem Merz sein migrationsfeindliches Konzept beworben habe, hättee er betont, dass es wichtig sei, gute Fachkräfte schnell nach Deutschland zu holen, jedoch ohne in das Sozialsystem einzuwandern. Die Trennung von Arbeitswelt und Sozialsystem werde über das anspruchsvolle IT-Projekt, die neue digitale Plattform „Work and Stay“, komplett getrennt. Deutschland müsse für die klugen Köpfe dieser Welt attraktiv sein.

Und somit ist die Quadratur des Kreises von Merz perfekt angedacht:

Liebe gut qualifizierte Fachkräfte, bitte kommt in unser fremdenfeindliches Land, um zu arbeiten. Wir schaffen es nämlich nicht mehr selber. Aber wehe ihr wollt gleichzeitig soziale Sicherheit. Bleibt bloß weg von unseren Sozialsystemen.

Ihr werdet das schon verstehen, denn ihr seid ja „die klugen Köpfe dieser Welt“.

Pausenbild: ich schäme mich für mein Land

Spiegelbild, einfach nur so, ohne Bezug zum Text (foto: zoom)

Heute fehlen mir angesichts der schamlosen Abweisung der afghanischen Ortskräfte die Worte. Es sind Menschen, die der Bundeswehr im Krieg geholfen hatten. Menschen, denen versprochen wurde, dass sie bei uns aufgenommen werden.

Jetzt werden sie gedemütigt und in eine ungewisse Zukunft entlassen, eventuell in den Tod getrieben. Siehe:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afghanistan-ortskraefte-dobrindt-100.html

Anders als es die Artikelüberschrift suggeriert, trägt nicht allein Dobrindt die Verantwortung. Das deutsche Schurkenstück wird von der Regierungskoalition gemeinsam mit der AfD aufgeführt.

Siehe die Abstimmung von SPD, CDU/CSU und AfD über einen Antrag der Grünen im Bundestag:
https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=981

Und was macht der Kanzler aus dem schönen Sauerland? Er leckt dem greisen Autokraten im Weißen Haus die Stiefel:
Bundeskanzler Merz hat nach der Kritik von US-Präsident Trump an der Migrationspolitik in Europa auf eine „Kurskorrektur“ in Deutschland verwiesen.

Ich gehe jetzt ins Bett, lese ein gutes Buch und ziehe später die Decke über den Kopf.

Gute Nacht!



Ausstellungstipp: Blutiger Boden – die Tatorte des NSU

Eine Ausstellung von Regina Schmeken im Altonaer Museum

Süleyman Tasköprü wurde am 27. Juni 2001 in seinem Lebensmittelladen in der Schützenstraße in Altona von zwei Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Er war eines von zehn Todesopfern einer brutalen Anschlagsserie, die zwischen 2000 und 2007 in acht deutschen Städten von Mitgliedern des NSU verübt wurde.

(Infotext nach dem Ausstellungsflyer)

Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung sowie eine Polizistin. Bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU in Köln gab es zudem viele Verletzte und Schwerverletzte.

Das Altonaer Museum und die Fotokünstlerin Regina Schmeken erinnern mit dieser Ausstellung an Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kiliç, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.

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Zu früh zur Feier

Bummeln am Goldbekkanal

Kleingarten, Kanu und Wohnblöcke spiegeln sich im Goldbekkanal (foto:zoom)

Wer zu früh kommt, der muss noch ein wenig Zeit totschlagen. Bummeln am Goldbekkanal, ab und zu ans Ufer hinunter.

Kein Fotowetter, aber ein paar Spiegelbilder mit dem Smartphone geknipst.

Seit vielen Jahren sehe ich das Goldbekhaus nur noch von außen. (foto: zoom)

Der Standpunkt und die Perspektive auf das Goldbekhaus sind nicht sehr originell. Auf der Website des Winterhudes Stadtteilkulturzentrum am Goldbekkanal ist das gleiche Motiv bei schönem Wetter zu sehen.

Vielleicht fällt mir beim nächsten Besuch etwas anderes ein.

Austellungstipp: Philip Montgomery, American Cycles in den Hamburger Deichtorhallen

Eingang zum provisorischen Museumsgebäude (foto: zoom)

Falls ihr in der nächsten Zeit zufällig in Hamburg vorbeikommt, schaut euch die Ausstellung American Cycles an. Der Fotograf Philip Montgmery (Mexiko/USA) zeigt in fünf Themenblöcken mit über 100 Schwarz-Weiß-Bildern die Umbrüche in der US-amerikanischen Gesellschaft von 2014 bis heute.

Jedes Foto erzählt seine eigene kleine Geschichte und derer gibt es viele: Drogentote, Rassismus, Klimawandel (Brände, Stürme und Fluten), Gefängnissystem, Razzien, Wohnungsnot (bitter: Chrismas Eviction), Demonstrationen, Kunst, Medien, Politik und ihre Akteure …

Im Inneren des temporären Hauses der Photographie (foto:zoom)

Die Themenkreise lauten Fragmente der Gegenwart, Risse und Allianzen, Kontrollräume, Nervöse Systeme, American Mirror.

Ja, auch Trump, seine Ermöglicher*innen und Anhänger*innen kommen selbstverständlich vor. Aber schon beim Betrachten der Milizversammlung von bewaffneten Teilnehmern auf einem offenen Feld, diesem disziplinierten Schauspiel bewaffneter Bereitschaft, ahnt man, dass die Probleme der US-amerikanischen Gesellschaft historisch tiefer liegen als im gegenwärtigen Autoritarismus/Faschismus des Trump-Systems.

Der provisorische Container-Bau von außen (foto: zoom)

Einige Bilder und Texte kann man sich vor dem Ausstellungsbesuch auf der Website des Museums anschauen: https://www.deichtorhallen.de/de/ausstellungen/philip-montgomery/

Zwei nebeneinander gehängte Fotos möchte ich kurz vorstellen.

Photo Nr. 28 und Nr. 29: Constance Wynn und George Floyd Square (foto: zoom)

Auf dem kleinen Bild oben links ist Constance Wynn am Wahltag 2024 im vorderen Wohnzimmer ihres Hauses in Wilkes-Barre, das von ihrem Urgroßvater erbaut wurde, zu sehen. Wynns Vorfahren entkamen der Sklaverei, indem sie vor dem Bürgerkrieg nach Pennsylvania flohen. „Das macht mir Angst“, sagte Constance Wynn. „Ich muss verstehen, was er [Donald Trump] vorhat.“

Speedway, George Floyd Square, Minneapolis, Minnesota, June 2020 lautet der Titel des größeren Fotos. Auch wenn sich die Proteste gegen rassistische Gewalt und für Gleichberechtigung nach dem Mord an George Floyd durch Derek Chauvin , einen weißen Polizisten, weltweit ausbreiteten, blieb die Verkehrskreuzung, an der er in Minneapolis starb, das Epizentrum der Bewegung. Demonstrant*innen besetzten den Bereich monatelang, auch während des Prozesses gegen Chauvin, in dem er im April 2021 für schuldig befunden wurde. Montgomery belichtet die Details dieses Versammlungsortes, an dem Menschen sich auf Sofas ausruhen, sowie das Dach der Speedway-Tankstelle auf der anderen Straßenseite, wo die Tage seit Floyds Tod gezählt wurden.

Beide Beschreibungen habe ich dem unverzichtbaren Booklet entnommen, welches kostenlos am Ticket-Schalter ausliegt. Es enthält weiterführende Informationen zu den einzelnen Bereichen und Bildern der Ausstellung. Für mich war es zum Verständnis unverzichtbar.