UFZ-Studie verbindet Klima- und Hydrologiemodelle zur Analyse von Hochwasserspitzen

Wie stark der menschengemachte Klimawandel die Intensität extremer Niederschläge verändert, lässt sich inzwischen für einzelne Ereignisse gut abschätzen. Für die daraus entstehende Hochwassergefahr gilt das bislang kaum. Eine neue Studie unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) kommt am Beispiel von Sturm Boris im Jahr 2024 zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel die Hochwasserspitzen erheblich stärker beeinflusst hat als den Niederschlag selbst. Demnach können reine Niederschlagsanalysen die tatsächliche Veränderung der Hochwassergefahr unterschätzen. Die Studie wurde im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht.
(Pressemitteilung UFZ)
Im September 2024 sorgte Sturm Boris in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas für extreme Niederschläge und schwere Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Polen, Tschechien und Österreich. Lokal fielen innerhalb weniger Tage mehrere hundert Millimeter Regen, zahlreiche Flüsse traten über die Ufer.
Dass die Erderwärmung die Niederschläge während des Sturms Boris verstärkt hatte, war bereits aus früheren Attributionsstudien bekannt. Dabei vergleichen Forschende das beobachtete Ereignis mit einem kontrafaktischen Szenario, in dem der menschliche Einfluss auf das Klima weitgehend ausgeblendet wird. Solche Analysen enden jedoch meist beim meteorologischen Ereignis selbst, etwa bei der Frage, um wie viel intensiver ein Starkregen geworden ist. Wie sich diese Veränderung anschließend auf die Hochwassergefahr auswirkt, bleibt dabei häufig offen.

„In unserer Studie sind wir einen Schritt weiter gegangen“, sagt Erstautor Peter Miersch vom UFZ. „Mithilfe hydrologischer Modelle haben wir untersucht, wie sich durch den Klimawandel veränderte Niederschlagsmengen auf das Ausmaß des Hochwassers auswirken.“ Zwar ist bekannt, dass zusätzliche Niederschläge nicht eins zu eins zu stärkeren Hochwasserereignissen führen. Wie groß dieser Effekt bei einem konkreten Ereignis ist und in welchem Maß er auf den anthropogenen Klimawandel zurückgeht, war bislang jedoch unklar.
„Klimawandel beeinflusst Hochwasser stärker als Extremniederschläge“ weiterlesen









