Dankbarkeit

Um es mal klar und deutlich zu sagen: Ich bin dankbar für mein Leben. Es währt nun schon mehr als sieben Jahrzehnte. Ganz allmählich nähere ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung für Männer im heutigen Deutschland an, die bei 78,5 Jahren liegt. Ich habe eine Menge kennenlernen und erleben dürfen und hoffe auf noch einige weitere Erlebnisse in den nächsten Jahren. Aber es ist auch ganz offensichtlich, dass ich mich dem Ziel eines jeden Lebens annähere: dem Tod.

(Ein Beitrag von Detlef Träbert)

Wie ich an dieses Ziel gelangen werde, ist für mich wie für jeden Menschen völlig offen. Auch wie weit es noch bis zu diesem Ziel ist, ist für mich wie für fast alle Menschen unklar. Wir wissen nur, dass wir es irgendwann erreichen werden. Jeder von uns. Was danach kommt? Darüber gibt es die unterschiedlichsten Meinungen, Vermutungen, Hoffnungen. Aber eines ist auf jeden Fall sicher: Materiellen Reichtum werden wir nicht mitnehmen können. Warum ist er uns dann so wichtig? Wichtig ist doch nur, ein gutes Leben zu führen. Aber was ist das, ein gutes Leben? Viel Vermögen anzuhäufen? Tolle Reisen zu unternehmen? Oder ist nur ein sehr langes Leben ein gutes Leben? Ein Leben ohne schwerwiegende Krankheiten? Viel „gutes“ Essen, was genussvoll sein mag, dann aber oft genug das Leben auch wieder verkürzt?

Jeder mag unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was ein gutes Leben ausmacht. Für manche Menschen gehören bestimmte Alkoholika zu einem guten, „gehobenen“ Lebensstil, für andere ganz besondere Rauchwaren; für die einen schnelle Autos und für andere Kreuzfahrten. Ich persönlich finde mein Leben gut, wenn es mir gelingt, anderen Menschen mit Information und Rat zu helfen. Ein sozial engagiertes Leben ist für mich richtig.

Man kann natürlich sagen, dass das Leben – wie jeder weißt – begrenzt ist und man deswegen mitnehmen will, was nur möglich ist. Aber wohin nehme ich denn etwas mit? In den Tod? Man kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen, seinen Mitmenschen helfen zu wollen. Ob man das von Kindheit an bei der Feuerwehr macht oder sich in einem sozialen oder medizinischen Beruf engagiert, ob man nebenbei ehrenamtlich sozial oder politisch aktiv ist – der Möglichkeiten gibt es viele.

Wohlstand macht vieles einfacher, das ist natürlich wahr. Aber er kann auch Neid und Missgunst auslösen, er kann sogar einsam machen. Vor allem ist großer Wohlstand ohnehin eher selten. Auf jeden Fall hege ich Bewunderung für jene Reichen, die mit ihrem Geld soziale Projekte unterstützen und sich verpflichtet fühlen, wenigstens einen Teil ihres Reichtums für die Menschen auszugeben, die wenig besitzen. In diesem Sommer erhielten in manchen Städten Kinder freien Eintritt in Schwimmbäder, weil Wohlhabende anonym die Kosten dafür übernommen haben. Leider ist diese Sorte reicher Menschen viel seltener als jene, die nur darauf achtet, ihr eigenes Vermögen zu mehren. Wohlstand ist also nicht das, worauf es ankommt.

Wohltaten zu tun ist hingegen jedem möglich, auch wenn man kein Vermögen besitzt. Ob man vielleicht nur einem einzigen Menschen in seiner Einsamkeit Gesellschaft bietet, im Seniorenheim einmal pro Woche Gesellschaftsspiele mit den BewohnerInnen spielt, ob man anderen zuhört oder aktiv Beistand leistet, ob man Kindern von zugewanderten Familien bei den Hausaufgaben hilft – das alles kostet kein Geld, sondern lediglich Zeit. Natürlich haben Menschen im Berufsleben und mit Familie eher selten diese Zeit. Aber wie viel Zeit verbringen gerade die jungen Leute mit social media oder Computerspielen! Wer sich vom Stress der Schule oder des Berufs auf diese Weise Entspannung erhofft, erlebt meist stattdessen Freizeitstress. Soziales Engagement dagegen befriedigt durch das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und es vermittelt etwas, was man nirgendwo kaufen kann: Dankbarkeit.

Lehrer*innen aufgepasst! Arolsen School: „Deine Geschichte hinter den Dingen“

Mitmach-Projekt zum Launch eines neuen Lernmoduls. Online-Infoveranstaltung am 15.9.2026 um 15:30 Uhr

Grafik: Arolsen School

Zur Veröffentlichung des neuen Lernmoduls „Die Geschichte hinter den Dingen“ am 21.9. startet die Arolsen School (Arolsen Archives) ein kostenfreies Mitmach-Projekt für Schüler*innen ab Klasse 9 für eine lebendige Erinnerungskultur.

(Mitteilung Arolsen Archives)

Worum geht es im Projekt?

Die Arolsen Archives bewahren persönliche Gegenstände von Menschen auf, die im Nationalsozialismus verfolgt und in Konzentrationslagern inhaftiert wurden – sogenannte Effekten. Sie geben Einblicke in das Leben vor der Verfolgung.

Deine Geschichte hinter den Dingen“ lädt Jugendliche dazu ein, diese Biografien kennenzulernen: Ihre Schüler*innen recherchieren das Leben einer verfolgten Person und machen es in einem eigenen kreativen Erinnerungsprojekt sichtbar. Das Projekt verbindet Quellenarbeit, kreatives Gestalten und die Frage, wie wir heute an NS-Verfolgung erinnern.

Die Arolsen School unterstützt die Unterrichtenden mit einem Materialpaket und einem Leitfaden. Als Dankeschön fürs Mitmachen erhalten diese die Graphic NovelWo ist Lotte?”

Alles zum Projekt

Online-Infoveranstaltung am 15.9.2026 um 15:30 Uhr

In ca. 60 min erfahrt ihr alles über das Mitmach-Projekt und lernt schon vor der Veröffentlichung das neue Lernmodul „Die Geschichte hinter den Dingen“ kennen.

Auf einen Blick

• Ab Klasse 9, fächerübergreifend, alle Schulformen
• Projektzeitraum: 21.9.2026 bis 31.1.2027
• Für drei Doppelstunden bis hin zur Projektwoche
• Einreichungen sind ab 28.9. auf dieser Seite über ein Formular möglich.

Zum Anmeldeformular

https://arolsen-archives.org/anmeldung-arolsen-school-event/

Umleitung: nach der Reise …

Spaziergang durch die Hafencity. Im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen. (foto: zoom)

Bevor am 5. Oktober der Besuch des Aussichtsbalkons der Elbphilharmonie kostenpflichtig wird, habe ich mir noch einmal die Aussicht auf Elbe, Hafen und Hafencity gegönnt.

Wenn ihr im Link https://poi.elbphilharmonie.de/de/photo/a den letzten Buchstaben a sukzessive durch b bis g ersetzt, habt ihr einen Live-Blick von den verschiedenen Balkonstandorten. Wenn ihr auf die blauen Punkte klickt, wird erklärt, was dort zu sehen ist.

Ich hoffe, dass dieser kleine Trick noch eine Zeit lang funktioniert.

Nach einigen Tagen auf Reisen besuche ich heute Abend erneut andere Blogs und Websites:

Jubiläum für Verschwörungserzählungen und Antisemitismus: Der Terror vom 11. September 2001 war die Geburtsstunde von Verschwörungserzählungen, die bis heute in unterschiedlichen politischen Szenen kursieren … belltower

Umkreisen, umwerben und anbiedern: Im Licht ihrer steigenden Umfragewerte wird die AfD von BSW und Teilen der FDP und CDU umworben. Nach dem erwartbaren Fall der Brandmauer kommt die Einbindung der AfD in Regierungsverantwortung … derrechterand

Landtag darf verfassungsfeindlichen Mitarbeitern Zahlungen verweigern: Die AfD-Fraktion hatte gegen die Neugestaltung der gesetzlichen Regelungen vor dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz geklagt. Hintergrund ist die Grundentscheidung für eine wehrhafte Demokratie … endstationrechts

In Lingen: Ein Regenbogen für die Demokratie … robertsblog

Der Faschismus und die Seele des Menschen: Der Ressentimentmensch ist in seine Verbitterung verliebt. Er muss ständig die Bedingungen reproduzieren, unter denen sich diese Bitterkeitsstörung weiter etabliert … misik

Opi go home! (Satire): „Wir müssen das jetzt einfach noch viel mal besser kommunizieren.“ „Heilige Scheiße, wie viel besser denn noch!?“ „Also mindestens so viel besser, dass die Regierungsmehrheit für uns auf Dauer…“ „Sind die Kokspreise mittlerweile echt so im Keller?“ … zynaesthesie

So wird das Eigenheim klimarobust: Hitze, Sturm, Überschwemmungen und Starkregen stellen Gebäude zunehmend vor große Herausforderungen. Hohe Temperaturen führen zur Überhitzung von Innenräumen, während Starkregen die Kanalisation überlasten und Überflutungen verursachen kann … doppelwacholder

Die neue Initiative Vinylstadt Dortmund will Plattenfans aus ganz Deutschland anlocken: Elf Plattenläden, zahlreiche Händler auf Börsen und eine wachsende Szene … nordstadtblogger

Immer und immer weiter: Peter Handke in Berlin für seine „Kreuz-und-Quer-Gehenden“ umjubelt … revierpassagen

Computertechnik – welch ein Gefuckel: Ich hatte Anfang des Jahres schon mal über mein Selfhosting geschrieben. Und ich dachte, es ist Zeit für ein Update. Hintergrund war die Geschichte mit dem kaputten Word-Dokument, dass mich bei meinem Nachfolger für Evernote wahnsinnig gemacht hat … unkreativ

Interkulturelle Woche Meschede: „Raus aus den Schubladen“

Lesung mit der Autorin, Podcasterin und Pädagogin Florence Brokowski Shekete

Veranstaltungsfaltblatt

Meschede. Im Rahmen der interkulturellen Woche findet am Freitag, dem 2. Oktober 2026 um 18 Uhr eine Lesung mit der Autorin Florence Brokowski Shekete („Raus aus den Schubladen“) im evangelischen Gemeindehaus Meschede in der Briloner Str. 1 statt.

(Nach einer Pressemitteilung des Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität)

Brokowski-Shekete ist das zweite Kind nigerianischer Eltern und wuchs bei einer deutschen Pflegemutter in Buxtehude auf. Zwischen 1976 und 1979 lebte sie mit ihren leiblichen Eltern im nigerianischen Lagos, wo sie die deutsche Schule besuchte. Im Alter von 12 Jahren kehrte sie 1979 alleine nach Deutschland zurück und erhielt mit Unterstützung der evangelischen Paulusgemeinde in Buxtehude ein Bleiberecht.

In den folgenden Jahrzehnten machte die Pädagogin, Podcasterin und Autorin eine eindrucksvolle akademische Karriere.

„Interkulturelle Woche Meschede: „Raus aus den Schubladen““ weiterlesen

Pausenbilder: lachender Jesus mit Seelenkraftstoff

Vielleicht passt eines der beiden Fotos zum morgigen Wahlabend – wir werden sehen

Altar in einer Alt-katholischen Kirche (fotos: zoom)

Zur Zeit radele ich mit einer größeren Gruppe durch Norddeutschland. Die Tour und das Kulturprogramm sind eng getaktet.

Zeit zum Bloggen bleibt da nicht. Es würde auch mit dem WordPress-Editor plus Mäuseklavier des Smartphones keinen Spaß machen.

Beide Bilder stelle ich mir im Zusammenhang mit den morgigen Wahlen in Sachsen-Anhalt vor.

Aufgenommen sind sie in und der Alt-katholischen St. Theresia Kirche in Nordstrand-Süden.

Denkt euch was. Vielleicht passt es zum Sonntagabend.

Seelenkraftstoff in Süden auf Nordstrand. Der Preis ist heiß.

Sparkassenfirmenlauf durch Bundeswehr gesponsert

Mescheder Friedensforum sieht schleichende Militarisierung der Gesellschaft

Symbolbild: Frieden

Am 02.09.26 findet der 12. Sparkassenfirmenlauf der Sparkasse Hochsauerlandkreis statt.

(Pressemitteilung MFF)

Das Mescheder Friedensforum (MFF) begrüßt eine solche sportliche Großveranstaltung, wie sie auch von der Sparkasse (SPK) angekündigt wurde.

„Wenn am Mittwoch, 2. September 2026, in Meschede wieder die Laufschuhe geschnürt werden, geht es um weit mehr als nur um sportliche Leistung. Der Sparkassen-Firmenlauf steht seit Jahren für Gemeinschaft, Motivation und gelebten Zusammenhalt in der heimischen Wirtschaft. Jahr für Jahr kommen rund 3.000 Teilnehmende aus mehr als 150 Unternehmen zusammen, um gemeinsam ein Zeichen für Teamgeist, Gesundheit und regionale Verbundenheit zu setzen.“

( Pressemitteilung zum 12. Sparkassenfirmenlauf vom 15.06.26 der SPK Hochsauerlandkreis )

Scheinbar erkennt auch die Bundeswehr die Zeichen für Teamgeist, Gesundheit und regionale Verbundenheit, tritt sie doch offensiv als einer der Hauptsponsoren dieses Sportereignisses auf.

„Sparkassenfirmenlauf durch Bundeswehr gesponsert“ weiterlesen

Von Schleswig nach Kappeln in fünf Bildern

Carl Constantin Weber: Schleswigerin (2008, Bronze), Schleistraße/Strandweg, 24837 Schleswig (alle Fotos: zoom)

Bei trübem und regnerischen Wetter bin ich mit Rückenwind nach Kappeln geradelt.

Säße ich an einer vernünftigen Tastatur, würden die Wörter leichthin in den Blog-Editor perlen. Doch so verhält es sich leider nicht.

Bei der Richtung Wasser tänzelnden Bronzeskulptur handelt es sich um eine 1,70 m große Figur, die den Titel Schleswigerin trägt. Dieses Kunstwerk wurde vom Rotaryclub Schleswig-Gottorf anlässlich der Landesgartenschau Schleswig beim Potsdamer Bildhauer Carl Constantin Weber in Auftrag gegeben und in Anwesenheit des Künstlers am Sonnabend, dem 12. April 2008, feierlich enthüllt.

Quelle:

https://sh-kunst.de/carl-constantin-weber-schleswigerin/

Viele Radwege in Norddeutschland sind ziemlich kaputt.
Der Riese von Ulsnis
Der Weg führt durch einen Buchentunnel.
Am Ende der Fahrt lässt sich in Kappeln auch mal die Sonne blicken.

Schluss mit dem frustrierenden Tippen auf dem Mäuseklavier.

Hörtipp: Zwischen Fulda und Forschung

„Argentinien und Chile werden den Golf als Rohstoff-Großmacht ablösen“

Symbolbild für Wissen und Wissenschaft: Hauptstandort der Universitätsbibliothek Kassel am HoPla (archivfoto: zoom)

Ich empfehle ein kurzes und prägnantes Interview mit dem Kasseler Wissenschaftler Hans-Jürgen Burchardt.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt ist Co-Leiter des Käte-Hamburger-Kollegs „Rohstoffwelten“ in Kassel.

Er erklärt, warum die Dekarbonisierung der Welt das globale Mächteverhältnis fundamental verändern wird – und welche Rolle der Wissenschaftsstandort Kassel bei der Erforschung dieser Veränderung spielt.

Hier geht es zur Podcast-Website der Uni Kassel:

https://uni-kassel-im-o-ton.podigee.io/12-argentinien-und-chile-werden-den-golf-als-rohstoff-grossmacht-ablosen

Netzfund: Deutschlandfahne

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=UcuwSRWX5aU

Einige sagen, sie lieben Deutschland, und wettern dann gegen E-Autos, Wärmepumpen und Windkraft.

So bleiben wir aber abhängig von Öl-, Gas- und Kohleimporten und überweisen Milliarden ins Ausland. Wer Zukunftstechnologien bekämpft und damit seinem Land schadet, sollte die Deutschlandfahne wegpacken.

eine Kolumne von Volker Quaschning

Hier weiterlesen: https://klimareporter.de/deutschland/quaschning-erklaert-deutschlandfahne