Abfalleimer in der Nähe des Kölner Zoos (foto: zoom)
Das neue Jahr hat sich ganz ordentlich entwickelt. Über den Dächern von Köln hat es geknallt, wie schon lange nicht mehr. Bürgersteige und Straßen liegen am frühen Morgen unter einer Schicht von bunten Böller- und Raketenresten, aber die Flaschen sind fein ordentlich um die Abfalleimer aufgestellt.
Der Blick von der Zoobrücke ist ebenfalls aufgeräumt. Den nervigen Straßenlärm der Autos in meinem Rücken bitte dazu denken.
Keine Schiffe, aber die bekannte Kulisse von Köln (foto: zoom)
Im botanischen Garten blühen die ersten Pflanzen bei 15° Celsius und bedecktem Himmel. Später am Nachmittag wird es fürchterlich regnen.
Eine Biene besucht unermüdlich die Winterlinge. (foto: zoom)
Mit Blütenpflanzenbildern hatte ich nicht gerechnet, und erst recht nicht mit fleißigen Bienen. Auf dem Bild ist doch eine Biene zu sehen, oder?
Die Primel im botanischen Garten stammt aus Italien, kein heimisches Gewächs, fühlt sich aber offensichtlich wohl in Köln.
Italienische Primel im botanischen Garten (foto: zoom)
Der Regen folgt uns bei der Heimfahrt ins Sauerland. Während ich in die Tasten tippe, lünkert heute, am nächsten Morgen, die Sonne zwischen den Wolken hindurch.
Gestern war grausames Sonnenbrandwetter für Menschen mit empfindlicher Haut. Ich habe mir angewöhnt, bei schönem Wetter lange Hosen und langärmelige Hemden zu tragen. Auf den Kopf kommt eine Schirmmütze.
Heute merke ich, dass der Nacken ein Schwachpunkt ist. Der Kragen muss höher oder die Sonnencremeschicht dicker werden. Inklusives Oder.
Das frühe Aufstehen hat uns eine fast menschenleere Wimbachklamm beschert. Zeit, um ein wenig mit den Kameraeinstellungen zu experimentieren. Keine Raketenwissenschaft, aber immerhin habe ich es ohne Graufilter geschafft, dass das rauschende Wasser ein milchig fließendes Aussehen bekam.
Hinter der Klamm wurde das Wimbachtal zu einem Geröll- bzw. Griesfeld.
Nur Geäst, kein Kadaver (foto: zoom)
Wir haben uns noch bis hinter die Wimbachgriesalm hochgeschlagen und dort ein alkoholfreies Weizenbier gezischt. Als wir am frühen Nachmittag die Bushaltestelle ereichten, waren gut 20 Kilometer „auf dem Zähler“.
Was sonst noch passiert? Nicht viel. Lesen und eine Investigativ-Doku beim MDR gucken:
Vergifteter Boden, verseuchtes Wasser – Wie Chemie-Altlasten Generationen belasten
„Die bittere Erkenntnis der investigativen Recherche: Viele Umweltschäden durch Altlasten werden bis heute vor der Öffentlichkeit geheim gehalten.“
Schwerpunkt der Recherche sind Bitterfeld und der Kölner Raum. Nach der Sendung hat man das unbestimmte Gefühl, dass es noch weitere „vergiftete Orte“ in Deutschland geben könnte. Ein Erbe unserer 140-jährigen Industriegeschichte, wie es ein Experte im Film ausdrückt.
Kann man die Umweltvergiftung im Berchtesgadener Land wandernd vergessen? Kann man, aber man sollte sich im echten Leben, jenseits der touristischen Märchenwelten, öfter in den Arm zwicken und sich daran erinnern.
Ein weiteres fortgesetztes Erbe des Industriezeitalters sind die Klimagase Kohlenstoffdioxid und Methan. Und da muss man in der Perspektive sagen:
Bitterfeld und Köln überleben wir, die Klimakatastrophe unter Umständen nicht.
Gibt es auch gute Nachrichten? Die Wettervorhersage war heute tiptop. Das Unwetter war für 17:48 angekündigt, um 12 Minuten vor Sechs fielen die ersten Regentropfen und der Donner grollte. Ein Hoch auf die Wetter-Wissenschaft.
Der Abendhimmel heute in der Sturmpause. (foto: zoom)
Kutschaty, Klingbeil und der SPD-Wahlkampf: Wer sich nach Mitternacht ins ZDF-Programm verirrt, trifft dort gewöhnlich das Sandmännchen. Ganz anders in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag … postvonhorn
Kaum wahrgenommen: Russlands Langzeitstrategie … scilogs
Erst über den Zaun gesprungen und jetzt noch ein wenig lesen: Thomas Ebermanns Störungen im Betriebsablauf, Systemirrelevante Betrachtungen zur Pandemie.
Bäume und Wolken auf dem Kahlen Pön bei Düdinghausen. (foto: zoom)
Deals mit Neonazis vor Gericht: Nach dem Neustart des „Ballstädt-Prozesses“ hat das Landgericht Erfurt den Angeklagten Bewährungsstrafen angeboten. In der Öffentlichkeit sorgen diese Deals für Empörung … blicknachrechts
Judenfeindlichkeit in Deutschland: Der Antisemitismus der Anderen … krautreporter
»Familie ist am wichtigsten«: Alex Schneider leitet ein jüdisches Theater und blickt optimistisch in die Zukunft … jüdischeallgemeine
Bevor es alle anderen tun: unser royaler Popbeauftragter Bernhard Torsch gratuliert Bob Dylan … prinzessinnenreporter
Kultur und Corona: Nach und nach kehrt die Kultur zurück – mit neuer Lust und neuen Formen … revierpassagen
HSK und Corona: Jeder Einzelne ist aufgefordert abzuwägen, ob er die Luca-App nutzen will … sbl
Wir haben uns Köln rechtsrheinisch genähert. (foto: zoom)
Das Ende unserer Radtour war die Stadt Köln, der wir uns rechtsrheinisch genähert haben.
Der letzte Radfahrtag in Kurzform:
Von Bad Hönningen (rechts) nach Linz. Mit der Fähre rüber nach links (Kripp). Bis in den Bonner Norden und dann in Auerberg wieder nach rechts über die Autobahnbrücke. Siegfähre – übergesetzt, Kaffee getrunken und mit Rückenwind bis Köln-Kalk.
Überhaupt der Wind! Ich musste schon sehr alt werden – also so alt wie heute – um eine Radtour mit 95% Rückenwind zu erleben. Der Wind hat uns von Winterberg nach Marburg getragen, bis nach Lahnstein und dann hinauf nach Köln.
Dazu kam das fast unwirkliche Sommerwetter im April.
Ich werde mich gern an die Frühlingsradtour 2019 erinnern, aber keinesfalls an die Rückfahrt ins Sauerland mit der Deutschen Bahn.
Mein Empörungstweet auf dem Deutzer Bahnhof:
Danke NICHT RE1 von Deutz nach Hamm.?? 20 Minuten Verspätung. Fahrradabteil am falschen Ende. Wir sprinten nach vorn. Lokführer guckt aus dem Fenster, sieht uns, fährt ab, kurz bevor wir den Wagen erreichen. @DB_Bahn
Alles weitere später. Wir müssen jetzt erst einmal zu Hause ankommen, sprich helle und dunkle Wäsche aus den Satteltaschen sortieren, Essen organisieren und die neue Ausgabe der „konkret“ bei Ute’s Getränkequelle holen.
Es war nicht trivial diesen Blick auf das Silvesterfeuerwerk in Humboldt zu fixieren. (foto: zoom)
Dieses Silvester hatte ich keine Zeit für tiefgründige Lebensphilosophie und Zukunftsentwürfe. Der kleine Sohn unserer Gastgeber hat alles von mir gefordert.
Während der Rest der Gesellschaft die Getränke dezimierte und die Weltlage analysierte, habe ich mit dem kleinen J. fünf Puzzles mehrmals auf dem Fußboden vor der Balkontür gelöst und ausgelegt. Bei den leichten mit lediglich 15 oder 30 Teilen sind wir am Ende dazu übergegangen, die Einzelteile auf die falsche Seite zu legen und sie lediglich nach Form zusammenzupassen. Das Motiv haben wir dann „Kalk im Nebel“ genannt.
Ich habe mich wirklich angestrengt und dachte, dass J., ermüdet vom Spiel, mich in die Rotweinrunde entlassen würde.
Kinder sind unerbittlich und gnadenlos. J. schleppte gefühlt mehrere Regalmeter Kinderfachliteratur zu den Themen Hausbau, Feuerwehr, Körper, Flugreisen, Tiere, Kindergarten, … ad infinitum an.
Wie haben wir es nur geschafft, das Raclette-Besteck nebenbei zu bedienen?
10 Minuten vor Mitternacht riss ich mich los und stand auf dem Balkon. Die Erwachsenen begannen ihre Sektgläser zu füllen.
Es wurde Ernst im Stadtteil Humboldt. Kein Stativ. Was tun? Die Faustregel lautet: ISO 100, Blende 10, 10 Sekunden Belichtung, Autofokus aus, Entfernung unendlich, Stativ.
Das Feuerwerk explodierte über den Dächern des Hinterhofs auf der Scheel Sick von Köln.
Bewegungslos erstarrt, die Kamera auf die Balkonbrüstung gedrückt. Salzsäule. Klick. Zehn Sekunden. Klack. Siehe oben.
Dann war es 2019 und wir haben noch ein wenig Kinderfachliteratur gelesen. Im Feuerwehrbuch gab es sogar eine Feuerwehrfrau, aber die musste in Humboldt nicht eingreifen.
Neujahrsmorgen auf der Schäl Sick i.e. Köln Kalk/Humboldt (foto: zoom)
Bei ordentlichen Silvesterfeiern weiß man ja nie, wo man aufwacht. Am Neujahrmorgen schaute ich aus dem Fenster im Kölner Stadtteil „Humboldt“. Das ist zwar die „Schäl Sick“, aber die Gegend hat mir gut gefallen.
Alle 20 Meter ein „Büdche“, so wie ich es von früher aus dem Ruhrgebiet kannte. Bei uns hieß das zwar „Bude“, aber es war das gleiche:
Grundversorgung mit Zeitschriften, Alkohol, Tabak und Süßigkeiten plus budenspezifische Waren.
In der „Grünen Bude“ in Dinslaken gab es nach Geschäftsschluss (Wochentags 18 Uhr, Samstag 12 Uhr) auch Hygieneartikel. Ich musste manchmal Binden einkaufen, Camelia. Die wurden dann in Zeitungspapier eingewickelt und ins Einkaufsnetz gepackt. Binden durften nicht öffentlich gezeigt werden. Meine Mutter und ich – wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft.
An der Augusta-Bude erstanden wir Knöteriche, 2 Stück für einen Pfennig, oder gemischte Bonbons für einen Groschen. Brausepulver haben wir an der Luisen-Bude gekauft.
Die meisten Buden in meiner Geburtsstadt sind heute verschwunden. Die Geschäfte haben bis 21/22 Uhr geöffnet. Das war früher die High-Time für die Kioske.
Aber in Köln, da stehen sie noch in großer Dichte, die „Büdche“.
Mein Traumprojekt: ein Büdche-Gang durchs Veedel, jedes mal ein kleines Kölsch und ein kurzes Interview; gucken, wie weit man kommt.
In der Gehirnwaschmaschine: Im Wienerischen gibt es das schöne Wort „restfett“, wenn von der Betrunkenheit („Fettn“) des Vortages auch nach dem Ausnüchterungsschlaf noch ein gewisser Pegel übrig geblieben ist … misik
Bundeskartellamt an Facebook: Wir können mehr als nur Briefe verschicken … netzpolitik
Die “Kumpel”-Zeit im Ruhrgebiet ist längst vorbei: Jetzt sind nur noch “Akteure” auf der Zeche … revierpassagen
Yvonne Hinz fragt den Intendanten des Hagener Theaters ab: Spätestens nach dieser Befragung dürfte Francis Hüsers wissen, mit wem er es in dieser Stadt (auch) zu tun hat … doppelwacholder
Bunt statt braun war es gestern auf den Plätzen und Straßen der Kölner Innenstadt. (foto: zoom)
Im Vorfeld der Kölner Demonstrationen gegen die AfD wurde viel über zu erwartende Gewalt und Ausschreitungen berichtet. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass ich mir überlegt hatte, nicht nach Köln zu fahren.
Ein breites politisches Spektrum hatte zur Teilnahme aufgerufen: Parteien von CDU bis hin zu den Linken, Kirchen, Gewerkschaften, Karnevalsvereine, Musik- und andere kulturelle Gruppen.
„Unser Kreuz hat keine Haken“. Auch die Kirchen waren dabei. (foto: zoom)
Mir fiel auf, dass es eine sehr junge Demonstration war, und nicht so eine von den 50+ Latsch-Demos, auf denen sich die Reste der 68er+-Generation aus Gewohnheit auf die Straße schleppen.
Hat es was gebracht?
Keine Ahnung, wir leben in schwierigen Zeiten.
Historische Bezüge im Demonstrationszug. (foto: zoom)
Die Elbphilharmonie am 29. Dezember 2016 (foto: zoom)
Eröffnung der Elbphilharmonie: Lob und Häme im Netz für den Musiktempel … stuttgarternachrichten
Nicht mit Todenhöfer: Warum Martin Krauss nach 26 Jahren nicht mehr für die Wochenzeitung schreiben wird … juedischeallgemeine
Köln – Böller, Sekt und ein Kessel Buntes: erhebliche Kritik an der Festsetzung vermeintlicher Nordafrikaner. Deutsch-Maghrebiner befürchten eine Stigmatisierung … jungleworld
Hate-Economy: So funktionieren populistische Medien … wuv
Steinbach verlässt die CDU: aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel. Steinbach ist Sprecherin für Menschenrechte ihrer Fraktion und gehört dem CDU-Bundesvorstand an … nd
Konferenz in Koblenz: Rechtspopulisten sperren Journalisten aus … tagesspiegel
Amri, Jäger und Prantls Plan: Sollte NRW-Ministerpräsidentin Kraft der Ansicht sein, ihr Innenminister Jäger habe im Fall des Terroristen Amri alles richtig gemacht, sollte sie den kurzen Kommentar des Journalisten und Juristen Prantl (Süddeutsche Zeitung) vom 12. Januar lesen … postvonhorn
Flüchtlinge und innere Sicherheit: Plädoyer für Recht und Ordnung … jurga
Ohne Schutz gegen Gleichgültigkeit und Kälte: Tausende Flüchtlinge sitzen auf der Balkanroute in Südeuropa fest. Von der Politik vergessen, sind sie im Winter der Kälte oft schutzlos ausgesetzt, es gibt bereits Tote … zeit
Projekt Historische Orte – das Brandenburger Tor: Über Twitter (@historische Orte) aufmerksam geworden bin ich kürzlich auf ein schönes neues Projekt einer Lernplattform im Internet, die unter dem verheißungsvollen Titel „segu – selbstgesteuert entwickelnder Geschichtsunterricht“ firmiert … scilogs
Ein Update für PlanetHistory: Es war mal wieder an der Zeit, Planet History zu aktualisieren. Folgende Blogs wurden neu aufgenommen … schmalenstroer
Wertneutralität? Die Verdrängung der Gretchenfrage: “Diskutiert die Frage, warum insbesondere die einfachen Leute für die Lehren von Ketzern anfällig waren”, ist in einem aktuell in Bayern zugelassenen Schulgeschichtsbuch zum Thema ‘Reformation’ als Aufgabe zu lesen. Ketzer ohne Anführungszeichen. Und der Pöbel als potentielle Bedrohung … publicHistory
netzpolitik.org klagt vor Verfassungsgericht gegen Einschränkung der Pressefreiheit: Investigative Recherchen, die auf Leaks aufbauen, sind zum strafrechtlichen Minenfeld geworden. Schuld daran ist der Paragraph gegen Datenhehlerei, der versteckt mit der Vorratsdatenspeicherung eingeführt wurde … netzpolitik
„Verschonen Sie mich mit Ihrer Inkompetenz“: Grußwort des Hagener Intendanten Norbert Hilchenbach beim Neujahrsempfang des Theaterfördervereins am 8. Januar … doppelwacholder
Beichte eines Abo-Nomaden: Von Mietnomaden hat man schon Übles gehört. Sie ziehen weiter und weiter, stets Chaos und womöglich Müllberge hinterlassend … revierpassagen
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