Ich bin traurig: Hermann Ludwig Gremliza (* 20. November 1940 in Köln, † 20. Dezember 2019 in Hamburg)

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=yG6s93MTGOA

 
Als ich heute Nachmittag über Twitter die Nachricht vom Tod Hermann Gremlizas erhielt, war ich traurig und habe mich ins Auto gesetzt, um an einen Ort zu fahren, an dem es Licht gab.

Disclaimer: unser Stadtteil ist in der düsteren Jahreszeit eben das: dunkel.

Mein Leben in Zeitschriften: Die ZEIT, der Spiegel, STERN und dann Konkret, wegen Gremliza. Die ZEIT bezog ich als Schüler im Abo und quälte mich durch die bombastischen, hypermetaphorischen Leitartikel von Theo Sommer, auf der Suche nach dem Sinn hinter all dem Sprachballast.

Dann kam Gremliza und zerriss monatlich chirurgisch präzise die Sprachgetüme und Wolken von Theo Sommer.  Seitdem folgte ich Hermann Gremliza.

Nicht alle Artikel in der Monatszeitschrift Konkret, für die Gremliza seit 1974 als Herausgeber zeichnete, fand ich gelungen, aber solange Theo Sommer auf der letzten Seite im „Express“ von Gremliza auseinandergenommen wurde und Horst Tomayer seine Scherze mit den Mächtigen trieb, verzieh ich der Zeitschrift vieles.

Die unbeirrbare Israel-Solidarität, die der linke Sozialdemokrat (bis 1989) dann parteilose Gremliza durch alle Jahrzehnte beibehielt,  war ein Kompass, der mehr Menschen in wirren politischen Zeiten geholfen hat, dem Antisemitismus nicht auf den Leim zu gehen, als es die Auflage der Konkret vermuten lässt.

„Vielleicht der größte Journalist des Landes“, schreibt heute Martin Krauss in der Jüdischen Allgemeinen.

Dass ich als Student keinen „Palästinenser-Schal“ getragen und später keine Sympathie für BDS entwickelt habe, verdanke ich unter anderem auch Hermann Gremliza.

R.I.P.

Pausenbild: und immer noch nicht weihnachtlich …

Ein Schnappschuss im Winterberger Kurpark: eine Gaststätte, kein Getränk (foto: zoom)

Die Wintersonnenwende findet gefühlt mehrere Wochen von Dezember bis Januar statt; offiziell morgen, am 22. Dezember um 05:19 MEZ.

Am 9. Dezember war die Tageslänge in Winterberg unter 8 Stunden gerutscht, am 4. Januar wird sie erstmals wieder die 9 Stunden erreichen. Am Donnerstag zeigte das Thermometer in der Ruhraue 14°C, unter dem Wintermantel lief mir der Schweiß den Rücken hinunter.

Vorgestern in der Ruhraue: es war schweißtreibend warm. (foto: zoom)

Ich erinnere mich an viele grüne Weihnachten. Das Sauerländer Hitze-Wetter allein ist also noch kein Zeichen für die Klimakrise.

Doch.

Die Polkappen schmelzen, Inseln versinken im Meer, Australien wird von einer Hitzewelle gebeutelt, Dürre- und Starkregenereignisse nehmen zu.

In Winterberg wird das Skigebiet weiter ausgebaut. Das Grundwasser wird weniger, die Schadstoffbelastung steigt. Dürre, Borkenkäfer. Die Fichten sterben.

Während sich am Horizont die Katastrophe abzeichnet, wird der Ski-Zirkus weitergehen. Schneekanonen garantieren bei Minusgraden den Kunstschnee. Skitouristen werden ihre Pisten- und Après-Ski-Partys auf Pistenraupen-gepressten Schneedecken feiern.

Zur Dramatik der Klimakrise siehe u.a. hier:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-die-menschheit-verliert-die-kontrolle-ueber-den-zustand-der-erde-a-1284286.html

Aus welchem Grund sollten die Winterberger Skibarone irgendetwas ändern wollen, solange die Profite aus dem Skitourismus stimmen?

„Immer lustig und vergnügt
bis der Arsch im Sarge liegt“,

singt Udo Lindenberg im Grande Finale.

Warum sollten die Gewinner von heute an morgen denken?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=fGsGOFGBlgE

 

Wenn dereinst die rostigen Bügel an den verlassenen Skiliften baumeln, werden sich die Winterberger „Vernunftwende“-Enthusiasten freuen, dass sie im hohen Hochsauerland jedes einzelne Windrad verhindert haben.

Disclaimer: keine Angst, es wird dieses Jahr noch schneien!

Ein Konzertbericht und ein Tipp für den 2. Weihnachtstag:
Les Négresses Vertes und das Doppel von der Insel, Stiff Little Fingers und New Model Army im Kölner Palladium und The four Murders in Neheim

Zum Konzertbericht von Christopher kann ich meine alten Alben aus DM-Zeiten beisteuern. (foto: zoom)

Der Schalldruck der Bässe stimmte im Palladium zu Köln letzten Samstag von Beginn an, das Ambiente in der seit gut 20 Jahren zur Eventkultur umfunktionierten Industriehalle im neuen Kreativviertel Carlswerk in Köln-Mülheim ebenfalls. – Drei Bands stiegen im Laufe des Abends in den Ring: Die französischen Les Négresses Vertes und das Doppel von der Insel, Stiff Little Fingers und New Model Army.

Für Abwechslung und doch eine durchgängige Linie war gesorgt. Die Straßenmusikanten-Einlagen a la stilisierte Clowneskerien der Musiker von Les Négresses Vertes durchbrach das folgende monochromatische Pathos der Nordiren und Briten. Mehrmals featureten beide Bands von der Insel den Brexit vor dem ein oder anderen Lied an, um auf die Aktualität mancher Songs hinzuweisen bzw. auf die den Brexit befördernden Unterhauswahlen vom 12.12. (also drei Tage vor dem Konzert). Freilich erinnerten beide Bands an die unheimliche Aktualität der Sorgen um einen Nordirlandkonflikt bei Songs aus den 1980er Jahren.

Überhaupt schien am Abend zweierlei Mentalität auf, die beide auf unbehagliche Weise gleichzeitig modern sind: So angenehm Pose und Ironie der Franzosen postmodern zu konsumieren waren, so beschlich einen ein unangenehmes Gefühl bei der Zeitgemäßheit des Punkrock-Pathos von Stiff Little Fingers und noch mehr bei der Agonie von New Model Army. In den besten Momenten wirkte der Punkrock frisch und geradlinig pazifistisch wie in „Wasted Life“. Wenn doch ein überspanntes Pathos misstönte, dann beglaubigte es die neue apokalyptische Gesellschaftsvision kommender Zeiten im Zeichen des Klimawandels – ganz gemäß der „Fridays for future“-Angst: „No future!“

Musikalisch gibt es auf dem derzeitigen Oldie-Markt der Musik sicherlich Anspruchsvolleres im Genre Punkrock/ Post Punk/ New Wave zu hören, wie etwa The Cure. Aber für einen unterhaltsamen Abend taugen die Bands der ersten Stunde in ihrem Genre sicherlich. Insofern ist die Altherren-Rechthaberei, die sich in manchen Song-Ansagen mitteilte, dass man es schon damals – in den 1980er Jahren – immer gesagt habe, verzeihlich: Sinngemäß habe man nämlich gesagt, dass Amerikanismus (New Model Army „51th state“) und Kapitalismus (expansiver Konsumismus, die Grenzen des Wachstums und das Elitenprojekt eines Main-Stream-Militarismus für Wirtschaftsinteressen*) unser Zeitalter beschleunigt besiegeln werden.

(* Vgl. sinngemäß H. Köhler, Bundespräsident A.D. 2010 im Interview mit „Deutschlandfunk Kultur“: „Ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit“ müsse wissen, dass im Notfall „auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern.“)

Verjüngt also unsere Zeit die Songs, so steht es um die Bandmitglieder nicht anders: Die eigentlich nicht mehr taufrischen Bands traten erstaunlich jugendlich auf (und nicht nur, weil manches jugendliche Bandmitglied zu New Model Army gestoßen ist) – Kompliment, gut gehalten! Das galt auch fürs Publikum, dessen Schnitt bei 50+ lag.

Wer übrigens frisch gebliebene Musik eines längst vergangenen Jahrzehnt aus der Sauerländer Heimat zwischen den Jahren hören möchte, finde sich in der Musikkneipe „Pro-Bier’s“ (dem früheren „Bei Pichel“) in Neheim (Goethestr. 44) am 2. Weihnachtstag ein: Die überregional bekannte Band „The four Murders“ (*), ursprünglich aus Neheim-Hüsten der 1980er Jahre, spielt zu einem wiederholten Revival auf. Danach gibt’s Musik zum Tanzen aus dem Genre Punkrock/ Post Punk/ New Wave/ NDW von versierten DJs aus der Neheimer Kulturszene. Es lohnt sich garantiert!

(* https://www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/arnsberg/murders-zurueck-buehne-5757075.html.)

Update

Leserzuschrift:

„Meines Wissens spielen „4 Murders“ am 27.12.2019 in der ehrenamtlich geführten KulturKneipe „Der Golem“ (Neheim, Lange Wende 30).
http://dergolem.de/
hier Golem-Flyer: http://59609431.swh.strato-hosting.eu/veranstaltungen/
Und ja, es ist eine ziemlich vertrackte Geschichte mit „Pichel“, „Pengel Anton“ und „Pro Biers“:

Im heutigen „Golem“ war vor Dekaden sowohl „Pichel“, „Pengel Anton“ und „Tacheles“ angesiedelt.
„Pichel“ zog Ende der 1980er in die Goethestraße 44 um … – um 1994 rum erfolgte Umbenennung in „Pro Biers““

Markus Lanz | 17.12.2019 … Hans-Georg Maaßen macht sich „ehrlich“?

Nun ja, wer einen Einblick in das Weltbild „sehr konservativer“ Zeitgenossen*Innen erhalten möchte:

Im Lanz-Talk vom 17.12.2019 kam Herr Hans-Georg Maaßen ausführlich zu Wort.

Will nicht näher auf die verbalen Absonderungen des vorgenannten Herrn eingehen. Vermutlich saßen diverse Mitarbeiter*Innen des aktuellen – und durchaus klagefreudigen – Arbeitgebers im Publikum.

Frau/Mann sollten sich diese denkwürdige Sendung gelegentlich mal via Mediathek ansehen.

Eigentlich werden vergangene LANZ-Sendungen zeitnah in der ZDF-Mediathek online gestellt.

https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-17-dezember-2019-100.html
Lese unter diesem Link eben (00.30 Uhr / 18.12.19) „Leider kein Video verfügbar.“

Werde am frühen Morgen nochmals auf Link-Suche gehen.

Examen 2019: Die Rückkehr der Wisente

Bild auf der Examen 2019 in Kassel (foto: zoom)

Auf der „Examen 2019“ haben vom 12. bis zum 15. Dezember Absolvent*innen und Meisterschüler*innen der Kunsthochschule Kassel ihre Abschlussarbeiten und Projekte ausgestellt.

Zufällig war ich dort, und zufällig habe ich das Bild von Theresa Grysczok(?) auf dem Boden gesehen. Ja, es gehe um die Wisente in Bad Berleburg, bemerkte Samson Kirschning (Freiluft-Experiment Untere Königsstraße), der uns durch den ersten Teil der Ausstellung führte.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr das Bild betrachtet; bei mir löst es eine verstörende Leichtigkeit aus. Es gab in letzter Zeit Unfälle am Albrechtsplatz – Auto vs. Wisent – Aufregung und Rufe, das Wisent-Experiment zu beenden.

Einige Freund*innen haben ihre Begegnungen mit den Tieren fotografiert. Sie waren langsam genug unterwegs, und ihre Aufnahmen sind beeindruckend.

Das Wisent auf dem Bild trottet unbeeindruckt weiter und weiter … in eine(r) Welt, die so im Wittgensteiner- und Sauerland nicht existiert.

Pausenzeichen: Liebe verrostet in Schlössern

Symbole – aber wofür? (foto: zoom)

Ich starre auf  Vorhängeschlösser an einer deutschen Brücke und frage mich, was aus Patrick und Ciara geworden ist.

Vor über drei Jahren wurde das schwarze Schloss mit ihrer Gravur versehen. Haben P & C unmittelbar nach dem Akt den Schlüssel in den Fluss geworfen?

Wie lange halten Beziehungen von Paaren, die ihre Liebe mit einem Schloss versehen? Thomas, bist du noch mit Jutta zusammen? Viereinhalb Jahre können eine lange Zeit sein.

Falls Jutta Thomas verlässt, schleicht sie dann mit Gregor und dem Bolzenschneider an die Ufer der Fulda, des Rheins oder der Emscher?

Dietmar, der Bügel rostet!

 

Auf dem Weg nach Altastenberg: Der neue Ski-Tunnel – The Show Must Go On

Der neue Auto- / Fußgängertunnel ermöglicht es den Skifahrer*innen, die Straße zu überqueren. (foto: zoom)

Am Ende unseres heutigen Wandertages haben wir uns kurz vor Sonnenuntergang die neue Ski-Überquerung zwischen Bremberg und Kahlem Asten angeschaut.

Gut, dass Winterberg keine Windkraftanlagen hat, sondern lediglich diese niedlichen Umgestaltungen im Skigebiet. Windräder sind hässlich, Wellblechtunnel eine Zierde.

Gut, dass Winterberg nicht vom Klimawandel betroffen ist, sondern lediglich der Rest der Welt.

Blickrichtung über den Tunnel. Hier überqueren die Skifahrer*innen die Straße. (foto: zoom)

Ich weiß nicht, ob ich lang genug leben werde, um das Skigebiet Winterberg in Schlamm und Rost versinken zu sehen. Die Skiliftbesitzer wird es nicht interessieren, denn sie werden ihre Gewinne gestern, heute und morgen gemacht haben, bevor die rostigen Kabel über den insolventen Anlagen baumeln.

Andere Skigebiete hat dieses Schicksal schon längst ereilt:
https://www.theguardian.com/environment/2019/dec/09/seduced-abandoned-tourism-and-climate-change-the-alps

Mit Volldampf in den Tunnel (foto: zoom)

Klimawandel? Winterberg? Niemals!

The Show Must Go On:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=t99KH0TR-J4

Winterberg – Elkeringhausen – Winterberg : ein Spaziergang in Matsch und Schnee

Die Kapelle des Bildungs- und Exerzitienhauses St. Bonifatius in Elkeringhausen (foto: zoom)

Heute Morgen rüttelte der Sturm an unseren Rolläden. Ich befürchtete, dass die Sonntagswanderung mit Freunden wegen Schiet-Wetter ausfallen müsste.

Nach dem Frühstück schien die Sonne und die Wanderung nach Elkeringhausen und zurück war zwar schneematschig, aber entspannend.

Der Regen hatte aufgehört, die Sonne durchbrach die grauen Winterwolken. Wer den Matsch nicht mag, sollte nicht im Hochsauerland wohnen und wandern.

Spaziergänge und Wanderungen sind eine völlig unterschätzte Form der Kommunikation mit Freund, Feind und Familie.

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber alles Bittere und Böse, das eine Tischgesellschaft spalten und erstarren lassen kann, versendet sich bei der gemeinsamen Bewegung zu Fuß.

Hinunter ins Orketal nach Elkeringhausen, dann über das katholische Bildungszentrum St. Bonifatius und den Kurweg durchs Helletal hinauf und zurück nach Winterberg.

Die Kirche taucht auf. Am Ende des Helletals im Winterberger Kurpark (foto: zoom)

Was wir besprochen haben, bleibt unter uns, wird sich aber irgendwo und irgendwann als Idee oder Gedanke in diesem Blog wiederfinden.

So ist das mit Gesprächen zwischen Winterberg und Elkeringhausen.

Zum Schluss habe ich dann noch eine Werbeinstallation für Winterberg fotografiert. Die zweieinhalb Stunden waren abgewandert, die Schuhe nass und wir waren hungrig.

Skulpturwerbung für Winterberg (foto: zoom)

Sentenz: Lasst uns über das gemeinsame Spazierengehen reden.

Kleine Fluchten: Kassel

Am Rande des Weihnachtsmarkts hat mich dieser Zwerg begrüßt. (foto: zoom)

Damit das mal klar ist: Ich bin nicht wegen des Weihnachtsmarktes nach Kassel gefahren.

Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, sah ich das graue Grün der Fichten und Wiesen, den grauen Himmel und den grauen Schnee. Nick Cave hätte dieses graue Hochsauerland sicherlich zu einem deprimierenden Song verarbeitet, aber ich bin kein Dichter.

Ich wollte aber gerne mein neues Objektiv ausprobieren. 50 mm auf DX entsprechend 80 mm Kleinbild, also leichtes Zoom, ein Portrait-Objektiv.

Folgerichtig hätte ich mir gut belichtete Models suchen müssen.

Da diese Models bei mir zur Zeit nicht Schlange stehen, überlegte ich mir, in die Stadt zu fahren. In einer guten Stadt findet man auch an schlechten Tagen gutes Licht.

Blick vom Parkdeck auf den Weihnachtsmarkt. (foto: zoom)

Ab jetzt wäre mein Name Gantenbein und die Geschichte könnte in verschiedene Richtungen gehen, aber ich nehme den langweiligen Mittelweg mit dem Zug nach Kassel und zurück.

An der Fulda (foto: zoom)

Bevor wir, aus meinem Ich wurde eine Kassel-Wir, am Weihnachtsmarkt bei Currywurst und Pommes endeten, sind wir durch das Gebiet rund um das Rondell flaniert.

Der Himmel riss auf, blau, grau, Wasser – alles wurde gut. Ich habe mir vorgenommen, den Ursprung des Namens „Jungborn“ zu erkunden.

Ich habe in diesen AfD-Zeiten sofort die Assoziation „Lebensborn“, also Nazi-Sprache.

Als wir von der Karlsaue zur Caricatura und den besten Bildern des Jahres 2019 durchmarschieren wollten, blieben wir an der Ausstellungshalle neben dem Staatstheater hängen. Examen. Eintritt frei.

Ausstellung der Abschlussarbeiten der Kasseler Kunststudent*innen (foto: zoom)

Wir haben uns kurz angeschaut. Sollen wir rein?

Klar gehen wir rein, denn das Unvorhersehbare ist das Geschenk der Großstadt.

Die Geschichte dieses Teils meines Kassel-Ausflugs muss ich an anderer Stelle verarbeiten, denn nun waren wir in einem anderen Film.

Da hing sie nun – die Kunst, und wir waren dabei. (foto: zoom)

Alle weiteren Geschichten vom heutigen Tag in Kassel bleiben vorerst in der Schublade. Vier Stunden in der Stadt, und ich könnte alles auch ganz anders erzählen.

Mein Name sei Gantenbein.

Bilder zum nächsten Narrativ sind auf der SD-Card gespeichert, und die Geschichten gingen über urbanes Leben und kommende Experimente, Wohnraum oder über das Essen in der Stadt, oder über die Bewegung, oder über diese eine Nazi-Kneipe, oder …

Zurück zum Ausgangspunkt: das Objektiv war zwar nicht ideal für die Stadt, aber es hat Fotos ermöglicht.

Aluhut aufsetzen und lesen: SPD Landratskandidat Reinhard Brüggemann stellt Lösung zum Weltklima auf dem SPD Bundesparteitag in Berlin vor

Klimakrise: Aluhut oder Wissenschaft? (Symbolbild: zoom)

Reinhard Brüggemann ist Landratskandidat der HSK SPD. Reinhard Brüggemann will den derzeitigen Amtsinhaber Dr. Karl Schneider bei den Landratswahlen im Mai schlagen.

Soweit, so gut. Stürmt die schwarzen Bastionen!

Doch seit seiner „Klimarede“ auf dem Bundesparteitag der SPD erreichen mich merkwürdige Stimmen aus dem roten Partisanenuntergrund des Sauerlandes.

„Ich werde eine Wählerinitiative „Wählt. Dr. Schneider!“ bilden“, heißt es beispielsweise in der verzweifelten Zuschrift einer „Roten Socke“. Warum?

Setzt euren Aluhut auf und lest selbst.

„Tainten Mai kneideipSchnai.“ Am 10. Mai noch knietief Schnee, so stand es an einem der alten Häuser in meiner Geburtsstadt Eversberg im Sauerland. Dahinter die Jahreszahl 1816.

Auf den ersten Blick erkennt man nicht, dass in jener alten Hausinschrift ein Ansatz zur Reduktion der Erderwärmung steckt.
Was war 1816 in jenem Frühjahr passiert? Nach einem bitterkalten Winter folgte weder der ersehnte Frühling noch ein wirklicher Sommer. Die Ende Mai gepflanzten Kartoffeln verfaulten vor Feuchtigkeit und das Getreide wurde nicht reif. Im Oktober setzte völlig ungewöhnlich erneuter Schneefall ein.

In Nordeuropa und Nordamerika verhungerten weit über 100 000 Menschen.

Heute wissen wir, es war keine Strafe Gottes wie viele in jener Zeit glaubten. Es war der Ausbruch des Vulkans Tambora im April des Jahrs 1815 im jetzigen Indonesien. 150 Kubikkilometer Asche und Gestein wurden in die Stratosphäre geschleudert. Die Aerosole der Schwefelverbindungen dieses Vulkanausbruchs hatten sich 1816 über Europa und Nordamerika angesammelt und schirmten so einen Teil der Sonnenstrahlen ab. Dadurch war es bis zu 3 Grad kälter als im Jahresmittel.

Die Aussicht, die Temperatur um bis zu 3 Grad absenken zu können ist, angesichts der heutigen enormen Bemühungen die wir zur Reduzierung der Erderwärmung unternehmen, verlockend.

Eine Möglichkeit wäre, durch Flugzeuge so viele Schwefelverbindungen in die Stratosphäre einzubringen, um damit den Effekt von Vulkanausbrüchen künstlich zu erzeugen.

Diese Methode ist jedoch nicht nachhaltig und beinhaltet noch viele ungeklärte Risiken. Zusätzlich bedarf diese Maßnahme der ständigen Erneuerung, da sich diese Aerosole mit der Zeit abbauen.

Einen andere weit aus beherrschbarere Methode ist es, durch weiße Flächen auf unserer Erde viel mehr der kurzwelligen Sonneneinstrahlung ins Weltall zu reflektieren bevor diese in langewellige Wärmestrahlung umgewandelt wird.

Hierzu eigenen sich neben Dächern im Besonderen alle unbewohnten und unfruchtbaren Gegenden dieser Erde.

Genau das möchten wir mit diesem Antrag erreichen. Durch weiße Flächen soll Sonnenlicht reflektiert werden.

Wer angesichts der enormen Herausforderungen die der Klimawandel an uns stellt derartige Maßnahmen als Eingriff in die Schöpfung verteufelt, muss sich fragen, ob hier die Fakten oder eher die Moral unser Handeln leiten sollte. Wer legt bei der Rettung des Klimas fest, was unmoralisch ist. Auch notwendige großflächige Aufforstungen könnte man als unangemessenen Eingriff negativ bewerten.

Wenn wir heute wüssten, dass in 3 Jahren ein Komet auf unsere Erde trifft der unsere Lebendbedingungen nachhaltig verschlechtert oder gar die Menschheit auslöschen wird, dann würden wir auch global gemeinsame Maßnahmen ergreifen um das zu verhindern.

Warum tun wir das Gleiche nicht bei der absehbaren Klimaveränderung?
Nur weil die Erderwärmung langsamer abläuft?

Der Klimawandel ist bekanntlich ein globales Problem, dem wir auch global entgegensteuern müssen.

Neben den jetzt im Klimapaket beschlossenen Maßnahmen müssen wir durch die Erhöhung der Erdreflektion wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, die in den nächsten Jahren zur Eindämmung der Erderwärmung beitragen.

Ist das Klima unserer Erde nicht viel zu wertvoll als für dessen Rettung nur einen Plan zu haben?

Die Politik hat die Aufgabe die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen zur Rettung des Klimas zu schaffen.

Wir müssen nicht nur mit den Leugnern des Klimawandels verhandeln, sondern vor allem mit jenen die Vorteile aus einer Erderwärmung ziehen wollen und würden.

Hier und jetzt können wir einen mutigen und richtungsweisenden Entschluss fassen. Die Reflexion des Sonnenlichtes funktioniert auch dann, wenn wir die gesetzten Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase nicht erreichen oder die Maßnahmen nicht ausreichend sind.

Das ganze kostet weitaus weniger als die Kosten die als Folge aus einer ungehinderte Erderwärmung entstehen.

Wir sind nur eine Laune der Natur, lasst uns die Natur bei Laune halten.
– hier: Berlin.

Quelle: https://www.facebook.com/605713353221770/photos/a.659900007803104/808142206312216/?type=3&theater