Ich möchte euch auf eine kleine Ausstellung im Herzen Kassels Appetit machen. Nein, es ist nicht irgendeine Documenta, sondern The China Moment in den Räumen des Kasseler Kunstvereins, direkt links neben dem Eingang zum Fridericianum, am Friedrichsplatz 18.
Dorthin lädt das documenta Institut zu seiner ersten Forschungsausstellung ein. Auf deren Website heißt es:
https://www.documenta-institut.de/de/veranstaltungen/the-china-moment-contextualizing-individualism-in-chinese-contemporary-art-
Mit The China Moment widmet sich das documenta Institut einer entscheidenden Phase der zeitgenössischen chinesischen Kunst. In den 1980ern begann eine Zeit tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Veränderungen. Geprägt von den Reformen Deng Xiaopings entstand eine neue künstlerische Sprache, die Individualität, gesellschaftliche Teilhabe und humanistische Perspektiven miteinander verband. Gleichzeitig boten Chinas Öffnung und die zunehmende internationale Vernetzung neue Räume für künstlerische Experimente und den Austausch mit globalen Diskursen über Individualismus und soziale Transformation. Die Ausstellung zeigt, wie Kunst gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur reflektierte, sondern oft antizipierte. Sie macht sichtbar, wie sich die Beziehungen zwischen Individuum, Staat und Gesellschaft verschoben und welche sozialen Energien, kollektiven Experimente und individuellen Selbstentwürfe in dieser Zeit entstanden
Wir sind eher zufällig in die China-Ausstellung geraten. Eigentlich wollten wir uns die ebenfalls sehenswerten großformatigen Bilder der 1985 in Harare, Simbabwe, geborenen Künstlerin Portia Zvavahera im Friedericianum ansehen, doch dann hat uns China „getriggert“. Portia Zvavahera bleibt aber unbedingt in unserem Kulturkalender.

The China Moment ist eine sehr vielfältige, vielschichtige Ausstellung, bestehend aus Fotografien, Bildern, Filmen, Installationen und Performances. Meine subjektive Brille, die Idee, mit der ich durch die Ausstellung streifte, war das Verhältnis von Mensch und Masse in einer sich rasant beschleunigenden Gesellschaft, deren politische Verfasstheit unserer westlichen Demokratie sehr fremd zu sein scheint.
Willkürlich habe ich ein paar Exponate herausgegriffen. Diese habe ich mit dem Smartphone fotografiert. Die Texte sind den beschreibenden Tafeln der Ausstellung entnommen.
Los geht’s!
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