Dr. Ralf Petercord, Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW am 12. März ab 18 Uhr im Betriebsausschuss Forst und Umwelt
Am kommenden Donnerstag hält Dr. Ralf Petercord im öffentlichen Teil des Betriebsausschusses Forst und Umwelt einen Vortrag zum Thema „Erfordernisse an Waldbau und Jagd im Klimawandel“.
Angesichts der teilweise erschreckenden Meldungen über die Zukunft unserer Wälder ist es vielleicht ganz gut, zu hören, was ein Fachmann zum Thema zu sagen hat.
Zur Erinnerung: Waldschäden in Europa durch Brände, Stürme und Borkenkäfer werden im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten unter allen analysierten Klimaszenarien zunehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen internationalen Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde.
Selbst wenn die Erderwärmung auf etwa 2°C begrenzt werde, könnte die jährlich geschädigte Waldfläche bis zum Ende des Jahrhunderts von rund 180.000 Hektar auf etwa 216.000 Hektar pro Jahr steigen – und damit höher liegen als in den ohnehin schon stark betroffenen Jahren 1986 bis 2020. In einem Szenario, in dem die Nutzung fossiler Energieträger weiter zunehme, könnten sich die Waldschäden mehr als verdoppeln und bis zum Ende des Jahrhunderts nahezu 370.000 Hektar pro Jahr erreichen.
Quelle: https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/waldschaeden-in-europa-koennten-bis-2100-um-rund-20-steigen-selbst-wenn-erwaermung-auf-2degc-begrenzt-wird

Mein Freund hat mir gesagt, wenn die Käferbäume nicht aufgearbeitet werden, dann kommt es zur Katastrophe. Früher hat man keine Statistiken bemüht, um Angst und Gelder zu generieren. Das Holz wurde aufgearbeitet und es ging weiter. Die heutige Sesselforstwirtschaft zerstört Wald und Wildbiotope.
„Die heutige Sesselforstwirtschaft zerstört Wald und Wildbiotope.“
Der Forst bzw. Wirtschaftswald hier im Hochsauerland wurde durch die Folgen (stürme, Dürre, Borkenkäfer) des Klimawandels zerstört. Es wird nicht leicht sein, ihn wieder aufzubauen, denn die Investoren (privat, kommunal, …) müssen versuchen 50 bis 70 Jahre nach vorn zu blicken und verschiedene klimatische „Zukünfte“ planen.
der forst bzw. wirtschaftswald wurde durch stürme, dürre und borkenkäfer als folgen des klimawandels zerstört, weil die forst- und sägeindustrie einseitig auf fichtenplantagen gesetzt hat und auch die privatwaldbesitzer in diese richtung beraten wurden. nur deshalb konnten diese immensen schäden entstehen. und mutmaßlich werden diese akteure auch jetzt wieder durch einbringung von nicht-heimischen gehölzen ähnliche fehler begehen. mal ganz abgesehen davon, dass bis zu 30 prozent der waldfläche zerstört werden, da alle 15-20 meter eine „rückegasse“ geschlagen wird und die waldwege ausgebaut werden für 40 tonner und die waldflächen mit harvestern kaputtgefahren werden.
Vergesst nicht den Bau von Windindustrieanlagen die immensen irreparable Waldschäden verursachen, die auch auf Biotope und Wasserschutz-gebiete ihre Auswirkungen haben. Ein Frevel an der Natur.
In Winterberg steht keine einzige WEA, aber der Wald ist großflächig durch den Klimawandel (Trockenheit, Stürme, Borkenkäfer usw.) zerstört. Wer in Winterberg wandert, kann sich leicht vom Ausmaß des Waldsterbens überzeugen.
Der BUND argumentiert:
„Windenergie stellt keine grundsätzliche Gefahr für unseren Wald dar. Selbstverständlich sollten Wildnisgebiete im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie ausgeschlossen werden – also Wälder, die unter Naturschutz stehen oder naturnahe Wälder, die ein Alter von über 100 Jahren haben. Diese Wälder sind wichtige Lebensräume für seltene Vogel und Fledermausarten. Damit sollte ungefähr 38 Prozent der Waldfläche Deutschlands vom Windenergieausbau ausgeschlossen werden.
Durchschnittlich muss ein halber Hektar Wald für den Bau einer Windenergieanlage gerodet werden. Dazu kommt ein weiterer halber Hektar Fläche für die Bauphase, die aber wieder aufgeforstet werden kann. Zum Vergleich: Aufgrund von Schäden durch Borkenkäfer und Trockenheit sind uns seit 2018 rund eine halbe Million Hektar Waldfläche verloren gegangen und müssen wiederbewaldet werden. Der Klimawandel ist also der wesentlich größere Faktor für Waldverluste.“
Sie dazu:
https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/argumente-fuer-windenergie-fakten-statt-mythen/
Interessant finde ich auch den Vergleich der Energieffizienz von Windenergie im Vergleich zu Photovoltaik und Biomais:
„Nicht einmal drei Prozent der Landesfläche von Deutschland reichen aus, um mit Windenergie den aktuellen Stromverbrauch von Deutschland zu decken. Stromgewinnung durch Wind ist damit die flächeneffizienteste Erzeugungsform. Das zeigen Untersuchungen des Thünen-Institutes in Braunschweig: pro Hektar Windkraft können 6000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Zum Vergleich: Ein Hektar Photovoltaik-Freiflächenanlagen kann 230, ein Hektar Mais für die Biogasanlage sogar nur sieben Haushalte versorgen.“
Eine Photovoltaikfläche wäre für Landwirte, wenn sie es denn auf Energieerzeugung anlegen, über 30 mal effizienter als die Monokultur der Maisflächen.