Hütchenspieler (Satire): Jetzt bleiben Sie mal ganz ruhig. Setzen Sie sich bequem hin, öffnen Sie den obersten Knopf vom Kragen, meinetwegen können Sie auch… – Hören Sie mir noch zu, Herr Laschet? … zynaesthesie
Neonazis: Sächsische Schweiz als internationale Drehscheibe … blicknachrechts
Deutsche Geschichte und Gegenwart: Der NS-Täter Hans Globke und die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU … antifainfoblatt
Revolution, Baby! Antworten von Ines Schwerdtner, Jacobin-Chefredakteurin: Mittlerweile denken die meisten bei Revolution eher an ein neues Shampoo als an Aufstände. Das muss uns aber nicht daran hindern, den Begriff wieder neu zu füllen … prinzessinnenreporter
Podcast-Analyse: So wird ihr Podcast hörbar besser … ruhrnalist
Sonneborn steigt in den Wahlkampf ein: mit 99 launigen Ideen und einigen „Bonustracks“ … revierpassagen
Sauerländische Mundart-Anthologie. Elfter Band: Mundartprosa aus den Zeitschriften „Trutznachtigall“ und „Heimwacht“ 1919-1932. (Buchcover)
Der jetzt vorliegende 11. Band der Reihe „Sauerländische Mundart-Anthologie“, bearbeitet von Peter Bürger und Magdalene Fiebig, vereinigt plattdeutsche Prosatexte von vierzig Autor*innen, die 1919-1932 in den heimatbewegten Zeitschriften „Trutznachtigall“ und „Heimwacht“ erschienen sind.
Ergänzende programmatische Beiträge zeigen, dass schon direkt nach Ende des Ersten Weltkrieges von einer ungebrochenen Sprachweitergabe keine Rede mehr sein konnte. Auch in den kleineren Orten bediente sich nur noch eine Minderheit der Kinder im Alltag des plattdeutschen Idioms.
Die Vereinigung studierender Sauerländer und der aus ihr hervorgegangene Sauerländer Heimatbund boten mit ihren Organen eine wichtige Plattform an zur Veröffentlichung von Dichtungen und Sachtexten in südwestfälischer Mundart. Bisweilen gelang ein existentielles Schreiben fern der ideologischen Heimatparole. Beschworen wurde so etwas wie eine „Magie der katholischen Landschaft“. Die jetzt neu edierten Prosatexte bilden ein gewichtiges Kapitel der sauerländischen Mundartliteratur zu Weimarer Zeit.
In den Dichtungen und Sprachappellen spiegeln sich auch die politischen Kontroversen des Zeitabschnitts. Der Briloner Josef Rüther wandte sich auf Platt gegen Nationalismus, Kriegerkult und Antisemitismus. Im Zuge des Rechtsschwenks gewannen ab 1928 die völkischen Kräfte an Einfluss. Für sie war „Heimat“ kein menschlicher Beziehungsraum, sondern eine vom „Blut“ zusammengeschweißte Kampfgemeinschaft. Die wichtigsten hochdeutschen Beiträge zur Heimat- und Sprach-Debatte sind in der Edition ebenfalls nachzulesen.
Das Niederdeutsche betrachteten manche in erster Linie nicht als wandelbare Kulturerscheinung, sondern eher wie ein Naturmerkmal. 1919 galt nur als „echter Sauerländer“, wer plattdeutsch sprach. Ein Jahrzehnt später war nüchtern festzustellen, dass selbst engagierte Mitstreiter der Heimatbewegung in ihren Familien nur noch selten an der überkommenen Alltagssprache der Landschaft festhielten. Der Feldzug zur „Rettung des Platt“ wurde von manchen trotzdem noch viele Jahrzehnte lang weitergeführt.
Essen, 15. Juli 2021. Salon5, die Jugendredaktion des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV, vergibt zum zweiten Mal den „Salon5 Jugendbuchpreis”. Jugendliche aus ganz Deutschland sind aufgerufen, bis zum 31. August 2021 entweder über den Instagram-Account von Salon5 oder über ein Online-Formular ihre Lieblingsbücher bei der Jugendredaktion einzureichen.
Aus allen eingereichten Vorschlägen zeichnet eine fünfköpfige Jury, die nur aus Jugendlichen besteht, die besten Bücher in verschiedenen Kategorien aus. Die Preisverleihung findet am 26. November 2021 in Bottrop statt.
Jugendbuchpreis soll Zugang zu Büchern fördern.
Mit dem Jugendbuchpreis möchte Salon5 jungen Menschen den Zugang zu Büchern und zur Literatur erleichtern und den Spaß am Lesen fördern. Deswegen lädt die Jugendredaktion junge Menschen ein, sich mit ihren Lieblingsbüchern auseinanderzusetzen und die Begeisterung dafür mit anderen zu teilen. Für das Einreichen der Bücher ist nur die Nennung des Autors oder der Autorin, der Titel und eine kurze Begründung notwendig.
Junge Menschen bekommen im Salon5 die Möglichkeit, den Umgang mit Medien kennenzulernen und mit Formaten und Inhalten zu experimentieren. Der Zugang ist für alle offen. Das Angebot soll Jugendlichen im Ruhrgebiet eine Stimme verleihen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Seit dem Start des Webradios im Frühjahr 2020 sind Bücherpodcasts fester Bestandteil des Programms. Salon5 wird von Jugendlichen für Jugendliche auf Augenhöhe gestaltet. Der Jugendpreis will dieses Selbstverständnis aufnehmen.
Der Salon5 Jugendbuchpreis wird in Kooperation mit der Lebendigen Bibliothek in Bottrop, mit dem Literaturbüro Ruhr und mit der Humboldt Buchhandlung vergeben.
Die nordisch-germanische Mythologie als Kitt für die rechte Szene: Die Welt des Kampfes und Gewalt als Mittel zur Durchsetzung der eigene Ideologie sind elementare Bestandteile im Faschismus und waren es auch im Nationalsozialismus. Dem in der Szene verbreiteten Bild über die Germanen und Wikinger, über die alles verwüstenden Vandalen, über die Götter und ehrenhaft Gefallenen („Walhall“) kommt das sehr nahe … blicknachrechts
Ein Brandstifter will Feuer löschen: Was wird aus der SPD? Den meisten Wählern stellt sich diese Frage nicht mehr. 100 Tage vor der Bundestagswahl steht die Partei in den Umfragen zwischen 14 und 17 Prozent. Ihre Aussicht, die Zehn-Prozent-Hürde zu unterlaufen, scheint größer als ihre Chance, die 20-Prozent-Hürde zu überspringen … postvonhorn
Verpasste Chance: Laschet sagt Kanzlerkandidaten-Runde mit Rezo und Tilo Jung ab … netzpolitik
Von Alphabet bis Genderstern: Antisemitismus und Lesen von Goethe bis Landesbibliothek … scilogs
Gernulf Olzheimer kommentiert (Satire): Krise und Populismus … zynaesthesie
Fridolin Freudenfett und warum Lustige Taschenbücher nicht immer lustig sind: Ein Gag, der in den 60ern noch ok war, kann heute grob daneben liegen und natürlich birgt daher eine Neuauflage älterer Werke immer die Gefahr, dass sie halt den Zeitgeist nicht mehr treffen. Werte verändern sich, auch wenn die WerteUnion dies nicht verstehen will. Die älteren LTBs enthalten so einige Klopper, die man heutzutage so nicht mehr Kindern vorsetzen sollte … schmalenstroer
Schauspielhaus Bochum: Wie Rennpferde vor dem Start … revierpassagen
SBL fordert Erhalt der Bahnverbindungen nach Kassel: Für die Kreistagssitzung am Freitag, 18. Juni (Beginn ist um 15 Uhr in der Schützenhalle in Brilon!) hat die SBL-Kreistagsfraktion einen Antrag gestellt: „Obere Ruhrtalbahn – Direkte Bahnverbindungen von und nach Kassel“ … sbl
Tipps gegen rechte Netz-Attacken: Drei Opfer-Beratungsstellen gegen rechte Gewalt haben ihr Knowhow und den Erfahrungsschatz ihrer Alltagsarbeit gebündelt und einen Reader mit nützlichen Tipps gegen digitale Angriffe von rechts aufgelegt … blicknachrechts
Corona-Schnelltests: Deine Personalausweisnummer geht kein Testzentrum etwas an … netzpolitik
Die Stimmung ist wie sie ist… (foto: zoom) Wie geht es heute? Keine Ahnung – irgendwie geht es. Der Mai ist gekommen und der Frühling hält sich bedeckt.
Die Pandemie flaut ab, die Hoffnung ist da, aber noch traue ich dem Braten nicht und halte mich weiterhin von allen Öffnungsaktivitäten fern.
Ein gravierendes Problem: fast sämtliche Schuhe sind ab- und teilweise durchgelaufen. Ich bin jetzt ein paar Mal mit den glatten Sohlen auf den schlammigen Fußwegen übel ausgerutscht. Merkzettel für die nächste Pandemie: Genug Schuhe, weniger Klopapier kaufen.
Lesen? Funktioniert. Ein kleines Büchlein von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy, Zurückgegeben, beendet. Auf gut 200 Seiten erklären die Autor*innen die Möglichkeiten der Restitution afrikanischer Kulturgüter. Diese Kurzfassung eines Gutachtens gibt es bis auf die Versandkosten umsonst bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie ist verständlich geschrieben und man kommt gut in die Diskussion hinein, die in Deutschland unter anderem – Stichwort Deutscher Kolonialismus – vom Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer vorangetrieben wird. Dazu aber später vielleicht mehr – wenn ich in der Stimmung bin.
Auf dem Nachttisch liegt Heart of Darkness von Joseph Conrad. Bin mir nicht sicher, ob die Lektüre ein Stimmungsaufheller wird.
Wolfgang Borchert während eines Fronturlaubs in Hamburg (1945) (Bild: CC BY Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)
Das 100. Geburtsjahr Wolfgang Borcherts feiert Hamburg, die Heimatstadt des frühverstorbenen Autors, mit einem großen Festival. Die Staats- und Universitätsbibliothek trägt dazu neben einer Reihe von Veranstaltungen und der kürzlich eröffneten Dauerausstellung Dissonanzen – Wolfgang Borchert (1921-1947) noch ein weiteres Highlight bei: Alle Briefe, Manuskripte, Fotos und Grafiken von Wolfgang Borchert, dessen Nachlass Borcherts Mutter Hertha der Stabi 1976 übergeben hatte, sind digitalisiert worden und stehen fortan allen Interessierten weltweit zur Verfügung.
Über die Stabi-Website einsehbar sind nun handschriftliche Fassungen bekannter Prosatexte wie Die Hundeblume und Nachts schlafen die Ratten doch oder eine Arbeitsfassung von Borcherts berühmtem Manifest gegen den Krieg mit dem Titel Dann gibt es nur eins. Eine Besonderheit in der Sammlung sind zweifellos die Aquarelle und Zeichnungen des Autors. „Vielen Menschen, die mit den Texten Borcherts vertraut sind, ist nicht bewusst, dass er auch gemalt hat“, führt Mark Emanuel Amtstätter aus, der die Digitalisierung betreut hat. Das bildnerische Werk stehe in engem Zusammenhang mit dem erzählerischen. Borcherts Briefe, mit knapp 330 Dokumenten der größte Posten im Nachlass, ermöglichen zudem einen Einblick in das Verhältnis Borcherts zu seinen Eltern und in seine Freundschaften.
Eine Überraschung ist übrigens selbst für Borchert-Kenner*innen dabei: Die Stabi konnte den Nachlass jüngst um vier Briefe Borcherts an Karl-Ludwig Schneider ergänzen, die ebenfalls online zur Verfügung stehen. Schneider, während der Naziherrschaft in der Widerstandsgruppe Weiße Rose Hamburg aktiv und später mit einer Professur für Germanistik an der Universität seiner Heimatstadt betraut, war als verantwortlicher Redakteur der Hamburger Akademischen Rundschau mit Borchert in Kontakt getreten und hatte sich mit dem schwerkranken Autor angefreundet.
Das Grab Wolfgang Borcherts und seiner Eltern befindet sich am Stillen Weg beim westlichen Ende des Friedhofs Ohlsdorf. (foto: zoom)
Mai 2021: Die Tulpenzeit scheint vorbei. (foto: zoom)
NSU 2.0 – der mutmaßliche Täter und sein politischer Kontext … blicknachrechts
Nina Rink interviewt Rechtsanwalt Chan-jo Jun: Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-jo Jun klärt in sozialen Medien unter #QuatschJura über fragwürdige juristische Praktiken selbsternannter »Querdenker*innen« auf … derrechterand
Wissenschaftler als Gegner von Corona-Massnahmen: Der Grat zwischen gesunder wissenschaftlicher Skepsis und Unterstützung der absurden Querdenker-Bewegung … scilogs
Geschichte und Gegenwartsverstehen: Die Auswahl an Narrativen, die im Geschichtsunterricht den Hintergrund „verlässlicher“ (also prüfungsrelevanter) Aufgaben und Themen bilden, beschränkt sich auf wenige immer wiederkehrende „Hotspots“, etwa die Julikrise 1914 gekoppelt an die Kriegsschuldfrage, die Einordnung eines deutschen „Sonderwegs“ von Bismarck zu Hitler und der verspäteten Demokratisierung im Deutschen Reich, die verschiedenen Ausprägungen nationalsozialistischer Ideologie und Herrschaft oder der Kalte Krieg im Deutungskonflikt zwischen West und Ost sowie einige weitere auf die Geschichte Deutschlands verkürzten Standardthemen … historischdenken
Einen AfD’ler aus Dortmund zieht es in den Bundestag: Matthias Helferich macht sich auf den Weg nach Berlin … nordstadtblogger
Niedrigstimmensektor (Satire): „Gut, Herr Scholz, ich fasse das dann noch mal zusammen: das Problem an der Kanzlerkandidatin der Grünen ist nicht, dass sie eine Frau ist, das Problem ist, sie ist nicht Olaf Scholz. So war das doch gemeint? … zynaesthesie
Was Meister Yoga sagt: „Dokumentierte Arbeitszeit der Knüller ist!“ … charly&friends
Die Sehnsucht nach Bleibe und die Furcht davor: Judith Hermanns Roman „Daheim“ … revierpassagen
Vorverkaufsstart für außergewöhnlichen Live-Stream aus dem Theater Hagen: ERSTMALS präsentiert das Theater Hagen den LIVE-Stream einer VOLLSTÄNDIGEN Produktion: Die Deutsch-Rock-Punk-Pop-Theater-Party „Wenn die Nacht am tiefsten (… ist der Tag am nächsten)“ ist am Samstag, 22. Mai 2021 ab 19.30 Uhr zu erleben … doppelwacholder
Im Wald, da sind die Künstler*innen. Baumstumpf-Skulptur an der Palme zwischen Bödefeld und Brabecke. (foto: zoom)
Kunsttagebuch: Womit das Gehirn Bedeutung kreiert … endoplast
Baedeker und die Erfindung der Landschaftsidentität: Durch die soziale und kulturelle Aneignung von physischem Raum werden Regionen oder Städte zum Reservoir von Identität: Profane Ansammlungen von Steinen, Bäumen, Flüssen oder Feldern müssen mit persönlicher oder kollektiver Bedeutung aufgeladen werden, um zu distinkten „Landschaften“ zu werden … publicHistory
Rangliste der Pressefreiheit: Neue Dimension der Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland … netzpolitik
Corona-Pandemie: Hätten wir rechtzeitig etwas tun können? .. scilogs
Corona, Grippe, Masken: Why not? Lasst uns die Masken behalten! … unkreativ
Mütter der Nation: „Wir müssen es akzeptieren: Männer eignen sich einfach nicht als Bundeskanzlerin.“ … zynaesthesie
„Herzzerreißend lustig“: Albert Ehrensteins Erzählung „Tubutsch“ aus dem Jahre 1908 … revierpassagen
Hochsauerlandkreis: Jetzt soll doch ein digitales Anmeldeverfahren für Kita-Plätze kommen … sbl
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