Pausenbild: kulinarischer Spaziergang

Apfelbaum am „oberen Sonnenweg“ (foto: zoom)

Die Äpfel sind noch nicht reif, aber dafür schmecken die Himbeeren. Wer naschen will, sollte sich die bequemen Schuhe anziehen und eine Runde um den Ort drehen.

Es kostet ein wenig Zeit, kein Geld und schmeckt.

Es ist Himbeeren-Zeit (foto: zoom)

Zur Zeit verfolge ich eines meiner „Hass-Projekte“: Löwenzahn ohne Gift aus den Pflasterritzen entfernen.

„Das Geheimnis ist, du musst schneller kratzen als er wächst!“, rief mir gestern ein Bekannter zu, während ich gebückt zwischen Beeten und Pflastersteinen stand und den Eimer mit allerlei Grünzeug füllte.

Meine Erfahrung: Wer Jäten nicht in seinen Tagesplan einbaut, hat schon verloren.

Deshalb werde ich jetzt das Bloggen sein lassen und mich dem „Unkraut“ widmen. Im Radio habe ich gestern gehört, dass das Jäten in Klöstern zu den meditativen Tätigkeiten gehört, zu sich selbst und zur eigenen Mitte finden, sich erden. Haha …

Ich suche dann mal. Bis bald.


Wenn Kommunen selbst ihre Finanzen “verbrennen” …

Feuer (Symbolbild)

Auch die Städte und Gemeinden im HSK stehen vor großen finanziellen Herausforderungen: Durch Corona, Klimakrise und die Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine gibt es Mehraufwendungen und Preissteigerungen. Jetzt werden auch noch Zinssteigerungen folgen, die besonders die Kommunen mit hoher Verschuldung treffen.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Besonders ungünstig ist es, wenn Fehlverhalten einer Kommune noch zu weiteren finanziellen Belastungen in Millionen-Euro-Höhe führt.

Das war erst im letzten Jahr in der Stadt Marsberg zu erfahren: Sie hatte 2,5 Mio Euro bei der Greensill-“Bank” angelegt, die nach der Pleite dieses Instituts nun wahrscheinlich komplett verloren sind. Im November 2021 wurde dem Marsberger Rat ein Gutachten eines Rechtsanwalts zur Ursachenanalyse vorgestellt, aber nur in nicht-öffentlicher Sitzung.

https://www.wp.de/staedte/altkreis-brilon/marsberg-das-gutachten-zu-greensill-pleite-liegt-jetzt-vor-id233767369.html
Eine saubere Aufarbeitung der gravierenden Fehler der Stadt müsste transparent und öffentlich erfolgen…

Ein ähnlicher Verlust droht nun der Nachbarstadt Brilon. Hier geht es zunächst um 2,3 Mio Euro Diese Summe fordert ein bayerisches Holzunternehmen von der Stadt als Schadenersatz, weil die Stadt ihre vertraglich vereinbarten Holzlieferverpflichtungen nicht eingehalten habe. Hinzu könnten Verfahrenskosten in sechsstelliger Höhe kommen.

Die Lokalpresse veröffentlichte heute einen Vorbericht über den Prozess gegen die Stadt Brilon, der am morgigen Donnerstag (28.07.2022) beim Landgericht in Arnsberg stattfindet.

https://www.wp.de/staedte/altkreis-brilon/unternehmen-verklagt-stadt-brilon-auf-2-3-millionen-euro-id235997509.html

Ungewohnt kritisch wird in dem Artikel der Lokalpresse über die Schadenersatzforderungen wegen Nichterfüllung des im September 2020 abgeschlossenen Holzliefervertrages berichtet:

50.000 Festmeter waren garantiert, die restlichen 30.000 Festmeter sollten abhängig von der Verfügbarkeit gemacht werden, so äußerte sich der Geschäftsführer der Firma im Dezember 2021 gegenüber der WP. Dass er in Brilon wegen des Holzkaufs vorstellig geworden sei, habe mit dem Bahnanschluss zu tun gehabt. Das Unternehmen, das nach Angaben des Geschäftsführers „eine mittlere sechsstellige Festmetermenge“ pro Jahr umsetzt, war indes nicht lange allein. Auch ein etablierter Großabnehmer sei hinter dem Holz her gewesen und habe die Stadt mit Tiefstpreisen an der ausgestreckten Hand verhungern lassen wollen.
Anfang 2021 “sei der Holznachschub ins Stocken geraten“. Der Geschäftsführer des klagenden Unternehmens “hätte ja sogar Verständnis gehabt, wenn kein Holz mehr verfügbare gewesen wäre. Aber es sei ja welches da gewesen. In der Klage soll es um 32.000 Festmeter gehen, die das Unternehmen aus Bayern nach seinen Angaben nicht mehr erhalten hat. Pro Festmeter macht die Firma einen Gewinnausfall von rund 50 Euro, je nach Charge, geltend… 1,7 Millionen Euro hat die Stadt bereits für eine ‘potenzielle Schadenersatzpflicht und mögliche Verfahrenskosten’ als Rückstellung nachträglich in ihre Haushaltsplanung 2022 aufgenommen.

Ob dabei auch ein Briloner “Großabnehmer” aus der Holzbranche, dem sehr gute Beziehungen ins Briloner Rathaus nachgesagt werden, eine wesentliche Rolle gespielt haben könnte, ist dem Artikel nicht zu entnehmen…

Auch dies sollte dringend aufgearbeitet werden, ebenso wie die Verantwortung des Briloner Bürgermeisters im Zusammenhang mit der Unterzeichnung der Holzlieferverträge.

Anhaltende Trockenheit: HSK untersagt Entnahmen von Wasser mittels fahrbarer Behältnisse, Pump- und/oder Saugvorrichtungen aus Oberflächengewässern – Allgemeinverfügung gilt ab 28.07.2022

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit haben sich auch in den Gewässern im Hochsauerlandkreis extrem niedrige Wasserstände eingestellt. Auch die Niederschläge der vergangenen Wochen haben nicht dafür gesorgt, dass sich die Situation entspannt. Aus diesem Grund erlässt der Hochsauerlandkreis am 25.07.2022, eine Allgemeinverfügung, die es im gesamten Kreisgebiet mit Ausnahme der Gewässer Ruhr und Lenne untersagt, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen. Die Verfügung tritt am 28.07.2022 in Kraft und bleibt bis zum 31.10.2022 bestehen.

(Pressemitteilung HSK)

Das Verbot gilt für Wasserentnahmen im Rahmen des Gemein-, Eigentümer- und Anliegergebrauchs. Verboten ist es damit nicht nur, größere Wassermengen (beispielsweise mit fahrbaren Behältnissen), sondern auch kleinere Mengen für die Bewässerung von Privatgärten zu entnehmen. Ausgenommen davon sind das Tränken von Vieh über an den Gewässern angeordneten Viehtränken und das Schöpfen mit Handgefäßen. Die Untere Wasserbehörde des Hochsauerlandkreises hat die Möglichkeit, Verstöße gegen die Allgemeinverfügung im Einzelfall mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 50.000 Euro zu ahnden.

Zum Hintergrund: Durch die unterdurchschnittlichen Niederschläge in den vergangenen Wochen befinden sich die Pegelstände der Oberflächengewässer im Hochsauerlandkreis unterhalb des mittleren Niedrigwassers und damit teilweise häufig auf einem sehr kritischen Niveau. Der für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen lebensnotwendige Wasserzu- und -abfluss ist in vielen Teilen des Kreises nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Um einem weiteren Absinken der Wasserstände – auch unter Berücksichtigung der für die nächsten Wochen gemeldeten Wetterlage – entgegenzuwirken, erlässt der Hochsauerlandkreis die Allgemeinverfügung. Diese ist auch unter dem nachfolgenden Link einzsehen:

https://www.hochsauerlandkreis.de/hochsauerlandkreis/buergerservice/umwelt/wasserwirtschaft/erlaubnisse-zur-gewaesserbenutzung

Umleitung: Scholz, Zinsen, Twitter, Emscher, Drogen, Comics

Stockrosen sind Malvengewächse, nicht heimisch, aber doch gut angepasst, wenn nur dieser Pilz (Malvenrost) nicht wäre. (foto: zoom)

Scholz will seinen Opfern helfen: Lange legte SPD-Kanzler Scholz wenig Wert darauf, verstanden zu werden. Das scheint sich nun zu ändern … postvonhorn

Zinsen: Klammen Kommunen drohen neue Lasten … doppelwacholder

Asoziale Medien: Twitter-Manager sollen Oppositionelle in Saudi Arabien ausspioniert haben … netzpolitik

Rückblick auf die Hochwasser-Katastrophe im Juli 2021: Glück und Geschick an der Emscher – Schutz vor zukünftigen Starkregenereignissen gestärkt … nordstadtblogger

Razzia im Techno-Club: Was ist hier eigentlich die Straftat? Warum die Drogenpolitik voller Widersprüche ist und was ein besserer Umgang wäre … scilogs

Comic-Zeichenkunst: Neal Adams, der Erfinder des visuellen Superhelden-Realismus im Kosmos des Unrealistischen … endoplast

#LastSeen-Ausstellung in Kassel eröffnet: Ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus setzen

#LastSeen-Ausstellung auf dem Opernplatz in Kassel: Juli bis 14. September 2022; täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet (Foto: Arolsen Archives)

Auf dem Opernplatz in Kassel öffnete heute die Ausstellung #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen der Arolsen Archives und Partner. Die Wanderausstellung auf der Ladefläche eines historischen LKWs informiert über die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und zeigt, wozu Antisemitismus im Holocaust geführt hat.

(Pressemitteilung der Arolsen Archives)

Aus Anlass des antisemitistischen Eklats rund um die documenta fifteen hat der #LastSeen-LKW, der zurzeit durch Deutschland tourt, seine Route kurzfristig geändert, um in Kassel ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Die Ausstellung ist bis zum 14. September täglich von 10 bis 21 Uhr dort zu sehen.

Im Zentrum von #LastSeen stehen die Fotos von Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945. Die meisten der Männer, Frauen und Kinder auf den Bildern sind ein letztes Mal zu sehen – bevor die Nationalsozialisten sie in die Vernichtungslager brachten und ermordeten. Der #LastSeen-LKW stammt aus den 1950er Jahren, ähnliche Fahrzeuge wurden aber auch für den Transport von Verfolgten zu Sammellagern und Bahnhöfen genutzt.

Floriane Azoulay: „Antisemitismus geht uns alle an“

Bei der Eröffnung von #LastSeen warnte Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, vor der Kontinuität antisemitischer Verschwörungsmythen und appellierte: „Antisemitismus ist keine Befindlichkeit von Jüdinnen und Juden, sondern eine alltägliche Realität, eine zentrale Frage der Demokratie und geht uns alle an.“

Floriane Azoulay im Gespräch mit einer TV-Journalistin bei der Eröffnung der #LastSeen-Ausstellung in Kassel
(Foto: Arolsen Archives)

Antisemitische Vorfälle seien erschreckenderweise auf dem Vormarsch und stiegen seit Jahren überall auf der Welt an, so Azoulay weiter. Antisemitische Bildsprache und Kommunikationsformen, wie sie bei der documenta zu sehen gewesen seien, trügen dazu bei, antisemitische Positionen als normal anzuerkennen. Daran zeige sich: „Antisemitismus ist kein vergangenes Thema“. Sie forderte dazu auf, auch die Frage des strukturellen Antisemitismus und seiner Verharmlosung in kulturellen Institutionen in den Blick zu rücken und dieses Problem aktiv anzugehen.

Die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance, die sowohl die Bundesregierung als auch das Land Hessen zum Schutz jüdischen Lebens und dem Kampf gegen Antisemitismus übernommen haben, sei eine wichtige Grundlage zum Erkennen von Antisemitismus und solle dazu als Wegweiser dienen, erklärte Floriane Azoulay.

Claudia Roth: „#LastSeen führt die Folgen von Diskriminierung und Antisemitismus drastisch vor Augen“

Unterstützt wird die Ausstellung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die aus terminlichen Gründen nicht vor Ort sein konnte. In ihrem Grußwort bedankte sie sich bei den Arolsen Archives für die Intervention durch die Präsentation von #LastSeen während der documenta, da so in Kassel die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werde, zu welchen Bildern eine antisemitische Bildersprache führen könne. „Es ist eine Verantwortung für unser Land und für uns alle, dass Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung keinen Platz in Kunst, Kultur und unserer gesamten Gesellschaft bekommen.“

Mehr Bilder finden, entschlüsseln und verstehen

Die Ausstellung ist Teil einer Initiative der Arolsen Archives zusammen mit vier Partnern, bei der es um die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und ein tieferes Verständnis der Bilder geht. Bisher sind rund 550 Fotos von NS-Deportationen aus knapp 60 Orten bekannt. Ziel von #LastSeen ist es, diese Bilder virtuell zusammenzuführen, weitere Fotos zu finden und Hintergründe zu recherchieren, um den Verfolgten ihre Namen und Geschichten zurückzugeben. Der #LastSeen-LKW macht auf die Initiative aufmerksam und bittet Freiwillige, sich an der Suche vor Ort zu beteiligen. Erste Ergebnisse von #LastSeen werden Ende 2022 in einem digitalen Bildatlas veröffentlicht. Ergänzend dazu wird für Schülerinnen und Schüler ein interaktives Lernspiel angeboten.

#LastSeen auf dem Opernplatz:
26. Juli bis 14. September 2022
Täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet

Die Arolsen Archives sind das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. #LastSeen ist eine Initiative der Arolsen Archives & Partner:

  • Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
  • Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • USC Dornsife Center for Advanced Genocide Research, Los Angeles
  • Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht gefördert.

Westfalenpost, gibt es einen Plan?

Erneut hat die Westfalenpost Meschede/Brilon Abonnenten verloren. (Screenshot: ivw)

Alle drei Monate lässt sich der Niedergang des Lokaljournalismus am Beispiel der Westfalenpost bei der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) in Zahlen ablesen.

Seit langem verliert unsere heimische Lokalzeitung jährlich um die fünf Prozent Abonnenten. In anderen Städten sind die Verluste noch fürchterlicher.

Die sogenannte ePaper sind in den Verlusten schon eingepreist, das heißt sie retten die Westfalenpost auch nicht.

Ich weiß nicht, was für die Funkemedien-Gruppe wirtschaftlich tragbar ist. Wahrscheinlich werden viele seriöse Titel durch die erfolgreichen Produkte der Regenbogensparte quersubventioniert.

Bleibt das Internet. Da werden Erträge durch Klicks generiert. Bei der Westfalenpost beobachte ich, dass die Leser:innen durch sogenannte Click-Bait-Schlagzeilen (Bait=Köder) auf die Bezahlartikel gelockt werden sollen.

In den Titeln steht nicht mehr, wie früher im seriösen Journalismus üblich, komprimiert das Allerwichtigste, sondern beispielsweise:

„Olaf Scholz: Nachbarn wühlen im Müll – und werden fündig“

Boäh – bin ich jetzt neugierig und kann mich kaum zurückhalten, ein Abo abzuschließen.

Im Ernst: Nein! Mich interessieren die Klick-Ködereien nicht, ganz im Gegenteil fühle ich mich abgestoßen, zumal ich weiß, dass die eigentlichen Artikel meist langweilige, oft lieblos zusammengekloppte Texte sind, der Aufregung nicht wert. Eine klassische Titel-Hui – Artikel-Pfui Schere.

Und wenn mensch das als Leser:in mehrfach erlebt, wendet man sich angewidert ab oder fühlt sich zumindest veräppelt.

Ich denke, dass bei den Menschen hier im Hochsauerland trotzdem ein Bedürfnis nach Lokaljournalismus besteht.

Die Papierzeitung Westfalenpost wird allerdings immer unwichtiger. Todesanzeigen und Pressemitteilungen bekommt man auch über die kostenlosen Reklamezeitungen. Den Rest an Infos stoppeln sich die Leute über Stammtische, Mitteilungsblätter, Gerüchte, Facebook, WhatsApp, Telegram, Instagram, Tiktok & Co selbst zusammen.

Das ist die Illusion von Lokaljournalismus und gerade in unübersichtlichen Krisenzeiten sehr gefährlich, weil eine orientierende Instanz fehlt, die das Welt- und Lokalgeschehen einordnet und bewertet. Menschen ziehen sich in sogenannte Blasen zurück, machen sich ihre eigene Welt und werden leichte Opfer von Verschwörungsideolog:innen.

Wir brauchen den Lokaljournalismus. Westfalenpost, gibt es einen Plan?

Mobile Impfangebote in der nächsten Woche in Meschede und Brilon

Das Virus grast zur Zeit erfolgreich die Schützenfeste des HSK ab. (Bild: Alissa Eckert, MSMI, Dan Higgins, MAMS, Quelle: CDC https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312)

Die Koordinierende COVID-Impfeinheit bietet auch in der kommenden Woche wieder mobiles Impfen an.

26.07.2022    Meschede

                        Wochenmarkt, Kaiser-Otto-Platz, 9-13 Uhr (Impfbus)

27.07.2022    Brilon

                        Bürgerzentrum/Kolpinghaus, Derkere Str. 3, 12-18 Uhr

Das Angebot richtet sich an alle Impfwilligen ab 5 Jahre ohne Termin. Es werden alle Impfungen gemäß Stiko-Empfehlung von der Erst- bis zur 2.  Auffrischungsimpfung angeboten.

Als Impfstoffe sind BionTech, Moderna und Novavax vorrätig. Mitzubringen sind Personalausweis, Impfausweis bzw. die Impfmappe mit den Unterlagen der bisherigen Impfungen.

Weitere Informationen und Impftermine finden Interessierte unter www.hochsauerlandkreis.de.

So verschwindet öffentlicher Raum: Fußweg weg

Das war einmal ein öffentlicher Fußweg: Die rot gestrichelte Linie in der Mitte zwischen dem Ende des Gartenwegs und der Sorpestraße. (Bildausschnitt Openstreetmap vom 23.07 2022)

Als ich gestern Nachmittag einen meiner üblichen Spaziergänge durch den Ort machte, kam ich plötzlich am Ende des Gartenwegs nicht mehr weiter. Wo noch auf meinem letzten Spaziergang ein Fußweg hoch zur Sorpestraße gewesen war, sah ich nur noch Mauern und Privatgrundstücke. Keine Spur eines Weges.

Ich schaute ein wenig ungläubig links und rechts an der Stelle, an der ich immer hinauf gegangen war. Ja, der Weg sei nicht mehr da, die Anlieger hätten ihn von der Stadt gepachtet und in ihr Grundstück eingefügt, sagten mir ein paar Nachbarn.

Das ist erstaunlich, dachte ich bei mir, einfach so verschwunden „mein“ alter Weg. Wie verwandelt sich ein Stück Gemeingut in Privateigentum?

So einfach kann das ja auch nicht gehen, habe ich heute Morgen gedacht. Irgendwo muss der Vorgang Spuren in den städtischen Gremien hinterlassen haben.

Aus den Unterlagen der Stadt im Ratsinformationssystem konnte ich die Geschichte, zumindest ihr Skelett, rekonstruieren.

Ich erzähle sie freihand, damit es nicht zu bürokratisch klingt.

Im April letzten Jahres stellten die Grundstücksnachbarn den Antrag an die Stadt den Bebauungsplan für das Weggrundstück zu ändern, damit sie den an ihr Grundstück grenzenden Weg erwerben könnten. Dieser Fußweg würde ja nicht benötigt. Die anderen Straßennachbarn hätten nichts gegen das Vorhaben, was mit einer Unterschriftenliste belegt wurde.

Der Antrag durchlief dann die Gremien des Rates der Stadt Winterberg vom Bau- und Planungsausschuss bis zum Rat. Dieser stimmte am 24. Juni vergangenen Jahres dem Antrag zu, einstimmig und ohne Enthaltungen.

Als ich das letzte Mal den Weg genutzt habe, war die ganze Sache also schon lange gelaufen und ich wusste es nicht, sonst hätte ich mir schon früher ein paar Gedanken gemacht.

Auf der einen Seite gönne ich den Grundstücksbesitzer:innen den Weg als Eigentumszuwachs, auf der anderen Seite bedauere ich jedes Verschwinden von öffentlichem Raum.

Vielleicht war ich ja wirklich der einzige, der diesen Weg genutzt hat. Dann bin ich jetzt auch der einzige, der traurig ist.



Bikepark Winterberg

Bike Park Winterberg
Habe eigentlich nur die kahlen Berge angestarrt, und dann kam dieser Radler ins Bild (archivfoto: zoom)

Im Bikepark Winterberg scheinen sich die Unfälle zu häufen. Auch gestern meldete die Polizei Hochsauerlandkreis: Unfall im Bikepark.

Ein 49-jähriger Mann aus Bremerhaven kam Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr mit seinem Fahrrad im Bikepark zu Fall. Durch den Sturz wurde er schwer verletzt. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht.

(Gesammelte Pressemitteilungen der Polizei HSK)

Die Meldungen der letzten zwei Jahre ergeben eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung. Auffällig ist, dass ein Großteil der Unfälle (sechs) allein in den letzten beiden Monaten Juli und Juni passierte, wobei der Juli noch nicht beendet ist. Für die restlichen zehn Tage klopfe ich vorsichtshalber drei Mal auf Holz.

21.07.2022: Unfall im Bikepark

Meldungstext siehe oben.

04.07.2022: Rettungshubschrauber im Bikepark

Nach einem Sturz mit seinem Fahrrad am Samstagmorgen gegen 10.15 Uhr wurde ein 7-jähriger Junge aus Relsberg in eine Spezialklinik geflogen. Er wurde schwer verletzt.

Ein 19-jähriger aus Calden kam Sonntagnachmittag gegen 14.50 Uhr mit seinem Fahrrad auf einer Down-Hill-Strecke zu Fall. Er wurde schwer verletzt in eine Spezialklinik geflogen.

19.06.2022: Unfall im Bikepark

Am 18.06.2022 befuhr ein 13jähriger Jugendlicher aus Ahaus um 14:40 Uhr mit zwei Freunden im Bike-Park Winterberg die North Shore Strecke. An einem Hindernis verlor er die Kontrolle über sein Mountainbike, stürzte und verletzte sich schwer. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus nach Siegen geflogen. Zur Unfallzeit bestand keine akute Lebensgefahr, kann im weiteren Verlauf aber nicht ausgeschlossen werden.

13.06.2022: Zwei Schwerverletzte bei Fahrradunfällen im Bikepark

Gestern gegen 11:15 Uhr verunfallte ein 30-jähriger Mann aus Lemgo im Bikepark Winterberg. Er stürzte aus noch unbekannten Gründen in einer scharfen Rechtskurve auf einem Streckenabschnitt mit relativ großem Gefälle. Der Mann musste schwerverletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden.

Ein 11-jähriger Junge aus Edertal befuhr gestern gegen 17:00 Uhr eine Downhill Strecke im Bike Park Winterberg. In einer Steilpassage stürzte er ohne Fremdeinwirkung und verletzte sich schwer. Der Junge musste ebenfalls mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

23.05.2022: Tödlicher Unfall

Am Sonntagmittag kam es im Bikepark gegen 13.30 Uhr zu einem Unfall. Ein 49-jähriger Mann aus Sankt Augustin ist mit seinem Fahrrad im Bikepark Winterberg gestürzt. Hierdurch erlitt er tödliche Verletzungen.

31.10.2021: Unfall im Bikepark mit verletztem Radfahrer

Ein 13 Jähriger Downhill-Fahrer aus Göttingen stürzte mit seinem Fahrrad beim Befahren eines Trails. Er verletzte sich schwer und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum gebracht. Der Unfall ereignete sich Samstagnachmittag, gegen 14.15 Uhr.

01.08.2021: Verkehrsunfall mit einem leicht verletzten Radfahrer in Winterberg

Am 31.07.2021, 16:55 Uhr, befuhr ein 31 jähriger Mann aus Duisburg mit seinem Mountainbike die Downhillstrecke Sektion 4 im Bikepark Winterberg. In einem Abschnitt mit starkem Gefälle kam er ohne Fremdeinwirkung zu Fall und verletzte sich dabei leicht.

31.05.2021: Unfall in Bikepark

Am Freitag gegen 16:50 Uhr kam es zu einem Unfall in einem Bikepark im Kapperundweg. Aus bislang ungeklärter Ursache ist ein 46-jähriger Mann im Streckenverlauf des Bikeparks gestürzt. Der Mann aus Saarburg-Kell verletzte sich schwer. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

10.08.2020: Unfall im Bikepark

Ein 49-jähriger Mann aus Grevenbroich kam am Sonntag gegen 11.00 Uhr vor einer Rampe im Bikepark zu Fall. Er wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.

31.07.2020: Im Bikepark gestürzt

Am Donnerstagnachmittag gegen 14.30 Uhr ist ein 19-jähriger Mann aus Rheda-Wiedenbrück mit seinem Fahrrad im Bereich einer Abfahrt gestürzt. Hier verletzte er sich schwer. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

30.07.2020: Unfall im Bikepark

Am Mittwoch gegen 14:50 Uhr kam es zu einem Unfall in einem Bikepark im Kapperundweg. Ein 45-jähriger Mann aus Putten befuhr die dortige Strecke mit seinem Fahrrad als er die Kontrolle verlor und stürzte. Der Niederländer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.

27.07.2022: Im Bikepark gestürzt

Sonntagmittag gegen 12.15 Uhr kam ein 26-jähriger Mann aus Kassel nach einem Hügel zu Fall. Durch den Sturz erlitt er schwere Verletzungen. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.

12.07.2020: Fahrradfahrerin im Bikepark schwer verletzt

Schwere Verletzungen zog sich am Samstagnachmittag eine 35-jährige Mountainbike-Fahrerin aus Aachen im Bikepark Winterberg zu. Bei einer Fahrt stürzte sie über den Lenker. Sie wurde mittels Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

16.05.2020: Mountainbiker verletzt sich im BikePark Winterberg

Am Freitagnachmittag kam es gegen 15:45 Uhr im BikePark Winterberg zu einem Unfall, bei dem sich der Fahrer eines Mountainbikes schwer verletzte. Der 56-jährige Radfahrer aus Kronenberg im Taunus befuhr zur Unfallzeit die Bikestrecke im BikePark bergabwärts. Der Mann war allein unterwegs. Im Bereich der Stelle „NorthShore“ kam er zu Fall. Das genaue Unfallgeschehen ist derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Durch den Sturz zog sich der Fahrer schwere Verletzungen im Bereich des Torax zu. Er wurde nach der Erstversorgung mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.

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Zeitlich weiter zurück habe ich die Unfälle in den Pressemitteilungen der Polizei nicht verfolgen können.

Umleitung: Fichtensterben, Klimakatastrophe, Mordprozess gegen Corona-Leugner, Neue Rechte, Volmetalbahn und Innenstädte im Krisenmodus, Ex-Opelaner:innen und die besten Streaming-Serien

Exponate der Pandemieausstellung im Medizinhistorischen Museum Hamburg (foto: zoom)

Fichtensterben in Deutschland: Der Brotbaum verdurstet … spektrum

Klimawandel? Welcher Klimawandel? Ich bin so müde. Ehrlich. Einfach müde. Und ich verliere den Glauben, dass wir irgendwie noch das Ruder rumreißen können … unkreativ

Mordprozess gegen Corona-Leugner: Umfassendes rechtes Weltbild … endstationrechts

Zwei Hausbesuche und eine Verfügung: Viele von euch hatte das am Wochenende den 11. und 12. Juni und die Hausbesuche auf Twitter verfolgt. Herr A. aus Berlin, der sich im Netz „Ansar“ nennt, stand an zwei Tagen infolge vor und in der Nähe meines Wohnhauses … gedankensplitter

Wie die Neue Rechte durch ihre Narrative mäandert: Was machen eigentlich die Abertausende von Menschen, die sich im „Widerstand“ gegen die Corona-Maßnahmen radikalisiert haben? Dieser Frage geht ein aktueller CeMAS-Report auf den Grund … hpd

Volmetalbahn weiter im Krisenmodus: Bröselnde Bahnbrücke gefährdet Fahrplanverdichtung … doppelwacholder

Innenstädte: Die Innenstädte sind in der Krise, so schallt es überall her. […] Der Schuldige ist in der Lokalpresse natürlich schnell ausgemacht: Der böse Onlinehandel … schmalenstroer

Design-Absolvent der FH Dortmund für seine Masterarbeit ausgezeichnet: Was bleibt vom Opelaner ohne Opel-Werk? … nordstadtblogger

Die besten Fernseh- oder Streaming-Serien – Teil 1: Warum in die Tiefe gehen, wenn die Breite ist so schön? … endoplast