Gruß aus Fritzlar: Zum Wohle!

Am Abend nach der Radtour (foto: zoom)

Das Schöne an Radtouren ist, dass man sich eine Distanz vom Alltäglichen in der Bewegung erarbeiten kann.

Die Arbeit ist dabei eher physikalisch als mental zu bewerten. Mit dem Grad der Anstrengung wächst die Entspannung.

Für diese Radtour habe ich die Elektronik auf ein unteres Maß reduziert. Bilder für das Blog kann ich nur noch mit der grottenschlechten Kamera meines Tablets aufnehmen, Texte mit dem Zeigefinger auf dem Mäuseklavier tippen.

Kleine Geschichten und Assoziationen schreibe ich wie vor 30 Jahren wieder in eine Kladde.

Die Neuentdeckung in Fritzlar ist das Restaurant und Café „Hahn“.

Morgens um sieben ist das Café noch geschlossen. (foto: zoom)

Im Januar 2016 hat der Besitzer Cor van Leeuwen – ja, er ist Niederländer – das Traditionshaus neu eröffnet. Motto: Kunst, Kultur, Köstlichkeiten.

„Ein Ort zum Wohlfühlen – mit Nahrung für Körper und Seele“, lese ich in der Speisekarte.

Schaut euch seine Website an, und wenn ihr dann in Fritzlar seid, geht einfach rein.

08/15 ist der Laden nicht.

https://www.cafehahnfritzlar.de/

So peu à peu geht’s in die Blog-Sommerpause …

Der elektrische Teil unserer Familienfahrzeugflotte war in der Inspektion. (foto: zoom)

Anfang des Jahres wurde unsere Familienfahrzeugflotte um ein E-Bike ergänzt. Endlich können wir „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ gemeinsam unsere Radtourenprojekte verwirklichen.

Einer isst Kekse und Schokolade, der andere lädt seinen Akku aus der Steckdose auf. Alles kein Problem.

Den Anfang hatten wir im Frühjahr mit einer Tour von Winterberg über Marburg nach Köln gemacht.

Demnächst wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. Die Planungen sind angelaufen. Die grobe Richtung – irgendwie Süden – ist festgelegt, die ersten Quartiere sind gebucht.

Mehr als drei bis vier Tage planen wir nicht im voraus, der Rest entwickelt sich beim Radfahren. Dialektisch.

Was für einen Planungspedanten das Horrorszenario schlechthin wäre, ist für mich seit Jahrzehnten Standard: flexibel bleiben, Pläne umschmeißen, die Richtung ändern. Eine Radtour sieht vom heimischen Sofa völlig anders aus als nach ein paar Tagen in der Realität.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir nach ein paar Tagen im schwarzen Fulda einradeln werden, aber dann: Wasserkuppe? Würzburg? Oberpfalz? Regensburg? Main? Donau? Alpen?

Das wissen wir heute noch nicht. Alles offen. Ich bin gespannt.

Habt ihr noch Tipps für den Süden Deutschlands per Rad?

Umleitung: Kunst, Fußwege und Geschichte, Bloggen und Blocken, Funke wird Anwalts Liebling und warum es den lokalen Handel braucht.

Immer wieder am Wegesrand – der Stausee zwischen Brunskappel und Siedlinghausen. (foto: zoom)

Kunsttagebuch: Das Gefühl für die Dinge oder von der Schwierigkeit, Kunst zu definieren … endoplast

Überwachung: EU startet Gespräche mit den USA über Zugriff auf Cloud-Daten … netzpolitik

Wozu dient Geschichte? Wir leben in Zeiten der permanenten Beschleunigung. Weshalb sollte man sich um die Geschichte kümmern, im Zeitalter von Trump, von alternativen Fakten und Facebook? … publicHistory

Fußwege und Geschichte: Von-der-Nahe-an-den-Rhein-Kikerone … paralipomena

Vom religiösen Kult zum Massensport: über die Anfänge des Fußballspiels … revierpassagen

Frank, warum zerlegst Du gerade aus parteipolitischer Rücksichtnahme diesen DJV? Offener Brandbrief an den Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes … welchering

Vom Bloggen und Blocken: Als Religionswissenschaftler im digitalen Neuland … scilogs

Demokratie in Gefahr, es lebe die Demokratie: Erleben wir gerade den Untergang der bekannten Demokratie und den Beginn einer neuen Demokratie? Von einer, welche von den Fehlern der alten lernen wird? … rebrob

Die SPD pfeift auf dem letzten Loch: Die EU-Wahlpleite und der Sturz der Vorsitzenden Nahles … postvonhorn

Funke wird Anwalts Liebling: FUNKE Media Sales NRW GmbH – Knapp 130 Mitarbeiter bangen um ihren Job … Anwalt

Warum es den lokalen Handel braucht: Gestern abend habe ich meinen PC runtergefahren und heute morgen… nichts geht mehr. Tot. Am denkbar ungünstigsten Tag überhaupt, aus verschiedenen Gründen … unkreativ

Gute Nacht! Kette an der Fulda …

Kette an der Fulda (foto: zoom)

Als wir vor einer Woche den Fulda-Radweg von Kassel nach Hann-Münden hinunter radelten, habe ich diese Kette entdeckt.

Etwas stärker als meine Fahrradkette und nicht so dreckig.

Sauber.

Es war ein relativ trüber Tag und „Die Kette“ war eines der wenigen Bilder mit Licht und Schatten. Eine Geschichte, passend zum Bild, ist mir in den vergangenen sieben Tagen nicht eingefallen.

Leider, denn ich habe die Vermutung, dass die Kette eine Bedeutung für den Schiffsverkehr auf der Weser hat.

Gute Nacht!

Und sonntags mit der Oleftalbahn

Die Oleftalbahn in Oberhausen (Foto: Marita Rauchberger)

Immer wieder sonntags: Die Flitsch! Vom 9. Juni bis zum 27. Oktober 2019 fährt sonntags wieder der historische MAN-Triebwagen über die denkmalgeschützte Bahnstrecke durch das liebliche Urft- und Oleftal von Kall nach Hellenthal.

Mit dem Zug erreicht man die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele entlang der Oleftalbahn. Ob eine entspannende Wanderung durch den wunderschönen Nationalpark Eifel, zu Vogelsang-IP, per GPS geführte Radtouren durch das Urft- und Oleftal oder ob man einfach man nur das Flair der nostalgischen Fahrt mit dem historischen MAN-Schienenbus genießen will, man entspannt bei der gemütlichen Fahrt im historischen Ambiente des historischen Schienenbusses. Bahnfahren wie anno dazumal.

Alles ist möglich, die Oleftalbahn ist der Ausgangspunkt für einen gelungenen Ausflug. Die 17,8 km lange Bahnstrecke, die erstmalig im Jahr 1884 befahren wurde, verläuft immer noch in der alten Streckenführung und ist das längste Streckendenkmal in NRW. Stilecht dazu gehört die für normalspurige Eisenbahnen einzigartige Ortsdurchfahrt des malerischen Ortes Olef, wo der Zug mitten über den Dorfplatz fährt, der Zugbegleiter mit der rot-weißen Fahne voran.

Das ganze Jahr über sorgen, so die beiden Vorsitzenden des Vereins Wolfgang Heller und Marita Rauchberger, die Ehrenamtlichen im Verein dafür, dass der Saisonbetrieb auf der Oleftalbahn reibungslos ablaufen kann. Da gilt es die 17 km lange Eisenbahnstrecke für den Fahrbetrieb fit zu machen. Ob es der Grünschnitt, die Beschilderung, oder das Müllsammeln auf der Strecke ist, das wird genauso von den Ehrenamtlichen geleistet wie auch Arbeit rund um die Sicherheit der Strecke und der Haltepunkte.

Bitte beachten Sie, dass der Zug in diesem Jahr aufgrund einer Straßenbaumaßnahme in Hellenthal alle Fahrten nur zwischen Blumenthal und Kall auf der Schiene zurücklegen kann. Zwischen Hellenthal und Blumenthal findet Schienenersatzverkehr statt. Das Team der Oleftalbahn bedankt sich bei den Fahrgästen für ihr Verständnis!

An jedem ersten Sonntag im Monat begrüßt das Team der Oleftalbahn die Fahrgäste auf dem ersten Zug des Sonntags mit einem Glas Sekt. Denn dann findet die monatliche Frühstücksfahrt statt. In Schleiden angekommen, erwartet die Fahrgäste ein reichhaltiges Marktfrühstück im Café Friedrichs, Am Markt 26 in Schleiden. Zur Frühstücksfahrt, die 21 Euro kostet, sollte man sich anmelden: bubi-schleiden@web.de.

Die Oleftalbahn fährt jeden Sonntag vom 9. Juni bis einschließlich 27. Oktober 2019.

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Umfangreiche Informationen, Tipps, Fahrzeiten und Fahrpreise findet man auf der Internetseite www.oleftalbahn.de. / www.oleftalbahn.eu oder www.facebook.com/Oleftalbahn/.

Kostenlose Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen – leider nicht in Westfalen!

Lieber nicht einsteigen? In NRW muss man für das Rad in der Bahn bezahlen, woanders nicht. (archivfoto: zoom)

Der sogenannte „Westfalentarif“ bietet Vorteile bei der Fahrt über Kreisgrenzen, z.B. vom HSK nach Paderborn. Aber er hat auch diverse Nachteile. Dazu zählt, dass im Westfalentarif Bahncards (BC25, BC50 und BC100) nicht anerkannt werden, im Gegensatz zu vielen anderen Tarifverbünden.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen,)

Immer wichtiger wird es auch, dass die Fahrgäste am Zielbahnhof ihre Fahrt mit dem Fahrrad fortsetzen können. Die Fahrradmitnahme ist in Nahverkehrszügen in anderen Bundesländern kostenlos, wie in Hessen

https://www.nvv.de/tickets-preise/tickets/freie-fahrt (NVV)
https://www.rmv.de/c/de/linien-netze/unterwegs-mit/fahrrad/fahrradmitnahme (RMV)

und in Thüringen

https://www.bahn.de/p/view/service/fahrrad/bahn_und_bike_thue.shtml (DB)
https://www.abellio.de/de/mitteldeutschland/service-kontakt/fahrradmitnahme (Abellio).

Im Westfalentarif muss dagegen für Fahrräder bisher ein Extra-Ticket gelöst werden. Das kostet meist 4,20 Euro.

https://www.westfalentarif.de/de/tickets-abonnements/zusatzticket

Es wird Zeit, das zu ändern!

Jede Radtour hat einmal ein Ende …

Wir haben uns Köln rechtsrheinisch genähert. (foto: zoom)

Das Ende unserer Radtour war die Stadt Köln, der wir uns rechtsrheinisch genähert haben.

Der letzte Radfahrtag in Kurzform:

Von Bad Hönningen (rechts) nach Linz. Mit der Fähre rüber nach links (Kripp). Bis in den Bonner Norden und dann in Auerberg wieder nach rechts über die Autobahnbrücke. Siegfähre – übergesetzt, Kaffee getrunken und mit Rückenwind bis Köln-Kalk.

Überhaupt der Wind! Ich musste schon sehr alt werden – also so alt wie heute – um eine Radtour mit 95% Rückenwind zu erleben. Der Wind hat uns von Winterberg nach Marburg getragen, bis nach Lahnstein und dann hinauf nach Köln.

Dazu kam das fast unwirkliche Sommerwetter im April.

Ich werde mich gern an die Frühlingsradtour 2019 erinnern, aber keinesfalls an die Rückfahrt ins Sauerland mit der Deutschen Bahn.

Mein Empörungstweet auf dem Deutzer Bahnhof:

Alles weitere später. Wir müssen jetzt erst einmal zu Hause ankommen, sprich helle und dunkle Wäsche aus den Satteltaschen sortieren, Essen organisieren und die neue Ausgabe der „konkret“ bei Ute’s Getränkequelle holen.

Ich lass dann mal das Smartphone/Tablet im Zimmer

Irgendwo an der Lahn zwischen Weilheim und Limburg (foto: zoom)
Auf der Radtour habe ich das Tablet immer häufiger ignoriert.

Alte gedruckte Radkarten reichen völlig aus. Etwas zu essen finden wir inzwischen auch ohne bei Google Maps „gemütliches Restaurant“ einzugeben und ohne webseitenlange Online-Bewertungen zu lesen.

Schlendern, gucken, fragen … wir kommen ans Ziel.

Erstaunlich, oder?

Pausenbild: die Lahn hinab

Am Wegesrand: Burg Runkel an der Lahn (foto: zoom)

Seit vielen Jahren radele ich mal allein, mal mit Freunden oder auch mit der Familie die Lahn hinab.

Von Winterberg aus gesehen ist das eine Faulenzerstrecke – im Saldo mehr runter als rauf.

Kurzfassung: Winterberg – Hallenberg – Allendorf – Marburg – Wetzlar – Limburg/Diez – Bad Ems – Lahnstein – Koblenz.

Von dort, wie es beliebt, die Mosel hinauf oder den Rhein weiter hinunter: Bonn – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Ruhrgebiet – Winterberg.

Wenn man viel Zeit hat, kann man man sich ab Lahnstein rheinaufwärts stehlen.

Süddeutschland, die Schweiz oder Frankreich locken mit Bergen, Seen und gutem Essen.

Radtour beendet: Those were the days …

Rast an der Fulda (foto: zoom)

Heute haben wir unsere kleine viertägige Radtour beendet.

Einmal im Kreis von Siedlinghausen nach Siedlinghausen. Dazwischen: Korbach, Kassel, Fritzlar, Frankenberg, Hallenberg, Winterberg; die Flusstäler von Orke, Fulda, Eder und Nuhne.

Ich bin jedes Mal erstaunt, wie schnell mich eine Reise mit dem Rad aus dem Alltagsstress heraus katapultiert. Es passieren viel kleine Dinge am Wegesrand – auch nach der Ankunft im Quartier.

Heute hier morgen dort. The endless trip. Bewegung und Ziele im Fluss.

Jetzt bin ich zu müde, um meine Bilder und Gedanken zu sortieren. Ich bin froh, nicht zu den 1,5 Mio Reisenden gehört zu haben, die vom Düsseldorfer Flughafen in den Urlaub gestartet sein sollen.

Später (vielleicht) mehr.