Förderschwerpunkt (Post)Kolonialismus der LWL-Kulturstiftung 2024

Antragsfrist endet am 28. Februar 2023

Die Antragsfrist für regionale Kulturprojekte, die sich mit dem Thema (Post)Kolonialismus beschäftigen und 2024 realisiert werden sollen, endet am 28. Februar 2023. Das Kuratorium der Stiftung entscheidet über alle eingegangenen Anträge Ende Mai. (Bild: LWL-Kulturstiftung)

Münster. (Pressemitteilung LWL) Die LWL-Kulturstiftung lenkt mit ihrem Förderschwerpunkt (Post)Kolonialismus den Blick auf die koloniale Vergangenheit Westfalen-Lippes und ihre Spuren in Alltag und Kultur. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fördert die Stiftung 2024 Projekte dazu in einem Themenjahr. Kultureinrichtungen, Vereine und bürgerschaftliche Organisationen aus Westfalen-Lippe, die sich mit (post)kolonialen Perspektiven beschäftigen, sind eingeladen, sich mit ihren Vorhaben an dem Themenjahr zu beteiligen. Die Antragsfrist für regionale Kulturprojekte, die sich mit dem Thema (Post)Kolonialismus beschäftigen und 2024 realisiert werden sollen, endet am 28. Februar 2023. Das Kuratorium der Stiftung entscheidet über alle eingegangenen Anträge Ende Mai.

Förderschwerpunkt (Post)Kolonialismus
Debatten um Kolonialkunst in deutschen Museumssammlungen, die „Black Lives Matter“-Bewegung oder Diskussionen zu Straßennamen, die an Kolonialakteur:innen erinnern, verweisen darauf, wie koloniale Denkmuster, Bilder und Strukturen in der Gesellschaft verankert sind. Wie sich (post)koloniale Spuren auch abseits der großen Metropolen wie Berlin oder Hamburg niederschlagen und wie kulturelle Angebote zu einem kritischen Umgang damit anregen, will die LWL-Kulturstiftung in Projekten vorstellen und diskutieren. Für den Förderschwerpunkt wird die LWL-Kulturstiftung durch einen elfköpfigen wissenschaftlichen Beirat unterstützt, der mit breiter fachlicher Expertise die Projekte bewertet und einschätzt.

Beratung und Antragstellung
Die LWL-Kulturstiftung hat für ihren Förderschwerpunkt ein Leitbild entworfen, das u.a. zu einem multiperspektivischen, rassismus- und machtkritischen, sowie diskriminierungssensiblen Vorgehen ermutigt. Ergänzend dazu ist eine Beratung vor der Antragstellung im Rahmen des Förderschwerpunktes für alle Antragssteller:innen verpflichtend. Durch die frühzeitige Einbindung der Stiftungsmitarbeiter:innen in die Weiterentwicklung einer Projektidee erhalten Interessierte die Möglichkeit, ihre Vorhaben auch auf aktuelle Diskussionen abzustimmen und sich mit dem Leitbild vertraut zu machen. Außerdem können so bereits im Vorfeld beispielsweise notwendige Profilschärfungen, inhaltliche Schwerpunktsetzungen oder Kooperations- und Finanzierungspartnerschaften in die Antragsentwicklung einbezogen werden.

Kulturprojekte aller Kultursparten
Die LWL-Kulturstiftung ist offen für Projekte aller Kultursparten und unterstützt Vorhaben mit überörtlichem Charakter und westfälisch-lippischem Bezug. Alle regulären Förderkriterien sowie Antragsunterlagen und Informationen zum Förderschwerpunkt (Post)Kolonialismus sind auf der Internetseite der LWL-Kulturstiftung zu finden. Für die Wahrung der Frist (28.2.) gilt das Einsendedatum per E-Mail oder der Poststempel. Ansprechpartnerin für den Förderschwerpunkt und Beratung vor der Antragsstellung ist Milena Täschner (milena.taeschner@lwl-kulturstiftung.de).

Weitere Informationen unter http://www.lwl-kulturstiftung.de

Maria Kahle – Einblicke in Leben und Wirken einer rechtskatholischen Schriftstellerin

Dr. Hans-Günther Bracht hat ein neues Forschungswerk veröffentlicht

Titelbild des neuen Buchs über Maria Kahle

Dr. Hans-Günther Bracht (Brilon) hat soeben eine umfangreiche Forschungsdokumentation über die sauerländische Schriftstellerin und Nationalsozialistin Maria Kahle (1891-1975) veröffentlicht.

(Informationsbrief „edition leutekirche sauerland“, 30.11.2022)

Die nationalistisch-völkische Radikalisierung dieser Autorin vollzog sich schon während des ersten Weltkrieges, als bei einem Aufenthalt in Brasilien 1913-1920 ihre lebenslange Mission für das „Auslandsdeutschtum“ grundgelegt wurde.

Nach der Rückkehr aus Südamerika wirkte die erfolgreiche Vortragsrednerin vor allem als Aktivistin des Jungdeutschen Ordens. In ihrem Lyrikband „Volk, Freiheit, Vaterland“ (1923) betete sie: „Deutscher Gott, Du Gott der Freien, … Eh wir denn zu Knechten werden, … Laß uns lieber untergehen!“ (Sie stand seit seit 1921 in engem Kontakt mit dem früh zur NSDAP gehörenden Priester Lorenz Pieper, über den vor kurzem im WOLL-Verlag das Forschungswerk „Am Anfang war der Hass“ erschienen ist.)

Nach dem Putschversuch der Republikfeinde in München schrieb die Rechtskatholikin mit Blick auf Adolf Hitler: „Einst sollst du stolz uns deine Jünger heißen“. Ab 1933 erfolgte eine problemlose Integration in die NS-Kulturarbeit. Ende 1939 beantragte M. Kahle die Mitgliedschaft in der NSDAP und stellte sich als Aktivistin in den Dienst der Kriegspropaganda. Nach 1945 verhielten sich die Wahl-Sauerländerin und ihre Anhängerschaft jahrzehntelang so, „als wäre nichts geschehen …“

Seit Ende der 1980er Jahre konnte sich Hans-Günther Bracht umfassende Einblicke in Lebensweg und Wirken dieser Autorin verschaffen. Für sein jetzt vorgelegtes Buch hat er auch den seit 2014 zugänglichen Kahle-Nachlass (ULB Münster), einen langjährigen Schriftverkehr mit Ilda Schlegel (Stadtarchiv Olsberg) und die Entnazifizierungsunterlagen (Landesarchiv NRW) gesichtet. Die Erschließung der Originalquellen (u.a. revanchistische Hassverse, Hetze gegen die Demokratie, Antisemitismus, Rassenkult, „Führer“-Verherrlichung) beendet die Geschichte eines unrühmlichen Gedächtnisverlustes.

——————————

Der Autor des neuen Forschungswerkes: Dr. Hans-Günther Bracht, geb. 1946, acht Jahre Volksschule, Abitur am Aufbaugymnasium 1966, verkürzter Wehrdienst, Lehramtsstudium an der Universität Köln Geographie, Zeitgeschichte und Sozialwissenschaft (Politik, Volkswirtschaft, Soziologie) und Diplomstudium an der Sporthochschule Köln, Abschlüsse 1972/74, Referendarszeit in Arnsberg/Neheim-Hüsten, ab 1976 Lehrer am Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen (2001-2013 als Schulleiter: Schwerpunkt Unterrichtsentwicklung und Einführung der 67,5 Minuten-Stunde).Geprägt von den in der NS-Zeit emigrierten und später zurückgekehrten Kölner Professoren König, Newman und Silbermann Entwicklung eines ausgeprägten Interesses an einer demokratisch-liberalen Gesellschaft. Fortbildung an der Universität Paderborn (Prof. Wolfgang Keim) zur Reformpädagogik und zur Erziehung im Nationalsozialismus. Promotion 1998 in historischer Pädagogik mit der Dissertation „Das höhere Schulwesen im Spannungsfeld von Demokratie und Nationalsozialismus. Ein Beitrag zur Kontinuitätsdebatte am Beispiel der preußischen Aufbauschule „. Mitherausgeber der Alternativ-Zeitung „das blatt für Brilon und Umgebung“ von 1985-1996. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Briloner und Rüthener Lokalgeschichte zwischen 1918 und 1950, seit 1991 regelmäßig auch Aufsätze zur Sauerländer Schriftstellerin Maria Kahle. Einige weitere Veröffentlichungen zu taktischen Fragen des Basketballspiels und zur Unterrichtsentwicklung.

Die Buch-Neuerscheinung:

Hans-Günther Bracht
Maria Kahle – Einblicke in Leben und Wirken einer rechtskatholischen Schriftstellerin
Eine dokumentarische Darstellung entlang der Originalquellen.
(= edition leutekirche sauerland, Bd. 25). Norderstedt: BoD 2022. (592 Seiten)

Auch überall vor Ort im Buchhandel bestellbar.

Hardcover-Ausgabe (fester Einband) – 592 Seiten
ISBN: 978-3-7568-8755-2 (Ladenpreis: 33 Euro)
Leseprobe und portofreie Direktbestellung beim Verlag:
https://www.bod.de/buchshop/maria-kahle-einblicke-in-leben-und-wirken-einer-rechtskatholischen-schriftstellerin-hans-guenther-bracht-9783756887552

Softcover-Ausgabe (Taschenbuch) – 592 Seiten
ISBN: 978-3-7568-8981-5 (Ladenpreis: 23 Euro)
https://www.bod.de/buchshop/maria-kahle-einblicke-in-leben-und-wirken-einer-rechtskatholischen-schriftstellerin-hans-guenther-bracht-9783756889815

Umleitung: Ausnahmsweise Religion, Antisemitische Anschläge, Querdenkerbesuche, Bußgeld für Meta, Klage gegen Twitter, die letzten Überlebenden, Straßenbahn in Hagen und die Walking Dead.

Bäume rechts und links. In der Mitte ein Fußweg, der auf eine Kirche zuzustreben scheint.
Vor elf Tagen schien die Sonne in der Ruhraue bei Bigge. Den heutigen Tag vergessen wir mal. (foto: zoom)

Aus der Benediktinerabtei in Meschede: Impuls am Dienstag der Ersten Adventswoche (29.11.2022) … koenigsmuenster

NRW: Antisemitische Anschläge in Essen und Bochum … endstationrechts

Hausbesuch? Ein wie ich finde unfassbarer Vorgang, der nicht unkommentiert bleiben darf: Für Montag, den 28. November, haben Dortmunder Querdenker, namentlich der sogenannte „Demokratischer Widerstand Dortmund“, eine Demonstration angemeldet. So weit, so normal. Wäre da nicht der Umstand, dass diese, so mein Verständnis der mir bekannten Straßennamen, direkt an meinem Wohnhaus vorbeiführt … gedankensplitter

Die letzten Überlebenden: Ausstellung erinnert an die nationalsozialistische Vernichtung – Konzert von „Bejarano und Microphone Mafia“ im Keuninghaus … nordstadtblogger

Klage gegen Twitter & DGB-Debatte: Wann sind Medienunternehmen gut genug? … scilogs

Meta kassiert dritthöchstes DSGVO-Bußgeld: Weil es die Telefonnummern und E-Mailadressen von Nutzer:innen unzureichend geschützt hat, soll Meta 265 Millionen Euro Strafe zahlen … netzpolitik

ÖPNV in Hagen: Gutachten empfiehlt Straßenbahn … doppelwacholder

The Walking Dead: das Ende einer Ära (ohne Spoiler) … unkreativ

Pausenbild: Dämmerung in Olsberg und ein Hinweis

Blick vom Generationenspielplatz auf die Turnhalle (foto: zoom)

Zum heutigen Tag kann ich in meinem Webtagebuch lediglich die Abenddämmerung in Olsberg vermelden.

Das Motiv ist vielleicht merkwürdig, aber nach dem Schwimmen im AquaOlsberg blieb mir nichts anderes übrig, keine Blumen, keine Berge, keine romantischen Sonnenuntergänge. Ein Tag wie jeder andere.

Eine Kleinigkeit noch: falls ihr die Dokumentation zum Massaker im Arnsberger Wald gesehen habt, dann schaut euch doch bitte den aktuellen Kommentar von Nadja-Thelen-Khoder an, direkt am Beitrag oder in der Kommentarspalte rechts.

Wenn ihr die Doku nicht gesehen habt, dann ist noch reichlich Gelegenheit, denn der Film steht, vom Zeitpunkt der Ausstrahlung Ende Oktober, ein Jahr in der ARD-Mediathek bereit.

Umleitung: NSU, Ukraine, Mastodon, sterbende Netzwerke, Musk, Fischbiologin, Katar, Folkwang, Voerde, Grünstrom und Holzhackschnitzel

Schloss Biedenkopf mit Burgturm im Abendregen (foto: zoom)

„NSU 2.0“: Fast sechs Jahre Haft für rechten Drohbriefschreiber … endstationrechts

Ukraine: Kein Weg zum Frieden … scilogs

Tröten über Droysen: ein Mastodon-Leitfaden für Historiker:innen … hypotheses

Vögel, Rüsseltiere und sterbende Netzwerke: Irgendwann in den 2010ern starben die Webforen reihenweise. Leise, ohne großen Knall, aber stetig siechten sie vor sich hin. Die Nutzer wanderten ab, meistens in die damals neuen Sozialen Netzwerke oder auch einfach in das „Real Life“ … schmalenstroer

Elon Musk, eine Meeresbiologin und Kinderrechte: Schlechte Nachrichten gibt es genug, zum Beispiel von Twitter. Unser Kolumnist will deswegen einfach mal was Schönes schreiben. Vor 33 Jahren wurde die Kinderrechtskonvention verabschiedet. Eine Meeresbiologin hätte sich mehr mit Fischen beschäftigen sollen und heute ist der Trans Day of Remembrance … netzpolitik

Ehrenamtliche ermöglichen Mahnmal zum WM-Anpfiff: Trauerfeier für tote Arbeiter in Katar … nordstadtblogger

Pläne im Museum Folkwang: Digitale Abenteuer, Ideen für Krisenzeiten … revierpassagen

CDU, FDP, RWE, GREENFIELD: Es ist ja schon amüsant. Vorige Tage habe ich ja schon darüber berichtet, dass die CDU Voerde sich dem Gespräch mit einem Investor in Voerde verweigert … unkreativ

Der Schmu mit dem „Grünstrom“: Mark-E wirbt noch immer mit „100 % Strom aus erneuerbaren Energien“ … doppelwacholder

Gas statt Holzhackschnitzel? Vor einer wichtigen Entscheidung steht demnächst der Landrat des HSK in seiner Funktion als Kommunalaufsicht. Die Stadt Brilon plant die Übertragung ihres Hallenbades und ihres Freibades an die Stadtwerke Brilon …sbl

Am Mittwoch (!) live: Flutung der neuen Emschermündung

Gestern an der alten Emschermündung. Der Weg zur neuen Mündung ist von hier versperrt. Im Hintergrund das stillgelegte Kohlekraftwerk Möllen. (foto: zoom)

Am Dienstag Mittwoch wird mein persönliches „langes 20. Jahrhundert“ zu Ende gehen. Die alte Emschermündung am Stapp wird Geschichte sein, die längst ausgebaggerte neue Mündung etwas weiter flussabwärts wird geflutet.

Als ich gestern das Foto aufgenommen habe, kam ich mit einem älteren Walsumer Ehepaar ins Gespräch: der süßlich scharfe Geruch der alten Emscher, Rollhockey in Walsum, das Ausflugslokal am Stapp, die Rheinauen …

Der Ort hat augenblicklich alte Erinnerungen ausgelöst oder wie es neudeutsch heißt „getriggert“. Und schon purzeln weitere Bruchstücke der Vergangenheit in die Tastatur. Die spontanen Feten in den Rheinwiesen – auf dem Bild rechts der alten Mündung -, die Radtouren nach Orsoy, die Rheinfähre dort und die alte Hubbrücke. Das Walsumer Kohlekraftwerk gab es damals noch nicht, aber die Zeche Walsum existierte noch. Gegen das Kraftwerk Möllen wehrte sich eine Bürgerinitiative. Es wurde trotzdem gebaut und ist heute stillgelegt.

Mein „langes 20. Jahrhundert“ geht zu Ende.

Die Flutung der neuen Emschermündung wird am Dienstag im Internet übertragen. Vielleicht schaffe ich es, zumindest den Anfang zu verfolgen.

Die Emschergenossenschaft schreibt auf iher Website:

Dinslaken/Voerde. Der Umschluss der Emscher-Mündung in Dinslaken/Voerde findet nun am Mittwoch, 9. November, ab 11 Uhr statt.

Die Emschergenossenschaft überträgt die Flutung und Inbetriebnahme live auf ihrem Facebook- und Youtube-Kanal, damit alle Interessierten den Umschluss des Flusses begleiten können. Wer das Ereignis auf diesen Kanälen verfolgen will, kann dies auch ohne ein eigenes Facebook-Konto tun – eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der noch immer vorhandenen Baustellensituation musste die Emschergenossenschaft das Konzept eines größeren Bürgerfestes leider verwerfen – dieses soll jedoch in jedem Fall nachgeholt werden, sobald die Bauarbeiten vollständig fertiggestellt sind! Der Wasserwirtschaftsverband bittet um Verständnis.

Für die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner hatte die Emschergenossenschaft bereits am 27. Oktober eigens eine Bürgerinformationsveranstaltung im Hof Emschermündung durchgeführt, bei der die zurückliegenden Arbeiten genauso wie die bevorstehende Flutung detailliert von der Projektleitung erläutert wurden. Der Einladung waren rund 50 interessierte Menschen gefolgt.

Zu sehen sein wird der Akt des Umschlusses am 9. November auf den Kanälen der Emschergenossenschaft auf Youtube und Facebook: facebook.com/EGLV.de und https://www.youtube.com/user/EGLVde.



Vortrag in Meschede: „Russlands Herrschaftsanspruch auf die Ukraine im Spiegel der Kunst“

Der Kunsthistoriker PD Dr. Walther Lang hält am Mittwoch, dem 09.11.2022, von 19:00 Uhr – 20.30 Uhr in Meschede einen Vortrag zum Thema: „Russlands Herrschaftsanspruch auf die Ukraine im Spiegel der Kunst“. Veranstalter ist die VHS-Hochsauerlandkreis.

In den Programminformationen heißt es:

Das historische Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine war niemals ein gleichberechtigtes. Im Zarenreich wurden die Ukrainer zwar als Brudervolk angesehen, aber immer unter der Bedingung, dass die Kleinrussen, so die traditionelle Bezeichnung für die Ukrainer im Zarenreich, sich dem großen Bruder willig unterordneten. Auch in der Sowjetunion wurde die Ukraine noch oft als ein rein folkloristisches Phänomen wahrgenommen.

Viel zu wenig wissen wir im Westen gemeinhin über diese beiden Länder und die Ursachen ihrer heutigen Feindschaft. Die Geschichte der Ukraine ist zwar eng mit Russland verflochten, doch haben sich die Wege dieser Länder nicht erst seit der Unabhängigkeit 1991 getrennt, sondern bereits vor vielen Jahrhunderten.

Der Befreiungskampf der Ukrainer im 20. Jahrhundert und seine Unterdrückung haben manche Gräben aufgeworfen.

Daher ist ein systematischer Rückblick unverzichtbar sowohl auf die gemeinsame Geschichte der Kiewer Rus, die Christianisierung Russlands von Kiew aus, als auch auf die Trennung der Wege, das Erwachen der ukrainischen Nation im 19. Jahrhundert und die Unabhängigkeitsbewegung bis zum Entstehen einer modernen Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert.

Kursort: Raum 6, Unterrichtszentrum Ruhrstraße 26
Kosten: 13 Euro
Anmeldung:
https://www.vhs-hsk.de/programm/kurs/Russlands+Herrschaftsanspruch+auf+die+Ukraine/nr/222-206100/bereich/details/



Umleitung: S3-Covid-Schulen-Leitlinie als Farce, hinter den Kulissen der AfD, Weltmacht China, Nachrichtenmühle revisited, der Kampf gegen Desinformation und mehr …

Einhorn-Graffito zwischen Echthausen und Wickede (Foto: zoom)

Pandemie und kein Ende: Wenn Evidenzbasiertheit bei Teilen der S3-Covid-Schulen-Leitlinie zur Farce wird … scilogs

Rezension: Investigativ-Journalisten blicken hinter die Kulissen der AfD … endstationrechts

Die Causa Daniel L.: Lange habe ich gezögert. Es war ein Schwanken zwischen Hetze mehr Reichweite geben, auch weil ich nicht alleine betroffen bin. Mir selbst einreden, ich kann es ignorieren, aber das will ich nicht mehr. Ich will diese Geschichte erzählen … gedankensplitter

Geschichte aus erster Hand: Entdecken Sie historische Zeitungen aus den Jahren 1671 bis 1952zeitungsportal

Innenministerin auf Abwegen: Nancy Faeser will die anlasslose Vorratsdatenspeicherung für IP-Adressen. Damit stellt sie sich in die Tradition konservativer Amtsvorgänger – und gegen die Versprechen im Koalitionsvertrag. Ein Kommentar … netzpolitik

Nachrichtenmühle, revisited: Ich habe vor einer Weile über meine neue Art des Nachrichtenkonsums gebloggt und nach ein paar Wochen ist es wohl Zeit das ganze Revue passieren zu lassen. Das Ergebnis ist so einfach wie frustrierend … schmalenstroer

„German-Austrian Digital Media Observatory“ gegründet: Wissenschaftler:innen vereint im Kampf gegen Desinformation – koordiniert in Dortmund … nordstadtblogger

Fall und Aufstieg der Weltmacht China: Einen kostenlosen Online-Vortrag über die Weltmacht China mit Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 3. November, von 19.30 bis 21 Uhr an … doppelwacholder

Geschichte im Ersten: Das Massaker im Arnsberger Wald

Ein US-Soldat zeigt Anfang Mai 1945 dem Warsteiner Bürgermeister Peter Struif die 71 Leichen der im Langenbachtal ermordeten Menschen (Repro Archiv P. Bürger; Aufnahme von U. Hillebrand in den 1980er Jahren bei der US-Army angefordert).

Im März 1945, kurz vor Kriegsende ermordeten Wehrmacht, SS und Zivilisten im Arnsberger Wald grausam und kaltblütig 208 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – darunter drei Kinder.

(Siehe auch die Vorberichterstattung der ARD)

Der Film „Die Massaker im Arnsberger Wald“ von Max Neidlinger und Marco Irrgang dokumentiert und erzählt die Geschichte der Opfer und der Täter. Es geht um Mord, Schuld, Sühne und die Aufdeckung der letzten Geheimnisse eines Verbrechens, das die Region noch heute beschäftigt.

Als die US-Armee ins Sauerland einrückt, findet sie die Leichen von 208 Männern, Frauen und Kindern, die aus Polen und der Sowjetunion stammen. In den 1950er-Jahren kommt es zu mehreren Prozessen am Arnsberger Landgericht gegen sechs der Haupttäter. Sie werden entweder freigesprochen oder kommen mit niedrigen Strafen davon.

Die Erstausstrahlung des Films ist am Montag, den 31.10.22 um 23:35 Uhr in der ARD. Am Dienstag, den 01.11.22 um 03:15 Uhr wird er wiederholt.

Für alle, die nicht so lange aufbleiben wollen oder können: Die Sendung wird nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar sein.

———————

Vor über sieben Jahren haben wir hier im Blog die sehr informative Dokumentation „70 Jahre danach: MASSENMORDE AN ZWANGSARBEITERN IM SAUERLAND VOR KRIEGSENDE“ über die Massaker im Raum Meschede/Warstein (20.-22 März 1945) und die Geschichte des „Mescheder Sühnekreuz“ besprochen. Sie kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Link im Artikel:

https://www.schiebener.net/wordpress/70-jahre-danach-massenmorde-an-zwangsarbeitern-im-sauerland-vor-kriegsende-dokumentation-ueber-die-massaker-im-raum-meschedewarstein-20-22-maerz-1945-und-die-geschichte-des-me/

Umleitung: unterschätztes Hannover, ein antisemitischer Doppelmord, Wut-Winter, Banksy und Dichten um die Wette

Mauergraffiti in Kassel: An Alien is looking at You (foto: zoom)

Portrait der unterschätzten Stadt Hannover: Eigentlich doch ganz okay hier … taz

„Ein antisemitischer Doppelmord“. Erinnerung an den früheren Rechtsterrorismus: Der Berliner Historiker Uffa Jensen legt mit „Ein antisemitischer Doppelmord. Die vergessene Geschichte des Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik“ eine Studie zur Ermordung von Shlomo Lewin und Frida Poeschke durch einen neonazistischen Täter 1980 vor … endstationrechts

Wut-Winter auch in Dortmund? Am heutigen Montag, den 10. Oktober, versammelten sich erneut Menschen aus dem Spektrum Querdenken auf dem Friedensplatz in Dortmund. Nach mehrfachem Umbenennen heißt die Gruppe auf Telegram aktuell „Dortmund für Frieden AKTIV“ und passt sich so dem Trend an, andere Themen neben Corona in ihre Proteste zu etablieren … gedankensplitter

Fachtag „Antisemitismus im Wandel? Zwischen Israelhass und Verschwörungsmythen“ … nordstadtblogger

The Mystery of Banksy – A Genius Mind: Derzeit findet in Mülheim a.d.R., gut versteckt im abgelegenen Technikum, eine Ausstellung statt, die sich dem vermutlich britischen Ausnahmekünstler „Banksy“ widmet … unkreativ

Dichten um die Wette: Hagen ist in diesem Jahr Gastgeber für den NRW-Slam. 36 Wortkünstler kämpfen bei den nordrhein-westfälischen Landesmeisterschaften im Poetry Slam um den Sieg … doppelwacholder