„Sauerländisch-münsterländische Völkerverständigung“
Paul Baumann hat Christine Kochs Mundartgedichte in Münsterländer Platt übertragen

Paul Baumann hat die sauerländische Mundartlyrik Christine Kochs ins Münsterländer Platt übersetzt (bild: sauerlandmundart)

Die sauerländische Mundartklassikerin Christine Koch (1869-1951) wurde zur Zeit der Weimarer Republik vom berühmten Münsterländer Augustin Wibbelt als Dichterin sehr geschätzt. Jetzt gibt es seit kurzem eine repräsentative Auswahl ihrer Gedichte für münsterländische Leserinnen und Leser in Buchform.

(Eine Pressemitteilung von Peter Bürger)

Über diese Fassungen können Christine Kochs Gedichte auch in anderen niederdeutschen Sprachlandschaften viel leichter vermittelt werden. Denn die Mundart des Sauerlandes wirkt aufgrund der zahlreichen Doppelselbstlaute und anderer Eigentümlichkeiten auf viele Liebhaber des Plattdeutschen zunächst fremd.

Die Übertragungen in das sogenannte „Klaiplatt“ des Kernmünsterlandes stammen von Paul Baumann aus Greven. Er hat seit 2008 schon sechszehn Werke mit Mundarttexten herausgegeben, u.a. eigene plattdeutsche Übersetzungen der Psalmen und des Neuen Testaments.

Am 14. Oktober 2017 nahm der pensionierten Handwerksmeister an einem Tagesausflug der Augustin Wibbelt-Gesellschaft ins Sauerland teil und zeigte beim Vortrag am Dichter-Pavillon in Schmallenberg-Bracht ein ausgeprägtes Interesse am Werk Christine Kochs. In der Folgezeit begann er, Gedichte der sauerländischen Mundartlyrikerin in seine münsterländische Mundart zu übertragen.

Die Ergebnisse dieses Unternehmens hat P. Baumann jetzt in Kooperation mit dem Christine-Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe (www.sauerlandmundart.de) als preiswertes Taschenbuch veröffentlicht. Der Band enthält farbige Illustrationen und ein ausführliches Wörterverzeichnis. Dank dieses Unternehmens können Münsterländer und Sauerländer die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer landschaftsbezogenen Mundarten sehr anschaulich erkunden.

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Das Buch
Christine Koch: Ausgewählte Gedichte, übersetzt in Münsterländer Mundart – von Paul Baumann.
(132 Seiten; Paperback; 8,00 Euro; ISBN-13: 9783752879780)

Überall im Buchhandel zu bestellen oder direkt hier (auch Buchbeschreibung & Vorschau):
https://www.bod.de/buchshop/ausgewaehlte-gedichte-uebersetzt-in-muensterlaender-mundart-christine-koch-9783752879780

Umschlag KOCH-Gedichte BAUMANN (bild: sauerlandmundart)

Die sauerländischen Originalfassungen nebst hochdeutschen Übersetzungen enthält der folgende Nyland-Band:

Christine Koch Lesebuch. Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Peter Bürger. (= Nylands Kleine Westfälische Bibliothek, hg. im Auftrag der Nyland-Stiftung Köln, von Walter Gödden Bd. 65). Bielefeld: Aisthesis Verlag 2017. (ISBN 978-3-8498-1239-3)

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Über den Münsterländer Paul Baumann und seine plattdeutsche Kulturarbeit

Paul Baumann, Mitglied der Augustin Wibbelt-Gesellschaft und Herausgeber zahlreicher Bücher in münsterländischer Mundart, wurde am 18. März 1944 in Greven geboren und besuchte dort 1950-1958 die Volksschule. Eine dreijährige Lehrzeit am Ort bei der Firma Albert Schweifel schloss P. Baumann 1961 mit der Gesellenprüfung zum Elektromonteur ab. Bis 2009 war er als Elektriker, Monteur und Handwerks­meister im In- und Ausland tätig. (1961-1964: Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost; 1964-1967: Elektromonteur in Baden Baden; 1967-1968: Grundausbildung und Tätigkeit als Fernsprechmechaniker bei der Bundeswehr; 1969-1976: Betriebselektriker bei einer Firma in Südafrika; 1976-1980: Handwerker bei einer Firma in Münster-Wolbeck; 1980-1984: Auslandsmonteur eines Düsseldorfer Industriebetriebs; 1984-1985: Ausbildung zum Elektroinstallateur-Meister in Oldenburg und anschließend erneute Anstellung in Münster-Wolbeck; 1988-2009: tätig im Außendienst für eine Maschinenfabrik.)

In den 1970er Jahren entwickelte sich bei ihm ein zunehmend stärkeres Interesse an der plattdeutschen Sprache. Aus kontinuierlichen Ankäufen von Büchern entstand eine beachtliche private Mundartbibliothek. Eigene plattdeutsche Texte erscheinen u.a. im Jahrbuch „Unser Kreis Steinfurt“.

Der pensionierte Handwerksmeister als „Büchermacher“

Seit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben verwirklicht Paul Baumann Buchprojekte mit regionalen Sprachzeugnissen (die meisten Veröffentlichungen bislang unter dem Pseudonym Gerhard Schütte).

Zur „Plattdeutschen Bibliographie“ der von ihm herausgegebenen Werke gehören folgende Titel (detaillierte Nachweise im Internet: www.niederdeutsche-literatur.de): Vetällsels und Riemsels uut Olt Graiwen (2008); 1000 Jaore Plattdüütsk (2008, neu 2013); Ne Muul vull Platt (2009, neu 2015); Rund üm dän Martinikiärktaon (2009); Twiärs düör’n Gaorn (2010); Mönsterlänsk Sammelsurium (2011); Schnur­rige Geschichten in plattdeutschen Gedichten (4. Ausgabe, 2013); Geschichten un Gedichte in Mönsterlannsk Platt (2. Auflage, 2013); Plattdeutsches Liederbuch (2013); Plattdütske Rieme (2014); Plattdeutsche Kriegsgedichte aus Westfalen 1914-1918 (2016); Een bunten Blomenstruuk (2017).

Neben diesen Neu-Editionen und Sammlungen sind aus der Bücherwerkstatt von Paul Baumann auch folgende Übertragungen in die münsterländische Mundart hervorgegangen: De Psalmen (2010); Dat Nie Testament, üöwersett’t in mönsterlänsk Platt (2015); Till Ulenspaigel – 50 Vetälsels up Mönsterlänsk Platt (2011); Mönkhusen (2016). – Im Sommer 2018 ist von ihm ein Band zur bedeutendsten Mundartdichterin des Sauerlandes erschienen (Christine Koch: Ausgewählte Gedichte, übersetzt in Münsterländer Mundart – von Paul Baumann. ISBN-13: 9783752879780).

Die eigene Sprachbiographie

Zur eigenen Sprachbiographie teilt Paul Baumann im Interview mit: „Unsere Eltern sprachen [untereinander] grundsätzlich nur Platt. Meine Mutter wurde 1901 in Nordwalde geboren, unweit Greven. Die Familie zog kurz darauf nach Greven, da der Großvater eine Arbeit in den Fabriken bekam. Mein Vater wurde zwar in Gelsenkirchen geboren, kam aber als junger Knecht zu den hiesigen Bauern und lernte dort das Platt. […] Es lässt sich denken, dass die Bauern im Regelfalle nicht Hochdeutsch sprechen konnten und auch nicht wollten. So verhielt es sich auch in meiner Familie. Den Generationen, so darf ich es ruhig behaupten, stand der Mund nicht zum Hochdeutschen. – An meinen Vater habe ich nicht mehr die meisten Erinnerungen, […] glaube [aber] zu wissen, dass man meinem Vater nicht die Position einräumte, die er hätte haben sollen. Da war noch der Großvater mutterseits im Hause. Diese Generation hatte in dieser Zeit noch immer das Heft in der Hand. Das Wenige, was mein Vater mit uns gesprochen hat, war nach meiner Erinnerung mehr in Hochdeutsch. […] Die Gespräche innerhalb der Familie, Verwandtschaft liefen natürlich nur in Platt ab. Die Leute waren ja alle um die Jahrhundertwende geboren. […] Die Kinder mussten für sich bleiben und hatten nichts zu suchen bei den Gesprächen der Alten. – Greven hatte ja eine ganze Reihe von Textilfabriken und war ein sehr aufstrebender Ort […]. Meine Mutter arbeitete ebenfalls in einer der Fabriken. Von ihr weiß ich, dass die Besitzer, wie auch die Chefs, alle mit den Untergebenen Platt sprachen. Das schaffte Verbindung. Hochdeutsch war ja in den Bauerschaften noch lange Fremdsprache, und viele Kinder mussten in den Schulen erst mühsam Hochdeutsch lernen.

[P.B.: Sprachen in eurer Familie die Kinder ihrerseits mit den Eltern im Alltag Platt: als übliche, vorrangige Sprache?] Nein, wir Kinder sprachen mit den Eltern kein Platt. Meine Mutter dagegen sprach mit uns nur die Muttersprache. Meine ältere Schwester regte sich wohl manchmal auf und sagte zu meiner Mutter, sie solle doch hochdeutsch sprechen. Da kam sie aber an die verkehrte Stelle. Meine Mutter sagte dann: ‚Wenn du’t nich vüörstaohn kanns, dann gaoh der vüör liggen.‘ – Man betrachte: ‚vüörstaohn‘ und ‚vüör liggen‘. – Aber dann war das Gespräch meistens beendet. [P.B.: War das münsterländische Platt am Ort zu deiner Kinder-/Jugendzeit noch die vorherrschende Sprechsprache – also auch auf der Straße, auf dem Kirchplatz, auf dem Schulhof usw.?] Die Kinder sprachen, soweit mir bekannt ist, in den 1950er Jahren wohl nicht mehr Platt mit den Eltern. Das konnte in den Bauerschaften wohl noch eine Weile angehalten habe. Aber im Dorf Greven selbst war das wohl nicht der Fall. […] Aber die älteren Generationen, die einheimischen Bewohner, sprachen in den 1950er, 1960er Jahren und bis in die 1970er Jahre noch sehr viel Platt. – Nein, die vorherrschende Sprache war Hochdeutsch. Ich könnte mich auch nicht daran erinnern, dass die Kinder noch bei irgendeiner Gelegenheit Platt gesprochen haben. Die Sprache war ja in den Elternhäusern durchweg verpönt, und die Kinder sollten es auch nicht lernen, selbst wenn die Eltern noch Platt untereinander sprachen. Man betrachtete die Sprache als Hindernis […] auf dem Wege zu einer [‚höheren‘] Bildung.“

Paul Baumanns frühe Lebensjahre fallen also bereits in eine Zeit des Sprechsprachen-Wechsels am Geburtsort. Ein solcher sprachbiographischer Hintergrund ist nicht untypisch für Männer und Frauen in Westfalen, die sich in den letzten Jahrzehnten für ein plattdeutsches Kulturgedächtnis engagiert haben.

(Text: Peter Bürger)

Ich wollte zum zehnten Blog-Geburtstag Schmetterlinge und bekam eine Lehrstunde in Geschichte

Einstieg in den Schmetterlingspfad bei Willebadessen (foto: zoom)

Das Blog ist am 5. August 2008 „auf Sendung gegangen“. Am zehnten Geburtstag wollte ich einfach irgendwohin, wo ich noch nicht war. Mein Finger senkte sich auf der Landkarte über Willebadessen: Schmetterlingspfad.

Ein Kollege hatte mir den Ort empfohlen.

Makroobjektiv auf die Spiegelreflex geschraubt, Kompaktkamera in die Hosentasche gesteckt und neunzig lange Autominuten in den Osten des Regierungsbezirks Detmold gejückelt.

Google Maps hat mich exakt auf den Parkplatz vor dem Schmetterlingsschild dirigiert. Die Lieblingsblüten der Schmetterlinge waren verblüht. Hier und da flatterte ein Bläuling und ab und zu auch ein Weißling unruhig aus dem Bildfeld heraus. So sind sie. Gerade, wenn du sie scharf im Fokus hast, wenn die VR (Vibration Reduction) nicht mehr pumpt, sind sie weg.

Einen Vertreter habe ich halbwegs akzeptabel erwischt, auch wenn der hintere Flügel schärfer abgebildet ist als der vordere. Was soll’s. Im nächsten Jahr komme ich wieder, besser im Juni.

Ich nenne ihn Bläuling, solange bis ich im Bestimmungsbuch für Schmetterlinge nachgeschaut habe. (foto: zoom)

Nachdem ich lange auf der Hochfläche zwischen Windrädern und Scheunen umher geirrt war, einen Bauern mit Heuballen zwei Mal getroffen und zwei Mal gegrüßt hatte, wollte ich frustriert zurück zum Parkplatz. War’s das schon mit dem Schmetterlingspfad?

Zehn Jahre Blog und gerade mal ein Bläuling. Ein älteres Ehepaar kam mir entgegen. Ja, im Grunde wäre es das, aber man könne noch eine Runde gehen. Wieder ein Stück zurück und dann …

… am jüdischen Friedhof vorbei zurück zum Parkplatz.

Der jüdische Friedhof in Willebadessen (foto: zoom)

Das Ehepaar war eine wandelnde Geschichtsquelle, und nicht nur das. Sie haben, so erzählten sie mir, mit dafür gesorgt, dass der Friedhof heute so gepflegt aussieht, wie ich ihn vorgefunden und gesehen habe.

Julius Stern: Ein Grabstein. Ein Name, eine Geschichte (foto: zoom)

Eine spannende Erzählung, die mit einem unter Büschen verborgenen Grabstein begann und viele Nebengeschichten hervorgebracht hat. Die Familiengeschichte des Mannes. Seine eigene Betroffenheit. Seine Motivation sich als nach Willebadessen Zugezogener zu engagieren. Seine Verbindungen. Seine Quellen.

Als wir den Parkplatz erreichten, unterhielten wir uns schon über „Gott und die Welt“. Mir schwirrte der Kopf. Wir haben unsere Email-Adressen ausgetauscht.

Ich bin ziemlich sicher, dass dieser Blogeintrag der Beginn einer wunderbaren neuen Entdeckung ist und den vagen Andeutungen (s.o.) demnächst Fakten und Narrative folgen werden.

Eine solche Informationstafel fehlt beispielsweise an den jüdischen Friedhöfen in Winterberg und Olsberg. Vorbild Willebadessen. (foto: zoom)

Der Besuch in Willebadessen war ein schönes Geburtstagsgeschenk. Das Blog dankt.

In Memoriam George Duke: *12.01.1946 · †05.08.2013

George Duke war ein US-amerikanischer Musiker (Keyboarder, Sänger, Arrangeur, Komponist) und Produzent.

George Duke war seit 1967 mit diversen Jazz-Größen unterwegs (Al Jarreau, Sonny Rollins, Dexter Gordon, Bobby Hutcherson). 1970 wurde Duke Mitglied von Zappas „Mothers of Invention“. 1971 und 1972 holte ihn Cannonball Adderley in sein Quintett. Ab 1973 spielte er bis 1975 wieder bei Frank Zappa.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=3AJb32GLaKs

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Frank Zappa wird gute Gründe gehabt haben um mit dem außergewöhnlichen Musiker 13 Alben einzuspielen. Dazu gehören die Zappa-„Klassiker“ Over-Nite Sensation, Apostrophe (‚), Roxy & Elsewhere, One Size Fits All, Bongo Fury.

Nach der Zappa-Zeit war George Duke solistisch und als Mitglied von kurzlebigen Fusion-Projekten am Start.

» Einer der größten Keyboarder des Jazz ist tot – welt.de, 07.08.2013

Ich bin heute zum AstenKick geradelt: „Lohnen sich die 32 bzw. 39 Euro?“

Kleine Rast im Wald an den sogenannten Marktplätzen. Schatten bei über 30°C. (foto: zoom)

Heute war ein weiterer brütend heißer Tag und so habe ich mir nur eine Mini-Radtour mit dem MTB durch den Wald nach Altastenberg zugetraut. Dort sollte der „AstenKick“ eröffnet worden sein, eine Seilbahn, in die man eingehängt wird und mit 70 km/h ins Tal hinunter saust.

Ich bin wirklich kein Hitzemensch, aber noch ein Tag bewegungslos in der halbwegs kühlen Bude hätte ich nicht ausgehalten. Der Hypermotoriker in mir lässt sich auf Dauer nicht mit sturen Bahnen im wunderschönen, soviel muss gesagt werden, Siedlinghäuser Freibad ruhig stellen.

Nach 1000 Schwimm-Metern habe ich das MTB aus dem Keller gezerrt. Die Luft war vorne und hinten raus, solange hatte es schon da unten gestanden.

Irgendwie ein Fehlkauf: Der Lenker ist nervös und zieht nach links, kein ruhiger Geradeauslauf. Der Abstand Sattel-Lenker passt ebenfalls nicht. Ich werde doch noch mal nach Niedersfeld radeln und in der Bike-Praxis nach einer Lösung fragen. Auf einem Mountainbike musst du dich 100% sicher fühlen. Warum habe ich das alles nicht beim Kauf bemerkt? Das ist das große Rätsel der Verkäufer-Käufer-Psychologie.

Nachdem ich mir den Frust von der Seele geschrieben habe, bin ich ziemlich vermatscht in Altastenberg angekommen. Man muss dort noch ein Stück Richtung Nordenau fahren, bevor der AstenKick auf der linken Seite erscheint.

Obwohl in unseren Medien (Westfalenpost, Sauerlandkurier, Faceebook-Accounts) groß berichtet worden war, hielt sich der Ansturm, während meiner Anwesenheit in Grenzen.

Zwei Paare rauschten ins Tal hinab, wobei „Paare“ nicht sexuell gemeint ist. Es gibt zwei Kabel in die zwei Leute eingeklinkt werden und 3, 2, 1, und  los geht es.

Da werden sie eingeklinkt und 3, 2, 1 … (foto: zoom)

Wenn es etwas kühler wird, werde ich noch einmal zum AstenKick hinauf radeln und alle Fragen fragen, die ich jetzt noch habe. Die wichtigste wird sein: „Lohnen sich die 32 bzw. 39 Euro?“

Aber jetzt rauschen die beiden erst einmal 1000 Meter in die Schneise hinunter.

Jetzt rauschen sie in die Schneise hinunter. (foto: zoom)

August 1973: Can veröffentlicht „Future Days“-LP

Vor wenigen Minuten von Besuch bei Freunden zurück. Anlass: nur „mal so quatschen“ an einem lauschigen Sommerabend.

Gastgeber Ulla und Jens sind hobbytechnisch Inhaber einer nicht kleinen LP-Sammlung der sog. „Krautrock-Mucke“. Im Laufe des Abends wurde zwecks Hintergrundbeschallung „Future Days“ (Seite 2 – „Bel Air“) von Can aufgelegt.

Jens beiläufig augenzwinkernd nach LP-Wechsel:

Übrigens, hinten auf dem Cover von Future Days steht August 1973.

Jau, Jens und Musik-Wiki liegen richtig.

Gerade daheim „Future Days“ aus Vinyl-Regal befreit, in Rotation versetzt und noch 2 Krom aufgemacht … 🙂

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=wQxMB4Wk_y8

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Ach so, wir stören mit unserer Terrassenmusik garantiert nicht die Nachbarschaft. Drei Gärten weiter läuft ne „Leitkultur-Fete“ … – der DJ spielt Ballermann-Mucke, Helene Fischer Scheiß etc. bis zum geht nicht mehr.
Vermutlich werden von teilnehmenden Personen tausende Selfies gemacht und umgehend online gestellt. So isse halt, die Leitkultur.

Umleitung: Joie de Vivre und mehr, vom G20-Akkreditierungsskandal bis zur Emschermündung …

Das Tor zur Lebenslust am Strand von Le Touquet (foto: zoom)

Ich werde jetzt wirklich Französisch lernen. Natürlich kann ich es schon, zumindest habe ich meinen Französisch-Schein für’s Studium der Geschichte gemacht, Übersetzung eines Fachtextes mit Hilfe des Lexikons.

Ich habe schon gefühlt 99 Anläufe gemacht, diese Sprache perfekt zu beherrschen, aber jetzt wird es ernst; ein Jahr durchhalten (Erfahrungswert für alles), dann steht mir der Westen offen. J’aimerais apprendre le français. Aus Gründen.

G20-Akkreditierungsskandal: Sicherheitsbehörden ein Stück weit außer Kontrolle … welchering

Trump lügt unverfroren: Wie Putins Filialleiter … postvonhorn

Gefängnisstrafe für Holocaust-Leugnerin höchstrichterlich bestätigt: Die inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel muss im Gefängnis verbleiben. Das Bundesverfassungsgericht hat ihre Verfassungsbeschwerde zurückgewiesen … bnr

Wissenschaft: Peer Review als Qualitätssicherung … scilogs

… che altri designò quali semplici favole: Der Legende nach soll Dante Alighieri von diesem Weg und Ort zur Gestaltung des Beginns seiner Göttlichen Komödie inspiriert worden sein … paralimpomena

Die_Reklame: Ein neues Projekt „ist @die_reklame. Hier sammeln Charlotte,
Moritz und ich Anzeigen aus alten Zeitungsdigitalisaten.“ … schmalenstroer

Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXV): Der Kundenservice … zynaesthesie

Unregulierte soziale Netzwerke zerstören Demokratie: Ein Ausschuss des britischen Parlaments geht mit Facebook, Google & Co. hart ins Gericht. In einem umfangreichen Bericht fordern die Abgeordneten konkrete Maßnahmen, um das giftige Ökosystem aus Online-Werbung, Wahlbeeinflussung und Datenmissbrauch in den Griff zu bekommen … netzpolitik

Neuer: Der Torwart und Shampoo-Millionär hat in der Özil-Nationalstolz-Debatte gerade noch gefehlt, meint Leo Fischer … nd

„Kunst & Kohle” in den Ruhrkunstmuseen: Das bequeme Konzept der kleinen Portionen … revierpassagen

Emschermündung, Mondfinsternis, Minerva Tritonia, Rückblick: Nahe Dinslaken im Westen fliesst der Rhein. Dort mündet die Emscher nach gut 80 km, denn die Quelle liegt bei Holzwickede, in den grossen Fluss. Ab dem Jahr 2014 begann der Neubau der Emschermündung, verlagert etwas Richtung Norden mit einem naturnahen Mündungsbereich. Federführend für den Umbau ist die Emscher-Genossenschaft (EGLV). Später entsteht an der Emschermündung eine natürliche Auenlandschaft und zeitgleich ein neuer Ausflugs- und Erholungsraum … andreashaab

Bezahlen mit dem Handy: Mobiles Bezahlen der Sparkasse … unkreativ

Hagen: Die SPD-Parteibuch-Affäre von Wehringhausen … doppelwacholder

SPD: Schwimm- und Freibäder stärker unterstützen! Was helfen die schönsten Pressemitteilungen, wenn sie nicht mit „vor Ort“ verbunden sind?

Von der Stadt Winterberg an einen privaten Bäderverein abgestoßen: Das Freibad in Siedlinghausen. (archivfoto: zoom)
Das Schwimmbadsterben gibt es nicht erst seit gestern. Seit langem besitzt beispielsweise Winterberg kein städtisches Freibad mehr.

Zwei wunderbare 50-Meter Freibäder in meiner Heimat am Niederrhein sind perdu. In meiner zweiten Heimat Hamburg werden Bäder wie das Freibad in Ohlsdorf zurückgebaut.

Ja, ja – Schwimmbäder kosten Geld und sind nicht profitabel. Unter dem Gesichtspunkt der Gewinnorientierung und Belastung der Gemeindekassen könnte man also deutschlandweit alle Bäder schließen, ebenso wie die Schulen – die kosten ja auch nur. Achtung Ironie!

Gestern habe ich eine Pressemitteilung (PM) unseres SPD Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese erhalten, die ich nicht einfach unkommentiert veröffentlichen kann.

Die PM:

„Die Kommunen fordern verstärkte Hilfen des Bundes zum Erhalt und Sanierung kommunaler Schwimmbäder. Dirk Wiese betont: Die SPD-Fraktion setzt sich für Hilfen ein, es gibt aber auch bereits Programme.

„Schwimmbäder sind zweifellos ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Hier lernen Kinder und Jugendliche schwimmen, treffen Menschen aus der eigenen Kommune und sind für Familien unverzichtbar. Deshalb ist es wichtig, diese Infrastruktur zu erhalten. Dafür sind vor allem Länder und Kommunen zuständig,“ so Dirk Wiese, Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis.

Angesichts des erheblichen Investitionsstaus ist dennoch der Ruf der Kommunen verständlich, dass auch Länder und der Bund helfen sollen. In den unmittelbar nach der Sommerpause beginnenden Beratungen des Haushaltes 2019 wird diese Forderung sicher eine Rolle spielen.

Dirk Wiese kündigt an: „Die SPD wird sich – auch wenn es Widerstand der Union geben sollte – für ein langjähriges Programm einsetzen, welches nicht nur einzelne Projekte mit wenigen Mitteln unterstützt, sondern flächendeckend in ganz Deutschland greift. Hierbei werden besonders hochverschuldete Kommunen in den Blick genommen, die nicht mehr in der finanziellen Lage sind die Bäder zu modernisieren und sanieren.“

Allerdings stellt der Bund bereits heute Fördermittel bereit. Mit dem Haushalt 2018 wird das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erneut mit 100 Millionen Euro ausgestattet.

Im „Investitionspakt  soziale Integration im Quartier“ werden Schwimmbäder ausdrücklich in die Aufzählung der zu fördernden Maßnahmen aufgenommen. Der Investitionspakt wird von 2017 bis 2020 mit jährlich 200 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen umgesetzt.“

Meine Fragen:

Es wäre für mich hier vor Ort interessant, zu erfahren, wie diese Hilfen/Investitionspaket oder was auch immer sich auswirken/auswirkt.

„Allerdings stellt der Bund bereits heute Fördermittel bereit“. Kommt davon irgendetwas im Hochsauerland an? Wenn ja, wo; und wenn nein, aus welchen Gründen nicht?

Wo bleiben die 100 Millionen Euro, von denen Dirk Wiese spricht? Wie werden die 200 Millionen Euro 2017 bis 2020 eingesetzt?

Mir ist das alles zu unkonkret.

Im Hennesee ist ein Jugendlicher ertrunken. Eine Badeaufsicht gibt es, so wie ich es verstanden habe, nur ehrenamtlich am Wochenende. Der See wird an der Autobahn mit großen Schilder, als Vorzeigeobjekt der Stadt Meschede beworben.

Ein Schild „Baden auf eigene Gefahr“ ist billiger als eine professionelle Aufsicht. Deutschland – Entwicklungsland?

03.08.1973: Stevie Wonder veröffentlicht „Innervisions“-LP

Innervisions ist das 16. Studioalbum des US-amerikanischen Soul-Musikers Stevie Wonder. Es wurde am 3. August 1973 auf dem Detroiter Plattenlabel Tamla-Motown veröffentlicht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=q8dK0iEzi1M&list=PL-UWPlRIl68r3pgPFEtpMQ3T4aF7xq8Hb

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Das Album wurde schnell ein großer kommerzieller Erfolg, so toppte es die „Black-Album“-Charts des Billboard-Magazins.

Bei den Popalben erreichte es immerhin Platz 4. In Großbritannien erreichte es im September des Jahres mit Platz 8 seinen Höhepunkt. 1974 wurde Innervisions in den Kategorien „Album of the Year“ und „Best Engineered Non-Classical Recording“ mit einem Grammy ausgezeichnet.

Heute gilt Innervisions als Klassiker der populären Musik und neben Songs in the Key of Life als Wonders bestes Werk.

» Stevie Wonder’s ‘Innervisions’ Turns 45 | An Anniversary Retrospective
albumism.com, 01.08.2018 · Terry Nelson

Hochsauerland: SBL/FW beantragt Bericht über Nitratbelastung und Gülletransporte

Trügerisch? Landidyll zwischen Walbecke und Bödefeld. (fotoarchiv: zoom)

Hochsauerlandkreis …
… überschüssige Gülle?

Immer häufiger erreichen uns Meldungen über Gülle-Transporte im und ins Sauerland. Sogenannte „Güllebörsen“ würden den Handel professionell organisieren.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienenen.)

Angeblich wird überschüssige Gülle z.B. aus Niedersachsen bis ins Sauerland gebracht. Gülle-Fracht soll sogar aus den Niederlanden in unser Kreisgebiet gelangen. Es gibt Berichte, wonach Tanklastzüge aus Ostwestfalen und dem Münsterland „Gülle-Bunker“ zwischen den Windrädern auf dem Gut Almerfeld bei Brilon anfahren.

Die Folge eines Übermaßes an Gülle ist ein Übermaß an Nitrat. Was ein zu hoher Nitrat-Gehalt für Böden, Gewässer, Umwelt und Gesundheit bedeutet ist allgemein bekannt.

Bundestagsabgeordneter Wiese: „Gülletourismus Einhalt gebieten!“

MdB Dirk Wiese hat das Thema jüngst aufgegriffen und sich öffentlich dazu positioniert. Er äußerte: „Die Folgen der Überdüngung in den genannten Regionen merken wir auch bei uns vor im Sauerland. Mehr und mehr Gülletransporte erreichen auch unsere Region, was auch mittelbar negative Folgen bei uns haben wird. Diesem Gülletourismus muss Einhalt geboten werden.

Klick:
https://hsk-spd.de/wiese-nitratbelastung-ernst-nehmen/

Kreis Viersen …
… will Überdüngung nicht länger tolerieren …

Der Kreis Viersen hat ebenfalls ein erhebliches Problem mit Überdüngung durch Gülle. Der dortige Landrat wollte nicht weiter untätig bleiben. Er will jetzt Maßnahmen gegen zu hohe Gülle-Einträge ergreifen. Weil der Kreis aber keine eigenen Zuständigkeiten im Bereich der Kontrolle des Einsatzes von Gülle in der Landwirtschaft – abgesehen von Wasserschutzgebieten – hat (das ist Sache der Landwirtschaftskammer), will der Kreis Viersen prüfen, ob er nicht die Zuständigkeit erlangen kann.

… will striktere Regeln

Der Kreis Viersen will, dass Grundwasser-Schutzzonen eingerichtet werden, in denen das Düngen mit Gülle verboten ist. Außerdem will er striktere Regeln zur Kontrolle von Gülle-Importen aus dem Ausland erreichen und eine verbindliche Kooperation zwischen Landwirten und Wasserversorgern. Dazu wünscht sich der Kreis Einsicht in die Daten der Gülle-Ausbringung und Befugnisse in der Überwachung.

… beauftragte „Gülle-Studie“

Im Jahr 2017 beauftragte der Kreis Viersen das Ingenieurbüro ahu AG, Aachen mit der Studie „Nitratbelastung des Grundwassers im Kreis Viersen – Rahmenbedingungen, Ist-Situation und Handlungsfelder“. Die Studie steht offenbar kurz vor dem Abschluss.
Erste Ergebnisse zeigen, „dass für eine grundlegende Verbesserung der Grundwasserbelastung durch Nitrat ein Paradigmenwechsel insbesondere bei den rechtlichen Rahmenbedingungen als auch bei konkreten behördlichen Zuständigkeiten im Vergleich zur heutigen Situation erforderlich ist.“
Quelle: Kreis Viersen

Hochsauerlandkreis …
… Antrag der Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW)

Die Kreistagsfraktion Sauerländer Bürgerliste (SBL/FW) ist der Auffassung, der Hochsauerlandkreis dürfe hinsichtlich von Gülletransporten und Nitrat-Belastung nicht untätig bleiben. Reinhard Loos, Sprecher der SBL/FW-Fraktion, beantragte daher am 24.07.2018 bei Landrat Dr. Karl Schneider, in die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten folgenden Punkt aufzunehmen:

„Bericht einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters des Ingenieurbüros ahu AG, Aachen und/oder
einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters des Kreises Viersen zur Studie „Nitratbelastung des
Grundwassers im Kreis Viersen – Rahmenbedingungen, Ist-Situation und Handlungsfelder“
(mit Nachfragemöglichkeit)“

Kölsche Live-Party in Hallenberg mit „De Döhner“

„Live, umsonst und draußen“ – das achte Hallenberger Kump Open Air

Am Samstag, 4. August – 20 Uhr heißt es auf dem Marktplatz in Hallenberg „Köln meets Hallenberg“. Unter dem Motto „Live, umsonst und draußen“ findet das 8. Hallenberger Kump Open Air statt. Zu Gast sind „De Döhner“.

(Pressemitteilung der Stadt Hallenberg)

De Döhner, das sind elf Vollblutmusiker aus dem Sauerland, vornehmlich aus dem Olsberger Raum, die sich seit einigen Jahren der kölschen Musik verschrieben haben. Sie werden das Publikum auf der Sparkassenbühne mit der Musik der Bläck Fööss, De Höhner, Brings und BAP begeistern. Da wird mitgesungen, getanzt und geschunkelt, denn die Gruppe hat jede Menge Ohrwürmer im Repertoire, eben das Beste aller bekannten Kölner Bands.

Das Catering an diesem Abend übernimmt der FC Nuhnetal.

Ob Sonne oder Regen – es soll rund gehen „um dem Kump“ (foto: kump)

Also, egal wie das Wetter auch wird: Am Samstag, 4. August geht’s rund um dem Kump. Alle Hallenbergerinnen und Hallenberger, Freunde, Bekannte und Gäste sind herzlich eingeladen.

Da simmer dabei und der Eintritt ist frei.

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Veranstalter: Stadt Hallenberg in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Hochsauerland