Keine Arbeitstemperatur für Schneekanonen. Lediglich aus einem Rohr (links unten) sprötzelt undefinierbarer Matsch auf einen weißen Haufen. (foto: zoom)
Ich konnte meinen Augen heute Nachmittag kaum glauben, als ich sah, wie viele, vor allem niederländische und belgische Skifahrer*innen sich auf der Kunstschneepiste am Rauhen Busch tummelten, während andere Abfahrten im vorfrühlingshaften Grün verwaist waren.
Das Licht am Ende des Tunnels täuscht. Für Radfahrende sieht es im Straßenverkehr häufig sehr düster aus. (foto: zoom)
Während ich die Bilder meiner Vorfrühlingsradtouren am Montag/Dienstag sortiere und mir einen launigen Texteinstieg überlege, erreichen mich über Mastodon traurige Meldungen bzw. Tröts. Zwei Radfahrer wurden unabhängig voneinander am Dienstagabend durch Autofahrer*innen getötet, der eine bei Kassel, der andere bei Neuhausen im Enzkreis/Pforzheim.
Die Polizei stellt die Unfälle folgendermaßen dar:
Das ging schnell. Noch gestern Abend war der Fußweg an unserer Straße mit festem Schnee bedeckt und ich machte mir Sorgen, dass es heute glatt werden könnte. Doch die ganze Nacht über stürmte und regnete es. Die Rolläden klapperten, und als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, war der Schnee weg.
An der Postwiese wird ununterbrochen Schnee produziert. (foto: zoom)
Blauer Himmel und Eiseskälte. Die Schneekanonen und Lanzen zischen den Schnee auf die Skipisten, dazwischen das Dröhnen der Kompressoren. Skifahrer*innen waren an der Postwiese nicht zu sehen. Bis zum Flutlichtfahren am Freitagabend bleiben die Ticketschalter geschlossen.
Neuastenberg ist der letzte Ortsteil, den ich für das kleine Projekt 1235Winterberg zu Fuß durchstreife.
Die Jugendherberge Neuastenberg (foto: zoom)
An der Jugendherberge Neuastenberg beginne ich die Fototour.
Das Ferien-Resort Dorint (foto: zoom)
Die Ferienanlage Dorint bildet am Ortseingang zusammen mit der Kart-Bahn ein ziemlich mächtiges Ensemble.
Wandbild oberhalb der Skihänge (foto: zoom)
Der Schneemann auf Skiern mit dem Posthorn in der Hand deutet an, dass man sich im Skigebiet Postwiese befindet.
Alle Bügel stehen still. (foto: zoom)
Eine kleine Gruppe von Skifahrer*innen wartete tatsächlich vor einem Ticketschalter, aber nichts, vor allen Dingen keine Skitouristen, sollte die Beschneiung stören.
Nur Schneekanonen, keine Menschen (foto: zoom)
Die warme Schlechtwetterperiode hatte Ende des Jahres 2023 den Schnee auf den Hängen vernichtet. Jetzt ist es kalt und die Maschinen können Kunstschnee produzieren. Bevor die Tourist*innen am Wochenende wieder in die Skigebiete strömen, kann der Schnee mit Hilfe von Raupen verteilt werden.
Blick zurück von der Straße Richtung Mollseifen/Girkhausen (foto zoom)
Zuerst konnte ich kaum glauben, wieviel Maschinenschnee seit dem großen Regen produziert worden ist. Schnee bedeutet kleine Eissplitter, die an den Austrittsdüsen der Schneekanonen gefrieren, nicht zu verwechseln mit den Schneekristallen, die sich auf natürliche Weise bilden.
Zusammengeschobene Kunstschneeberge (foto:zoom)
Kunstschneeberge versperren teilweise die Zuwege zu den Skihütten. Bis Freitag wird auch Dreyer’s Ski-In – der Siegeszug des Deppen-Apostrophs ist unaufhaltsam – freigeräumt sein.
Ferienhäuser (foto: zoom)
Fest in niederländischer Hand sind die Ferienhäuser dieser Anlage namens Villas Winterberg. Wenn ich es richtig verstanden habe, errichtete ein Investor das Projekt und im Anschluss wurden die Einzelhäuser an Privatleute verkauft.
Beschneit links, unbeschneit rechts (foto: zoom)
Auf dem oberen Bild kann man gut den Unterschied zwischen Beschneiung und Naturbelassenheit erkennen. Ohne Kunstschnee gäbe es morgen kein Flutlichtfahren.
Schneelanze bei der Arbeit (foto: zoom)
Die Skiliftbetreiber mögen es nicht gern, wenn man Kunstschnee sagt oder schreibt, denn es wäre doch Maschinenschnee. Der Schnee aus Eissplittern ist als Auflage wesentlich härter als derjenige aus „flauschigen“ Schneekristallen.
Ferienwohnungen oberhalb der Hauptstraße (foto: zoom)
In den gleichförmigen Häusern oberhalb der Hauptstraße am anderen Ende von Neuastenberg wohnen nicht Müllers, Meiers oder van Dijks. Sie heißen Wohnung 2, Wohnung 4 oder Wohnung 6.
Wie würde Neuastenberg ohne (Kunst-)Schnee aussehen, also ohne Skitourismus?
Wenn ich ein Symbolbild für „viel Verkehr“ suche, ist Niedersfeld die erste Wahl. (foto: zoom)
Ich hätte nicht gedacht, dass sich meine Spaziergänge durch die Winterberger Ortsteile ins neue Jahr hineinziehen würden. Das 13. Mal war ich am 18. Dezember in Langewiese unterwegs.
Dann folgten sehr schlechtes Wetter, Erkältungen sowie Besuche bei Familie und Bekannten.
Heute ging es bei Sonne und Kälte nach Niedersfeld im Nachbartal
Für das kleine Projekt 1235Winterberg fehlt jetzt nur noch Neuastenberg. Das müsste in den nächsten Tagen zu schaffen sein.
In diesem Gebäude war früher eine sehr gute Fahrradwerkstatt.
An dem Gebäude oben ist links der kleine Anbau zu sehen. Hier war früher eine hervorragende Fahrradwerkstatt. Leider wurde derart oft eingebrochen, dass dem Inhaber, ein begnadeter „Schrauber“, die Lust am Geschäft vergangen ist.
Die Tankstelle wurde renoviert. (foto: zoom)
Die alte Tankstelle oberhalb der Ford-Werkstatt war legendär für ihre niedrigen Spritpreise. Zuerst sah es so aus, als würde sie komplett abgerissen. Doch anscheinend wird sie demnächst in neuem Look wiedereröffnet. Am Ende meines heutigen Spaziergangs waren die Sperrzäune schon abgebaut.
Hui und Pfui – ein altes Gebäude hinter der neuen Tankstelle (foto: zoom)
Wie auf dem ersten Bild zu erahnen ist, macht das Spazierengehen entlang der Bundesstraße 480 durch Niedersfeld nur sehr eingeschränkt Spaß. Aber ich habe es dann doch geschafft,in den LKW-Pausen links und rechts zu fotografieren.
Ein schönes Fachwerkhaus (foto: zoom)
Das Fachwerkhaus liegt ebenfalls an der vielbefahrenen Bundesstraße, allerdings etwas nach hinten versetzt.
Die „Obst- und Gemüse Scheune“ hat am Montag und Dienstag geschlossen. (foto: zoom)
Nach der Kernstadt Winterberg und Siedlinghausen ist Niedersfeld der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Winterberg.
Die katholische Kirche (foto: zoom)
Von der B 480 habe ich mich durch die Nebenstraßen zum Hillebachsee durchgeschlagen.
Die ehemalige Förderschule beherbergt heute ein Fitnessstudio. (foto: zoom)
Als die Förderschule noch existierte, habe ich einen Artikel über eine Mofa-Kurs mit begeisterten Schüler*innen geschrieben. Menno – ist das lange her.
Blick auf den Hillebachsee. Die Badebucht war zum Großteil vereist. (foto: zoom)
Um den Hillebachsee führt ein asphaltierter Rundweg – ideal für Fußfaule. Wenn ich keinen Bock auf Anstrengung habe, findet man mich hier entlang schlurfen. Man muss nicht groß darauf achten, wo man seine Füße hinsetzt und hat einen Blick aufs Wasser, im Sommer mit Wakeboard-Sportler*innen.
Die „Lourdes Grotte“ mit Marien-Figur (foto: zoom)
Heute bin ich am orstseitigen Ende des Hillebachsees einem Holzschild mit der Aufschrift „Zur Grotte“ gefolgt und habe tatsächlich etwas Neues entdeckt: die Heiligenfigur (Maria) im Fels, gestiftet von einer „Privatperson aus Niedersfeld“. So steht es jedenfalls auf einer Tafel zu lesen.
Oben auf dem Kreuzberg steht eine Bank. (foto: zoom)
Die „Lourdes-Grotte“ befindet sich in einem Fels, dem Kreuzberg. Dieser bildet „die letzte Stufe des mächtigen Rimberg“. Eine Treppe führt auf die Spitze des „Hügels mit auffälligen Diabasfelsen“. Dort oben hat man eine guten Blick über Niedersfeld. Diesen Ort kannte ich ebenfalls noch nicht.
Blick über Niedersfeld Richtung Ruhrtal (foto:zoom)
Ich hätte mich gerne auf die Bank gesetzt, um die Blicke und Gedanken schweifen zu lassen, aber bei -6° C und eisigem Wind (unangenehmer Wind-Chill) hatte ich nicht die nötige Gelassenheit.
Heute hat der große Regen endlich aufgehört und wir konnten unsere Sessel und Sofas verlassen, um den Kalorienüberschuss der Weihnachtstage zumindest ansatzweise abzuschmelzen.
Ihr kennt die kleine Runde, woll? Schnickemühle, Namenlose, Silbach Sportplatz, Viadukt, Ennert und ab nach Hause.
Die Namenlose führte zwar mehr Wasser als in normalen Zeiten, aber der Wanderweg war gefahrlos begehbar.
Die Bahn Richtung Olsberg-Bigge (foto: zoom)
Die Bahn Richtung Olsberg-Bigge fuhr pünktlich über das Viadukt in Silbach. Durch die kahlen Sträucher und Bäume konnte man nicht sehen, ob irgendwer im Zug saß.
Am Viadukt begrüßt mich schon seit Jahren der hölzerne Trinker auf dem Weinfass mit erhobenem Becher.
Trinker und Holz verfallen zusehends. (foto: zoom)
Dem Mönch(?) ist das jahrelange Trinken nicht bekommen. Er verfällt von Jahr zu Jahr. Hinunter zum Weinkeller wird ihm die kaputte Laterne nicht mehr leuchten.
Auf der Ennert warten ein Haufen, eine Bank und ein Wegweiser.
Ein kurzer Stopp an der Wegkreuzung auf der Ennert. Blickrichtung Hömberg (715 m). (foto: zoom)
Auf den Bildern ist es nicht zu sehen, aber es waren mehr Leute als üblich unterwegs und ich konnte jeden Smalltalk mit Endlich kommt man mal wieder raus. Der Regen war ja nicht mehr auszuhalten beleben.
Meine säkularen Versuche, mit Hallo zu beginnen, scheiterten meist am Frohe-Weihnachten Konter.
Schön, mal wieder draußen gewesen zu sein. Die restlichen Marzipankartoffeln hatten nach diesem Spaziergang nicht den Hauch einer Chance.
Es war heute sehr ungemütlich auf dem Kahlen Asten. Sturm, Regen – das ganze Weihnachtsprogramm.
Den 24. Dezember 2023 werde ich nach diesem Spaziergang auf jeden Fall im Gedächtnis behalten.
Dem Wetter trotzend eine kleine Runde gedreht (foto: zoom)
Der Ablauf: stürmischer Gegenwind, unangenehmer Seitenwind, bequemer Rückenwind, unangenehmer Seitenwind.
But the best was yet to come: Das Café im Astenturm hatte geöffnet und wir konnten uns bei heißen Getränken aufwärmen.
Wenn ich es mir so recht überlege, war der 24. Dezember bis jetzt ein voller Erfolg.
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