ADFC-Fahrradklima-Test 2018: Die Ergebnisse sind da! Bestwig, Olsberg und Winterberg mangels Beteiligung nicht dabei. :-(

Das Hochsauerland bietet schöne Strecken für das Ausflugsradeln. Hier am vergangenen Sonntag an der Ruhr in Meschede. Im Hintergrund Frei- und Hallenbad. (foto: zoom)

Heute hat der ADFC die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 im Bundesverkehrsministerium präsentiert. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat diejenigen Städte ausgezeichnet, die in ihrer jeweiligen Stadtgrößenklasse am besten abgeschnitten haben.

(Grundlage: PM des ADFC)

Seit 13:30 Uhr sind die Ergebnisse online: www.fahrradklima-test.de

Erstmals wurden Städte in sechs Größenklassen unterteilt. So müssen sich beispielsweise Städte wie Münster und Berlin nicht länger miteinander vergleichen lassen. Zum ersten Mal gab es einen Sonderpreis für die familienfreundlichste Fahrradstadt, die über Zusatzfragen ermittelt wurde.

Unser “Hohes Hochsauerland” ist mit Arnsberg (Note 3,7), Brilon (Note: 3,9) und Meschede (Note: 3,7) in der Wertung. Für Bestwig, Olsberg und Winterberg haben sich nicht genügend Radfahrer*innen an der Umfrage beteiligt. So bleibt beispielsweise meine Stimme (Winterberg) unberücksichtigt. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Fahrradklima-Test.

Zum Radverkehr in Winterberg und Olsberg siehe u.a. mein gestriger Artikel “Wenn sich Winterberg in Winterberg verliebt …“.

Bei den Großstädten über 500.000 Einwohner*innen hat Bremen die Nase vorn vor Hannover und Leipzig. Dass Berlin als bester Aufholer in der Städtekategorie gilt, zeigt, dass hier offenbar das Radgesetz schon als positive Veränderung wahrgenommen wurde.

Münster musste seinen Spitzenplatz unter den Städten zwischen 200.000 und 500.000 Einwohner*innen an Karlsruhe abgeben. Hier hat sich das ewige Schlusslicht Wiesbaden am stärksten verbessert.

Das Städte-Ranking und alle 683 Städte in der Bewertung: www.fahrradklima-test.de/karte

Die durchschnittliche Bewertung zur Fahrradfreundlichkeit der deutschen Städte und Gemeinden sank 2018 gegenüber 2016 erneut: von 3,81 auf 3,93! Die Erwartungen der 170.000 Teilnehmer*innen und die Realität klaffen weit auseinander.

Auch das Sicherheitsgefühl der Radfahrer*innen nahm weiter ab auf 4,16. Die Umfrage zeigt: Radfahrende wollen getrennt vom Autoverkehr Rad fahren. 2016 waren es 72 %, jetzt sind es 81 % – und bei den Frauen sogar 86 %.

74 % der 170.000 Teilnehmer*innen – ein Plus von 40 % gegenüber 2016 – fahren täglich Rad, aber sie kennen beide Perspektiven, denn 75 % fahren auch Auto.

Der ADFC wirbt für seine Folgeaktionen, denn die Ergebnisse zeigten, dass das Fahrrad mehr Platz brauche. Deshalb startet der ADFC heute seine bundesweite Mitmach-Kampagne #MehrPlatzFürsRad: https://www.mehrplatzfürsrad.de/#start

Die Fahrradsaison ist eröffnet: Siedlinghausen – Meschede – Siedlinghausen

Gleich geht’s los. Schnell noch mit dem Tablet ein Beweisfoto knipsen (foto: zoom)

Das Wetter war heute fantastisch – zum Radfahren besser geeignet als der vergangene Sommer –  und das am 17. Februar 2019.

Rad aus dem Keller geholt, wo es seit der Marburg-Radtour Ende Oktober 2018 einstaubte.

Die Wartung war trotzdem schnell erledigt. Felgen und Speichen vom schmierigen Dreck befreien. Kette ölen und putzen. Reifen aufpumpen: vier Bar. Fertig.

Sonntags kann man die L742 Richtung Olsberg stressfrei hinunter radeln. Bei Steinhelle stoße ich auf den Ruhrtalradweg. Mein Zwischenziel ist traditionell die Bäckerei im Bahnhof Bestwig. Käsekuchen und ein Pott Kaffee.

Weiter den Ruhrtalradweg bis Meschede. Im Kreisel bei Honsel steht der Gießer.

Der Gießer im Zentrum des Kreisverkehrs vor der Firma Honsel in Meschede (foto: zoom)

Der Gießer ist anscheinend die Gestalt, die momentan im Hochsauerland umgeht, denn auch einer der zahlreichen Olsberger Kreisel soll mit einem Gießer bestückt werden.

Man sollte denken, dass der Klimawandel und das zukünftige Aus des Skitourismus das Hochsauerland erregte. Falsch gedacht. In Olsberg wird in den Medien heftig über den Gießer debattiert.

In Meschede habe ich eine Bäckerei in der Fußgängerzone angesteuert. Während ich auf einer Bank in der Sonne in das belegte Brötchen biss, habe ich über die “Gießer-Debatten” nachgedacht.

Meine Gedanken wanderten zurück bis in meine Kindheit. Eigentlich war es immer so, dass, sobald ein Bauwerk errichtet wurde, die Bürgerinnen und Bürger heftig und emotional diskutierten. Es ufert manchmal aus, aber so ist es eben.

In Arnsberg versuchen die Verantwortlichen einer Debatte über “Kreisverkehrskunst” die Spitze zu nehmen, indem sie in Geheimniskrämerei versinken.

Gestaltung des Kreisverkehrs in Arnsberg ist ein „Geheimnis“” berichtet die Lokalpresse.

Das ist politisch ein fatales Signal an die Bürgerinnen und Bürger: Ihr seid zu bekloppt, um bei derart wichtigen Entscheidungen wie der Gestaltung eines Kreisverkehrs mitzureden. Na ja, was soll’s. Ein Gießer wird es wohl nicht, ein Dixie-Klo ist unwahrscheinlich.

Mein Tipp: Irgend etwas mit “A”.

Allerdings liege ich häufig daneben.

„Friday for future!“ – Schülerstreik für Klimaschutz auch in Meschede

Schülerinnen und Schüler von zwei Mescheder Schulen, des städtischen und des Benediktiner-Gymnasiums, sind am Freitag, dem 1. Februar 2019, auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren.

(Der Beitrag ist ursprünglich auf der Website der Falken HSK erschienen.)

Der Demonstrationszug mit etwa 130 Teilnehmenden zog vom Kreishaus in der Steinstraße zum Mescheder Rathaus.

Für Freitag, den 8. Februar, ist die nächste Demonstration geplant, diesmal direkt nach der Schule. Die Mescheder Falken unterstützen den Schülerprotest und rufen zur Beteiligung auf. Zeit und Ort werden noch bekanntgegeben.

Zum Bericht im Sauerlandkurier

Bilder im Sauerlandkurier

15. Januar 2019: Wiedereröffnung der Falken-Bücherei in Meschede

Heute, den 15. Januar 2019, eröffnen wir wieder die Bücherei der Mescheder Falken in unseren Räumen Kolpingstraße 18 in Meschede.

(Pressemitteilung der Falken HSK)

Der Grund ist die ganz und gar erbärmliche Rezeption der Novemberrevolution von 1918 in Schulen und Museen, Buchläden und Bibliotheken, Vereinen, Gewerkschaften und politischen Parteien bei uns im Sauerland im zurückliegenden Jahr 2018, dem 100. Jahr der bedeutenden Ereignisse.

Wir beginnen unsere Sammlung mit den Jugendbüchern

1848 – Die Geschichte von Jette und Frieder
und dem mehrfach ausgezeichneten
Die roten Matrosen
von Klaus Kordon.

Wir werden die Sammlung Stück für Stück um weitere interessante Werke erweitern. Um Bücher, die Ihr an euren Schulen nicht zu lesen bekommt, obwohl sie spannend und wichtig sind. Um Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Um Bücher, die auch von Lehrerinnen und Lehrern, Heimatforschern und Journalisten genutzt werden können.

Sie können ab sofort im Schülercafé der Falken ausgeliehen werden. Später sollen auch noch Filme dazukommen. Die Öffnungszeiten des Schülercafés findet Ihr auf unserer Internetseite https://hskfalken.wordpress.com

Der Hennesee und das Einkaufscenter

Am Hennesee klarte das trübe Wetter kurz auf. Das Staubecken ist nach der langen Trockenperiode kaum gefüllt. Die Fähre liegt weit unterhalb des asphaltierten Zuwegs (foto: zoom)

Bei echtem “Sauwetter” mussten wir unserem Besuch aus dem Norden das Sauerland zeigen. Was tun?

Der Plan war: Schwimmen im Aqua Olsberg, Regenspaziergang auf dem Staudamm des Hennesees, Inspektion des neuen Einkaufscenters in Meschede, Bummel durch die Fußgängerzone, Kaffee im Café, die Dunkelheit abwarten und im Landgasthof Albers (Bödefeld) zu Abend essen.

Das Wasser ist weg, die Pegel stehen frei am Ufer. (foto: zoom)

Mehr konnten wir beim besten Willen aus dem trüben Regentag nicht herausholen.

Mit eiserner Disziplin haben wir den Plan umgesetzt.

Aus allen kleinen Beobachtungen greife ich mir unsere Besichtigung des neuen Einkaufscenters in Meschede, welches Mitte November eröffnet worden ist, heraus.

Kurz: Ich hatte etwas anderes erwartet.

Der “Schiffsbug” des neuen Einkaufscenters samt Stadthalle in Meschede sieht imposant aus. (foto: zoom)

Ich habe drei große Läden (Klamotten, Schuhe, Drogerie) gezählt. Diese ragen wie Schläuche in das Gebäude hinein. Sie sind untereinander nicht verbunden.

Vorne rein in den Schlauch(-laden) – vorne raus aus dem Schlauch(-laden) und rein in den nächsten Schlauch. Der Klamottenladen erstreckt sich über zwei Etagen, die durch eine Rolltreppe miteinander verbunden sind.

Erwartet hatte ich eine Galerie mit einem Innenraum, ähnlich anderer Einkaufsgalerien in Dortmund, Oberhausen, Kassel, Dinslaken usw., nur kleiner, also etwa die Größenordnung der Galerie in Dinslaken, für die das dortige “Hertie-Kaufhaus” komplett abgerissen worden war.

Besonders anfreunden konnte ich mich mit dem neuen Center nicht, aber ich bin auch nicht als großer “Shopping-Liebhaber” bekannt, eher als ein Einkaufsmuffel.

Es wird an einigen Ecken noch gebaut, das Fitness-Center und der “Kult”-Laden sind noch nicht eröffnet. Das Gebäude machte auf mich einen unfertigen Eindruck.

Der “Henne-Ruhr-Markt” als neuer Einkaufsmagnet für Meschede? Bin gespannt.

Unserem Besuch aus dem Norden hat die kleine Sauerländer Besichtigungstour gut gefallen, und wir haben bewiesen, dass wir jedenfalls eines auch können:

Hamburger Schietwetter!

Arbeitsgemeinschaft 60plus in der HSK-SPD: Widerspruchslösung bei Organspende

Meschede. (spd_pm) Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft 60plus in der HSK-SPD haben sich auf der letzten Sitzung in Meschede intensiv mit der Ankündigung des Gesundheitsexperten der SPD, Karl Lauterbach, bis zum Jahresende zusammen mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn eine doppelte Widerspruchslösung für Organspenden einzuführen, beschäftigt.

Bisher gilt das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nach Hirntod-Feststellung nur bei zuvor ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt sind.

Angesichts niedriger Organspenderzahlen begrüßt und unterstützt die AG60+ im HSK, dass künftig jeder als Spender gelten soll, der nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widerspricht.

In der Diskussion wurde sehr deutlich, dass diese Lösung geeignet ist, einem Missbrauch bei der Vergabe von Spenderorganen vorzubeugen und den weltweiten Organhandel einzudämmen.

Nach Vorstellung der Mitglieder muss aber unbedingt in dem Gesetz geregelt werden, dass alle Widersprüche, mindestens bundesweit, zentral erfasst werden und allen Ärzten die sich mit Organtransplantationen beruflich befassen müssen zur Auskunft online zur Verfügung stehen muss.

Diese Forderung soll noch in dieser Woche an Karl Lauterbach übermittelt werden.

Meschede: Falken feiern 100 Jahre Novemberrevolution

Novemberrevolution in Deutschland, Mit dem Aufstand der Matrosen und Arbeiter am 3.11.1918 in Kiel beginnt die Novemberrevolution. Am 6. November greift die revolutionäre Bewegung auf Wilhelmshaven über. Matrosen vom Linienschiff “Prinzregent Luitpold” an Deck des Schiffes mit Tafel “Soldatenrat Kriegsschiff Prinzregent Luitpold. Es lebe die sozialistische Republik” (foto: siehe Anmerkungen unten)

Am Sonntag, dem 11. November, weht bei den Mescheder Falken die rote Fahne: Der Jugendverband feiert 100 Jahre Novemberrevolution. „Wir wollen die Geburtsstunde der Republik würdig begehen“, so Michael Hermes, Vorsitzender der Mescheder Falken.

„Wer waren die Akteure der Novemberrevolution, und was waren ihre Ziele? Welche davon wurden erreicht, welche nicht? Wie verlief die Machtübernahme durch Arbeiter, Bauern und einfache Soldaten bei uns im Sauerland? Und wie werden die Ereignisse aus dem Herbst 1918 heute rezipiert – in den Medien, im Museum, in der Schule? Mit diesen Fragen wollen wir uns beschäftigen.“

Für die Verpflegung sorgt die Jugendgruppe der Falken. Es gibt Steckrübeneintopf, das Arme-Leute-Essen in jenen Tagen.

Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr im Jugendzentrum Rockcafé, Kolpingstraße 18 in Meschede.

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Bildquelle:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0908-0600-002,_Novemberrevolution,_Matrosenaufstand.jpg

Bildupload:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Bundesarchiv_Bild_183-J0908-0600-002%2C_Novemberrevolution%2C_Matrosenaufstand.jpg

Urheberrechte:
Bundesarchiv, Bild 183-J0908-0600-002 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Baustopp am Henne-Ruhr-Markt – der große Kladderadatsch*?

Eröffnung noch in diesem Jahr? Baustopp am ehemaligen Hertie-/Karstadtkaufhaus in Meschede (archivfoto: zoom)

Entsetzen, Erstaunen, Schadenfreude – die Reaktionen auf die Meldungen vom Baustopp am Henne-Ruhr-Markt in Meschede sind vielfältig.

Ich rate dazu, die Klärung der Sachlage abzuwarten. Mehr als eine Unstimmigkeit bei den Zahlungen zwischen Investor und Baufirma lassen sich der Berichterstattung in den Lokalmedien nicht entnehmen.

Die kostenlose Reklamezeitung Sauerlandkurier hat bislang gegenüber der Westfalenpost die Nase vorn:

Sauerlandkurier: https://www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/meschede/baustopp-henne-ruhr-markt-jetzt-spricht-investor-10493518.html

Westfalenpost: https://www.wp.de/staedte/meschede-und-umland/geld-nicht-gezahlt-baustopp-am-henne-ruhr-markt-in-meschede-id215723083.html

Das Bild oben stammt vom 4. September, danach war ich noch mehrmals in Meschede. Der Bau machte Fortschritte, aber ich hatte doch meine Zweifel, ob die Eröffnung, wie geplant, Mitte November stattfinden würde:

https://www.schiebener.net/wordpress/meschede-im-bild-eroeffnung-des-henne-ruhr-markts-im-herbst/

Jetzt warte ich erst einmal ab, wie sich das anscheinende Gezerre zwischen Investor und Baufirma entwickelt und ob noch neue Tatsachen ans Licht kommen.

Mein Tipp: keine Eröffnung Mitte November, aber Eröffnung irgendwann. Auf dieses Jahr würde ich nicht wetten, obwohl der Zeitraum vor Weihnachten für die Beteiligten einen versöhnlichen Ausgang böte.

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*Kladderadatsch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kladderadatsch

Meschede im Bild: Eröffnung des Henne-Ruhr-Markts im Herbst?

Eröffnung noch im Herbst? Das ehemalige Hertie-/Karstadtkaufhaus in Meschede (foto: zoom)

Als Laie mag ich kaum glauben, dass da, wo heute der ehemalige “Hertie”-Klotz umgebaut wird, schon im Herbst der neue Henne Ruhr Markt eröffnen soll.

In meiner alten Heimat stand ein ähnliches Kaufhaus. Das wurde allerdings komplett und ratzfatz abgerissen. Zügig erstand eine neue Galeria und auch der umliegende Platz wurde völlig neu gestaltet.

In Meschede zog sich das Hickhack mit teils großspurigen Investoren jahrelang hin, bis schließlich mit dem letzten Investor Bewegung in den Bau gekommen ist.

Abreißen ging wohl nicht, weil die aufgesetzte Stadthalle erhalten werden sollte.

Sei’s drum. Das Bild habe ich am Samstag während einer Radtour aufgenommen. Nach der Eröffnung schaue ich wieder vorbei. Interessant werden die Auswirkungen des Henne-Ruhr-Markts auf die Mescheder Innenstadt als Einkaufszentrum sein.

Belebung oder weiteres Ladensterben?

Friedenslandschaft Sauerland – Peter Bürger im gemeinsamen Kirchenzentrum Meschede

Der Publizist und Historiker Peter Bürger umreißt vor 50 ZuhörerInnen im gemeinsamen Kirchenzentrum Meschede die “Friedenslandschaft Sauerland”. (foto: zoom)

Zum Auftakt ihres 50-jährigen Jubiläums hatten die „Freunde der Völkerbegegnung“ (FdV) am vergangenen Donnerstag zu einem außergewöhnlichen heimatgeschichtlichen Vortrag in das Gemeinsame Kirchenzentrum in Meschede eingeladen. Der Theologe und Publizist Peter Bürger stellte Strömungen und Persönlichkeiten der „Friedenslandschaft Sauerland“ vor.

Vor dem historischen Hintergrund von Weimar, Weltkrieg und Nachkriegsszeit entwickelte Bürger die Vision einer offenen Gesellschaft, die heute von alten und neuen Nazis sowie Rechtspopulisten bedroht sei.

Bürger: “Das neue rechte Heimatgerede ist hohl und leer. Heimat ist kein Besitz, Heimat ist ein Geschenk: Heimat ist Offenheit!”

Die Rechte heute wolle nur kaputtmachen, statt zivilgesellschaftliche Kleinräume zu gestalten.

Glaubwürdige Beheimatung, so Peter Bürger, könne ein Mensch nur in der Begegnung zeigen, oder wie es Meister Eckhart schon vor 700 Jahren sinngemäß formuliert habe: Wenn du dich selber liebst, wird auch ein entfernter Mensch dir nahe sein.

Die Menschheit sei eine Familie, die heute vor großen ökologischen Problemen und Kriegsgefahren stehe. Die Probleme könnten nur gemeinsam und nicht gegeneinander gelöst werden.

Humanisten und Christen müssten sich offensiv in die Heimatdiskussion einbringen. Heimat sei immer eine Interpretationsangelegenheit: Blut und Boden oder friedensbewegt.

Mit dem Projekt “Friedenslandschaft Sauerland”, will Peter Bürger das Schöne zeigen, Beispiele pazifistischer und humanistischer Sauerländer Persönlichkeiten, die sich in ihrer Zeit (Weimar/Nationalsozialismus) gegen Militarismus, Faschismus und Antisemitismus wandten und sich nach 1945 in der Arbeit mit Flüchtlingen aus dem Osten engagierten.

Nazi-Straßennamen abschaffen, aber auch das Schöne zeigen – die Friedenslandschaft Sauerland (foto: zoom)

Das Sauerland habe eine pazifistische Tradition. Als die Region vor 200 Jahren hessisch und dann preußisch wurde, so Bürger, behagte den Leuten die Pflicht zum Kriegsdienst überhaupt nicht. Es kam zu massenhaften Desertationen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Sauerland eine Hochburg des Friedensbundes deutscher Katholiken. In diesem Verband glaubte keiner, man könne „Heimat“ mit massenmörderischen Kriegswaffen und rassistischer Hetze verteidigen.

In seinem Vortrag voller biografischer und historischer Details stellte Peter Bürger sauerländische Frauen und Männer vor, die sich den Wahngebilden der Gewalt mutig entgegengestellt haben.

Dazu gehörten: Irmgard Rode aus Meschede, Georg Heidingsfelder aus Meschede, Josef und Theodor Rüther aus Assinghausen, Pfarrer Peter Grebe aus dem Kreis Olpe und viele mehr …

Wenn ich die Geschichte dieser herausragenden Menschen hier hier auch nur knapp wiedergeben sollte, würde der Bericht den Rahmen des Blogs sprengen. “Mir schwirrt der Kopf”, sagte Maria Hüser, Vorsitzende der FdV nach Vortrag und Diskussion.

Doch zum Glück gibt es die “Friedenslandschaft Sauerland” mit ihren Beiträgen auch als Buch oder PDF zum Nachlesen:

Bürger, Peter (Hg.): Friedenslandschaft Sauerland –cBeiträge zur Geschichte von Pazifismus undcAntimilitarismus in einer katholischen Region. = daunlots. internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. nr. 77. Eslohe 2015. www.sauerlandmundart.de

http://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2077.pdf